Die Ausmaße der Zentral­bank-Blase

Blase oder keine Blase? Es gibt einige Indikatoren, die zumindest Anlass zum Nachdenken geben. Real Investment Advice (RIA) hatte die vor einigen Tagen zusammengestellt. Ich greife die Wesentlichen heraus:

Unternehmen haben so viele eigene Aktien zurückgekauft wie noch nie. Das tun sie meistens auf Kredit, um so die Gewinne pro Aktie (deren Anzahl sinkt) zusätzlich zu steigern:

Quelle: RIA

Während gleichzeitig die Anleger so viel Geld in Aktienfonds steckten wie noch nie zuvor …

Quelle: RIA

… und die Insider Kasse machten: Man sammelte so viel Geld über IPOs ein wie noch nie. Darunter waren mehr als 50 Prozent sogenannte SPACs, die wie schon in der South-Sea-Bubble nicht verraten, was für ein Geschäft sie machen werden.

Quelle: RIA

Am meisten war gesucht, was keinen Gewinn machte (hier gab es schon einen deutlichen Einbruch), …

Quelle: RIA

… was sich auch an der immer größeren Zahl an Start-ups zeigt, die mit einer Milliarde bewertet werden. Es genügt offenbar, eine Idee zu haben.

Quelle: RIA

Aber es profitieren auch alte Unternehmen, die keinen ausreichenden Gewinn machen. Unternehmen, die nicht ausreichend verdienen, um die Zinsen zu bezahlen, gibt es auch so viel wie nie. Zombies:

Quelle: RIA

Aber nicht nur die Unternehmen arbeiten mit viel Leverage, auch die Aktienkäufer nehmen Kredite, um die Rendite aufzubessern:

Quelle: RIA

Deshalb werden immer mehr Unternehmen mit einer Bewertung von mehr als 20-mal Umsatz gehandelt werden:

Quelle: RIA

Alles normal, weil das Geld nichts kostet? Ich habe meine Zweifel.

realinvestmentadvice.com: „Speculative Mania – Was 2021 The Peak?”, 10. Januar 2022

Kommentare (36) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. weico
    weico sagte:

    @Wolfgang Selig

    “Meine Sorge ist nur, dass als Nebeneffekt die politische Mitte pulverisiert wird.”

    Da sich praktisch alle Parteien als “Mitte” betrachten bzw. als “Links/Mitte” wäre diese “pulverisierung” schlicht der jetzigen Politik geschuldet und daher zu begrüssen.

    Wenn schon auf eine simple Frage (steigende Benzinpreise,Mineralölsteuersenkung) mit der “Nazi-Antwortkeule” geantwortet wird und die “Mitte/Links-Parteien” dazu noch Beifall spenden , dann ist eine “pulverisierung” wirklich nötig.

    https://www.klonovsky.de/2022/02/neulich-im-bundestag/

    Nebenbei:
    Als zukünftige Wahlhilfe, sollte man bei den nächsten “Energiepreiserhöhungen” bzw. an “der Tanke” …. statt an die “böse EZB” oder “die Russen” … lieber an die “lösungsorientierten Mitte/Links-Parteien” denken….Ups

    Antworten
    • Wolfgang Selig
      Wolfgang Selig sagte:

      @weico:

      So weit sind wir glaube ich gar nicht auseinander, mir gefallen diese Ablenkungsmanöver bei Sachfragen auch überhaupt nicht.

      Ich definiere die politische Mitte wohl anders als Sie, ich mache das nicht an Parteien oder Parteimitgliedschaften fest. Es gibt in den medial sog. “Mitte-Parteien” radikal denkende Leute und bei den sog. “Rändern” links und rechts demokratisch verankerte Personen. Ein Alfred Dregger war früher bei der CDU als Demokrat geachtet und wäre heute ein “böser” Rechtspopulist. Winfried Kretzschmann war früher ein argwöhnisch beäugter linker Maoist und ist heute ein breit respektierter Ministerpräsident der “Mitte”. Der AFD-Gründer Bernd Lucke wäre in den 70er-Jahren wohl ein typischer CDU-Funktionär geworden und wurde in seiner politisch aktiven Zeit als Rechtsextremist verunglimpft, was im Vergleich zu den meisten heutigen Vertretern von DVU, NPD, III. Weg und Co einfach sachlich falsch und obendrein frech war.

      Bundesinnenministerin Nancy Faeser als Vertreterin der “Mitte-SPD” weicht für mich juristisch legal, aber politisch fragwürdig nach links außen ab, wenn sie als oberste Verfassungsschützerin in einem Blatt publiziert, das der Antifa nahesteht, die selbst wiederum von Landesverfassungsschützern beobachtet wird. Mitte war für mich dagegen beispielsweise der frühere Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher von der FDP, der sich selbst beim Olympiaattentat 1972 als Austauschgeisel angeboten hat.

      Was will ich damit sagen? Mitte sind für mich unabhängig von dem Besitz eines Parteibuches Leute, die auch in echten Krisen wie z.B. einem Krieg, einem Währungszerfall, einer Flutkatastrophe, einer Pandemie oder einer Wirtschaftsdepression nicht zu undemokratischen Machtphantasien neigen, sondern besonnen auf dem Boden des Grundgesetzes bleiben. Und zwar nicht durch Umdefinieren der dort enthaltenen Begriffe, sondern auch dem Sinn nach. Insofern glaube ich, dass wir gar nicht so weit voneinander entfernt sind.

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @Wolfgang Selig

        “Mitte sind für mich unabhängig von dem Besitz eines Parteibuches Leute, die auch in echten Krisen wie z.B. einem Krieg, einem Währungszerfall, einer Flutkatastrophe, einer Pandemie oder einer Wirtschaftsdepression nicht zu undemokratischen Machtphantasien neigen, sondern besonnen auf dem Boden des Grundgesetzes bleiben. Und zwar nicht durch Umdefinieren der dort enthaltenen Begriffe, sondern auch dem Sinn nach.”

        Sehe ich ebenfalls so.

        Wie viele solcher Leuten finden sie in dem neuen Bundestag, die Ihrer eigenen Definition wirklich entsprechen…bzw. in welcher Partei finden sie die Leute…?

        Den “Selbsttest” kann jeder ja mal machen:
        https://www.bundestag.de/parlament/plenum/sitzverteilung_20wp

      • Wolfgang Selig
        Wolfgang Selig sagte:

        @weico:

        Sie fragen: “Wie viele solcher Leuten finden sie in dem neuen Bundestag, die Ihrer eigenen Definition wirklich entsprechen…bzw. in welcher Partei finden sie die Leute…?”

        Ehrliche Antwort? Ich weiß es nicht. Vermutlich in den meisten Parteien in unterschiedlicher Dosierung. Und ich glaube auch nicht, das als Privatperson so einfach herausfinden zu können. Die Pandemie ist für mich kein Maßstab, da sich hier Fehler, echte Besorgnisse, berechtigte und unberechtigte Interessen, fachliche Defizite, Leichtsinn, Hypochondertum und dummes Gerede vermischen. Und ich bin mir keineswegs sicher, ob ich meine aktuelle eigene Meinung in 5 Jahren nicht selbst für kompletten Unsinn halten werde.

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ weico

      >Die selbsternannte Klimaregierung WILL aber (noch) nicht, aus rein IDEOLOGISCHEN Gründen .>

      Sie reden dummes Zeug.

      Die Regierung ist NICHT selbsternannt.

      Sie ist durch WAHLEN an die Macht gekommen, u. a. mit dem AUFTRAG, eine Energiewende herbeizuführen.

      Diejenigen, die dies mit dem Stimmzettel bewerkstelligt haben, sind KEINE Ideologen.

      Sie sind mehrheitlich der Meinung, dass es einen selbstgemachten Klimawandel gibt, der auch selbstgemacht bekämpft werden sollte.

      Leute wie Sie sind IDEOLOGEN.

      Sie suchen irgendjemanden, der aus sich heraus SCHULD hat, eben ideologisch handelt, weil SIE und ihresgleichen KEINE Mehrheit haben.

      Sie verdrängen die REALITÄT.

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @Dietmar Tischer

        “Die Regierung ist NICHT selbsternannt.

        Sie ist durch WAHLEN an die Macht gekommen, u. a. mit dem AUFTRAG, eine Energiewende herbeizuführen.”

        Schwachsinn !!

        Die Wähler haben nur PARTEIEN gewählt.

        Die Regierung ist selbsternannt und aus KOALITIONSGESPRÄCHEN zwischen den verschiedenen PARTEIEN entstanden.

        In Deutschland nennt man solches DEMOkratie. In anderen Länder nennt man eine solche DEMOkratieform schlicht “parlamentarische Demokratie/ Kanzlerdemokratie” .

        Nebenbei:
        Der Unterschied zwischen der BRD und DDR ist/war also sehr gering . Die Wähler hatten wenig zu sagen ,wenn es um die REGIERUNG bzw. DEMOkratie ging.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ weico

        >Die Wähler haben nur PARTEIEN gewählt.>

        Wahlprogramme als Angebote, Nachfrage mit dem Kreuz in der Wahlkabine – was hätten sie denn sonst wählen sollen.

        >Die Regierung ist selbsternannt und aus KOALITIONSGESPRÄCHEN zwischen den verschiedenen PARTEIEN entstanden.>

        „und“ ist noch einmal dummes Zeug.

        Entweder ist sie selbsternannt ODER aus Koalitionsgesprächen entstanden.

        Beides kann nicht sein, weil es ein Widerspruch wäre.

        KLAR nachzuvollziehen:

        Sie ist aus den Koalitionsgesprächen entstanden.

        Wer war nicht dabei?

        Die AfD – die von Ihnen favorisierte Partei.

        Sie hatte eben kein hinreichend attraktives Angebot unterbreitet.

        Ich halte die Urteilsfähigkeit der Bevölkerung nicht für sonderlich hoch, aber so degeneriert ist sie nicht, als dass sie sich in großer Zahl für die AfD entscheiden hätte.

        Sie vertreten eine LOSER-Meinung.

        Da Sie natürlich nicht zu den Losern gehören, sondern der große Durchblicker sind, MUSS das System schuld sein:

        >Der Unterschied zwischen der BRD und DDR ist/war also sehr gering.>

        Sie sollten sich mal den Kompass richten lassen.

        In Russland oder China verschafft man Ihnen gern die fehlende Orientierung.

      • weico
        weico sagte:

        @DT

        Wie üblich lenken Sie vom Thema ab , sobald ihr Schwachsinn entlarvt wurde.

        Lesen sie ihren Schwachsinn einfach nochmals durch…

        “Die Regierung ist NICHT selbsternannt.
        Sie ist durch WAHLEN an die Macht gekommen, u. a. mit dem AUFTRAG, eine Energiewende herbeizuführen.”

        …und glauben sie ruhig weiter an ihre eigene REALITÄT, bei ihrem DEMOkrartiverständnis, dass die Regierung NICHT selbsternannt ist.

  2. Stefan F
    Stefan F sagte:

    @ Joerg et al.:
    Wer Panik machen will (“alles explodiert”), skaliert linear.
    Wer abwiegeln will (“alles wie gehabt”), skaliert logarithmisch.

    Antworten
    • @Bauer
      @Bauer sagte:

      @ Stefan F

      … und wer es korekt machen wiii, bildet binomische Funktionen linear ab und exponentielle logarhythmisch. Ausnahmen sind ausdrücklich zulässig.

      Antworten
  3. Joerg
    Joerg sagte:

    Die meisten Grafiken oben sind verbesserungsfaehig?

    Viele sind alarmistisch ausgefuehrt, so wie wir es von nominalen AktienIndex-Charts kennen, statt “richtig” logarithmisch aufzutragen:

    – Die Graphik “Share Buybacks S&P 500” sollte in Bezug zur gesamten Marktkapitalisierung normiert werden?
    (dann leider keine hohen Saeulen mehr rechts?! alles ungluecklich marginal?)

    – “Flows into global equity funds” koennten in Relation zur weltweiten Marktkapitalisierung normiert werden?
    (dann bliebe aber 2021 trotzdem aussergewoehnlich, da gibt es eine Geldschwemme)

    – “IPOs batted 1,000 in 2021” koennte anstatt bloss gezaehlt in “aufgesogenes Kapital durch IPO” betrachtet werden, ebenfalls bezogen auf ges. MarketCap
    (dann waere die Relation zu den spaeten 90er Jahren in 2021 aber viel, viel kleiner und unspektakulaer?)

    – “Goldman Sachs Non-Profitable Tech” und “The biggest Unicorns in 2021”, ja, uneingeschraenktes OK, da wurde viel zu viel Geld in “heisse Luft” investiert?! Die entweicht ja aber gerade/ist schon ziemlich entwichen?

    – “Total Enterprise Value of sh*tt* Firms” auch hier wieder: Normierung zur MarketCap fehlt, um Groessenordnungen im Zeitverlauf beurteilen zu koennen
    (es gibt das Zombie-Problem, ja, aber wie gross ist es relativ wirklich? Klein/mittel/riesig?)

    – “Margin Debt Balances” auch hier nominaler Chart, Bezug zur Marktgroesse fehlt (dann voellig unspektakulaer); ausserdem wurde frueher schon mal dargelegt, dass Margin Debt nachlaufend ist (Pyramidisieren nach oben und Pyramidisieren nach unten, das geht ganz fix), symptomatisch, nicht ursaechlich. Deshalb eher ein vielzitierter BS-Indikator á la “Corona-Inzidenzen im Zeitalter von Omikron”?

    – “Total Market Cap of Stocks >20x”, fehlt Bezug zur Gesamtheit.
    (ja, wir haben Teile des Marktes, die ueberbewertet waren/sind, aber keinesfalls schlimmer als zur Jahrtausendwende?!)

    Aber Charts und Publikationen dieser werden ja auch so aufbereitet, um marketing-getriebene Ueberzeugungen zu untermauern …

    LG Joerg

    PS: ich finde gut, dass ein bisschen heisse Luft abgelassen wird. Gefahr: Knall.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Joerg

      “Viele sind alarmistisch ausgefuehrt, so wie wir es von nominalen AktienIndex-Charts kennen, statt “richtig” logarithmisch aufzutragen:”

      Machen Sie das auch auf Wetter-Webseiten und beschweren sich, die Celsius-Skala für Temperaturen sei “falsch” und die Fahrenheit-Skala sei “richtig”? ;)

      Per se ist eine logarithmische Skala weder besser noch schlechter als eine lineare. Der Unterschied ist halt nur, dass auf einer logarithmischen Skala eine Zunahme mit einer gleichbleibenden *prozentualen* Wachtumsrate pro Zeiteinheit als Linie abgebildet wird und auf einer linearen Skala eine Zunahme um einen gleichen konstanten Wert pro Zeiteinheit als Linie herauskommt. Das sind unterschiedliche Darstellungsformen, aber das eine ist nicht “gut” und andere nicht “schlecht”.

      Und wieso sollten zum Beispiel “Flows into Global Equity Funds” oder “Margin Debt Balances” unbedingt auf einer logarithmischen Skala dargestellt werden? Glauben sie, dass die in absoluten Beträgen ausgedrückt um so schneller wachsen, je größer die schon sind, so wie Bakterienkolonien in einer Petrischale und Sie auf einer logarithmischen Skala daher schön eine Wachstumsrate erkennen könnten und die viel interessanter ist als absolute Veränderungen? Dafür fällt mir kein besonders plausibler Grund ein – bei Margin Debt Balances zumindest nicht, solange die Zinsen auf diese Schulden nahe Null sind.

      Diese Beschwerden sagen mehr über Ihre eigene Stimmung aus als über das, was der Inhalt Ihrer Meinung nach zu sein scheint. ;)

      Antworten
      • Markus
        Markus sagte:

        @RO:
        Ich gebe ihnen größenteils Recht. Aber manchmal passt einfach logarithmisch besser, z.B. wenn die darunterliegende Größe exponentiell wächst, wie das Geldwachstum.

        “Bakterienkolonien in einer Petrischale”

        Die wächst eher quadratisch :). Zumindest bei einer punktförmigen Impfung und vernachlässigbarer Substratdicke.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        Bzgl. der Skalierung (linear vs. logarithmisch): Es ist keine Frage von “richtig” vs. “falsch”, sondern “geeigneter” und “weniger geeignet” für die Interpretation der Daten. Da viele im allerweitesten Sinne monetäre Prozesse prozentualer Natur sind, eignen sich die logarithmisch skalierten Diagramme besser, um langfristige Zeitreihen zu interpretieren. Sonst hat man immer das Problem, dass die Änderungen am Ende der Zeitbetrachtung scheinbar riesig sind und zu Beginn winzig.

        Am besten alle Größen erstmal durch die globale Geldmenge teilen, sonst sind 40 Jahres-Zeitreihen monetär ohnehin schwierig zu interpretieren ;)

      • Joerg
        Joerg sagte:

        @Herr Ott, Danke fuer Ihren Beitrag, aber:

        ein AktienIndex waechst qua Machart exponentiell, deshalb sollte er stets im laengeren Zeitverlauf logarithmisch statt linear dargestellt werden.

        Ich dachte, das waere relativ bekannt (meine Fehlannahme), weshalb es als “Bild” fuer eine ungute Darstellungsform IM ALLGEMEINEN geeignet waere.
        Leider belehren Sie mich mit ihrem Temperatur-Gegen-Vergleich (da ist zu Recht eine lineare Skala angebracht), dass ich Sie ueberschaetzt habe, sorry ;-).

        Bei den einzelnen Charts (auch Flow into … und Margin Debt …) ging es mir nicht um eine per se logarithmische Darstellung (das haben Sie hinein interpretiert; es steht nicht da, bitte genau lesen), sondern um vernuenftige Bezuege wie zB auf Gesamt-MarketCap (nicht im nominalen, luftleeren Raum).
        Durch Bevoelkerungs-/Wirtschaftswachstum, durch Inflation, durch Ertragsthesaurierung in den Unternehmen machen nominale Vergleiche ueber die Zeit mE wenig Sinn, weil die Basis sich inzwi veraendert hat. Deshalb braechte eine Normierung in den Grafiken oben m.E. einen besseren Realitaetsbezug (weniger alarmistisch).

        LG Joerg

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Joerg
        “ein AktienIndex waechst qua Machart exponentiell, deshalb sollte er stets im laengeren Zeitverlauf logarithmisch statt linear dargestellt werden.”

        “Qua Machart” wächst nur ein Performanceindex exponentiell. Bei einem Kursindex ist das schon viel weniger zwingend. In den letzten Jahrzehnten ist das so passiert, aber wieso sollte das immer so sein? Von Mitte der 1960er Jahre bis Anfang der 1980er Jahre war es zum Beispiel nicht so:

        https://allstarcharts.com/wp-content/uploads/2013/05/5-3-13-dow-chart-long-term1.png (extra für Sie habe ich einen logarithmischen Chart ausgesucht)

        Wir hatten in den letzten 100 Jahren auf den westlichen Aktienmärkten dank Bevölkerungswachstum, hoch produktiver neuer Technologien und Globalisierung hervorragende Bedingungen für exponentielles Wachstum – aber ein Automatismus ist das nicht. Passen Sie auf, dass Sie Dinge nicht für selbstverständlich halten, obwohl sie in Wirklichkeit alles andere als selbstverständlich sind.

        “Leider belehren Sie mich mit ihrem Temperatur-Gegen-Vergleich (da ist zu Recht eine lineare Skala angebracht), dass ich Sie ueberschaetzt habe, sorry ;-).”

        Möchten Sie ein Kursraketen-Emoji anschauen, um sich ein bisschen zu trösten? 🚀 🚀 🚀

        “sondern um vernuenftige Bezuege wie zB auf Gesamt-MarketCap (nicht im nominalen, luftleeren Raum)”

        Wenn die These ist, dass die Märkte insgesamt überbewertet sind (“Die Zentralbank-Blase”), ist ein Bezug auf die Gesamtmarktkapitalisierung aber Blödsinn. Was wäre denn sonst ein “vernüftiger Bezug”? Die Geldmenge vielleicht? Die müssen Sie erstmal definieren. Die Zentralbankbilanzsumme? Da gehe ich schon eher mit, aber was die
        beispielsweise mit Fund Inflows zu tun haben soll, müssen Sie mir erklären.

        @ThomasM

        “Am besten alle Größen erstmal durch die globale Geldmenge teilen, sonst sind 40 Jahres-Zeitreihen monetär ohnehin schwierig zu interpretieren ;)”

        Langfristige Zeitreihen sind immer schwierig zu interpretieren, egal ob man durch die globale Geldmenge dividiert oder nicht. Da treten noch viel mehr Phänomene auf, die das Bild erheblich verkomplizieren und über die man einfach Bescheid wissen muss, wenn man keine Fehlinterpretationen riskieren will.

        Die Leute vergessen zum Beispiel andauernd, dass auch die USA eine Kriegswirtschaft mit Rationierung hatten und daher die Entwicklungen bestimmter Preise und Nachfragetrends in den 1940er Jahren mit den Zeiträumen vorher und nachher nicht sinnvoll vergleichbar sind.

      • Joerg
        Joerg sagte:

        @Hr Ott,

        zu “Wenn die These ist, dass die Märkte insgesamt überbewertet sind (“Die Zentralbank-Blase”), ist ein Bezug auf die Gesamtmarktkapitalisierung aber Blödsinn. Was wäre denn sonst ein “vernüftiger Bezug”? Die Geldmenge vielleicht? Die müssen Sie erstmal definieren. Die Zentralbankbilanzsumme? Da gehe ich schon eher mit, aber was die beispielsweise mit Fund Inflows zu tun haben soll, müssen Sie mir erklären.”

        Das finde ich eine interessante Diskussion. Was ist ein vernuenftiger Bezug? Das kommt auf die Vergleiche an, … darauf wollte ich ja hinaus! Gut dass wir uns hier treffen ;-)

        Leider ueberzeugt mich keines der Charts oben im Artikel als BEWEIS fuer eine “Zentralbank-Blase”.
        Zu komplex und vielschichtig und interdependent scheinen mir die Bezuege?

        Welches am ehesten? Ausschlussverfahren:
        – “Share buy backs” geben mE nix “starkes” her, v.a. bei Bezug auf S&P500 Indexstand zum jew. Zeitpunkt (klar, das niedrige Zinsen beim Aktien-Rueckkauf auf Kredit etw helfen)
        – “Flows into global equity funds” haengen sicher “auch” an der (globalen) Geldmenge. Aber auf einen vorherigen Invest-Stau in 2020, folgt halt ein kraeftiges Zurueckschwappen 2021, na und?
        Das war ein Herunterfahren der Wirtschaft mit Ansage (“Team Vorsicht”) und Lockerungen und Erleichterung (“Hurra, es ist nicht Ebola”) mit Klingeln.
        Und wegen Zins-Wueste geht halt mehr in Equities statt in Bonds, auch eine Binse (60/40 ist doof, hat jetzt der letzte gemerkt)?
        – “IPOs …” wie gesagt, die Anzahl ist uninteressant/eine Kruecke, die untergebrachten Volumina bereinigt zum S&P500 Index muessten es sein.
        – “Goldman Sachs Heissluft-Ballon-Index” und “Biggest Unicorns”, ja, hier ist eine Wirkung zu ueppiger Geldversorgung und niedriger Zinsen, mangelnde Alternativen wahrscheinlich sichtbar. Aber auch Spekulation der Lemminge! Anteil der ZBs?
        – “Total Enterprise Value of Zombies”, ist eben ein “Picture of fragility” (2tduln23cwlq1ckh2lboxt67-wpengine.netdna-ssl.com/wp-content/uploads/2021/12/g39n22c_r1.pdf) Ueberspekulation in HighTechs ohne Gewinne, aber welcher Anteil hat die FED? Gab es nicht schon frueher Uebertreibungen, als “Geld” wesentlich teurer war?
        – “Margin Debt Balances” schon oben besprochen: dividiert durch den S&P500 Index als Normierung waere es kein nach rechts aufsteigendes Gebirge mehr sondern eine gleichgipflige Bergkette?!
        – “Total Market Cap of Stocks >20x” ist die Ueberspekulation um die Jahrtausendwende (als es noch keine so immense Geldschwemme und niedrig Zinsen gab) erheblich groesser gewesen als 2021
        Natuerlich hilft niedriger Zins und Geldschwemme bei der Ueberspekulation, aber es ist nicht allein der Treiber?!

        Der Konsens der meisten Leser wird viell. sein: “Joa, die Zentralbanken haben ihre Rolle in dem Spiel” aber wie gross und zu welchem Anteil ist mE hiermit nicht zu belegen?!

        LG Joerg

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        Eine richtig große Blase müsste sich ja marktweit zeigen. Schauen wir uns einmal den breiten US-Markt mit dem S&P500 an und zwar anhand der Dividende:

        https://www.multpl.com/s-p-500-dividend-yield

        Wenn die Kurse unverhältnismäßig beim S&P500 gestiegen wären, hätte die Dividenden-Rendite unverhältnismäßig sinken müssen. (Einmal unterstellt, dass keine größeren Manöver gefahren werden, um die Dividende für *alle* S&P500-Unternehmen zu erhöhen.)

        Man sieht aber, dass diese vergleichsweise stabil ist seit fast 20 Jahren. Wenn wir das Absinken der Rendite ab 2020 alleine durch gestiegene Kurse interpretieren (also die grob vereinfachte Annahme, dass die Dividende überwiegend konstant blieb und nur die Kurse gestiegen sind) und dies als Anomalie werten, könnte man sagen, dass der S&P500 mit Blick auf die Dividende ca. 30% gegenüber dem historischen Trend der letzten 20 Jahre überbewertet ist (Yield 1,4 statt 2,0).

        Diese 30% entsprechen nun auch grob der Abweichung nach oben, wenn ich durch die (logarithmische, um beim Thema zu bleiben ;) Kursentwicklung des S&P500 (equal weighted) der letzten 10-15 Jahre eine Gerade lege und gucke, wie weit dieser aktuell nach oben abweicht.

        Jetzt ist es Definitionssache oder Geschmackssache, ob man diese 30% Abweichung gegenüber dem Trend der letzten Jahre als Blase bezeichnet oder ob man bis in die 70er zurückgeht und sagt, historisch ist der S&P500 doppelt zu teuer anhand der Dividende berechnet und noch einmal zu teuer, weil die Wachstumsaussichten nicht mehr wie in den 70ern sind.

        Gedanken hierzu?

        Es gilt vor allem: Die Blase erkennt man zuverlässig, nachdem sie geplatzt ist.

        Mich würde mal interessieren, welche Höhe der Überbewertung die Autoren im Sinn haben, die von Blasen sprechen. +30%? +50%? +90%?

        Das sollten sie eingangs mal sagen, denn womöglich ist es so, dass die Autoren “Vorsicht Blase” rufen, weil sie 30% Überbewertung messen, während der ein oder andere Leser denken würde “Och, 30%? Hab schon mehr Volatilität gesehen” und sich so die Parteien drüber streiten, ob es ein Blase ist oder nicht, obwohl beide die gleiche Überbewertung attestieren.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Joerg

        >Der Konsens der meisten Leser wird viell. sein: “Joa, die Zentralbanken haben ihre Rolle in dem Spiel” aber wie gross und zu welchem Anteil ist mE hiermit nicht zu belegen?!>

        Ein ANTEIL ist auch m. A. n. NICHT zu belegen.

        Daher finde ich den Titel mit „Die Ausmaße (!) der Zentralbank-Blase“ äußerst unglücklich gewählt, um es zurückhaltend auszudrücken.

        Denn der Titel suggeriert, dass Zentralbankgeld, die Blase gebildet hat.

        Dies ist nicht der Fall.

        Wenn ein DIREKTER Zusammenhang hergestellt werden kann, dann ist es m. A. n. einer über Zinsen.

        Dies betrifft NICHT das langfristige Zinsniveau, um dieser unseligen Debatte gleich den Boden zu entziehen.

        Es betrifft die ZINSEN, die STAATEN für die Begebung ihrer Anleihen zu zahlen haben.

        Diese sind deutlich gedeckelt durch direkte und indirekte monetäre Staatsfinanzierung.

        DIESE Zinsen KORRELIEREN mit den Renditen von Assets wie Aktien und Immobilien.

        Denn RATIONALEM Anlegerverhalten nach gilt (andere Erwägungen ausgeblendet, wie etwa Streuung etc.):

        Tief gehaltenen Zinsen für Staatsanleihen entsprechen geringe Renditen für diese Assets bzw. rechtfertigen deren hohe Preise.

        Das ist die „Rolle“, die ich bei den Notenbanken für die Blase der Assets erkennen kann.

  4. Thomas M.
    Thomas M. sagte:

    Bei den eindrucksvollen Diagrammen muss man bedenken, dass viele die exzessiven Randphänomene betrachten. In der “Mitte” geht es nicht so crazy zu.

    Aber einmal anders betrachtet: Viele richtig gute Gründe, die Zinsen dauerhaft niedrig zu halten oder sukzessive noch weiter zu senken.

    Denn wie wir hier sehen:
    Hält das die Aktienrückkäufe am Laufen, damit die Kurse schön aussehen, die Besicherung der Kredite der Aktienhalter nicht schwindet und generell die Stimmung gut ist…
    Ermöglicht IPOs und SPACS zu hohen Preisen und damit die nächste Runde der Private Venture Capital-Finanzierung von Zukunftstechnologien…
    Hält Zombie-Unternehmen und deren Zulieferer am Leben und damit die Beschäftigten in Lohn und Brot… vielleicht sind dadurch sogar manche Preise im Markt günstiger und quasi-subventioniert…
    Bringt den sich zur Ruhe setzenden Aktienhaltern ordentliche Gewinne und damit dem Staat Steuereinnahmen und Trickle-Down-Geld für die nachrückende noch arbeitende Generation.

    Ich frage mit einem Augenzwinkern: Wer will denn da die Zinsen erhöhen und Geld teurer machen??? Unverantwortlich.

    Antworten
  5. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Warum kaufen Unternehmen ihre eigenen Aktien zurück ANSTATT die Gewinne bzw. aufgenommenen Kredite zu investieren?

    Sie tun es, weil sich mit Investitionen KEINE hinreichende Rendite erwirtschaften lässt.

    Warum ist das so?

    Der Konsum ist im VERHÄLTNIS zu dem bestehenden Sachvermögen (produktiven und anderem) zu gering.

    Was tun?

    MEHR Konsum:

    Wird bereits mit erheblichem Einsatz der Fiskalpolitik versucht (Schecks in USA, Ausbau des Sozialstaats bei uns).

    ABBAU des bestehenden Sachvermögens:

    Ist schon auf die Wege gebracht mit der Abschaltung und Entwertung von AKWs, weiterer Abbau wird mit der Stilllegung konventioneller Energieerzeugung folgen.

    UMBAU des bestehenden Sachvermögens:

    Ist gerade mal angedacht, kommt noch, Umstellung des Produktivvermögens auf Wasserstoff und elektrische Energie, „Ertüchtigung“ des Immobilienbestands.

    LOGISCH?

    Selbstverständlich, ist ECO 100.

    KOSTEN der Transformation?

    Unbekannt, aber mit Sicherheit SEHR HOCH.

    Wer trägt sie?

    STEUERZAHLER und VERBRAUCHER.

    Hat man sie gefragt, ob sie die Kosten tragen wollen?

    Nein.

    Muss man auch nicht, denn sie WERDEN sich MELDEN.

    Dann, wenn ihnen die RECHUNG präsentiert wird.

    Dauert nicht, die ersten werden bereits ausgestellt.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      “STEUERZAHLER und VERBRAUCHER. Hat man sie gefragt, ob sie die Kosten tragen wollen?
      Nein.”

      Moment mal, hatten Sie gestern nicht noch argumentiert, dass unsere neuen grünen Planwirtschaftler und Gelddrucker von einer Mehrheit der Bevölkerung gewählt wurden und deshalb doch alles so wie es ist seine gute Ordnung habe?

      Oder wollen Sie auf die Pointe hinaus, dass die meisten Wähler von SPD und Grünen entweder Rentner oder Beamte beziehungsweise andere Staatsangestellte sind und die daher per Saldo keine Netto-Steuerzahler sondern staatliche Zuwendungsempfänger sind?

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Wo Sie wieder Probleme sehen!

        Von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt zu werden, das Mandat auszuüben und dann dieser eine Rechnung zu präsentieren, ist NORMAL für Politik und Gesellschaft.

        Ich sage nur:

        Dieses Mal wird die RECHNUNG extrem HOCH.

        Daher wird es Reaktionen darauf geben, vielleicht auch EXTREME.

        Jedenfalls insofern, als business as usual mit Bundestagswahlen 2025 m. A. n. nicht erfolgen wird.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Dieses Mal sind unsere Regierungen erstaunlicherweise auch dumm genug, während einer selbst auferlegten grünen “Transformation” der ganzen Industrie und Inflationsraten auf 30-Jahres-Höchstständen auch noch einen Konflikt mit Russland eskalieren zu lassen.

        “Dieses Mal wird die RECHNUNG extrem HOCH. Daher wird es Reaktionen darauf geben, vielleicht auch EXTREME.”

        Erinnern Sie sich noch an 2014? Da ging im Herbst in Dresden die “PEGIDA”-Bewegung los, und einer der Anlässe damals insbesondere dafür, dass die bösen Spaziergänger damals “Lügenpresse” riefen war die Berichterstattung der Staatsmedien aber auch der kommerziellen Medien in Deutschland über den Bürgerkrieg in der Ukraine seit Februar des gleichen Jahres.

        Verglichen mit dem, was der Regierung bei 5% Inflation (vor der “Nichtzertifizierung” von Nordstream 2), locker 2 bis 3 Millionen Migranten mehr im Land und einer neuen Eskalation in der Ukraine droht, war PEGIDA damals ein Kindergeburtstag. Und eine durchgeknallte Klimasekte hatten wir damals auch noch nicht.

        Und es wird nicht mehr so viele Unterstützer der Regierungslinie geben wie 2014, dafür hat der Staat in den letzten Jahren eine Menge Sympathie und Glaubwürdigkeit verspielt.

        Aber auch da hilft eine aus der DDR und der Impfkampagne bewährte Methode: Für jeden, der von der “Zivilgesellschaft” der SPD-Vorfeldorgansisationen veranstalteten Pro-Scholz-Demonstration geht, gibt es eine leckere Bockwurst gratis. :D

  6. Wolfgang Selig
    Wolfgang Selig sagte:

    bto: “Alles normal, weil das Geld nichts kostet? Ich habe meine Zweifel.”

    Nein, normal ist es nur, bis eine herdengetriebene Angst einsetzt.

    Wie sagte ein berühmter US-Investor einst?: “I don´t worry about the return ON my money, but on the return OF my money.”

    Wenn die nominalen Zinsen gemeinsam mit der Inflation steigen, werden etliche Unternehmen pleite gehen.

    Um mit Warren Buffet zu sprechen: “Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer ohne Badehose ins Meer gegangen ist.” Und wer jetzt schon dauerhaft keinen Gewinn macht, dem fehlt im übertragenen Sinn die Badehose.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Wolfgang Selig

      “Wenn die nominalen Zinsen gemeinsam mit der Inflation steigen”

      Nicht “wenn”, sondern “falls”.

      Wär doch echt peinlich, wenn man plötzlich sieht, wer alles gar keine Hose an hat. Glauben Sie, Madame Lagarde tut ihren Freunden diese Demütigung an? Außerdem haben wir jetzt Ukrainekrise, da brauchen die europäischen Staaten besonders viel billiges Geld, um “Menschenrechte” und “Demokratie” zu verteidigen. :D :D :D

      Motivieren könnte Lagarde höchstens, dass Herrscher in der französischen Geschichte öfters ihren Kopf verloren, wenn sie wirtschaftliche Probleme nach Auffassung des ungewaschenen stinkenden dummen Pöbels nur unzureichend lösten. Nur ohne Hose dazustehen, klingt dann plötzlich gar nicht so schlecht.

      Antworten
      • Wolfgang Selig
        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Ott: wenn, nicht falls. Allerdings ist die Schmerzgrenze extrem hoch, das würde ich Ihnen zugestehen. Meine Sorge ist nur, dass als Nebeneffekt die politische Mitte pulverisiert wird.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Selig

        “Meine Sorge ist nur, dass als Nebeneffekt die politische Mitte pulverisiert wird.”

        Tja, das haben Inflationsszenarien so an sich.

        Aber machen Sie sich keine Sorgen, unsere Regierungen werden die politische Stabilität durch neue autoritäre Maßnahmen sicherstellen, um “das Volk zu schützen”. Sie haben doch in den letzten 2 Jahren gesehen, wie eifrig das angenommen wird, wenn die Regierungen nur genug Angstpropaganda betreiben.

      • Wolfgang Selig
        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Ott:

        Sie schreiben: “Aber machen Sie sich keine Sorgen, unsere Regierungen werden die politische Stabilität durch neue autoritäre Maßnahmen sicherstellen, um “das Volk zu schützen”.

        Das klappt nur, wenn die Kaufkraft der “Schützenden”, also von Soldaten, Polizisten, Justizangestellten und Richtern nicht komplett den Bach runter geht. Wer schon mal in einem Land war, in dem ein Polizist einen “Nebenverdienst” zur Ernährung seiner Kinder braucht, weiß, wovon ich rede. Quis custodiet custodies? , fragten die Römer in solchen Fällen. Wer bewacht die Wächter? Ich kann nur dringend davor warnen, das Problem von Regierungsseite auf die leichte Schulter zu nehmen. Wir haben Anfang 1933 erlebt, wohin sich das Wahlverhalten einer Bevölkerung in lange dauernden schlechten Zeiten entwickeln kann. Wenn dann nur Autoritäre regieren, kann man fast noch von Glück reden. Es können auch brutale Fanatiker sein, und das wollen wir doch wohl nicht hoffen.

  7. @foxxly
    @foxxly sagte:

    in diesen schuldgeldsystem sind die gelddrucker-banken (geschäfts- u. notenbanken), gezwungen mehr geld zu drucken, als es dem wirtschaftswachstum entspricht.

    ob der gelddruck in diesen hohen ausmaße stattfinden muss, bezweifle ich. aber,

    ein mehrdruck ist notwendig durch, zb. etc.
    – zinslasten der kredite
    -sparkapital, welches nicht in die produktiven wirtschaftsteil zurückfließt
    -dem hohen anteil an nicht-wertschöpfenden größen, wie zb.
    -genderpersonal auf allen administrations-ebenen
    -ein auskommen sichern ohne wirkliche und entsprechende gegenleistungen. (rentner haben gegenleistungen erbracht)
    -eine wertsteigerung zb. immoblien, dem keine leistung entgegensteht.
    -kredite für existenzbedrohe länder und aufstrebende etc., – deren gegenleistung nicht da ist, oder durch andere maßnahmen (billigeinfuhren), behindert wird.
    – die frage ist, ob sehr hohes einkommen nicht generell eine dissfunktion zwischen produktiver leistung und bezahlung ist, aber eine geldmengenausweitung erfordert? ich denke schon.

    all diese kosten, welche nicht der realen wertschöpfung entsprechen, müssen weit überwiegend von der realwirtschaft bezahlt werden.

    fazit: der systemfehler in schuldgeldsystem dürfte den größte anteil haben. dazu kommen administrative/staatliche lenkungen und fehler, dazu.
    ein systemfehler ist, dass jedes stück geld ein kredit ist und damit auch arbeitsleistung zur kreditschuld wird.
    und dabei das unlösbare entsteht, dass wir uns mit diesen system niemals aus der kreditschuld herausarbeiten können.

    Antworten
  8. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    bto: “Unternehmen haben so viele eigene Aktien zurückgekauft wie noch nie. Das tun sie meistens auf Kredit, um so die Gewinne pro Aktie (deren Anzahl sinkt) zusätzlich zu steigern”

    Das funktioniert auch in die andere Richtung. Wenn die Unternehmen Verluste machen, dann steigt durch so ein Aktienrückkaufprogramm der Verlust pro Aktie. Aber pssst, nicht verraten. ;)

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