Deutsche Bank: Nirgendwo gibt es was zu verdienen

In „30 Prozent Minus mit US-Aktien?“ habe ich die Studie von GMO zu den langfristigen Ertragserwartungen am US-Markt zusammengefasst, die ausführlicher bei bto war: GMO: magere Aussichten für die US-Börse.

Die Deutsche Bank hat eine neue Studie vorgelegt, die ich an anderer Stelle noch ausführlicher besprechen werde. In der Studie werden nach ähnlicher Methode wie der von GMO die künftigen Erträge verschiedener Assetklassen projiziert. Die Ergebnisse sind erschütternd: Wo soll man da noch investieren?

Quelle: Deutsche Bank

Sicherlich nicht in US High Yield! Denn da kann auch noch einiges schief gehen.

 

Kommentare (13) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Ralf Richter sagte:

    Eine Frage in die Runde: Wenn alles nominal mit negativer Rendite bewertet wird, wäre es dann ggf. sinnvoll das Geld auf einem Tagesgeldkonto zu parken? Die Rendite ist zwar lausig, aber nominal noch nicht negativ.

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    NW sagte:

    Seit 100 Jahren fliehen US-Investoren bei (deutlichen) Aktienmarktkorrekturen in Gold als „safe haven“, s. hier (Log Scale):

    http://www.macrotrends.net/1378/dow-to-gold-ratio-100-year-historical-chart

    Die Prognose der DB muss also als „this time is different“ gelesen werden: Denn für US equities UND Gold wird ein gleichzeitiger (!) ca. 20%-iger Preisrückgang erwartet für die nächsten 3 Jahre.

    Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario?

    Persönlich sehe ich keinerlei Anzeichen dafür, dass die Einschätzung von (institutionellen) Investoren zu Gold als „store of value“ sich fundamental verändert hat. Gleichzeitig sind Aktien und Bonds aktuell wesentlich stärker korreliert als in der Vergangenheit – die meisten Bond-Typen als „safe haven“ somit nicht attraktiv.

    Ja wohin soll man denn dann „fliehen“, sollten die Aktienmärkte innerhalb der nächsten 3 Jahre (endlich) korrigieren?

    M.E. wird Gold eines der (wenigen) Assets sein, dass dann im Preis zulegen wird – „this time won’t be different“! Ach ja, und dass die US-Aktienmärkte in den nächsten 3 Jahren „nur“ 21% fallen werden, daran glaube ich auch nicht. Wahrscheinlich zuviel bto gelesen ;-)

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      jobi sagte:

      „Gleichzeitig sind Aktien und Bonds wesentlich stärker korreliert ..“
      Ganz genau. Also WENN diversifizieren, dann zwischen Gold auf der einen und Papier auf der anderen Seite (für die unverbesserlichen Optimisten, die trotzdem noch irgendwie auf ein Wunder hoffen ..)

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    Wolfgang Selig sagte:

    Was mir unverständlich erscheint ist der prognostiziere Return bei realen assets wie Öl und Gold. Wie wird das ermittelt? Im Zweifel habe ich hier einen langfristig knapp werdenden endlichen Vermögenswert ohne Kontrahentenrisiko im Vergleich etwa zu bonds. Meine Entscheidung wäre da schnell getroffen, wenn es um langfristige Anlagen geht.

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    Michael sagte:

    S.g. Herr Dr. Stelter, Sie haben an anderer Stelle über die hohen Cash-Reserven der US-Konzerne berichtet. Diese relativieren aus meiner Sicht die hohen Bewertungen zumindest teilweise. Ich sehe hier einen gewissen Widerspruch ?

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      MFK sagte:

      Eigentlich nicht. Bei Aktien ist der Substanzwert i.d.R. unerheblich, hier kommt es auf die abdiskontierten zukünftigen Erträge an. In diese fließen die Erträge aus den angelegten Cash Reserven ein. Nun könnte man annehmen, dass die Cash Reservem irgendwann in der Zukunft investiert werden und dann einen am ROCE orientierten Ertrag erwirtschaften, der höher ist als der derzeitige. Das muss aber nicht so sein. Die hohen Cash Reserven sind auch dem derzeitigen Steuersystem der USA geschuldet. Können die im Ausland liegenden Cash Reserven repatriiert werden, ist unklar, was dann mit ihnen passiert. Sie könnten bsw auch an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Oft ist es aber auch so, dass derartige Reserven vom Management einfach verspielt werden. Hierfür sind besonders deutsche Konzerne prädestiniert. Ich verweise auf Daimler etc.

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    Felix Kurt sagte:

    dann zitiere ich mich hier mal selbst, um auf ein paar Unterschiede hinzuweisen: (vgl. BTO am 18.9. und die Grafiken zum GMO-Artikel am 11.9., die Daten zur Wertentwicklung habe ich wegen der paar Tage nicht aktualisiert)

    „Der interessante GMO-Artikel wurde am 11.9.2017 hier ja schon mal vorgestellt (11.9.2017: GMO: Magere Aussichten für die US-Börsen) und die dazu gezeigten Grafiken bieten viel Information.

    Dazu folgende Anmerkungen, weil es hier um dasselbe Thema und dieselbe Quelle geht:

    Exhibit 1: S&P 500 Return Composition (vgl. Beitrag vom 11.9.)
    Die Returnkomponente “Multiple” (=Bewertung bzw. Bewertungsmultiplikator) ist von einem Tief (!!!) in 2009, also von dem Tiefpunkt des Marktes im Zuge der Finanzkrise wieder auf den langjährigen Durchschnittswert seit 1970 zurückgekert und weit entfernt von den exzessiven Bewertungen vorangegangener Bearmärkte wie z.B. 2000 – 2003.
    Die isolierte Betrachtung seit dem quasi historischen Tief 2009 (und immer noch sehr tiefen Niveau in 2010), dem gewählten Bezugszeitpunkt in diesem Artikel, lässt wohl nicht auf den ersten Blick zu, von einer dramatischen bewertungsgetriebenen Blase am Aktienmarkt zu sprechen. Man könnte auch sagen: Die exzessive Untertreibung von 2009 hat sich wieder normalisiert.

    Ein weiterer m. E. oft nicht bemerkter Punkt, weil immer sehr pauschal über Aktien im Zusammenhang mit Blasen geschrieben wird:

    Die Entwicklung der Aktienmärkte ist seit 2000, also seit dem Platzen der DOT.COM-Blase (einhergehend mit der ENRONITIS, also ausgelöst durch die ENRON-Pleite, und dem Thema Bilanzfälschungen, z. B. Worldcom-Pleite und ähnlichen Fällen auch in Europa) sehr unterschiedlich:
    Der Dow Jones Industrials Index ist ca. 85% über seinem Niveau von 2000,
    Der S&P 500 ist ca. 60% über dem 2000er-Stand
    Im GEGENSATZ dazu:
    Der DAX-Kursindex ist ca. 8% UNTER dem 2000er-Niveau (!!!! Vergleichbar, weil alle anderen genannten Indizes Kursindizes sind)
    Der STOXX 600 Kursindex ist ca. 7% UNTER seinem 2000-Nivau
    Der Euro-STOXX 50 Index ist ca. 45% UNTER dem 2000-Niveau

    Es stellt sich also die Frage, ob wir in einer synchronen Übertreibung aller großen Märkte sind oder nicht?
    Ein Crash in den USA würde uns ebenfalls treffen, die Frage ist aber ob genauso stark oder deutlich weniger?

    Schauen wir uns die Wertentwicklung großer Aggregate nach Anlagekategorien an:
    Dazu zitiere ich aus dem neuen Monatsbericht September der Bundesbank zu Investmentvermögen:
    „Erstmals veröffentlicht werden Performance- Indizes für Wertpapier- Publikumsfonds. Seit Anfang 2010 erzielten diese einen Wertzuwachs von 54%. Nach Kategorien untergliedert erreichten Aktienfonds einen Wertzuwachs in Höhe von 100%, Rentenfonds von 26% und gemischte Wertpapierfonds von 31%.“
    Wenn es also jetzt zu einem 30%-Crash bei Aktien käme, dann wären die Anleger in Aktienfonds seit 2010 immer noch mit 40% im Gewinn.“

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