Gedanken zur Klima­politik

Morgen kommt die neue Ausgabe meines Podcasts. Und wie im letzten Podcast geht es wieder um die Energiewende, wo mein Gespräch mit dem Energie-Ökonomen Dr. Lars Schernikau zu breiten und durchaus streitbaren Diskussionen führte, die in einer weiteren Folge nach den Sommerferien im Mittelpunkt stehen werden. Grund genug, meine Gedanken zum Thema „Klimapolitik“ nochmals zusammenzufassen:

  • Ich weiß, dass die These von der menschengemachten Klimakrise umstritten ist. Ich habe auch gelesen, wie die 97-prozentige Zustimmungsquote zu der Aussage berechnet wurde. Dennoch habe ich beschlossen, die These des menschengemachten Klimawandels und der Rolle von CO2 in diesem Zusammenhang als gegeben anzunehmen.
  • Darauf basierend geht es mir ausschließlich darum, wie Deutschland einen Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstoßes in der Welt beitragen kann.
  • Dabei geht es mir um die ökonomischen Grundsätze von Effektivität (also bringt die Maßnahme etwas) und Effizienz (bekommen wir pro Euro den maximalen Effekt).
  • Und dies betrachte ich mit Blick auf ein Land, dessen Anspruch es sein sollte, mehr als zwei Prozent (nämlich den heutigen Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen) zu reduzieren. Schließlich sind wir eine Technologienation.

Zu den Problemen der heutigen Politik

  1. Es gibt einen einseitigen Fokus auf das Vermeiden von CO2, aus dem abgeleitet wird, dass wir „unser Leben ändern“ und „verzichten“ müssen. Meines Erachtens ist das falsch, weil es mit zunehmendem Verzicht zu immer größerer Unzufriedenheit kommen wird. Vor allem dann, wenn dieser mit Wohlstandsverlusten in Deutschland verbunden sein wird und das ohne den erwünschten Klimaeffekt, weil Arbeitsplätze und CO2-Ausstoß nur an anderen Orten sind. Auch dürfte es eine andere Flucht geben, nämlich die jener, die es sich leisten können, in weniger restriktive Länder. Um es klar zu sagen: Verzicht wird nur mit Zwang funktionieren, was ab einem bestimmten Punkt die Bürgerfreiheiten einschränkt.
  2. Es gibt eine ineffiziente Mittelverwendung. Ich habe das ausführlich schon hier besprochen: → hartaberfair zur Klimapolitik: was ich gern gesagt hätte. Wir fördern bei der Gebäudesanierung jenes, was am teuersten ist und am wenigsten bringt. Wir haben 82 Milliarden Euro ausgegeben für die Förderung der Fotovoltaik und damit rund zwei Prozent des hiesigen CO2-Ausstoßes gespart – und eine Industrie für China gefördert. Wir zahlen 40 – eher wohl 80 Milliarden – für den Ausstieg aus der Kohle, während andere Länder wie UK dies mit Abgaben hinbekommen und sogar Geld einnehmen.
  3. Es ist zudem eine ineffektive Mittelverwendung. Im Falle des Kohleausstiegs führt es über günstigere Zertifikatspreise nur zu einer Verlagerung der Emissionen in das Ausland. Der Effekt für das Weltklima ist also null. Nur bei uns wurde viel Geld ausgegeben. Im Ranking des Weltwirtschaftsforums belegen wir einen der hinteren Plätze, wenn es um die erneuerbaren Energien geht, nachdem wir schon bis heute mehr als 200 Milliarden dafür ausgegeben haben und bis 2025 insgesamt rund 500 Milliarden, mehr als 6.000 Euro pro Kopf der Bevölkerung.

Nun könnte man meinen, die Politik hat aus diesen Fehlern gelernt. Weit gefehlt, wie das Klimapaket der Bundesregierung zeigt. So schrieb ich bei Cicero → Die neue deutsche Planwirtschaft

  • Anheben der Pendlerpauschale: Will man Menschen dazu anreizen, weniger Benzin oder Diesel zu verbrauchen, ist es naheliegend, den Preis dafür zu erhöhen. Erhöht man im Gegenzug die Pendlerpauschale, ergibt sich nicht der gewünschte Effekt. Letztlich ist es dann nur eine Umverteilung von der linken Tasche in die rechte Tasche. Besser wäre es, allen Bürgern mehr Geld zur freien Verfügung zu lassen. Vielleicht würde ein Pendler sich dann eine Wohnung in der Stadt leisten können und müsste gar nicht mehr pendeln.
  • Begrenzen der Umlagefähigkeit: Die Politik will die gestiegenen Heizkosten nicht einseitig bei den Mietern anfallen lassen, sondern den Vermietern einen Anteil der Kosten übertragen. Vermutlich erfolgt das über eine prozentuale Beteiligung des Vermieters an den Kosten für Öl oder Gas. Was theoretisch einen Anreiz für Investitionen des Vermieters schaffen soll, dürfte sich in der Praxis als Investitionsbremse herausstellen. Denn selbst mit dieser Regelung ist es wirtschaftlich für die meisten Vermieter nicht attraktiv, diese Investitionen zu tätigen. Die Ersparnis ist schlichtweg auf absehbare Zeit noch zu gering. Gepaart mit Mietpreisbremse und Mietendeckel wird es damit für private Vermieter immer unattraktiver, in ihren Bestand zu investieren. Sie werden vielmehr versuchen, durch Einsparungen an anderer Stelle den Einnahmenausfall wettzumachen.
  • Steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierung: Zwar soll die energetische Erneuerung bei Gebäuden steuerlich gefördert werden und dies sogar „technologieoffen“, doch steht die Förderung in keinerlei Relation zu den erforderlichen Investitionen. Wer beispielsweise für 200.000 Euro die Fenster erneuert, darf – so die Idee – auf drei Jahre verteilt in Summe 40.000 Euro von seiner Steuerschuld abziehen. 160.000 Euro bleiben also das eigene Investment, das sich auf absehbare Zeit nicht lohnt. Ohnehin dürften die Preise von Fenstern und anderen Materialien wie schon bei früheren ähnlichen staatlichen Programmen um mindestens diese Steuerersparnis steigen, was das Ganze noch unattraktiver macht.
  • Erhöht werden die Zuschüsse für die energetische Sanierung, ohne allerdings etwas an der Tatsache zu ändern, dass wir schon heute „das am stärksten fördern, was am teuersten ist und am wenigsten bringt“, wie Mieterbund und Hauswirtschaft kürzlich in einer gemeinsamen Studie feststellten. Das Gegenteil von effizient und effektiv.
  • Verbot von Ölheizungen: Abgesehen davon, dass sich das Klima wohl nicht so schnell so stark erwärmen dürfte, dass wir nicht mehr heizen müssen, dürfte es nicht möglich sein, überall auf Ölheizungen zu verzichten. Warum sollten wir das auch tun, gibt es doch bereits erfolgversprechende Versuche, mit Algen im Meer völlig klimaneutral synthetische Kraftstoffe herzustellen. Was spräche dagegen, diese zu verwenden? Hier weiß die Politik wieder einmal besser, welche Technologie sich durchsetzt. Doch woher? Übrigens: Bei Neubauten liegt nach Daten des Statistischen Bundesamtes der Anteil der Ölheizungen bei 0,6 Prozent.
  • Elektroauto als Lösung: Sieben bis zehn Millionen Elektroautos sollen bis 2030 auf deutschen Straßen rollen, ungeachtet der ungelösten Frage, woher der Strom kommen soll und zudem ohne Rücksicht auf die durchaus vorhandenen ökologischen Nebenwirkungen dieser Technologie. Steuerlich profitieren vor allem jene davon, die sich dann große Hybridautos kaufen, die im Benzinbetrieb nach Tests deutlich mehr ausstoßen als reine Diesel oder Benziner, auch weil sie deutlich schwerer sind.
  • Batteriefabrik: Passend dazu soll der Aufbau einer eigenen Batterieproduktion gefördert werden. Würde sich das lohnen, hätten die hiesigen Automobilhersteller sicherlich auf eigene Initiative gehandelt. Ein weiteres mögliches Milliardengrab wie bei der Solarindustrie zeichnet sich ab.
  • Stärken des Schienengüterverkehrs: Das ist ein Beispiel für eine Maßnahme, die die Politik schon seit Jahren hätte angehen können. So haben die Schweizer mit dem Gotthard-Tunnel (in der Zeit und im Budget!) ihre Hausaufgaben für die Route Rotterdam-Genua gemacht, und selbst die Italiener sind schon recht weit. Deutschland hingegen liegt hier Jahrzehnte zurück. Verantwortlich? Richtig, genau jene, die heute das Klima retten wollen.
  • Erhöhen der Luftverkehrsabgabe: Obwohl der innerdeutsche Flugverkehr nur für 0,3 Prozent des CO2-Ausstoßes hierzulande steht, eignet er sich für Symbolpolitik. Denn nur so kann man die Erhöhung der Luftverkehrsabgabe betrachten, ist doch der Effekt garantiert null. Warum? Der Flugverkehr unterliegt schon heute dem europäischen Zertifikatehandel. Die geringere Nachfrage in Deutschland wird den Preis dieser Zertifikate senken, wovon dann vor allem ausländische Fluggesellschaften profitieren. Statt bei uns fallen die Emissionen dann dort an.
  • Kfz-Steuer: Ähnlichen Symbolcharakter hat die Orientierung der Steuer am CO2-Ausstoß von PKW. Eigentlich erfolgt die Besteuerung schon an der Tankstelle. Aber es muss wohl sein, dass der Käufer eines „Spritfressers“ mehr bezahlt, auch wenn er diesen nur an wenigen Wochenenden benutzt. So soll dann soziale Ausgewogenheit signalisiert werden, in Wahrheit führt es zu unnötiger Bürokratie. Richtiger wäre, die Kfz-Steuer abzuschaffen und die Abgaben nur noch am tatsächlichen Kraftstoffverbrauch auszurichten.

Dabei ginge es besser. Berechnungen des BDI (konkreter: meiner Ex-Kollegen von BCG im Auftrag des BDI) kommen zu folgender Aussage: „Insgesamt wären zur Erreichung der deutschen Klimaziele Mehrinvestitionen in Höhe von 1,5 bis 2,3 Billionen Euro bis 2050 erforderlich, also im Durchschnitt etwa 45 bis 70 Mrd. Euro pro Jahr. Bezogen auf das deutsche Bruttoinlandsprodukt bedeuten diese gesamten Investitionen im Durchschnitt einen Anteil von 1,2 bis 1,8 Prozent.“

Dabei basiert diese Rechnung auf der sehr wichtigen Annahme: „Die betrachteten Klimapfade sind volkswirtschaftlich kosteneffizient und unterstellen eine ideale Umsetzung unter anderem im Sinne sektorübergreifender Optimierung und ‘richtiger Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt’. Fehlsteuerungen in der Umsetzung – wie z. B. in der Energiewende durch Überförderungen und die Verzögerung des Netzausbaus beobachtbar – können die Kosten und Risiken erheblich steigen oder das Ziel sogar unerreichbar werden lassen.“ – Und damit haben sie sehr wohl recht! Und das macht am meisten Sorgen, wenn man auf die aktuelle Diskussion blickt.

Aber ein Ziel von zwei Prozent ist für ein Land wie Deutschland nicht ambitioniert genug. Eine Industrienation wie wir, sollte nicht zwei, sondern sechs oder zehn Prozent Beitrag anstreben! Der Politik fehlt jegliche Ambition.

Denn in Technologien liegt erhebliches Potenzial, schreibt auch der BDI: „Mehrere ‘Game-Changer’ könnten die Erreichung der Klimaziele in den nächsten Jahrzehnten potenziell erleichtern und günstiger gestalten (unter anderem Technologien für die Wasserstoffwirtschaft und Carbon-Capture-and-Utilization-Verfahren (…) Sie müssten allerdings mit Priorität erforscht und entwickelt werden.“

Was mich bei dem Thema „Technologie“ so traurig stimmt, ist, dass selbst sehr gebildete Bürger denken, es ginge nicht mit Technologie, sondern nur mit Verzicht. Kürzlich habe ich gelesen, dass man ja die Tötung von Walen zur Erlangung von Lampen- Öl nicht verhindert habe, indem man die Lampe etwas weniger hell einstellt (=Verzicht), sondern weil man stattdessen gelernt hat, Rohöl zu fördern und zu verarbeiten. So wird es auch diesmal sein.

Zwei Beispiele dazu. Zunächst der Bericht über eine neue Studie zur Nutzung von CO2 für produktive Zwecke: → Studie: Wiederverwertung von CO2 hat großes Potential

  • „(…) auf dem langen Weg zur dekarbonisierten Weltwirtschaft (wird) kein Weg daran vorbeiführen, die ganze technische Bandbreite auszunutzen – also auch Verfahren zur Speicherung und Verwendung von verbrauchtem Kohlendioxid (CO2) weiterzuentwickeln. In welchem Ausmaß das gelingen kann und in Ansätzen längst gelingt, haben Fachleute der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) in einer Studie zusammengetragen.“ – bto: Das ist jetzt allerdings Zufall, dass es erneut BCG ist, die hier rechnen.
  • „Die Zukunft für die Abscheidung, Verwendung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture, Utilization and Storage, CCUS) und dessen Wiederverwertung ist verheißungsvoll, das Potenzial für den Einsatz in der Industrie gewaltig. Dass die Verfahren trotz jahrzehntelanger Diskussionen bislang kaum Anwendung finden, sei vor allem den hohen Kosten geschuldet. Das aber ändere sich, denn immer mehr Länder führten eine systematische Bepreisung des CO2-Ausstoßesein. Deshalb suchten Unternehmen in der emissionsintensiven Industrie verstärkt nach Möglichkeiten, steigenden Abgaben aus dem Weg zu gehen.“ – bto: Deshalb ist es richtig, auf ein Preissignal zu setzen.
  • „An erster Stelle stünden Betriebe, die Gas, Ammoniak, Ethanol und andere petrochemische Erzeugnisse förderten, respektive verarbeiteten. Für sie lohne sich die Abscheidung und Weiterverarbeitung von CO2 im Verbrennungsprozess schon dann, wenn die Kosten je emittierter Tonne rund 25 Euro betrügen.“ – bto: Hier wird CO2 also genutzt und nicht freigesetzt. Das ist weit besser als nur Speicherung.
  • „(…) die Vereinigten Staaten seien in puncto CCUS-Technologien Vorreiter (…) Der Grund: Ausgerechnet im klimapolitisch gescholtenen Amerika (…) winkt Unternehmen gemäß 45Q-Regelung eine Steuergutschrift von 35 Dollar für jede Tonne CO2, die zur kommerziellen Nutzung weiterverarbeitet wird.“ – bto: Das ist ein schönes Beispiel für effizient und effektiv. Weit mehr als unsere Symbolpolitik, die sich zudem widerspricht.
  • „Wird eine Tonne dauerhaft unter der Erdoberfläche gespeichert, etwa in porösen Sandsteinschichten, gibt es sogar 50 Dollar Steuergutschrift. Darüber hinaus hätten Bundesstaaten rechtliche Hürden abgebaut, in Kalifornien beispielsweise für die Nutzung synthetischer Kraftstoffe im Transportwesen.“ – bto: Die Speicherung ist umstritten, könnte aber für den Übergang Zeit kaufen. Genauso wie die ebenfalls bei uns tabuisierte Idee, die Atomkraftwerke doch ein paar Jahre länger laufen zu lassen.
  • „Auf absehbare Zeit bieten die Vereinigten Staaten die besten Investitionsbedingungen (…) Die Steuergutschrift dürfte den amerikanischen Staat nach ihren Berechnungen mit jährlich rund 3 Milliarden Dollar zu stehen kommen, dafür aber in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von 40 Milliarden Dollar lostreten. Die potenzielle Einsparmenge in Amerika taxieren sie auf 70 Millionen Tonnen CO2 im Jahr.“ – bto: Zum Vergleich – wir haben 82 Steuermilliarden aufgewendet, um einen ungefähr gleich großen Effekt mit Fotovoltaik zu erzielen. Wer ist nun effizient? Wir sicherlich nicht.
  • „Langfristig aber sei mit deutlich höheren Einsparmengen durch CCUS zu rechnen, sind die Autoren überzeugt. Mit 16 Milliarden Tonnen im Jahr gehen sie noch mal deutlich über die von der Internationalen Energieagentur errechneten 9,4 Milliarden Tonnen im Jahr hinaus, die bis zum Jahr 2060 zum Erreichen des 2-Grad-Ziels vonnöten seien. Möglich machen dürfte es ein steigender CO2-Preis – im europäischen Emissionshandel, aber auch in China, wo vom kommenden Jahr an ein ähnliches Zertifikatesystem startet, wenn auch zunächst nur für die Betreiber von Kohlemeilern. Doch gerade für diese lohnen sich laut BCG-Studie Investitionen in CCUS schon von einem Tonnenpreis von 40 Dollar an. Ist er höher, werde es auch für Gaskraftwerksbetreiber sowie die Baustoff-, Aluminium-, Eisen- und Stahlindustrie rentabel; für Raffinerien und Hersteller von Zement sogar schon früher.“ – bto: Warum in aller Welt geben wir 80 Milliarden für den Kohleausstieg aus?

Nun zum zweiten Beispiel: „Diesel aus Abfall soll den Verbrennungsmotor retten“ ist dort zu lesen. Berichtet wird von dem finnischen Unternehmen Neste, das Diesel und Kerosin auf Basis von tierischen Fett-Abfällen entwickelt. Das Unternehmen wächst rasant und profitiert auch vom europäischen Zertifikatehandel. Das Klima profitiert.

Fazit

  1. Geld bitte ausgeben, um effiziente Technologien und die öffentliche Infrastruktur zu fördern – und nicht zur Abwicklung alter Industrien wie z. B. der Kohle.
  2. Belastungen über CO2-Zertifikate und dort wo noch nicht europaweit möglich über planbare Besteuerung.
  3. Erst in die Infrastruktur investieren, bevor man über Belastung umsteuert. Denn sonst trifft es vor allem jene, die eben nicht ausweichen können. Das ist sozial ungerecht und gefährdet die Akzeptanz für das Ziel.
  4. Ganzheitliches Konzept statt wirre Einzelmaßnahmen. Denn: Die Politik weiß es nicht besser als der Markt und hat das bewiesen!
  5. Deshalb auch technologieoffen sein! Nein, auch hier wissen Politiker nicht, was die Zukunft bringt. Deshalb sollte man Forschung fördern.
  6. Politik muss auch an die Effekte anderer Maßnahmen denken: Zuwanderung erhöht Wohnungsnachfrage. Wenn nicht gebaut wird, müssen die Preise steigen. Energetische Erneuerung kostet, wenn man diese Kosten nicht wieder einspielen kann als Vermieter (Umlage) und Mieter (weniger Energiekosten), dann passiert es gar nicht. Macht nur Sinn, wenn man so einen erhöhten Druck für Enteignungen aufbauen will. Bei der CDU denke ich, will man das (noch?) nicht.
  7. Abkehr von der schwarzen Null, durchaus auch mit der Bereitschaft, eine Finanzierung durch die EZB zuzulassen. Dann können wir die ökonomische Eiszeit und die klimatische Erwärmung in einem Zug bekämpfen.
  8. Klimaschutz statt Ideologie. Was beispielsweise zur Frage führen muss, ob wir doch die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern sollten? Keine neuen bauen, aber die vorhandenen nutzen? Die Schweiz hat das gerade beschlossen, Frankreich liegt auch wegen der Atomkraft viel besser beim CO2-Ausstoß als wir.

Das alles ist weder neu, noch revolutionär, noch vollständig. Aber das Problem ist, dass die Diskussion zu sehr aufgeheizt ist und es politisch als Instrument genutzt wird, um ganz andere Ziele gesellschaftlicher Art zu realisieren.

Kommentare (20) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Joachim Schultz sagte:

    Sehr geehrter Herr Stelter,

    ich habe meinen Weg zum Klima gefunden.

    1.Ziel: Effizienzsteigerung der eingesetzten Energie unter Berücksichtigung gleichbleibender Komfort.
    2. Maßnahmen: Austausch der Heizsteuerung und Aufzeichnung der Betriebszustände mit Datenlogger.
    3. Grundlage:Wärmeinhaltsformel,Mathematik und Physik
    4. Ergebnis: Der Nutzungs- oder Wirkungsgrad stieg von ca. 55% auf 80%.
    Schöne Grüße
    Schultz

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  2. Avatar
    Georg Z. sagte:

    Der Text auf dieser Seite ist von der gewohnten logischen Klarheit von BTO. Mir ist bisher kaum ein Beitrag von Ihnen aufgefallen, bei dem ich Ansatzpunkte für einen begründeten Widerspruch hätte finden können. Aus dieser Qualität fiel das Interview mit Herrn Schernikau leider völlig heraus.
    1) Herr Schernikau führte pro Kohle dann, dass es sie „heimisch“ gäbe. Angesichts des quälenden deutschen Kohle*förder*ausstiegs: Kräuselten sich bei Ihnen als Ökonom da nicht auch die Fußnägel?
    2) Herr Schernikau führte contra Gas an, dass der Methanausstoß bei Förderung und Transport von Erdgas möglicherweise das günstigere CO2-Verbrennungsergebnis von Erdgas überkompensiere: 8% nennt er da. Aber er bleibt Ihnen die Antwort auf die Frage schuldig, wie denn die Zahlen für Nicht-Fracking-Erdgas seien: Die habe keiner. Ist ein Argument ohne Zahlen nicht etwas dünn?
    3) Herr Schernikau erwähnt mit keinem Wort, dass Gaskraftwerke billiger zu errichten und besser zu modulieren sind als Kohlekraftwerke. Genau dieser Aspekt ist aber im Zusammenhang mit der Notwendigkeit, für die Erneuerbaren ein Backup zu schaffen, ausgesprochen wichtig: Niedrige Kapitalkosten für das Backup, und schnelle Bereitstellung.
    4) Geradezu vernarrt scheint er in die Idee, deutsche Kohlekraftwerke weltweit zu verschenken, um Kohlekraftwerke mit 30% Wirkungsgrad durch solche mit 45% zu ersetzen. Ja, das hilft. Es hilft, den CO2-Ausstoß im konkreten Fall um ein Drittel zu senken. Das ist für einen ersten Schritt viel, hilft aber nicht hin zu einer weitgehenden Neutralität. Unsere Meßlatte für staatliches Geld sollten wir höher legen.
    5) In den Akkus der Elektroautos (BEV) sieht er potentiellen Sondermüll, der absehbar wieder nach Afrika verschifft werden würde. Das ist verblüffend für jemanden, der mit Rohstoffen handelt und weiß, zu welchem hohen Anteil die Kosten der BEVs aus Rohstoffen bestehen. Und da soll sich Recycling nicht rechnen? Kobalt ist billiger aus der Grube als aus einem Akku zu gewinnen?Schon mit ein wenig Googlen kommt man – z.B. über den Artikel der FAZ zu den verschiedenen Aktivitäten z.B. von Umicore – zu der Überzeugung: Wenn die Akkus in größerem Stil als „Schrott“ anfallen, sind die Verfahren da.
    6) Und die Lösung? „Forschung, Ausbildung. Dann wird man schon in den nächsten 100 Jahren was finden“ (so frei gefasst die Zusammenfassung). Ist das nicht etwas arg dünn für das Urthema des Menschen „Woher Energie nehmen?“. Das Urthema des Menschens, für den der vielleicht größte Evolutionssprung die Entdeckung des Feuers war?

    Sorry, aber für jemanden, der sich in Ihrer Sendung das Wort „Unfug“ herausnimmt, möchte ich damit kontern: Dieses Interview war ein Trommelfeuer der Beleidigungen des Intellekts der Hörerinnen und Hörer!

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    Karsten Müller sagte:

    Die Idee der CCUS-Technologie ist hervorragend und könnte einen wertvollen Beitrag leisten. Jedoch hat sie einen großes Problem, es ist neue Technologie. Diese ist in Deutschland nur so lang geduldet wie sie nicht profitabel ist und als Forschung durchgeht. Sobald eine Technologie sich aufmacht annähernd Marktreif zu werden gibt es in Deutschland tausende Bedenkenträger die ganz genau wissen warum etwas nicht geht.
    Ich möchte hier nur einmal an die Glühlampendiskussion erinnern. Das war in den Augen vieler beteiligter das Ende der westlichen Zivilisation weil wir keine 100jährige unglaublich ineffiziente Technologie mehr nutzen durften. Ein ähnliches Bild ist heute das Elektroauto. Tesla ist weit vor den deutschen Autobauern und verweißt uns auf den uns zustehenden Platz. Wir haben dank üppiger Subventionen das Wettrennen als Werkbank gegen Polen gewonnen, was für ein Gewinn.
    Die jetzt tonangebende Generation verharrt in ihrer Lebenslüge des innovativen deutschen Ingenieurs. Nachdem sie bereits in den vergangenen Jahrzehnten es nicht geschafft hat Unternehmen von Weltrang hervorzubringen werden jetzt die Weichen gestellt um dies auch in den kommenden Jahrzehnten so weiterzuführen.
    Dem Fazit in diesem Artikel kann ich zustimmen, insbesondere dem Punkt 5. Die Frage ist jedoch ob man technologieoffen ist wenn man jeder Subventionsente der Industrie folgt oder sich unvoreingenommen anschaut was die Märkte machen. Allein ein kurzer Vergleich der Aktienkurse der deutschen Autobauer mit Tesla ergibt hier ein mehr als eindeutiges Bild.

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    weico sagte:

    @ Richard Ott

    „In synthetische Treibstoffe umwandeln geht natürlich auch, aber negative CO2-Emissionen erreichen Sie dadurch gerade nicht. Der Kohlenstoff bleibt damit ja im Kreislauf. “

    Negative CO2-Emission tönt,in Politikeraugen …zu NEGATIV.

    CO2 soll lieber „NEUTRAL“ im Kreislauf bleiben ,denn somit kann man mehrmals daran verdienen bzw. den Bürger „schröpfen“ .

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    weico sagte:

    @Dietmar Tischer

    „Internationaler Druck und Druck durch die Straße haben NICHTS mit Demokratie zu tun.“

    Wo sehen Sie das Problem ?

    Deutschland als G-7 Land ,zusammen mit Frankreich Deutschland und Italien (ebenfalls G-7 UND EU-Länder..) machen und führen ja gerade DIESEN „internationalen“ Druck an.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ weico

      >Deutschland als G-7 Land ,zusammen mit Frankreich Deutschland und Italien (ebenfalls G-7 UND EU-Länder..) machen und führen ja gerade DIESEN „internationalen“ Druck an.>

      Das ist ein berechtigter Einwand, die einzuordnen ist.

      Es ist der Druck von der Straße in vielen Ländern – Fridays for Future ist international – und unsere Straße, mit an der Spitze der Bewegung, erzeugt Druck bei unserer Regierung, die ihn international weitergibt.

      In den Abkommen, etwa Paris, werden die FORDERUNGEN vereinbart, die dann rückwirkend auf unsere und andere Regierungen wirken, weil sie unterschrieben wurden und dadurch als Verpflichtung politisch stark instrumentalisiert werden können.

      Unsere und andere Regierungen agieren insoweit in einer DOPPELROLLE – zuhause Getriebene, international Akteure und dann zuhause wieder Getriebene.

      Als ich kommentierte, dachte ich an die UNO-Klimagipfel, auf dem G. Thunberg die versammelten Regierungschefs der Welt anklagte mit „wie können ihr es wagen, mir mit ökonomischen Wachstum zu kommen“!

      Sie bekam Beifall dafür.

      Wie kann man solche Worte beklatschen, da man als Regierungschef doch weiß, dass es eine GLOBALE Katastrophe wäre, wenn es außer der ZUNAHME der Weltbevölkerung KEIN Wachstum gäbe?

      Sich so treiben zu lassen, heißt:

      Schuldig geworden sein – übrigens auch an G. Thunberg und ihresgleichen.

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        Alexander sagte:

        @farbige Revolution

        Niemand lässt sich treiben, es sei denn der Wähler.

        Anders als bei den diversen farbigen Revolutionen weltweit kommt unsere von oben und man bedient sich der Straße um sich zum Opfer zu machen…dass Frau Kanzlerin nicht jedem Druck von der Straße ihr Gehör schenkt, beweist sich ausdrucksvoll.
        Sie zieht damit gleich mit ihren Kollegen in Frankreich oder Spanien, nur dass bei uns Polizeigewalt noch nicht notwendig war.

        Die große Transformation Europas ist vereinbarte Sache und man hat sich kein direktes Mandat dafür einholen müssen, ein weiterer Grund für den Brexit.

        Brexit GB ist dabei nicht mehr an Bürgerrechten interessiert als Europa, aber historisch weniger sozialistisch positioniert.

        Die Entwicklung ist natürlich beleidigend dumm, wenn die Pandemie herhalten muss um sämtliche Freiheiten einzuschränken – in deren Folge sich niemand mehr gegen unsere grüne Revolution / den Sprung nach vorn wehren kann. Selbst Bestattungsunternehmen sind auf Staatshilfen angewiesen….und die Verteilung der Gelder ist ganz dem guten Willen unserer Herrscher unterworfen.

        Dass der Krieg gegen die alte Ökonomie noch nicht zu Ende ist, zeigt die Reisewarnung gegen Spanien. So schnell war man früher nicht einmal gegen Kriegsgebiete mit Warnungen bei der Hand und Spaniens größter Fehler ist, dass überhaupt getestet wird. Rückkehrer können schon vor Abreise positiv gewesen sein, wann und wo eine Infektion stattfand interessiert auch niemanden, nur die Gefahr weiterer Einschränkungen bleibt erhalten.

        Je länger das Theater um die Pandemie anhält, desto schwerer der Stand der alten Ökonomie und desto abhängiger von der Geldschöpfung im Namen des „grünen“ Gemeinwohles.

        Macht und Willkür haben wir mittlerweile kennen gelernt, auf unsere Steuerzahlungen kommt es während der Revolution nicht mehr an. Das Ende dieses Experiments ist offen.

        Die Politik weis was sie tut, Verantwortung trägt keiner.

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    weico sagte:

    „Der riesige staatsnahe, mit Zwangsbeiträgen finanzierte Mediensektor (der von den derzeitigen Regierungsparteien in Bund und Ländern maßgeblich gestaltet wird) will die Energiewende – und arbeitet jeden Tag hart daran, zu vermittlen, dass die Wähler das gefälligst auch wollen sollen.“

    Mag ja sein aber….auch DIES könnte der WÄHLER problemlos ändern.

    Die Nachteile einer „repräsentativen Demokratie“ ,wie in Deutschland ,sind ja bekannt.Adenauer,Kohl usw. waren sich ja völlig bewusst,dass „IHR“ eigenes Volk der grösste Feind sein kann.

    Herr Cameron,Premierminister von einer ebenfalls „repräsentativen Demokratie“ ( UK) hatte den Mut (Andere sagen Naivität..) das Volk zum Verbleib in der EU zu befragen. Das WAHL-Ergebnis ist bekannt.

    Man kann es drehen und wenden….der WÄHLER steht in der Verantwortung und NIEMAND sonst .

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    otter sagte:

    @ R.Ott Das Problem in Deutschland geht tiefer. Willkürlich fange ich mal bei dem Journalisten Franz Alt an. Zu Beginn der Jahrhundertwende erfand er den Slogan: Die Sonne schickt keine Rechnung. Das entwickelte Rot-Grün zu einem Narrativ, das sich in der Bevölkerung verfestigte. Erneuerbare kosten nix! Und dass die Wähler genau diese „Energiewende“ wollen, ist auch zeigt sich in den Wahlergebnissen. Ein Durchschnittsdeutscher hält alles für gut, was staatlich gefördert wird. Warum? Er rechnet nicht selbst, er denkt nicht selbst, er lässt denken. Bsp: Windenergie versus PV-Anlage: Mit meiner Investition von ca. 5000,00 € in WEA werden auf den persönlichen Anteil 14.000 kWh/a generiert. Die PV (Bj.2019) 9,9 kWpeak mit Speicher kostet ca. 23.000,00 € und liefert ca. 7000 kWh/a. Beides wird subventioniert. Diseer Begriff ist ehrlicher als „gefördert“. Fazit: Um die gleiche Energiemenge (kWh/a) per PV zu produzieren, müssen mehr als 40.000 € aufgewendet werden, während WEA (Bj 1996) das mit einem Achtel der Kosten einer PV-Anlage schaffen. Dem Michel ist nicht zu helfen.

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    • Avatar
      Georg Z. sagte:

      Sie vergleichen hier aber Äpfel mit Birnen: Nämlich „mit Speicher“ (PV) mit „ohne Speicher“ (WEA). Meine 9,9 kW-PV-Anlage ohne Speicher in Problemlage, daher mit Optimizern, hat 12.500 Euro statt 23.000 gekostet, wie Sie anführen. In einer unverschatteten Lage erreichen Sie mit 9,9 kWpeak 9000 kWh, nicht 7000 kWh. Der individuelle ökonomische Vorteil ist zudem deutlich konkreter als beim WEA-Anteil: Sie können den Strom ohne Abgaben selber verbrauchen, insbesondere in dem Maße, in dem es Ihnen gelingt, den Verbrauch mit der Erzeugung zu synchronisieren. Recht haben Sie, dass WEAs noch etwas günstiger als PV produziert. Das gesellschaftliche Kernproblem ist aber in jedem Fall die (ungelöste) Speicherthematik für PV und WEA.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Differenzierende Klarstellung der eigenen Position ist wichtig.

    Insofern:

    Ein guter Beitrag.

    Zur Sache, der Klimapolitik:

    Die Ausgangsbasis jeder Maßnahme muss REALISMUS sein.

    Heißt:

    WO stehen wir und was sind die KONSEQUENZEN nicht nur für eine bestimmte, sondern für die ÜBERGORDNETE „Muss-Zielsetzung“:

    Verändern ja, aber KEINE Konsequenzen, die gesellschaftlich DESTABILISIEREN.

    Wenn man vom menschengemachten Klimawandel überzeugt ist, MUSS man diesbezüglich HANDELN.

    Wenn man aber so handelt, dass die Gesellschaft in Trümmern liegt, BEVOR die Maßnahmen greifen, hat man MEHR verloren als gewonnen.

    Für das, was – in der Summe – die Gesellschaft destabilisieren würde, gibt es keinen Algorithmus irgendwelcher Art.

    Es zu ermitteln, erfolgt idealerweise in einer OFFENEN Diskussion ALLER, in der mit nicht nur abgeschöpfter, sondern generierter INFORMATIONSGEWINNUNG sozusagen ausgehandelt wird, was ZUMUTBAR ist und was nicht.

    Zum GRUNDSÄTZLICHEN des Beitrags:

    >… dies betrachte ich mit Blick auf ein Land, dessen Anspruch es sein sollte, mehr als zwei Prozent (nämlich den heutigen Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen) zu reduzieren. Schließlich sind wir eine Technologienation.>

    Diese Aussage irritiert mich.

    Ja, wir sind eine Technologienation und KÖNNEN daher die Technologien entwickeln, die in Maßnahmen umgesetzt positive Klimapolitik BEWIRKEN.

    WELCHEN Anspruch wird DAMIT verbinden SOLLTEN, kann aber NICHT ALLEIN durch unser Technologiepotential – selbst wenn man es als sehr, sehr groß ansetzt – bestimmt sein.

    Siehe oben, zu den Konsequenzen.

    Was ich überhaupt nicht verstehe:

    WIE können wir SERIÖSERWEISE einen Anspruch haben, MEHR als UNSEREN Anteil der heutigen CO2-Emissionen, also mehr als jene 2%, zu reduzieren?

    Von den GRÜNEN kann man nichts anderes erwarten – aber hier, an diesem Blog?

    Wir können ANDEREN anbieten, sie ermuntern und u. U. auch dabei unterstützen, IHREN Anteil mit Hilfe unserer Technologie zu verringern.

    Alles darüber hinaus ist IMPERALISMUS und sollte NICHT einmal angedacht werden, auch wenn jede Klimapolitik, auch unsere also, GLOBALE Implikationen hat.

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „WIE können wir SERIÖSERWEISE einen Anspruch haben, MEHR als UNSEREN Anteil der heutigen CO2-Emissionen, also mehr als jene 2%, zu reduzieren?“

      Naja, wir könnten riesige Staubsauger bauen, damit Luft ansaugen, das CO2 aus ihr herausfiltern, den Kohlenstoff chemisch binden und einlagern – und damit theoretisch in Deutschland eine negative CO2-Emission erreichen.

      Dadurch würde kein anderes Land negativ beeinträchtigt werden.

      Wir gingen damit ganz alleine pleite, bekommen aber zwei „Dankeschön“-Kärtchen. Eine von Greta, und eine von der Kommunistischen Partei Chinas. ;)

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        Richard Ott sagte:

        @weico

        „Einlagern ? Man kann dieses CO2 teuer verkaufen und umwandeln in syntetische Treibstoffe !“

        In synthetische Treibstoffe umwandeln geht natürlich auch, aber negative CO2-Emissionen erreichen Sie dadurch gerade nicht. Der Kohlenstoff bleibt damit ja im Kreislauf. (Oder wollen Sie die synthetischen Treibstoffe einlagern anstatt sie zu verbrennen, damit die ganze Idee noch viel mehr Geld kostet?)

        Und ein funktionierendes Geschäftsmodell wird der „CO2-Sauger“ nur, wenn er mit entsprechend üppigen staatlichen Subventionen gepampert wird, von alleine trägt sich das nicht. Aus Ihrem Artikel:

        „Gut 500 Euro kostet es in Hinwil, eine Tonne CO2 aus der Luft zu filtern. (…) Was ihm die Abnehmer zahlen, verrät Wurzbacher nicht. Üblich ist im Handel ein Preis von 200 bis 250 Euro pro Tonne CO2.“

        Wenn wegen der „Energiewende“ unsere Strompreise weiter steigen, wird der Betrieb des atmosphärischen CO2-Saugers übrigens noch teurer – und diese Technologie damit noch unrentabler gegenüber der CO2-Gewinnung aus chemischen Industrie, bei denen das Gas sowieso anfällt und dann weiter verwendet werden kann.

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      jobi sagte:

      @D.Tischer

      „Ja, wir sind eine Technologienation und KÖNNEN daher die Technologien entwickeln, die in Maßnahmen umgesetzt positive Klimapolitik BEWIRKEN.“

      Den Beweis dafür ist die Technologienation bisher allerdings schuldig geblieben, obwohl der Michel bereitwillig seinen Wohlstand dafür zu opfern scheint.

      „Es zu ermitteln, erfolgt idealerweise in einer OFFENEN Diskussion ALLER, in der mit nicht nur abgeschöpfter, sondern generierter INFORMATIONSGEWINNUNG sozusagen ausgehandelt wird, was ZUMUTBAR ist und was nicht.“

      Ihr Ideal in Ehren.
      Wie „Informationsgewinnung“ funktioniert und wie erwünscht „eine offene Diskussion aller“ in diesem Lande mittlerweile ist, können Sie sehr schön am Beispiel der Coronahysterie studieren.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ jobi

        >Den Beweis dafür ist die Technologienation bisher allerdings schuldig geblieben,…>

        Wo leben Sie?

        Selbstverständlich ist den Beweis ERBRACHT worden, dass wir Technologienation sind.

        Er besteht bezüglich der Klimathematik darin, dass wir Technologien entwickelt und sie in Maßnahmen umsetzen HABEN, die eine positive Klimapolitik BEWIRKEN.

        Ich habe NICHT gesagt, dass wir bestimmte KLIMAZIELE damit erreichen können.

        Auch Sie reagieren hier REFLEXARTIG statt genau zu lesen und sich an den Fakten zu orientieren.

        Wer KEINE Vorstellung davon hat, was IDEAL ist und in der Praxis WÄRE, hat auch KEINE Maßstäbe, um Defizite klar zu bemessen.

        Mir müssen Sie nicht die REALITÄT erläutern, mit der hierzulande informiert und diskutiert wird.

        Die kenne ich.

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    weico sagte:

    „Das alles ist weder neu, noch revolutionär, noch vollständig. Aber das Problem ist, dass die Diskussion zu sehr aufgeheizt ist und es politisch als Instrument genutzt wird, um ganz andere Ziele gesellschaftlicher Art zu realisieren.“

    Das haben sie gut beschrieben Herr Stelter.

    Die Mehrheit der Wähler WILL ja aber genau die JETZIGE Energiepolitik und wählt die entsprechenden Parteien.

    Die Parteiprogramme ,auch zum Thema Energiewende,sind den Wählern ja bekannt und daher erübrigt sich völlig,nach den „Schuldigen“ zu suchen.Wenn man etwas WILL muss man halt auch ZAHLEN.

    Ein schöner Überblick ,wie die Parteien die Energiewenden gestalten wollen.

    Fazit:
    Der „Schuldige“ ist und bleibt daher der WÄHLER .Am Schluss gilt: WAHLTAG ist ZAHLTAG.

    Antworten
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        Richard Ott sagte:

        @weico

        Schon die Überschrift „Wie die Parteien die Energiewende gestalten wollen“ ist pures Framing. Da wird suggeriert, dass es erstmal eine „Energiewende“ gäbe und man die irgendwie gestalten müsse – auch wenn die Vorschläge der AfD (natürlich ganz unten in dem Artikel) darauf hinauslaufen, die „Energiewende“ zu stoppen beziehungsweise rückgangig zu machen.

        „Die Mehrheit der Wähler WILL ja aber genau die JETZIGE Energiepolitik und wählt die entsprechenden Parteien.“

        Das Problem in Deutschland geht tiefer.

        Der riesige staatsnahe, mit Zwangsbeiträgen finanzierte Mediensektor (der von den derzeitigen Regierungsparteien in Bund und Ländern maßgeblich gestaltet wird) will die Energiewende – und arbeitet jeden Tag hart daran, zu vermittlen, dass die Wähler das gefälligst auch wollen sollen.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ weico

        >Der „Schuldige“ ist und bleibt daher der WÄHLER.>

        Das ist richtig.

        Aber die Regierung und die Parlamente werden zunehmend AUCH zu Schuldigen.

        Von internationalem Druck und durch die Straße GETRIEBEN, orientieren sie sich immer weniger am Wählerwillen, bzw. „interpretieren“ ihn um auf der erforderlich breiten Legitimationsbasis, die sie nun einmal haben müssen, für MASSNAHMEN, deren FOLGEN die Wähler nicht annähernd abschätzen können.

        Internationaler Druck und Druck durch die Straße haben NICHTS mit Demokratie zu tun.

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