Energiewende: Alter­na­tiven zum deut­schen Weg

Daniel Stelter im Gespräch mit dem Energie-Ökonomen Lars Schernikau

Der zweite Teil des Gesprächs zur deutschen Energiewende bildet den Schwerpunkt der 36. Ausgabe von „beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“. Das in der vorherigen Folge begonnene Gespräch mit dem Energie-Ökonomen Dr. Lars Schernikau hat für reichlich kontroverse Diskussionen und zahlreiches Feedback gesorgt. Doch bevor wir diese Kontroverse in einer weiteren Folge aufgreifen, geht es diesmal vor allem um Alternativen zu den bisher im Fokus stehenden Maßnahmen, die das Klima schützen sollen. Anschließend werden Hörerfragen – unter anderem zum Thema Inflation – beantwortet.

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Kommentare (17) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Timur Erkan sagte:

    Sehr gute und imposante Analyse!
    Leider seit 15 Jahren überholt.
    Insgesamt sind in diesen zwei Podcast alle Argumente aufgezeigt, warum sich seit 15 Jahren nichts substanziellen getan hat.

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    Dieter Ortmann sagte:

    Liebes Pioneer Team,
    der zweite Teil Eures Energiewende Themas verschlimmbessert den ersten Teil! Dr. Schernikau ist sooo einseitig unterwegs und versprüht längst widerlegte Thesen und würde in einem Expertengespräch unterschiedlicher Forscher gnadenlos untergehen. Er will weiter fossile Kraftwerke bauen, weltweit…. E Autos ja sooo umweltschädlich sind…. sorry. Recherchiert bitte besser! Wo er ganz sicher recht hat, dass das Thema Bildung im Drittland enorm wichtig ist. Wir bilden seit 8 Jahren in Afrika Menschen zu Solarteuren aus und wissen wie wichtig dieses Thema ist. Ein weiterer Vorteil des Ausbaus der EE in Drittändern ist auch, dass durch die Dezentralität auch ein enormer Zuwachs an bezahlter Arbeit entsteht, der aus dem Land mit den dortigen Menschen umgesetzt wird. Daher ist auch hier der Ansatz neue „Kraftwerke“ zu bauen wieder nur einige wenige ausländische Firmen Gewinne machen. Sinnvoll?

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Ortmann

      „Dr. Schernikau ist sooo einseitig unterwegs“ … „Er will weiter fossile Kraftwerke bauen“ … „Wir bilden seit 8 Jahren in Afrika Menschen zu Solarteuren aus“

      Danke, jetzt ist mir alles klar. ;)

      Eine Frage hätte ich dann aber doch an Sie.

      „Ein weiterer Vorteil des Ausbaus der EE in Drittändern ist auch, dass durch die Dezentralität auch ein enormer Zuwachs an bezahlter Arbeit entsteht, der aus dem Land mit den dortigen Menschen umgesetzt wird. Daher ist auch hier der Ansatz neue „Kraftwerke“ zu bauen wieder nur einige wenige ausländische Firmen Gewinne machen. Sinnvoll?“

      Wieso werden beim Bau neuer fossiler Kraftwerke keine Arbeitsplätze für Einheimische geschaffen? Bringen die ausländischen Betreiber ihrer Baufirmen und die Bedienmannschaften für den Betrieb gleich aus dem Ausland mit?

      Und wie viel inländische Wertschöpfung steckt darin, wenn Sie Trupps von Monteuren durchs Land schicken, die vermutlich aus China importierte Solarpanels auf Hausdächer schrauben?

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    Rouven Herold sagte:

    @Richard Ott

    „ In den meisten Staaten, die ungefähr den „Lebensstandard des Westens“ erreicht haben, stagniert die Bevölkerung schon heute.“

    Das ist richtig, das kann man auch in ausführlichen Studien von Prof. Heinsohn nachlesen und nebenbei meist das Gleiche beobachten wenn man im eigenen Stammbaum etwas zurückgeht

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Rouven Herold

      Klar, irgendwann wird die Bevölkerung nicht weiter wachsen.

      Je früher das ist, desto besser.

      Aber Sie WÄCHST und das nicht ganz unerheblich nach den Vorhersagen.

      Kinder sind in unterentwickelten Ländern die ALTERSVORSORGE.

      Deshalb kann man den Menschen, die viele Kinder in die Welt setzen, auch nicht einreden, dass sie weniger Kinder haben sollten, dazu hier z. B.:

      https://www.welt.de/politik/ausland/plus212601115/Niger-Erzaehlt-uns-nicht-wie-viele-Kinder-wir-haben-sollen.html?cid=onsite.onsitesearch

      Daran anknüpfend das wirkliche Problem aus GLOBALER Sicht:

      Diejenigen, die Kinder in die Welt setzen und wiederum diese Kinder wollen einen HÖHEREN Lebensstandard – Ziel: einen unserem vergleichbaren –, der NUR mit MEHR Energieerzeugung und –verbrauch sowie MEHR Ressourcenverbrauch zu befriedigen ist.

      KEIN einzelner Staat und KEINE Staatengemeinschaft kann das VERHINDERN.

      Wenn das so ist, kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen, WIE das oder die sich daraus ergebenden Probleme möglicherweise gelöst werden.

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    Dipl.-Ing. Thomas O. Mahrenholtz sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    von Albert Einstein stammt die Sentenz, jeder Wissenschaftler sollte sich eine halbe Stunde am Tag mit Überlegungen beschäftigen, die alle seine Kollegen ablehnen. Insoweit sind Sie beim Theme Energiewende auf dem richtigen Weg!
    In der Diskussion mit Herrn Schernikau wurden viele inhaltlich wichtige und zeitlich drängene Punkte zur Energiewende in D angesprochen. Gefehlt hat mir:
    1. Wenn wir eine Energieerzeugung ohne fossile Brennstoffe, also die vollständige Dekarbonisierung unserer Gesellschaft wollen, muss man den gesamten Primärenergieverbrauch, also Strom, Wärme und Mobilität in Privathaushalten und Industrie betrachten. Da beträgt der Anteil aus EEG nicht 30 oder 40 %, sondern liegt bei etwa 1,5 bis maximal 2% (2019)..
    2. Die Bundesrepublik Deutschland ist heute keinesfalls energieautark. Dies für die Zukunft zu fordern, ist technisch aussichtslos und volkswirtschaftlich unsinnig.
    3. Ein schneller Schwenk in Richtung Elektromobilität erfordert zusätzliche Quellen zur Bereitstellung der Energie in der Größenordnung von 30 bis 60 mal der Kapazität des KKW Grohnde, das aber 2021 abgeschaltet wird.
    4. Angenommen, diese Quellen gäbe es, fehlt ein entsprechendes Verteilnetz, dessen Aufbau Jahrzehnte an Bautätigkeit erfordert,
    Gern hätte ich Ihnen meinen Kommentar, wie gewünscht, auch gesprochen. Liese sich das nachholen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Hörer Thomas Mahrenholtz

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    otter sagte:

    Der Beitrag an Fakten von Dr. Schernikau ist weniger als überschaubar. Das Argumentationsmuster kommt mir bekannt vor: Es wird von der grün-roten Gegenseite seit Jahrzehnten erprobt.- Und wie die Wahlergebnisse zeigen, es funktioniert. Aber nicht die sichere Energieversorgung.
    @ Richard Ott: Er bringt den Aspekt der steigenden Weltbevölkerung ins Spiel. In der vorindustriellen Zeit, war man auf Holz, Wasser und Wind angewiesen. Dies ist in den Schwellenländern weniger, aber in Afrika besonders der Fall. Seit 1950 hat sich die Bevölkerung von 0,2 Mrd. auf über 1,2 Mrd. versechsfacht! Zum Vergleich: Seit der Achsenzeit bis 1900 hat es grob 1900 Jahre gedauert bis sich die Weltbevölkerung verzehnfacht hatte. Diesem Bevölkerungswachstum wird Bei bto leider kaum Beachtung geschenkt. Dies sollte sich ändern, auch wenn dies bedeutet, dass es weniger Konsumenten gäbe.

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    Jazzer sagte:

    In dem zweiten Teil des Interviews zeigt ihr Interviewpartner ein eklatantes Missverständnis von Energiepolitik, die nicht nur darin mündet, dass es schon irgendwie gut gehen wird und wir Lösungen finden werden um die Problematik Energieversorgung zu lösen (Denkt wahrscheinlich an Kernfusion und Atomkraft, die wieder kommt, sobald die Menschen nach seiner Sicht gemerkt haben, dass es anders nicht läuft…) sondern auch noch die Weiterentwicklung den Erneuerbaren abspricht und diese gleichzeitig den schon „ausgewachsenen“ fossilen Energien zuspricht indem er die weitere „Erforschung“ und „Weiterentwicklung“ empfiehlt. Ihr Gast hat sich zwar vom Lobbyismus freigesprochen, aber so wie er argumentiert, argumentiert nur ein Lobbyist! Warum spricht er nicht gleich aus, dass er den Klimawandel für Nonsens hält und wir ruhig so weiter machen können, wie bisher, dass wäre wenigstens ehrlich.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Jazzer

      >… sondern auch noch die Weiterentwicklung den Erneuerbaren abspricht und diese gleichzeitig den schon „ausgewachsenen“ fossilen Energien zuspricht indem er die weitere „Erforschung“ und „Weiterentwicklung“ empfiehlt.>

      Das ist NICHT wahr.

      Sie denunzieren einen Verfahrensansatz und diskreditieren den Verfasser.

      Lars Schernikaus ist FÜR die Weiterentwicklung der Energiegewinnung und schließt dabei die Erneuerbaren NICHT grundsätzlich aus, ist aber der Meinung, dass die Weiterentwicklung – welche auch immer es ist – OHNE ein Optimierung der VORHANDEN Energiegewinnung sinnvollerweise nicht machbar ist.

      Das ist ein Standpunkt, den man nicht nur haben, sondern auch gut BEGRÜNDET vertreten kann.

      Dass es AUCH der Standpunkt von Kohlelobbyisten ist, tut dem keinen Abbruch.

      Ob eine Auffassung wahr oder falsch oder auch nur gut oder schlecht begründbar ist, hängt NICHT davon ab, WER es sagt.

      Wenn Sie das nicht begreifen, sind Sie als Diskussionspartner nicht ernst zunehmen.

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        Dieter Zorn sagte:

        Ich lese diesen Blog deshalb so gern, weil hier Bulshit und Falschbehauptungen gnadenlos offengelegt werden.

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    Michael Bodenheimer sagte:

    Sehr geehrter Herr Stelter,

    vielen Dank für dieses interessante Interview. Allerdings wird hier von der Annahme ausgegangen, dass die gesamte Welt den gleichen Lebensstandard des Westens erreichen wird, was bei einer weiter zunehmenden Weltbevölkerung unendliche Energieressourcen voraussetzen würde. Warum das eventuell eine Fehlannahme ist und der globale Peak-Wohlstand sowie der Peak-Energieverbrauch bereits überschritten wurde, wird von Chris Martenson hier näher betrachtet:

    https://www.youtube.com/watch?v=T7up38Jyv0w&list=PLRgTUN1zz_ofJoMx1rB6Z0EA1OwAGDRdR

    Aus meiner Sicht ist das ein absolutes Muss, neben dem Blog von Gail Tverberg, um das Zusammenspiel von Bevölkerungswachstum, Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum verstehen zu können. Mit Lars Schernikaus sozialistischen Thesen wie „Kraftwerke und Industrieanlagen zur Energieproduktion in alle Welt zu verschenken“ oder den hypothetischen „Methanlecks“ kommen wir hier leider nicht weiter, auch wenn er sonst das Thema recht gut beleuchtet hat.

    Viele Grüße und vielen Dank

    Michael Bodenheimer

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Bodenheimer

      Es ist richtig, was Sie sagen:

      Lars Schernikaus baut Luftschlösser, wenn er in OPTIMIERUNG und VERSCHENKEN den Weg zu einer Lösung sehen will.

      Er begeht den FEHLER von so vielen, die das BILD einer verträglichen Welt zeichnen und DARAUS schließen und fordern, WIE es zu realisieren sei.

      Dieser Top-down-Ansatz ist verfehlt, weil das SYSTEM so nicht funktioniert.

      Es sind immer NUR die Akteure im System, die aufgrund von AKZEPTIERTEN Mechanismen bzw. der von INTERESSEN geleiteten Auseinandersetzungen über die Ausprägung und auch Änderung dieser Mechanismen, GESTALTEN.

      Kein KONSUMENT und KEIN Unternehmen und auch KEIN Staat entscheidet und gestaltet nach einem ÜBERGEORDNETEN Bild eines „So müsste es sein“.

      Wer das nicht einsieht und davon abweichend „Möglichkeiten“ darlegt, ist NICHT realistisch.

      ODER er müsste aufzeigen, WIE man davon REALISTISCHERWEISE wegkommt.

      In dem von Ihnen verlinkten Crash Cours ist der gleiche Fehler festzustellen.

      Von den drei dort geäußerten Überzeugungen – übrigens anerkennenswerterweise klar als ÜBERZEUGUNGEN bezeichnet – hier nur die die zweite:

      „Wir haben alles, was wir BRAUCHEN. Es fehlt lediglich am politischen WILLEN, die RICHTIGEN Dinge zu tun.“

      Die Überzeugung kann man natürlich haben.

      WAS wir in Zukunft brauchen WERDEN und WIE welcher Wille das DURCHSETZT, ist schlichtweg OFFEN – diese Überzeugung ist reine SPEKULATION.

      Daher:

      Ich würde mich auf die Entscheidungsmechanismen, die möglichen ENTSCHEIDUNGEN, die KONSEQUENZEN der Entscheidungen und daraus folgenden HANDLUNGEN konzentrieren.

      Das ist bottom-up.

      LÖSUNGEN, wie sie immer wieder gefordert werden, sind damit nicht zu erreichen.

      Aber die größten Katastrophen könnten dadurch VERHINDERT werden.

      Das sehe ich nach Lage der Dinge als VORRANGIG an.

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      Richard Ott sagte:

      @Michael Bodenheimer

      „dass die gesamte Welt den gleichen Lebensstandard des Westens erreichen wird, was bei einer weiter zunehmenden Weltbevölkerung unendliche Energieressourcen voraussetzen würde.“

      Nein – wie kommen Sie darauf, dass wir dafür „unendliche Energieressourcen“ brauchen würden? Größere als jetzt bestimmt, aber nicht „unendliche“. Das wäre nur der Fall, wenn die Weltbevölkerung auch unendlich groß wird; aber das ist nun wirklich ein absurdes Szenario, das aus offensichtlichen Gründen nicht eintreten kann.

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