Das Märchen vom reichen Land – Konsequenzen für die Geldanlage

Ein Leser von bto hat mich auf den Finanzblog von Professor Walz hingewiesen und angeregt, wir beide sollten doch mal etwas zu den finanziellen Konsequenzen für jeden Einzelnen von uns aus meinen Thesen im „Märchen vom reichen Land“ schreiben.

Quelle: privat

Prof. Dr. Hartmut Walz ist Entscheidungsexperte – sein Kerngebiet ist die Schnittstelle zwischen Ökonomie und Psychologie. Seit Jahrzehnten treibt ihn um, wie wir (noch) besser entscheiden. Als Professor, Redner und Autor hat es sich Hartmut Walz zum Ziel gemacht, so viele Menschen wie möglich von den Erkenntnissen der Verhaltensökonomie profitieren zu lassen. In seinem Buch „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen“ gibt Hartmut Walz unabhängige Finanztipps für Privatanleger.

Hier der Link zu seiner Seite: → SCHLIESSLICH IST ES IHR GELD.

Ein Themenbereich, der bekanntlich auch bto umtreibt. Nach kurzem, sehr erfreulichem E-Mail-Austausch haben Herr Walz und ich uns entschlossen, lieber eine Diskussion zu führen und als Podcast zu veröffentlichen.

Wir danken Roman Jaburek und ERFOLGSTON für die absolut professionelle Unterstützung dieses Interviews.

Das Ergebnis findet sich hier: → Diskussion Walz – Stelter

Viel Spaß beim Lauschen!

53 Kommentare
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    Michael Stöcker sagte:

    @ Dietmar Tischer

    „Sie hätten mal dort studieren sollen, wo Können und nicht Rechthaberei der Maßstab für Klasse ist.“

    Ich denke, das habe ich, Herr Tischer. Aber jahrelange Diskussionen mit dem MoR (Master of Rechthaberei) sind wohl auch an mir nicht ganz spurlos vorüber gegangen.

    „Eher nerven Sie Leute wie z. B. Braunberger, der Sie daraufhin gewiesen hat, dass Ihr Wissen zur Geldpolitik schon vor Jahrzehnten von anderen verkündet worden ist.“

    Nicht nur Leute wie Braunberger und auch nicht nur vor Jahrzehnten, Herr Tischer, sondern bereits vor über 100 Jahren. Das galt aber auch für das heliozentrische Weltbild. Dennoch hatte das geozentrische Weltbild noch sehr lange das Denken und Handeln aus machttaktischen Gründen dominiert (Framing). Und so war es auch mit der offiziellen Darbietung der Geldschöpfung in Schulen und Universitäten weltweit; und zwar in Deutschland bis zum Jahre 2008, als die Bundesbank den falschen geozentrischen Ansatz durch den heliozentrischen Ansatz klammheimlich ersetzte, ohne die Lehrerschaft hierüber explizit aufzuklären. Irgendwann ist es mir zu bunt geworden und hatte mit meiner Mythentrilogie (Zinsmythen, Geldmythen, Bankmythen) weiteren Druck auf die öffentliche Meinung und somit auch auf die Bundesbank ausgeübt. Immerhin ist nun die Darstellung der Geldschöpfung in den offiziellen Heften der Bundesbank seit letztem Jahr vollständig korrekt dargelegt. Dazu habe selbstverständlich ich nur einen sehr bescheidenen Beitrag geleistet, andere viel mehr. Steter Tropfen höhlt den Stein.

    Und wenn das doch alles so bekannt war, dann stellt sich natürlich die Frage, WARUM dann ein Redakteur der FAZ darüber im Jahre 2008 geschrieben hat: „Der Weg in das Milliarden-Desaster“

    Dieser Redakteur, Benedikt Fehr, wechselte dann 2009 als Pressesprecher zur Deutschen Bundesbank und leitete anschließend von 2011 bis 2018 den Zentralbereich Ökonomische Bildung.

    Wer dies alles verstanden hat, der weiß auch, dass es die Geschäftsbanken sind, die über den Geldschöpfungsprozess extrem viel Macht besitzen und sie mit dieser Macht das Gesamtsystem über die parasitäre Enteignung der Mittelschicht letztlich in den Systemabsturz führen. Aus diesem Grunde wurden in den 30er Jahren strikte Reglementierungen dieses Sektors eingeführt, um ein solches Desaster nicht noch einmal zuzulassen. Aber Dank Lobbyismus wurden diese Regeln wieder alle außer Kraft gesetzt und das Spiel um Geld, Macht und Ausbeutung begann von neuem.

    Das mag für Sie alles alter Kaffe sein, Herr Tischer, die reale Welt sieht allerdings doch ein wenig anders aus, als Braunberger & Co. das gerne darlegen/framen.

    Und damit das Ganze nicht völlig off topic bleibt: Der private Anleger zieht in diesem Spiel IMMER den Kürzeren, sofern wir dieses außer Rand und Band geratene System nicht wieder einhegen. Insofern: Back to the Roots (siehe mein Link zu Carolyn Sissoko von gestern).

    „Da oder dort seinen Senf dazugeben und wie zu wild verlinken, kann jeder.“

    Das ist richtig, Herr Tischer. Es kommt aber doch sehr auf die Qualität des Senfs und der Links an. Und damit ich Sie nicht enttäusche, hier ein Link zur Geldanlage, mit dem ich für einige Tage aus der Diskussion verabschiede: Ray Dalio gives 3 financial recommendations for millennials:
    https://youtu.be/9RrMcq-zJcU

    LG Michael Stöcker

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Sie machen ihn sich aber zu Eigen, vermutlich weil er schön in Ihre linke Agenda passt. Dabei wäre eine anschauliche Darlegung von vielen weiteren Parametern abhängig. Es wäre zu klären, wie scharfe Zähne das Raubtier hat, wie groß die Personen sind, die gefressen werden und wie geschützt sie sind (tragen Sie z.B. Waffen zur Verteidigung, ist ein Jäger in der Nähe, so dass die Wahrscheinlichkeit des Gefressenwerdens auf ein Minimum reduziert werden kann). Diese Analogie kann m.A.n. durchaus auf ökonomische Zusammenhänge angewendet werden. ;)

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        Horst sagte:

        Bei der Fragestellung geht es mir um die Sicht Herrn Tischers auf die Positionen der Dönhoff; siehe letzter Abschitt des Zitats.

        Zu Eigen mache ich mir also keinen Begriff.

        Und: Unterlassen Sie es, mir immer wieder eine linke Agenda zu unterstellen; ich unterstelle Ihnen auch keine wie auch immer geartete Agenda.

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      Horst sagte:

      ad Dietmar Tischer:

      „Wir springen alle ins Wasser, dann ertrinkt keiner?“

      Eine anschauliche Darlegung wäre von weiteren Parametern abhängig. Es wäre zu klären, wie tief das Wasser ist, wie groß die Personen, die hineinspringen und wie geschützt sie sind (tragen Sie z.B. Rettungswesten, ist ein Bergungsboot in der Nähe der Absprungstelle, so dass die Wahrscheinlichkeit des Ertrinkens auf ein Minimum reduziert werden kann). Diese Analogie kann m.A.n. durchaus auf ökonomische Zusammenhänge angewendet werden.

      Kurzum: Ihre Darlegung ist alles andere als anschaulich und daher als Vergleich unbrauchbar in Bezug auf die Stöckersche Darlegung.

      Ihr logische Verständnis, Herr Tischer, steht ausser Frage, Ihre Kommentare nebst bohrender Fragen lese ich immer gerne, regen diese doch zuweilen zum tieferen Grübeln an.

      In letzter Zeit jedoch vermischen sich in Ihre Kommentare, so mein Eindruck, sehr viele Emotionen, die dann – tlw. in Haarspalterei – münden.

      Grundsätzlich stelle ich mir die Frage, ob das Wirtschaften im globalen Kontext einer Logik folgt (ich befürchte eher nein, denn ein über Jahrhunderte gewachsenes, von Menschen geschaffenes System kann keiner Logik folgen) – insofern wäre zu klären, ob man diesem mit immer währender Logik argumentativ begegnen kann.

      „Wo punkten Sie denn bei Leuten, die Maßstäbe setzen?“

      Bei Ihnen offensichtlich nicht; aber setzen Sie Maßstäbe ausserhalb dieses Forums?

      „Zum Raubtierkapitalismus müssen Sie mir nichts erzählen, vor allem nicht mit der Gräfin Dönhoff kommen.“

      Warum nicht? Auch wenn ich zugebe, dass der Begriff Raubtierkapitalismus mehr als nur plakativ ist.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Was wollen Sie eigentlich? Erst regen Sie sich über eine angeblich nicht hinreichend anschauliche Metapher auf („Wir springen alle ins Wasser, dann ertrinkt keiner“) und dann benutzen Sie selbst so eine („Raubtierkapitalismus“).

        Flüchten Sie sich in Sprachanalysen weil Sie nichts zur Sache beitragen können?

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    Dietmar Tischer sagte:

    Ja, es kommt auf die THEMEN an.

    Wer sich mit abwegigen oder irrelevanten Themen befasst, der verschwendet seine und anderer Leute Zeit.

    Das regelt sich dann von selbst – mit der Anzahl derer, die mitlesen oder posten.

    Wenn es aber immer auch – und gerade hier am Blog – auf richtig und falsch ankommt bzw. darum gestritten wird, spielt auch die QUALITÄT der Auseinandersetzung eine Rolle.

    Sie misst sich an der Argumentation.

    Wenn die fehlerhaft ist, taugt die Darlegung nichts – auch eine an sich richtige Auffassung wird DADURCH nicht zu dargelegt richtigen.

    Ich habe @ Horst und damit zugleich auch M. Stöcker am anderen Thread geantwortet.

    Stelle hier den Text nicht nochmals rein, sondern verweise lediglich darauf (heute, 13:18):

    https://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/interview-mit-dem-ludwig-von-mises-institut-zum-maerchen-vom-reichen-land/

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    weico sagte:

    Als von den 33:04 min. Gespräch und Empfehlungen ,kann ich nur ab 30:04 min. wirklich etwas abgewinnen.

    Die Immobilien kamen etwas „unter die Räder“ . Obwohl in wirklich grossen Krisen (Krieg,Hyperinflation) die Immobilienbesitzer bzw. Grundbesitzer IMMER zu den „Kriegsgewinnlern“ gehörten und daher vom STAAT zusätzlich besteuert wurden.
    Ob nach WW1, in der Weimarer Republik, mit der „Hauszinssteuer“ auch („Gebäudeentschuldungssteuer“) oder nach dem WW2 mit dem „Lastenausgleichsgesetz“…der STAAT bediente sich an den „Gewinnern“ natürlich unter den noch heute populären Worten..:“Umverteilung“ ,“soziale Gerechtigkeit“ usw.

    Viele der gängigen „Experten“-Namen scheinen sogar in heutigen Mikrokrisen so ihre Schwiergkeiten zu haben.
    https://www.wiwo.de/my/finanzen/boerse/promi-fonds-mr-dax-prof-otte-und-die-geldanlage-im-eigenbau/23950438-2.html?ticket=ST-3061120-YNZPGh9W59GBlEiCcbe6-ap4

    Wie schon der „Altguru“ Kostolany (der es wenigstens zugab) verdienen Sie wohl deutlich mehr mit Bücherverkauf,Werbung usw. als mit Ihren Investitionen.

    Sein wirklich treffender Ratschlag für die Börse:

    Ein letzter Ratschlag noch Herr Kostolany:

    Kostolany: Die nützlichsten Wörter an der Börse sind: vielleicht, hoffentlich, möglich, es könnte, nichtsdestoweniger, obwohl, zwar, ich glaube, ich meine, aber, wahrscheinlich, das scheint mir … Alles, was man glaubt und sagt, ist bedingt.

    https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/trends/andre-kostolany-hoeren-sie-nicht-auf-insider/6734192-5.html?ticket=ST-3070921-hTwpCdvCzdFdbXqnfzn5-ap4

    weico

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    Dietmar Tischer sagte:

    Zum Podcast:

    Geschenkt, dass ein Prof. als „Finanzexperte“ vorgestellt, sich korrigieren lassen musste, als er den Target2-Saldo und das Geldvermögen der Deutschen der Höhe nach verwechselte – das kommt schon mal vor, daran würde ich niemanden messen.

    Warum man aber die Hörer belehren muss, dass das bedruckte Geld nicht aus Papier, sondern aus Baumwolle besteht, erschließt sich mir nicht. Kompetenz, beim Sparen und Vorsorgen mit guten Ratschlägen helfen zu können, ist damit jedenfalls nicht nachzuweisen.

    Beim Podcast war genau darauf eine Antwort gesucht:

    „Wie kluge Bürger beim Sparen und Vorsorgen auf die verschlechterten Zukunftsaussichten Deutschlands reagieren sollten“.

    Ich habe mir die mehr als 30 Minuten angehört und komme zu der Feststellung:

    Thema VERFEHLT.

    Denn bei den Antworten ging es nicht um KLUGE Bürger, sondern um WOHLHABENDE oder solche mit hohem EINKOMMEN.

    Kluge Bürger sind in großer Anzahl in diesem Lande schon heute nicht mehr in der Lage hinreichend zu sparen und vorzusorgen und werden es morgen noch viel weniger sein.

    Das hätte einmal deutlich und klar zumindest am Anfang ausgesprochen werden müssen.

    Dr. Stelter hatte es bei Lanz ja deutlich gesagt:

    Wenn der Spitzensteuersatz – auch ein gesenkter – so sehr an den Durchschnittsverdienst heranrückt und dazu noch ordentliche Abgaben kommen wie es bei uns der Fall ist, dann können viele, ob klug oder nicht, kaum noch etwas sparen.

    Und da ihnen der Staat mit einer maroden Infrastruktur etc. auch kein gesellschaftlich vorteilhaft nutzbares Vermögen aufbaut, ist eine Debatte über individuelle Sparen und Vorsorgen richtig eingeordnet in gewisser Weise eine Phantomdebatte.

    Soviel zum Thematischen.

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    Thomas M. sagte:

    Hab mir den Podcast gerade angehört und finde ihn grundsätzlich gut. Ich selbst hab jetzt nichts Neues gelernt, aber die Erwartung hatte ich auch nicht. Vom Ablauf her genau richtig: Zerstörung der falschen Illusion, gefolgt von klaren Ansagen, was man nicht tun sollte und was schlauer wäre. Das ganze dabei entspannt vorgetragen – auch wenn es um „ungeheuerliche“ Dinge geht. Zielgruppe m.E.: Thematische Neulinge, die ein gewisses Interesse und Vorbildung in Finanzsachen mitbringen. An dem Punkt war ich auch vor ca. 6-8 Jahren und bin recht froh, dass es damals schon warnende Rufer gab.

    Wer sich zum Podcast verirrt und noch ahnungslos war, wird zumindest schon einmal auf die (vermutlich, wissen tun wir es freilich auch nicht…) richtige Spur gesetzt.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Thomas M.

      >Vom Ablauf her genau richtig:…>

      Ich bin da anderer Meinung.

      Wenn es wie hier darum geht, wie kluge Bürger beim Sparen und Vorsorgen REAGIEREN sollten, dann geht es ZUERST einmal um die diese Bürger SELBST statt um Assetklassen, Diversifizierung etc.

      Denn ein genau so großes, wenn nicht ein noch größere Risiko für erfolgreiches Sparen und Vorsorgen sind sie SELBST.

      Neben nicht kalkulierbarer Gesundheit betrifft das vor allem den Beruf, eine mögliche Scheidung und die Ausbildung der Kinder.

      Ich muss hier nicht erläutern, dass bei diesen Risiken auch kaum kalkulierbare Emotionen und anderes im Spiel sind und es zudem äußerst schwierig, wenn nicht unmöglich ist, sich selbst mit seinen Lebensperspektiven und –zielen verlässlich einzuschätzen.

      Es führt aber kein Weg daran vorbei, sich ernsthaft damit zu beschäftigen.

      Am Podcast kann natürlich keine individuelle Anlageberatung erfolgen, aber DARAUF hätte anfangs wenigstens mit einigen dünnen Sätzen hingewiesen werden müssen.

      Jede bessere Kreissparkasse schult ihr Beratungspersonal heute jedenfalls insoweit, dass dieses Thema von Anfang an mit im Blick ist, auch wenn es natürlich in der Praxis nicht zur Beichte ausarten kann. Auch um kleinvermögende Anleger ist der Wettbewerb heutzutage so stark, dass es mit Aufschwatzen nicht mehr geht, wenn man sie binden und auf Dauer an ihnen verdienen will.

      Mit Blick darauf finde ich es – gelinde gesagt – schon sehr erstaunlich, dass Dr. Stelter, der sich zu diesem Beratungsaspekt im Podcast nicht geäußert hat, gleichwohl folgenden Ratschlag zu erteilen hat:

      „Nehmen Sie keine Anrufe Ihres Bankberaters an, weil der Bankberater ruft Sie nicht an, weil er es gut mit Ihnen meint, sondern der Bankberater ruft Sie an, weil er gerade Provision kassieren möchte“.

      Was ist das für eine Empfehlung, wenn man sich zu recht über hohe, unverhofft eintretende Wertänderungen auslässt, und in einem derartigen Fall der Anruf eines verantwortungsbewussten Bankberaters das Allerwichtigste sein kann?

      Oder, auch mal so gefragt – bin heute, glaube ich, thematisch ganz gut in Form:

      Geht Dr. Stelter vielleicht davon aus, dass SEINE Anrufe angenommen werden, etwa weil er ohne Provisionsabsicht oder sonstige Vergütung berät?

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Zweifler

        Ich bin kein Bankberater.

        In Deutschland gibt es verantwortungsbewusste Bankberater.

        Wie viele mit welcher Kompetenz für welche Zielgruppen etc. – darüber kann man diskutieren.

        Aber pauschal in Abrede zu stellen, dass es welche gibt, ist anmaßend.

        Für Italien mögen Sie allerdings recht haben, dazu kann ich nichts sagen.

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        Thomas M. sagte:

        Ich verstehe den Kritikpunkt, dass man im Podcast in sehr kurzer Form von etablierten Methoden des Sparens abrät und statt dessen eine viel komplexere und volatilere Form empfiehlt. Insofern ist Ihr Hinweis, dass man diese Strategie für Unbedarfte einordnen muss und auf weiterführende Quellen oder Beratung verweist, überaus richtig, da man sie womöglich sonst ins Unglück stürzt. Das Grundlagenwissen zu Volatilität, Risiken und der daher erforderlichen Streuung sollte man nicht voraussetzen.

        Wobei ich bleiben möchte: Die Warnung, alles in Euro zu sparen, und auf die Alternativen hinzuweisen, ist in Deutschland m.E. dringend nötig. Die Form der vorgeschlagenen Diversifizierung kommt sicherlich nur für einen Teil der Bevölkerung überhaupt in Betracht . Allerdings würde ich das nicht als Phantomempfehlung / -debatte werten.

        Der Punkt zum Bankberater: Es gibt vermutlich auch gute, aber eine gewisse Warnung – vielleicht war diese zu krass formuliert – darf ruhig ausgesprochen werden. Ich habe zwei Fälle erlebt, die mein Bild vom Bankberater doch einigermaßen negativ beeinflusst haben. Im einen Falle wurde ein Familienmitglied immer wieder angerufen, um irgendwelche Fonds zu switchen. Ich vermute mal, dass bei jedem Switch Provision winkte. Und im anderen Falle erst Ende letzten Jahres wurde einem Bekannten geraten, noch möglichst schnell vor Jahresende sein komplettes Barguthaben in Aktien- und Immobilien-Fonds / ETF anzulegen. Als der Bekannte dann fragte „Sind die Märkte denn nicht eher überbewertet?“, hieß es „ach was, außerdem gab es doch gerade schon die Korrektur“ (er bezog sich auf den Oktoberrückgang).

        Zwei Anekdoten, um aufzuzeigen, wie windig manche Vertriebler unterwegs sind.

        Und um den Bogen zurück zu spannen ich gebe zu: Man sollte nicht ähnlich windig erscheinen, wenn man in zu kurzer Form, Gold, Aktien und internationale Immobilien statt Euros auf dem Konto empfiehlt.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        Ihre anekdotische Darlegungen zum Verhalten von Bankberatern ließen sich vermutlich mit unzähligen weiteren Beispielen untermauern. Wenn dann wieder andere Fälle aus anderen Ecken hinzukommen, ist das ganze Beratersystem „durch die Bank“ und darüber hinaus irgendwann zu Tode differenziert.

        Mir geht es um anderes.

        Erstens, um anzuerkennen, was das Podcast leistet:

        Es ist absolut NOTWENDIG, auf zwei Aspekte abzuheben, nämlich zum einen auf das erhebliche Klumpenrisiko, das besteht, wenn jemand im erodierenden Deutschland mit Arbeit (Zwangsabgaben in die GRV) und Sparen für sein Alter vorsorgt. Zum anderen ist darzulegen, dass so gut wie alle Assets bei einer durch Billigverschuldung hochgeputschten Bewertung extrem riskant sind – über Gold kann man streiten – und ein Crash nicht auszuschließen ist.

        Das hat vor allem Dr. Stelter geleistet.

        Auch andere seiner Aussagen sind sehr bedenkenswert, etwa als er gegen Ende sagt, dass man vor allem in SICH selbst investieren sollte und in die Kinder.

        Für uns hier am Blog ist das, was gesagt wurde, nicht wirklich neu, wenn ich auch zugeben muss, noch nie an Immobilieninvestments in Singapur gedacht zu haben.

        Was das Podcast für den als Bürger titulierten NORMALANLEGER nicht leistet und wo es m. A. n sogar kontraproduktiv ist neben der oben erwähnten Ausblendung individueller Situations- und Perspektivenanalyse, ist kurz Folgendes:

        Der Moderator hat Dr. Stelter und Prof. Walz aufgefordert „TIPS (!) zu geben, die die Bürger DIREKT mal UMSETZEN könnten“. Beide, besonders Dr. Stelter sind dem gefolgt.

        Wenn man Menschen, die ihre Ersparnisse durchweg vorrangig bei Banken und den KLVs liegen haben bzw. damit ihre Vorsorge aufbauen, derart aufklärt über obige Szenarien, dann kann man sie nicht im selben Atemzug losschicken, sich in der ihnen unbekannten Welt diversifizierender Assetklassen SELBST ein Portfolio zu basteln und im Bankberater lediglich einen Provisionsschinder zu sehen.

        Insbesondere kann man dabei nicht wie Dr. Stelter quasi im Nebensatz verkünden „Das Bankensystem ist meines Erachtens europaweit insolvent“. Wer ihn ernst nimmt, muss bei dieser Aussage eine Panikattacke bekommen und wer ein paar Windungen weiterdenkt setzt nichts um, sondern rennt zur Bank und hebt sein Geld ab.

        Ich höre schon jetzt wieder:
        Haarspalterei, versteht doch jeder, was gemeint ist.

        Ja, klar, diejenigen verstehen es, die dieses Podcast nicht brauchen, weil sie Bescheid wissen.

        An die ist es aber nicht gerichtet.

        Ich will nur sagen und höre damit auf an diesem Thread zu kommentieren:

        Man muss schon genau überlegen, was man wem sagt. Was in einem Kontext richtig eingeordnet wird, kann in einem anderen ganz andere Wirkungen haben. Es ist jedenfalls mehr als fraglich, überlegenes Wissen dadurch zu zelebrieren, dass provozierende Sätze rausgehauen oder big shots verlinkt werden. Erkenntnisgewinn und die –vermittlung sind mühsam, kommen um Qualifizierungen nicht herum und sind letztlich nur im geduldigen Dialog zu erreichen.

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        Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Für die Einteilung der Anleger gibt es ein Problem, welches nach meinem Geschmack sogar von Heinsohn vernachlässigt wird.

        Heinsohn zählt Patente, Schulabschlüsse, Mathematikleistungen und folgert über Ingenieurfähigkeiten auf Einkommenaussichten bzw. die sozialen Aufstiegsfähigkeiten der Familien und des Nachwuchses.

        Die Produktivität stagniert und ich frage nach den zugrundeliegenden Ingenieurfähigkeiten ohne die Grenzen der Physik außer acht zu lassen.

        Wer erleben zwar laufend Innovation, aber ihre Auswirkung auf die Gewinne sind anders gelagert als früher, weil die Gesellschaft von 2019 nicht mit der von 1985 vergleichbar ist. Selbst wenn es Produktivitätsgewinne gibt, fallen diese vielleicht außerhalt Europas an = den Produktionsstandorten.

        Trotzdem wird in Europa hervorragend verdient und die Preise in z.B München sprechen für kaufkräftige Einkommen.

        Wer generiert diese Einkommen genau und woraus?

        Ich selbst wundere mich bei allen Gesprächen mit solchen Erfolgsmenschen immerzu, weil deren Aussagen zuweilen erschreckende „Weisheit“ zu Tage fördern. Wie passt das mit ihren Einkommen zusammen? – > Soll die Karriere steil sein, muss das Einkommen von der berechenbaren Leistung getrennt sein und drückt wie Aktien eine Erwartungshaltung auf zukünftige Gewinne aus. Das gilt zu 100% für Wissenschaft und Forschung und große Teile des Ingenieurwesens (vgl. Heinsohn, Patente u.co.)

        Wenn meine Leistung von den Erwartungen meiner Chefs abhängt, muss ich mich vor Einstellung schon „konform“ zeigen sowie alle Attribute beweisen, die zukünftige Gewinne (wo auch immer) versprechen. Zusammengefasst machen Opportunisten den besten Schnitt bei Einkommen.
        Opportunismus verträgt sich nicht mit Kritik.

        Also werden hohen Einkommensbezieher schon aus Gründen ihres Geschäftsmodelles kaum auf systemkritische Anlageempfehlungen anspringen, weil das ihre ganze Existenz (+Familie) in Frage stellt, wenn sie sich selbstkritisch hinterfragen – was automatsich passieren würde.

        Genau aus diesem Kreis erlebe ich die größte blinde Treue und nur die Eltern dieser Mütter/Vater sind kritisch und & bereit vorsorgende Investitionen zu machen.

        Der Crash, wenn er denn kommt, wird das alles bereinigen und das wird gut so sein.

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        Thomas M. sagte:

        @Hr. Tischer:

        Zum Abschluss wollte ich kurz bestätigen: Ich sehe den noch ausführlich von Ihnen erklärten Punkt ebenso. Darauf bezog sich der kürzere Abschnitt „Insofern ist Ihr Hinweis, dass man diese Strategie für Unbedarfte einordnen muss und auf weiterführende Quellen oder Beratung verweist, überaus richtig […]“

        Kurze Tipps zum Thema „in unterschiedliche Assets diversifiziertes Sparen“ sind nicht realistisch. Das Thema ist zu komplex und erfordert einiges an Basiswissen. Machbar ist wohl m.E. das Aufrütteln oder Nachdenklich stimmen und das Aufzeigen, wie man *strategisch* sein Euro-Klumpenrisiko reduzieren kann. Die Umsetzung erfordert dann einiges an Einarbeitung und Wissen oder einen Berater, der sich „das traut“.

        Ich weiß es nicht, aber ich vermute einmal, dass diese Berater für Kleinanleger/Kleinsparer rar gesäht sind und eher nicht in Banken zu finden sind!? Allein schon wegen der Beratungshaftung dürfte wohl ein wie von Herrn Dr. Stelter vorgeschlagener Portfoliomix nie einem Kleinsparer angeboten werden.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        >Machbar ist wohl m.E. das Aufrütteln oder Nachdenklich stimmen und das Aufzeigen, wie man *strategisch* sein Euro-Klumpenrisiko reduzieren kann.>

        NACHDENKLICH stimmen – darum geht es.

        Wäre man beim Podcast dabei geblieben, würden sich mehr als der eine oder andere bewusst anders informieren und sich dann auch einmal oder sogar prinzipiell GEGEN ihre Bank entscheiden.

        >… ich vermute einmal, dass diese Berater für Kleinanleger/Kleinsparer rar gesäht sind und eher nicht in Banken zu finden sind!?>

        Das Thema stellt sich für die Allermeisten gar nicht erst, weil es so abläuft, beispielhaft:

        Ein über dem Durchschnitt verdienender Mitmensch, promovierter Mediziner, Anfang 30 ist Oberarzt am Kreiskrankenhaus geworden. Er weiß natürlich, dass die Welt nicht mehr die vor 10 oder 20 Jahren ist, wenn er sieht, welcher Herkunft bzw. Nationalität das Personal an seine Klinik ist. Er kann pro Monat EUR 300, vielleicht auch EUR 500 sparen.

        Er sucht seine Bank auf, weil er ab und an Bargeld braucht und trifft dort seinen Bankberater.

        Er fragt ihn:

        „In einem Gespräch von Anlageexperten wurde jüngst behauptet, dass das Bankensystem europaweit insolvent sei. Was sagen Sie dazu?“

        Der Bankberater:

        „Schauen Sie sich hier um – sieht das aus wie eine Pleitebank? … Ja, eben, und das Geld auf ihrem Bankkonto ist auch noch da, sonst hätten sie ja nichts aus dem Automaten bekommen.

        Wissen Sie, Leute wie Walz und Stelter schreiben schlaue Bücher. Sie wollen, dass die auf den Bestsellerlisten ganz oben stehen. Um überhaupt wahrgenommen zu werden, treten Sie in der Öffentlichkeit mit Horrorgeschichten auf.

        Ja, die Dinge sind in Bewegung, da muss man neu nachdenken.

        Lassen Sie uns einen Termin machen und dann überlegen wir gemeinsam, wie Sie am besten fürs Alter vorsorgen können.“

        Fazit:

        Dieses Podcast ist Werbung FÜR die Banken.

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    Ulrich Remmlinger sagte:

    Viel wichtiger als die Wahl der Anlageform ist die Wahl eines Berufs, der Freude macht und in dem man gut und dauerhaft Geld verdient. Ein Lebensstil, bei dem die Ausgaben geringer sind, als die Einnahmen dient zusätzlich der Zufriedenheit.

    Ich habe mich in jungen Jahren auch von Bankberatern am Telefon zu Geldanlagen überreden lassen, die sich im Endeffekt alle als sehr verlustreich herausstellten. Glücklicherweise war mein Arbeitseinkommen so hoch, daß ich die Verluste verschmerzen konnte. Der Lerneffekt bestand darin, daß ich danach die Fallen der Berater erkennen konnte und mir die Anlageform selbst gesucht habe.

    Solange man im Notfall auch mit einem bescheidenen Lebensstil zufrieden sein kann, braucht man keine Angst vor der Zukunft zu haben und fühlt sich freier.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Ulrich Remmlinger

      Ich halte Ihre Lebenseinstellung, speziell was den letzten Satz anlangt, nicht für falsch.

      Aber:

      >Ein Lebensstil, bei dem die Ausgaben geringer sind, als die Einnahmen dient zusätzlich der Zufriedenheit>

      Bei diesem Lebensstil SPAREN sie automatisch, ob sie es wollen oder nicht, ob es Ihnen bewusst ist oder nicht.

      Sie können aus solchem Sparen eine Aufgabe machen oder auch nicht und demnach das nicht ausgegebene Geld irgendwo rumliegen lassen.

      Sie sparen aber, so oder so.

      Antworten
      • Avatar
        ikkyu sagte:

        @ Markus

        Oh, die arme deutsche Jugend. LOL

        Wer sich wie ein Epikureer auf die Befriedigung der Grundbedürfnisse beschränkt, kann in Deutschland sogar vom Hartz IV „Einkommen“ etwas zurücklegen.

        Es ist eine Frage der Prioritäten.

        Einfach mal bei den Frugalisten nachlesen wie man spart.

  7. Avatar
    Astrologin Eva Maria Palmer sagte:

    „Konsequenzen für die Geldanlage“

    Wenn mich jemand fragt, wie und wo er sein Geld anlegen sollte, schaue ich nach, wie sein „Jupiter“, der Planet des materiellen Wohlergehens aspektiert ist und in welcher Zeit die günstigen Jupiter-Transite über sein Radix laufen.

    Dann schaue ich mir die maßgeblichen Politiker an und ihr „segensreiches“ Wirken in der Transfer-Union der Pleitegeier und die hanebüchenen Aktionen unseres Fiat-Gelddruckers D.

    Die daraus abgeleiteten Empfehlungen habe ich teilweise bei unserem Dr.S. gestohlen, der im Aktienbereich nur maue Renditen voraussagt, das Einführungs-Horoskop des nicht kompatiblen Euro mit seinem voraussichtlichen Ende Mitte der 20er Jahre und dann bleibt mir die Spucke weg.

    Nach 32 Jahren Regentschaft von Hern Kohl und seinem „Mädchen“ kann meine Empfehlung nur lauten:
    Wandern Sie aus, oder machen Sie Ihre selbstgenutzte Immobilie schuldenfrei, werden Sie Beamter oder Politiker und wenn Sie noch etwas auf der Seite haben, kaufen Sie Gold und Silber.

    Antworten
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      Astrologin Eva Maria Palmer sagte:

      Ach so, ich habe noch etwas vergessen.

      Nach den zu erwartenden Bankenpleiten in den 20er Jahren und dem
      100 000 fachen Ausfall der Null-Zins-Zombie-Unternehmen werden auch die Aktien weltweit auf ihren fairen Wert, ohne hineingerechnete und unwahre Good-Will-Aufschläge fallen.

      Ich habe einen guten Jupiter-Transit ab 2021 und werde vermutlich neben Edelmetallen auch ETFs auf den MSCI-Welt-Index kaufen, allerdings ohne die notleidenden europäischen Indexe eines Blickes zu würdigen.

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        Richard Ott sagte:

        @Frau Astrologin Palmer

        Nur interessehalber, was passiert eigentlich, wenn jemand eine Gegenposition zu Ihren Investments eingeht (also short auf Edelmetalle und MSCI-Welt-ETFs geht) und derjenige einen noch viel besseren Jupiter-Transit hat als Sie? Gewinnen Sie dann beide? Stürzen die Handelscomputer ab? Oder wird Jupiter von den gegeneinander strebenden Positionierungen am Firmament zerrissen, was sicherlich einen Physik-Nobelpreis wert wäre?

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    Astrologin Eva Maria Palmer sagte:

    An die Herren Ruby und Richard Ott

    Ein (persönlicher) günstiger Jupiter-Transit bedeuted nicht, daß ich notwendigerweise ins fallende Messer greifen muß und fallende ETFs kaufe, sondern ich habe ja immer noch die Wahl zwischen einigen anderen Anlagemöglichkeiten, z.B. physischem Goldbesitz oder dem Kauf von Ackerland in Rumänien.
    Außerdem ist ein günstiger Jupiter-Transit nur für diejenigen ein Anreiz, die diesen Transit analog zu ihrem Geburtshoroskop tatsächlich erleben, während andere nicht in der günstigen Position sind.

    Was das mundane Horoskop und viele namhafte Ökonomen allerdings voraussagen, ist ein veritabler weltweiter Finanz-Crash, der alle Investmentbereiche betreffen wird und die gängigen Instrumentarien teilweise außer Kraft setzen wird.

    Also würde ich bei meinem persönlichen Jupiter-Transit bedenkenlos physisches Gold kaufen und bei den ETFs auf die Bodenbildung warten, was zugegebenermaßen einiges Expertenwissen voraussetzt.

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      Susan Keller sagte:

      An Herrn Dr. Stelter :
      hiermit möchte auch ich nochmal danke sagen, daß Sie diesen tollen Blog betreiben… ich schaue immer gerne rein, auch als „einfacher Bürger“. Und versuche zumindest, etwas zu verstehen.
      Den Podcast mit Herrn Walz und Ihnen konnte ich leider nicht zu Ende hören, das brach dann ab. Ich hätte aber eine Frage zu den REITS in Singapur, die Sie ansprachen :
      Wie sucht man sowas aus, nach welchen Kriterien, und vor allem : wo halte ich mein Depot ? (ich nehme an, bei der Bank ist es nicht so gut ? ) Danke für Ihre Mühe und liebe Grüsse an alle Leser dieses Blogs

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    Ein Freund des Forums sagte:

    Lieber Herr Stelter, lieber Herr Walz, das ist mal ein fantastischer Beitrag, der eine echte Hilfe für die persönliche Geldanlage ist! Meine allerbesten Dank dafür!
    Eine Frage, die mich schon seit langem beschäftigt und die ich nicht so richtig auflösen kann, ist die folgende: lohnt es sich derzeit eigentlich wirklich noch in Aktien und Anleihen zu investieren? Man denke an die extrem hohen Shiller CAPE-Bewertungen oder den Buffet-Indikator und zusätzlich unter der Annahme, dass die Staaten / die Finanzwelt der westlichen Länder es den letzten 10 Jahren nicht geschafft haben in eine substantielle Richtungsänderung herbeizuführen oder den aktuellen Fall, dass nach einer Steigerung von 2 Prozentpunkten der FED Ende mit lustig ist. In Szenarien gedacht (Inflation / Deflation / Helikoptergeld) fehlt mir echt die Fantasie wie diese beiden Anlageklassen deutlich besser als z.B. Bargeld performen sollten. Übersehe ich hier irgendetwas?
    Lieber Hr. Steltern, liebe Foristen, ich freue mich über jeden Hinweis!

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      troodon sagte:

      @ Ein Freund
      “ Man denke an die extrem hohen Shiller CAPE-Bewertungen oder den Buffet-Indikator …“

      Ohne jetzt wieder eine endlose Diskussion über diese Indikatoren anzufangen:

      Sie kommen an einer Streuung Ihres Vermögens (wenn denn vorhanden) nicht vorbei. Weder ist ein „Wette“ mit 100% Cash sinnvoll, noch eine mit 100% Aktien. Finden Sie sich damit ab, dass NIEMAND Ihnen garantieren kann, wohin die Reise geht. Das mag zwar für Sie unbefriedigend sein, entspricht aber der Realität.
      Und eine individuelle Betrachtung ist hier im Forum sowieso unmöglich…

      Versuchen Sie sich einmal auszurechnen unter welchen Prämissen z.B. der DAX (oder andere Aktienmärkte) in den nächsten 10 Jahren weniger als die (deutsche) Inflationsrate abwerfen würde. Das könnte Ihnen helfen abzuschätzen, ob eine Beimischung von Aktien sinnvoll sein könnte.

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    • Avatar
      troodon sagte:

      @ Thomas M
      Tja, und aus Angst etwas falsch zu machen oder weil man sich (verständlicherweise) überfordert fühlt, lässt man dann das Geld auf dem Konto… Verständlich, aber eben falsch. Angst essen Seele auf…

      Es gilt eben auch bei der Geldanlage:
      “ Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird.“ de Gaulle

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      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        >“ Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird.“ >

        Das beste Zitat an diesem Thread.

        Man sollte schon ein weitreichendes, auch fundiertes Bild von der Welt und ihren Veränderungen “beyond the obvious“ haben, etwa die globale Verschuldung oder die strukturelle Schieflage Deutschlands bestreffend.

        Dann, d. h. auch mit Blick darauf, aber nicht nur mit Blick darauf, sollte man eine Vorsorge-Lösung suchen und finden, die zur Lebensgestaltung für ein auch immer kontextbezogenes Individuum unter weitgehend fixierten Bedingungen passt.

        „PASSEN“ ist ganz sicher nicht „ideal“, aber eine Entscheidung, die mit Wissen, Augenmaß und dem Bewusstsein für das nicht Wägbare getroffen wird, kann sehr wohl OPTIMAL sein.

  10. Avatar
    Portfolio? sagte:

    Danke. Natürlich kann man keine Anlageberatung erwarten. Schade finde ich, dass es so vage bleibt.
    Der Blogpost titelt schließlich „Konsequenzen für die Geldanlage“. Danke für den Link zu den Bogle-Heads.
    Ein Portfolio für Euro-Anleger kann ich nicht ohne Weiteres ableiten. Permanent Portfolio oder auch Golden Butterfly (https://portfoliocharts.com/portfolio/golden-butterfly/) erscheinen (in die Vergangenheit schauend) intuitiv robust. Sie sind Bond-lastig. Bleibt das Dilemma mit der Zinsentwicklung bei Anleihen nach 35-jährigem Bullenmarkt und des Schuldenturms. Wie weit ins Minus geht es noch? Doch lieber auch hier global streuen, obwohl man sich bei dieser Anlageklasse eher keine Währungsschwankung hinein holen möchte? Währungssicherung kostet auch wieder…

    Völlig abweichend von den üblichen Empfehlungen gestaltet sich die Portfolio-Gestaltung in einem Tool von Research Affiliates (https://interactive.researchaffiliates.com/asset-allocation/#!/?currency=EUR&model=ER&scale=LINEAR&terms=REAL), das stark in Emerging Markets (Aktien und Bonds) geht, um eine erquickliche Rendite unter Erwartungen für die Volatilität zu erzielen. Hier wird der Heimat-Bondsmarkt auch ignoriert. Diese Modelle gehen von heutigen Preisverhältnissen aus, weisen also keine klassischen Portfolios der letzten Jahrzehnte aus.

    Mich würden die Konsequenzen, die andere Leser dieses Blogs für ihr Portfolio gezogen haben, sehr interessieren.

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      Thomas M. sagte:

      Zu den Portfolios:
      >Sie sind Bond-lastig.

      Das ist in der Tat das „auffällige“ bei den meisten Portfolios und sicherlich der Vergangenheit geschuldet, in der ein vernünftiges Portfolio auch viele Anleihen hatte, um Volatilität zu senken und weil damals Anleihen eher negativ oder schwach mit Aktien korrelierten. Wenn ich heute ca. 1%-Punkt mehr Zinsen für 20+ Jahre Laufzeit gegenüber 1-3 Jahre Laufzeit (US) erhalte, muss man sich natürlich fragen, ob es noch Sinn macht, sich die viel volatileren langlaufenden Anleihen ins Depot zu legen.

      Das Problem mit den Anleihen ist allerdings im Euro-Raum auch extrem ausgestaltet. Ein amerikanischer oder für US-Dollar offener Investor/Sparer kann aber noch immer recht gut kurzlaufende US-Staatsanleihen ins Depot legen. (Meine Meinung und Handeln.) Bei anderen Reservewährungen ist es schwierig: Japan gibt auch keine Zinsen und China-Staatsanleihen lassen sich m.W. nicht vernünftig nutzen. Bei Schweizer Anleihen ist auch nicht viel los, meine ich. Dann ist man auch schon bei Kanada oder UK… Mein Fazit: Staatsanleihen sind schwierig. So wie eigentlich alles andere auch wegen Überbewertung – die „Everything Bubble“ :)

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  11. Avatar
    Sascha sagte:

    Liebes Forum,

    mich würden Ideen/Hinweise/Erfahrungen zu Asien/Singapur REITs interessieren. Gerne in Singapur-Dollar, die in Deutschland handelbar sind.

    Das hier m Forum keine Empfehlungen ausgesprochen dürfen ist mir klar, aber vielleicht gibt es einen Hinweis auf den ein oder anderen REIT, den man sich mal näher anschauen kann um dann eine eigene Anlageentscheidung zu treffen ;-)

    Viele Grüße

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