Die Highlights vom August
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bto – DER ÖKONOMIE-PODCAST
Rebellische Maschinen – KI außer Kontrolle – Künstliche Intelligenz wird leistungsfähiger, zugleich häufen sich Fälle unerwarteten und schwer kontrollierbaren Verhaltens. Entscheidend ist deshalb, welche Regeln Innovation ermöglichen und dennoch wirksame Grenzen setzen. Über eine geeignete Ordnung für KI und die Schwächen des europäischen AI-Act sprachen wir mit Prof. Dr. Christoph Lütge, Wirtschaftsethiker an der TU München.
Innovationskiller Kündigungsschutz – Hohe Kosten des Scheiterns bremsen Innovationen und erschweren Unternehmen notwendige Restrukturierungen. Die jüngste Reform des Kündigungsschutzes greift das Problem auf, bleibt jedoch weit hinter den notwendigen Veränderungen zurück. Wie Deutschland innovationsfreundlicher werden kann, diskutierten wir mit Olivier Coste, einem der Vordenker der Cost-of-Failure-These.
Vermögen schlägt Einkommen – Vermögenspreise steigen seit Jahrzehnten deutlich schneller als Einkommen und erschweren damit den Aufbau von Wohlstand aus eigener Arbeit. Besonders jüngere Menschen und Haushalte ohne bestehendes Vermögen geraten ins Hintertreffen. Über die Ursachen und Verteilungsfolgen dieser Entwicklung sprachen wir mit Dr. Philipp Immenkötter vom Flossbach von Storch Research Institute.
Chance vertan: EZB gegen Stablecoin-Reform – Stablecoins werden zu einem wichtigen Instrument im Wettbewerb um die Vorherrschaft im globalen Währungssystem. Während die USA damit die Dominanz des Dollars stärken, droht Europa durch seine zurückhaltende Strategie weiter an Einfluss zu verlieren. Welche Folgen das hat und wie Europa reagieren sollte, erörterten wir mit Prof. Lucrezia Reichlin und Jeromin Zettelmeyer vom Bruegel-Institut.
Gefährliche Zinswende – Die langfristigen Zinsen steigen weltweit und treffen auf historisch hohe Staatsschulden. Geopolitik, Demografie und anhaltende Defizite sprechen dafür, dass der Druck auf Staaten und Finanzmärkte weiter zunimmt. Welche langfristigen Kräfte hinter der Zinsentwicklung stehen, beleuchteten wir mit dem Wirtschaftshistoriker Paul Schmelzing und seiner Untersuchung von 700 Jahren Realzinsgeschichte.
Die nächste Folge erscheint am kommenden Sonntag, dem 6. September, um 9 Uhr.
bto REFRESH
Kein Niedergang, nur Veränderung? – Ob Deutschland tatsächlich deindustrialisiert, bleibt umstritten – je nach Kennzahl fällt die Diagnose unterschiedlich aus. Investitionsschwäche und strukturelle Standortprobleme sprechen jedoch für zunehmenden Handlungsdruck. Ende 2024 sprachen wir mit Prof. Dr. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut über Produktion, Wertschöpfung und die Frage, ob die Deindustrialisierung noch ein Mythos ist. Seine damalige Einordnung hilft, die heutige Kontroverse zu bewerten.
Die Demografie macht alles schlimmer – Die alternde Bevölkerung belastet Arbeitsmarkt, Sozialstaat und Staatsfinanzen zunehmend und setzt damit auch die Geldpolitik unter Druck. Steigende Ausgaben und eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung erhöhen das Risiko fiskalischer Dominanz. Schon 2021 diskutierten wir mit Charles Goodhart und Manoj Pradhan über die inflationären Folgen der großen demografischen Wende. Ihre damaligen Warnungen gewinnen angesichts der heutigen Entwicklung weiter an Gewicht.
Inflation mit Ansage – Die Rückkehr der Inflation ist nicht nur Folge kurzfristiger Krisen, sondern auch einer jahrelang expansiven Geldpolitik. Bereits vor dem starken Preisanstieg gab es deutliche Warnungen vor den Konsequenzen der wachsenden Geldmenge. Im Juni 2021 sprachen wir mit Prof. Tim Congdon über die Gefahr einer länger anhaltenden Inflationsphase. Seine damalige Prognose hat sich in wesentlichen Punkten bewahrheitet.
Europa verschläft die Geldrevolution – Digitales Geld entwickelt sich zunehmend zu einer wirtschaftlichen und geopolitischen Machtfrage, doch Europa droht den Anschluss zu verlieren. Während die USA Stablecoins strategisch fördern, bleibt die europäische Politik zurückhaltend. Im Sommer 2023 sprachen wir mit dem inzwischen verstorbenen Prof. Dr. Philipp Sandner über digitales Zentralbankgeld, Bitcoin und private Alternativen. Seine damalige Warnung an Europa besitzt heute besondere Aktualität.
Die nächste Folge erscheint am kommenden Mittwoch, dem 9. September, um 9 Uhr.
HANDELSBLATT-KOLUMNE
KI braucht Strom, Kompetenz und Teilhabe – Deutschland besitzt nichts davon
Europa braucht zweierlei: KI-Kompetenz und KI-Teilhabe. Kompetenz heißt eigene Grundlagenforschung, eigene Modelle, eigenes technisches Verständnis. Nur wer selbst baut, versteht die Risiken. Teilhabe heißt: an den globalen Standards mitschreiben, statt sie aus der Zuschauerloge zu beklagen. Beide Vokabeln fehlen im deutschen Diskurs. Wir haben kein einziges Frontier-Modell und regulieren ein Produkt, das andere bauen.
Beim Gutverdiener-Kündigungsschutz zu kurz gesprungen
Jeder Gründer geht Risiken ein. Deshalb sollte man für alle die Kosten des Scheiterns senken, indem man den Kündigungsschutz lockert. Deutschland hat nämlich nicht nur ein Innovations-, sondern auch ein Produktivitätsproblem. Studien weisen darauf hin, dass eine größere Fluktuation von Mitarbeitern zwischen Unternehmen die gesamtwirtschaftliche Produktivität steigert. Das Wissen über neue Anwendungen und Produktionsweisen verbreitet sich schneller.
Stille Vermögensinflation – die zweite Rechnung kommt
Die Ökonomen Charles Goodhart und Manoj Pradhan haben schon 2020 dargelegt, was jetzt sichtbar wird: Die beiden deflationären Angebotsschocks der letzten Jahrzehnte – der Eintritt Chinas und Osteuropas in den Welthandel und die massive Zunahme weiblicher Erwerbstätigkeit – sind ausgelaufen. Sie erlaubten es den Notenbanken über Jahrzehnte, eine zu lockere Geldpolitik zu betreiben, ein wesentlicher Faktor für die Inflation bei den Vermögenswerten.
Die vertane Stablecoin-Chance
Beim informellen Treffen der EU-Finanzminister und Notenbankgouverneure im Mai 2026 in der zyprischen Hauptstadt Nikosia präsentieren die Ökonomen Lucrezia Reichlin und Jeromin Zettelmeyer vom Brüsseler Thinktank Bruegel einen Vorschlag zur Reform der europäischen Stablecoin-Regulierung. Die Reaktion der EZB war eindeutig ablehnend. Ob das die richtige Antwort auf die digitale Machtfrage im Währungssystem gewesen ist, muss allerdings bezweifelt werden.
Die Zinswende sprengt die Schuldenillusion
Während sich die geldpolitische Welt vergangene Woche beim Notenbankenforum im amerikanischen Jackson Hole traf, erlebte sie in Echtzeit einen Zinsschock. Die 30-jährige US-Rendite hatte am Montag zuvor mit 5,31 Prozent den höchsten Stand seit dem Vorabend der Finanzkrise 2007 markiert. Deutsche 30-Jährige liegen bei 3,76 Prozent, dem höchsten Stand seit 2011.
MAKE ECONOMY GREAT AGAIN
>> IM SOMMERLOCH DER REALITÄTSVERWEIGERUNG ZWISCHEN BRÜSSELER KI-TRÄUMEN UND PLEITEN AUS STUTTGART
>> ENTEIGNUNGS-ROMANTIK, VOLKSBAD-IRRSINN UND BIP-DESASTER: BELLEVUE BRAUCHT EINEN ÖKONOMEN
>> UNSER BILDUNGSSYSTEM PRODUZIERT HEUTE DIE ARMEN VON MORGEN
>> WAS DER STAAT NICHT KANN, KANN DER UNTERNEHMER. DESHALB: WENIGER STAAT – MEHR UNTERNEHMERTUM
IM INTERVIEW BEI Die Stimme der Wirtschaft
>> ANSEHEN: Bei uns sind Maßnahmen gegen den Klimawandel sehr, sehr teuer
ZU GAST BEI Investiert!
>> ANSEHEN: Wie Deutschland seinen Wohlstand sichern kann
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