Zur Outperformance der Wall Street

Letzte Woche habe ich die Konzentration der Börsenentwicklung auf die USA und nur einige wenige Werte beschrieben. Hier ergänzend ein paar Charts aus der FT, die es schön illustrieren:

  • „(…) the S&P 500 has performed compared to the FTSE-All World excluding US index in this decade:“ – bto: Das ist eine eindrückliche Performance.

Quelle: FT

  • „US stocks have beaten the rest of the world consistently since 2010, but the run of the past three months has been breathtaking. The US outperformance over this period, as trade war talk has escalated, is one of its greatest runs of the decade:“ – bto: was auch zeigt, dass es eben um den Rest der Welt nicht so gut bestellt ist.

Fazit: Es steigen noch die Werte in den USA, aber nur wenige. Kein positives Umfeld für den Herbst.

→ FT (Anmeldung erforderlich): „Authers’ Note: It’s China, stupid“, 11. Juli 2018

Kommentare (9) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Klaus Samer sagte:

    Hier noch ein sehr gut argumentierender Artikel zu Netflix aus der Capital der exemplarisch den Irrsin bei manchen FAANG Aktien zeigt.

    http://www.xing-news.com/reader/news/articles/1557643?cce=em5e0cbb4d.%3A-99_XnJYxNbNGOW2oM3LAL&link_position=digest&newsletter_id=35605&toolbar=true&xng_share_origin=email

    Die FAANG Aktien gehören wie schon oben beschrieben m:E. nicht zusammen, weil mindestens 2 davon nämlich Netflix und Amazon keine Techaktien sind aber so bewertet werden.

    Das Problem ist reien Techaktien haben in der Regel niedrige Kosten und hohe Margen das gilt weder für Netflix mit einer Profit Margin von 5,25 und schon garnicht für Amazon mit einer Profit Margin von 2,04 % !

    Das der Auto in dem Artikel am Ende zu dem Schluss kommt man solle sich besser die Anleihen kaufen halt ich angesichts der desolaten Finanzlage von Netflix für Schwachsinn.

    Die Schlussfolgerung Amazon bezahle seine Investitionen aus den laufenden Einahmen kann ich so auch nicht ganz nachvollziehen. Laut yahoo financial hat Amazon derzeit 24 Mrd Cash dem 44 Mrd Schulden gegenüber stehen. Macht Nettoschulden in Höhe von 20 Milliarden bei einem Nettogewinn von 3 Milliarden würde es 8 Jahre dauern die Schulden zu bedienen.

    Ich bin in Bezug auf Amazon so skeptisch weil der Gewinn fast ausschließlich am Cloudservice hängt und bei einem Konjunktureinbruch die Verbraucher deutlich weniger konsumieren dürften.

    Das ich mich gegen Amazon positioniere geschieht auch zur Absicherung gegen fallende Börsen, ich gehe davon aus das Amazon im Crash deutlich stärker fällt als bestimmte Indizes wie z.B. der Dow. Diese Gegenposition ist natürlich ein Klumpenrisiko, es bleibt abzuwarten wie Amazon in einer Rezession abschneidet, 2/3 der amerikanischen Wirtschaftsleistung hängen am privaten Konsum.

    Die Frage ist ob das Kerngeschäft von Amazon der Verkauf in der Rezession stärker wegbricht als es der dann auch kämpfende Cloudservice kompensieren kann und da haben wir noch nicht einmal darüber gesprochen ob Amazon sein nominal großes Wachstumstempo überhaupt beibehalten kann. Beim Gewinn sieht das ja immer ganz besonders Toll aus nur wenn der Vergleich ist das man vorher quasi nichts verdient hat sind die relativen Zahlen immer gigantisch.

    Und beim Umsatzwachstum solte man genau hinsehen, zugekauft oder aus eigener Kraft.

    Ich bleibe skeptisch die nächsten Zahlen hierzu gibt es nächste Woche.

    Fazit: Bei den FAANG Aktien sind die am wenigsten Risikoreich die über hohe Margen und ein ähnliches Geschäftsmodel wie Alphabet verfügen oder ihre Kunden in einem Abomodel gefangen halten wie Apple, alles andere sprich wie z.B: Netflix und Amazon halte ich für fragwürdig.

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    Klaus Samer sagte:

    Die FAANG Aktien sind die heutigen Nifty fifty. Sieht man sich die Bewertungen in Bezug auf das KGV so ist luftig noch eine Untertreibung. Amazon hat im übrigen aus meiner SIcht in diesem Reigen nix zu suchen. Amazon ist keine Techaktie sondern ein Gemischtwarenladen mit angeschlossenem Cloudservice. Wobei letzterer eigentlich überhaupt dafür sorgt das Amazon Gewinn ausweisen kann.

    Derzeit ist Amazon mit einem KGV von 240 bewertet und für den erwartetenden Gewinn mit 90er KGV.

    Wer mit dem hochprofitablem Cloudservice argumentiert, sollte bedenken das Amazon hier die Konkurrenz an den Hacken hat. Zwar hat Amazon dieses Geschäftsmodel erfunden es gehört aber nicht zu seiner Kernkompetenz gan im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern. Wer sich an Netscape erinnert weiß das Microsoft oft als 2. gestartet ist danach aber, siehe Netscap, nichts von der Konkurrenz mehr übrig war.

    Hier wird essentiell sein zu beobachten wie sich die Zuwachsraten im Geschäftsfeld des Cloudservice für das jeweilige Unternehmen gestalten. Microsoft hat mit 89& vorgelegt, nun hat Microsoft im Vergleich zu Amazon auch noch aufzuholen aber es dürfte trotzdem spannend werden wie AWS im letzten Quartal im Vergleich zur Konkurrenz zugelegt hat.

    Ich denke das ein Auslöser für den nächsten Crash sein könnte das die FAANG Aktien die übersteigerten Erwartungen nicht mehr bedienen können. Wobei das mit den Erwartungen so eine Sache ist werden die nur niedrig genug angesetzt können die Unternehmen diese auch „schlagen“ wenn schon längst Land unter ist.

    Gut möglich das nicht erfüllte Erwartungen bei den FAANG Aktien das Totenglöckchen der derzeitigen Hausse werden. Da sie einen überproportionalen Anteil an den Indizes haben und von vielen wegen des Hype gekauft werden und dies sicherlich auch auf Kredit, dürfte es bei den geringsten Anzeichen von Schwäche auch entsprechend runter gehen.

    Einen Vorgeschmack hierauf hat jüngst Netflix geboten.

    Ich bin gegen Amazon positioniert aus den o.g. Gründen. Ich finde zu Amazon auch derzeit nichts Negatives in der Wirtschaftseberichterstattung überall nur Lob und das Gerede darüber was für ein toller Hecht Bezos und das er „reicher“ als Buffett ist. Dies ist aber nur ein Schnappschuss,“ in der Ebbe zeigt sich wer ohne Hose schwimmt (Buffett)“ und Buffett wird es nicht sein, der denkt inzwischen darüber nach eigene Aktien zurück zu kaufen, der Rest der Börse ist ihm offensichtlich zu teuer. Wenn ich mich recht entsinne sitzt Buffett derzeit auf ca. 100 Milliarden Dollar Cash in Form kurz laufender amerikanischer Staatsanleihen, er hat wohl seine Gründe s.o. .

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    FoxSr sagte:

    Korrekt, die FAANG- Aktien haben alles geschlagen und sind z.B. mit 16% an dem S&P500 ausschlaggebend beteiligt. Auch sind alle Tech-Aktien davon angesteckt worden und die meisten jüngeren Anleger (30 – 45 Jahre) zocken hier mit. Erinnert mich stark an den März 2000, als plötzlich die Party aufhörte….“Gier frißt Hirn“, hier gilt es rechtzeitig auszusteigen, aber nach dem 16 monatigen Bullrun bis Nov. 2017 und dem Kursfeuerwerk im Jan. 2018 hofft man überwiegend, daß die Delle vorübergeht. Interessante Zeiten.

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    Wolfgang Selig sagte:

    Tja, und sagt uns das etwas über den „bösen“ Herrn Trump? Offenbar finden ihn einige Anleger gut. Wenn man den chinesischen Index gegenüber stellt, scheint Amerika zuerst zumindest an der Börse zu wirken. Ich verstehe es trotzdem noch nicht…

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    • Avatar
      Klaus Samer sagte:

      Eine Korrelation ist keine Kausalität und prozylische Steuersenkung um die Midterms zu gewinnen wirtschaftspolitischer Schwachsinn der sich noch bitter rächen wird, von dem Handelskrieg mal ganz abgesehen.

      Trump hat mit dem Aufschwung am Aktienmarkt ungefähr soviel zu tun wie Merkel mit den positiven Folgen der Hartz Reformen von denen die jetzigen Regierung zehrt, nämlich nichts.

      Mal sehen ob Trump auch den nächsten Crash genauso unverdient für sich in Anspruch nimmt wie den dezeitigen Börsenhype. Wenn wir Glück haben kommt der Crash noch kurz vor der nächsten Präsidentenwahl.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Neben der Begründung – Flucht in Sicherheit –, die ich anderswo für die außerordentliche Börsenentwicklung in USA gegeben habe, hier eine andere:

    Die börsennotierten US-Unternehmen profitieren sehr stark von der Globalisierung, weil sie in vielen Ländern dominant vertreten sind.

    Ihre Erlöse und Gewinne sind daher in einem hohen Maß dem Wachstum der Weltwirtschaft geschuldet, was nicht heißt, dass sie in den USA zur Schwäche geneigt haben.

    Ich habe keine Zahlen gefunden, die für den S&P 500 angeben, in welchem Verhältnis die Gewinne der dort aufgeführten Unternehmen zwischen USA und Ausland erwirtschaftet werden.

    Wie auch immer, es müssen erhebliche Summen sein, wenn man die kumulierten Beträge der im Ausland liegenden Summen betrachtet.

    Dazu:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Companies_of_the_United_States_with_untaxed_profits

    Daraus zitiert:

    >A number of studies have estimated the untaxed overseas profits to be from US$1.6 to $2.1 trillion. A 2011 study by JPMorgan Chase & Co. identified $1.375 trillion in undistributed foreign earnings.[3] A Wall Street Journal analysis in 2012 found that the amounts for 60 large firms grew by $166 billion in the preceding year, shielding 40% of their earnings.[2] In 2012, a Bloomberg study found $1 trillion held overseas for 70 U.S.-based multi-national companies, using public annual reports for years ending in 2010 and 2011, and it estimated an overall total of $1.6 trillion.[3] In 2013, a private research firm study asserted there were more than $2.1 trillion of U.S. corporate profits untaxed in 2013.[4] In 2016, the Institute on Taxation and Economic Policy, estimates $2.6 trillion held offshore and two-thirds of that is held by 30 U.S. companies, with Apple, Pfizer, and Microsoft being the top three (see chart).[5]
    Foreign profits were up 93% from 2008 to 2013.[citation needed] >

    Die enormen Erlöse und Gewinne im Ausland sollten somit zumindest in eine Erklärung für die hohen Kursgewinne im Verlauf der letzten Jahre miteingehen.

    Der steile Anstieg in letzter Zeit ist auch den Gewinnen im Ausland zu verdanken.

    Dazu:

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-08-11/boost-from-abroad-gives-u-s-companies-best-quarter-since-2004

    Daraus:

    >Rising demand outside the U.S. drove much of the gains, said Jim Paulsen, chief investment strategist at Leuthold Group.

    “More of the global economy is participating in this recovery simultaneously, and that’s what shows up in the top-line results, particularly in technology,” Paulsen said.>

    Soweit, so gut, wenn das stimmt.

    Und jetzt Trump:

    Ich frage mich, wie sich der S&P 500 entwickeln wird, wenn er die Weltwirtschaft abwürgt und dadurch die Auslandsgewinne der Unternehmen im Index erheblich schmelzen.

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    • Avatar
      troodon sagte:

      @DT
      „Ich habe keine Zahlen gefunden, die für den S&P 500 angeben, in welchem Verhältnis die Gewinne der dort aufgeführten Unternehmen zwischen USA und Ausland erwirtschaftet werden.“
      Zu den Gewinnen kann ich leider auch nichts liefern. Aber bei den Umsätzen der S&P 500 Unternehmen kann man lt. dieser Quelle von rd. 30% ausgehen :
      https://seekingalpha.com/article/4146992-global-s-and-p-500

      S&P selbst berichtet von rd. 43% für 2016. Der Bericht für 2017 müsste in den nächsten Tagen kommen:
      https://us.spindices.com/documents/index-news-and-announcements/20170720-sp-500-global-sales-2016.pdf
      Unterschied wird sicherlich irgendwo erklärt sein, habe es mir selbst nicht komplett durchgelesen…
      Zum Thema Gewinne:
      Unternehmen mit mehr als 50% Auslandsumsatz konnten im Q4 2017 die Gewinne stärker steigern als die mit einem höheren Inlandsumsatz:
      „The (blended) earnings growth rate for the S&P 500 for Q4 2017 is 14.0%. For companies that generate more than 50% of sales inside the U.S., the earnings growth rate is 12.0%. For companies that generate less than 50% of sales inside the U.S., the earnings growth rate is 17.4%.“
      https://insight.factset.com/sp-500-companies-with-more-global-exposure-reporting-higher-earnings-growth-in-q4
      Wie hoch bei einzelnen Branchen der Anteil der Auslandsumsätze kann man heir erfahren:
      https://insight.factset.com/sp-500-companies-with-more-global-exposure-reporting-higher-earnings-growth-in-q4

      Noch erwartet man auch für Q1+Q2 2019 steigende Gewinne der S&P 500 Unternehmen :
      https://insight.factset.com/hubfs/Resources%20Section/Research%20Desk/Earnings%20Insight/EarningsInsight_071318.pdf

      Zum Thema Auswirkungen der geplanten Zölle auf das Wirtschaftswachstum sagt der IWF:
      „Sollten die angekündigten Sonderzölle umgesetzt werden, würde die
      Wirtschaftsleistung laut IWF weltweit 2020 um 0,1%gebremst.
      Kämen die Zölle und Vergeltungsmaßnahmen zwischen den USA und China auf
      Waren im Wert von jeweils 200 Mrd. USD als auch US-Zölle auf importierte Autos
      hinzu und würde das die globale Wirtschaftsleistung in zwei Jahren um 0,5%
      gegenüber den bislang erwartetenWerten drücken.
      Die Folgen würden alle Länder treffen. Die US-Wirtschaft sei besonders verwundbar.
      Sollte es zu einem breiten Vertrauensverlust bei Anlegern kommen, könnte sie sich
      um bis zu 0,8%im Jahr verlangsamen.
      Die aufstrebenden Länder Asiens müssten zeitweise mit einer
      Wachstumsdämpfung von 0,7%pro Jahr rechnen.
      Der Effekt für die Eurozone läge bei maximal 0,3%,was recht überschaubar wäre“
      https://solvecon-invest.de/wp-content/uploads/2018/07/Forex-Report-2018-0719.pdf

      Also nach dramatischen realwirtschaftlichen Auswirkungen durch die geplanten Zölle sieht es noch nicht aus. Aber das kann sich natürlich noch ändern und dann reagieren die Börsen bevor die Analysten etwas für die breite Masse
      veröffentlichen…

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Besten Dank für die Links mit den Statistiken.

        Was das Verhältnis Umsätze in USA zu Umsätzen in der übrigen Welt angeht, besteht offensichtlich keine Einigkeit.

        Klar scheint aber zu sein, dass unabhängig davon die ENTWICKLUNG der Unternehmensgewinne mehr von den Gewinnen abhängt, die in der übrigen Welt erzielt werden als von denen, die in USA anfallen.

        Unterm Strich:

        Auslandsgewinne sind für die Unternehmen im S&P 500 ein Thema.

        Allerdings geben die Unternehmen an, dass Zölle erst nach der Währungsparität, Rohmaterial, Transportkosten, Energie, Arbeitskosten, Wetter und Europa, aber noch vor China hinsichtlich eines negativen Einflusses genannt werden.

        Ihre Zahlen bestätigen dies insoweit die BIS JETZT erhobenen und angekündigten Zollsteigerungen relativ wenig Einfluss auf das Wachstum haben würden.

        Das Risiko liegt aber in der LOGIK nicht vereinbarter, einseitig erhöhter Zölle.

        Sie ZWINGT die Betroffenen ihrerseits nachzuziehen, wenn sie nicht als wehrlos dastehen wollen.

        Das übertrifft alles, was in den griechischen Dramen jemals an Tragischem erdacht worden ist:

        ALLE drehen SEHENDEN Auges mit ungetrübter ERKENNTNIS an der Spirale steigender Wohlstandsverluste.

        Ich hoffe, dass die midterm elections bei den Republikanern so ins Kontor schlagen, dass sie in großer Einigkeit und massiver Entschlossenheit Trump so gut es Fesseln anlegen. Zur Vernunft zu bringen ist der zwar nicht mehr, aber vielleicht dämmert’s ihm irgendwann, dass er nicht mit allem durchkommen kann.

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