Wohltuender Appell für die wirtschaftliche Freiheit

Mehr Staat hallt es aus jeder Ecke. Als würden staatliche Gesundheitssysteme besser mit der Krise fertig werden als (teil-) private – Gegenbeweis HNS in Großbritannien. In den Medien können Märchen erzählt werden, die alle denselben Kern haben: Nur mit mehr Staat kann man die Krise bewältigen. Das ist nicht verwunderlich, gilt es doch die Krise „zu nutzen“, um ein schon lange gewünschtes Projekt durchzusetzen: Verbote und höhere Abgaben für die „Reichen“.

Da tut es gut, wenn es noch andere Sichten gibt.

  • „(…) die Corona-Krise besiegen wir nur mit Selbstverantwortung, nicht mit Seuchen-Sozialismus. Mit den banalen Details der Prophylaxe, mit Händewaschen und Social Distancing. Aber auch mit weniger Dividenden und Boni für das Geschäftsjahr 2020 oder der Einsicht, dass wir unsere Ferien in diesem Jahr zu Hause verbringen. Wir werden auf manches verzichten, und solange der Verzicht nicht mehr bedeutet als einige Unannehmlichkeiten, haben wir Glück gehabt.“– bto: Das ist zweifellos richtig.
  • „Die Politik versucht uns weiszumachen, dass genügend Geld zur Verfügung steht. ‘Es gibt keine Grenze nach oben’, (…) Natürlich wissen alle, dass die Beschwichtigungen nicht stimmen. Die Seuche führt schon jetzt zu Entlassungen. Es wird trotz allen Hilfszahlungen viele Firmenpleiten geben – unverschuldete, aber eben auch selbstverschuldete. Die Pandemie deckt unbarmherzig Schwachstellen der Unternehmen wie der Politik auf.“ – bto: wobei die Politik auch anders könnte.
  • „Seit der Finanzkrise haben die US-Unternehmen ihre Schulden verdreifacht, und viele Firmen geraten jetzt in Liquiditätsengpässe. Sie nahmen die Mittel in der Erwartung auf, dass die von den Notenbanken angeheizte Konjunktur ewig brummt. Nun geht dieses Kalkül wegen der Corona-Krise nicht auf. Das ist unternehmerisches Risiko.“ – bto: Richtig, deshalb sollten die Aktionäre und Kreditgeber dieser Firmen auch verlieren, die Unternehmen aber überleben. Das geht allerdings nur in der Theorie.
  • „Die kollektive Krisenvorbereitung verdient nur die Note ‘mangelhaft’. Die Regierungen ignorierten die Warnung, dass die Virusinfektionen in China jederzeit auf Europa übergreifen könnten. Es gab keine Vorräte an Masken, schlimmer noch: Es dauerte zu lange, bis die Behörden angemessen auf Covid-19 reagierten.“ – bto: So ist es. Siehe Taiwan. Es war möglich, sich vorzubereiten, als es in China akut war.
  • Die Parteien fordern jetzt das, was sie schon immer gefordert haben. Sozialdemokraten ziehen die angestaubte Idee von Zusatzsteuern für ‘Reiche’ aus der Schublade. Phantasieloser geht es nicht. Man will uns Ladenhüter andrehen – als Corona-Massnahmen hübsch verpackt. Seit je verlangt die Linke, dass der Staat in die Wirtschaft eingreife. In der Krise wird daraus, der Staat müsse die nach Asien verlagerte Medikamentenproduktion zurückholen. Derselbe Staat, der es nicht fertigbrachte, genügend Masken einzulagern, soll nun wissen, wie globalisierte Lieferketten am besten gestaltet werden. Das Individuum macht sich klein, der Staat leidet an Hybris. Daran ändert sich in Kontinentaleuropa wohl nie etwas, auch nicht in der Krise.“ – bto: Besonders schlimm ist es in Deutschland.
  • „Italien weist eine hohe Staatsquote von annähernd 50 Prozent auf. Die öffentliche Hand verwaltet also die Hälfte des Bruttoinlandprodukts. Dennoch sind die Spitäler schon im Normalbetrieb in schlechterem Zustand als in Deutschland mit einer Staatsquote von bisher 44 Prozent oder der Schweiz mit 33 Prozent. Wegen resistenter Krankenhauskeime verstarben im Jahr 2015 in Italien 10 000 Patienten, in Deutschland aber nur 2300. Dieselbe Diagnose bei der Corona-Pandemie: Die Tessiner Gesundheitsversorgung geriet nicht an den Rand des Kollapses wie die Spitäler in der benachbarten Lombardei. Staatsgeld ist das eine. Effizienz ist etwas ganz anderes.“ – bto: was bedeutet, dass wir eben auch bei der Hilfe mehr auf Hilfe zur Selbsthilfe setzen sollten.
  • „Der Staat, überhaupt grosse Institutionen bereiten sich immer auf die letzte Krise vor. Das ist kein Vorwurf, es kann gar nicht anders sein. Wenn der Staat sich rüstet, wenn er alle Hebel in Bewegung setzt, kann er dies nur für ein Ziel tun, das für die Menschen plausibel ist, weil sie ähnliche Situationen bereits erlebt haben. Gesellschaften sind konservativ, Viren nicht.“ – bto: So, wie meine Eltern immer Nahrungsmittelvorräte hatten aus der Erfahrung im Krieg, werden meine Kinder wohl Atemmasken sammeln.
  • „Am lautesten werden sich dann diejenigen melden, die Investitionsprogramme fordern. Wir sollten dem genauso widerstehen wie der Forderung, die Mittel für das Gesundheitswesen markant zu erhöhen. Noch gibt es in Deutschland und der Schweiz eher zu viele Akutspitäler, die Corona-Krise ändert am Reformbedarf nichts.“ – bto: richtig. Deutschland hat das zweitteuerste Gesundheitswesen der Welt und wir haben nicht die zweithöchste Lebenserwartung!
  • „Staatliche Überfürsorge hat ihren Preis. Der Staat entzieht Unternehmen und Bürgern die Verfügungsgewalt über das von ihnen erwirtschaftete Vermögen. Gemäss Prognosen der Deutschen Bank wird die deutsche Staatsquote in diesem Jahr auf deutlich über 50 Prozent klettern. Es findet also gerade eine Umverteilung von privat zum Staat statt. Die Schulden, die ein Finanzminister jetzt aufnimmt, tragen seine Nachfolger ab, indem sie Steuern erhöhen oder später als geplant senken. Der ‘Soli’ lässt grüssen.“ – bto: Ich glaube, dass das nur in der Schweiz und in Deutschland so gesehen wird, die anderen werden nicht sparen.
  • „Wo sich mit Subventionen geförderte Unternehmungen breitmachen, hat private Findigkeit einen schweren Stand. Kapital wird nicht zielgerichtet eingesetzt, sondern dort, wo die staatliche Giesskanne gerade hinreicht. Die Produktivität sinkt. Da sich der Ausstieg aus dem Shutdown abzeichnet, sollten wir uns bewusst sein, dass die Krise nach zwei Antworten verlangt. Medizinisch liess sich ihr nur mit kollektiver Disziplin beikommen. Wirtschaftlich braucht es die Kreativität und die Leistungsbereitschaft jedes Einzelnen. Dieses Potenzial setzen wir nur frei, wenn wir den Staat nach der Pandemie wieder in seine Schranken weisen.“ – bto: Auch das stimmt, aber in Deutschland habe ich da immer weniger Hoffnung …

→ NZZ: „Die Seuche besiegen wir nicht mit Sozialismus – nach der Corona-Krise braucht es weniger Staat und nicht mehr“, 17. April 2020

Kommentare (37) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    ruby sagte:

    @Alexander
    „Möchte der Staat zum alleinigen Unternehmer in seinem Herrschaftsgebiet werden?“

    Diese Unterstellung, daß der Staat Unternehmer im klassischen Sinne sein kann, ist in allen Zeiten auf dem Prüfstand.
    Aktuell spiegelt es in die Gehinzellenverzweigungen, er, also unser Staat, muß Geld machen, machen lassen, um damit die Wirtschaft zu eröffnen.
    Aber das ist falsch, zuerst kommt die Unternehmeridee, das Wirtschaftsprojekt, dann wird ein Kredit- oder Unternehmensvertrag geschlossen und damit wird die Finanzierung durch geschöpftes Kreditgeld und zurückgelegten Kapital aus Zentralbankwährungen sowie Sachkapitalien und Immateriellen Anlagegütern zur Eröffnung bestimmt und festgeschrieben.
    Der Staat, die kreditgebenden Banken sind nichts unternehmerisches. Sie sind Schmarotzer, Ideenphantasien, die Steuern, Zinsen und Gebühren aus den wirtschaftlichen Geschäftsaktivitäten der Menschen abzweigen.
    Im günstigsten Fall sind beide Garanten der Instrumente des Rechts und des Vertrauens in den Überlebensmärkten.
    Im akuten Konzentrationsbemühen der Hüter der Regeln und Rechnungslegung soll die bewiesene Grundlage erfolgreicher Wirtschaftstätigkeiten in Kreditverhältnissen des Banking in überschaubaren Strukturen, durch schlichter Größe und Verantwortungslosigkeiten mittels Entsorgungswegen über Natonale Zentralbanken und Mitgliedsstaaten in die der unendlichen Deponiekapazität der EZB ersetzt werden.
    Unendlichkeit ist die Lösung für die Katastrophe der Unfähigkeit.
    Wer glaubt das beide Globalbanken und Globalstaaten fortschreitende Existenzfähigkeit erzielen, begeht einen zerstörerischen Fehler. Die Folgen zu erkennen und zu vermeiden, ist Potential, Willen sowie Lernfähigkeit nötig. Keine Bestimmung oder Prophecy hat je existiert und wird es auch nie sein. Die Entwicklung ist eine fortgeschriebene Geschichte bis zum Ende des Universums in dem wir in dessen physikalischen, biologischen, chemischen Rahmen existieren. Dazu gehört ebenso, daß
    der Ursprung der Naturen des Wirtschaftens, der kapitalistischen Handlungen keine Restlagerkapazität besitzt für Taugenichtse.
    Eintausendfünfhundert Euro bedingungsloses Grundeinkommen von mittellosen Politikern aus dem Nichts der Geldschöpfung enden auch im Nichts, wenn sie nicht zurückbezahlt also erwirtschaftet werden. Bilanzverzehrungen, bzw. negative Aktivpositionen als „Nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbeträge“ getarnt, erhalten Unternehmen nicht, zerstören das Gleichgewicht also die Bilanz und wachsen durch Fortsetzung dieser Mißwirtschaft immer höher und höher.
    Doch der Himmel ist nicht in Sicht, nur die Träume dieser Geschätsführer wollen Alpha Centauri alternativlos erreichen.
    http://www.wgsebald.de/ikarus.html
    Es ist zu wissen wie die Inszenierung endet damals wie heute.

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      Alexander sagte:

      @ruby

      Danke!

      Das staatliche Geldmonopol macht den Staat zum Schuldner des ersten Buchungssatzes Starter-Bargeld gegen Staatsanleihe (Pfand auf künftige Steuerzahlungen), also auch zum ersten Auftraggeber?
      Die BRD profitierte darüber von den Bedarfen der Befreier….und den Konsumausgaben der Soldaten…wobei es den Unternehmer niemals interessiert woher das Geld für seinen Umsatz kommt oder warum…

      Die Balance zwischen „kreditgebenden Schmarotzern“ und „Garanten des Rechts & Vertrauens“ ging mit dem Epochenwandel „Mauerfall“ zu Bruch, weil man in der Währungsrezession 1993 ff. nicht mehr durch Produktivität Wettbewerbsnachteile kompensieren konnte. Unternehmer mussten Preise senken und bekamen „günstigere“ Kredite als je zuvor. Die Abwärtsspirale war eröffnet und beförderte marktmächtige Auftraggeber („Staats“Konzerne, Staat, Sozialsystem) zu besseren Kunden + viele „loser of competition“ (z.B. alle Berufe ohne Lobbyvertretung)…

      Kalkulatorischer Zins in NullzinsDekaden, passé.
      Unternehmerlohn nur für mitarbeitende Unternehmer, ansonten Kapitalhebel zum Mond und Zombiefizierung….. bis März 2020.

      Mit dem Arbeitsverbot vom März 2020 wurden nicht nur ALLE Grundrechte im Handstreich genommen, sondern auch alle Grundfreiheiten (Religionsfreiheit, Niederlassungsfreiheit, Berufsfreiheit, Vertragsfreiheit, Bewegungsfreiheit).

      Mit dem Arbeitsverbot werden nicht nur Unternehmen obsolet, sondern auch jedes Abgabensystem. Dem Geldsystem ist die Grundlage entzogen worden – einfach so!

      Diese „grenzenlose“ Dummheit zerstört die Existenzillusion aller Zombieunternehmen schlagartig und trifft auf die übrigen Überlebenden nach 30 Jahren Belagerung durch Schmarotzer (Banken und Staat) wie ein finale grande.

      „Wir sind stolz es bis hierher geschafft zu haben“ – ein letzter Gruß einer Unternehmerin, stellvertretend für viele, viele, viele denen bis jetzt noch eine Wahl geblieben ist.
      https://youtu.be/ZzWDSdeEkt0

      Die Spaltung der Gesellschaft ist vollendet. Die beiden (2) Lager sind in ihrer Perspektive 180 Grad entgegengesetzt orientiert. Für die Unternehmer gilt es neben dem Eigenkapital noch eigene Lebenszeit zu retten, weil man seine Zeit besser zu investieren weis, als sich von Schmarotzern ausplündern zu lassen.

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        ruby sagte:

        Was für eine schöne moderne Brauerei, sehr traurig, ein kühles Helles ist köstlich und verträglich.
        Als kleiner Junge habe ich die Brauereipferde wie auf dem Bild gestreichelt, wenn die Eckkneipe neben dem Geschäft meiner Eltern mit frischen Fässern Bier beliefert wurde. Das Knirsuchen der rollenden Fässer durch die Bierwagenkutscher bleibt unvergessen,

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        Alexander sagte:

        @ruby

        Ich würde diese Brauerei nicht aufgeben sondern stilllegen um sie bei freundlicheren Bedingungen wieder zu beleben.

        „Die Lektion ist folgende; riskiere nicht deine Kräfte für eine verlorene Nation, rette deine eigenen Kräfte für später.“

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      ruby sagte:

      @Alexander
      „Das staatliche Geldmonopol macht den Staat zum Schuldner des ersten Buchungssatzes Starter-Bargeld gegen Staatsanleihe (Pfand auf künftige Steuerzahlungen), also auch zum ersten Auftraggeber?“

      Ich schaue auf die Aktivitäten der Wirtschaftenden im Gemälde und es antwortet.
      Welcher „Auftrag“ braucht das Geldgebungsmonopol des Staates?
      Facebooks Libra und Amazonpay, Alibabapay in China sind Versuche und Formen digitale Auftragsabrechnungssysteme zu legitimisieren. Sie sind im Ursprung der Prozeß private Plattform, Handelsform zu sein. Aber sie haben nicht gleichberechtigte Auftragspartner sonder bleiben Illusion der Anbieterseite.
      Die Freiheit der erfolgreichen ErwerbsTätigkeiten wird zurückcoroniert auf Adam Smith und den Tauschhandel überlebensfähiger Einzelauftragnehmer und der korrespondierenden Einzelauftraggeber, auch ohne Währung nur durch Übereignen der Gegenstände zum Leben.
      Die ursprüngliche Gewerbefreiheit, die als Schutz funktionierte wird heute nicht mehr erkannt, geschätzt und verteidigt.
      Wir kommen zu den Fragen, was können, dürfen die Werktätigen, Tagelöhner, Produzierenden, Erntenden überhaupt arbeiten in diesem neuen Übersystem dem Himmelsgewölbe der Pfand- und Steuerbestimmer. Welche Mittel, Arbeitsformen bleiben, wenn die Rechtssysteme der totalitären Willkür weichen?
      1993 markiert das Optimum der inhaltlichen Wirtschaftlichkeitsstrategie der DM, die mit dem Euro 2002 auch in der Investionsrechnung die Nulllinien durchschritten hat.
      Substanzverzehr sowie Verlust der Technologiesetzung passen zur wiederspiegelnden Bildungskompetenz der Bevölkerung.
      Wer sein Eigentum nicht anstrebt wegen Nullzinskreditkosten für die neue Mobilgeneration beim Leitungsauftraggeber, der wird niemals die Verantwortungen und Anstrengungen zu Erschaffung und Erhaltung der eigenen sichernden Vermögen erlernen wollen. Er endet als Konsument ohne selbstbestimmte Rente, als Empfänger, Bittsteller des nächsten Morgen und ohne die innere Stimme, den Willen, die Kraft und Ethik, wie Max Weber Sie noch bei den Protestanten im Frühkapitalismus verortete. So weit denke ich wird die Wirkung des Stillstands und der Duckmäuserigkeit reichen. Das Ende der Selbstbestimmung inklusive Enteignung hat dieser Staat in den vergangenen sechs Wochen erlebt.
      Der Wohlstand aus dem Arbeitsethos scheint gewandelt zum Ansspruchsgejammer auf Staatshilfe, die sich tatsächlich ins Nichts auflöst.

      Wie bei Brueghel wendet sich die wirkliche, sich ernährende Welt ab vom schaumklatschenden in die Tiefe verschwindenden Sonnenflieger.

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        Alexander sagte:

        @ruby

        „Welchen Auftrag braucht das Geldgebungsmonopol des Staates?“

        Der Auftrag ist die Vorfinanzierung des Gewaltmonopoles-über-unterworfene-Steuermündel samt ihrer staatlich zugesicherten (unnatürlichen) Eigentumsrechte.

        Zusätzliche Währungen innerhalb dieser Machtstruktur können geduldet sein um später bei Bedarf verworfen zu werden (z.B. alle Formen von Kryptowährungen).

        „Welche Mittel, Arbeitsformen bleiben, wenn die Rechtssysteme der totalitären Willkür weichen?“
        Bisher in demographisch fähigen Gesellschaften der Krieg zur Rettung der reißenden Finanzierungsgeketten durch Ausdehnung und Unterwerfung. (vgl. Götz Aly, Raubmaschine)
        Wie sich das im demgraphisch greisen Europa samt stürzender Bildungsniveaus auwirkt, bleibt offen – Ersatzpopulation wird auf legalen/illegalen Wegen beschafft, so sehr es das tumbe Wahlvolk zulässt.

        Neben dem Desinteresse am Eigentum, bei Nullzinskreditkosten, hat sich der Bewohner schon an die neue Besitzgesellschaft angepasst indem er keine Verantwortung für den kulturellen Raum empfindet = null Wehrbereitschaft.
        Das erstreckt sich natürlich in die Familien, patchwork wo Verbände gefragt wären – zur gegenseitigen sozialen/finanziellen Fürsorge….

        Zweifellos wird die neue Sklavenmoral scheitern, weil rentable Erträge vor dem Verteilen freiwillig erwirtschaftet werden müssen. Allerdings ist das kein Trost für die Betrogenen, da Zeit die endliche Ressource eines jeden ist.

        Der Absturz des Sonnenfliegers ist kein Einzelfall sondern beim Untergang von Massen gefährlich für die wenigen Schwimmer.

        Egon Flaig sagte in der BdK, dass alle Werte nach zwei Generationen ohne Pflege verloren sind und danach mühsam neu erfunden werden müssen…. unter Opfern bis hin zum eigenen Leben. https://youtu.be/7xcQsGkZ8Cs
        —> soweit sind wir noch lange nicht wie uns eine gewöhnliche Grippe gerade zeigt.

  2. Avatar
    Richard Ott sagte:

    Eine neue Antikörper-Studie aus New York, im Ergebnis so ähnlich wie die Studie des in Deutschland von Drosten-Ultras und Staatsfunk-Propagandisten so verfemten Hendrick Streeck:

    „An estimated 13.9% of the New Yorkers have likely had Covid-19, according to preliminary results of coronavirus antibody testing released by Gov. Andrew Cuomo on Thursday. The state randomly tested 3,000 people at grocery stores and shopping locations across 19 counties in 40 localities to see if they had the antibodies to fight the coronavirus, indicating they have had the virus and recovered from it. With more than 19.4 million people residents, the preliminary results indicate that at least 2.7 million New Yorkers have been infected with Covid-19.“

    https://www.cnbc.com/2020/04/23/new-york-antibody-study-estimates-13point9percent-of-residents-have-had-the-coronavirus-cuomo-says.html

    Der Bundesstaat New York hat bis jetzt ungefähr 260000 bestätigte Corona-Fälle. Wenn es tatsächlich über 10-mal so viele Infizierte gibt, von denen die meisten Krankheitsverläufe asymptomatisch verlaufen sein müssen, sodass diese Leute nie auf die Idee kamen, sich testen zu lassen oder ein Krankenhaus aufzusuchen, dann bedeutet das:

    1. Die tatsächliche Sterblichkeitsrate von Corona-Infizierten ist nur ein Zehntel von dem, was wir bisher anhand der mit Virus-Tests bestätigten Fälle ausgerechnet hatten.
    2. Es ist völlig aussichtslos, die Ausgangsbeschränkungen so lange aufrechtzuerhalten, bis man wieder jeden einzelnen bekannten Corona-Fall unter Quarantäne stellen kann, so wie das ganz am Anfang der Pandemie eine Option zu sein schien. Die meisten Infizierten bemerken offensichtlich nie, dass sie infiziert sind, weil die Infektion völlig harmlos bei ihnen verläuft.

    Die Schlussfolgerung daraus kann nur lauten, alle Beschränkungen sofort aufzuheben und erst dann wieder welche einzuführen, wenn absehbar ist, dass es wieder so viele Infizierte mit akuten Symptomen (!) gibt, dass unser Gesundheitssystem durch die ernsthaft überlastet werden könnte. Im Moment sind wir davon ganz weit entfernt, es gibt derzeit überhaupt nur 40000 aktive Corona-Fälle in ganz Deutschland.

    Politiker, die Ambitionen haben, die Überwachungsstaat weiter auszubauen oder Grundrechte dauerhaft einzuschränken, würden diesen Kommentar von mir vermutlich als Einstieg in eine „Lockerungs-Diskussionsorgie“ oder ähnliches brandmarken…

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      Helge sagte:

      @Richard Ott
      „1. Die tatsächliche Sterblichkeitsrate von Corona-Infizierten ist nur ein Zehntel von dem, was wir bisher anhand der mit Virus-Tests bestätigten Fälle ausgerechnet hatten.“

      In einer Pandemie ist die Infektionssterblichkeit immer höher als die Fallsterblichkeit. Das hat nie jemand bezweifelt. Seriöse Schätzungen gehen von einer Infektionssterblichkeit (also alle Infizierten, nicht alle erkannten Fälle) von ca. 0,5% aus. Dies ist immer noch ein mehrfaches der Influenza, mit der Covid 19 gern verglichen wird.

      Sie scheinen kein Fan von Herrn Prof. Drosten zu sein und von Frau Merkel ja sowieso nicht. Von letzterer bin ich das auch nicht, von ersterem schon. Wahrscheinlich hat aber die Kombination aus einem hochkarätigen Fachmann und einer nüchternen und bedenklichen Kanzlerin in Deutschland bis zum jetzigen Zeitpunkt Tausende Menschenleben gerettet und ja, auch jüngere Menschenleben. Der Grund, warum in Deutschland die Fallsterblichkeit im weltweiten Vergleich so niedrig geblieben ist und das Gesundheitswesen bisher nicht überlastet wurde ist, daß man die Fälle durch frühes Testen schnell erkannt hat und politisch darauf reagiert wurde. Für das frühe Testen war meines Wissens nach Herr Drosten maßgeblich verantwortlich. Deutschland hat dadurch gegenüber anderen Ländern einen Vorsprung von ca. 1 Monat in der Ausbreitung der Epidemie gewonnen. Wenn man wie andere Staatschefs der Meinung ist, das das eigene Testosteron sich selbst und auch der eigenen Bevölkerung eine ausreichende Immunität verleiht, merkt man einen Ausbruch halt erst, wenn es ein Ausbruch ist, wenn nämlich das Gesundheitswesen bereits überlastet ist und die Zeitungen voll mit den bekannten Bildern sind.

      „Die Schlussfolgerung daraus kann nur lauten, alle Beschränkungen sofort aufzuheben und erst dann wieder welche einzuführen, wenn absehbar ist, dass es wieder so viele Infizierte mit akuten Symptomen (!) gibt, dass unser Gesundheitssystem durch die ernsthaft überlastet werden könnte.“

      Und aus o.g. Gründen ist das extrem schwer zu steuern. Was nicht heißt, das man Beschränkungen nicht lockern kann. Man weiß aber einfach nicht, welche Beschränkungen die Übertragungsrate gesenkt haben. Waren es nur die Massenveranstaltungen wie Karneval oder doch eher die Schulen und Kitas? Fanden überhaupt Übertragungen beim Friseur statt? Das muß man wissenschaftlich untersuchen, die Beschränkungen unter Beobachtung des Ausbruchsgeschehens schrittweise lockern und ggf. nachsteuern.

      „Politiker, die Ambitionen haben, die Überwachungsstaat weiter auszubauen oder Grundrechte dauerhaft einzuschränken, würden diesen Kommentar von mir vermutlich als Einstieg in eine „Lockerungs-Diskussionsorgie“ oder ähnliches brandmarken…“

      Ich werde nie verstehen, wie man in einer solchen Situation zu solchen Meinungen kommen kann. Sind sie wirklich der Ansicht, Frau Merkel hat diesen Begriff gewählt, weil sie den Überwachungsstaat ausbauen will? Vielleicht doch eher aus Verantwortungsgefühl und Angst vor einer Wiederzunahme der Infektionen?

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        Namor sagte:

        Das kommt raus, wenn man sich von dpa und ör flankieren lässt. „Seriöse Studien“, „höchkarätiger Fachmann“, … ob die Kanzlerin „nüchtern“ … kann man diskutieren, das sie „bedenklich“ ist, da sind wir doch noch in etwas einig. Schauen sie Mal ein paar Stunden bei swprs.org vorbei. Wenn die Flanke offen ist, sollte man sein Zentrum stärken.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Helge

        Bin Ihrer Meinung.

        Die Politik hat die Bereitschaft der Bevölkerung, sich Kontaktrestriktionen aufzuerlegen und damit einen großen Teil der Wirtschaft ins Koma zu versetzte, KONSEQUENT genutzt mit dem bisher ERREICHTEN Ziel, dass wir eine vergleichsweise geringe Fallsterblichkeit haben und unser Gesundheitssystem NICHT überfordert wurde.

        Ob das verhältnismäßig ist mit Bezug auf die wirtschaftlichen und sozialen Kosten, kann man diskutieren.

        Dann aber bitte auch Bildern wie aus Bergamo und anderswo zumindest als Möglichkeit mit einbeziehen.

        Ich glaube nicht, dass unsere Politiker bei solchen Bilder aus Deutschland ungeschoren davon kämen.

        Wie auch immer, es ist EIN Bekämpfungskonzept, das man verfolgt hat.
        Es war m. A. n. eines, welches anhand der dürftigen Datenlage, fehlenden Tests und mangelnder Schutzausstattung angesichts einer UNBEKANNTEN gesamtheitlich bedrohenden Gefahr sehr gut BEGRÜNDET ist.

        Wenn die Bevölkerung JETZT immer stärker meint, dass man die Restriktionen mehr und mehr aufheben sollte, dann geschieht das eben gegen die Empfehlungen von anerkannten Epidemiologen und dem, was Frau Merkel für angebracht hält. Sie wird letztlich nichts dagegen tun können, es ist ja auch in vielem Ländersache.

        Von Überwachungsstaat und Abbau von Grundrechten kann erst dann die Rede sein, wenn NACH der Epidemie, was durch diese veranlasst wird, NICHT wieder rückgängig gemacht wird.

        Man mag dies oder jenes kritisieren, aber von einem für alle Zeiten gewollten Überwachungsstaat zu reden, ist schlichtweg eine Unterstellung.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „[Das bisherige Bekämpfungskonzept] war m. A. n. eines, welches anhand der dürftigen Datenlage, fehlenden Tests und mangelnder Schutzausstattung angesichts einer UNBEKANNTEN gesamtheitlich bedrohenden Gefahr sehr gut BEGRÜNDET ist.“

        Jetzt kommen aber immer mehr Daten rein, die die bisherige Strategie als untauglich erscheinen lassen. Solange sich das Virus weiter verbreitet und das nicht gestoppt wird, wird es irgendwann die komplette Bevölkerung durchseuchen. Die Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und so weiter verlangsamen diesen Prozess nur – und verhindern so immerhin, dass sich ein Bergamo-Szenario in den Krankenhäusern entwickeln kann. Komplett aufhalten könnten sie den Prozess aber nur, wenn die Zahl der täglichen Neuinfektionen so klein wird, dass man alle neu Infizierten wieder ganz personenspezifisch isolieren und deren Kontaktpersonen kontrollieren könnte. Wenn aber auf einen entdeckten Infizierten 9 asymptomatische Infizierte kommen, dann ist das aussichtslos. Sie wissen ja gar nicht, wo Sie anfangen sollen, weil die meisten Überträger des Virus selbst nie Symptome zeigen. Da müssen Sie jede Kontaktperson eines entdeckten Infizierten ausfindig machen und testen, und am besten noch jede Kontaktperson von jeder dieser Kontaktpersonen, und zwar über einen Zeitraum von mehr als der typischen Inkubationszeit, weil ja die meisten Infizierten asymptomatisch sind und Sie erstmal herausfinden müssen, von wann bis wann die genau infektiös waren. Bei weltweit 2 Millionen aktiven Fällen und demzufolge vielleicht 20 Millionen asymptomatisch Infizierten ist das einfach nicht mehr möglich.

        Wir können so weitermachen wie bisher, und darauf hoffen, dass ein Impfstoff oder ein effektives Medikament entwickelt und großflächig eingesetzt wird. Bis dahin haben wir alleine in der Eurozone zusätzliche Kosten von hunderten Milliarden Euro pro Monat, und Massenarbeitslosigkeit weltweit.

        Es gibt übrigens 2 effektive Methoden, um ein Gesundheitssystem zum Zusammenbruch zu bringen: Entweder dadurch, dass man es in kurzer Zeit mit zu vielen Patienten überlastet – oder dadurch, dass man die Wirtschaft, die das Gesundheitssystem über Sozialbeiträge finanziert, zum Zusammenbruch bringt.

        „Von Überwachungsstaat und Abbau von Grundrechten kann erst dann die Rede sein, wenn NACH der Epidemie, was durch diese veranlasst wird, NICHT wieder rückgängig gemacht wird.“

        Ein „nach der Epidemie“ wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Wenn derzeit zehnmal mehr Personen Antikörper gegen das Virus haben als überhaupt positiv getestet wurden, dann deutet das darauf hin, dass das Virus endemisch wird! Das heißt, ohne Massenimpfung mit einem Impfstoff, den wir nicht haben und der vielleicht nie entwickelt wird, wird es niemals wieder aus der Bevölkerung verschwinden.

        Das ist wie beim „Krieg gegen den Terrorismus“ – der ist auch nie zuende (kann er auch gar nicht, weil Terrorismus eine Strategie ist, und kein spezifischer Gegner, den man besiegen könnte), und demzufolge haben die Hysteriker immer eine Rechtfertigung dafür, die Einschränkungen der Grundrechte und die Überwachungsmaßnahmen weiter aufrechtzuerhalten.

        Entweder akzeptieren wir, dass das Coronavirus von nun an immer wieder Menschen infizieren und auch töten wird – oder aber wir können uns dauerhaft von unserer Freiheit verabschieden.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Jetzt kommen aber immer mehr Daten rein, die die bisherige Strategie als untauglich erscheinen lassen.>

        Es hängt nicht nur an den Daten, sondern auch daran, ob wir die Menschen in den Pflegeheimen auch HINREICHEND schützen kann.

        Können wir nicht, also …

        >Wir können so weitermachen wie bisher, und darauf hoffen, dass ein Impfstoff oder ein effektives Medikament entwickelt und großflächig eingesetzt wird. Bis dahin haben wir alleine in der Eurozone zusätzliche Kosten von hunderten Milliarden Euro pro Monat, und Massenarbeitslosigkeit weltweit.>

        Ganz richtig – können wir, werden wir aber NICHT.

        Es zeichnet sich ab, dass das bisherige Bekämpfungskonzept immer mehr als UNVERHÄLTNISMÄSSIG angesehen wird und daher wird die Wirtschaft wieder hochgefahren.

        Ist in Ordnung, wenn das im Einklang mit der Bevölkerungsmehrheit ist.

        Zum Überwachungsstaat:

        Ob es kein „nach der Epidemie“ geben wird, werden wir sehen.

        Wenn man bei jeder Freiheitsrechte einschränkenden, aber gleichwohl zielführenden Maßnahme gleich den Überwachungsstaat wittert, dann muss man eben derartige Maßnahmen unterlassen und die Konsequenzen tragen.

        Alles möglich, muss nur diskutiert werden und allen klar sein.

        WOLLEN können wir prinzipiell alles, was möglich ist.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Diemtar Tischer

        Wie wäre es eine demokratische Abstimmung unter den Fachleuten für Viren/Epedemien abzuhalten, um wenigstens die Zahl der Fachleute vs. Drosten / Wieler zu ermitteln?

        Die Art wie unsere Medien jeden Fachmann persönlich abfertigten um den Paniklevel zu verlängern bestätigt bei schon länger hier Lebenden das Gefühl die GEZ Gebühren besser für hungernde Kinder zu spenden.

        Wie wäre es mit Tatsachen?- fragt man sich und die Gilde von Unsichtbaren Zauberern. Man könnte mit bangem Blick nach Schweden schielen um zu sehen, dass man seine Volkswirtschaft nicht abschalten muss für Sterblichkeitsraten geringer der Grippewelle 2017/18.
        https://www.achgut.com/artikel/der_bange_blick_auf_schweden

        Mittlerweile wird sogar auf Quarantäne-Brecher geschossen, wenn es auch nur drei Warnschüsse über die Köpfe von Wanderern (Austria) waren – als Beispiel wie man Räume sichert ohne zu töten …. immerhin!

        Derweil tötet der Stau an aufgeschobenen Operartionen oder verzögerte Herzinfarkte bei Kurzarbeit unter Rettungskräften und Krankenhäusern…..alles zum Wohle der Bevölkerung.

        Zum Wohle der Bevölkerung hat man schon das Bankgeheimnis abgeschafft (Terrorbekämpfung) das Energiesystem auf den Kopf gestellt (Co² Hysterie) die einzige Cash Kuh der Republik gepfählt (Autoindustrie) und zahllose Raketenwissenschaftler vor dem Ertrinken nach der BRD gerettet.

        Wem bei all diesen Erinnerungen keine Zweifel kommen, der muss sich einfach gut regiert fühlen.

        #wir schaffen auch das

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Helge

        „Ich werde nie verstehen, wie man in einer solchen Situation zu solchen Meinungen kommen kann. Sind sie wirklich der Ansicht, Frau Merkel hat diesen Begriff gewählt, weil sie den Überwachungsstaat ausbauen will? Vielleicht doch eher aus Verantwortungsgefühl und Angst vor einer Wiederzunahme der Infektionen?“

        Bei der Einschätzung von Frau Merkel werden wir sicher keinen Konsens finden. „Verantwortungsgefühl“ wäre jedenfalls das letzte, was ich ihr zuschreiben würde.

        Aber vielleicht können Sie ja meine grundsätzliche Skepsis zumindest nachvollziehen, wenn die Regierung meine Grundrechte einschränkt, weil sie angeblich nur das Beste für mich will.

        Ich möchte Sie nämlich daran erinnern, dass Einschränkungen von Grundrechten schon immer mit angeblicher Fürsorge für das Volk begründet wurden, das gehört geradezu zum Handwerkszeug von autoritärer Politik. Fies lachende Schurken, die sich zum Diktator ausrufen und dabei an ihrem Schnurrbart zwirbeln, gibt es nur in Comic-Verfilmungen. In der Realität lief dass immer schon raffinierter ab. Wissen Sie zum Beispiel, wie die wichtigsten Rechtsverordnungen offiziell hießen, mit denen im Frühjahr 1933 die Grundlagen für die Diktatur der Nationalsozialisten gelegt wurden? Das waren die „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes“ (de facto Einschränkungen der Versammlungs- und Pressefreiheit), die „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ (heute eher bekannt als „Reichstagsbrandverordnung“) und das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ (das kennen Sie sicherlich, aber als Hitlers „Ermächtigungsgesetz“).

        @Herr Tischer

        „Es hängt nicht nur an den Daten, sondern auch daran, ob wir die Menschen in den Pflegeheimen auch HINREICHEND schützen kann.“

        Das könnten wir schon, sogar dann, wenn Sie in Anlehnung an die belgischen Datenerhebungmethoden einen Schutz nur dann als „hinreichend“ ansehen, wenn sich dort niemand mehr mit Corona oder sogar irgendeinem anderen Virus, das mit Erkältungssymptomen einher geht, infizieren soll. Dazu müssten wir die Pflegeheime komplett isolieren, also Besuchsverbot, Ausgangsverbot und alle Pflegekräfte müssen auch im Pflegeheim wohnen.

        Ich bezweifle allerdings, dass dann noch irgendjemand freiwillig in ein Pflegeheim gehen oder dort arbeiten wöllte…

        Und es gäbe auch dann immer noch viel mehr Tote in Pflegeheimen als in Rest der Bevölkerung – die würden dann wieder an ihren anderen Vorerkrankungen sterben (was unsere Gesellschaft aber offensichtlich ohne weiteres akzeptiert) ohne dass das Coronavirus dem zuvor kommen würde.

        „Es zeichnet sich ab, dass das bisherige Bekämpfungskonzept immer mehr als UNVERHÄLTNISMÄSSIG angesehen wird und daher wird die Wirtschaft wieder hochgefahren. Ist in Ordnung, wenn das im Einklang mit der Bevölkerungsmehrheit ist.“

        Genau deshalb diskutieren wir ja hier, das ist alles ein kleiner Teil der Meinungsbildung innerhalb der Bevölkerung.

      • Avatar
        Kosider Jürgen sagte:

        Ich sehe zwei aktuelle angewandte Strategien zur Bekämpfung der Pandemie in den Ländern, teilweise etwas abgewandelt:
        A: Eindämmung durch Lockdown, Quarantäne, wenn Fallzahlen überschaubar, konsequente Nachverfolgung, Tracing etc. – besonders erfolgreich in asiatischen Staaten. Mehrheit der Staaten verfolgen diese Strategie. NL & UK wollten ursprünglich Strategie B umsetzen.
        B: Schutz der Risikogruppe, freiwillige Distanzierung und Verfolgung einer Herdenimmunität (Schweden Modell) – Schutz der Risikogruppe ist in Schweden allerdings gescheitert. Momentan noch hohe Anzahl von Toten pro EW, kann sich allerdings im Laufe der nächsten Monate angleichen.

        Wir in Deutschland haben die 1. Strategie gewählt (bzw. als alternativlos betrachtet) haben aber im Moment noch zu viele neue Fälle, sodass es für das Gesundheitssystem in manchen Regionen schwierig werden könnte, die Fälle alle nach zu verfolgen. Entweder macht man dann wieder mehr lokale/regionale Lockdowns oder man gibt auf und lässt es laufen.

        Der Erfolg wird auch davon abhängen, wie hoch die Immunität wirklich bereits in der Bevölkerung ist und ob das Virus einen saisonalen Verlauf hat.

        Ich denke auch, dass man nun kalkulierte Risiken eingehen sollte und sauber bewerten, welchen Einfluss die Öffnung z.B. der Schulen haben wird.

        Bei allem hilft jedoch nicht, wenn Merkel, Drosten, Lauterbach & Co pausenlos den Teufel an die Wand malen. Aber deren Strategie ist klar: haben sie recht, dann stehen sie gut da. Haben sie nicht recht, dann sagen sie, dass sie nur unser bestes wollten, man sollte mit dem Leben nicht spielen, oder ähnliches…

        Wir hatten bisher auch Glück im Timing und mussten nur eine kleine Welle surfen. Ob jetzt größere Wellen kommen, werden wir sehen. Aber ich denke auch, dass unser Gesundheitssystem robust genug ist, um das zu meistern.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Michael Stöcker

        Niemand glaubt es sei für Italien möglich seinen Schulden zu entfliehen solange das Land in Euro bilanziert. Die Leistungsbilanzüberschüsse sind Vergangenheit von vor der Covid-19 Krise und haben keinen Hoffnung auf Besserung gemacht, wenn der industrielle Output bei 1990 liegt.

        Das Problem ist auch keine ungenügende Geldschöpfung, denn z.B. Italien hat sich zunehmend verschuldet – nur dass diese Investitionen nicht rentabel genug sind.

        Zukünftge Geldschöpfung bei unveränderten Strukturen soll nun welches Problem lösen? Wenn gar kein Problem gelöst werden soll, sondern alle weiter für die Simulation von wirtschaften entlohnt werden…dann sind Euo-Corona-Bonds die beste Lösung.

        Wie werden wir ein Viren Risiko zukünftig kalkulieren, wenn jährlich shutdowns zu erwarten sind und das BIP dann jedes Jahr um +10% fällt….? Eine Umsatzdeflation von 50% ist in keinem Finanzierungsplan vorgesehen, die Mittel für Nachschüsse soeben verbrannt worden und wie geht es weiter, wenn Überbrückungskredite von der KfW auf einmal 3% kosten und zu 0% von der EZB refinanziert werden?
        Sieht so Hilfe aus? Möchte der Staat zum alleinigen Unternehmer in seinem Herrschaftsgebiet werden? Nur zu, die können das!

        Obwohl schon wieder alle wissen wer schuld ist, hat so scheint mir noch niemand begriffen was für ein Epochenwechsel im Frühjahr 2020 stattfindet.

        So reglementiert unser Markt ist, durch den alleinigen Gesetzgeber, so stark oder schwach zeigen sich die Betriebe in der Krise – egal welcher. Keinem Unternehmer braucht jemand heute den Vorwurf machen weniger vorausschauend gehandelt zu haben, als die Beschäftigten des Unternehmens. Jeder hat ein Recht auf Realitätsverweigerung….wenn Haftung begrenzt ist :o)

        Dass die BRD keineswegs krisenfest ist, war dem kritischen Beobachter schon vorher klar, vielleicht jetzt bald auch den Wählern unserer lieben Frau Merkel und ihrer Landesministerpräsidenten. Es wäre allmählich Zeit….

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Fricke ist mein spezieller Freund und weil Sie ihn heiß empfehlen, nehme ich ihn mir mal wieder vor:

      >Anders als der peinliche Streit darüber, ob die Deutschen bei Eurobonds mitmachen, um damit anderen zu helfen – oder stattdessen lieber fantasieren, der Italiener hätte ja mal früher sparen sollen.>

      Der Streit, den WIR über Eurobonds führen betrifft Kosten und Haftung für uns – was soll daran peinlich sein, dazu eine Meinung zu haben und sie zu vertreten. Der Streit ist allerdings peinlich, weil Conte HILFEN ablehnt, die nicht seinen Vorstellungen entsprechen.

      Niemand von Rang hat je gesagt, dass die Italiener früher hätten sparen sollen. Sie hätten früher mit ihren Schulden mehr investieren als konsumieren sollen und damit ihre Wirtschaft RESTRUKTURIEREN können.
      Es ist NICHT notwendigerweise Austerität, wenn eine Volkswirtschaft über Zeit von Konsum auf Investitionen umsteuert.

      >Wenn der italienische Staat in einer Krise wie dieser unter finanziellen Druck gerät, liegt das, wenn es überhaupt an den Italienern liegt, daran, dass das Land eine ziemlich hohe staatliche Altschuldenquote hat, also viele Kredite aus vergangenen Zeiten. Nur hat das ja wenig mit der Lebensrealität heute zu tun, sondern mit einer Phase tatsächlicher Entgleisung in den Achtzigerjahren – wobei das damals nicht per se an einer Mentalität des Prassens lag, sondern auch an plötzlich hochgeschnellten Zinsen,…>

      Und WARUM sind die Zinsen PLÖTZLICH hochgeschnellt?

      Musste sich Italien in den Achtzigerjahren dramatisch hoch verschulden, weil damals der Vesuv ausgebrochen war und einen Schaden wie COVID-19 angerichtet hat?

      >Hätten wir Deutschen nicht so liebe Freunde im Ausland gehabt, die uns 1953 einen Teil unserer Schulden erlassen haben, ständen wir mit der Altlast auch heute noch ziemlich dumm da>

      Vermutlich richtig.

      Was ist, wenn den Italienern die Schulden weitgehend erlassen werden?

      Das ist die Frage, die aus der Feststellung über uns folgt.

      Soll Fricke doch bitte einmal darlegen, wie Italien damit umgehen würde, wenn, was der Fall ist, die 5 Sterne-Partei das Land regiert.

      Wenn ich mich richtig erinnere, wollten die JEDEM Italiener EUR 800 pro Monat auszahlen.

      Ich bin daher sicher:

      Nach Schuldenerlass sehr DYNAMISCHE Neuverschuldung.

      >… fahren Italiens Regierungen seit 1992 Jahr für Jahr Überschüsse im Etat ein, wenn man herausrechnet, was als Zinszahlungen für die Bedienung der Altschulden draufgeht. Sprich: Der Staat gibt seit 30 Jahren weniger für seine Bürger aus, als er ihnen abnimmt.>

      Vielleicht will er ihnen mehr abnehmen, schafft es aber nicht, weil seit Jahrzehnten bis heute die Mentalität herrscht, dem Staat nicht die geforderten Steuern zu bezahlen, weil er mit dem Geld erkennbar nicht zum Wohl der Bürger umgehen kann?

      Hätte er mehr, könnte er es INVESTIEREN und die BÜROKRATIE auf Vordermann bringen statt es „für die Bürger ausgeben“, was er bei dem wenigen Geld, was er bekommt, weitgehend tun muss.

      >Zur Katastrophe ist all das seit der Eurokrise geworden, als Regierungschefs wie Mario Monti unter internationalem und gerade auch deutschem Druck eine Reform nach der anderen durchzogen.>

      Das ist die Lachnummer.

      Italien hätte sich weiter verschulden sollen – für WAS?

      Na klar, für ein Weiter so.

      Draghi hat dem italienischen Staat Zinszahlungen in Höhe von Mrd. erspart durch den Ankauf von italienischen Staatsanleihen.

      Das ist die Wahrheit und auch, dass die Minderausgaben des Staates NICHT oder nicht hinreichend genutzt wurden, das Land STRUKTURELL zu verändern.

      Es wäre möglich gewesen, wenn auch mit Schmerzen für die Bevölkerung.

      Man hätte heute nicht 30% Jugendarbeitslosigkeit vermutlich auch spürbares Wachstum.

      Ich weiß nicht wie es heute ist, aber noch vor wenigen Jahren hatte die Italiener eine praktiziert Arbeitsgesetzgebung, die eine Kündigung praktisch unmöglich machte – Diebstahl am Arbeitsplatz war nach Meinung vieler Richter kein Kündigungsgrund.

      Konsequenterweise wurden auch nicht so viele Menschen eingestellt, wie es möglich gewesen wäre.

      >Auch die öffentlichen Gesundheitsausgaben haben Italiens Regierungen seit 2010 gekappt – während zeitgleich in Deutschland pro Kopf Jahr für Jahr mehr ausgegeben wurde.>

      Ja, auch für erhebliche ÜBERKAPAZITÄTEN bei den Krankenhäusern (gemessen am normalen Bedarf).

      Man muss es sich eben leisten wollen.

      Die Deutschen meckern nicht über zu hohe KK-Abzüge.

      >Die privaten Schulden liegen gemessen am Bruttoinlandsprodukt in kaum einem Land der EU so niedrig wie in Italien.>

      Das muss man erst einmal schaffen, wenn 80% der Bevölkerung Immobilien besitzen.

      In Italien schafft man das – man bezahlt eben nicht die Steuern, die man zahlen müsste.

      Wenn sich daraufhin der Staat zu hoch verschulden muss bzw. seine Schulden nicht zurückfahren kann, ist das eben die Folge.

      >Wenn Hans-Werner Sinn über Jahre mit der Über- und Fehlinterpretation der Target-Salden die Mär vom bösen Südeuropäer ins Volk posaunt hat, ist das eher Gesinnungseifer und, was weiß ich, Ressentiments geschuldet als mangelnder Kompetenz (sicher nicht). >

      H.-W. Sinn hat meines Wissens nie vom „bösen Südeuropäer“ gesprochen – Fricke diffamiert.

      Das Problem ist, dass die Italiener zu viel von uns kaufen – offensichtlich, weil ein BMW eben attraktiver ist als ein FIAT – und wir nicht jedes Jahr Rom oder die Toskana besuchen wollen, wenn andere Länder einen vorteilhafteren Urlaub bieten.

      Sollen wir uns dafür schämen oder um Entschuldigung bitten?

      Ja.

      Fricke sagt es nicht, meint es aber.

      >Es ist höchste Zeit, das Drama zu stoppen – und sei es eben mit Eurobonds als Symbol für die Schicksalsgemeinschaft, die wir ohnehin mit der gemeinsamen Währung haben.>

      Eurobonds als Symbol.

      Es geht also nicht um HILFE, sondern darum, mit Eurobonds SYMBOL-Politik betreiben – endlich sagt es mal einer.

      Warum?

      Der tiefere Grund für Fricke:

      >Sonst wird die Europäische Union in ein paar Jahren keine Union mehr sein. Und in Italien wie in Frankreich werden Leute an die Macht kommen, die, wie jetzt schon Donald Trump oder Boris Johnson, keine Lust haben, das Spiel mitzumachen.>

      Schon klar, WIR sind die SCHULDIGEN, wenn in anderen Ländern Leute GEWÄHLT werden, die das Spiel nicht mehr mitmachen.

      Das ist die ULTIMATIVE Begründung dafür, uns SELBST an den Punkt zu bringen, an dem hierzulande Leute das Spiel nicht mehr mitmachen wollen.

      Ich meine, wir sollten schon so FAIR sein, anderen Bevölkerungen die Entscheidung zu überlassen, ob sie das Spiel noch mitmachen wollen oder nicht.

      Bis dahin helfen wir ihnen doch gern.

      Antworten
      • Avatar
        Horst sagte:

        “Hätten wir Deutschen nicht so liebe Freunde im Ausland gehabt, die uns 1953 einen Teil unserer Schulden erlassen haben, ständen wir mit der Altlast auch heute noch ziemlich dumm da.“

        Fricke verklärt die wirtschaftshistorische Dimension des Londoner Schuldenabkommens.

        Jeder mag sich selbst auf die Suche begeben.

        Merke: Bei Kriegs- und Auslandsschulden gibt es KEINE LIEBEN FREUNDE.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        >Bei Kriegs- und Auslandsschulden gibt es KEINE LIEBEN FREUNDE.>

        Sehr richtig.

        DAMALS, im Kalten Krieg, hatten „Freunde“ uns geholfen, weil sie ein wirtschaftlich starkes Westdeutschland BRAUCHTEN gegen das sozialistische Lager, das durch Einverleibung der Staaten Ost- und Mitteleuropas stark gewachsen war und mit seiner offensiven Ideologie als Gefahr angesehen wurde.

        Es war ein riesiges „Geschenk“ – und wir haben es genutzt.

        Heute ist die Situation völlig anders und es ist einfach nur dummes Zeug, den damaligen Schuldenerlass in Spiel zu bringen.

  3. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    >„Staatliche Überfürsorge hat ihren Preis. Der Staat entzieht Unternehmen und Bürgern die Verfügungsgewalt über das von ihnen erwirtschaftete Vermögen …Es findet also gerade eine Umverteilung von privat zum Staat statt.>

    Gibt es schon seit längerem, findet jetzt nur schneller und stärker statt.

    Richtig also, aber nicht weit genug gedacht und letztlich nicht in der ganzen Tragweite verstanden:

    Denn es geht nicht nur um die Verfügungsmacht über das Vermögen.

    Viel gravierender aus meiner Sicht:

    Der Preis der Überfürsorge ist die ENTWERTUNG individueller FREIHEIT mit den beiden Polen VERANTWORTUNG und HAFTUNG für sein Handeln.

    Warum sollen Menschen, die mit Überfürsorge GEGÄNGELT werden, noch für irgendetwas Verantwortung übernehmen und für Ihr Handeln haften?

    Würden Sie es tun, wären sie doof.

    Man rennt nicht fortwährend mit dem Kopf gegen die Mauer.

    Also:

    Die Überfürsorge akzeptieren und alle Energie dafür einsetzen, dass man selbst MEHR als andere überversorgt wird.

    So stellt sich mir die gesamtgesellschaftliche Befindlichkeit dar.

    Ob irgendwann einmal noch Ressourcen für eine Überfürsorge vorhanden sein werden, ist eine ganz andere Frage.

    Da wir uns so intensiv mit der Überfürsorge beschäftigen, haben wir selbstverständlich keine Zeit und keinen Nerv, uns damit zu befassen.

    Wir bleiben bei der bewährten Lebenslogik:

    Wir lösen Probleme, aber nur zur UNZEIT.

    Antworten
    • Avatar
      jobi sagte:

      @D.Tischer

      „Der Preis der Überfürsorge ist die ENTWERTUNG individueller FREIHEIT mit den beiden Polen VERANTWORTUNG und HAFTUNG für sein Handeln“

      So ist es , Herr Tischer.

      Und schlimmer noch, als der gigantische Schuldenberg, den unser Glück verheißender Sozialstaat hinterlässt, sind seine mentalen Folgen:

      Die fürsorliche Entmündigung und die erlernte Hilflosigkeit seiner Bürger.

      Antworten
  4. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    „Es dauerte zu lange, bis die Behörden angemessen auf Covid-19 reagierten.“

    Was denn nun, Herr Gujer: Weniger Staat oder doch mehr Staat???

    „Staatsgeld ist das eine. Effizienz ist etwas ganz anderes.“

    Korrekt. Aber auch mit viel privatem Geld kann es ein Effizienzproblem geben; siehe USA. Aber das will ja jetzt einer mit dem Injizieren von Desinfektionsmitteln lösen.

    „Die Schulden, die ein Finanzminister jetzt aufnimmt, tragen seine Nachfolger ab, indem sie Steuern erhöhen oder später als geplant senken.“

    Die Schulden, die ein Finanzminister jetzt aufnimmt, sind die Ersparnisse der Bürger, wenn er die Steuern nicht erhöht oder später als geplant erhöht. Alles andere sind Phantasien von Tauschökonomen, die keine Ahnung davon haben, wie unser Geldsystem funktioniert.

    „Wirtschaftlich braucht es die Kreativität und die Leistungsbereitschaft jedes Einzelnen.“

    Korrekt!

    „Dieses Potenzial setzen wir nur frei, wenn wir den Staat nach der Pandemie wieder in seine Schranken weisen.“

    Das ist fundamental falsch. Es gibt Bereiche, da sollten wir den Staat in der Tat in seine Schranken weisen, aber es gibt viele andere Bereiche, in denen wir eindeutig mehr Staat benötigen. Auch hier gilt: It takes two to tango: https://youtu.be/uXrCeiQxWyc

    Antworten
    • Avatar
      Michael Stöcker sagte:

      Und was Herr Gujer überhaupt nicht auf die Reihe bekommt ist der Fakt, dass die Schweiz finanziell nur so „schön“ dasteht, weil sie extrem hohe LB-Überschüsse hat. Es ist also das Ausland, das FÜR die Schweiz die Schulden macht sowie die Schweizer Bürger, die ihre Immobilien finanziell stark belasten und SOMIT dafür sorgen, dass sich der Schweizer Staat nicht verschulden muss und SOMIT eine geringere Staatsquote ausweist.

      Wer noch auf weiteres „wohltuendes“ Liberallala steht, der kann sich bei GS von Gujer berieseln lassen: https://podcasts.apple.com/us/podcast/der-achte-tag-21-eric-gujer-kein-sozialismus-nach-der/id1502981092?i=1000471588321

      LG Michael Stöcker

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker

      >„Es dauerte zu lange, bis die Behörden angemessen auf Covid-19 reagierten.“
      „Was denn nun, Herr Gujer: Weniger Staat oder doch mehr Staat???“

      Wie wäre es mit einem intelligenten Staat, der von Anfang an das Tragen von Masken empfiehlt statt in einer besonders bösartigen Neuauflage der Methoden aus der DDR-Werbung solange zu behaupten, sie seien nutzlos, wie er keine beschaffen kann?
      https://twitter.com/tagesschau/status/1240699817917132800

      Bonusziel: Schutzausrüstung bei Ausbruch einer Pandemie nicht verschenken sondern weiter für die eigene Bevölkerung vorrätig halten

      Antworten
    • Avatar
      Horst sagte:

      „Die Schulden, die ein Finanzminister jetzt aufnimmt, sind die Ersparnisse der Bürger, wenn er die Steuern nicht erhöht oder später als geplant erhöht. Alles andere sind Phantasien von Tauschökonomen, die keine Ahnung davon haben, wie unser Geldsystem funktioniert.„

      Solange ich nicht das eindeutige Bekenntnis der Bundesregierung fair nehme an, dass die nun aufgenommenen Schulden, um die Krise zu meistern, ewiglich in den Büchern der europäischen Zentralbank zu 0% Zinsen zu schlummern komme, bin ich geneigt, Ihnen zu widersprechen.

      Und solange ebenfalls kein klares Bekenntnis zu vernehmen ist, über die Themen Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer und Börsensteuer ernsthaft zu diskutieren und diese einzuführen/novellieren, bin ich ebenfalls geneigt, Ihnen zu widersprechen.

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        M. Stöcker hat Recht.

        Der Staat kann sich im REINEN Schuldgeldsystem nur mit Krediten oder durch Steuern finanzieren, wobei wir einmal annehmen, dass er nicht „Unternehmer“ ist und sich z. B. mit der aus Schulden oder Steuergeldern erbauten Autobahn durch eine Maut finanziert.

        Aber Ihr Verweis ist berechtigt:

        Bei der gigantischen NEUVERSCHULDUNG, die durch COVID-19 bedingt ist, steigt die gesamte Verschuldung so stark, dass sich unser Staat auf DAUER nicht mehr zu Minus oder Nullzinsen am Kapitalmarkt refinanzieren können wird. Das gilt auch dann, wenn andere sich noch mehr als wir verschulden.

        Es kann spürbar teurer werden – zu teuer.

        Es werden daher ziemlich sicher zukünftig auch Kredite des deutschen Staats in erheblich höherem Umfang bei der EZB landen.

  5. Avatar
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Ich glaube, dass das nur in der Schweiz und in Deutschland so gesehen wird, die anderen werden nicht sparen.“

    Warum auch? Wenn die EZB oder Deutschland das Geld zur Verfügung stellen, wäre sparen ja dämlich. Würde ich an deren Stelle auch nicht machen. Ist nur rational, da man sich zusätzliches Geld entweder von einem anderen Land oder aus der Zukunft oder von beidem holt und sofort verwenden kann. Der Fehler ist m.E. eine Währung ohne ein einheitliches demokratisches Staatsgebilde.

    Dazu ein passendes Zitat eines bekannten Bundeskanzlers, der an der heutigen Situation aber auch nicht ganz unbeteiligt war:

    „Man muß spät ins Bett gehen und früh aufstehen, wenn man den Sozialismus besiegen will.“ (Dr. Helmut Kohl)

    Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      „Der Fehler ist m.E. eine Währung ohne ein einheitliches demokratisches Staatsgebilde.“

      Ganz genau. Und dieses einheitliche Eurozonen-Staatsgebilde wird es nie geben. Dann bestünde nämlich die Möglichkeit, dass die Bevölkerungen der heutigen Nordländer dem Weichwährungs-Süden eine harte Sparpolitik aufzwingen indem sie entsprechenden Kandidaten bei Wahlen zur gemeinsamen Eurozonen-Regierung die Mehrheit verschaffen. Wenn die Eurozone ein einheitliches Staatsgebilde ist, dann ist jedes Politikfeld plötzlich Innenpolitik – und die Deutschen und die Niederländer wollen dann überall mitreden und Sparideen durchsetzen.

      Für die Südländer wäre das völlig inakzeptabel, da treten die lieber aus.

      Sie können sich auch zum Spaß mal vorstellen, wie die Grünen in Deutschland reagieren würden, wenn ein von der französischen Atompolitik inspirierter Politiker in einem zukünftigen EU-Einheitsstaat ein neues EU-weites Atomkraftwerke-Bauprogramm („Für Versorgungssicherheit und CO2-Einsparung“) vorschlagen und dafür bei den Wahlen eine Mehrheit bekommen würde…

      Antworten
  6. Avatar
    Stefan Bohle sagte:

    Die Übergriffigkeit und Selbstanmaßung der Politik gewinnt nach 15 Jahren Merkel immer mehr anstatt weniger Dynamik. Lassen wir ihre Taten und nicht ihre Worte sprechen, dann wird klar: es ist genau das, was ihrem Gesellschafts- und Politikverständnis entspricht und bestimmt keine marktwirtschaftlichen Freiheiten. Corona ist nur eine weiterer und besonders wirkmächtiger Vorwand.

    Als alter schwarz-gelber Stammwähler kann ich kaum noch in Worte fassen, wie sehr mich das anwiedert.

    Antworten
  7. Avatar
    Richard Ott sagte:

    bto: „Mehr Staat hallt es aus jeder Ecke. Als würden staatliche Gesundheitssysteme besser mit der Krise fertig werden als (teil-) private – Gegenbeweis HNS in Großbritannien. “

    Daran ist nur dieser böse Boris Johnson schuld. Staatliche Gesundheitssysteme können nur unter einem stramm sozialistischen Führer und bei Gewährleistung der Einheit von Partei und Volk unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei wirklich effektiv arbeiten.

    Wieviele Corona-Fälle gibt es denn in Nordkorea? Gar keine!

    Da sehen Sie es. ;)

    Antworten
    • Avatar
      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Richard Ott:

      Sie haben Recht, das ist mir gerade erst aufgefallen.

      Das liegt daran, dass staatliche Gesundheitssysteme viel weitblickender sind als private, besonders das bundesdeutsche. Was täten wir aktuell nur ohne die umfassenden Vorräte an Schutzausrüstung wie z.B. Masken oder Kittel, die die Bundesregierung nach frühzeitigen Warnungen des Robert-Koch-Instituts in ganz großem Stil im ganzen Land vor allem für medizinische Berufe und Hochrisikogruppen vorausschauend glücklicherweise anlegen ließ und die wir jetzt unbürokratisch einfach aus den sterilen Depots holen? Womöglich müssten wir zu Wucherpreisen winzige Mengen im Eilverfahren weltweit von fragwürdigen Verkäufern ersteigern und in Kauf nehmen, gestohlene Ware von Hehlern zu bekommen! Nicht auszudenken, wenn wir auch noch die Schutzausrüstung befreundeter Länder wie der Schweiz durch den Zoll beschlagnahmen lassen müssten. Gut, dass unsere kritischen Medien in Presse, Funk und Fernsehen den Gesundheitsministern der letzten 20 Jahre immer straff auf die Finger gesehen haben, so dass uns da jetzt nichts passieren kann, und der Zivilschutz in der deutschen Wahlbevölkerung immer schon einen höheren Stellenwert hatte als Profifußballspiele und Autorennen, weil sie sich nicht von billigen Wahlgeschenkversuchen beeindrucken lässt…

      Ich bin erleichert, in diesem tollen Land gut und gerne wohnen zu dürfen. Gott schütze die Köni… äh, Verzeihung, die Bundeskanzlerin. Jetzt hätte ich mich fast in Begeisterung geredet.

      Und aus juristischen und anderen Gründen für die Einsteiger auf diesem Blog: Ironie off.

      Antworten

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