Wie eine höhere Eigentumsquote an Immobilien die Ungleichheit reduziert

Die Wohneigentumsquote in Deutschland ist so niedrig wie in keinem anderen Land der Eurozone. Eine neue Studie hat untersucht, wie sie sich erhöhen ließe.

  • „Die Wohneigentumsquote in Deutschland ist so niedrig wie in keinem anderen Land der Eurozone. Selbst innerhalb der OECD liegt Deutschland an vorletzter Stelle: Hierzulande sind nur 45 % der Haushalte Eigentümer ihrer Wohnstätte, der OECD-Durchschnitt liegt bei etwa 70 %.“ – bto: Das ist einer der wesentlichen Erklärungsfaktoren für das deutlich geringere Vermögen der Deutschen im Vergleich zu den Nachbarn. Denn, Immobilien fördern Sparen, profitieren von unserem Geldsystem mit steigendem Leverage und damit von steigenden Preisen. Sie sind die wesentliche Assetklasse, die in den letzten 30 Jahren zugelegt hat.
  • „Nach Daten der Europäischen Zentralbank lag das Nettovermögen des Median-Haushalts in Deutschland im Jahr 2014 bei etwa 61.000 Euro – nur die baltischen Republiken und die Slowakei haben in der Eurozone ein geringeres Vermögen. Selbst das durchschnittliche Haushaltsvermögen war mit 214.000 Euro niedriger als in zahlreichen anderen europäischen Staaten, darunter Frankreich, Italien und Spanien.“ – bto: So ist es. Trotzdem denken unsere Politiker, wir müssten für die anderen geradestehen. Wir sparen falsch.
  • „Zudem ist die Vermögensungleichheit in Deutschland ausgesprochen hoch: Der Gini-Koeffizient des Haushaltsnettovermögens nimmt den höchsten Wert innerhalb der Eurozone an. In einer kürzlich veröffentlichten Studie zeigen wir, dass in der Tat ein deutlicher, negativer Zusammenhang zwischen der Wohneigentumsquote und der Vermögensungleichheit besteht.“ – bto: Das muss man sich merken. Wir sind ärmer, weil wir weniger Immobilien haben und das Vermögen ungleicher verteilt ist. Nun will die Politik Vermögen mehr besteuern und senkt damit vielleicht die Ungleichheit, aber zum Preis noch geringerer Vermögen bei uns.

Wohneigentumsquote und Gini-Koeffizient der Haushaltsnettovermögen

Quelle: MAKRONOM

  • „(Die) Vermögensungleichheit (wird) durch zwei Faktoren zu etwa gleichen Teilen bestimmt: einerseits durch die Differenz der Durchschnittsvermögen der Wohneigentümer und Mieter, andererseits durch die Vermögensungleichheit innerhalb der Gruppe der Wohneigentümer.“ – bto: Es gibt also Mieter, Klein-Eigentümer und Groß-Eigentümer. Nicht wirklich überraschend.
  • „(Der) Vermögensunterschied zwischen Mietern und Eigentümern, ist in Deutschland besonders groß: Haushalte mit selbstgenutztem Wohneigentum verfügten im Jahr 2014 mit durchschnittlich 423.000 Euro über ein achtmal so großes Nettovermögen wie Mieterhaushalte (53.000 Euro). Der Immobilienboom der letzten Jahre dürfte diesen Unterschied eher noch vergrößert haben.“ – bto: Natürlich hat er das. Zugleich sind die Geldvermögenssparer von den tiefen Zinsen getroffen worden.
  • „Doch warum ist die Wohneigentumsquote in Deutschland so gering? Dieser Frage sind wir in einer weiteren Studie nachgegangen, in der wir die Rolle der Wohnungspolitik in Deutschland untersuchen. Dazu betrachten wir drei Politiken, die Mieter im Vergleich zu Wohneigentümern begünstigen: Erstens macht eine recht hohe Grunderwerbsteuer den Erwerb sowie den Weiterverkauf eines Eigenheims unattraktiv. Zweitens lassen sich die Kosten von Immobiliendarlehen für selbstgenutztes Wohneigentum nicht von der Steuer absetzen. Drittens ist der soziale Wohnungsbau so gestaltet, dass der Zugang rationiert wird und bei weitem nicht auf die einkommensschwächsten Gruppen beschränkt bleibt.“ – bto: Wir haben eine Politik, die Mieten systematisch bevorzugt und Eigentum hemmt. Das hat damit zu tun, dass die Politik das Bild des abhängigen Bürgers pflegt, denn diesem kann man mehr Gutes tun (bzw. so tun, als würde man es tun).
  • „Zur Beurteilung der quantitativen Politikwirkungen haben wir ein Gleichgewichtsmodell des Wohnungsmarktes in Deutschland entwickelt, (und vergleichen die) Werte (mit den) USA, also für ein Land mit einer deutlich höheren Wohneigentumsquote, sehr geringen Transaktionssteuern, steuerlicher Abzugsfähigkeit von Hypothekenzinsen und ohne nennenswerten sozialen Wohnungsbau. Wie die folgenden Abbildungen zeigen, hat jede der drei Politikänderungen eine deutliche positive Wirkung auf die Wohneigentumsquote. In Kombination würden alle drei Anpassungen die Wohneigentumsquote von derzeit 45 % auf 58 % erhöhen und damit die Lücke zu den USA um etwa zwei Drittel schließen.“ – bto: Damit ist auch der entscheidende Faktor zum Bekämpfen der ungleichen Vermögensverteilung gefunden: Förderung des privaten Immobilieneigentums.

Auswirkungen der Wohnungspolitik der USA auf die Wohneigentumsquoten in Deutschland

Quelle: MAKRONOM

  • „Während aktuell die vermögendsten 30 % der Haushalte zum Großteil Eigentümer und die untersten 50 % fast alle Mieter sind, würde die Änderung der Wohnungspolitik unseren Berechnungen zufolge vor allem Haushalte in der Mitte der Vermögensverteilung zu Eigentümern machen. Zwar würden Haushalte ihre Finanzvermögen zugunsten von Immobilienbesitz reduzieren und sich stärker verschulden, insgesamt stiege jedoch das Nettovermögen der Haushalte um mehr als 11 % an.“ – bto: was eben auch mit dem Leverage-Effekt zu tun hat.
  • „Allerdings bleibt unklar, ob derartige Politikmaßnahmen tatsächlich das Wohlergehen der Haushalte befördern. (…) eine Senkung der Grunderwerbsteuer ist mit langfristigen Wohlfahrtsverlusten verbunden, die sich durch Umverteilungswirkungen erklären lassen: Höhere Mieten schaden ebenso wie höhere Einkommenssteuern ärmeren Haushalten, die auch nach der Reform nicht zu Eigentümern werden und somit nicht von der Senkung der Grunderwerbsteuer profitieren.“ – bto: Wenn wir aber insgesamt vermögender werden, wäre dies doch auf anderem Weg kompensierbar. Es zeigt übrigens sehr schön, dass die Kosten der Transfers zugunsten der ärmeren Schichten immer die Mittelschicht trägt. Denn die haben im Ist weniger Eigentum und damit weniger Vermögen.
  • „Hingegen erhöht sowohl die Abzugsfähigkeit der Hypothekenzinsen als auch die Abschaffung des sozialen Wohnungsbaus langfristig die Wohlfahrt sämtlicher Haushalte, selbst derjenigen mit niedrigen Einkommen. Noch größere Wohlfahrtsgewinne ließen sich erzielen, wenn der soziale Wohnungsbau als rationierte Objektförderung durch eine Subjektförderung, also direkte wohnkostenabhängige Transfers an einkommensschwache Haushalte, ersetzt werden würde.“ – bto: aber nur, wenn ausreichend gebaut wird. Wird bauen wie in Berlin verhindert, kann das nur zulasten der unteren Einkommensgruppen gehen.

→ makronom.de: „Warum ist das Wohneigentum in Deutschland so gering?“, 11. November 2019

Kommentare (20) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    H. Deppi sagte:

    Ist es denn überhaupt erstrebenswert, die Eigentumsquote zu erhöhen?
    Nach Gerd Kommer konnte der Mieter und (das „und“ ist wichtig) Kapitalmarktanleger in der Vergangenheit meist die höhere Rendite einfahren, siehe hier:

    https://www.gerd-kommer-invest.de/wp-content/uploads/201910-GK-Kaufen-oder-mieten-GEW.-V4-1.pdf

    Das eingesparte Geld muss dann natürlich sinnvoll angelegt werden, womit man sich in Germany ja bekanntlich schwer tut.
    Vielfach liest man die These, dass der Eigenheimbesitzer nur deshalb vermögender sei, weil das Abzahlen der Hypothek eine Art zwangssparen darstelle, welches nach der Tilgung der Schulden ohne Umgewöhnungsprozesse fortgesetzt werde. Ich halte diese Theorie für schlüssig.
    Die durchschnittliche Haushaltsgrösse sinkt – nach meinem Kenntnisstand – in Deutschland stetig auf immer kleinere Zahlen. Die Anforderungen an die Mobilität junger Arbeitnehmer steigen.
    Macht es da Sinn, sich einen immobilen Klotz ans Bein zu binden?
    Flexibler ist man auf jeden Fall, wenn man sich für Aktien statt für Betongold entscheidet.
    Ich selbst lebe im Eigenheim. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich diesen Weg auch meinem Nachwuchs empfehlen würde.

    Antworten
    • Avatar
      Bauer sagte:

      @ H. Deppi

      Das stimmt!

      Meine Tochter hat vor fünf Jahren ihre Berufskarriere in der Londoner City begonnen. Da sie auf Anhieb ein ausgezeichnetes Gehalt erzielte, wollte sie sofort eine Wohnung kaufen, denn der Immobilienboom in London kam gerade so richtig in Schwung. Ich habe es ihr ausgeredet und sie hat gemietet. Heute nach zwei Standortwechseln lebt sie in einem möblierten und bewirtschafteten Appartment. Die Mobilität hat gesiegt.

      Antworten
      • Avatar
        troodon sagte:

        @ H. Deppi
        „Das eingesparte Geld muss dann natürlich sinnvoll angelegt werden“

        Das ist der entscheidende Punkt. Und damit tut man sich in D nicht nur schwer, sondern es wird eben NICHT rentabel investiert. Ausnahmen bestätigen die Regel.

        Über € 2,5 Bio liegen auf Konten rum oder werden als Bargeld gehalten rum. Das ist mehr als die Marktkapitalisierung aller D Aktien (nicht nur DAX). Diese extremen Summen auf Konten sind eine langfristige Wohlstandsverschwendung ohnegleichen.

        Ansonsten stimme ich Ihnen bei „Zwangssparen“ , „Mobilität“ etc zu

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ H. Deppi + Bauer

      Noch ein Grund, nicht Eigenheimbesitzer zu werden:

      Jobverlust → keine annähernd so hohes Einkommen bei anderweitiger Beschäftigung → keine Möglichkeit mehr, die Immobilien-Hypothek zu bedienen → Versteigerung, → Vermögensverlust

      Speziell in den Ballungsgebieten, wo sehr gut verdient wird, aber auch die Immobilienpreise sehr hoch sind, besteht das Risiko.

      Die Energiewende mit Jobverlusten insbesondere in der Automobilindustrie und im Maschinenbau, aber auch bei Banken und Versicherungen wird es verstärken.

      Die Beschäftigten sind vielfach so sehr spezialisiert, dass Sie aus dem Raster fallen.

      Antworten
      • Avatar
        Ulrich Remmlinger sagte:

        Herr Tischer, es geht auch anders.
        Ich habe zuerst gut verdient und sparsam gelebt und mir dann, ohne Kreditaufnahme, eine Eigentumswohnung gekauft. Auf Grund des Jobwechsels in die USA mußte ich diese Wohnung nach einigen Jahren wieder verkaufen, habe dabei aber einen guten Gewinn gemacht. Mit dem guten Verdienst in den USA konnte ich mir dann, nach meiner Rückkehr nach D, ein freistehendes Einfamilienhaus, ohne Kreditaufnahme kaufen. Die Strategie besteht darin, seine Wohnansprüche an das angesparte Vermögen anzupassen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Ulrich Remmlinger

        >Die Strategie besteht darin, seine Wohnansprüche an das angesparte Vermögen anzupassen.>

        Das ist grundsätzlich richtig.

        Aber wenn die Zeiten andere sind als Sie sie in der Vergangenheit erlebt haben – eben Jobverlust auch bei an sich guter Qualifikation – ist das Verlustrisiko tendenziell höher.

  2. Avatar
    Thierry sagte:

    Ein Gesichtspunkt fand noch keine Erörterung in diesem Zusammenhang, nämlich der hohe Zerstörungsgrad des Wohnraums in/nach Weltkrieg 2. Da konnte erstens nichts bewohnbares mehr an die nächste Generation weitergegeben werden, was zu einem hohen Prozentsatz die hohe Eigenheimquote in den Vergleichsländern ausmacht. Ich schreibe aus F und sehe ja ständig die Fakten, wie da alte Häuser von Generation zu Generation wandern.

    Dies erklärt auch, zum Zweiten, die hohe Quote des sozialen Wohnungsbaus in D (und auch in Wien, meinem ehemaligen Wohnsitz). Da musste einfach der Staat reingrätschen, da sonst niemand Kapital hatte oder beleihungsfähig war.

    Und schliesslich, gabe es in D ja auch den Zustrom der Flüchtlinge, die irgendwie unter Dach gebracht werden mussten, und zwar nicht schlechter als die Einheimischen, um die Integration zu beschleunigen. Gerade in diesem Punkt war die damalige Wohnungspolitik ein Erfolg.

    Antworten
  3. Avatar
    Bernhard K. Kopp sagte:

    Wir haben aber auch seit 1949 eine einschränkende Bodenpolitik, die ihrerseits wieder von mehreren Faktoren und Partikularinteressen beeinflusst war und ist. Boden und Bauen waren immer im Verhältnis zu den durchschnittlichen Einkommen sehr teuer. Der übliche Richtwert von Wohnungsfinanzierung ist 1:3 bis 1:4. Das gilt für NL, GB, USA, CAN und auch AUS/NZ. In Deutschland war es aber schon fast immer und überall 1:5 und höher. Damit waren nur überdurchschnittlich gut Verdienende, oder Leute mit Starthilfe aus der Familie, in der Lage Wohneigentum zu erwerben und zu finanzieren. Rein finanziell war das Wohnen in eigenen vier Wänden, trotz Wertsteigerungen, immer für mindestens 10-15 Jahre teurer als mieten. Es gibt natürlich immer noch zahlreiche andere Faktoren für die niedrige Eigentumsquote, aber die relativ schlechte Finanzierbarkeit für das Durchschnittseinkommen war und ist immer ein gewichtiger Faktor.

    Antworten
  4. Avatar
    Wolfgang Selig sagte:

    bto: „Wir haben eine Politik, die Mieten systematisch bevorzugt und Eigentum hemmt. Das hat damit zu tun, dass die Politik das Bild des abhängigen Bürgers pflegt, denn diesem kann man mehr Gutes tun (bzw. so tun, als würde man es tun).“

    Das ist der Hauptpunkt. Eigentümer brauchen von der Politik nur Rechtssicherheit, Mieter brauchen häufig Almosen (z.B. Mietpreisbremse, Mietendeckel, Soziale Wohnraumförderung, Wohngeld, Unterbringungskosten nach Hartz 4, etc.), was Politikern Macht verschafft. Daher die Neigung der deutschen Politik zur Mieterförderung. Hinzu kommt die Demographie und die Historie. Weder Flüchtlinge noch EU-Migranten noch die Vertriebenen aus den ehemals deutschen Gebieten konnten evtl. ererbte Immobilien physisch mitbringen, darum heißt es ja IMMMOBILie.

    Antworten
  5. Avatar
    Gnomae sagte:

    So kaempft die Regierung gegen die Buerger (CD
    U /SPD Koalitionsvertrag: „Die Eigenheimzulage wird zum 1. Januar 2006 abgeschafft. Wohneigentum genießt bei den Bürgern eine besonders hohe Akzeptanz im Rahmen der privaten Altersvorsorge. Daher werden wir das selbst genutzte Wohneigentum zum 1. Januar 2007 besser in die geförderte Altersvorsorge integrieren. Die Diskriminierung gegenüber anderen Formen der Altersvorsorge wird im Interesse einer echten Wahlfreiheit für die Bürger beseitigt.“ Genau das Gegenteil ist aber eingetreten. Die Eigentumshemmung wird sowohl von den Kommunen als auch von den Laendern und dem Staat bewusst betrieben. Die SPD traegt eine entscheidende Mitschuld am Untergang des Mittelstandes. Immer mehr Umverteilung nach Unten bringt also gar nichts. Es bewegt aber die Buerger nicht. Stattdessen jagen sie Chimaeren wie dem Klimawandel hinterher, anstatt sich um die Grundbeduerfnisse zu sorgen, d.h. Verzinsung der Spareinlagen, Foerderung des Wohneigentums, Schaffung neuen Baulandes, Befreiung der Bauvorschriften von allen Hemmnissen, Einfuehrung der Abschreibung auf privates Wohneigentum, Abzugsfaehigkeit von Hypothekenzinsen. Ich glaube aber, Ihre excellenten Artikel werden von Politikern nicht gelesen. Man kann nur den Eindruck haben, der oekonomische Sachverstand ist verschwunden (z.B. je mehr Strom produziert wird, desto teurer wird er).

    Antworten
  6. Avatar
    delidurdu sagte:

    Ist eine höhere Quote an selbst genutzten Immobilien wirklich so erstrebenswert?

    Ein durchschnittlicher Haushalt handelt sich normalerweise ein Klumpenrisiko ein: Wie ändert sich der Wert der Immobilie, wenn in der Umgebung ein Tennis- oder Spielplatz gebaut, ein Supermarkt mit großem Parkplatz eröffnet, die Verkehrsführung geändert und die vormals ruhige Straße zur viel befahrenen Durchgangsstraße wird? Wenn der Flughafen eine neue Startbahn baut etc.?
    Da man eine Immobilien nicht – wie beispielsweise Immobilienaktien – häppchenweise kaufen kann, wird im Normalfall eine Jahrzehnte dauernde Verschuldung eingegangen. Was ist bei Verlust des Arbeitsplatzes, Scheidung, Erwerbsunfähigkeit?
    Auch werden meiner Ansicht und Erfahrung nach die Kosten von Wohneigentum – wenn es denn ein Starenkasten in einem Hochhaus ist – deutlich unterschätzt.
    Und der Staat könnte ja wieder einmal auf die Idee kommen, eine Lastenausgleichsabgabe einzuführen.
    Was ist mit der Demographie? Kann die schrumpfende Anzahl von Ureinwohnern durch wohlhabende Neuankömmlinge ausgeglichen werden?

    Zweifel über Zweifel!

    Antworten
  7. Avatar
    Richard Ott sagte:

    Es erscheint mir schon plausibel, dass die Wohneigentumsquote ein bisschen höher wäre, wenn wir keinen staatlichen sozialen Wohnungsbau hätten, aber ist das wirklich unser wichtigstes Problem? Wir haben einfach zu wenige Wohnungen – und zu viele Unqualifizierte, die seit 2015 unkontrolliert nach Deutschland zuwandern konnten und vom Staat alimentiert werden.

    PS: Sozialistische Wohnungsbaupolitik könnte bald auch in Sachsens Großstädten kommen. Der Koalitionsvertrag der neuen Afghanistan-Koalition sieht vor: „Für Dresden und Leipzig werden wir die rechtlichen Voraussetzungen zur Einführung einer Mietpreisbremse noch im Jahr 2020 schaffen.“ Immerhin werden Enteignungen erstmal ausgeschlossen, vermutlich erwartet die Sachsen-CDU hier für diesen tollen Verhandlungserfolg auch noch Dankbarkeit vom Wähler.

    Antworten
    • Avatar
      Horst sagte:

      „Für Dresden und Leipzig werden wir die rechtlichen Voraussetzungen zur Einführung einer Mietpreisbremse noch im Jahr 2020 schaffen.“

      Nachdem internationale Investoren in den frühen 2000er-Jahren mit Unterstützung der Politik vor allem in Dresden auf große Einkaufstour gegangen sind, bis heute unfassbare Renditen aus dem Bestand gezogen haben, ist die Einführung einer Mietbremse eine naheliegende Konsequenz, um das soziale Gefüge in den Stadtvierteln nicht vollends auseinander brechen zu lassen.

      Eine damalige Fehlentscheidung der Politik: Sinnvoller wäre es gewesen, den Mietern ein Vorkaufsrecht einzuräumen (wenn schon über den Verkauf von kommunalem Eigentum die Stadtkasse glattgestellt werden muss).

      Antworten
      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Jaja, ein Linksradikaler zu sein ist schon toll. Und so schön einfach: Erst trifft man dumme Entscheidungen und kann dann noch mehr Sozialismus fordern mit dem Versprechen, die angerichteten Schäden dadurch zu beheben.

        Hier eine kleine Erinnerungsstütze:
        https://www.wsws.org/de/articles/2006/03/dres-m21.html
        „Am 9. März [2006] stimmte der Dresdner Stadtrat dem Verkauf der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Woba an die amerikanische Investorengruppe Fortress mit einer Mehrheit von 40 gegen 29 Stimmen bei einer Enthaltung zu. Damit geht der gesamte Bestand von etwa 48.000 Wohnungen für die Summe von 1,7 Milliarden Euro in private Hände über. Dies war nur durch die aktive Unterstützung der Linkspartei (PDS) möglich, die die zweitgrößte Fraktion im Stadtrat stellt und den Verkauf mehrheitlich unterstützte – neun von 17 Abgeordneten stimmten mit Ja.“

      • Avatar
        Thierry sagte:

        @ Horst

        So link(s) kann man doch garnicht sein, dass man die Grundrechnungsarten nicht beherrscht – oder doch?
        48’000 Wohnungen für 1,7 Mia € macht nach Adam Riese (der wirkte doch in Sachsen) den Einheitspreis von 35’400 €. Dafür konnte man sich in 2006 nicht einmal mehr eine Garage kaufen. Wahrhaft ein sehr gutes Geschäft, aber weder für die Stadt noch die Mieter. Beim Einzelverkauf an die Mieter hätte man das Doppelte erlöst und immer noch eine soziale Wohltat begangen.

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Erst trifft man dumme Entscheidungen und kann dann noch mehr Sozialismus fordern mit dem Versprechen, die angerichteten Schäden dadurch zu beheben.“

        Ein wiederkehrendes Wählermodell, das ganz auf individuelles Vergessen beruht.
        Eine Erinnerungsstütze benötige ich nicht, da ich mich vor zwei Wochen in Dresden mit einem Stadtverordneten just über diese causa ausgetauscht habe.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Eine Erinnerungsstütze benötige ich nicht, da ich mich vor zwei Wochen in Dresden mit einem Stadtverordneten just über diese causa ausgetauscht habe.“

        Dann ist Ihr Problem offensichtlich das Begreifen, und nicht der Mangel an Informationen.

        Oder Sie interessieren sich als Sozialist aus Prinzip nicht dafür, ob ein Vorschlag funktioniert oder nicht – solange jemand anderes bezahlen muss wenn es schief geht? Das geht halt nur so lange gut, wie noch Substanz da ist, die Sie und Ihre Genossen heuschreckengleich aufzehren können.

    • Avatar
      Horst sagte:

      „Eine damalige Fehlentscheidung der Politik: Sinnvoller wäre es gewesen, den Mietern ein Vorkaufsrecht einzuräumen (wenn schon über den Verkauf von kommunalem Eigentum die Stadtkasse glattgestellt werden muss).“

      Soviel Schaum or dem Mund, Ott? Lesen Sie noch einmal. Den Fehler habe ich benannt, an dem auch die Linken beteiligt waren, daher ist diese Partei für mich genauso wenig wählbar wie jede andere Partei auch, denn anhand dieses Beispiel kann benannt werden: Ganz gleich, welche Partei Entscheidungen trifft, es findet IMMER eine Umverteilung von ARM zu REICH statt.

      „48’000 Wohnungen für 1,7 Mia € macht nach Adam Riese (der wirkte doch in Sachsen) den Einheitspreis von 35’400 €. Dafür konnte man sich in 2006 nicht einmal mehr eine Garage kaufen. Wahrhaft ein sehr gutes Geschäft, aber weder für die Stadt noch die Mieter. Beim Einzelverkauf an die Mieter hätte man das Doppelte erlöst und immer noch eine soziale Wohltat begangen.“

      Man hätte wohl auch die dreifache Summe erlösen können, vor der einflußreichen Arbeit der Lobbyisten der großen Hedger knickt eben jeder Stadtverordnete ein.

      Um diesen Fehler zu korrigieren, ich bin kein Befürworter der Mietbremse, ist (wohl aus Sicht der Politikelite im Freistaat) die Einführung einer Mietbremse eine naheliegende Konsequenz, um das soziale Gefüge in den Stadtvierteln nicht vollends auseinander brechen zu lassen.

      ad Ott: Der Eigentümer Fortress hat den Bestand trotz Mieterhöhungen NICHT instandgehalten und/oder modernisiert.

      Hören Sie also auf mit Ihrer lächerlichen Märchenstunde, Immobilien würden nur im Sozialismus verfallen.

      Antworten
      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „daher ist diese Partei für mich genauso wenig wählbar wie jede andere Partei auch, denn anhand dieses Beispiel kann benannt werden: Ganz gleich, welche Partei Entscheidungen trifft, es findet IMMER eine Umverteilung von ARM zu REICH statt.“

        Jetzt überraschen Sie mich aber. Was wollen Sie denn? Eine sozialistische Revolution, bei der dann von Reich nach arm umverteilt wird?

        „Man hätte wohl auch die dreifache Summe erlösen können, vor der einflußreichen Arbeit der Lobbyisten der großen Hedger knickt eben jeder Stadtverordnete ein.“

        Naja, vermutlich war es pure Blödheit, aber vielleicht flossen auch ein paar Kickback-Zahlungen oder es gab andere Kompensationsgeschäfte? Sind zufällig ein paar Stadtverordnete in den Aufsichtsräten oder als Berater von Immobiliengesellschaften gelandet, nachdem der Zuschlag erteilt wurde? Ich weiß es in diesem Fall ehrlich nicht, aber Sie scheinen ja ein paar Kommunalpolitiker in Dresden zu kennen.

        „Hören Sie also auf mit Ihrer lächerlichen Märchenstunde, Immobilien würden nur im Sozialismus verfallen.“

        Verfallende Immobilien gibt es auch manchmal im Kapitalismus. Der wesentliche Unterschied ist aber: Im Sozialismus verfällt der Immobilienbestand *immer*, schon weil es für nicht genug Anreiz gibt, die Immobilien zu erhalten oder neue zu bauen. Siehe DDR, oder Sowjetunion, oder Venezuela, oder Nordkorea.

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.