Wie die USA die EU abhängen

Gestern haben wir die Argumente von Henrik Müller gesehen, weshalb die EU so hinter die USA zurückfällt. Doch auch die FINANCIAL TIMES (FT) sieht das Problem und vor allem erkennt sie: „The gap between the economies of the US and Europe is expected to endure.“  Es bleibt also dabei.

Hier die Argumente:

  • The US economy’s lead over that of Europe, a trend first evident in the aftermath of the global financial crisis and cemented during the coronavirus pandemic, is set to last into 2024 and beyond. The IMF last week became the latest economics organisation to declare that the US economy would power ahead, forecasting an expansion of 1.5 per cent next year. This compares with IMF forecasts of 1.2 per cent for the eurozone (…)bto: Und das berücksichtigt noch nicht die Selbstzerstörung, die wir betreiben.
  • The reasons range from cyclical to structural. Relatively short-term factors such as post-pandemic stimulus and Russia’s full-scale invasion of Ukraine have played into the difference, but so have underlying divergences such as access to credit and investment trends, along with industrial composition and demographics.“ – bto: … und einer generell größeren Neigung der Politik, auf Staatswirtschaft und Vorgaben zu setzen.

Und dann die Gründe, warum es aus Sicht der FT nicht besser wird:

  • Stronger pandemic stimulus boosts spending: During the pandemic, officials on both sides of the Atlantic resorted to aggressive fiscal stimulus to stop a health crisis from turning into an economic one. However, the US did so at a greater scale. After registering a double-digit shortfall in 2020, the primary government deficit for 2021 was still a massive 9.4 per cent of GDP in the US, more than double the level of the eurozone ….“ – bto: Wobei man hier natürlich die Frage aufwerfen kann und muss, ob das eine nachhaltige Finanzpolitik ist…
  • Repercussions from Russia’s invasion of Ukraine: (…) European households may have been more ‚prudent‘ than their US counterparts for other reasons, including their proximity to the war in Ukraine. (…) Europe’s ‚brutal‘ energy price shock — another consequence of Russia’s invasion — has been the ‚most important‘ driver of the two regions’ recent economic divergence.“ – bto: Auch das stimmt sicherlich, wäre aber temporär.
  • A critical structural factor behind the US-European divergence is the difference in the industrial composition of the two economies. (…) The US has a booming tech sector, with successful and innovative companies such as Amazon, Alphabet and Microsoft that have no European equivalents in Europe. With the US dominating artificial intelligence, that gap is likely to widen, economists warn. By contrast, Europe specialises in industries that are increasingly facing the threat of Chinese competition, such as electric vehicles.“ – bto: Es verfolgt eine Politik, die die eigene Industrie vertreibt für ein übergeordnetes Welt-Ziel, welches andere nur teilweise teilen.
  • The US is also proving more nimble in shifting its economy towards green technology. The $369bn Inflation Reduction Act has helped to incentivise investment in green technologies, with hundreds of billions of dollars in subsidies and tax credits. The EU response has been slower and more complex to implement, according to many economists.“
  • „Attracted by the IRA, some European companies have shifted investment to the US, including Total Energies, BMW and Northvolt.“ – bto: Dafür spricht auch die Haltung der Politik, in Europa vorzugeben, wie es gemacht werden soll.
  • Easier access to finance has long helped the US economy, including its tech sector, to boom. More venture capital, and better developed debt and equity markets, have made it easier for US companies to fund their expansion than their European counterparts, which rely much more on banks. Europe has also endured a sovereign debt crisis and fiscal austerity — both of which have hit investment. In AI alone, venture capital investment over the past decade has topped $450bn, nearly 10 times that of the eurozone, according to data from the OECD.“ – bto: Aber wir werden es dafür besonders gut regulieren…
  • Innovation from top US universities, such as the Massachusetts Institute of Technology on the east coast and Stanford on the west, has also helped.“ – bto: Wir hingegen haben keine Top-Universitäten in der EU.
  • An ageing society and weak labour market: Europe’s rapidly ageing population and weaker population growth is weighing on the continent’s public finances. It is also having an impact on the gap with the US, which — unlike Europe — has seen its working-age population expand since 2010, albeit at an increasingly slow pace.“ – bto: Ja, wir haben es mit einer deutlich schlechteren Demografie zu tun und ziehen auch entsprechend weniger Talente aus aller Welt an.
  • An ever-widening gap? With stronger investment and better demographics, the gap between the US and Europe is likely to widen further in the coming years. The US could increase its potential growth while Europe struggles to maintain the lower growth it already had (…) A European catch-up ‘seems quite unlikely’….“ – bto: Ja, wo sollte das auch herkommen?

ft.com (Anmeldung erforderlich): „How is the US economy managing to power ahead of Europe?“, 19. Oktober 2020

Kommentare (36) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Rolf Peter

    „Kann, aber nicht muss, denn wir wissen ja von berufener, wenn auch ahnungsloser Quelle, dass Staatsschulden revolviert werden, und wenn sie bei der Zentralbank landen, hat das mit Geldschoepfung und Seignorage nichts zu tun, wie uns die Logik der Doppik und Bilanzierung lehren.“

    Da schauen wir mal, wie ahnungslos die Quelle tatsächlich ist:

    Staatsschulden von Reservewährungen (und nur über die reden wir hier, auch wenn es immer mal wieder Ablenkungen Richtung Simbabwe gibt) werden in der Tat stets revolviert. Ein gelegentlicher Haushaltsüberschuss ist hierbei die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Dieser Überschuss ist zumeist Sondereinflüssen geschuldet (Verkauf von Tafelsilber, hohe LB-Überschüsse oder hohe private Verschuldung wie z. B. vor 20 Jahren beim Immo-Boom in Spanien). Sie können mich aber gerne widerlegen. Zuvor am besten noch mal hier vorbeischauen: https://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=35208

    Antworten
    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      Zum Thema Geldschöpfung via Seigniorage: https://soffisticated.wordpress.com/2013/04/07/das-vergangene-marchen-der-seigniorage/

      Noch als Ergänzung: Es ist kein Zufall, dass die ZBen von Reservewährungen marktgerechte Zinsen auf Reserven zahlen (Reserven und Staatsanleihen sind für GBen mit Zentralbankzugang beinahe perfekte Substitute). Sollten sie dies eines Tages nicht mehr machen, dann droht allerdings in der Tat das Schicksal vieler gescheiterter Währungsprojekte. Dies ist übrigens der virulente Punkt der MMTler, auf die ich trotz mehrfacher Nachfrage bislang noch keine Antwort erhalten habe.

      Falls noch etwas unklar sein sollte, einfach noch mal nachfragen.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Genosse Stöcker

      “Staatsschulden von Reservewährungen (und nur über die reden wir hier, auch wenn es immer mal wieder Ablenkungen Richtung Simbabwe gibt) werden in der Tat stets revolviert.”

      Das Problem ist halt, dass Reservewährungen ihren Reservestatus nicht lange behalten, wenn der zugehörige Staat exzessiv Schuldenmacherei betreibt und womöglich noch zur “Finanzierung” der Staatsschulden die Notenpresse heißlaufen lässt.

      Und dann ist der Weg nach Zimbabwe schon wieder frei. :)

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  2. foxxly
    foxxly sagte:

    wir deutsche haben erst dann eine chance zu einer wende, wenn 2025 neuwahlen sind, und wenn in den usa trump gewählt wird mit seinem “amerika first”.
    dann lässt er europa etwas mehr in ruhe.
    aber wir müssen dann auch die neue und letzte chance zu einer selbstständigkeit nutzen.
    bis dahin kann und wird diese ampel noch sehr viel schaden anrichten.

    ich hoffe, dass der schmerz der deutschen wähler doch endlich so groß wird, um dann das parlament umzukrempeln.

    eine gewisse, zaghafte änderung könnte auch nächstes jahr durch die EU-wahlen stattfinden.

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  3. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    Mehr Kapitalismus wagen, Sozialsysteme stutzen, Menschen Verantwortung für ihr Leben zurückgeben (auch wenn die das nicht wollen), Leute ins Land lassen, die reich werden wollen (und sie reich werden lassen).

    Mit der Unsicherheit kommt die Kraft zurück, die ein Land voran- und die ganzen Sofa-Strategen raus ins Leben treibt.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Stoertebeeker

      “Mehr Kapitalismus wagen, Sozialsysteme stutzen, Menschen Verantwortung für ihr Leben zurückgeben (auch wenn die das nicht wollen), Leute ins Land lassen, die reich werden wollen (und sie reich werden lassen).”

      Richtig !

      Wenn man nun ganz ehrlich ist,weiss man ja sehr genau
      …. WELCHE Partei solches fordert… und WELCHE Parteien das genaue Gegenteil wollen bzw. praktizieren :-)

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        Die zurzeit an ALLES beherrschende Ideologie in Deutschland ,hat Gestern Fr. Baerbock mal wieder kundgetan…:

        “#Klimapolitik ist viel mehr als Umweltschutz: sie ist unser Weg hin zu #Innovation, Gerechtigkeit & #Sicherheit – weltweit. Deshalb bündeln wir die Kraft aller Ressorts in der #Klimaaußenpolitikstrategie. Und wir senden ein Zeichen in die Welt, dass wir vorangehen.”

        Al Bundy würde schlickt “Dumpfbacke” zu solch einer Person sagen.

        Die Kommentare sind da doch etwas undiplomatischer und treffender… :-)

        https://twitter.com/ABaerbock/status/1732352347957854216

        Zum Glück versteht die Mehrheit der Weltbevölkerung ja kein Deutsch…!

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @weico

        Das funktioniert doch nicht. Sie können nicht Volksentscheide in die Hände von Wählern legen, die Angst vor Verantwortung (fürs eigene Leben) haben. Das endet im populistischen Desaster, weil am Ende per Volksentscheid die Verantwortung zu dem gegeben wird, der am markigsten unterwegs ist.

        Ergebnis: Autokratie bis Diktatur, da der dann Mächtige das bekommt, was ein Bekannter von mir im Industrieumfeld “CEOritis” nennt. Abgehobenheit ohne Wahrnehmung der realen Situation. Überzeugung, der einzige auf dem Posten zu sein, der das überhaupt managen kann. Putin, Erdogan, Orban. Und auch in D hatten wir sowas schon häufiger.

      • Beobachter
        Beobachter sagte:

        @stoertebekker: Dem Schweizer System können Sie nichts abgewinnen? Versteh ich nicht.

    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Stoertebekker

      “Leute ins Land lassen, die reich werden wollen”

      Machen wir doch seit 2015 millionenfach.

      Aber nur Leute ins Land zu lassen, die durch eigene Arbeit reich werden wollen, wäre eine deutlich bessere Strategie.

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @Confuser Ott

        Keine Ahnung, was Sie unter “reich” verstehen. Hartz IV ist es ganz sicher nicht.

        Muss allerdings zugeben, dass “reich ohne kriminell zu werden” eine deutlich bessere Formulierung gewesen wäre.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        Da sieht man mal wieder, wie realitätsfremd Sie in Ihrer lindgrünen Privatier-Welt geworden sind.

        Selbstverständlich bedeutet eine Existenz auf deutschem Hartz-4-Standard für unqualifizierte Menschen aus den ärmeren Staaten der Welt Reichtum – besonders dann, wenn sie dafür keine einzige Stunde pro Monat arbeiten müssen.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        Mal kapitalstockbasiert gedacht: Um auf ein äquivalentes Einkommen wie mit Hartz/Bürgergeld zu kommen (also Miete, Krankenkasse, frei frei verfügbares Geld, Geldwert der Sachzuwendungen), bräuchte man ganz ganz grob geschätzt ca. 500.000 – 750.000 € Kapital, wenn man eine Safe Withdrawal Rate von 4% (vor Steuern) ansetzt. (Gerne Berechnung verfeinern.)

        Würde man jemand mit dem Kapital, der dauerhaft nicht arbeitet, als reich klassifizieren? Liegt sicher im Auge des Betrachters. Zum reichsten Zehntel in D zählt man lt. mm schon mit einem Vermögen ab 275.000 Euro.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        “Um auf ein äquivalentes Einkommen wie mit Hartz/Bürgergeld zu kommen (also Miete, Krankenkasse, frei frei verfügbares Geld, Geldwert der Sachzuwendungen), bräuchte man ganz ganz grob geschätzt ca. 500.000 – 750.000 € Kapital, wenn man eine Safe Withdrawal Rate von 4% (vor Steuern) ansetzt. (Gerne Berechnung verfeinern.)”

        Aber nur als Single, oder, wenn man ganz bescheiden lebt, als kinderloses Ehepaar.

        Für das Kopieren des erwerbsarbeitslosen Lebensmodells der Bürgergeldbezieher-Großfamilie bräuchte man schon einen Kapitalstock in Millionenhöhe.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Ott
        Guter Punkt. Fazit: Nicht einkommensreich, aber vermögensäquivalent reich, wenn man es dauerhaft “vollzeit” betreibt, wie manch einer es nun mal tut.

    • Tobias W.
      Tobias W. sagte:

      Man muss nicht auf Europa oder Deutschland warten, um das zu bekommen. Man kann auch auswandern…

      Beste Gruesse aus Washington State.

      Antworten
  4. Bakwahn
    Bakwahn sagte:

    Es ist alles so klar und einsichtig, was die FT schreibt.
    Ich habe mir den Text von deepl.com übersetzen lassen und zweimal geschmökert.
    Besonders schmerzhaft ist dieses:
    “Ein entscheidender struktureller Faktor hinter der amerikanisch-europäischen Divergenz ist der Unterschied in der industriellen Zusammensetzung der beiden Volkswirtschaften. (…) Die USA haben einen boomenden Technologiesektor mit erfolgreichen und innovativen Unternehmen wie Amazon, Alphabet und Microsoft, die in Europa keine Entsprechung haben. Da die USA die künstliche Intelligenz dominieren, wird sich diese Kluft wahrscheinlich noch vergrößern, warnen Ökonomen.”
    Wir haben gar nicht mehr das entsprechend qualifizierte Personal, um diesen Vorsprung auch nur annähernd aufzuholen. Wie viele Professuren, Lehrstühle haben wir an unseren Unis für IT, EDV, KI? Vielleicht eine handvoll.
    Aber 173 Lehrstühle für Genderforschung. Na Bravo!
    Dazu unsere in jeder Hinsicht negative demographische Entwicklung; eine alternde, ja überalterte Gesellschaft; und gerade die intelligenten, erfolgreichen Männer und Frauen aus den gehobenen Mittelschichten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten der Elternschaft weitgehend verweigert.
    On top die katastrophale Bildungspolitik mit den negativen Konsequenzen wie sich jetzt bei den jüngsten Pisa-Überprüfungen ergeben hat. Wir rutschen ab ins hintere Mittelfeld. Bald sind wir bildungsmäßig nur noch drittklassig.
    (Ich will das nicht weiter vertiefen)
    Und dann diese Art der Zuwanderung über das Asylrecht. Alles wirklich hochqualifizierte Fachkräfte – darunter jede Menge EDV-, IT- und KI-Leute. Alles Spitzenkönner in ihrem Fachgebiet. Informatiker, Netzwerkspezialisten, Software-, Hardwareentwickler, Ingenieure der Elektrotechnik, des Maschinenbaus, der Verfahrenstechnik, der Mechatronik etc. Schaut in die Flüchtlings- und Asylheime. Dort wird man fündig. Hahahaha das aber ist ein zynisches und verzweifeltes Lachen.

    Live aus der Soi Welcome – Jomtiem Beach – am Golf von Siam – 6.12.23 – 22.30 Uhr Ortszeit
    Felix Haller – nicht erst seit 2013 alternativ
    Über Kopfhörer lausche ich Mozarts Klavierkonzert # 21 KV. 467 “Elvira Madigan”.
    Es hilft ein wenig über die Melancholie, vielleicht über den Zorn (des Achill) hinwegzukommen.

    Antworten
    • Bakwahn
      Bakwahn sagte:

      Hier ein Witz aus unserer aktuellen politischen Wirklichkeit.
      Realität übertrifft die fiktive Welt des Witzes.

      Habeck wird von russischen Trollen – Youtubern – mit Fake-Anruf düpiert.
      Ein Leser der Welt kommentiert das folgendermaßen. Ich zitiere:

      “Habeck fällt auf Fake-Anruf herein”
      Die deutschen Wähler sind auf Fake-Politiker hereingefallen und das ist viel schlimmer!

      Ja, dem kann man nur noch zustimmen.

      Antworten
      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Bakwahn

        Also ich war eher überrascht, dass man den Vizekanzler überhaupt anrufen kann… In dem Falle hat wohl das Vorzimmer geschlafen. Vielleicht gab es den Fall auch noch nie, dass wer ohne Termin angerufen hat und man hat direkt durchgestellt? Kurios.

        Apropos kurios: Ist es nicht eher erstaunlich, dass die prognostizierten Wachstumszahlen für USA und EU so ähnlich sind, obwohl die Räume so unterschiedlich sind und die aktuellen Werte auch (s. Link)?

        Hier eine Map zum GDP 2023. (Ich nehm mal an, dass die Zahlen oben aus dem Artikel auch Real GDP growth sind.)
        https://www.imf.org/external/datamapper/NGDP_RPCH@WEO/EU/EURO/EUQ/NMQ

        Fun Fact: Man kann die Einfärbung dort ändern, wenn einem das Gelb nicht gefällt, z.B. für Degrowth-Strategien einfach umdrehen :-)

      • Beobachter
        Beobachter sagte:

        @ThomasM: Das mit dem Anruf ist gar nicht kurios. Die russischen “Pranker” haben schon ganz andere Leute angerufen. Google hilft

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        Afrikaner werden aus Prinzip immer gleich zum Minister durchgestellt, schon wegen unserer schrecklichen Kolonialismus-Vergangenheit. Das gilt sogar dann, wenn sie so einen offensichtlichen russischen Akzent wie diese beiden Telefon-Spaßvögel haben. ;)

        Aber unsere Madame Leatherface hat es ja auch schon erwischt:

        Prank with the President of the European Central Bank Christine Lagarde (Vovan and Lexus) full
        https://www.youtube.com/watch?v=CtrNk2jHyVM&t=948s

        Hoffentlich ruft nicht als nächstes ein nigerianischer Prinz im Ministerium an und schlägt Habeck ein hochprofitables Finanzgeschäft vor, das unser Minister in Zeiten der “Notlage” kaum ablehnen kann und deswegen gleich ein paar Millionen als Anzahlung überweist. :P

    • Renée Menéndez
      Renée Menéndez sagte:

      Es gibt aber noch eine Feinheit, auf die dann doch hingewiesen werden sollte:

      “…‚brutal‘ energy price shock — another consequence of Russia’s invasion”…”

      Irgendwie ist hier in der Wortwahl einiges anders geworden. Das “brutal” kommt zwar auch vor, aber steht bei dem Energiepreisschock und nicht bei “Russia´s”, während dort, wo normalerweise “aggression” stehen würde, ein sachliches “invasion” steht.

      Man kann nun darüber mutmaßen, warum auf einmal der journalistische Kodex: “berichten, nicht werten” auf einmal wieder Anwendung findet. Allerdings gilt das nur für Rußland, während das wertende “brutal” auf die Europäer gemünzt ist, die sich (vermutlich auf externe freundliche moralische Hinweise vertrauend) selbst zu einer Hochpreispolitik im Energiesektor verdonnert haben.

      Daß es zu einer “divergence” kommt, wird wohl weniger an einer gleichmäßigen Drift liegen, sondern an dem Absturz, der sich aus einer rapide verschlechternden Wettbewerbsfähigkeit ergibt. Dieses einstige Mantra deutscher Politik hat einer ideologiebesoffenen Weltrettungspolitik (die es nur in Hollywood gibt) Platz gemacht.

      Diese frappierende Rückkehr zu einer Sachlichkeit kann durchaus bedeuten, daß die Amis sich möglicherweise mit Rußland in Kürze (auch offiziell, inoffiziell sowieso) vertragen, während in Europa die reaktivierten kalten Krieger diese Wendung nicht mitbekommen und immer noch Gift und Galle spucken (müssen) womit die letzten Chancen Europas in noch weitere Ferne rücken.

      Antworten
      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Dr. Menéndez

        Auch die Fakten sind etwas knapp. Energiepreisschock für Erdgas lief schon längst in 2021 und erreichte und überschritt das aktuelle Niveau.

        https://www.statista.com/statistics/1302994/monthly-natural-gas-price-index-worldwide/

        Irgendwie wird das immer gerne ausgeklammert… Das kurze Storytelling suggeriert womöglich, dass die Energie (Erdgas?)-Preise wieder günstiger werden, wenn der Krieg vorbei ist. Das dürfte eine falsche Hoffnung sein?

      • Beobachter
        Beobachter sagte:

        Interessanter Text Herr Menéndez, das nähert sich ja fast dem neueingeführten Begriff “Delegitimierung des Staates”. Ist natürlich alles richtig, was Sie schreiben, aber das verbreitet sich erst ganz zaghaft im Mainstream. Vor einem Jahr wären Sie dafür von gewissen Kreisen noch zerrissen worden. Chapeau!

      • weico
        weico sagte:

        @Renée Menéndez

        “….während in Europa die reaktivierten kalten Krieger “diese Wendung nicht mitbekommen und immer noch Gift und Galle spucken (müssen) womit die letzten Chancen Europas in noch weitere Ferne rücken.”

        Man kann es sich wirklich nur wünschen,dass Europa endlich zur Vernunft kommt und Russland als Nachbarn und “must have” Partner ….für die wirtschaftliche Zukunft und für den Erhalt seines eigenen Wohlstandes… erkennt.

        Da die USA sich nun vermehrt auf China konzentrieren werden und das ukrainische Osterweiterungsexperiment einen Effekt hatte, der man schlicht als Rohrkrepierer nennen kann und Russland nicht geschwächt sondern in die Arme von China getrieben hat…stehen die theoretischen Chancen sehr gut,dass sich in der EU langsam etwas bewegt.

        Die ( bzw.meine) Hoffnung besteht durchaus ,dass die EU-Partnerschaft mit Russland viel schneller wieder hergestellt wird, als die Mehrheit wohl denkt.

        Wenn man zurückblickt wie relativ schnell Deutschland ,nach dem langen WW2- Krieg und seinen Millionenfachen Toten,Massenvernichtungen usw., wieder in der Weltgemeinschaft bzw. von seinen Nachbarn aufgenommen wurden und die Wirtschaft dann wieder richtig schnell anzog…ist der jetzige Konflikt ( im geopolitischen Vergleich) nur ein sehr kleines Geplänkel.

        Ein Umbau des irren zentralistisch-sozialistischen und undemokratischen EU- Projektes, in eine von Nationalstaaten geprägte …..europäische Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok…würde ein echter wirtschaftlicher Gegenpart zu China,Indien und den USA darstellen und den Nationalstaaten wieder ihre Eigenverantwortung über ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung.

  5. Rolf Peter
    Rolf Peter sagte:

    “the US economy would power ahead, forecasting an expansion of 1.5 per cent next year. This compares with IMF forecasts of 1.2 per cent for the eurozone”

    Wow! 0.3 Prozentpunkte Unterschied. Da müssen die Kolumnisten ran, um diese gewaltige Differenz (20%!!!!) zu erklären. Vermutlich ist die Messunsicherheit grösser. Aber: ein klares Zeichen für die „Selbstzerstörung, die wir betreiben“.

    Wichtiger Faktor: Die „Neigung der Politik, auf Staatswirtschaft und Vorgaben zu setzen“, ganz im Gegenteil zur US-Politik, die auf eine Subventionslawine (Biden) und Zoelle (stabiles Genie) setzt, also rein marktwirtschaftlich agiert.

    „Wobei man hier natürlich die Frage aufwerfen kann und muss, ob das eine nachhaltige Finanzpolitik ist“. Kann, aber nicht muss, denn wir wissen ja von berufener, wenn auch ahnungsloser Quelle, dass Staatsschulden revolviert werden, und wenn sie bei der Zentralbank landen, hat das mit Geldschoepfung und Seignorage nichts zu tun, wie uns die Logik der Doppik und Bilanzierung lehren. Nun ja! Die USA laufen hier in ein riesiges Problem hinein, denn wie in Europa geht es ja nicht nur um die Staatsverschuldung, sondern auch um die Rentenversicherung und Medicare. Der budgetäre Handlungsspielraum des Bundes ist tatsächlich ziemlich begrenzt.

    „Es verfolgt eine Politik, die die eigene Industrie vertreibt für ein übergeordnetes Ziel…“. Der Satz davor sagt, Europa spezialisiere sich auf Industrien, die zunehmender chinesischer Konkurrenz ausgesetzt seien, sich also anpassen müssen bzw. durch neue Unternehmen ersetzt werden. Der Satz danach sagt, die USA seien flexibler in der Anpassung an „green technology“, also genau an das uebergeordnete Ziel, das angeblich in Europa bzw. Deutschland die Industrie vertreibt.

    Die übergeordnete Frage ist aber, ob diese Vergleiche der „harten Größe, aus der alles bezahlt wird‘, überhaupt irgendeinen Sinn ergeben. Ich glaube nicht. Letzen Endes kommt es darauf an, was die USA und die in der EU zusammengeschlossenen Staaten für die Lebensqualität der Masse der Bevölkerung leisten. Dazu gehört die Verteilung von Einkommen und Vermögen, aber auch andere Aspekte wie z.B. Gesundheit, Ausbildung, Lebenserwartung, Kriminalität. Da schneidet die EU nicht unbedingt schlecht ab. Für ihr höheres Durchschnittseinkommen arbeiten die Leute in den USA auch deutlich mehr; es ist nicht (nur) die Produktivität. Wer hängt also wen ab? Nur Leute, die Nicholas Taleb als „intellectuals yet idiots (without skin in the game)” bezeichnet, haben da eine klare Antwort auf der Basis der „harten Größe“, abgesehen natürlich von dem Schwachsinn, Erklärungen für 0.3% Unterschied in BIP-Prognosen zu suchen.

    Antworten
    • komol
      komol sagte:

      Da gibt sich die FT Mühe und bringt einen ganzen Artikel raus und dann kommt ein “Kleinanleger” (srry ich nenne Sie jetzt mal so wie Ihr nick ist) und sagt dagegen in einem Satz, was los ist. Das ist krass. Heisst für mich: der Trend stimmt. Und: Schluss mit dem ständigen Britengelecke. Da lachen doch sogar diese eckelhaften Typen selber drüber!

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        Solche Schlagzeilen wie …”Wie die USA die EU abhängen”…spaltet die EU zum Glück immer mehr !

        Wer will den schon zu den Verlieren gehören bzw. sich mit EU-Durchschnittzahlen herumschlagen… :-)

        Die einzelnen EU-Länder zeigen bei allen Zahlen RIESIGE Unterschiede und diese Unterschiede werden die einzelnen Gesellschaften/Nationen schlussendlich dazu bewegen…aus dem “Verein” wieder auszutreten bzw. diesen “Verein” vollständig umzukrempeln.

        Die 3 sozialistisch-kollektivistischen Parteien… SPD/Grünen/Linke… kommen bei neusten Wählerumfragen nicht mal auf die Prozentzahl der freiheitlich-demokratischen “Blauen” … :-)

        Die Wagenknecht-Partei wird dieses Trio sicher noch weiter schwächen und Hr. Krall wird hoffentlich dann der CDU X-Prozentpunkte wegnehmen.

        https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-in-ostdeutschland-laut-umfrage-bei-32-prozent-deutlich-vor-der-cdu-a-3b008d96-0c97-4d11-9caa-7a08b3bd49a9

        Nebenbei:
        Hr. Krall wird bekanntlich die “Brandmauer” dann ignorieren . :-)

    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Kleinanleger

      Naja, das ist sicher ein wichtiger Faktor, aber als alleinige Erklärung doch ein bisschen unterkomplex. Die begeisterte Zustimmung unseres hier ansässigen Kommunisten sollte Ihnen zu denken geben.

      Stellen Sie sich mal vor, alle Staaten der EU oder der Eurozone hätten in den letzten 5 Jahren genauso hohe Budgetdefizitquoten wie die USA gefahren, also locker -5% in “normalen” Jahren und fast -15% auf dem Höhepunkt der Krise 2020:

      https://www.cbo.gov/publication/59640/html

      Glauben Sie, das hätte dazu geführt, dass europäischen Regierungen das Geld so sinnvoll ausgegeben hätten, dass uns die USA wirtschaftlich nicht weiter abgehängt hätten?

      Oder hätten wir stattdessen vielleicht noch viel mehr von dem guten und schützenden Pfizer-Biontech Corona-Impfstoff, noch mehr F35-Kampfflugzeuge und noch mehr amerikanische LNG-Tankerladungen bestellt? ;)

      Antworten
    • Joerg
      Joerg sagte:

      @KleinerHai zur Verschuldung EU vs USA
      Die Hoehe und Ausmass der Verschuldung ist nur ein Teil des Gesamtbildes, entscheidend ist, wofuer das Geld ausgegeben wurde/wird:
      – Konsum? oder
      – Investitionen?
      und wieviel unterwegs versickert (Buerokratie, Regulierungswut, Umverteilungsschwund, planwirtschaftliche Hybris, etc)
      Rohstoffvorkommen und Zugang dazu, militaerische Staerke spielt den USA auch in die Karten.

      Die alleinige Betrachtung von Verschuldung und kausale Ableitungen ist/sind viell. ein bisschen eindimensional, oder?

      LG Joerg

      Antworten
  6. foxxly
    foxxly sagte:

    deutsche politiker aus cducsuspdfdpgrüne, machen schon lange keine politik mehr zu gunsten deutschlands.

    die mediale power gegen deutschland wird vom westen beherrscht und korrumpiert.

    so werden auch die wahlen gewonnen für ein “weiter so” und demontage erfolgreich weiter betrieben.

    eine politik gegen diese “strömung” scheut die deutsche politik und flüchtet unter den sozialistischen mantel der EU.

    diesen gegenwind will sich kein “anständiger demokrat” in D aussetzen; – also regiert die FEIGHEIT!

    wenn nicht bald eine entsprechende “wähler-antwort” gegen diese politik erfolgt, werden diese herrschenden “Demokraten” bald alles verbieten, was ihnen ihre macht beeinträchtigt.
    wir sind eh schon auf diesen weg der dikatorischen zensuren.

    hoffentlich kriegen wir noch die kurve!

    Antworten
  7. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    Die Londoner Bänkerzeitung: “Repercussions from Russia’s invasion of Ukraine: (…) European households may have been more ‚prudent‘ than their US counterparts for other reasons, including their proximity to the war in Ukraine. (…) Europe’s ‚brutal‘ energy price shock — another consequence of Russia’s invasion — has been the ‚most important‘ driver of the two regions’ recent economic divergence.”

    Das liegt auch daran, dass die USA nicht so dumm sind, Russland in den Sektoren zu sanktionieren, in denen es die eigenen amerikanischen Wirtschaftsinteressen beschädigt. Solch ein selbstmörderisches Verhalten wird nur den europäischen Vasallenstaaten erwartet.

    bto: “Ja, wir haben es mit einer deutlich schlechteren Demografie zu tun und ziehen auch entsprechend weniger Talente aus aller Welt an.”

    Talente nicht – aber dafür umso mehr “Fachkräfte” – könnte uns die anstehende “Bürgergeld”-Erhöhung vielleicht attraktiver machen? :D :D :D

    Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @foxxly

        “ohne diese fachkräfte kollabiert unsere wirtschaft2

        Für die Asyl- und Sozialindustrie stimmt dass ja auch – die kollabiert tatsächlich, wenn keine neuen Klienten mehr importiert werden. ;)

        Da wir anderen alle deren Schwachsinn bezahlen müssen, ist genau das aber sehr wünschenswert.

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