Why Europe needs to try unconventional policy

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Wolfgang Münchau ist einer der schärfsten Beobachter der wirtschaftlichen Entwicklung in der Euro-Zone. Seine kritische Sicht auf den Aufschwung habe ich mehrmals diskutiert. Kein Wunder, dass er in der aktuellen Diskussion die EZB auffordert, noch aggressiver zu sein:

  • Keine wirtschaftliche Erholung: tiefe Inflation und geringes Wachstum auf lange Sicht.
  • Italien in Rezession, Frankreich auf dem Weg dahin, selbst Deutschland schwächelt.
  • Euro-Zone kann jede Unterstützung gebrauchen, tiefe Zinsen sind nur ein Hebel. Deshalb Zeit für QE (zu Wirkung und Nebenwirkung).
  • Grund 1: tiefe Inflation und Stagnation.
  • Grund 2: Zinsen sind schon sehr tief und wirken nicht mehr (auch hier).
  • Grund 3: das OMT Programm (die Garantie zur Unterstützung von Staaten, falls erforderlich, die demnächst Gegenstand der Verhandlung am Bundesverfassungsgericht ist) wirkt wie eine Versicherung. Anleihenkäufe würden den Staaten wirklich helfen.
  • Vorteil QE: im Unterschied zum OMT eindeutig im Mandat der EZB, und deshalb kann niemand etwas dagegen sagen.
  • Allerdings ist QE kein Allheilmittel. Aber es ist besser als die Alternative einer langen Depression.

Münchau hat recht und unrecht zugleich. Wir stehen vor erheblichen Risiken. QE wird diese nicht beseitigen, sondern kann nur erneut Zeit kaufen. Wir brauchen andere Instrumente, um die Schuldenkrise zu überwinden.

FT (Anmeldung erforderlich): Why Europe needs to try unconventional policy, 17. November 2013

1 Antwort
  1. Tim Deutschmann says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    warum diskutieren Sie nicht die dezentrale Umverteilungsmaßnahme „negative Leitzinsen“ mit Umlaufsicherung? Mit einer Vermögensabgabe müsste der Staat bestimmen, wohin das
    Geld soll. Menschen die an die Intelligenz der Märkte und Börsen glauben, überlassen
    dies doch wohl lieber nicht dem Staat. Im übrigen ist es auch sehr reizvoll über Unternehmensbeteiligungen als Werkzeug zu direkter Demokratie in einer Negativzinswirtschaft nachzudenken, außerdem brechen bei einem Übergang zur Negativzinswirtschaft alte Resentiments
    bezüglich Privatisierungen von öffentlichem Eigentum zusammen. Privatisierungen machen dann auf einmal allgemeinen Sinn. Zum Dritten könnten in einer Negativzinswirtschaft in dem Maße Steuern gesenkt werden wie die Zinsen fallen, mehr Freiheit also. Viertens gäbe es einen fundamentalen Paradigmenwechsel weg von einer Kultur der Gier und des Nehmens hin zu einer Sozio-Ökonomie der Hingabe und des „Gärtnerns“ auf der Makroebene. Unternehmen werden dann wie Pflanzen, die die Menschen ernähren. Die Geldmenge (Bilanzsumme) würde steigen, der Euro würde abwerten und das Ausland könnte sich auf einmal europäische Traktoren und andere Maschinen leisten, ->Vollbeschäftigung. …. X-tens würde europäische Investoren „Rendite-gezwungen“ an der Systemgrenze investieren, was eine Bindung der Grenzregionen an die europäische Wirtschaft erzeugen würde, welche sich bei sinkendem Zins immer mehr auf das Monetär-Wert-Niveau des wirtschaftlichem Umfelds absenken würde, jedoch einen gleichbleibend hohen technologischen Stand als „Wettbewerbs“vorteil hätte (für die Angsthasen).

    Denken Sie doch mal bitte darüber nach!

    Mit freundlichen Grüßen,

    Dr. Tim Deutschmann

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