„Was die Inflation am Boden hält“

Ein großes Rätsel bleibt für Ökonomen, Notenbanker und Politiker, weshalb allen Bemühungen zum Trotz die Inflation nicht anzieht. Die FINANZ und WIRTSCHAFT fasst die gängigen Erklärungen zusammen:

  • „(…) die Notenbanken (…) haben (…) einen neuen Feind: Deflation. (…) als optimale Teuerung wird eine jährliche Rate von etwa 2 % angesehen. Bei diesem Niveau lohnt es sich nicht, Geld zu horten, aber die Preisänderungen sind zu klein, um hohe Anpassungskosten oder eine unerwünschte Umverteilung zu verursachen.“ – bto: Und vor allem erlaubt es die Produktivitätsfortschritte, ohne eine Nominallohnanpassung nach unten erforderlich zu machen. So zumindest die Theorie.

Die Abbildung zeigt deutlich, dass das mit der Inflation nicht mehr so gut klappt:

Quelle: FuW

  • „Dazu kommt, dass die Markteilnehmer auch in Zukunft nicht mit mehr Inflation rechnen und zuletzt ihre Erwartungen nochmals nach unten angepasst haben. Aus der Renditedifferenz zwischen normalen und gleich lang laufenden inflationsgeschützten Anleihen geht hervor, dass die Investoren in Deutschland über zehn Jahre im Durchschnitt eine Inflation von 0,8% erwarten.“

Quelle: FuW

  • „Den Ökonomen ist es ein Rätsel, weshalb die Inflation trotz Negativzinsen und   Wertschriftenkäufen (Quantitative Easing, QE) nicht anspringt. Es müsste doch nun ein gewisser Teuerungsdruck entstehen, wenn die Kapazitäten ausgelastet sind und die Arbeitslosenrate so tief ist.“ – bto: Wir haben aber eine strukturelle Nachfrageschwäche und zugleich ein immer größeres globales Angebot. Zugleich vermute ich, dass die weltweiten Kapazitäten nicht so ausgenutzt sind, Stichwort: China.
  • „Hat die Phillips-Kurve ausgedient, die den inversen Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit beschreibt? Vieles deutet daraufhin, dass die Phillips-Kurve nicht ganz außer Kraft ist, sondern nur flacher verläuft. Löhne und Inflation reagieren weniger sensibel auf die guten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt. Gemäss Oxford Economics könnte das damit zusammenhängen, dass die Arbeitnehmer weniger häufig den Job wechseln, aber die Löhne erfahrungsgemäß vor allem bei Stellenwechseln steigen.“ – bto: Das finde ich eine interessante Theorie. Generell müsste man aber sagen, dass die Macht der Arbeitnehmer in den letzten Jahrzehnten durch die Globalisierung und durch Migration gesunken ist.
  • „Zudem ist der Arbeitsmarkt möglicherweise gar nicht so angespannt, wie die Arbeitslosenraten suggerieren. So sinkt zum Beispiel die Arbeitslosigkeit allein schon deshalb, wenn der Anteil älterer Arbeitnehmer an der Erwerbsbevölkerung zunimmt, die weniger häufig arbeitslos sind. Und die rückläufige durchschnittliche Wochenarbeitszeit deutet daraufhin, dass noch viele Leute weniger arbeiten, als sie gerne würden. Wie ein Ventil wirkt auch die steigende Beschäftigung. Es herrscht noch kein Arbeitskräftemangel, weil zum Beispiel mehr Frauen auf den Arbeitsmarkt kommen wie in Japan oder die Älteren vermehrt über das Pensionsalter hinaus arbeiten.“ – bto: was sie wollen, aber auch müssen angesichts der unterfinanzierten Pensionssysteme.
  • „Als strukturelle Faktoren für die niedrige Inflation werden häufig auch die Globalisierung und die Digitalisierung genannt. (…) Die Arbeitnehmer hätten andere Prioritäten als mehr Lohn. Flexible Arbeitszeiten und Jobsicherheit seien wichtiger, seit die Arbeitsplätze so einfach verlagert oder durch neue Technologien ganz ersetzt werden könnten.“ – bto: Deshalb zeigt sich der Preisdruck eher bei den nicht handelbaren Dienstleistungen. Stichwort: Handwerker.
  • „Der Zusammenhang zwischen Inflation und Überalterung ist nicht eindeutig. Zwar suggerieren neue Daten, dass die Inflation desto niedriger ist, je grösser der Anteil der Rentner ist. Die Forscher erklären die Korrelation damit, dass ältere Gesellschaften eine Politik wählen, die die Teuerung eindämmt, damit die Kaufkraft ihrer Ersparnisse erhalten bleibt. Die tendenziell älteren Regierungsvertreter und Zentralbanker unterstützen sie dabei, weil sie die schwierigen Zeiten mit hoher Inflation selbst erlebt haben.“ – bto: Da bin ich mir nicht sicher, denn es wird ja keine Politik betrieben, die die Inflation eindämmt. Im Gegenteil, es wird versucht, Inflation um jeden Preis zu erzeugen.
  • „In einer Langzeitstudie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) wird aber genau der gegenteilige Effekt nachgewiesen. Je grösser der Anteil der Erwerbstätigen, desto niedriger die Inflation. Denn wenn mehr Menschen arbeiten und der Gesamtkonsum etwa gleich ist, steigt das Angebot relativ zur Nachfrage, was den Teuerungsdruck senkt.“ – bto: Die Studie habe ich damals auch bei bto ausführlich besprochen.
  • „Schuld an der hartnäckig niedrigen Inflation könnte auch die Nullzinsuntergrenze (Zero lower bound) sein, (…) Wenn die Agenten erwarten, dass die Wirtschaft regelmässig an die Zinsuntergrenze stösst, setzen die Unternehmen die Preise aus Vorsicht etwas tiefer an. (…) Fed-Ökonomen schätzen, dass die US-Inflation deshalb im Mittel nur noch 1,2% betragen und das Ziel von 2% unterschiessen werde.“ – bto: Das liefert natürlich ein Argument, diese Zinsuntergrenze auszuhebeln, durch Maßnahmen wie die Begrenzung und Besteuerung von Bargeld …
  • „Auf der Suche nach neuen Ideen, wie man die Inflationserwartungen nach oben bringen kann, haben Ökonomen den Fisher-Effekt wiederentdeckt. US-Ökonomen Irving Fisher (1867–1947) betonte, dass eine höhere Inflationsrate den Nominalzins steigen lässt. Die Columbia-Professoren Martín Uribe und Stephanie Schmitt-Grohé gehen einen Schritt weiter. Sie postulieren, dass eine glaubhafte Ankündigung, die Zinsen langfristig hoch zu halten, zu höherer Inflation führen würde – ohne Rezession. Wenn der langfristige Zusammenhang zwischen Zinsen und Inflation gelte, müsse er auch kurzfristig gelten. Der sogenannte ‘Neo-Fisher-Effekt’ komme zustande, weil die Unternehmen wegen den unausweichlich höheren Zinskosten die Preise erhöhen und wie eine neue feste Steuer auf die Konsumenten überwälzen. Entscheidend für den Effekt ist aber, dass die Marktteilnehmer glauben, dass die Zinserhöhung nicht einmalig ist und nicht gleich wieder eine Senkung folgt.“ – bto: ohne Rezession? Das wäre nur dann denkbar, wenn wir nicht so hoch verschuldet wären. Im heutigen Umfeld entspräche das dem globalen Margin Call.
  • „Dass die einfache Formel ‘Zinsen runter, Inflation rauf’ nicht immer funktioniert, (zeigen) die Negativzinsen (in der Schweiz, die) einen Bauboom ausgelöst haben, der ein Überhang an Mietobjekten zur Folge hatte. Deshalb sinken landesweit seit 2015 die Mieten. Da diese mit rund 20% im Konsumentenpreisindex LIK enthalten sind, hat der Effekt eine dämpfende Wirkung auf die Teuerung.“ – bto: Das setzt natürlich voraus, dass man bauen darf. In Deutschland gibt es diesen Effekt bisher nicht.

→ fuw.ch: „Was die Inflation am Boden hält“, 16. Juli 2019

45 Kommentare
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    Michael Stöcker sagte:

    @ Claus

    Ja, als Laie hat man es schwer, aber auch die Profis scheitern immer wieder, weil sie mit den falschen Modellen arbeiten (Stichwort Geldschöpfungsmultiplikator).

    Sie sollten sich darüber im Klaren werden, dass durch den Aufkauf lediglich ein zinstragendes Bestands-Asset (Anleihe) in ein zinsloses (Zentralbankgeld) umgewandelt wird. Damit wurden in aller Regel Kursgewinne realisiert, da die Anleihen aufgrund der gesunkenen Zinsen stark im Wert gestiegen sind.

    War die Anleihe zuvor in der Bilanz einer Geschäftsbank, so ändert sich an der relevanten Geldmenge M1/M2/M3 NICHTS. Geld entsteht durch Kreditvergabe und wird durch Kredittilung wieder vernichtet. Das passiert alles auf der Ebene der Geschäftsbanken.

    Insofern kommt es nicht darauf an, ob eine Zentralbank solche Bestands-Assets aufkauft und somit dem Markt Liquidität zuführt, sondern wie hoch die Kreditexpansion (ZUSÄTZLICHE Neuverschuldung) insgesamt ist und ob diese Mittel nachfragewirksam in der Realwirtschaft werden. Und dann müssen diese Mittel auch noch auf knappe reale Ressourcen treffen, damit es tatsächlich zu inflationären Entwicklungen kommen kann. Ich sehe hier weit und breit keine Anzeichen für eine Inflation und alle Warner lagen fundamental falsch (so z. B. Thomas Straubhaar 2009: https://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/thomas-straubhaar-star-oekonom-rechnet-mit-horror-inflation_aid_373180.html)

    Anders sieht die Geschichte aus, wenn die Babyboomer zukünftig einen Teil dieser Assets liquidieren möchten/müssen, um die geschliffene gesetzliche Rente durch diese Art der privaten Zusatzvorsorge (Riester & Co.) zu ergänzen, damit auch im Alter genügend Essen auf dem Tisch ist. Ob es aber dann inflationär werden wird ist ebenfalls zweifelhaft, da Industrie 4.0 viele Arbeitskräfte freisetzen wird. Wenn allerdings keiner mehr Handwerker werden möchte, dann wird es hier weiterhin hohe Preisschübe geben. Das ist aber mAn lediglich ein Nachholen vergangener unterlassener Lohnerhöhungen. Tendenziell rechne ich wegen der Demografie in 10 bis 15 Jahren mit deutlich höheren Inflationsraten zwischen 3 und 5 Prozent. Aber wirklich wissen kann das keiner. Oder um mit von Hayek zu sprechen: Das wäre Anmaßung von Wissen.

    LG Michael Stöcker

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    Michael Stöcker sagte:

    @ ruby

    „Bei der Finanzierung der Unternehmung gibt es bei Tilgung und Zins keine „Negativen“.“

    Das wird vermutlich auch so bleiben. Aber wir reden nicht von Finanzierung (Passivseite), sondern von der Aktivseite einer Bilanz; denn dort ist das Geld(vermögen) zu verorten. Und selbstverständlich können Aktiva auch „Lagerhaltungskosten“ erzeugen. Das gilt insbesondere dann, wenn man diese Negativzinsen vermeiden möchte und deshalb durch die Kosten der Bargeldlagerung substituiert. Dann haben Sie keine „Negativen“ mehr, dafür aber nun ein wenig Abschreibungsaufwand für Ihren Bargeldtresor. Nicht ganz zufällig wurden die 500er eingestellt, damit die Kosten der Bargeldhaltung steigen, da die Tresore nun 2,5 mal so groß sein müssen.

    „Wenn Zentralbankkontenführer freiwillig ihr Zentralbankgeld zurückgeben für nothing was ihnen die Zentralbank vorher geschenkt hat, dann können diese nicht mehr als rationale Wesen bezeichnet werden.“

    Sie verwechseln hier mal wieder etwas. Es liegt keine Schenkung vor. Das Geld muss selbstverständlich zurückgezahlt werden, wie Sie ja auch selber schreiben. Alles völlig rational; auch dann, wenn es dank höherer Inflationsraten in der Vergangenheit noch nicht vorkam.

    „Ja, Sie liegen richtig, daß die Mehrstufigkeit des Bankwesens die Abschiedsparty ausrichtet.“

    Alle modernen Geldsysteme sind seit Einführung von Zentralbanken vor über 400 Jahren zweistufig. Das war also auch schon zu Bundesbankzeiten so.

    „Ein einstufiges Zentralbankwesen mit Zweigstellen und Banknotenausgabe wie früher“

    Wie bereits gesagt: Euro UND D-Mark sind bzw. waren schon IMMER ZWEI-Stufige Geldsysteme.

    Ihnen fehlen leider die absoluten Basics. Besuchen Sie doch einfach mal den Online-Kurs von Michael Paetz von der Uni Hamburg: https://was-ist-geld.de/einfuehrung/

    LG Michael Stöcker

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      ruby sagte:

      Herr Stöcker,
      die private Geldschöpfung des zweistufigen Geldsystems wäre ohne die ständige Ablagerung und Neuausschüttung in der ersten Stufe bereits in Überschuldung und Illiquidität. Daher ist es und ihre Verteidigungsargumentation Vergangenheit und nicht mehr zukunftsfähig, eine nette historische Anekdote, in der die Aufhebung der eigenen Rechnungslegunggrundsätze erzählt wird.
      Steve Keen führt seine Modellrechnungen mit dem Ergebnis der Konzentration bei den wenigen Finanzakteuren. Nur wird die Realwelt der Restlichen diese unnatürlichen Monopolisierungen bei Privatgeldschöpfern und Öffentlichen Zentralbank- oder Staats-/Fiskalnachfinanzierern nicht nachhaltig für Tragfähigkeit dieser Systematik sorgen.
      Wir können das erklären und erläutern indem wir Verständnis schaffen und nicht mit einem Weiter so schreiend und der Fahne in der Hand in die Schlacht ziehen. Am Ende werden die Überreste verwertet, eine sehr unangenehme Aufgabe, wenn diese überhaupt gewollt ist. Ein natürliches Mahnmal ist Antwort der Naturgewalten. Vielleicht haben sich die Gebildeten überschätzt und leben in der Endlosschleife.

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    Claus sagte:

    Es wundert mich etwas, dass bei diesem Thema überhaupt nicht die weltweite Überschuldung erwähnt wird, die ja wie Blei alles nieder drückt – und das Boot eher Richtung Deflation als in Richtung Inflation drängt. Herr Stelter predigt das doch schon seit Jahren – falls ich ihn richtig verstanden habe sollte. Meine Vermutung ist, dass Inflation erst dann kommen wird, wenn die Zentralbanken durch exorbitantes Gelddrucken das Vertrauen in die Währung zerstört haben – also nicht durch die klassische Lohn-Preis-Spirale sondern durch einen massiven Vertrauensverlust, was ja das höchste Gut einer Währung ist. Das kann mMn sehr plötzlich kommen, mit einer dann in den Himmel schießenden Inflationsrate.

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      Michael Stöcker sagte:

      Es ist nicht nur die Verschuldung, sondern insbesondere die hierauf zu leistenden Zinsen. Und die sind bekanntlich stark gefallen. Richtig ist hingegen, dass bei hoher/steigender Verschuldung die Zinszahlungen die verfügbaren Einkommen beeinflussen und somit wiederum den Konsum. Bei Brad DeLong ist dies der erste Punkt, den er aufführt:

      „Durch die ungleiche Einkommensverteilung wird zu viel gespart – die Reichen konsumieren nicht genug (These von Hobson).“ Siehe Link zum Herdentrieb in meiner Antwort an Horst weiter unten.

      Und wie sollte „exorbitantes Gelddrucken“ jenseits der Helikopter zu Inflation führen? Auch diese Vorstellung scheint mir auf einem falschen Verständnis unseres hierarchischen Geldsystems zu bestehen. Hier können Sie prüfen, inwiefern Ihre Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen: https://zinsfehler.com/2019/01/23/warum-konnen-wir-unser-geldsystem-nicht-richtig-verstehen/

      LG Michael Stöcker

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >„Durch die ungleiche Einkommensverteilung wird zu viel gespart – die Reichen konsumieren nicht genug (These von Hobson).“>

        Das schlichtweg falsch.

        Die Reichen konsumieren doch mehr als ihnen gut tut bis hin zu obszön.

        IHNEN kann man doch nicht zuschreiben, dass nicht genug konsumiert wird.

        ANDERE konsumieren nicht genug, z. T. weil sie es nicht wollen, z. T. weil sie es nicht können.

        Das Nicht-genug-Konsum ist KEIN Reichenproblem.

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        Claus sagte:

        @Stöcker: Es ist eine Sache, die ich nicht verstehe: Kann eine Zentralbank durch QE ihre Bilanz bis ins Unermessliche aufblasen, ohne das das irgendwann zu einer Inflation führt? Es gab doch in der Weltgeschichte diverse Inflationsereignisse, die durch eine Überschuldung ausgelöst wurden, wobei mir der Mechanismus, wie eine Überschuldung letztendlich zu einer Inflation führt, als Laie nicht bekannt ist, bzw. ich nicht verstehe. Ist dabei vielleicht der entscheidene Punkt, ob ein Staat bei der eigenen Bevölkerung verschuldet ist (wie in Japan) oder eine Fremdverschuldung vorliegt?

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      Richard Ott sagte:

      @Horst

      „Könnte ein Ausbleiben der Anziehung der Inflation auch an geringen Produktivitätszuwächsen liegen“

      Wieso? Steigende Produktivität wirkt normalerweise deflationär und nicht inflationär.

      Dass die Produktivität nicht mehr wächst obwohl die „Akademisierung“ immer weiter voranschreitet, ist aber ein eindeutiges Indiz dafür dass immer mehr Aktivitäten an den Universitäten keine sinnvolle Forschung und Lehre mehr sind, sondern nur noch pseudowissenschaftliches Betroffenheits- und Minderheiten-Gedöns.

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      Michael Stöcker sagte:

      @ Horst

      Das glaube ich nicht. Inflation ist insbesondere ein Knappheitsphänomen in Verbindung mit starken Gewerkschaften. In reifen Industriegesellschaften sind die Märkte weitgehend gesättigt, bei gleichzeitig hohen Kapazitäten und intensivem Wettbewerb. Insofern liegt hier einer der vielen „Zinsfehler“ vor, die von der FuW wie folgt beschrieben werden: „Dass die einfache Formel ‘Zinsen runter, Inflation rauf’ nicht immer funktioniert, (zeigen) die Negativzinsen (in der Schweiz, die) einen Bauboom ausgelöst haben, der ein Überhang an Mietobjekten zur Folge hatte.“

      Wer höhere Inflation möchte, der müsste insbesondere für höhere Löhne plädieren; allerdings weniger bei den oberen 10 % als vielmehr bei den unteren und mittleren Einkommen, die eine deutlich höhere marginale Konsumneigung haben.

      Die geringen Produktivitätszuwächse wiederum sind FOLGE vergangener hoher Produktivitätszuwächse. WEIL wir so produktiv sind, können wir uns nun vermehrt so ganz unproduktiven Dingen zuwenden, die zuvor gar nicht im BIP erfasst wurden; insbesondere viele Tätigkeiten im Dienstleistungssektor. Im Durchschnitt werden wir somit unproduktiver, weil wir insbesondere in der Industrieproduktion produktiver geworden sind; und dabei geht es zugleich vielen auch deutlich besser. Mehr dazu gibt es z. B. hier: https://blog.zeit.de/herdentrieb/2017/01/23/warum-die-produktivitaet-stagniert-und-was-dagegen-getan-werden-kann_10136. D. Tischer wird sich sicherlich noch an die Diskussion erinnern.

      LG Michael Stöcker

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        Horst sagte:

        Besten Dank für Ihre Antwort, schön, dass Sie wieder an Bord sind.

        Zum Hintergrund meiner Frage/Aussage; ist eine Korrelation zwischen Produktivität und Inflation per se ausgeschlossen, wenn unterstellt wird, dass Löhne NUR dann steigen (können), wenn auch die Produktivität zulegt; s. hierzu einen historischen Vergleich:

        https://de.statista.com/statistik/daten/studie/249537/umfrage/historische-entwicklung-von-produktivitaet-und-realloehnen-in-deutschland/

        Im Umkehrschluss könnte es demzufolge heißen: Steigt die Produktivität nicht, steigen auch nicht (können auch nicht … steigen) die Löhne steigen, mit der Folge, dass die Inflation niedrig bleibt.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Im Umkehrschluss könnte es demzufolge heißen: Steigt die Produktivität nicht, steigen auch nicht (können auch nicht … steigen) die Löhne steigen, mit der Folge, dass die Inflation niedrig bleibt.“

        Nette These, aber längst widerlegt. Die linken Spinner in den 60er und 70er Jahren glaubten ja, es gäbe einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation – die sogenannte Phillips-Kurve. Das waren die Zeiten, wo insbesondere die Gewerkschaften in UK Lohnforderungen weit oberhalb der Produktivitätssteigerungsrate stellten (und durchsetzen konnten) um die Inflation anzuheizen und, so dachte man, damit die Arbeitslosigkeit zu verringern. Das führte dann zu den Lohn-Preisspiralen, steigender Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig hoher Inflation und letztendlich zur Wahl von Margaret Thatcher und der Zerschlagung der vorher mächtigen marxistischen Gewerkschaften.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ M. Stöcker

        >Die geringen Produktivitätszuwächse wiederum sind FOLGE vergangener hoher Produktivitätszuwächse.>

        Ich habe weiter unten dargelegt, was auch eine Folge der vergangenen hohen Produktivitätszuwächse ist – fehlende Nachfrage aufgrund von weitgehender Gütersättigung, die auch Sie mit einbeziehen. Über diesen Teilaspekt sind wir uns einig.

        Sie verweisen auf etwas anderes:

        >WEIL wir so produktiv sind, können wir uns nun vermehrt so ganz unproduktiven Dingen zuwenden, die zuvor gar nicht im BIP erfasst wurden; insbesondere viele Tätigkeiten im Dienstleistungssektor.>

        Das ist so NICHT richtig.

        Richtig ist vielmehr:

        Wir können nicht, sondern MÜSSEN – mit einem Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung, die in der hochproduktiven Güterproduktion nicht mehr Beschäftigung findet – den Dienstleistungssektor ausweiten.

        Sie verbinden damit:

        >Im Durchschnitt werden wir somit unproduktiver, weil wir insbesondere in der Industrieproduktion produktiver geworden sind …>

        Richtig, wir werden damit im Durchschnitt unproduktiver, weil die Produktivität im Dienstleistungssektor bei weitem nicht so hoch ist und auch nicht die Steigerungsraten aufweist.

        Ausnahme sind u. a. Teile des Finanzsektors.

        >und dabei geht es zugleich vielen auch deutlich besser.>

        Das ist NICHT richtig.

        Vielmehr:

        Vergleichsweise WENIGEN mit hohem Einkommen, die qualifizierte Dienstleister bezahlen können, geht es besser bis deutlich besser.

        Einer VIELZAHL von Menschen, die nicht mehr in der Produktion, sondern im Dienstleistungssektor beschäftigt sind – Varianten wie BS-Jobs oder „solidarisches Grundeinkommen“ in Berlin (Typus: „Quartierläufer“) – geht es DEUTLICH schlechter verglichen mit denen, die (noch) in der Produktion tätig sind.

        Das ist eine Dimension der Spaltung der Gesellschaft, mit der die Umverteilungsmaschine am Laufen gehalten wird.

        Der „Ruhigstellungseffekt“ nimmt dabei ab, die Gesellschaft wird instabiler und die Produktivität nimmt damit natürlich auch nicht zu.

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        Horst sagte:

        „Wieso? Steigende Produktivität wirkt normalerweise deflationär und nicht inflationär.“

        Von ca. 1970 – 1982 waren die Inflationsraten in Deutschland relativ hoch, ebenso das Produktivitätswachstum und das Lohnwachstum (aufgrund geringer Arbeitslosenquoten).

        Heute: Geringe Inflationsraten, geringes Produktivitätswachstum, geringes Lohnwachstum (unter der Prämisse, dass die Reallohnentwicklung der vergangenen Jahre auf einem Nachholeffekt aufgrund des Unterlassens der vergangenen 20 Jahre beruhte).

        Ottchen: Ab in den Rat der Wirtschaftsweisen… Mit Frau Palmer.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Steigende Produktivität wirkt normalerweise deflationär und nicht inflationär.“

        Schauen Sie sich mal an, wie sich die Produktivität bei der Herstellung von Computerchips und die Preise von Computern in den letzten 50 Jahren entwickelt haben. Das ist ein Beispiel für die deflationäre Entwicklung, die ich meine – sie werden nicht umhin kommen, die anzuerkennen, auch wenn Sie schon wieder eine zähe rot-grüne Pampe anrühren und dabei Korrelation und Kausalität lustig vermischen.

        PS: Wissen Sie übrigens, was eine der großartigsten Leistungen des DDR-Sozialismus war? Die Mikrochips aus der DDR waren die größten auf der ganzen Welt!

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        Horst sagte:

        „Schauen Sie sich mal an, wie sich die Produktivität bei der Herstellung von Computerchips und die Preise von Computern in den letzten 50 Jahren entwickelt haben.“

        Und nun? Der Computerchip als pars pro toto für alle Produktionssegmente?

        Vor 50 Jahren war dieser auch so groß wie ein Einfamilienhaus (vor 75 Jahren so groß wie ein Mehrfamilienhaus) und heute so klein wie Ihr Thalamus… (folge ich der Qualität Ihrer Kommentare).

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Wir können nicht, sondern MÜSSEN – mit einem Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung, die in der hochproduktiven Güterproduktion nicht mehr Beschäftigung findet – den Dienstleistungssektor ausweiten.“

        Nein, das müssen wir nicht. Wir könnten auch die Arbeitszeit verkürzen und die Beschäftigten dort belassen, wo sie sind. Wir könnten auch ein BGE einführen und somit solche Tätigkeiten zurückverlagern in die Privatsphäre (selber kochen, Kinder betreuen, Eltern pflegen…).

        Da wir uns aber gegen die Arbeitszeitverkürzung ausgesprochen haben, ist/war eine Ausweitung des Niedriglohnsektors/DL-Sektors die zweitbeste Lösung.

        „Ausnahme sind u. a. Teile des Finanzsektors.“

        Diese Ausnahme lässt noch auf sich warten, wird aber in den kommenden Jahren zwangsweise insbesondere bei den deutschen Banken stattfinden. Ansonsten teile ich die Einschätzung von Andy Haldane: „But bearing risk is not, by itself, a productive activity.” https://voxeu.org/article/what-contribution-financial-sector

        „Einer VIELZAHL von Menschen, die nicht mehr in der Produktion, sondern im Dienstleistungssektor beschäftigt sind – Varianten wie BS-Jobs oder „solidarisches Grundeinkommen“ in Berlin (Typus: „Quartierläufer“) – geht es DEUTLICH schlechter verglichen mit denen, die (noch) in der Produktion tätig sind.“

        Wir sind einer Meinung. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass eine gering bezahlte Arbeit immer noch besser bzw. weniger schlecht ist als gar keine Arbeit ohne Expansion des DL-Sektors. Und wenn die Regierung sich endlich mal für Investitionen in Bildung und Infrastruktur entscheiden würde, dann bräuchten wir auch viel weniger BS-Jobs und hätten deutlich bessere Voraussetzungen für zukünftige Produktivitätssteigerungen bzw. Erhaltung des Produktivitätspotentials.

        Ich frage mich, wann das unsere Schuldenphobiker endlich mal begreifen werden. Ein Land, das bei seiner eigenen Bevölkerung verschuldet ist (also alle Länder mit ausgeglichener LB bzw. LB-Überschüssen), hinterlassen den kommenden Generationen keine Schulden, da ja nicht nur die Schulden vererbt werden, sondern in exakt gleicher Höhe die korrespondierenden Vermögen. Es gibt somit kein intergeneratives Schuldenproblem. Es war, ist und bleibt ein intrageneratives. Das kriegt weder ein Gabor Steingart, geschweige denn ein Paul Kirchhof auf die Reihe. Aber sogar ein Marcel Fratscher scheitert an dieser simplen Erkenntnis. Ich verlinke die Interviews im Beitrag von heute Nachmittag.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Vor 50 Jahren war dieser auch so groß wie ein Einfamilienhaus (vor 75 Jahren so groß wie ein Mehrfamilienhaus) und heute so klein wie Ihr Thalamus… (folge ich der Qualität Ihrer Kommentare).“

        Vor 75 Jahren gab es noch gar keine Computerchips – deren Produktion ging erst in den 1960ern los. Vorher gab es nur tatsächlich schrank- bis hausgroße elektronische Schaltungen, die aber jeweils aus mehreren einzelnen Bauelementen zusammengesetzt waren. Aber bitte, erzählen Sie mir doch noch mehr darüber, wie blöd ich angeblich bin.

        „Der Computerchip als pars pro toto für alle Produktionssegmente?“

        Nicht als pars pro toto, aber als ganz typisches und wichtiges Beispiel. Ist es wirklich so schwer für Sie zu kapieren, wie diese Entwicklungen eine deflationäre Wirkung entfalten? Sie klingen ja so wie jemand, der noch nie eine Fabrik von innen gesehen hat, sich auch nicht dafür interessiert, wie waren überhaupt produziert werden, aber ganz selbstverständlich erwartet, dass „der Sozialimus“ alle seine materiellen Bedürfnisse befriedigt.

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    Michael Stöcker sagte:

    Liebe Frau Finke-Röpke,

    im Gegensatz zu manchen Dampfplauderern schätze ich Ihre Kommentare sehr, wenn ich sie auch nicht immer in Gänze teile. So ist es insbesondere in diesem Fall.

    Das Konzept der Inflationsmessung besteht seit vielen Jahrzehnten und wurde mAn mit sehr guten Gründen auf einen REPRÄSENTATIVEN Warenkorb beschränkt. Da die übergroße Mehrheit der Bevölkerung über kein nennenswertes Vermögen in Form von Aktien, Immobilien etc. verfügt, macht es wenig Sinn, den repräsentativen Warenkorb um einen Assetanteil zu ergänzen. Wer sich in diesem repräsentativen Warenkorb nicht wiederfinden kann, der kann ja gerne seinen persönlichen Warenkorb zusammenstellen und um seine Lieblingsdevotionalien ergänzen. Wer 80 % seines Einkommens für Aktien, Gold u. a. langlebige Assets verwendet, hat selbstverständlich nicht nur einen völlig anderen Warenkorb, sondern zugleich eine völlig andere Gewichtung der einzelnen Positionen. Eins ist aber sicher: Eine solche Person ist nicht repräsentativ. Aber vielleicht sollte Destatis ja mal zusätzlich zum VPI einen MPI (Millionärspreisindex) ermitteln. Zudem sollten Sie beachten, dass es beim Verbraucherpreisindex um VERBRAUCHS- und Gebrauchsgüter geht, nicht aber um Aktien, Anleihen, Gold… Milch, Butter, Brot etc. müssen nach Preiserhöhung zwingend neu gekauft werden, während die Goldbarren weiterhin im Safe liegen und sich der Eigentümer über die gestiegenen Assetpreise freuen darf. Über diesen Vermögenseffekt sind für ihn die Verbrauchsgüter sogar relativ preiswerter geworden; insbesondere dann, wenn der Anstieg des MPI höher ist als der VPI.

    Ich möchte damit nicht die sonstigen Probleme der Assetinflation kleinreden. Aber das ist mAn ein ganz anderes Thema.

    „Das nicht gehörte Bellen bedeutet, dass die Bundesbank zu den Targetsalden, der Zinsdrückung, der asset inflation und der errodierenden Ertragslage der Banken aufgrund der Zinsstrukturkurve Aussagen treffen müsste, es aber unterlässt.“

    Sorry, Frau Finke-Röpke, aber das sind alles völlig haltlose Unterstellungen, die mit der Realität NICHTS zu tun haben. Seit 2011 berichtet die Bundesbank regelmäßig über die TARGET-Salden und hat sich insbesondere auch zu den unwissenschaftlichen Kritiken selbsternannter Geldexperten explizit öffentlich geäußert. Ich erinnere hier nur an die Diskussion von Ex-Bundesbanker Olaf Sievert mit HWS sowie insbesondere an Johannes Beermann: https://www.bundesbank.de/de/presse/gastbeitraege/wenn-der-euro-unveraendert-fortbesteht-ist-target-kein-risiko-750944

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      Michael Stöcker sagte:

      Zur angeblichen Zinsdrückung (ich bin hier bekanntlich anderer Meinung) siehe u. a. https://www.bundesbank.de/de/presse/reden/herausforderungen-fuer-das-deutsche-wirtschaftsmodell-796820#tar-5

      Und die Geschichte mit der erodierenden Ertragslage ist eine unmittelbare Folge von Überkapazitäten. Wir sind overbanked und undersexed. Hier bin ich mal wieder ganz auf der Seite der Österreicher/von Hayek. Vielleicht kennen Sie ja meinen Spruch dazu noch nicht: Banker in die Pflege! Dort können sie Ihre Kernkompetenzen sinnvoll einbringen und weiterhin so richtig auf die Kacke hauen.

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        ruby sagte:

        Wieso soll die Deutsche Bundesbank, die noch nicht mal eigene Banknoten ins Land und unter das Volk bringen kann über das Institut einer Subsidiary hinaus noch von Interesse sein? Im November erfolgt die EZB Kosmoflutung aller Systemträger mit Mehrmoney. Besser ist, daß der Goldbestand pro Kopf direkt ausgegeben wird sonst wird dieser demnächst noch durch „Negativzinsen“ aufgelöst. Was ist das überhaupt für ein Zinsding. Es gibt Fremdkapitalzins und Eigenkapitalzins mehr ist nicht in der Doppischen Buchhaltung und im Rechtssystem. Da muß die Deutsche Bundesbank einmal auf die Straße gehen und den Menschen die wirklich wahre Annuitätsrechnung vorlesen. Oder soll die Menschheit weiterhin mit diesem Unsinn belästigt werden.
        Hoffentlich kommt es zu richtiger Unterhaltung, denn wer zu spät … wie schon Michael Segejewitsch Gorbatschow Chef des ZK der KPdSU in Ostberlin der Hauptstadt der DDR erklärte.

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        Michael Stöcker sagte:

        @ ruby

        „Wieso soll die Deutsche Bundesbank, die noch nicht mal eigene Banknoten ins Land und unter das Volk bringen kann…“

        Hier liegen gleich drei Irrtümer vor.

        1. Die Banknoten sind bereits im Land, da sie überwiegend in Leipzig und München von Giesecke & Devrient gedruckt werden bzw. wurden. Schauen Sie einfach mal auf die Nummern Ihrer Geldscheine: W=Leipzig, X=München und R=Bundesdruckerei Berlin. Neue Scheine gibt es seit 2016 nur noch aus Leipzig. X und R werden also vermehrt durch W ersetzt. Andere Buchstaben stehen für andere Länder der Eurozone.

        2. Die Bundesbank hat noch NIE auf eigene Faust Banknoten unter das Volk gebracht. Auch die Erstausstattung nach WK II sowie Begrüßungsgeld waren politisch abgestimmt.

        3. Es ist nicht die Bundesbank, die über den Banknotenumlauf entscheidet, sondern es sind die Zahlungsgewohnheiten der Bürger. Die Bundesbank reagiert hierauf nur passiv.

        Ich habe das Gefühl, dass Sie immer noch nicht begriffen haben, wie ein zweistufiges Geldsystem funktioniert.

        „Besser ist, daß der Goldbestand pro Kopf direkt ausgegeben wird sonst wird dieser demnächst noch durch „Negativzinsen“ aufgelöst.“

        Ich frage mich, was Sie geraucht haben, was Ihre Sinne dermaßen vernebelt hat.

        „Da muß die Deutsche Bundesbank einmal auf die Straße gehen und den Menschen die wirklich wahre Annuitätsrechnung vorlesen.“

        Und was bitte schön ist die „wahre“ Annuitätsrechnung?

        Sorry lieber ruby, aber das war nichts Weiteres als emotionale Dampfplauderei.

        LG Michael Stöcker

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        ruby sagte:

        Hallö Herr Stöcker, wirklich interessant, daß Sie an Bord sind!
        Aber auf den Geldscheinen für den Zahlungsverkehr steht Euro drauf.
        Weiter ist mir ein Volk „Europa“ nicht bekannt ebenso wie ein Staat EU oder ein EWS-Unterstaat.
        Daß sich ein Staat/eine Zentralbank eines privaten Erfüllungsgehilfen bei der Aufgabenerfüllung bedient ist nicht gegen die Handlungsfreiheit des Grundgesetzt stehend.
        Koffein in jeglicher flüssiger Gestalt bleibt meine Präferenz.
        Ich habe für Sie extra im Perridon/Steiner/Rathgeber 15. von 2009 und. 17. von 2017 Auflage nachgeblättert. Bei der Finanzierung der Unternehmung gibt es bei Tilgung und Zins keine „Negativen“. Es bleibt bei Sollzinsen und Habenzinsen oder Eigenkapitalverzinsung und Fremdkapitalverzinsung. Wenn Zentralbankkontenführer freiwillig ihr Zentralbankgeld zurückgeben für nothing was ihnen die Zentralbank vorher geschenkt hat, dann können diese nicht mehr als rationale Wesen bezeichnet werden. Daran ändert auch nicht die schwindelerregende Höhe der Ausgabe- und Einnahmetürme etwas.
        Ja, Sie liegen richtig, daß die Mehrstufigkeit des Bankwesens die Abschiedsparty ausrichtet. Daher geht es bei meinen Ansinnen darum, die Zeit danach zu gestalten, konkret ohne Euro aber mit Staatsvolk und Staatsgebiet und dessen Zahlungsgewohnheiten.
        Ob die Bundesbank weiterhin in Dresden Dampfplauderei für den Euro mit den Menschen dort veranstaltet, wird die Wirtschaftsentwicklung zeigen. Vielleicht können dort bereits Zentralbankgeldschecks vom Bürgerkonto direkt ausgehändigt werden. Ein einstufiges Zentralbankwesen mit Zweigstellen und Banknotenausgabe wie früher wäre sicher erfolgreicher als die Bilanzverlängerung der Aktivseite mit der Illusionsposition „Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“.

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      Lieber Michael Stöcker,

      vielen Dank für Ihre ausführliche Replik, die ich teilweise bzgl. der Äußerungen zur Verbraucherpreismessung richtig, teilweise aber falsch finde.

      Warum? Ich beschränke mich auf wenige Punkte, um das Ganze hier nicht aufzublähen:

      Erstens verfügt nicht die „übergroße Mehrheit“ der Bevölkerung nicht über Immobilienvermögen, sondern nur die rund 55 % Mieter (wenn man jetzt vereinfachend den Anteil für den Eigenbedarf mietender Kapitalanleger in Wohnraum herauslässt). Also betrifft es knapp die Hälfte.

      Zweitens geht es nicht nur um den aktuellen Besitz, sondern um den potentiellen. Der Rentner in seiner Eigentumswohnung ist natürlich nicht vom geldpolitisch induzierten Anstieg der Immobilienpreise negativ betroffen, im Gegenteil. Er kann beim Wechseln ins Seniorenheim einen größeren Betrag durch den Wohnungsverkahf erzielen. Aber die nächste Generation von potentiellen Eigenheimbesitzern sieht in die Röhre. Und wirtschaftlich betrachtet ist es egal, ob Sie die Miete oder den Kapitaldienst in die Inflationsmessung einbeziehen, denn Wohnen ist nach Maslow zurecht ein Grundbedürfnis. Sie können im Gegensatz zu einer Spielekonsole oder einem Golfschläger aufgrund der menschlichen Natur bzw. des hiesigen Klimas nicht frei darüber entscheiden, ob Sie wohnen WOLLEN.

      Drittens: Die Bundesbank. Hier zitiere ich nur die Vizepräsidentin Frau Buch zu den Problemen der deutschen Banken (aktuelle website der Bundesbank):

      „Sicher spielt auch die Geldpolitik eine Rolle. Aber dieser Effekt dürfte im Vergleich zu den strukturellen Faktoren (hier meint sie wohl die unzureichende Vorbereitung der Banken auf die Digitalisierung bzw. den Personal- und Filialüberhang), nur eine geringe Bedeutung haben.“

      Mit Verlaub, das ist irreführend. Die gedrückte Zinsstrukturkurve ermöglicht keine vernünftigen Erträge mehr durch Fristentransformation. Und die Zinserträge sind in konventionellen Banken (ohne Investmentbanking) die Haupteinnahmequelle einer Bank. Das ist der Elefant im Raum.

      Zu den Targetsalden äußere ich mich nicht umfassend, denn Sie sind nach meiner Schätzung ausweislich Ihres Fotos in diesem Blog jung genug, um den Ausfall weiter Teile dieser Forderungen selbst noch zu erleben und Ihre Meinung korrigieren zu können. Allerdings gestehe ich zu, dass die Bundesbank über die Inflationsrisiken aus den Targetsalden nicht berichten kann, denn dann müsste man ja ohne Not jetzt schon zugeben, dass sie oder die EZB diese Forderungen in der Krise inflationswirksam monetarisieren wird. Außerdem besteht ja theoretisch immer noch die Möglichkeit eines deflatorischen Schocks mit bail-in der Sparer bei Insolvenz der Banken. Ob es für den Normalbürger allerdings beruhigend sein wird, dass anstelle massiver Preiserhöhungen bei den Verbraucherpreisen sein geringes Sparguthaben einem echten Kapitalschnitt unterzogen wird, wage ich zu bezweifeln. Der Effekt ist sowieso der Gleiche: ob sich die Warenpreise verdoppeln oder die Ersparnisse halbieren, ist egal. Der Bürger ohne jede Ersparnisse ist allerdings bei Bankpleiten im deflatorischen Schock im Vorteil, das möchte ich gerne zugestehen. Die sog. Einlagensicherung habe ich weggelassen, denn sie ist auf kleine Einzelpleiten vorbereitet, nicht auf ein großflächiges Bankensterben.

      Und damit würde ich die Debatte hierzu auch gerne beschließen.

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    Alex sagte:

    Zwei Gedanken die ich schon länger habe die gut zum Thema passen.

    Was wäre wenn Menschen auch im Alter arbeitsfähig wären (keine Altersbeschwerden)? Das sparen auf Rente entweder staatlich verordnet oder privat finanziert wäre nicht notwendig (für Arbeitslosigkeit, Krankheit oder sonstiges weiterhin). Diese Menschen müssten nun Arbeit (mit gleichwertiger Höhe wie Rente) benötigen um sich ihren Lebensstandard zu leisten, aber zurzeit ist es so das in Deutschland etwa 20%-25% (DRV etwa 22mill. Rentner) schon bereits versorgt werden und auch noch selbst Arbeitsplätze in der Pflege (1,1m Beschäftigte) benötigen. Wie würde das überhaupt funktionieren? Welche Dienstleistungen können wir uns noch ausdenken um die Möglichkeit Umverteilung durch Arbeit generiert Nachfrage zu bedienen?

    Menschen verpuffen magisch wenn sie 65/70 sind. Damit würde ein großer Batzen an Umverteilung verschwinden, aber dieser müsste 1zu1 in die gleiche Nachfragegröße münden um keine Kontraktion herbeizuführen. Bei Nahrungsmitteln geht das schonmal nicht, aber mehr Rotation bei Gütern wie Autos, Waschmaschinen wäre wahrscheinlich notwendig. Auch hier wäre es notwendig neue Dienstleistungen zu schaffen die nicht die Nachfrage nach sparen (Finanzdienstleistungen) bedient sondern den Konsum.

    Bei beiden wäre eine Arbeitsverkürzung realistisch, das aber wäre so gesehen kontraktiv wenn nur die BIP Sichtweise angenommen wird. Auf jeden Fall wie würde sich in solch Beispielszenarien die Inflation entwickeln und wie würde sich die Gesellschaft entwickeln.

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    Alexander sagte:

    Ist es nicht Hybris der Zentralbanken zu suggerieren man könnte währungnationalistische Infla-Politik bestimmen, wenn die Grenzen für Waren / Geld / Menschen – offen sind?

    Im Gegenteil hängen die Warenpreise immer mehr davon ab, wie leistungsstark der heimische Raum ist, definiert als:
    – Preissetzungmacht durch
    – a) technologischen Vorsprung
    – b) Bevölkerungsreichtum und Qualität
    -c) Rohstoffreichtum

    So gesehen schwindet die Macht Europas und keine Regierung kann etwas ändern, wenn sie zugleich verantwortlich für den Verlust an Preissetzungskompetenz zeichnet.

    Preisbeispiel bei annähernd Leistungsgleichheit im Bereich von Haaresbreite 0.04mm:
    10.09€ https:/ /www.ebay.de/itm/Taster-Feintaster-Puppitaster-0-40-0-0-01-mm-Fuhlhebelmessgerat-Test-Indikator/142274149789?hash=item2120333d9d:g:dlEAAOSwrMhcdkUH

    182.07 € (netto) https://www.hoffmann-group.com/DE/de/hom/Messtechnik/Messuhren/F%C3%BChlhebelmessger%C3%A4t-Tastarml%C3%A4nge-14%2C7-mm/p/436281-0,3@2F39?trackingId=390
    Wer genau hinsieht erkennt sogar die Namensähnlichkeit.

    Da nutzt kein Argument über mittellose Zuwanderer und alleinerziehende Mütter, bzw. Rentenbeitragszahlungen….“wollen kann man viel, man muss auch können“

    Mein Fazit: Jede Form von Nationalismus scheitert.

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    Dietmar Tischer sagte:

    M. A. n. gibt es eine Ursache, die vieles erklärt, insbesondere die fehlende Nachfrage und daher auch die zu geringen Investitionen mit der Folge zu schwachen Wachstums und niedriger Inflationsraten in den entwickelten Volkswirtschaften:

    Es ist die STEIGERUNG der Produktivität im Kapitalistischen System insbesondere nach WK II und die – Gott sei Dank – nicht stattgefundene Zerstörung durch Kriege.

    Wer hat denn keinen elektrischen Herd oder Gasherd, keine Spül- oder Waschmaschine?

    Praktisch niemand.

    Der Ersatzbedarf wird in den Niedriglohnländern Osteuropas produziert.

    Neue, innovative Konsumgüter kommen aus Asien.

    Daher:

    Oberste Aufgabe ist die Gesellschaft durch Umverteilung an die Abgehängten stabil zu halten.

    Da sind wir absolute Spitze, allerdings ist das kein Exportschlager.

    Gleich danach, mit ähnlicher Dringlichkeit, käme die Zukunftssicherung durch Bildung etc.

    Da sind wir, wie hier immer wieder thematisiert, kollektive Totalversager.

    Solange diese Grundkonstellation bestehen bleibt, wird sich an der niedrigen Inflationsraten wenig ändern.

    Im Übrigen:

    Marx hat alles gewusst und alles vorausgesehen – musste er als methodischer Hegelianer -, nur nicht die Produktivitätssteigerungen des kapitalistischen Systems.

    Hätte er diese mit einbezogen, wäre es schwierig geworden, dem Proletariat nachhaltige VERELENDUNG einzureden und es zur Revolution zu ermutigen.

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      Ulrich Remmlinger sagte:

      Herr Tischer, nach Ihrer Meinung, kurz zusammengefaßt, leben wir im Schlaraffenland und es gibt nichts mehr, wofür wir noch Geld ausgeben würden. Daher kein Spielraum für Preiserhöhungen.

      Verglichen mit meinen Großeltern leben wir wirklich im Schlaraffenland, aber der Mensch vergleicht sich mit seinem Nachbarn und da bleiben doch noch Wünsche offen. Könnte es sein, daß der durchschnittliche Bürger vom gemeinsam gebackenen Kuchen nur ein so kleines Stück abbekommt, daß er damit die Preise (für Nicht-Luxusgüter) nicht nach oben treiben kann?
      Ich habe schon mehrfach auf Prof. Turchin hingewiesen. Er nennt den relativen Abstieg der Mittelschicht Verelendung (immiseration):
      http://peterturchin.com/cliodynamica/population-immiseration-in-america/
      Turchin nennt als Gründe für diese relative Verelendung seit den 70er Jahren die Verlagerung von Jobs in Billiglohnländer, den Import von Billigarbeitern und den Lohndruck durch die zusätzlichen Frauen im Arbeitskräfteangebot.

      Herr Tischer, Sie haben recht mit der Aussage, daß eine Umverteilung gegen die schwindende Stabilität der Gesellschaft notwendig ist. Es wäre mir allerdings lieber, wenn dies nicht über Steuern erfolgen müßte, sondern die Menschen wieder durch ihre Arbeit einen guten Lebensstandard erreichen könnten.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Ulrich Remmlinger

        Schon richtig, wir leben nicht im Schlaraffenland und jeder hat immer ein paar unerfüllte Wünsche.

        Eine nicht unerhebliche Anzahl solcher Wünsche betreffen Reisen.

        Wir sind darin Weltmeister und exportieren u. a. Nachfrage in die Entwicklungsländer.

        Auch richtig:

        Der durchschnittliche Bürger, d. h. der mit durchschnittlichem Arbeitseinkommen kann die Preise nicht nach oben treiben.

        Es ist auch klar, warum so:

        Er zahlt sehr hohe Steuern und Abgaben für ein relativ gut abgesichertes Leben und für die Umverteilung zu den Abgehängten. Da bleibt nicht viel für ZUSÄTZLICHE Nachfrage.

        >Turchin nennt als Gründe für diese relative Verelendung seit den 70er Jahren die Verlagerung von Jobs in Billiglohnländer, den Import von Billigarbeitern und den Lohndruck durch die zusätzlichen Frauen im Arbeitskräfteangebot.>

        Ich würde es nicht Mittelschicht-Verelendung nennen, aber ansonsten zustimmen.

        Bemerkenswert:

        Die USA, auf die er sich bezieht, haben mit viel weniger Menschen ab Ende der 80er Jahre die Güterproduktion dem Wert nach aufrecht erhalten – durch Produktivitätssteigerungen.

        Die Menschen und vor allem die neu in die Arbeitswelt eintretenden mussten trotzdem Jobs haben und bekommen.

        Haben sie auch – nicht nur, aber in großer Zahl in den vergleichsweise schlecht zahlenden Dienstleistungsbranchen.

        Daher:

        Obwohl die Arbeitslosigkeit in USA unter 4% beträgt, ist das Land gespalten mit Tendenzen zu wachsender gesellschaftlicher Instabilität.

        >Es wäre mir allerdings lieber, wenn dies nicht über Steuern erfolgen müßte, sondern die Menschen wieder durch ihre Arbeit einen guten Lebensstandard erreichen könnten.>

        Es müsste jedem lieber sein, die Gesellschaft durch auskömmliche Wertschöpfung statt Umverteilung wenigstens zu stabilisieren, wenn sie schon nicht mehr wie Jahrzehnte zuvor hohes Wirtschaftswachstum mit relativ komfortablen Verteilungsspielräumen aufweisen kann.

        Nach Lage der Dinge wäre es nachhaltig nur möglich, wenn wir vom Exportweltmeister der Güterproduktion zum Weltmeister in Forschung und Entwicklung mutierten und dadurch auch Beschäftigung mit dranhängenden auskömmlich bezahlten Dienstleistungen schaffen würden.

        Das ist AUSSICHTSLOS bei unserem Bildungsniveau.

        Der gesamtgesellschaftliche Abstieg nach unten ist daher leider nicht zu vermeiden.

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    Ulrich Remmlinger sagte:

    Wer sich intensiv mit der Ermittlung der Inflationsrate beschäftigt, der erkennt schnell, daß der Bürger mit den offiziellen Zahlen getäuscht werden soll. So werden bei Preissteigerungen eines Produktes im Warenkorb diese Steigerungen regelmäßig auf Grund einer angeblichen Höherwertigkeit des Produkts nach unten „korrigiert“. Im ersten Diagramm sind dazu noch nicht einmal die Lebensmittel- und Energiepreise enthalten, die einen Großteil der monatlichen Ausgaben ausmachen.

    Richtig im Beitrag sind die Anmerkungen von H. Dr. Stelter. Gäbe es nicht die Billigimporte aus China und den Preisdruck durch den Handel im Internet, wäre die Inflation noch viel höher.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Remmlinger

      „So werden bei Preissteigerungen eines Produktes im Warenkorb diese Steigerungen regelmäßig auf Grund einer angeblichen Höherwertigkeit des Produkts nach unten ‚korrigiert'“

      Aber natürlich nur in eine Richtung. Wenn beispielsweise die Nutella-Rezeptur geändert wird und weniger teuren Kakao und dafür mehr billiges Palmöl enthält, gibt es selbstverständlich keine Korrektur nach oben obwohl das Produkt minderwertiger wird.

      Dafür gibt es viel zu viele Gruppen, die ein Interesse daran haben, dass die Inflation in den Statistiken niedriger erscheint als sie tatsächlich ist.

      Antworten
  9. Avatar
    Markus Engelsberger sagte:

    Scheint sich um einen humoristischen Beitrag zu handeln: Hier ein paar Zahlen dieich mir in der Vergangenheit notierte:

    Preisvergleich nur zwischen 2001 und 2012 in DM gerechnet:
    Benzin 1,42 DM dann 3,07 DM + 116%
    Diesel 0,82DM dann 2,82 DM + 142%
    Tabak 6,00 DM dann 11,73 DM + 95%
    Heizöl 0,72DM dann 1,72 DM
    2001: Bruttoverdienst Durchschnitt : 59.200 DM jährlich
    2012: Bruttoverdienst Durchschnitt : 63.458 DM jährlich Lohnsteigerung 7% usw,.usw….

    Und so ist es in vielen Bereichen weitergegangen. Ich bin Unternehmer im Wasserkraftbereich. Hier gibt es ca. eine Verdopplung der Bau- und Maschinebaupreise in den letzten 4-5 Jahren !

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    Michael Stöcker sagte:

    „Denn wenn mehr Menschen arbeiten und der Gesamtkonsum etwa gleich ist, steigt das Angebot relativ zur Nachfrage, was den Teuerungsdruck senkt.“

    Von Hayek würde hier im Rahmen seiner Konjunkturtheorie von Fehlinvestitionen der Unternehmen und Banken sprechen, Marx hingegen vom Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate. Die Profitrate bliebe höher, sofern die Volkswirtschaft unter ihrem Produktionspotential bliebe und somit wegen höherer Arbeitslosigkeit der Druck auf die Löhne hoch bliebe. Die Ziele von Hayek kann man natürlich auch über (un)gesteuerte Migration erreichen. Paul Steinhardt hat hierzu die Daten sehr schön aufbereitet: https://makroskop.eu/2019/08/nation-staat-und-sozialdemokratie-6/

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