Stablecoin investors may be due a wake-up call

Als Nachtrag zum Podcast vom 14.11.2021 noch ein Beitrag aus der FINANCIAL TIMES (FT) zum Thema “Stable Coins”:

  • “A dozen years ago, during the 2008 financial crisis, it occurred to me that the best way to make a financial system safe, amid wild innovation, was for investors and regulators to suffer regular, small ‘wake-up’ calls. These events, like the porridge in the Goldilocks tale, would be just ‘hot’ enough to hurt, but not so scorching that they created permanent burns. (…) an interesting question to ponder today, amid another wild bout of financial innovation around cryptocurrencies, is whether we might yet see a version of that Goldilocks moment at work?” – bto: Ja, aber ist es Spekulation? Ich kann es nicht beurteilen.
  • “Consider the intriguing story of the cryptocurrency called Tether. In recent years, the Tether company, which is controlled by the owners of a crypto exchange called Bitfinex, has issued $69bn of so-called ‘stablecoins’ — digital tokens pegged to other assets such as dollars. This sum, which has expanded rapidly this year, means that Tether represents about half the total stablecoin universe. And since the coin is widely used as a convenient way to transfer digital assets into fiat currency (and vice versa) and conduct transactions between different platforms it is often described as the reserve currency of the crypto world.” – bto: Aber man fragt sich, worin der Sinn besteht, ein Asset zu halten, das genauso von den Notenbanken manipuliert werden kann wie die FIAT-Währung, an die es gebunden ist.
  • “Before February 2019, the company claimed the token was backed by holdings of dollars, enabling it to maintain a one-to-one exchange rate. However, earlier this year the group paid an $18.5m fine to the New York attorney-general’s office as part of a settlement, following allegations by the AG that Tether had ‘obscured the true risk investors faced’ with its reserves before February 2019.” – bto: Bilanzbetrug. Nicht schlecht.
  • “The company has added a note to its website to say that the token is backed by safe, dollar-like assets, such as $30bn of US commercial paper (a claim that implies it is the seventh largest global operator in this sector) (…) Bloomberg claimed that part of Tether’s assets were sitting in Chinese bonds, amid unusual financial flows between offshore bank accounts.” – bto: Die Firma will also damit Geld verdienen. O. k., es ist aber ein anderes Risiko als bei einem Geldmarktfonds.
  • “Should the mainstream financial world care? Some seasoned performers might argue not. After all, stablecoins currently act somewhat like the poker chips of a cyber casino. (…) Yet that idea seems more and more naive. For one thing, mainstream investors and institutions are increasingly being pulled into the crypto-world, for investment purposes, if nothing else.” – bto: und 30 Milliarden sind dann doch etwas Größeres.
  • “One obvious step that any mainstream investors and institutions tiptoeing into this world must take is to demand better, audited policies around reserves. In China, the reserves backing fintech products are held at the central bank; in Kenya, a product such as M-Pesa holds reserves in a trust account. Something similarly transparent is needed for Tether and other stablecoins.” – bto: es braucht einfach eine Aufsicht.
  • “A second step is that regulators need to increase co-ordinated global oversight. This will not be easy, given the mobile, flighty nature of cyber space. (…) although bodies such as the FSB are skilled at sharing data about cross-border financial flows, they have ‘no counterpart’ in digital sphere. This matters, given that many crypto companies describe themselves as being in ‘software’.” – bto: Es sind Vehikel, um die Betreiber reich zu machen und da muss man aufpassen.
  • “It is good news that regulators have pledged to increase their scrutiny and it is even more welcome that critical attention is being paid to companies such as Tether. Yes, crypto fans might howl. But, without some accidents and controversies to keep investors on their toes, there could be a bigger disaster. Perhaps a gentle wake-up call is due.” – bto: Es ist eine Spekulationsblase. Ob sie platzt, wann sie platzt? Keine Ahnung. Auf jeden Fall ist Vorsicht geboten.

ft.com (Anmeldung erforderlich): „Stablecoin investors may be due a wake-up call”, 14. Oktober 2021

Kommentare (32) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Martin1
    Martin1 sagte:

    Ein weiterer Aspekt von Stablecoins ist, dass sie die gleiche Inflation und den gleichen Wertverlust haben wie ihr underlying asset!

    Und da sowohl die FED als auch die EZB Zielinflationsraten von ca. 5 % zukünftig angekündigt haben, ist das bedeutend!

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  2. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Johann Schwarting

    „“Die Hereinnahme von ‘Stablecoins’ zwecks Geldschöpfung” ist nicht möglich.“

    Wer sollte die ZB daran hindern können, wenn sie es denn wollte? Wie bereits oben geschrieben, könnte sie ‘Stablecoins’ genauso ankaufen wie z. B. Gold, das auch keinen Fälligkeitstermin hat. Dass sie es tatsächlich machen wird, kann ich mir aber kaum vorstellen.

    Dass Bitcoin & Co. keine Währungen sind, darüber gibt es zwischen uns keinen Dissens. Auch Jeff Snider teilt diese Einschätzung: https://youtu.be/rTPRhCXt4QM?t=3074

    Antworten
    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      „Es bedarf sehr viel Zeit, und wer will schon für Entsetzen sorgen, die Evolution und die systemimmanente unausweichliche Logik des Schuldgeldsystems zu verstehen und in verständliche Sprache zu meißeln.“

      Ja, für ein korrektes Verständnis bedarf es tatsächlich sehr viel Zeit; insbesondere wenn man durch falsche Lehrbücher zuvor hinter die Fichte geführt wurde. Das ist es, was eigentlich für Entsetzen sorgen sollte, nicht aber die Logik eines modernen Kreditgeldstandards. Der ist eigentlich so schwer nicht zu verstehen. Der debitistische Ansatz ist hierbei hilfreich, scheitert aber in der letzten Konsequenz (unausweichliche Logik) am eigenen Dogmatismus.

      „Viel Spaß beim Studium des Debitismus.“

      Dieses Vergnügen hatte ich bereits vor über 5 Jahren. Wir hatten das auch hier auf bto intensiv diskutiert, falls Sie sich noch erinnern: https://zinsfehler.com/2016/11/27/debitismus-ad-infinitum/

      LG Michael Stöcker

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  3. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Johann Schwarting

    „Führt eventuell die Hereinnahme von ‘Stablecoins’ zwecks Geldschöpfung zu einem Zusatz-BIP, oder öffnen sich die Schleusen?“

    Es führt zu einem Zusatz-BIP durch den Mining-Prozess. Ist aber ähnlich sinnlos wie das Schürfen von Gold. Die Chinesen bauen gesellschaftlich nutzlose Städte, andere erzeugen gesellschaftlich nutzlose Token. Dabei wird sehr viel Energie ohne Sinn und Verstand verballert; zumindest aus makroökonomischer Perspektive.

    Ob die ZBen nun Gold, Bitcoin oder Staatsanleihen ankaufen: wo ist da letztlich der Unterschied? Ok, bei Gold hätte man noch die Möglichkeit, diesen in schönen Schmuck umzuwandeln. Aber Bitcoin und Staatsanleihen sind beides vergangenes… NICHTS. Allen drei „Wert“Kategorien ist gemeinsam, dass sie ganz unschuldig daherkommen. Bei Gold und Bitcoin ist dies offensichtlich, da es ganz ohne Kredit funktioniert, bei Staatsanleihen auf den zweiten Blick, wenn man ZB-Bilanz und Finanzministerium konsolidiert und dabei berücksichtigt, dass Staatsanleihen nicht zurückgezahlt werden, sondern stetes revolviert. Insofern ist auch in einem modernen Kreditgeldstandard ein kleiner Teil der Geldmenge M1/M2/M3… sogenanntes Bestandsgeld und eben kein Kredit(geld). Zu viel Bestandsgeld heißt letztlich: Es gibt zu wenig realen Leistungsdruck in der Realwirtschaft; denn das ist es, was letztlich den „Wert“ des Geldes ausmacht. Sinnloses Schürfen von Gold oder Bitcoins gehört jedenfalls nicht in die Kategorie REALE Wertschöpfung; insbesondere nicht bei Bitcoins. Insofern sollten die ZBen hier kein falsches Signal setzen und solchen Unsinn in ihre Bilanz nehmen. Ein moderner Kreditgeldstandard funktioniert auch ohne Gold- und Token-Brimborium, sofern er solide gemanagt wird.

    LG Michael Stöcker

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    • Johann Schwarting
      Johann Schwarting sagte:

      @ Michael Stöcker

      “Die Hereinnahme von ‘Stablecoins’ zwecks Geldschöpfung” ist nicht möglich.

      “Die Geldverteilung ist heute ausschließlich von den Erwartungen der Zukunft abhängig (zeitlich offenes System, Vorgriff, Aufschub). Weil das debitistische System als solches nach jeder inflationären Geld-/Potenzialauskehrung eine deflationäre Wiedereinkehrung (Tilgungsdruck und Verschuldungsunfähigkeit) des einmal durch Kredit geschöpften Geldes erzwingt, weil alle geldpolitischen Entstehungsprozesse an Laufzeiten geknüpft sind (endlich sind), sich das System als solches jede über den Kredit in das System eingebrachte Geldeinheit über selbigen Kontrakt ‘mit der Laufzeit’ wieder entziehen muss (das Prinzip der Schwingung, Aus- und Wiedereinkehrung).”

      In dem Link an Sylvester 2013 zu der Quelle: https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=578838 vom 23. September dieses Jahrs wird noch einmal begründet, warum Bitcoins keine Währung sind und keine hinterlegte Sicherheit anbieten:

      “Eine Währung sind Bitcoins nicht, da sie keine ausreichend stabile Bewertungen von Produkten und Dienstleistungen ermöglichen (gewähren) und – das ist der Kern – keine hinterlegte Sicherheit anbieten. Alleine deshalb ist das ganze Gerede um Bitcoins etwas für Märchenerzähler. Auch ist den meisten überhaupt nicht klar, dass die Bewertung der Bitcoins nur als Ableitung in einem funktionierenden Kreditsystem (Euro, Dollar, Yen etc.) möglich ist. Bitcoins bewerten sich nicht von selbst, sondern werden ‘in Euro’, ‘in Dollar’, ‘in Yen’, bewertet.”

      Wegen des Aufschuldungszwanges bedingt durch das nicht lösbare ‘Vorher-Nachher-Problem’ gibt es über die Zeit betrachtet einen zunehmenden Mangel an notenbankfähigen Sicherheiten zwecks Geldschöpfung. Der über den Kredit ermöglichte Zugang zum Geld kann nicht mehr an eine gegenwärtig vorhandene Sache (Münzen, Gold) gekoppelt werden – er war historisch nur befristet möglich.

      Da ein Staat ohne Verschuldung nicht definierbar ist, verkauft er vorgezogenen Steuereinnahmen als vermögensbewertete Anleihen. Diese werden von Privaten, Fonds, Versicherungen usw. mit besichertem Geld aus dem System erworben. Der Staat bietet niemals (!) dingliche Sicherheit, wenn er Inlandsschulden macht. Niemals. Denn das würde dem eigentlichen Selbstverständnis des Staates widersprechen: Sich jederzeit mit Hilfe seines Gewaltmonopols jede Summe bei seinen Bürgern (Steuern, Enteignungen usw.) abholen zu können. Der Staat hat letztendlich als infallible Entität als Schuldner ausgestattet mit dem Gewalt- und Abgabenmonopol noch immer so viel ‘Kredit’, um seine Titel unterzubringen. Die Zinssätze (die ‘benchmark’ für den gesamten Kapitalmarkt!) liegen immer noch unter jedem anderen Titel. Das würde sich erst ändern, wenn neue Staatsanleihen nur zu Sätzen zu platzieren wären, die über denen lägen, die private Schuldner bieten müssten.

      Die Hereinnahme von an ihre Laufzeiten geknüpft Staatsanleihen zwecks Geldschöpfung bei der Zentralbank wird besichert durch tatsächlich zu erbringenden und erhobenen Steuereinnahmen. (Frage: Erhöhen sich die Geldsummen jetzt im System?) Mit dem Geld aus dieser Hinterlegung können wieder Staatsanleihen, jetzt aber mit zwingend kürzerer Laufzeit, gekauft werden. Im Rahmen dieser Wiederbeleihungsrunden verkürzen sich die Laufzeiten. Darauf hat Paul C. Martin von Beginn an immer wieder hingewiesen und er hat recht bekommen – das System dreht sich immer schneller um seine Achse und gerät immer mehr, wie die orientierungslosen Ökonomen, Politiker und Journalisten weltweit verständnislos bestaunen, unter Druck.

      Es bedarf sehr viel Zeit, und wer will schon für Entsetzen sorgen, die Evolution und die systemimmanente unausweichliche Logik des Schuldgeldsystems zu verstehen und in verständliche Sprache zu meißeln.

      Viel Spaß beim Studium des Debitismus. LG JS

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      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        Es bedarf der Zeit, diese Themen intellektuell zu durchdringen und in einer verständlichen Sprache zu kommunizieren.

        Es ist zu verstehen, dass zu Beginn die Kredittitel die notenbankfähigen Sicherheiten für die Entstehung des Geldes und gleichzeitig die systematische Basis aller zeitlich nachfolgenden notenbankfähigen Sicherheiten zwecks Schaffung von Kreditpyramiden sind.

        Eine das Bruttosozialprodukt schaffende Finanzierung wird von der Zentralbank mit einer fest vereinbarten Laufzeit refinanziert. Dabei wird eine entsprechende Geldsumme geschaffen, die nur über die Dauer des geldpolitischen Geschäfts existiert. Der Kreditnehmer, dessen Kredittitel zur ZB geht, bekommt sein Guthaben auf Geld eingeräumt. Damit bezahlt er eine Staatsanleihe – er finanziert mit dem Geld den Staat. Es entsteht neben dem Kredittitel ein weiterer Schuldtitel – nämlich der Staatstitel. Dieser zentralbankfähige Staatstitel kann zwecks Entstehung weiterer Geldsummen für ein geldpolitisches Refinanzierungsgeschäft eingesetzt werden usw. Da kein Weg an der Verschuldung der Nichtbanken vorbeiführt, entstehen neben den Kredittiteln an der Basis des Schuldgeldsystems auch Geldsummen aus allen darauf begründeten Schuldtiteln. Diese können also inflationieren, ohne dass sich die Finanzierungen an der Basis ausweiten.

        Die zerstörerische Besonderheit ist jetzt, dass die Laufzeit des ersten geldpolitischen Refinanzierungsgeschäftes systematisch die Laufzeiten aller später darauf gegründeten Schuldtitel bestimmt.

        Paul C. Martin vergleicht diese Art der Geldschöpfung auf den Seiten 148 bis 152 mit “Die Wechsel- und Scheck-Reiterei der alten Römer” aus seinem Buch “Aufwärts ohne Ende”.

        “Dieselben um den Globus gestrickten Schuldenpyramiden wie damals, dieselben Versuche aus Kreditforderungen über Anleihen, Pfandbriefe oder Schrottprodukte jeglicher Art sofortige Verfügbarkeit (Cash) zu gewinnen und auf der anderen Seite durch Beleihung des Mülls immer neue, aber aufgrund der Laufzeit des beliehenen Werts mit jeder Runde kürzer werdende Neuverschuldungen zu ermöglichen.”

        Quelle: https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=536280

  4. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    >bto: Aber man fragt sich, worin der Sinn besteht, ein Asset zu halten, das genauso von den Notenbanken manipuliert werden kann wie die FIAT-Währung, an die es gebunden ist.<

    Der einzige Zweck der Schaffung der Stablecoins war, dass es in einer durch massive Schwankungen gebeutelten und Vertrauen verlierenden Kryptowelt einen „sicheren“ Anker gab, der feste Wechselkurse in die (Nahrung, Bekleidung, Bleibe bietende) Fiat-Welt lieferte.

    So, wie das aufgesetzt wurde, war das eine reine Illusion. Aber da genug Menschen daran glauben WOLLTEN (Alternative – Ende des großen Kryptozaubers), hat diese Fiktion bis heute jedenfalls funktioniert. Wenn man sich die täglich gehandelten Volumina an Stablecoins anschaut, geht das gut so weiter und man wischt sich nur die Augen.

    Faszinierend ist aber, wie ein gemeinsames Hoffen, Daumendrücken, Augenverschließen VIELER Menschen die Realität tatsächlich verändern kann. Mittlerweile ist diese Kryptowelt so groß, dass sie nie mehr ganz verschwinden wird.

    Antworten
  5. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    „bto: Aber man fragt sich, worin der Sinn besteht, ein Asset zu halten, das genauso von den Notenbanken manipuliert werden kann wie die FIAT-Währung, an die es gebunden ist.“

    Können die Notenbanken das wirklich im aktuellen Umfeld? Ich habe ja hieran nun seit über sieben Jahren meine Zweifel geäußert (Stichwort Bankmythen). Nun scheint dieses Wissen auch bei der Fed Einzug zu halten:

    „How can we then interpret these recent experiences? One perspective builds upon what is referred to as the “endogenous money” approach (Moore 1988). According to this logic, banks’ lending is not dictated by reserves but by the extent to which commercial banks are willing to extend loans to their customers based on the profitability of those loans, regulatory considerations, and the creditworthiness of the customers. From an economic logic perspective, the reason that the commercial banks might be reluctant to lend depends on the extent to which they assess that there are creditworthy customers, so that the return on their loans is larger in risk-adjusted terms that the return on reserves. Other formal constraints on bank lending stem from the capital requirements that relate to quantity and quality of the assets that the banks must hold to fulfill regulatory obligations.“ https://libertystreeteconomics.newyorkfed.org/2021/10/the-international-experience-of-central-bank-asset-purchases-and-inflation/

    LG Michael Stöcker

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Ich würde nicht „manipulieren“ sagen, wenn es um die Geldpolitik der Notenbanken und die Assetpreise im Allgemeinen geht.

      „Die Notenbanken setzen Bedingungen, die dazu führen …“ würde es besser beschreiben.

      Ihr Zitat ist bemerkenswert, weil es eine AUSLASSUNG beinhaltet, ohne die kein hinreichendes Verständnis der Problematik zu erreichen ist.

      Richtig ist ja:

      >From an economic logic perspective, the reason that the commercial banks might be reluctant to lend depends on the extent to which they assess that there are creditworthy customers, …>

      Das betrifft die Angebotsseite im Kreditgeschäft der Banken.

      Was ist mit der Nachfrageseite – die GENAUSO zu bewerten wäre.

      Demnach wäre auch richtig:

      Mit Blick auf die ökonomische Logik mag der Grund dafür, dass Unternehmen nur zögerlich Kredite aufzunehmen, ihre Einschätzung sein, mit den zu tätigenden Investitionen keine auskömmlichen Erlöse erzielen zu können.

      Dies ist ein Problem REALWIRTSCHAFTLICHER Nachfrage.

      Die Notenbanken können es nicht lösen.

      Die Fiskalpolitik VERSUCHT es (mit der Geldpolitik an ihrer Seite).

      Biden hat gerade ein Infrastrukturpaket in Höhe von US $ 550 Mrd. für die nächsten 10 Jahre unterschrieben und Deutschland/EU versuchen es ebenfalls mit gigantischen Summen für die Bekämpfung des Klimawandels.

      Das ist nichts anderes als eine KAPITULATION und die FLUCHT nach vorn mit HÖCHST risikoreicher Entwicklung und möglicherweise desaströsen Ergebnissen.

      Mehr oder weniger gute Begründungen, dies tun zu MÜSSEN, ändern NICHTS daran.

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „„Die Notenbanken setzen Bedingungen, die dazu führen …“ würde es besser beschreiben.“

        Besser ja, gut/korrekt nein.

        Der MARKT setzt die Bedingungen, die dazu führen, dass die Notenbanken REAGIEREN.

        „Was ist mit der Nachfrageseite – die GENAUSO zu bewerten wäre.“

        Nicht in diesem Kontext. Hier ging es um die Falsifikation des Geldschöpfungsmultiplikators via Reserven und das Ausbleiben der Inflation und nicht um Nachfragelücken, die es aber in der Tat gibt. Ursächlich ist hierfür die zunehmende Ungleichheit. Wurde so auch 2015 im FAZIT beschrieben: https://blogs.faz.net/fazit/2015/04/17/wenn-ungleichheit-zur-wachstumsbremse-wird-5696/ und von mir auch vor Ort kommentiert und passt zu den Erkenntnissen von Michael Pettis (Trade Wars are Class Wars).

        „Mit Blick auf die ökonomische Logik mag der Grund dafür, dass Unternehmen nur zögerlich Kredite aufzunehmen, ihre Einschätzung sein, mit den zu tätigenden Investitionen keine auskömmlichen Erlöse erzielen zu können.

        Dies ist ein Problem REALWIRTSCHAFTLICHER Nachfrage.“

        Nicht nur, aber auch. Es ist auch ein Problem der Angebotsseite (Fallende Profitrate).

        „Die Notenbanken können es nicht lösen.“

        Mein Reden seit 33.

        „Das ist nichts anderes als eine KAPITULATION und die FLUCHT nach vorn mit HÖCHST risikoreicher Entwicklung und möglicherweise desaströsen Ergebnissen.“

        Kapitulation vor was?

        Es ist der Sprung aus der monetären Matrix, nachdem man über 20 Jahre (inkl. Japan) EINSEITIG auf die Geldpolitik gesetzt hat.

        Nichts ist zudem ohne Risiko; das größte Risiko wäre aber business as usual; denn dieser Attentismus hat ja nun wirklich zu desaströsen Ergebnissen nicht nur in Euroland geführt.

      • Bernhard-Albrecht Roth
        Bernhard-Albrecht Roth sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „„Die Notenbanken setzen Bedingungen, die dazu führen …“ würde es besser beschreiben.“

        @ Michael Stöcker

        “Der MARKT setzt die Bedingungen, die dazu führen, dass die Notenbanken REAGIEREN.”

        Die Geldpolitik reagiert auf Entwicklungen am Markt. Sie agiert aber auch, wenn sie ihre Geldpolitik ändert, worauf wiederum der Markt reagiert.

        Beispiel:

        Die Fed hat während der Finanzkrise den US-Banken einen Teil ihrer “non performing loans” abgenommen und damit im Rahmen von QE echtes “CREDIT EASING” betrieben. Die Folge war, dass die US-Banken die Kreditvergabe wieder deutlich ausgeweitet haben und die US-Wirtschaft schneller als alle anderen Volkswirtschaften aus der Krise kam.

        Hier hat also die Fed zuerst auf die Krise reagiert, mit einer Änderung der Geldpolitik aber auch agiert, woraufhin wiederum der Markt reagiert hat.

        Und wie das Beispiel zeigt, können die Notenbanken das Problem lösen, wenn sie es wollen. Ähnlich wie die Fed haben sowohl die BoJ nach 1945 und die BoE nach 1914 agiert!

        Beste Grüße,
        Bernhard-Albrecht Roth

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Was die Notenbanken und die Geldschöpfung der Banken betrifft, müssen wir nicht diskutieren.

        Wir sind uns da weitgehend einig.

        Wir sind uns im Grunde auch einig, was die Ursachen der an den Langfristzinsen gemessenen wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte anlangt.

        Wo ich widerspreche:

        „Nicht in diesem Kontext“.

        Ich bin auch dafür, beim Kontext zu bleiben; wenn hier aber von der „economic logic perspective“ der Kreditvergabe durch die Banken die Rede ist, und SIE – anders als im Zitat erfolgt – zu Recht vom AUSBLEIBEN der INFLATION reden, dann muss die Seite der Kreditnehmer mit in den Blickpunkt rücken.

        Denn deren mit Kreditaufnahme zu schaffenden Investitionen sind, zusammen mit der Nachfrage der Haushalte, die wesentlichen Faktoren für das Beschäftigungsniveau und die Entstehung und Entwicklung der Inflation.

        Kurzum:

        Das Elend der Diskussionen ist nicht nur das VERRÜCKEN des Kontexts, sondern auch das SELEKTIVE Auswählen eines Kontexts, wodurch verkürzte Erklärungen relevante Ursächlichkeit ausblenden.

        Ich widerspreche auch der Aussage:

        >Ursächlich ist hierfür die zunehmende Ungleichheit.>

        Das ist nicht DIE, sondern EINE Ursache und, wenngleich gesellschaftspolitisch die überragende, ökonomisch m. A. n. NICHT die wichtigste.

        Brauchen wir auch nicht noch einmal zu diskutieren.

        >Nicht nur, aber auch. Es ist auch ein Problem der Angebotsseite (Fallende Profitrate).>

        Das ist nicht falsch, kann aber auch nicht so stehen bleiben:

        Der fallenden Profitrate stimme ich zu mit der Ergänzung, dass der RENDITEWETTBEWERB unter GEGEBENHEITEN wie Globalisierung, hoher Produktivität, in wichtigen Branchen zu großen Kapazitäten und teilweise demografisch bedingter Sättigung (u. a. zu wenig Kinder) MEHRERE Ursachen hat.

        >Kapitulation vor was?

        Es ist der Sprung aus der monetären Matrix, nachdem man über 20 Jahre (inkl. Japan) EINSEITIG auf die Geldpolitik gesetzt hat.>

        Die Frage „Kapitulation vor was“ verlangt diese Antwort:

        Unausgesprochenes EINGESTÄNDNIS, die Wirtschaft mit konventionellen Mitteln, d. h. auch, aber nicht nur der Geldpolitik NICHT mehr auf Wachstumskurs bringen zu können (wegen der politisch/gesellschaftlich auf Sichtweite nicht möglichen Umgestaltung der dies bedingenden Ursachen).

        Der „Sprung aus der monetären Matrix“ ist eine/die ERKENNTNIS daraus.

        >das größte Risiko wäre aber business as usual; denn dieser Attentismus hat ja nun wirklich zu desaströsen Ergebnissen nicht nur in Euroland geführt.>

        Der Standpunkt ist begründet.

        Es ist aber ein unreflektierter, denn:

        Man kann vom größten nicht einfach mal zweitgrößten Risiko übergehen – einmal angenommen die Umgestaltung der deutschen Wirtschaft à la Scholz wär „nur“ das zweitgrößte –, OHNE zu ERWÄGEN, ob es nicht ANDERE Wege aus der Problemlage gibt, die bei geringerem Risiko gesellschaftlich verträglich gestaltet werden können.

        Das ist ein ganz schwieriges Terrain und ich habe auch keine Patentlösung dafür (die wenn überhaupt, nur in einem PROZESS gefunden werden könnte).

        Mir geht es hier nur darum, dies zu thematisieren.

        Denn ich finde es als geradezu abenteuerlich, die durch materielle Zerstörung (Kriege) nicht mehr zu generierende Nachfrage durch die ökonomisch weitgehende ENTWERTUNG unseres Produktionsvermögens erreichen zu wollen.

        Weite Teile der Bevölkerung haben jedenfalls keine Ahnung, was die Veranstaltung für sie heißen kann.

        Wenn man sich das vor Augen führt, redet man nicht mehr (nur) von einem „Sprung aus der monetären Matrix“.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bernhard-Albrecht Roth

        >Die Geldpolitik reagiert auf Entwicklungen am Markt. Sie agiert aber auch, wenn sie ihre Geldpolitik ändert, worauf wiederum der Markt reagiert.>

        Stimme zu.

        Aber:

        Es darf nicht als GLEICHERMASSEN wirkmächtiges Handeln von Notenbanken und Agieren der Märkte verstanden werden.

        Die Märkte geben auf realwirtschaftlicher Basis die TENDENZ vor.

        Daher wäre ich bei historischen Vergleichen vorsichtig.

        Zu Ihrem Fed-Beispiel:

        Genau auf diesen Mechanismus habe ich mit meinem Kommentar @ Johann Schwarting verwiesen.

      • Bernhard-Albrecht Roth
        Bernhard-Albrecht Roth sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Wenn Sie genau auf diesen Mechanismus (aus meinem Fed-Beispiel) in Ihrem Kommentar an @ Johann Schwarting verwiesen haben, dann müssten Sie eigentlich zu dem Ergebnis kommen, dass nicht “die Märkte auf realwirtschaftlicher Basis die TENDENZ vorgeben”.

        Denn nicht die Kreditnachfrage bringt die Fed dazu ihre Geldpolitik zu ändern, sondern die Notwendigkeit die Krise zu überwinden, was nur mit Wirtschaftswachstum möglich ist. Dazu braucht es aber eine Erleichterung der Kreditvergabe, denn in der Krise fragt die Realwirtschaft gerade keine Kredite nach, sie muss dazu animiert werden z. B. durch niedrige Zinsen oder geringere Sicherheiten!

        Deshalb ist zuerst eine andere Geldpolitik nötig, die den Banken die faulen Kredite abnimmt, anschließend müssen die Banken die Kredite anbieten, und zuletzt fragt die Realwirtschaft deshalb die Kredite nach!

        “Daher wäre ich bei historischen Vergleichen vorsichtig.”

        1945 war die Wirtschaft Japans infolge des 2. Weltkriegs am Boden und die japanischen Banken saßen auf einer Unmenge an faulen Krediten. Die BoJ übernahm die faulen Kredite, die Banken hatten wieder Luft neue Kredite anzubieten und erst dadurch fragte die Wirtschaft diese neuen Kredite nach!

        1914 erklärte England dem deutschen Kaiserreich den Krieg. Nachdem die City of London seinerzeit der größte Kreditgeber der Welt war, hätten alle Kredite an deutsche Unternehmen abgeschrieben werden müssen, was eine Finanzkrise ausgelöst hätte. Deshalb übernahm die BoE alle Kredite deutscher Unternehmen und die englischen Banken konnten die eigene Wirtschaft weiter mit Krediten versorgen!

        2008, 1945 und 1914 folgen also dem selben Schema, zuerst reagiert die Notenbank auf eine Krisensituation, dann agiert sie durch eine Änderung der Geldpolitik, welche das Kreditangebot erleichtert / erhält und darauf reagiert die Realwirtschaft mit Kreditnachfrage.

        Beste Grüße,
        Bernhard-Albrecht Roth

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bernd-Albrecht Roth

        Ich will erklären, was ich meine mit „auf realwirtschaftlicher Basis die TENDENZ vorgeben“ und knüpfe an Ihre folgende Aussage an:

        >Denn nicht die Kreditnachfrage bringt die Fed dazu ihre Geldpolitik zu ändern, sondern die Notwendigkeit die Krise zu überwinden, was nur mit Wirtschaftswachstum möglich ist.>

        Was ist die Krise, die es zu überwinden gilt (klar, optimalerweise und nachhaltig nur mit Wachstum)?

        Meinem Verständnis nach ist das genau die realwirtschaftliche Tendenz der letzten Jahrzehnte in den entwickelten Volkswirtschaften, die auf zu geringer Nachfrage und zu geringem Wachstum beruht und sich im Marktgeschehen, am besten am Kurvenverlauf der Langfristzinsen, spiegelt.

        Diese Tendenz ist zugleich eine zu geringer Kreditvergabe an Unternehmen für Investitionen.

        Ob die Notenbanken im Verlauf dieser Entwicklung immer richtig gehandelt haben, kann man bezweifeln, ist aber nicht das Thema hier.

        Was man nicht bezweifeln kann m. A. n.:

        Sie hätten an dieser Entwicklung NICHTS Wesentliches ändern, auf jeden Fall ihr keine deutlich andere Tendenz geben können.

        Das ist meine Auffassung von der NICHT symmetrischen Wirkmächtigkeit von Realwirtschaft und Geldpolitik unter rein ökonomischen Gesichtspunkten unter den gegenwärtigen Umständen.

        ANDERS ist es in dem Teilsegment der Käufe von Staatsanleihen durch die Notenbank.

        Es ist m. A. n. offensichtlich, dass die Märkte zumindest bei den hochverschuldeten Staaten wie Griechenland und Italien aus dem Spiel sind.

        Hier geht es sehr direkt um die Systemstabilität, die man verständlicherweise schlechter Erfahrung wegen nicht den Märkten überlassen will (Draghi: whatever it takes …).

        >Dazu braucht es aber eine Erleichterung der Kreditvergabe, denn in der Krise fragt die Realwirtschaft gerade keine Kredite nach, sie muss dazu animiert werden z. B. durch niedrige Zinsen oder geringere Sicherheiten!>

        Ich glaube nicht, dass damit auch nur ein annähernd wünschenswertes Wirtschaftswachstum erreicht werden kann, weil

        a) die Zinspolitik der Notenbanken nicht erst seit heute praktisch am Ende ist und das „falsche“ Wachstum der Assetpreise zur Folge hatte

        und

        b) die Karte „geringere Sicherheit“ ja schon gespielt wird, siehe vor allem Zombieunternehmen.

        Sie wird weiterhin gespielt werden wegen anhaltender, nicht durch die Pandemie bewirkter deflationärer Tendenzen, letztlich aber nur dafür sorgen, dass zu viele nicht wettbewerbsfähige Unternehmen am Leben bleiben und eben kein nachhaltiges Wachstum entsteht.

        Das ist unter ordnungspolitischen Gesichtspunkten zwar alles andere als wünschenswert, aber mit dem nicht zu unterschätzenden Effekt, dass die eh schon gespaltene Gesellschaft nicht durch steigende Arbeitslosigkeit noch instabiler wird.

        Das kann sich ändern mit dem demografischen Wandel.

        Und die Bekämpfung des Klimawandels ist der Paradigmenwechsel in der Realwirtschaft, bei dem die Karten für die Geld- und Finanzpolitik neu gemischt werden.

    • Johann Schwarting
      Johann Schwarting sagte:

      @ Michael Stöcker

      Es geht wohl um die Frage, ob die Notenbank die ‘Stablecoins’ in ihre Liste der zentralbankfähigen Pfänder zwecks Geldschöpfung aufnimmt und ob sie damit das zweistufige Zentralbanksystem in Gefahr bringt? In einem Kreditgeld-System müssen ja zuerst die Kreditsummen steigen, bevor die Geldsummen steigen können, denn: Aus debitistischer Sicht wird mit Kredit gekauft und mit Geld bezahlt.

      Es hat ja jahrhundertelang keine Notenbanken gegeben und dennoch den gleichen Kapitalismus (Debitismus) wie heute. Außerdem: Die Notenbank schafft keine Kredite, niemals (!!!), sondern sie kauft nur bereits gemachte Schulden (Kredite) oder ‘assets’ an. Nimmt die Notenbank z. B. alle Handelswechsel auf, passiert gar nichts. Denn die Produktion zur Bedienung der Wechsel ist ja zwangsläufig unterwegs.

      Führt eventuell die Hereinnahme von ‘Stablecoins’ zwecks Geldschöpfung zu einem Zusatz-BIP, oder öffnen sich die Schleusen?

      “Aus Lang mach kurz, bedeutet eben nicht automatisch, dass damit inflationäre Impulse einhergehen müssen. Die gegenteiligen Impulse beweist Japan ja sehr gut. Die ZB kann kaufen was sie will, erst wenn die Zweistufigkeit im Kern des Zentralbanksystems wegfällt, wenn die durch die Kreditinstitute zu besorgenden Geldeinheiten ohne ausreichende / vorhandene Sicherheiten sowie positiver Kapitaldienstfähigkeiten buchbar bzw. beurkundbar werden, d.h. das Wertbegründende des Kreditwesens (Vertrauen = Verpflichtung) schwindet, öffnen sich die Schleusen.”

      https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=531476

      LG JS

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Johann Schwarting

        >Die Notenbank schafft keine Kredite, niemals (!!!), sondern sie kauft nur bereits gemachte Schulden (Kredite) oder ‘assets’ an.>

        Ich gehe davon aus, dass M. Stöcker dies auch weiß.

        Interessanter ist Ihre folgende Aussage:

        >Nimmt die Notenbank z. B. alle Handelswechsel auf, passiert gar nichts.>

        GAR NICHTS?

        Ich habe es hin und wieder am Blog angesprochen:

        Wenn die Notenbank aufkauft, u. a. auch Kredite, d. h. die privaten Banken in der Gläubigerposition ablöst, dann hat das erhebliche AUSWIRKUNGEN auf die Bilanzen der Banken zumindest dann, wenn derartige Kredite abzuschreibende Problemkredite wären.

        Denn bei gegebener Regulierung und besseren Bilanzen können die Banken dadurch MEHR Kredite vergeben, u. a. an Zombieunternehmen oder Assetkäufer.

        Kurzum:

        Mir ist es bezüglich der Geldpolitik der Notenbank wichtig zu unterscheiden zwischen „NICHT Kredite schaffen“ und „für andere BEDINGUNGEN zur Schaffung von Krediten sorgen“.

      • Dagobert
        Dagobert sagte:

        @Dietmar Tischer

        “Wenn die Notenbank…abziuschreibende Kredite…kauft & um für andere BEDINGUNGEN zur Schaffung von Krediten sorgen“

        Auf dem Umweg der Bankenrettung dienen gerettete Banken der Ablage toxischer privater Kredite. Solange private Bankeneigner (Guthabensparer+Gläubiger) durch einen BAIL IN an der Rettung solcher Häuser beteiligt werden können – besteht kein Bedarf an größerem Engagement von ZB´s.

        Parallel läuft die Kreditvergabe durch die Anleihemärkte zwischen Industriekonzernen und NB´s vorzüglich, was sich in der Stabilität des Gesamtmarktes messen lässt.

        Auf der Strecke bleiben alle Mittelständler, privaten Unternehmungen und deren Arbeitnehmer – wenn ihre Geschäfte nicht mehr den Interessen der politischen Kaste entsprechen. Ihre Assets werden von größeren Einheiten dankbar geschluckt, frisches Pfand unter Marktpreise ist jedem willkommen.

        Nie war es leichter zwischen “Guten” und “Schlechten” Marktteilnemern zu selektieren.

        Inflation gibt es keine.
        Kosteninflation ohne Preissteigerungsmacht verschlimmert die Situation der Sterbenden.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Dagobert

        >Solange private Bankeneigner (Guthabensparer+Gläubiger) durch einen BAIL IN an der Rettung solcher Häuser beteiligt werden können – besteht kein Bedarf an größerem Engagement von ZB´s.>

        Theoretisch, aber nicht praktisch.

        Bail in durch Guthabensparer und sonstige Gläubiger kann sich keine Regierung in Europa leisten.

        Deshalb haben in der Vergangenheit die Staaten durch Kapitalbeteiligung und/oder Bad Banks für ein Bail out gesorgt.

        Da sie das aber nicht kontinuierlich tun können und daher nur tun werden, wenn Krisen in Katastrophen zu kippen drohen wie etwa nach der Lehman-Krise – und auch das nur mit enormen Belastungen ihrer Schuldentragfähigkeit –, müssen die Notenbanken sich engagieren, wie sie es tun, damit es bei der Dauerkrise bleibt.

        >… läuft die Kreditvergabe durch die Anleihemärkte zwischen Industriekonzernen und NB´s vorzüglich, >

        Es ist doch immer wieder lang und breit erklärt worden, dass die Notenbanken KEINE Kredite an die Industriekonzerne vergeben und dies weder direkt, noch durch die Märkte.

        Das tun die Banken, in Krisenzeiten wie der Pandemie auch mit Risikoübernahme durch den Staat oder staatliche Institutionen (siehe Lufthansa).

      • Dagobert
        Dagobert sagte:

        @Dietmar Tischer

        Unredlich von Ihnen auf die Kredit+Notenbank zu verweisen, wenn ich ausdrücklich von Anleihemärkten schreibe. Da kommen Sie nicht mehr mit?

        Untauglich Ihr Versuch Inflationsrisiken zu kontruieren, wo keine sind. Selbstverständlich geschehen BAIL IN´s bevor der Staat sein zentrales Machtinstrument durch Inflation stumpf werden lässt, die rechtlichen Voraussetzungen wurden seit Jahren in allen AGB´s angepasst.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Dagobert

        Sie haben nicht NUR von Anleihemärkten geschrieben, sondern AUSDRÜCKLICH von

        >… läuft die Kreditvergabe durch die Anleihemärkte zwischen Industriekonzernen und NB´s vorzüglich>

        Hier ist im gleichen Satz nicht nur von Anleihemärkten, sondern auch von Industriekonzernen und Notenbanken die Rede und zwar verbunden mit einem „ZWISCHEN“.

        Können Sie Ihre eigenen Texte nicht lesen?

        Inflation hat M. Stöcker, nicht ich in die Debatte gebracht.

        In der Diskussion mit Ihnen fällt „Inflation“ nicht.

        Sie sollten sich mal sortieren, bevor Sie anderen Unredlichkeit unterstellen.

      • Dagobert
        Dagobert sagte:

        @Dietmar Tischer

        Ja natürich kaufen Zentralbanken über Liquiditätshilfen (europäische) Industrieanleihen…wußten Sie das nicht?

        Zitat D.T
        “Kurzum:

        Mir ist es bezüglich der Geldpolitik der Notenbank wichtig zu unterscheiden zwischen „NICHT Kredite schaffen“ und „für andere BEDINGUNGEN zur Schaffung von Krediten sorgen“.

        Wenn, wie Sie annehmen die Geldpolitik faule Kredite aufkaufen könnte um Bedingungen zur Schaffung von Krediten zu sorgen – wirkt das inflationär – wenn befreite Schuldner wieder konsumieren.

        Soweit wird es nicht kommen, dagegen spricht der politische Neid.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Dagobert

        LESEN Sie, was Sie SCHREIBEN:

        Sie haben NICHT von „kaufen“ geschrieben, sondern von „KREDITVERGABE“.

        Kennen Sie nicht den Unterschied?

      • Dagobert
        Dagobert sagte:

        @Dietmar Tischer

        Eine Staatsanleihe ist was?
        Eine Unternehmensanleihe ist was?

        Schuldpapier gegen Zahlungsmittel.

  6. Gnomae
    Gnomae sagte:

    Wenn eine Kryptocurrency ausschließlich in Software besteht, ist sie nichts wert. Die Gegenleistung (Kaufpreis) fließt zunächst alleine dem Erstemittenten zu. Ein solches Konzept ist auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt.

    Stablecoins, die zwar vorgeben, in etwas investiert zu sein, sich aber dann herausstellt, dass das Narrativ nicht annähernd getroffen wird, würde ich der Kategorie Finanzbetrug zuordnen.

    Daraus folgt:
    Reine Kryptowährungen auf Software-Basis sind wertlos, selbst wenn sie einen Börsenkurs haben.

    Emittenten von Stablecoins müssen von Zentralbanken bzw. den Aufsichtsbehörden reguliert werden, damit sichergestellt wird, dass auch dort investiert wird, wo es versprochen wird. Eine grundsätzlich gute Idee, wenn auch kleine EUR-Beträge investiert werden können. Dies erschließt neue Marktchancen.

    Digitales Zentralbankgeld ist an sich nicht negativ, schützt aber nicht davor, dass fiskalpolitisch die Geldmenge durch Neuverschuldung beliebig erhöht werden kann.

    Alles was in die Nähe von Bankeinlagen eingeordnet werden kann, ist zu Gunsten des Bankenmonopols (Verbot mit Erlaubnisvorbehalt) zuerst ohne entsprechende Lizenz verboten.

    Als geschichtliches Fazit muss man erkennen, dass historisch gesehen die Geschichte des Geldes immer eine Geschichte von Unfällen war, sei es durch zügellose Vermehrung, Verschlechterung oder Verfälschung. So wird es bei den Kryptos auch sein.

    Antworten
    • Thomas M.
      Thomas M. sagte:

      >Daraus folgt: Reine Kryptowährungen auf Software-Basis sind wertlos, selbst wenn sie einen Börsenkurs haben.

      Ich halte diese Schlussfolgerung in der Schärfe für nicht richtig. Das Argument:

      >Die Gegenleistung (Kaufpreis) fließt zunächst alleine dem Erstemittenten zu.

      trifft übrigens auch auf anderes (alternatives) Geld wie z.B. Edelmetallmünzen zu (Miners und Präger). Wären diese dann auch wertlos?

      Ich würde es so beschreiben: Der Wert von alternativem Geld wie Edelmetallmünzen und Cryptos wird *primär* durch subjektive Wertzuschreibung bestimmt. Der Wert einer gesetzlichen Währung wird *unter anderem* durch subjektive Wertzuschreibung, aber *primär* durch das damit kaufbare Waren- und Dienstleistungsangebot bestimmt. Wegen des Annahmezwangs: Das heißt 10 € haben unabhängig von der subjektiven Wertzuschreibung des Verkäufers den Gegenwert seines mit diesem Preis ausgezeichnete z.B. Steaks in der Kühltruhe.

      Bei Edelmetallmünzen und Cryptos gibt es keinen Annahmezwang, daher ist dort ein Schritt zwischengeschaltet (Edelmetallmünzen und Cryptos -> gesetzlicher Währung -> Waren und Dienstleistungen). Deswegen: primär subjektive Wertzuschreibung; wobei sich letztere freilich auch aus dem mit gesetzlicher Währung kaufbare Waren- und Dienstleistungsangebot ableitet.

      Deswegen schwanken diese auch so stark. Der Steak-Verkäufer kann z.B. Edelmetall-Münze oder Crypto nicht annehmen (bei ihm dann 0 € und 0 Steak Gegenwert) oder theoretisch auch einen Aufpreis zahlen.

      (Neulich hatte hier wer auch mal was geschrieben, dass der Wert einer Währung durch das Angebot gepuffert ist – oder so ähnlich.)

      Antworten
      • Felix
        Felix sagte:

        Gold und Silber sind selbst Waren, für die es auch ohne Annahmezwang überall und zu jeder Zeit Abnehmer gibt. Das ist schon ein Unterschied zu Cryptos.
        Historisch waren es vermutlich schlicht diese Waren aus Edelmetall, die sich am besten als “Geld” für Tausch und Wertaufbewahrung herauskristallisiert haben.

        Ein Annahmezwang ist weder nötig, solange das Geld gut ist, noch hinreichend durchsetzbar, wenn das Geld nicht mehr gut ist.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Felix:

        >Gold und Silber sind selbst Waren
        Das stimmt allerdings. Das unterscheidet dieses alternative Geld noch einmal von Cryptos.

        Bzgl. Annahmezwang haben Sie grundsätzlich recht, allerdings dürfte dieser in der Start- und Endphase einer Währung, die für einen größeren Währungsraum gelten soll, vermutlich für den (letztlich temporären) Erfolg ausschlaggebend sein. Dazwischen ist der Annahmezwang vermutlich eher akademisch. Welcher Verkäufer käme schon auf die Idee, in z.B. der Eurozone Massenware nicht für Euros verkaufen zu wollen.

        Beim Start muss man hingegen die bestehenden Währungen / das bestehende Geld verdrängen, die es noch gibt oder die sich in einer ungeordneten Endphase breitgemacht haben. Und in der ggf. ungeordnete Endphase bremst dies den Wertverlust bzw. Kaufkraft der offiziellen Währung.

      • Gnomae
        Gnomae sagte:

        @ Thomas M.

        Zur Ergänzung:
        Heutiger Artikel:

        “https://www.zerohedge.com/crypto/crypto-carnage-erases-10-global-market-cap”

        Kryptos sind “leicht” volatil.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Gnomae: Ich bin echt mal gespannt, wie das Experiment weitergeht / endet. Solange die Volatilität nicht deutlich sinkt, kann man Crypto schlicht nicht als Geld für tägliche Einkäufe nutzen. Und vermutlich geht die Volatilität erst runter, wenn Cryptos für viele, relativ kleine Transaktionen, also tägliche Einkäufe genutzt werden. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

  7. weico
    weico sagte:

    ” bto: Aber man fragt sich, worin der Sinn besteht, ein Asset zu halten, das genauso von den Notenbanken manipuliert werden kann wie die FIAT-Währung, an die es gebunden ist.”

    Richtig.

    Die Notenbanken sind ja schon länger im Gespräch über digitales Zentralbankgeld.
    Weidmann hat über den digitalen Euro ,in seiner Eröffnungsrede für das Bargeldsymposium, ja gesprochen.

    Auch andere Redner(innen) gingen auf das Thema “Digital” ausführlich ein:

    Rede/Video gibt es hier:

    https://www.bundesbank.de/de/service/termine/bargeldsymposium-2021-871234

    Nebenbei:
    Nigeria hat kürzlich seinen eNaira eingeführt.

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