Geht es Russland um Rohstoff­dominanz?

John Authers diskutiert in seinem Newsletter bei Bloomberg eine interessante Theorie: Es geht Russland nicht um die Ukraine, es geht um die Stärkung der Position im globalen Kampf um Ressourcen:

  • “For the world, the most profound impact of the Ukraine conflict could rest on energy. Indeed, it’s tempting to say that this is a war over energy, even if it has a different declared purpose — which would make it very similar, in critics’ eyes, to the U.S. misadventure in Iraq 19 years ago.” – bto: Na, na!
  • “In a provocative but persuasive column for the New York Times, Bret Stephens suggests that Russia’s war aim is not preventing NATO enlargement, or rebuilding the Soviet empire, but cementing its status as an energy superpower: “Suppose for a moment that Putin never intended to conquer all of Ukraine: that, from the beginning, his real targets were the energy riches of Ukraine’s east, which contain Europe’s second-largest known reserves of natural gas (after Norway’s). Combine that with Russia’s previous territorial seizures in Crimea (which has huge offshore energy fields) and the eastern provinces of Luhansk and Donetsk (which contain part of an enormous shale-gas field), as well as Putin’s bid to control most or all of Ukraine’s coastline, and the shape of Putin’s ambitions become clear. He’s less interested in reuniting the Russian-speaking world than he is in securing Russia’s energy dominance.” – bto: Er würde auch im Bereich der Nahrungsmittel einen großen Fortschritt erreichen.
  • “Even if this is not the aim, the possibility of entrenching Russia’s energy power is now at the center of the broader conflict between Putin’s Russia and the West. Europe’s reliance on Russia for its energy needs has long been identified as a key weakness, and Moscow exploited it in advance. Stocks of Russian-controlled gas in Europe at the beginning of this year were only a fraction of the normal average, as Capital Economics illustrates.” – bto: Das wissen wir genauso wie die Tatsache, dass Russland bereits vor Monaten den Export von Düngemitteln eingestellt hat.

Quelle: Bloomberg

  • (…) the Institute of International Finance finds that Hungary is the most exposed to Russia, the Netherlands relies on Russia for oil products more than any other country on the continent, and Italy, the Czech Republic and Germany could all have a problem due to their dependency on natural gas. Moving to an outright embargo would challenge European unity.” – bto: eine interessante Darstellung, wie ich finde:

Quelle: Bloomberg

  • “This is where the lessons of the defeats of Napoleon and Hitler come in. The energy war looks as though it will degenerate into a war of attrition over which side can survive an energy embargo the longest. Can Europe find an alternative source, and can Russia find an alternative buyer? Beyond the future of Ukraine, the outcome could determine whether the world does divide once more into separate economic blocs.” – bto: Wer hält länger durch? Sicherlich hält der Westen durch. Man muss sich aber fragen, ob Europa und die USA wirtschaftlich so gut dastehen, wie sie müssten.
  • On the Russian side, India has already agreed to buy discounted oil, while (very, very high-stakes) discussions with China continue. Meanwhile, Germany has abandoned decades of foreign policy that emphasized good relations with Russia and instead announced an emergency plan to use other suppliers, while Poland is aiming to end all imports from Russia by year-end. Beyond its energy infrastructure, the West’s ability to survive an economic war of attrition like this will be vitally affected by its economic health at the outset.” – bto: Da muss man nüchtern festhalten, dass es nicht so gut um den Westen bestellt ist.
Kommentare (35) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Wolfgang Selig
    Wolfgang Selig sagte:

    Wenn ich die Analysen der zahlreichen Geostrategen hier auf dem Blog heute so lese, komme ich schon ins Grübeln, ob ich hier noch richtig bin. Ich glaube, die Kompetenzen sind in Volkswirtschaft stärker ausgeprägt als in Sicherheitspolitik.

    Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Zur „erstklassigen Analyse“ von Vladimir Pozner an der Yale Universität“:

        Erstklassig ist daran nur, WAS er NICHT erwähnt hat.

        Richtig ist:

        a) Cuba und die Sowjetunion waren AUTONOME Staaten, als sie 1962 beschlossen, Raketen in Cuba zu stationieren.

        und

        b) Die USA haben mit dem Schweinebuchtabenteuer – von Pozner nicht erwähnt – Cuba ÜBERFALLEN und später der Sowjetunion mit Krieg, d. h. Vernichtung der die Raketen bringenden Schiffe gedroht

        und

        c) Die USA und die Sowjetunion haben einen Kompromiss erreicht, d. h. keine sowjetischen Raketen auf Cuba und Abzug amerikanischer Raketen von den Standorten, die für die Sowjetunion als bedrohlich angesehen wurden

        und

        d) Die USA haben sich formal an den Kompromiss gehalten, aber einige Monate ihre Raketen in der Türkei neu so aufgestellt, dass annähernd der Status quo wiederhergestellt wurde.

        Das kann man als Betrug ansehen.

        RICHTIG ist auch:

        Die Sowjetunion folgte damals der MARXISTISCHEN Ideologie, nach der der Sozialismus eine HISTORISCHE unumkehrbare Entwicklung sei, die man beschleunigen könne und müsse, um die kapitalistisch AUSGEBEUTETEN aus ihrem Elend zu befreien.

        UND

        RICHTIG ist auch, was Pozner VERSCHWEIGT:

        a) Es hat Abrüstungsvereinbarungen in 80er Jahren gegeben, die ganz andere Voraussetzungen für das, was danach kam, geschaffen haben

        und

        b) Die NATO ist eine DEFENSIVBÜNDNIS ohne eine EXPANSIONS-Ideologie

        und

        c) Russland und der Westen haben 1997 einen Vertrag geschlossen, der Staaten wie der Ukraine die Autonomie zugestand, FREI zu wählen, ob und wenn so, sie sich welchem Bündnis anschließen.

        d) im Gegenzug hat der Westen sich bereit erklärt in neuen NATO-Staaten wie den baltischen militärisch BEGRENZT präsent zu sein

        e) Die NATO hat sich daran gehalten bis zum jetzigen Ukraine-Krieg, also auch NACHDEM Russland die Krim annektiert hat.

        Und jetzt die Auffassung Pozners:

        Russland kann sich heute so BEDROHT fühlen wie die USA in 1962 und daher ist der Überfall der Ukraine ERKLÄRBAR.

        Klar, Russland kann sich „FÜHLEN“ wie es will, aber die ERKLÄRUNG ist BULLSHIT aufgrund der Auslassungen und damit der IGNORIERUNG eine ganz anderen FAKTENLAGE.

        Dass Pozner 2018 in Yale die Auffassung vertreten hat, der KOMPROMISS analog 1962 bestehe darin, der Ukraine von die Mitgliedschaft in der NATO zu verweigern, ist etwas anderes als seine Analyse.

        Fazit:

        Yale ist nicht mehr das, was es einmal war.

        Selbst schuld, wer dort studiert.

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Danke für Ihre ergänzenden Ausführungen zur Sachlage.

        „Klar, Russland kann sich „FÜHLEN“ wie es will, aber die ERKLÄRUNG ist BULLSHIT aufgrund der Auslassungen und damit der IGNORIERUNG eine ganz anderen FAKTENLAGE.“

        „Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.“

        Auch dies sollte man nicht ignorieren/auslassen, da es zur Faktenlage gehört. Das haben wir wohl alle in unseren Analysen völlig unterschätzt.

        Die Frage die sich mir stellt: Hätte diese Tragödie vermieden werden können oder war sie letztlich unausweichlich, weil eine demokratische Konkurrenz an der unmittelbaren sehr langen Grenze zu Russland eine existentielle Bedrohung des russischen Herrschaftssystems war?

        Ihr Fazit ist zur Lösung dieser und anderer Fragen leider mal wieder kontraproduktiv. Und nötig haben Sie so etwas nun wirklich nicht.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Sie können sich durchaus die Frage stellen, die Sie sich stellen.

        Ich halte Sie nicht für unintelligent.

        Allerdings ist sie NICHT beantwortbar.

        Denn offensichtlich ist die Tragödie im Gehirn eines Menschen ausgelöst worden, womit ich nicht sage, dass dieses Gehirn bar jeglichen westlichen Verhaltens entschieden hat, sondern:

        Wir können nicht in das Gehirn schauen und wissen daher auch nicht, ob es zu einer anderen Entscheidung gekommen wäre, wenn der Westen zuvor anders gehandelt hätte.

        Ich habe aber gesagt, dass er Fehler gemacht hat, was aber nicht heißt – wie eben dargelegt −, dass ohne diese Fehler die Tragödie vermieden worden wäre.

        Kurzum:

        Wir können NICHT bestimmen, ob diese Fehler URSÄCHLICH für die Tragödie sind.

        >Ihr Fazit ist zur Lösung dieser und anderer Fragen leider mal wieder kontraproduktiv.>

        Das ist falsch.

        Es ist NICHT kontraproduktiv, weil ich Ihre und andere Fragen mit meiner Beurteilung von Yale nicht beantworten wollte und der Bezug zu Yale sie auch nicht beantwortet.

        Allerdings:

        Mein Fazit ist irrelevant mit Bezug auf Ihre und andere Fragen.

  2. RMPetersen
    RMPetersen sagte:

    Zu: “Suppose for a moment that Putin never intended to conquer all of Ukraine …”

    Niemand, der Karten lesen kann, glaubte an ein Putin-Ziel “ganze Ukraine erobern”. Die angesetzten militärischen Ressourcen hätten fünffach grösser sein müssen, um das zu erreichen.

    Der sehr begrenzte Aufwand und die Bewegungen wiesen eindeutig drauf hin, dass die von Putin genannten drei Ziele (- Krim endgültig an Russland zu binden, die östlichen Provinzen effektiv von der Ukraine abzuspalten und die ultranationalistischen Kampfeinheiten zu entmachten) auch tatsächlich angestrebt wurden.

    Übereinstimmung besteht wohl darin, dass die russische Seite die ukrainische Gegenwehr unterschätzt hat, sowohl in militärischer als auch in psychologischer Hinsicht. Beides zeigt auf Fehlwahrnehmungen des russischen Geheimdienstes, vielleicht wollten Putin das auch so herauslesen, was ihm an Berichten vorgelegt wurde.

    Was mE weder die russische noch die westliche Seite bedacht haben: Wie beendet man diesen Krieg, ohne dass alle beteiligten Seiten schweren dauerhaften Schaden nehmen.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ RMPetersen

      >Niemand, der Karten lesen kann, glaubte an ein Putin-Ziel “ganze Ukraine erobern”>

      Die Karten zu lesen, ist eine Sache.

      Die andere lassen Sie aus:

      Das, was Putin GESAGT hat.

      Da ist nicht nur von der Ukraine die Rede, sondern auch von Ländern JENSEITS der Ukraine und Russlands.

      Daher:

      Putin steckt möglicherweise seine Ziele ZURÜCK, weil er sie nicht realisieren kann.

      Das ist etwas anderes.

      >Was mE weder die russische noch die westliche Seite bedacht haben: Wie beendet man diesen Krieg, ohne dass alle beteiligten Seiten schweren dauerhaften Schaden nehmen.>

      Diesen Krieg KANN niemand einseitig beenden – daher ist Ihre „man“ unangebracht.

      Der Krieg wird beendet, wenn die KOSTEN für eine oder beide Seiten so hoch sind, dass er nicht weitergeführt wird.

      Dann wird der Schaden festgestellt.

      Und danach – insbesondere im Zusammenhang mit Friedenverhandlungen – wird sich herausstellen, wie DAUERHAFT die FOLGEN des Krieges für die direkt und indirekt beteiligten Parteien sind.

      Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @RMPetersen

      “Niemand, der Karten lesen kann, glaubte an ein Putin-Ziel “ganze Ukraine erobern”. ”

      Absolut klar !
      Aber nur wenige wollen eben lesen/hören ,was Putin in seiner Rede zur Sonderoperation ausdrücklich gesagt hat:

      “Wir haben nicht vor, die ganze Ukraine zu besetzen, aber sie zu demilitarisieren.”

      EU-Kriegstreiber wie Hr.Borrell ,der “Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik”, scheinen auf Diplomatie ganz verzichten zu wollen und lieber auf dem Schlachtfeld Tatsachen schaffen, wenn sie “twittern”:

      “This war will be won on the battlefield. Additional €500 million from the #EPF are underway. Weapon deliveries will be tailored to Ukrainian needs.”

      Der Mann sollte wirklich Putins Worte beherzigen und nicht HIINTERHER dann erstaunt sein und rumjammern,, wenn es dann wirklich “etwas eskaliert”

      “Jetzt ein paar wichtige, sehr wichtige Worte für diejenigen, bei denen die Versuchung aufkommen könnte, sich von der Seite in das Geschehen einzumischen. Wer auch immer versucht, uns zu behindern, geschweige denn eine Bedrohung für unser Land und unser Volk zu schaffen, muss wissen, dass die Antwort Russlands sofort erfolgen und zu Konsequenzen führen wird, die Sie in Ihrer Geschichte noch nie erlebt haben. Wir sind auf jede Entwicklung der Ereignisse vorbereitet. Alle notwendigen Entscheidungen wurden in dieser Hinsicht getroffen. Ich hoffe, dass ich gehört werde.”

      https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-02/wladimir-putin-rede-militaereinsatz-ukraine-wortlaut

      Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @ Ergänzug

      Boris Reitschuster ist wie Vitali Klitschko ein Ziehsohn der Konrad Adenauer Stiftung.
      Bemerkenswert sein Werdegang nach der Polarisierung inmitten der Pandemie, wenn Reitschuster verschweigt, dass der Russenhitler injektionssüchtig war.
      Klitschko & westliche Werte:
      welt.de/politik/ausland/article134280586/Rechtsradikaler-wird-Polizeichef-in-Kiew.html

      Dazu die NZZ:
      “Kaum ein anderer russischer Politiker hatte so demonstrativ für Corona-Schutzmassnahmen und die Notwendigkeit der Impfung geworben wie er. Übertreibend und in der Wortwahl masslos wie immer, wetterte er gegen Kollegen, die sich nicht schützten oder gar gegen die Impfung agitierten. Er selbst, so behauptete er, sei bereits achtmal geimpft. Monatelang trat er, wie es die russischen Behörden empfohlen hatten, nur in weissen Handschuhen auf. Dann erfasste den an Diabetes Leidenden das Virus doch. Wie am Mittwoch bekanntwurde, versagten am Ende seine Organe nach einer Blutvergiftung.” https://www.nzz.ch/international/russland-wladimir-schirinowskis-tod-ist-das-ende-einer-epoche-ld.1678325
      Schlechte Blutwerte, multiples Organversagen, Covid positiv – Fragen sie nicht ihren Impfarzt.

      Was der Reitschuster da zusammen geschustert hat ist deshalb Quatsch, weil der Russe entweder starkt ist – dann verzettelt man sich nicht mit den Ukies; oder der Russe ist schwach, dann reicht die Kraft kaum für Ukie.

      Was bleibt?
      Der russische Injektionsstoff macht Engel.
      Die Schlacht der alternativen Fakten hat der Westen haushoch gewonnen.
      Acht bis zehn Jahre Investitionen trennen die Bundesrepublik von einem Waffengang mit einem Gegner wie Russland, welches zu den Terroranschlägen von 2001 mit Rüstungsinvestitionen begann.

      Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Hansjörg Pfister

      “Eben ein Video von Reitschuster entdeckt. Er zeigt worum es wirklich geht:”

      Hab für sie extra ein Video “entdeckt” ,dass aufzeigt wie der Konflikt schon lange eingeplant ist um der Wertegemeinschaft (im NATO-Sprech auch Weltgemeinschaft) beizutreten.

      Ein Video von 2019, als Arestovich..der Chef-Einflüsterer von Zelensky, die Neutralität der Ukraine explizit ausschloss und den Krieg gezielt in Kauf nimmt , um damit in die NATO zu kommen .

      Herrlich wie er die westlichen Pläne und Mithelfer, zu seinem Konflikt/Krieg, “offenlegt”..

      Nur mit der sehr wichtigen Flugverbotszone und dem Ausgang des Konfliktes … hat sich Arestovich wohl etwas gar “verspekuliert”..

      https://youtu.be/1xNHmHpERH8?t=723

      Antworten
  3. Dirk Hadenfeldt
    Dirk Hadenfeldt sagte:

    So 2. Versuch hoffe geht durch. Natürlich weiß ich auch nicht warum Putin oder Russland diesen Krieg führt und ob Putin am Ende der Verlierer oder Loser oder es jetzt schon ist. Was aber sicher ist, neben allen schon genannten Gründen, die wahr sein können oder nicht. Es gibt handfeste wirtschaftliche Interessen für diesen Krieg. Um diese abzusichern gibt es strategische Zielsetzungen. Eine davon ist die Oberhoheit über den Zugang zum Schwarzen Meer. ( Bitte im Zusammenhang Seitenblick auf die geografische Lage der Türkei) Russland lebt von seinen Rohstoffen. Die allermeisten Rohstoffe werden in Massen weite Wege transportiert. Das geht kostengünstig nur per Schiff. Russland hat nicht viele ganzjährige eisfreie Häfen. Insbesondere Agrarrohstoffe aus Südrussland werden über das Schwarze Meer abgewickelt. Russland hat das Ziel 60 % des weltweit erzeugten Weizen zu produzieren. Der Klimawandel hilft dabei enorm. Mariupol und der Krim kommen hierbei eine Schlüsselrolle zu. Mariupol kontrolliert das Asowsche Meer, über das sehr viele Waren auf die Weltmeere gelangen. Deshalb wir Mariupol auch so hartnäckig umkämpft. Für den Weltgetreidehandel ist Odessa der Drehpunkt. In meiner Branche galt schon immer das Wort „ der Weizenpreis wird in Odessa gemacht“. Wir sehen es jetzt da Odessa unter Belagerung liegt, Getreidepreise gehen durch die Decke. Die Welternährung kann nicht auf Getreide aus der Ukraine und Südrussland verzichten, dann explodiert Nordafrika und Teile Asiens. Wenn man wirtschaftlich nicht so stark wie der Westen ist muß man, um sich zu behaupten einige gute Karten in der Hand haben. Thema Dünger wurde schon erwähnt. Wir kommen nicht umhin uns günstige Energie zu sichern wir brauchen diese zur Produktion. Es geht nicht darum ob wir im Winter für den Frieden frieren, es geht darum ob wir Energie, Lebensmittel und ausreichend Kräfte haben, um die beiden ersten zu schützen. Schön wäre es dann noch soviel Freiheit zu besitzen auch darüber verfügen zu dürfen.
    Wir sind es gewohnt alles zu jeder Zeit zu bekommen. Das ist nicht selbstverständlich. Russland weiß das, die Amerikaner auch. Die haben auch kein Problem damit ihre Interessen zu verteidigen. Wir brauchen sicher eine bessere Strategie als mit Windmühlen gegen einen Feind zu kämpfen. Das kann als Seitenhieb funktionieren, aber nicht als Strategie. Ach und übrigens mit weniger Fleisch essen werden wir es auch nicht schaffen aber das nur am Rande.

    Antworten
    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @Dirk Hadenfeld “Der Klimawandel hilft dabei enorm”. faz.net: “Zu Beginn seiner Herrschaft machte sich Russlands Präsident Wladimir Putin über den Klimawandel noch lustig. Ein bis zwei Grad mehr könnten zu reicheren Kornernten führen, sagte er im Jahr 2003, das sei doch vielleicht gar nicht so schlecht”.

      Der Öl- und Gassektor liefert – noch – die bei weiten höchsten Exporteinnahmen des Staates. Die absehbare Reduzierung des fossilen Anteils bedeutet, dass Russland seine Wirtschaft wird stärker diversifizieren müssen. Das hat Staats- und Raketenpräsident Putin schon geahnt und die Ausweitung von riesigen Agrarflächen in 2020 angeschoben.

      Aus geostrategischer Sicht wäre es für Russland daher gar nicht so schlecht, mehr als 60% der Welt-Getreideproduktion und des -handels in seine Regie zu bekommen. Hunger macht gefügig … da trifft es sich gut, ständig neue Ackerflächen durch tauende Böden, brennende Wälder und den einen oder anderen Raubzug noch hinzugewonnen werden könnten.

      Der Cowboy Trump hatte den Braten gerochen und sicherlich auf Big Deals mit seinem Spezi in Russland gehofft, indem er 2017 bei Ernährungs- und Umweltprogrammen im eigenen Lande den Rotstift ansetzte. Ob er auch ahnte, dass sein Kumpel zum pflügen Panzer auf die Felder schickt würde zur “Neulandgewinnung”.

      Alles bleibt Spekulation, bis der Weizen ausgeht.

      Antworten
  4. LeleCastello
    LeleCastello sagte:

    Ich halte die Rohstoffethese für den Angriff auf die Ukr für Quatsch. So ein Risiko geht man nicht ein für was man eh schon hat und Business damit machen will. Da hätte es für Russland mehr Sinn gemacht eine CIip-halbleiterhochburg wie Taiwan anzugreifen.

    Antworten
  5. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >Bret Stephens SUGGESTS … SUPPOSE for a moment that Putin NEVER intended… his REAL targets were … COMBINE that with … as well as Putin’s BID to control → Putin’s ambitions become CLEAR.>

    Logik:

    VORSCHLAG + ANNAME + VERBINDUNG, dann wird KLAR, was Putins ZIEL ist.

    Dieses Konstrukt ist blanker UNSINN.

    Begründung:

    a) die Prämisse wäre, dass der Westen das MITTEL der Zielverfolgung – den Krieg – NICHT reagiert.

    Sie ist falsch, weil der Westen (USA, UK, Kanada, nicht Deutschland) es der Ukraine NACH der Annexion der Krim ermöglicht haben, sich aufzurüsten , ERKENNBAR also schon VOR diesem Krieg.

    Wenn Russland gewollt hätte, seine Energiedominanz zu sichern, d. h. vor allem die beträchtlichen Energiereserven der Ostukraine in Besitz zu bekommen, hätte er einen PREIS dafür einkalkulieren müssen.

    Der Preis ist

    a) der Krieg, der Ressourcen bindet, zumal wenn er – wie absehbar ist – nicht schnell beendet werden wird

    und

    b) die westlichen Sanktionen, die das BIP schwäche, dieses Jahr Russland vermutlich um ca. 10% Wirtschaftsleistung kosten

    und

    c) die Fähigkeit des Westens, seine Nachfrage nach russischer Energie zu drosseln durch autarke Energieversorgung (Braunkohle z. B.) und insoweit russisches Öl auf dem Weltmarkt angeboten werden muss, was seinen Preis drückt. Das ist aktuell bereits der Fall.

    Das Konstrukt ist auch aus anderen Gründen Unsinn:

    Wenn es um Putin um die Energiedominanz gehen würde, dann hätte er in einem BLITZKRIEG die Ostukraine inkl. Luhansk und Donezk unter Kontrolle bringen müssen. Denn in dortigem Boden befinden sich die wesentlichen Energiereserven der Ukraine.

    Stattdessen wollte er Kiew einnehmen, hatte also offensichtlich ein anderes Ziel.

    Außerdem ist mit Blick auf die These von der Energiedominanz nicht zu erklären, warum er die Krim annektiert hat.

    Wenn er damit die Reaktionen des Westens mit begrenztem Risiko nur mal testen wollte, hat er sich verrechnet. Die Sanktionen auf die Annexion der Krim waren zwar letztlich nur ein symbolischer Preis, aber kein Indikator, wie der Westen auf einen KRIEG vor seiner Haustür reagieren würde.

    Fazit:

    UNGLAUBWÜRDIGE Spekulation.

    >bto: Da muss man nüchtern festhalten, dass es nicht so gut um den Westen bestellt ist.>

    Richtig, es ist nicht gut um den Westen bestellt.

    Aber immer noch so GUT, dass die Wirtschaftskraft des Westens trotz spürbarer Verluste HINREICHEN wird, Russland als Verlierer DEUTLICH geschwächt aus diesem Krieg gehen zu lassen.

    Putin ist schon heute als loser anzusehen.

    Die russische Bevölkerung und auch das russische Militär werden das noch erkennen.

    Noch nicht klar ist, wie hoch die Kosten für Russland und den Westen sein werden.

    Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @ Kriegsverlierer

      Wenn die Kriegsverbrechen, die medienwirksam der russischen Förderation nachgesagt werden und nach Verweigerung des Rederechts zum Austritt Russlands aus dem UN Menschenrechtsrat führten……in der letzten Wirklichkeit nicht von Russen*** verantwortet werden ->

      -> findet jetzt ein Völkermord an der russischen Ethnie der Ukraine statt.

      -> versteht Russland den Krieg als existentielle Bedrohung die durch existentielle Massnahmen beantwortet wird.

      Deshalb kommandieren höchste Dienstgrade direkt an der Front,
      deshalb akzeptiert man solche Verluste an Offizieren…..
      deshalb besteht Eskalationsgefahr, wenn Europa mehr Krieg durch aggressivere Waffenlieferungen sucht.

      Die Verbände in Weißrussland stehen unverändert bereit die Ukraine nach Polen abzuschneiden, d.h. ganz Ukie einzukesseln. Wenn das passiert, gibt es keine Nachrichten / Bilder mehr für ARD / ZDF, dann wir reiner Tisch gemacht mit Feuerkraft der Neuzeit und keinen ausgemusterten Sowjetprodukten der roten Armee. Das wäre für die Zivilisten die schlechteste Chance.

      *** Reguläre Truppen verzichten als Überlebensstrategie letzten Standes auf Kriegsverbrechen, niemand will so unwürdig abgemetzelt werden. Feinde bekommen die Kugel und werden nicht gepfählt (vgl. Ghadaffi / Clinton) ….

      & Nazis machen Nazi Sachen.

      Antworten
  6. Dieter Krause
    Dieter Krause sagte:

    “In a provocative but persuasive column for the New York Times, Bret Stephens suggests that Russia’s war aim is not preventing NATO enlargement, or rebuilding the Soviet empire, but cementing its status as an energy superpower: “Suppose for a moment that Putin never intended to conquer all of Ukraine: that, from the beginning, his real targets were the energy riches of Ukraine’s east, which contain Europe’s second-largest known reserves of natural gas (after Norway’s). Combine that with Russia’s previous territorial seizures in Crimea (which has huge offshore energy fields) and the eastern provinces of Luhansk and Donetsk (which contain part of an enormous shale-gas field), as well as Putin’s bid to control most or all of Ukraine’s coastline, and the shape of Putin’s ambitions become clear. He’s less interested in reuniting the Russian-speaking world than he is in securing Russia’s energy dominance.”

    Ich habe selten so dummes Zeug zu diesem dümmsten aller Kriege gelesen, den Putin bereits am Tag 1 seines Einmarsches in die Ukraine verloren hat! Putin ist vor allem ein großrussischer Imperialist, der z.B. vor zwei Jahren – zum 75. Jahrestag des Jalta-Abkommens – ein neues Jalta, freilich dann ohne EU und Deutschland, gefordert hatte: WLADIMIR IM WAHN! – Man sollte ihn ab jetzt schlicht als einen schwerkriminellen Politiker und Kriegsverbrecher behandeln – als einen Paria der Weltgemeinschaft!

    Antworten
      • JürgenP
        JürgenP sagte:

        @weico … steht da nicht “Welt”gemeinschaft? Also, schwerkriminellen Politiker, Kriegsverbrecher und Ausgestoßener bzw. Außenseiter der Weltgemeinschaft.

      • weico
        weico sagte:

        @JürgenP

        “@weico … steht da nicht “Welt”gemeinschaft? Also, schwerkriminellen Politiker, Kriegsverbrecher und Ausgestoßener bzw. Außenseiter der Weltgemeinschaft.”

        Schon…

        ..aber der Westen setzt doch für die WELTgemeischaft SEINE eigene WERTEgemenschaft voraus.

        Oder warum glauben Sie, will man die Welt auch am Hindukusch mit solch tollen Werten “beglücken” ..wie z.B. Gender-Mainstraming..

        “Das Vorhaben Gender-Mainstreaming wurde von 2004 bis 2012 mit insgesamt
        8.730.000 Euro gefördert.”

        https://dserver.bundestag.de/btd/19/326/1932667.pdf

      • weico
        weico sagte:

        @JürgenP

        “Die Nordatlantische Vertragsorganisation (NATO) ist am 4. April 1949 gegründet worden und versteht sich als WERTEgemeinschaft freier demokratischer Staaten.”

        “In Bosnien-Herzegowina, Kosovo oder Afghanistan hat die NATO im Auftrag der WELTgemeinschaft die Verantwortung übernommen, Frieden und Stabilität zu schaffen und den Aufbau demokratischer Strukturen zu unterstützen.”

        SO versteht die NATO die WELT und ihre WERTE

        https://www.bmvg.de/de/themen/verteidigung/multinationale-zusammenarbeit/nato/die-nato-allianz-fuer-sicherheit-und-werte-12110

  7. Dirk Hadenfeldt
    Dirk Hadenfeldt sagte:

    So einen M….. jetzt hatte ich einen Kommentar geschrieben und der Roboter Haken wurde rausgekommen. Wenn der Admin das hier liest kann er den ursprünglichen vielleicht rein stellen ist mir jetzt zu lang alles zu wiederholen.

    Antworten
  8. Alexander
    Alexander sagte:

    So einen Leckerbissen hat Europa also geglaubt sich durch orangene Demokratisierung und Nazi-Duldung einverleiben zu können, wie der Sohn des real amtierenden US Präsidenten seit 2014 ukrainische Korruption für sich zu nutzen verstand?

    Nicht der Versuch sondern geföhnt leyenhafte Infantilität den russischen Bären auf solch primitive Weise (“Wertegemeinschaft”) weiter demütigen zu können, macht die Lage so perspektivlos – denn ein europäischer Waffengang ist & bleibt mangels männlicher Potenz ausgeschlossen.

    Wo nichts mehr zu gewinnen ist, kann man haltlose Positionen noch eine Weile lang verteidigen – bis der Letzte Demokrat begreift nach wessen Pfeifchen er seine Existenz ruiniert. Politische und ökonomische Zombies schert es nicht, sie leben ungeniert von den Zuwendungen jüngster Aufschuldungsrunden….

    Entlarvend freudsche Versprecher lupenreiner, lügenfreier noch nicht ex Bundeskanzler
    https://www.bitchute.com/video/z7Xx19f3e5tS/

    Antworten
  9. Hansjörg Pfister
    Hansjörg Pfister sagte:

    Na Herr Stelter, da haben Sie den Putiniden aber ein ordentliches Stück Wurst hingeworfen, so wie ich gerade eben unserem Dackel (kein Witz). Aber wenn wir schon beim Thema sind. Nein, es geht allenfalls sekundär um Energie, primär geht es um Ideologie. Es geht um diese kranke chauvenistische Ideologie eines Alexander Dugin, eines Schirinowskies (Putin weilte jüngst an seinem Totenbett) und eines Timofei Sergeitsev (siehe https://www.tagesspiegel.de/politik/gastbeitrag-bei-russischer-nachrichtenagentur-ria-novosti-ruft-zur-vernichtung-der-ukraine-auf/28226232.html). Ich bin sehr vorsichtig mit dem Begriff “Faschismus”, heute ist ja so ziemlich jeder ein Faschist, der nicht stramm auf der eigenen verlogenen Linie liegt, aber wenn man diesen Begriff schon auf irgendjemand außerhalb des engsten Kreises anwenden wollte, dann doch auf diesen russischen “Faschismus”, der in Russland und nicht nur dort mehrheitsfähig ist.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Hansjörg Pfister

      “Aber wenn wir schon beim Thema sind. Nein, es geht allenfalls sekundär um Energie, primär geht es um Ideologie.”

      Primär um Geopolitik !

      Die Karte zeigt wunderbar an ,dass Hr. Flassbeck mit seiner Aussage ..”in der GESAMTEN Welt wird der Konflikt ANDERS gesehen als bei UNS”…..völlig richtig liegt.

      Der westlich “Werteexport” ist wohl endgültig gescheitert

      https://magazin.nzz.ch/nzz-am-sonntag/international/die-front-gegen-russland-ist-weniger-stark-als-man-meint-ld.1677763?reduced=true

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      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ weico

        Der Konflikt wird in der gesamten (!!) Welt anders GESEHEN.

        Das ist Verkennung der Realität.

        Siehe Abstimmung in der UNO.

        Kurzum:

        Sie genauso wie Flassbeck sollten ihre Scheuklappen ablegen.

        Was allerdings richtig ist:

        Große Staaten, allen voran China und Indien HANDELN nicht so wie der Westen, d. h. tragen die Sanktionen nicht mit, sondern ziehen – verständlicherweise – Vorteile aus dem Konflikt.

        Handeln ist etwas völlig ANDERES als Sehen.

  10. Doro Mezger
    Doro Mezger sagte:

    Meinem Herrn Vorredner kann ich mich in fast jeder Hinsicht anschließen, nur das Wort Wertegemeinschaft würde ich in Gänsefüßchen setzen. Wir werden benutzt und sollen vorgeführt werden als die ewig Willigen. Ich hoffe, dass diese Regierung standhaft bleibt und dem Gas- und Ölboykott nicht zustimmmt.

    Antworten
  11. @foxxly
    @foxxly sagte:

    @ Geht es Russland um Rohstoff­dominanz?

    NEIN !
    es geht um dominanz der usa!
    die ukraine wurde bereits mit den vom westen bezahlten und initierten maidan- umsturz zum kanaonenfutter gegen russland.
    auch europa wird in diesen spiel massiv missbraucht/verheizt und bezahlt mit den folgen der sanktionen.

    es ist längst das spiel des great reset´s im gange.
    es hat auch mit dem endspiel des an seine grenzen stossenden kapitalistischen wirtschaft- und schuldgeldsystem zu tun. die wachtumsraten können nur noch mit pandemien und offenen kriegen erreicht werden.

    usa haben darauf jahrelange darauf hingearbeitet europa und russland massiv zu schädigen, bzw. bedeutungslos zu machen.
    die europäischen vasalen machen diesen konflikt und machtkampf, vorauseilend erst möglich.

    usa will mit aller kraft russland schwächen und destabilisieren um zu verhindern,
    dass die EU und china zusammen mit russland ein mächtiger wirtschaftsblock werden würde.(seidenstrasse)

    es geht auch um den erhalt des petro-dollars, ohne dessen die usa ihre von der welt finanzierten wohlstand und macht, sich auflösen würde.
    genau an diesen punkte könnten sich die usa verrechnen, wenn russland, china, indien usw. sich vom us-dollar offen distanzieren, bzw. den kampf ansagen.

    die aktuelle kriegstreiberei geht von der westlichen wertegemeindschaft aus.
    es hat das potenzial erreicht, in dessen ein großer, flächendeckender krieg leicht übergehen kann.
    die hürde dazu ist klein geworden!

    es also um sehr viel mehr, als eine russische rohstoffdominanz!

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