Exhausted world stuck in permanent stagnation warns IMF

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Es gab bereits im Jahre 2010 zahlreiche Studien, die zeigten, dass nach einer Finanzkrise die Wachstumsraten der Wirtschaft deutlich tiefer als vor Krisenbeginn liegen. Ich selbst habe mit Kollegen von BCG damals die Wachstumsraten der Zukunft modelliert, die zu erwarten waren, wenn sich die Entwicklung genauso vollzieht, wie bei anderen ähnlichen Krisen in der Vergangenheit. Mit Blick auf Deutschland lagen wir voll daneben. Wir haben unterschätzt, wie sehr Deutschland von den weltweiten Stimulierungsmaßnahmen profitieren würde. Für die anderen Länder hat die Projektion sich als erstaunlich richtig erwiesen.

Dies zeigt auch die neueste Studie des IWF, die davon ausgeht, dass die Weltwirtschaft nicht wieder zum Vorkrisentrend zurückfindet. Es ist von einer „dauerhaften Reduzierung“ der Wachstumsraten die Rede. Die geringere Flughöhe der Weltwirtschaft macht sie anfällig für eine neue Rezession. Die Staaten haben keine finanziellen Reserven und auch die Notenbanken können nicht mehr viel aggressiver werden. (bto: Ich denke, sie können noch viel verzweifelter und radikaler alles aufkaufen.) Geringes Wachstum erschwert bekanntlich die Bedienung von Schulden.

Und so sieht der IWF die Reduktion des Wachstums:

Die Industrieländer werden bis 2020 nur noch mit 1.6 Prozent wachsen. Die Kapitalmärkte haben sich nach Auffassung des IWF von der wirtschaftlichen Realität entfernt. Neue Höchststände trotz eines Rückgangs der Investitionen der Unternehmen um 25 Prozent seit 2008 seien nicht gerechtfertigt, weil nur Investitionen die Grundlage für künftige Erträge legen.

Laut IWF ist das Produktivitätswachstum in den Industrieländern seit der Jahrtausendwende rückläufig (hatten wir auch schon hier). Auch in den Schwellenländern ist das Produktivitätswachstum rückläufig. Diese nähern sich der „unsichtbaren Mauer“ der wirtschaftlichen Entwicklung, ab der es immer schwieriger wird, das BIP pro Kopf zu steigern. Der IWF-Report, so die Einschätzung von Ambrose Evans-Pritchard, suggeriert, dass die großen Produktivitätsfortschritte hinter uns liegen. Das wäre eine sehr ähnliche Einschätzung wie von Professor Robert Gordon.

Addiert man zu diesem Szenario die demografische Entwicklung, bleibt eine Erkenntnis: Herauswachsen aus der Schuldenkrise können wir nicht.

The Telegraph: Exhausted world stuck in permanent stagnation warns IMF, 8. April 2015

1 Antwort
  1. Johannes says:

    „Mit Blick auf Deutschland lagen wir voll daneben.“ Schlagen Sie sich bitte nicht zu sehr auf die Brust…

    Oder ließ sich damals bereits der mehrmalige „Drahgi-Boost“ (Zinsenkungen, OMT Programme, aktuell das Billionen Kaufprogram für Staatsanleihen usw.) für die Euro-Zone vorweg nehmen udn das überwiegend Deutschlanf „zugute“ kommt (den Sparern leider nicht). Wer wäre jemals auf die Idee gekommen, dass 10 deutsche Staatsanleihen aktuell 0,15% Zinsertrag abwerfen?

    Mal schärfer formuliert: Irrationales Verhalten lässt sich schwer antizipieren…

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