„Es droht ein rapider Absturz“

Kurzes Chart mit Kommentierung gefunden bei der FINANZ und WIRTSCHAFT. Stehen wir vor dem „rapiden Absturz“ wie die Kollegen meinen?

  • „Ein Rekord, der zu denken gibt. Finanzpapiere, also Obligationen und Aktien, sind so viel wert in Relation zum weltweiten Bruttoinlandprodukt wie nie zuvor. Konkret sind weltweit 100 Bio. $ Schuldpapiere ausstehend, 80 Bio. sind die kotierten Aktien wert. Das ergibt einen Wert von insgesamt 226% des weltweiten BIP.“ – bto: Da haben wir wieder den überproportionalen Anstieg der Vermögen relativ zum BIP – getrieben natürlich vom Leverage.
  • „Getrieben wird die Entwicklung sowohl von der Schuldenseite als auch vom Aktienmarkt. Die Kapitalisierung der Aktien hat um ein Mehrfaches zugenommen. 2009 lag sie in der Finanzkrise bei nur gut 30 Bio. $.“ – bto: Die Kollegen vergessen, dass eben alle Assets von dem Kredithebel getrieben werden. Siehe meine Diskussion der Thesen von Thomas Piketty.
  • „Die Zeitreihe seit 1989 zeigt vor allem eines: Wenn der Wert aller Finanzpapiere auf ein neues Höchst gestiegen ist, dann droht ein rapider Absturz. Das war 1999 und 2007 der Fall. Wann die Stimmung dreht, lässt sich anhand dieser Zahlen allerdings nicht vorhersagen.“ – bto: Kann ich auch nicht. Aber das ist ja Timing, bei bto geht es um das Strategische.

→ fuw.ch: „Es droht ein rapider Absturz.“, 28. Juni 2018

8 Kommentare
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    Felix Kurt sagte:

    „Die Kapitalisierung der Aktien hat um ein Mehrfaches zugenommen. 2009 lag sie in der Finanzkrise bei nur gut 30 Bio. $.“

    Anm.: Ca. im März 2009 war der Tiefpunkt der Aktienmärkte, und das im Zuge einer Übertreibung nach unten. Ist ein langjähriges zyklisches Tief wirklich der richtige Zeit- und Messpunkt für eine, vorsichtig ausgedrückt, angemessene (i.S.v. richtige) Bewertung?? Ich denke genauso wenig wie eine Übertreibungsphase.

    Mal simpel unterstellt, dass die Aktien 2009, nach meiner persönlichen Einschätzung und auch mit Blick auf die Entwicklung von Konjunktur und Gewinnen in den gut 8 Jahren seither, (deutlich) unterbewertet waren, kann man auch die Ansicht vertreten, dass damals vielleicht 40 oder 45 Bio. eher eine faire, mittlere Bewertung repräsentiert hätten. Jetzt kommen noch 8 Jahre (2009 – 2017) Gewinnanstieg und ein entsprechener Anstieg der Buchwerte hinzu.

    Mit nur 5% Gewinnwachstum ergäbe sich bei unveränderter Bewertung heute (also z.B. gleiches Kurs-/Gewiunnverhältnis wie 2009) und ausgehend von 40 Bio. $ als „fairer“ Wert eine aktueller Gesamtmarktwert von ca. 59 Bio. $, also 80/59 => 35% Überbewertung heute, oder bei 8% Gewinnwachstum ein fairer Wert von 74 Bio., oder bei 10% durchschnittlichem Gewinnwachstum ein Wert von knapp 86 Bio $.

    Wenn aktuell alle Aktien 80 Bio $ wert sein sollen, dann relativiert sich die Betrachtung m.A.n. doch erheblich.

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      troodon sagte:

      Da stimme ich Ihnen zu. Nimmt man die MK per Ende 2009 von 47 Bio. US$ (lt. http://www.statista.de), dann entsprächen aktuelle 80 Bio einer Steigerung von 6,5% p.a. (+5,15 p.a. seit Ende 2010).
      Bedenken sollte man zudem, den hohen Anteil der (fundamental überbewerteten) US Werte an der weltweiten MK .
      Aktuell müssten alleine die US Werte einen Marktwert von rd. 33 Bio. haben. somit beträgt der Anteil der US Werte an der weltweiten MK über 40% bei einem Anteil am weltweiten BIP von noch rd.24% .
      Betrachtet man einmal den heimischen KURS-Dax, so kommt man seit Auflage 1998 zu 1000 auf eine Rendite von 5,9% p.a., die noch durch die tiefen Kurse nach dem 87′ Crash überzeichnet ist. Rechnet man per Ende 1989 (um den 87′ Crash zu bereinigen) kommt auf eine jährliche Rendite von 4,4% und in den letzen 20 Jahren auf sagenhafte 1,0 % p.a. Performance. Eine extreme Blase im DAX sehe ich deshalb nicht, fallen können die Kurse aber trotzdem. Denn natürlich würde auch der DAX deutlich fallen, wenn in den USA die Aktienkurse deutlich fielen… Hoffentlich würden deutsche Anleger einen solchen Kursrückgang dann nutzen, um stärker in Aktien zu investieren…

      Die stärkere Blase liegt aber m.E. in den Anleihemärkten, die beim Platzen wiederum selbstverständlich Rückwirkungen auf die Aktienmärkte hätte. Die Frage ist und bleibt deshalb, platzt die Blase an den Anleihemärkten oder gelingt evtl. doch ein langsames Entweichen der heißen Luft?

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