Einwanderung in Sozialsysteme schafft keinen Wohlstand

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Heute Morgen wies ich auf den erstaunlichen Integrationserfolg von Vietnamesen hin. Das liegt, wie der Autor darlegte, auch an der kulturellen Prägung, zu der Fleiß gehört.  Passend dazu ein Beitrag, der erstmals im März 2016 bei bto erschien. Er fasst zusammen, weshalb auch die Art der Zuwanderung über künftigen Wohlstand entscheidet.

Leser von bto wissen, dass ich die Thesen von Gunnar Heinsohn für sehr interessant halte. Nicht nur zum Thema Wirtschaft (Eigentumsökonomik), sondern auch zu den Folgen der demografischen Entwicklungen. Seine Thesen auch zur Zuwanderung sind nicht immer „politisch korrekt“, dafür aber des Nachdenkens wert. So auch dieser Kommentar von ihm in DIE WELT. Auszüge:

  • „Für den ökonomischen Spitzenplatz eines Landes braucht es die Garantie von Sicherheit, Eigentum und Freiheit, eine Geldschöpfung durch eigenkapitalstarke Zentralbanken sowie die stetige Höherqualifizierung der Bevölkerung.“ – bto: Das ist ganz wichtig zu verstehen. Die ersten drei Punkte sind die Kernpfeiler der Eigentumsökonomik und damit unserer Wirtschaftsordnung. Die Geldschöpfung durch die Zentralbanken dient nicht zum Zwecke der Konjunkturpolitik, sondern zur Finanzierung produktiver Investitionen. Bildung ist eigentlich sofort verständlich. Wird nur nicht gemacht bei uns.
  • Dann zum Thema demografischer Druck: „Allein aus Afrika und dem Islambogen wollen deshalb bis 2050 Hunderte Millionen nach Europa, wohl auch, um in die verlockenden Sozialsysteme einzuwandern. Kompetenzfestungen wie Amerika, Kanada und Australien – Grenzen weit offen, aber nur für Asse – verschließen diesem Ansinnen die Tore. Sie sind einem einfachen Kalkül unterworfen: Wenn Transferempfänger so viele Steuern verschlingen, dass die zahlenden Firmen und Talente den Mut verlieren, bricht das System. So bleibt vor allem der Brüsseler Bund das Mekka der Hoffnungslosen.“ – bto: Das setzt aber voraus, dass die Politiker die einfachen wirtschaftlichen Prinzipien verstehen.
  • „Bei der letzten Schüler-Mathematik-Olympiade (TIMSS 2011), die Südkorea mit 613 Punkten gewann, schafften die besten Araber 456 und die Besten aus dem Subsahara-Raum 331 Punkte. Nur ihre Klassenbesten würden hier das Niveau nicht noch weiter absenken. Doch die sind auch daheim heiß umworben und steigen nicht in die Boote.“ – bto: Das ist so einleuchtend.
  • „Weil Deutschland mit 26 auf Rang zwölf landet, konnte Singapur zwischen 1980 und 2015 von 80 auf 180 Prozent der hiesigen Pro-Kopf-Leistung zulegen. Taiwan (mit 59 Assen Dritter) und Hongkong (mit 60 Zweiter) gehen von 36 auf 100 beziehungsweise von 62 auf 120 Prozent. Südkorea zieht von 20 auf 76 Prozent heran. Am steilsten jedoch wächst China. Obwohl das Wirtschaften dort erst 1978 erlaubt wird, springt man um den Faktor zehn von 2,8 auf 28 Prozent.“ – bto: Klar, Wohlstand schafft man nicht mit Umverteilung, sondern mit Leistung und Investition!
  • „Die allzeit stärkste Generation chinesischer Macher (25 bis 29 Jahre) geht mit 130 Millionen Köpfen ins Rennen. Rund 30 Prozent der Universitätsabsolventen haben MINT-Fächer studiert (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) gegen nur 17 Prozent im Westen, wo Theaterwissenschaftler und Kommunikationsberater immer stärker nach vorne kommen. In Deutschland stemmen sich fünf Millionen dagegen, von denen ein Drittel nicht rechnen kann.“ – bto: Das ist relativ und absolut ein riesiger Unterschied!
  • „In Peking, Tokio und Canberra freut man sich darüber, dass die EU jetzt vor allem Bevölkerungen aufnimmt, die ökonomisch niemals irgendeine Topindustrie aufgebaut haben.“
  • „Gerade den Alten aber hatte man in Berlin, Paris oder Rom durch junge Einwanderer ein gepolstertes Alter versprochen. In Wirklichkeit müssen sie aus ihren Renten lebenslang rentnerähnlich existierende, weil kaum vermittelbare Fremde menschenwürdig bezahlen.“ – bto: eine Wohlstandsverschleuderung unglaublichen Ausmaßes.
  • „Die Enttäuschung der Deutschen über 65 ist verständlich. Denn der Migrationsbericht für 2014 zählt 13 Prozent Analphabeten unter den 1,5 Millionen Neuankömmlingen sowie 77 Prozent Niedrig- bis Mittelqualifizierte. Nach hohen Ausbildungskosten könnten sie Dieselmotoren reparieren, die dem Land längst wie ein Mühlstein um den Hals hängen.“
  • Hier ein Einschub zu den Fakten, den ein Leser von bto bereits in einem Kommentar verlinkt hat: Eine erschreckende Bilanz der Integrationsprobleme aus Rosenheim in der F.A.Z.
  • „Natürlich vergessen die Senioren auch die übrigen Ausgaben zu ihren Lasten nicht. Wenn in Deutschland die Vermögen im europäischen Vergleich niedrig sind und die Steuern hoch bleiben, damit es etwa für Griechen weiter stattliche Renten gibt, dann hebt das nur bei Deutschlands Wettbewerbern die gute Laune.“ – bto: Und bald kommen die wahren Kosten der Euro „Rettung“ auf den Tisch.
  • Es steigert aber auch die Bereitschaft junger Altdeutscher, lieber in einem anderen Land alt zu werden. Allein die ehemaligen Kronkolonien Australien, Kanada und Neuseeland werben bis 2050 um 20 Millionen junge Könner.“ – bto: Tendenziell gehen die besseren!

„Wer nicht verstehen will, dass die Besten ihre Länder längst wie gute Arbeitgeber aussuchen, den bestraft das Leben.

DIE WELT: „Deutschland muss Arbeitgeber sein, nicht Sozialamt“, 29. Februar 2016

6 Antworten
  1. Wolfgang Selig says:

    Für mich ist die alles entscheidende Frage: Warum wird dieses Thema von einschlägig betroffenen Interessengruppen wie dem VdK, den Behindertenverbänden, den Elternbeiräten, dem Städtetag und anderen nicht längst thematisiert? Woher kommt diese Sprachlosigkeit? Ist es die Überdeckung durch sprudelnde Steuereinnahmen?
    Es ist sonnenklar, dass beispielsweise nur die wenigsten Flüchtlinge irgendwann Mitglied eines deutschen Sozialverbandes werden. Es ist aber eben so klar, dass die deutsche Politik langfristig Mittel für Mitglieder von Sozialverbänden in Richtung Flüchtlinge umleiten muss. Ähnlich in Kunst und Kultur. Eine Gemeinde mit extrem vielen Hartz4-Empfängern und nur noch wenigen Gewerbesteuerzahlern wird notgedrungen das Stadttheater schließen und die Förderung bildender Künstler einstellen müssen. Auch von dieser Seite: Sprachlosigkeit. Ich finde nur eine Erklärung: das fehlende Verständnis für grundlegende Zusammenhänge des Gemeinwesens in weiten Teilen unserer Bevölkerung, auch bei sogenannten „Intellektuellen“. Hier passt wohl ein Zitat des US-Schriftstellers Robert Heinlein: „Ein Intellektueller ist jemand, der nichts von Mathematik versteht und auch noch stolz darauf ist.“

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    • SB says:

      „Ich finde nur eine Erklärung: das fehlende Verständnis für grundlegende Zusammenhänge des Gemeinwesens in weiten Teilen unserer Bevölkerung, auch bei sogenannten „Intellektuellen“.“

      Meiner Ansicht liegt die Erklärung für die Sprachlosigkeit in der jedwede vernünftige Kritik abwürgenden Political Correctness. Sie verkörpert die über die Politik installierten Tabus, die man als „Autochthoner“ nicht ansprechen darf, ohne spürbare Konsequenzen erleiden zu müssen, die inzwischen bis hin zum Verlust der Jobs oder Haftstrafen für Meinungsäußerungen gehen. Insoweit darf allerdings nicht unberücksichtigt bleiben, dass ein Großteil der Bürger die Political Correctness willig anwendet. Hier kann man dann wieder zurück auf Ihr Zitat kommen: „Ein Intellektueller ist jemand, der nichts von Mathematik versteht und auch noch stolz darauf ist.“ Man könnte es noch leicht verallgemeinern: „Ein Intellektueller ist jemand, der nichts von der Sache versteht und auch noch stolz darauf ist.“

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      • Wolfgang Selig says:

        Vielen Dank für Ihre Erläuterungen, die ich aber nur teilweise nachvollziehen kann. Wir haben Millionen Rentner und Pensionisten, denen nichts mehr passieren kann. Wir haben Selbstständige, die nur ihrer Kundschaft Rechenschaft schuldig sind, was aber bei einer Imbissbudeninhaberin oder einem Spenglermeister ohne Konsequenzen bleiben dürfte. Wir haben unkündbare Beamte kurz vor dem Ruhestand bzw. ohne weitere Beförderungsoption. Wir haben Studenten (die sich in den 60ern etwas getraut haben, egal wie man das nachträglich politisch beurteilt; aber es war mutig). Wir haben auch normale Angestellte wie mich, die in ihrem Beruf mit Leuten aus Dutzenden Nationen gut und gerne zusammenarbeiten, ohne wegen kritischer Fragen Ärger mit den Vorgesetzten zu bekommen (die auch nicht alle der gleichen Ansicht sind). Meiner Meinung nach ist die „Hochrisikogruppe“ im Bereich political correctness relativ klein: Leute, die in Politik, Staatsverwaltung, Kirchen, Medien, Kunst und Verbänden arbeiten. Daher finde ich Ihre Erläuterung zwar hilfreich, doch erklärt sich für mich damit nur die Sprachlosigkeit eines kleinen Teils der Bevölkerung. Die Masse folgt entweder freiwillig einem Tabu oder ist (das vermute ich derzeit eher) einfach nicht willens und/oder in der Lage, den Sachverhalt geistig zu durchdringen.

  2. Ulrich Remmlinger says:

    Herr Selig, ich glaube, Sie bewerten den Einfluß der Ratio zu hoch und unterschätzen die Emotionen. Ich erlebe immer wieder, daß man meinen rationalen Erklärungen zwar zustimmt und auch zugesteht, daß es keine grenzenlose Einwanderung geben kann, aber dann kommt die Generalabwehr, die alle meine Erklärungen entwertet: „Du hast keine Empathie“. Und dann kommen irgendwelche Ausnahmebeispiele von Asylanten, die sogar ein Praktikum machen. Mit rationalen Argumenten hat man keine Chance.

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  3. Dietmar Tischer says:

    Die Frage, warum wird dieses Thema in der breiten Öffentlichkeit nicht thematisiert wird, insbesondere nicht von direkt betroffenen Interessengruppen, hat m. A. n. eine Vielzahl von Ursachen.

    Hier nur mal, wie ich ansetzen würde mit einer Erklärung:

    Was G. Heinsohn hier abhandelt, Einwanderung, ist EXOGEN als Ursache. Die Einwanderer kommen von „außen“.

    Er behandelt das Thema ABSTRAKT, d. h. die Aspekte, die er aufführt sind von den Menschen nicht direkt erfahrbar. Kein in Deutschland Lernender sitzt direkt neben einem in Singapur Lernenden auf der Schulbank, um so zu erfahren, was seine Defizite in Mathematik sind.

    G. Heinsohn betrachtet als Effekt die SYSTEMVERÄNDERUNG, nicht den Ist-Zustand des Systems, in dem Menschen und Interessengruppen agieren. Übrigens durchweg auch die Eliten: Die allermeisten Top-Entscheider werden dafür gewählt oder bezahlt, dass sie – gemessen am Kurzzeit-Effekt (Quartalsdenken!) – an der richtigen Schraube drehen und nicht dafür, dass sie sich Gedanken darüber machen, wie sich evtl. die Mechanik verändern wird.

    Wie das GESAMTSYSTEM mutiert, interessiert nicht. Denn Antworten darauf ändern nichts an dem, was ich im Wettbewerb mit anderen durch Leistung, Subventionen, Transfers etc. für meinen Geldbeutel tun kann. Diese Auffassung ist systemimmanent.

    Wer die Veränderungen IM System mitmacht, macht auch die Mutation des Systems mit.
    Wer über Veränderungen DES Systems nachdenkt, hat vielleicht eine bessere Vorstellung von der Zukunft, gewinnt aber in aller Regel keinen Vorteil im Wettbewerb der Ist-Zeit.

    Es ist schon etwas dran an dem, was hier zum Thema beigetragen wurde, aber mir fehlt der systematische Ansatz einer Erklärung.

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