Die Störung der Liefer­ketten ist strukturell und inflationär

Inflation ist zurzeit Thema. Was dabei nicht immer im Fokus steht, ist die Rolle der globalen Lieferketten – der “supply chains”, die weltumspannend sind und immer anfälliger. Die Blockade des Suez-Kanals war ein Beispiel. Die FINANCIAL TIMES (FT) sieht allerdings einen Trend, der uns noch einige Kopfschmerzen bereiten sollte:

  • “(…) some who have been systematising supply chain management for decades are having doubts about how the world they helped create has developed. The all-seeing companies organised through the application of supply chain genius, such as Alibaba and Amazon, are under relentless political pressure. (…) Twenty or 30 years back you had three or maybe four layers in supply chains. We have so many more layers that it is not clear we are adding to viability. We could have more bottlenecks and more chaos than before.” – bto: Ich vermute, dass diese Komplexität vor allem bei zunehmenden protektionistischen Eingriffen – gern auch unter dem Vorwand des Klimaschutzes – deutlich zunehmen und vor allem weniger beherrschbar wird.
  • “At the moment, people across the globe are experiencing many more idiosyncratic shortages, from oxygen in Indian hospitals to gasoline on the US East Coast to automobile semiconductors pretty much everywhere. Geopolitical tensions such as US-China military manoeuvring over Taiwan, the Ruhr Valley of advanced semiconductor manufacturing, have added to worries on supply chain vulnerability.” – bto: Man muss es sehen, wie es ist. Wir haben ein Schönwetter-Gebilde und dieses zeigt nun seine Anfälligkeit.
  • “Specific supply shortfalls will be solved. The question is whether they are part of a general trend of intensifying cycles of shortages, followed by recovery and overstocking, which lead in turn to speculative binges and then to deeper recessions spurred by inventory liquidation.” – bto: Supply-Chain-Schweinezyklus als destabilisierendes Element der Weltwirtschaft?
  • “Some 90 per cent of the world’s goods trade is transported by ship, according to the OECD. (…) many crews are from India. So a lack of Covid vaccine distribution and oxygen supply in India affects much more than the country’s own exports and imports. (…) ‘Logistics’, the name for the supply chain discipline that originated from a French military term, was supposed to solve this sort of problem. The tendency of each layer in the production, shipping, warehousing and delivering sequence to order too much or too little could be minimised if managers used a system-wide perspective to make decisions. This imposition of order on chaos became mathematically described by the engineers of ‘operations management’.” – bto: Deshalb melden heute die Registrierkassen täglich den Absatz der Produkte, damit zeitnah nachbestellt wird. Diese Transparenz für alle Teilnehmer reduziert Lagerbestände und erhöht die Lieferfähigkeit.
  • “Even monetary economists give the microeconomics of supply chain management much of the credit for the moderation of recessions in recent decades. Except now it does not seem to be working so well. There is an uncomfortably large number of significant supply chain events that have been leading to price increases or outright rationing.” – bto: Wenn das in irgendeinem obskuren Blog stehen würde, hätte ich es als weitere Panikmache abgetan. In der FT ist es schon was anderes.
  • “The big debate among market people and economists is whether the supply chain events are just ‘transitory’ echoes of the Covid shock, or are indications of longer lasting general price inflation. I have been inclined to think ‘transitory’, but that belief has become fainter with each official statement. The reassurances from the Fed and Treasury and their international counterparts would induce anyone to throw away their weapons and flee to the rear area.” – bto: Es ist klar, dass es inflationär wirkt. Zunächst hat es ja deflationär gewirkt und wenn sich das jetzt umdreht, muss es zu Kosten- und Preissteigerungen führen.
  • “The problem with putting our trust in the capacity of scientific solutions to manage supply and production is the limit of human rationality. As John Sterman, an MIT professor and supply chain expert, says: In real life there is no evidence of learning. People’s mental models are oversimplified and they don’t handle time delay well.’ Indeed. Anyone who has seen the mountains of unused equipment left in the wake of foreign military operations that used excellent supply chain management would have the sense that maybe logistics does not solve all our problems. So now I am more inclined to think the developed world is going into a long boom-bust economic sequence.” – bto: und das angesichts der politischen Rahmenbedingungen, die zu einem deutlichen Nachfrageschub führen.

ft.com (Anmeldung erforderlich): „Supply chain worries loom over global economy“, 14. Mai 2021

Kommentare (45) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. weico
    weico sagte:

    Herrlich wie die Medien auf das Dauer-Thema “Inflation” eingeschossen sind und die kleinsten Preis-Bewegungen analysieren und von Experten beleuchten lassen . Darauf folgt dann wieder, wie die Inflation “richtig” berechnet wurde und ein weiteres unendliches BlaBlaBla…!

    Für ältere Leute sind solche Inflationsmeldungen ja schlicht alter Kaffee .

    Jüngere Leute schauen (noch), bei jeder medialen Rekordankündigung ,mal schnell auf ihr Smartphone und stellen verwundert fest …..Keine Panik ,alles ist seit JAHREN im normalen Bereich und die Hyperinflation noch sehr weit weg!

    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/inflation-die-inflationsrate-in-deutschland-von-2005-bis-2021/26252124.html?ticket=ST-5978489-7udlob3WdrCSfuWm45nP-ap2

    In der Schweiz ist dieses Dauermedienthema ebenfalls lästig und medial breit gestreut, aber langsam schonzu einem richtigen “Runnig Gag” geworden.
    Die Leute haben ja auch schon seit 26 Jahren erfahren dürfen, dass die Medien/Foren/Experten usw., NUR “heisse Luft” produzieren . Da genügt ein Blick drauf…

    https://www.laenderdaten.info/Europa/Schweiz/inflationsraten.php

    Nebenbei:
    Falls sich unsere Inflation dann wirklich REKORDMÄSSIG VERDOPPELT sollte …wird’s für viele medienschaffende Praktikanten dann ja schon schwierig werden, ob solches dann -1.46 oder -0.365 ergibt .

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ weico

      >Herrlich wie die Medien auf das Dauer-Thema “Inflation” eingeschossen sind und die kleinsten Preis-Bewegungen analysieren und von Experten beleuchten lassen.>

      Weil Ihnen das Thema nicht gefällt, machen Sie es lächerlich.

      FAKT ist:

      In USA – in vielem Vorläufer – ist der Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich um über 3% gestiegen.
      Es gibt KOMMENTARE und DISKUSSIONEN darüber angefangen ganz oben, z. B. der amerikanischen Finanzministerin Yellen und den Chef der Fes bis wahrscheinlich jeden zweiten Coffee shop.

      Und es gibt REAL Reaktionen darauf, u. a. die Zinsen betreffend, die für 10jährige amerikanische Staatsanleihen verlangt werden.

      Aber das ist natürlich für Sie KEINE Realität, sondern

      >…ein weiteres unendliches BlaBlaBla…!>

      Machen Sie weiter so, Sie liegen dann IMMER richtig:

      Wer NICHT hinschaut, hat NICHTS falsch erkannt.

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @ Ditmar Tischer

        Langsam kennt man ja Ihre FAKTEN.(Ups..)

        Am Ende heisst es dann wieder nur… :

        “Ich muss NICHTS beweisen”..

        Mein Links BEWEISEN doch, dass die Inflationsthematik “ausgelutscht” ist und zwar seit Jahrzehnten.

        Nebenbei:
        Bringen sie mir eine (von den vielen) Inflationstheorien und ich “zerrupfe” sie ihnen.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @weico: Sie schließen von Ihrem angewachsenen Kenntnisstand auf den der Allgemeinheit und werten das Thema als *insgesamt* ausgelutscht.

        Es gibt genügend Themen, die werden laufend von Jüngeren und noch nicht Wissenden “neu” entdeckt. Da ist nichts ausgelutscht. (Ich erzähle z.B. seit 20+ Jahren Kunden ausgelutschte Sachen und kann damit immer wieder Aha- und Oho-Erlebnisse stiften. Zwischendurch dachte ich mal, ich müsste mehr liefern… aber so ist auch bequemer für mich.)

        Beim Wetter guckt man übrigens auch immer wieder aufs Thermometer… Ist auch nach Tausenden von Jahren noch nicht ausgelutscht. Inflation ist auch so ein Thema.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ weico

        Eine WEITERE sinnlose Diskussion mit Ihnen, weil SIE einmal mehr das Thema VERDREHEN.

        Was haben Sie behauptet?

        Das Gerede über Inflation ist BlaBlaBla…!

        Ich habe Ihnen geantwortet, dass es zumindest einen Grund gibt, darüber zu reden.

        Wo ist ihre BEGRÜNDUNG dafür, dass es diesen Grund, die in USA gemessene DEUTLICHE Veränderung der VERBRAUCHERPREISE nicht gibt oder dass es irrelevant ist, über ihn zu reden, auch wenn die Verbraucherpreis gestiegen sind?

        NULL, da kommt NICHTS.

        Stattdessen:

        >Mein Links BEWEISEN doch, dass die Inflationsthematik “ausgelutscht” ist und zwar seit Jahrzehnten.>

        WARUM reden denn selbst professionell ausgebildete Leute in Positionen mit viel Überblick und einem guten Verständnis darüber?

        Weil es Idioten sind, die IHRE Beweise nicht verstehen?

        Sie machen sich LÄCHERLICH.

        Und stattdessen:

        >Bringen sie mir eine (von den vielen) Inflationstheorien und ich “zerrupfe” sie ihnen.>

        Sie zerrupfen Garnichts, weil es NICHTS zum Zerrupfen gibt.

        Soweit ich sehe und andere auch, sind bis auf weiteres NICHT die Bedingungen erfüllt für eine NACHHALTIGE Inflation.

        Das heißt aber nicht, dass sie NIE erfüllt sein werden.

        Vielmehr gibt es Entwicklungen, die zeigen, dass sie in absehbarer Zukunft erfüllt sein KÖNNTEN.

        Ende der Diskussion.

        Ich habe BESSERES zu tun, als meine Zeit damit zu vergeuden, einem VERRANTEN Besserwisser, der nicht zu belehren ist, immer wieder vorzuführen, dass er NICHT einmal argumentieren kann.

      • weico
        weico sagte:

        @Dietmar Tischer

        “Wo ist ihre BEGRÜNDUNG dafür, dass es diesen Grund, die in USA gemessene DEUTLICHE Veränderung der VERBRAUCHERPREISE nicht gibt oder dass es irrelevant ist, über ihn zu reden, auch wenn die Verbraucherpreis gestiegen sind?”

        Wir könne über ALLES reden, wenn es Sie wollen..

        Ob es wirklich relevant für einen Durchschnitts-Deutschen ist, wenn in den USA die Holzpreise und weiters ein wenig steigen. ?

        Anscheinend beschäftigt Sie solches wirklich .

        Aber als kleiner Tipp:
        Schauen sie auf die jährliche Inflation …und gehen sie nicht gleich jeder Tagesmeldung auf den Leim.

        Da Sie ja solche Listen ja nicht anschauen bzw. schlicht ignorieren …kommentiere ich für die anderen Leute hier:

        Bitte KEINE Panik …Alles im “grünen Bereich”. Machen Sie sich ein eigenes Bild:
        https://de.investing.com/economic-calendar/cpi-733

      • weico
        weico sagte:

        @Thoas M.

        “Beim Wetter guckt man übrigens auch immer wieder aufs Thermometer… Ist auch nach Tausenden von Jahren noch nicht ausgelutscht. Inflation ist auch so ein Thema.”

        Klar.
        …aber sie wissen ja selber auch ,wie zutreffend das Wetter vorhergesagt wird. Besonders wenn es über lange Zeiträume geht..(Ups) Als Gesprächseröffnung geht Wetter ,neben der Frage der Gesundheit, ja ebenfalls immer….

        Aber sie haben da eine wirklich schöne “Brücke” zum Wetter geschlagen. Jemand sollte sich mal die Mühe machen, einen” Inflationskalender” zu erstellen. Dann ist sicherlich für JEDEN etwas dabei.

        Vorbild/Vorlage:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Bauernregeln

    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @weico

      Bin bei Ihnen.

      https://tradingeconomics.com/united-states/consumer-price-index-cpi

      Solange der Servicesektor am Boden liegt, braucht man über eine BREITE Consumer Price Inflation gar nicht nachzudenken. Preissteigerungen in einzelnen Sektoren hat und wird es immer wieder (ge)geben.

      Die zitierten Probleme in den Supply chains als Ursache sind ein bekanntes Phänomen (bullwhip Effekt) und werden sich wieder normalisieren.

      (2008-2010 gab‘s sowas auch und die Inflationsauguren waren damals auch lautstark unterwegs; damals hab ich auch noch dran geglaubt und langsam Goldbestände aufgebaut; ersteres war Quatsch, letzteres ok😉)

      Echte, gefährliche CPI müsste über alle Sektoren gehen. Solange die Arbeitsmarktentwicklung in den USA so bleibt, sind wir noch n ganzes Stück entfernt.

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @Stoertebekker

        “@weico

        Bin bei Ihnen.”

        Vielen Dank.
        Aber eigentlich sollte ja JEDER ,der mit einer gewissen Grundintelligenz ausgestattet ist, bei mir sein.

        Nur Leute die eine jahrzehntelange Inflationsliste nicht lesen/akzeptieren WOLLEN…bzw. eine solche NICHT VERSTEHEN KÖNNEN … sehen es wohl etwas anders…

        Herr Tischer scheint so jemand zu sein . Anders kann man seine “Frustaussage” ,ohne GEGENBEWEISE wohl kaum erklären:

        “Ich habe BESSERES zu tun, als meine Zeit damit zu vergeuden, einem VERRANTEN Besserwisser, der nicht zu belehren ist, immer wieder vorzuführen, dass er NICHT einmal argumentieren kann.”

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @weico

        😉 Das ist aussichtslos.

        Hatte am letzten Wochenende mit ihm einen unendlichen Austausch hier am Blog, bei dem er nach jeder Widerlegung seiner Aussagen eine Volte nach der nächsten geschlagen hat. (https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/wie-die-innovationsskepsis-unserer-politiker-wohlstand-vernichtet/#comment-187078)

        Und man endet IMMER im philosophischen Hauptseminar, obwohl man (auf seinen Wunsch) im natur- oder wirtschaftswissenschaftlichen Hauptseminar angefangen hat.

        Aber es gibt ja noch andere, interessierte und FAKTEN beisteuernde Schreiber hier. Muss man halt n bisschen selektiv lesen.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @weico: Okay, den kann ich mir jetzt nicht verkneifen:

        >”Aber eigentlich sollte ja JEDER ,der mit einer gewissen Grundintelligenz ausgestattet ist, bei mir sein.”

        …und die, die mit mehr als Grundintelligenz ausgestattet sind, sind nicht mehr bei Ihnen ;)

        Im Ernst: Ich hab die Beiträge noch einmal durchgelesen. Ich hab Sie so verstanden, dass Sie persönlich die Inflation für konstant-niedrig halten und genervt sind, dass drüber gesprochen wird bzw. die Leute ständig drauf gucken und Prognosen abgeben oder Erklärungen liefern. Stoertebekker ist mit dem Eindruck und dem Gefühl bei Ihnen. Ich wüsste jetzt nicht, was es bei diesen subjektiven Bewertungen der Zahlen und Beobachtungen zu diskutieren oder zu beweisen gäbe.

        Wie sich die Inflation zukünftig entwickelt, sehen wir dann. Die USA (massiv) und EU (weniger massiv) schlagen jedenfalls ein neues Kapitel in der Geldschöpfung auf. M.E. lohnt sich daher der gelegentliche Blick auf die Inflation als Privatperson – sei es nun rein zum Erkenntnisgewinn oder um die Gewichtung im AV-Portfolio zu adjustieren – zu der bei vielen auch Cash auf dem Sparbuch / Konto gehört.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        >…und die, die mit mehr als Grundintelligenz ausgestattet sind, sind nicht mehr bei Ihnen ;)>

        Sorry, solche Menschen gibt es nicht ;)

        Es ist doch einfach zu verstehen:

        Es gibt hier an diesem Blog Leute, die ALLES besser wissen, weil es FAKTEN gibt, die man „halt ein bisschen selektiv lesen muss“ (!!).

        Die müssen auch nicht wissen, wie man jemanden widerlegt.

        Brauchen die nicht – warum auch, wenn man eh alles besser weiß.

        Und dann gibt es noch die anderen, IDIOTEN, Leute in aller Welt, die ihre Zeit verschwendet und Geld ausgegeben, um an irgendwelchen Universitäten alles Mögliche zu lernen, nur nicht die FAKTEN selektiv zu lesen.

        Und dann gibt es hier am Blog noch einen frustrierten Oberidioten, bei dem „es aussichtslos ist“.

        So kann man die Welt einteilen.

        Ich sehe kein grundsätzliches Problem darin.

        Sollen die Fakten Lesenden sich halt BESTÄTIGEN, was sie lesen.

        Das tut nicht viel zur Sache, die Karawane zieht weiter.

        Wenn nicht an diesem Blog, dann woanders in der REALITÄT, wo aus guten Gründen darüber nachgedacht wird, ob es Inflation geben könnte und wenn so, was die Folgen wären.

      • weico
        weico sagte:

        @ Thomas M.

        “Ich hab Sie so verstanden, dass Sie persönlich die Inflation für konstant-niedrig halten und genervt sind, dass drüber gesprochen wird bzw. die Leute ständig drauf gucken und Prognosen abgeben oder Erklärungen liefern.”

        Es geht mir eher darum, dass “Wirtschaft” ein so komplexes System ist ,dass jegliche Inflationsprognosen …. geschweig denn ihre Auswirkungen… schlicht zu einer reinen “Bauernregel” mutiert .

        Nebenbei ist manche Bauernregel ja fast schon einleuchtender:
        “Steht das Schwein auf einem Bein ,ist wohl der Schweinestall zu klein.”

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Tischer: Ich empfinde die Diskussionsthreads – Betonung: die Stränge – hier in aller Regel enttäuschend. Ich frage mich, ob das am Medium und der Latenz und Quasi-Anonymität liegt. Die Austausche gleiten i.d.R. ins Assoziative oder anders formuliert: Wenn einer zu Punkt A nachfasst oder kommentiert, flutscht der Mitdiskutant oft zu Punkt B. Eine andere Beobachtung: Es gibt die Tendenz, einfaktorielle Modelle zu konstruieren. A spielt keine Rolle, wer das glaubt, hat “doofe Ohren”. B ist relevant. Punkt. Vergleichbar läuft es aber auch auf anderen Foren zu allen möglichen Themen. Insofern wohl kein bto-Phänomen.

        Allerdings haben eigentlich fast alle Schreiber immer wieder interessante Blickwinkel, Argumente und Detailinformationen in ihren Posts. Wenn man punktuell liest und das Gehacke wegfiltert, erweitert man doch seinen Horizont. Das ist dann eine qualitative Inhaltsanalyse. Damit bekommt man zwar keine Synthese zur Bedeutung von z.B. QE, aber lernt zumindest die Gedankengänge zum Thema kennen und kann seine eigenen daran schärfen.

        @weico: Bzgl. der unmöglichen Vorhersagbarkeit mit konkreten Schätzungen pflichte ich bei. Allerdings ist es zumindest möglich festzustellen, ob es eine Entwicklung gibt, die höhere Inflation in der Zukunft begünstigt oder nicht; also ein Anstieg der Wahrscheinlichkeit, dass es zu höherer Inflation bei Konsumentenpreisen kommen kann.

        QE hatte nicht das “broad money” erhöht. Wenn jetzt Helikopter-Schecks bei den Amis zu Hause einflattern und USA und EU große schuldenfinanzierte Infrastrukturprogramme auflegen, sieht das schon anders aus. Vielleicht trickelt aber auch dieses Geld schnell nach oben und verschwindet im globalen Geldsee der Sparer und Investoren, ohne realwirtschaftlich / beim Konsum relevant zu werden. Mal schauen.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        Sie sehen und beschreiben die ÜBERGEORDNETE Diskussionsproblematik richtig.

        Ihre Bewertung ist auch meine: ENTTÄUSCHEND.

        Was mich – eigener Einschätzung nach – betrifft:

        Ich verstehe nicht, dass jemand, der sich für DISKUSSIONSFÄHIG hält, NICHT auf den Punkt, d. h. die Aussage des anderen eingeht oder nicht wenigstens sagt: Ich sehe das Problem völlig ANDERS aus diesem oder jenem Grund – der dann schon genannt werden sollte, damit man die „Sichtweise“ klären kann.

        Ich verstehe auch nicht, WARUM jemand nicht eine gestellte Frage beantwortet.

        Stattdessen werden Begriffe reingeworfen, die NICHTS mit der Diskussion zu tun haben.

        Ein weiteres Beispiel, eben gepostet – nur als anschauliches Beispiel, was ich meine, nicht um die thematische Diskussion fortzuführen:

        >Es geht mir eher darum, dass “Wirtschaft” ein so komplexes System ist ,dass jegliche Inflationsprognosen …. geschweig denn ihre Auswirkungen… schlicht zu einer reinen “Bauernregel” mutiert.>

        Ob Bauernregel oder nicht, darüber kann man ja AUCH diskutieren.

        Ich frage mich aber, wo hier in diesem Thread oder gar am Blog als Gegenstand der Diskussion jemals die Rede von einer INFLATIONSPROGNOSE war?

        Davon war NIE die Rede.

        Und wenn das nie das Thema war und an diesem Thread auch keines ist, dann hat ein „es geht mir eher darum“ NICHTS in der Diskussion zu suchen.

        Es war von einem deutlich höheren Verbraucherpreisindex in USA die Rede – eine SELEKTIVE Tatsache zum THEMA, andere haben u. a. von zu beobachtenden sehr hohen Preiserhöhungen von Holz gesprochen.

        Ich habe KEINE Inflationsprognose abgegeben, auch sonst niemand.

        Von „Wenn, dann …“ war natürlich schon sehr oft die Rede, was gerechtfertigt ist mit Blick auf mögliche gesellschaftliche Trends wie etwa der demografische.

        Aber PROGNOSE der Inflation (wie gesagt, nur als Beispiel)?

        Völlig abwegig, wie andere Einwürfe auch, weil sie nichts zur Klärung der AUFGERUFENEN Frage beitragen.

        Jeder hat seine Macken, ich natürlich auch.

        Aber ich glaube nicht, dass es eine ist, auf einer stringent geführten Diskussion zu bestehen, wenn sich jemand ernsthaft bemüht, zur Klärung beizutragen.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Tischer: Präferenz für und Bestehen auf Stringenz in Diskussionen kann im Blog sicherlich als anstrengende Macke gelten; aber es ist eine positive – zumindest aus meiner Sicht ;) Schönen Sonntag!

  2. Alexander
    Alexander sagte:

    Diese Inflation ist durch die Zentralbanken beherrschbar.

    Warum?

    Weil augezehrte (“Zombie”-)Unternehmen von systemischer Bedeutung übernommen werden müssen und dazu über die Banken in jedem Fall Kreditlinien gezogen werden.
    Bsp.: https://www.bbl-law.de/de/2021-05/dortmunder-blankstahl-an-arcelormittal-verkauft/ …ein paar Wochen Marktunruhe und die Übernahme war perfekt.

    Das Preiserhöhungspotential können die Konkurrenten am Weltmarkt unter sich aus machen, friendly sponsored by ZB´s.

    Falls Rettungsbedarf entsteht wird die finanzierende Bank oder der betreffende Konzern gerettet – gerne durch weitere Übernahmen.
    Das System macht sich auf den Weg der Zentralbank-Geld-Planwirtschaft.

    Abverrecken werden viele KMU´s bis man erkennt, dass auch diese Klitschen systemische Bedeutung haben…..

    Antworten
  3. Wolfgang Selig
    Wolfgang Selig sagte:

    bto: “Wenn das in irgendeinem obskuren Blog stehen würde, hätte ich es als weitere Panikmache abgetan. In der FT ist es schon was anderes.”

    Auch obskure Blogs können manchmal recht haben, wobei sich die Frage stellt, ob sich eine Prüfung der Blogaussagen lohnt. Vielleicht spielt aber neben den Coronamaßnahmen doch auch die hier gerne diskutierte Geldpolitik eine Rolle? Gefühlt würde ich sagen, (noch) nicht, aber Meinungsäußerungen in diese Richtung gibt es schon

    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/baustoffmangel-die-lawine-rollt-erst-an/

    Antworten
  4. troodon
    troodon sagte:

    Da ist sie wieder, die Sau, die durchs Dorf getrieben wird : “transitory”.
    Letztlich ist alles “transitory”, Inflation und das Leben auch.
    Man möchte von den ZB aus höhere Inflation, damit die Schulden langsam entwertet werden, auch wenn das natürlich nicht offiziell das Ziel ist.

    Und wenn die Inflation dann länger >2% bleibt, wird zur Not die Klimakeule rausgeholt. Statt Helmut Schmidts “Lieber fünf Prozent Inflation als fünf Prozent Arbeitslosigkeit” gilt dann eben zur Not “Lieber 4% Inflation statt mehr als 2% Temperaturanstieg”
    Zusammenhang ist doch egal. Ernste Miene dazu: Es geht um die Bewohnbarkeit der Erde. Bäämm.
    Höchstrichterlich angeordnet, somit ist ein Inflationsziel von unter aber nahe 2% weniger relevant.

    Antworten
    • Seuchenvogel
      Seuchenvogel sagte:

      Die Hyperinflation 1923 war auch transitory… Danach war das Ersparte weg, der Mittelstand so gut wie pleite und Oma ihr klein Häuschen versoffen…

      Und unter der Begründung: Wir wollen das Klima retten und wir müssen den Planeten retten, werden noch ganz andere Seiten aufgezogen werden…Wie jetzt, Du regst Dich darüber auf, dass Du Fleisch zugeteilt bekommst? Das Du Leute in Deinem,für Dich viel zu großem Haus, aufnehmen musst? Denk dran, es ist für die Rettung des Planeten Du Umweltsau. Du Klimaschwein….

      Antworten
  5. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >bto: Ich vermute, dass diese Komplexität vor allem bei zunehmenden protektionistischen Eingriffen – gern auch unter dem Vorwand des Klimaschutzes – deutlich zunehmen und vor allem weniger beherrschbar wird.>

    Richtig, GEWOLLT so.

    >“The problem with putting our trust in the capacity of scientific solutions to manage supply and production is the limit of human rationality.>

    Falsch.

    Das Problem ist, dass die Rationalität NICHT für wissenschaftliche Lösungen eingesetzt wird.

    Die Rationalität wird zur VERFOLGUNG von INTERESSEN eingesetzt.

    Die Befriedigung von Interessen stimmt VIELFACH nicht mit der Realisierung wissenschaftlichen Lösungen überein.

    >In real life there is no evidence of learning.

    Das bestreite ich, wenn Lernen heißt, sich auf WECHSELNDE Bedingungen einzustellen.

    Dies zu müssen, fordert das REALE Leben allen Menschen ab.

    >People’s mental models are oversimplified and they don’t handle time delay well.’>

    Kommt darauf an, mit was man sie vergleicht.

    Für die Lösung von Allerweltsproblemen sind die mentalen Fähigkeiten HERVORRAGEND geeignet.

    Antworten
  6. Thomas M.
    Thomas M. sagte:

    >The problem with putting our trust in the capacity of scientific solutions to manage supply and production is the limit of human rationality.

    Wohl eher die menschliche Zeit- und Risikopräferenz. Die Modelle haben gesagt / können bestimmt sagen, was passiert, wenn der eine Spezialsupplier in der Lieferkette mal ausfällt. Da sagt dann der Manager (vermute ich mal): Das ist so unwahrscheinlich, da kümmern wir uns drum, wenn’s passiert; außerdem würde der Kunde den Puffer nicht bezahlen wollen. Und der Kunde sagt: Das ist nicht mein Problem.

    Dann wird halt jetzt mal gewartet. Das ist Teil des jetzt zu zahlenden “Preises” für zuvor niedrige Preise durch Verzicht auf Puffer.

    Mich würde ja mal interessieren, woher die Störung jetzt kommen. Ist während den Lockdowns einiges “kaputt” gegangen (Insolvenzen und Sparmaßnahmen Personal / Kapazitätsabbau), was man jetzt erst bemerkt, wo die Wirtschaft wieder hochfährt?

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Thomas M.

      “Mich würde ja mal interessieren, woher die Störung jetzt kommen. Ist während den Lockdowns einiges “kaputt” gegangen (Insolvenzen und Sparmaßnahmen Personal / Kapazitätsabbau), was man jetzt erst bemerkt, wo die Wirtschaft wieder hochfährt?”

      Beim Klopapier kann ich es erklären, da hat es zufälligerweise mit einem Produktionsprozess zu tun, den ich relativ gut verstehe:

      Papiermaschinen (auch solche für bestimmte Qualitäten von Tissue-Papier, also “Klopapier”) kann man aus technischen Gründen nur mit einer bestimmten Höchstgeschwindigkeit laufen lassen. Und gleichzeitig wird das Papier auf Bahnen produziert, und die Maximalbreite dieser Bahnen lässt sich nicht mehr ändern, sobald die Maschine aufgestellt wurde.

      Wenn Ihre Papiermaschine voll ausgelastet ist und Sie mehr Papier wollen, dann müssen Sie also eine komplett neue Papiermaschine bauen, und das kann mehrere Jahre dauern. Es gibt keine einfache Möglichkeit, die Produktion einer voll ausgelasteten Papiermaschine um ein paar Prozent zu erhöhen, wenn Sie eilig ein bisschen mehr Papier brauchen als gedacht. Das einzige, was Sie machen können, ist die Grammatur des Papieres zu verringern, beziehungsweise die Lagenanzahl, das kommt bei den Klopapier-Kunden aber schlecht an und wird als Qualitätsminderung interpretiert.

      Normalerweise ist das alles kein großes Problem, weil der Klopapierverbrauch ziemlich genau proportional zur Bevölkerungszahl, aber in 2 Fällen gibt es eben doch ein Versorgungsproblem:

      A. Ein Staat (meistens eine kleine sozialistische Planwirtschaft) hat keine Lust oder gerade kein Geld, um eine neue Papiermaschine zu bauen, obwohl seine Bevölkerung so weit gewachsen ist, dass die existierende Papiermaschine theoretisch zu über 100% ausgelastet ist.

      B. Aus irgendeinem Grund bekommen die Leute Panik und fangen an, wie wild Klopapier zu kaufen.

      Wir hatten im Frühjahr 2020 das Problem “B”. Entgegen anderslautender Klischees gehen aber selbst total verängstigte Menschen nicht öfter aufs Klo und verbrauchen dort bei der Verrichtung ihres Geschäfts nicht wesentlich mehr Klopapier als normal – also hatten die Hamsterkäufer aus dem Frühjahr 2020 am Ende genug Klopapier für Monate oder gar Jahre.

      So schön voraussagen wie beim Klopapier lässt sich aber nur für wenige Produkte die Nachfrage, da sind andere Branchen viel anfälliger für Schweinezyklus-Phänomene oder Panikkäufer, die dann ganze Lieferketten ins Chaos stürzen.

      Weiß hier jemand, woher die Knappheit bei Mikrochips ganz genau kommt?

      Antworten
      • Felix
        Felix sagte:

        Halbleiter:
        Soweit ich weiß, kaufen die Chinesen alles was sie kriegen können und die Amis sind auf diesen Zug aufgesprungen, erhalten aber schon nicht mehr genug.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Ott: Also könnte ein Effekt – der harmlosere – sein, dass im Lockdown erst mal viele Produzenten ihre Produktion und damit auch Bestellungen in ihren Lieferketten runtergefahren haben und jetzt die nur aufgeschobene Nachfrage bedient werden muss, was aber aufgrund begrenzter Kapazität nicht vollständig funktioniert.

        Zu Mikrochips bei Autos hatte ich bis dato noch nichts gelesen, außer dass es die Knappheit gibt. Ich hab aber auch noch nicht recherchiert. Die Kfz-Chips haben m.W. zunächst ja nichts mit den CPUs / GPUs für Crypto-Mining zu tun? Es sei denn diese ziehen wieder an anderer Stelle was weg, weswegen die Kfz-Chip-Produzenten Engpässe haben. Ich hab aber auch keine Börsen-Kaufpanik bei den Semi-Conductor-ETF oder den üblichen Produzenten wie NXP gesehen… Was ich wohl mal gesehen hatte waren Zahlen zur Abhängigkeit von Asien bei Mikrochips (aus US / EU-Perspektive). Das ist schon super-krass.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        “Also könnte ein Effekt – der harmlosere – sein, dass im Lockdown erst mal viele Produzenten ihre Produktion und damit auch Bestellungen in ihren Lieferketten runtergefahren haben und jetzt die nur aufgeschobene Nachfrage bedient werden muss, was aber aufgrund begrenzter Kapazität nicht vollständig funktioniert.”

        Theoretisch ja, aber nicht zwangsläufig. Das halte ich in vielen Branchen für die plausibelste Erklärung, zum Beispiel auch beim Bauholz, aber es stimmt nicht immer.

        Der Witz bei der Klopapier-Krise ist ja gerade: Der Output der Klopapier-Industrie blieb während der ganzen “Versorgungskrise” relativ konstant! Die konnten gar nicht verstehen, wieso plötzlich so viele Leute Angst hatten, dass es bald kein Klopapier mehr gibt, ihre Fabriken liefen ja ganz normal weiter und unter Normalbedingungen haben wir auch keine Knappheit, das ganze war ein zeitweiliges und rein psychologisches Phänomen, ausgelöst durch Panikkäufe.

        Das einzige, was sich wesentlich geändert hatte, waren die “Lagerbestände des Fertigprodukts” in den Haushalten der Hamsterkäufer, und damit verbunden kam es zu heftigen Schwankungen bei den Lagerbeständen der Einzelhändler und der Zwischenhändler.

      • der Kater
        der Kater sagte:

        “Die konnten gar nicht verstehen, wieso plötzlich so viele Leute Angst hatten, dass es bald kein Klopapier mehr gibt, ihre Fabriken liefen ja ganz normal weiter …”

        Tja, Herr Ott, das zeigt sehr anschaulich das tief sitzende (mMn berechtigte) Misstrauen gegen den Staat und seine Organe, nicht gegen die (Klopapier)Industrie!

        Darf morgen die Maschine noch produzieren? Dürfen die Arbeiter überhaupt noch kommen? Stellt das E-Werk seinen Betrieb ein? Darf der LKW noch ausliefern? das Geschäft aufsperren? die Lauge angemischt werden? ein Mann einkaufen gehen? … usw. usf. Schon geringfügige, natürlich immer nur gut gemeinte, Eingriffe, können Mangel und Engpass bedeuten.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Ott: Wahre Geschichte: “Pre-emptive Panikkauf”.

        Ich komme selten in unseren Keller. Irgendwann musste ich was hochtragen helfen und auf dem Weg dahin kritisierte ich die Klo-Papier-Panikkäufe. Wir selbst hatten ja zuvor noch die leeren Regale beim Großeinkaufen bestaunt. Meine Frau hatte mir aber damals versichert, dass wir uns keine Sorgen hierzu machen müssen…

        Als ich so die anderen am Kritiseren bin, gucke ich um die Ecke und sehe sehr große Lagerbestände an Klopapier und denke “wtf”??? Kommt heraus: Meine Frau hatte schon früh gelesen, was in Asien abging und entsprechend schon eingekauft, noch bevor Virus und Panikkauf Mainstream in Deutschland wurde. Also ein pre-emptive Panikkauf.

        Der hohe Wert von Klopapier in Krisenzeiten lässt sich gut erklären; aber ich lass das mal an der Stelle ;)

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        Ach, das ist ja die reinste Klopapier-Belletristik. Die schönsten Geschichten scheibt immer noch das wahre Leben. Fragen Sie Ihre Frau mal, ob sie auch Dogecoin gekauft hat, sie scheint bei Trendthemen ja immer sehr gut informiert zu sein und früh zu handeln. ;)

        Nur aus reiner Neugier: Wie viele Monate oder Jahre kommen Sie denn noch mit Ihrem Vorrat hin, bis Sie das nächste Mal wieder Klopapier kaufen müssen?

      • Axel
        Axel sagte:

        @Richard Ott

        Hab ich auch so gehört: Es gibt keinen ABSOLUTEN Mangel an Computerchips. Konjunktursensitive Betriebe, wie z.b. die Autoindustrie haben die Bestellungen während der Pandemie aber stark reduziert, da sie wußten, daß z.Zt. wegen des Shutdowns und ungewißer ökonomischer Perspektiven der Absatz einbrechen wird. Und wegen der “Just in Time” Strategie waren kaum Lagerstände vorgehalten. Dafür haben z.b. Computerhersteller (Home- und Gaming) massiv geordert, da sie davon ausgingen, daß während der Coronarise die Nachfrage (Homeoffice, -schooling und Daddeln wegen bsp. Kurzarbeit und sozialem distancing) massiv zunehmen wird. Und so einfach läßt sich die Produktion auch nicht ersetzen.

        Unbedingt lesenswert in diesem Zusammenhang! Setzt auch ein Schlaglicht auf die Begierlichkeiten Chinas an diesem Eiland!
        https://www.n-tv.de/wirtschaft/TSMC-das-wichtigste-Unternehmen-der-Welt-article22354152.html

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Ott: Was ich gesehen hatte, sah nach 9-12 Monaten aus – Überschlagsrechnung. Dodgecoin glaube ich eher nicht – zu dodgy und techy ;)

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ ott 10:44

        das problem kloopapier ist/war viel einfacher:

        es hat sich der bedarf verlagert. der verbrauchsanteil durch beschäftigte, welche dann zu hause waren, haben den verbrauch in dem maße erhöht, in den anteil es aus dem betrieb nicht gebraucht wurde, aber nicht zur verfügung stand.
        anschließend setzten knappheiten und hamsterkäufe ein.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ foxxly

        Ich versuche es jetzt mal noch viel einfacher, nämlich mit der Doofy-Ökonmie von „Angebot und Nachfrage“.

        Das geht so:

        In der SUMME ist NICHT mehr gesch***** worden.

        Allerdings WOANDERS.

        Heißt:

        Der Bedarf, die NACHFRAGE nach Klopapier ist GLEICH geblieben, hat sich aber von den Betrieben auf die Haushalte VERLAGERT.

        Verlagert – das sagen Sie doch auch.

        Verlagerung ist NICHT Knappheit.

        Also:

        Was die Haushalte MEHR an Klopapier verbraucht haben, das wurde in den Betrieben WENIGER verbraucht.

        Es wurde GENÜGEND Klopapier hergestellt und die Lieferung in die Supermärkte klappte – wie praktisch bei allem, was die verkaufen.

        Wenn DENNOCH Hamsterkäufe eingesetzt haben, ist das dem Doofy-Ökonomieverständnis der Deutschen geschuldet.

        Lesen Sie, was @ Richard Ott, 11:14 geschrieben hat.

        Er versteht vieles nicht, aber bei der vermeintlichen Klopapierknappheit liegt komplett richtig.

      • jobi
        jobi sagte:

        @D.Tischer

        Na ja, Herr Tischer, so doofy ist das Argument von @foxxly gar nicht.

        Wenn Sie mal Ihren Heimspender mit dem im Büro vergleichen ( falls sie den noch in Erinnerung haben ) dann kommen Sie vielleicht auf die Idee, dass die Lieferkette für den einen wenig mit der Lieferkette für den anderen zu tun haben muss.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        Containerknappheit verschärft die Probleme. Die sind während Corona an diversen Stellen der Welt gestrandet (Schutzausrüstungen etc.) und hatten keine Rücktouren.

        Zudem gab es vor 2020 wohl auch andere Prognosen zu Handelsvolumina, sodass die Fertigung neuer Container zu niedrig war.

      • namor
        namor sagte:

        warum die Knappheit?

        Schwieriges Thema, ich habe am Höhepunkt der Hamsterkäufe mit dem Filialleiter eines Edeka-Ladens gesprochen. Er meinte, es gebe grundsätzlich keine Engpässe. Er habe eher Probleme die Regale aufzufüllen und die nächste Lieferung sei schon am Weg, im großen Lager wäre alles vorhanden. Hätte er sich etwas vorbereiten können, wäre alles in etwa wie zu den Feierertagen am Jahreswechsel gelaufen. Da werden gewisse Produkte mehr bestellt, die Reagale voll aufgefüllt und die Mitarbeiter haben Uralubssperre und bauen Überstunden auf. (So in etwa kam das kurze Gespräch bei mir an).

        Die Klopapierpanik wurde durch entsprechende Medienberichterstattung zur Selbsterfüllenden Prophezeihung, das Standard-Bsp ist Benzin an Tankstellen, wenn alle durch Knappheitsprognosen schnell tanken fahren.

        Beim Holz muss man sagen, dass die Preise zb in Österreich so im Keller waren, dass Wald relativ unattraktiv war. Wenn man jemanden mit der Bringung beauftragen musste, um nach Jahrzehnten etwas zu ernten, durfte in den Jahrzehnten nichts schief gehen, Borkenkäfer, Windwurf, um überhaupt Rendite zu erzielen. Die gestiegenen Holzpreise kommen von einer Bodenbildung. Und das Handwerk als Abnehmer boomt vor, während und nach Corona. So vermute ich das.

        Btw. Als Eltern mehrerer junger Kinder, haben wir Feuchttücher und Windeln gehamstert. Auf Klopapier ist dann doch relativ einfach zu verzichten.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ tischer 13:27

        eine primitive, ordinäre äußerung!
        ist das ihre zweite charktereigenschaft?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        Ich dachte, ich hätte das Klopapierthema auf meine Art beerdigt.

        Offensichtlich bin ich damit gescheitert.

        Bei der weiteren Feinanalyse des Problems auch die Lagigkeit beachten.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ foxxly

        Ich würde Ihnen gern antworten, kenne aber nicht meine erste Charaktereigenschaft.

        Helfen Sie mir.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        Es scheint Aufarbeitungsbedarf zu geben. Anbei noch wissenschaftlicher Input zum Thema:

        https://www.uni-bamberg.de/pul/forschung/publikationen/coronavirus-toilettenpapierkrise/

        Toilettenpapier-Krise: Wird ein altbekannter Effekt neu entdeckt?
        “Der Bullwhip-Effekt beschreibt das Phänomen des Aufschaukelns von Bestell- und Produktionsquantitäten und der damit verbundenen Lagerbestände flussaufwärts über die einzelnen Wertschöpfungsstufen der Supply Chain (Stadtler, 1999).”

        Damit weiß ich bis auf Weiteres genug ;)

  7. foxxly
    foxxly sagte:

    es war im grunde nur eine frage der zeit, bis die lieferketten knirschen, krachen und reissen.
    in diesen falle war corona der auslöser.
    aber selbst ohne corona, war die globalisierung schon ausgereizt und mit heisser nadel gestrickt; – dadurch, weil das finanz- und wirtschaftssystem weltweit, sich immer schwerer tun die erwarteten meist zweistelligen, renditen zu erwirtschaften.

    je mehr geld aber in das system gepumpt wird, umso schwieriger wird es für dessen summe, noch den zuwachs durch arbeit zu erreichen.
    und da knrischt es zunehmend.

    also die rettung durch billionen bringt nicht nur aus der verschuldens-seite probleme,
    auch auf der ertags-seite des kapitals.

    hier erweist sich wieder, dass das exponentielle geld-und wirtschaftsystem, niemals nachhaltig sein kann, weil dieses system keine lösung in sich trägt.

    die probleme mit den lieferketten, hätte uns schon hellhörig werden sollen, als die lockdown´s das kloopapier knapper werden ließ.

    nun, treten weitere effekte dazu, dass händler und verbraucher, sich künftig genötigt sehen ihren vorrat aufzustocken, um evtl lieferschwirigkeiten abzu federn.
    dies macht die lagerhaltung teuerer; – lagerverluste steigen; – teils veralterungen der waren, etc.
    dies überfordert die temporäre größere nachfrage bei herstellern; – bis hin zu den ausgangsstoffen für die produktion.

    klare erkenntniss sollte daraus sein, dass diese betriebwirtschaftliche optimierungen, – daraus auch das starke bestreben zur globalisierung, – schönwetter-berechnungen sind, welche nicht sturmfest sind.

    natürlich kann man niemals alle risiken absichern, aber diese aktuelle lieferketten-risse müssen zukünftig vermieden werden.
    alle werden zukünftig kleinere brötchen backen müssen und können.

    ich bin mir sicher, dass diese notwendigkeit, unser systemischen exponentiellen wachstumszwang nicht mehr standhalten kann und wird.
    und es aber leider auch keine lösung dafür gibt! außer man greift in das prinzip des herrschenden geldsystems ein.
    nach bisherigen erfahrungen, wird dies nicht geschen, sondern man bringt die gesellschaft, wirtschaft und regierungen zum totalabsturz.

    Antworten
    • Bauer
      Bauer sagte:

      @ foxxly

      Die Lieferketten auszureizen und just-in-time zu spielen statt Puffer vorzuhalten ist die betriebswirtschaftliche Variante der überzogenen Leverage in der Finanzwelt. Die Risiken und Folgen ähneln sich verblüffend.

      Jetzt den Rückwärtsgang zu soliderer Wirtschaft einzulegen, kostet überproportional und dauert, was das Problem kurzfristig nur noch verschärft.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        Sehe ich auch so.

        Wenn der Renditewettbewerb ein KOSTENWETTBEWERB ist, dann MUSS man versuchen, die Lagerhaltung zu MINIMIEREN.

        Das kann man heute nicht zuletzt aufgrund der Digitalisierung und Vernetzung.

        Deutlich zu erkennen:

        Das RISIKO von Manipulation und Erpressung steigt erheblich mit FOLGEN, die mitunter kaum noch beherrschbar sind.

        Siehe Suezkanal-Unglück und gravierender noch die Erpressung des amerikanischen Unternehmens, das für die Ölversorgung maßgebend ist – lange Schlangen an den Tankstellen und Anzeichen von Panikhortung.

      • jobi
        jobi sagte:

        @Bauer

        Guter Vergleich ! Nicht auszudenken, was passiert, wenn erstmal bei Geld- und Fiskalpolitik der Rückwärtsgang eingelegt werden muss ..

  8. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    “There is an uncomfortably large number of significant supply chain events that have been leading to price increases or outright rationing.” – bto: Wenn das in irgendeinem obskuren Blog stehen würde, hätte ich es als weitere Panikmache abgetan. In der FT ist es schon was anderes.”

    Herzliche Grüße aus der Realität.

    Ich habe gestern versucht, eine spezielle Sonderqualität von feuerverzinktem Stahl bei einem Händler anzufragen.

    Das Ergebnis: Lieferzeit aktuell ungefähr 1 Jahr, Anfang 2022 könne man mir vielleicht auch eine erste Aussage zum Preis machen, der dann bei der Lieferung aufgerufen werden würde…

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