Wie Klimaschutz dem Protek­tio­nismus zulasten der Ärmsten dient

Bjorn Lomborg ist das “rote Tuch” für die Klimaaktivisten. Nicht, weil er, wie ihm unterstellt wird, “Klimaleugner” wäre – nein, das ist er nicht! – sondern weil er dem Problem mit kühlem Sachverstand begegnen will und dabei auch andere Ziele wie geringere Armut und Kindersterblichkeit berücksichtigt. Ergebnis muss ein Ansatz sein, der Effizienz und Effektivität in den Vordergrund stellt.

Gerade wo bei uns nun höchstrichterlich festgestellt wurde, dass es eben genau darum nicht geht, sondern um die Fokussierung auf ein einzelnes Ziel und das auch noch ohne Rücksicht auf Verluste, lohnt es sich, den Blick im Lomborg’schen Sinne zu weiten und mal zu schauen, was denn der sich abzeichnende Klima-Protektionismus, den vor allem die EU einführen will, in den ärmeren Ländern der Welt anrichtet:

  • “The rich world has seen an incredible development on the back of enormous increases in mostly fossil fuel energy. A couple of hundred years ago, most available power came from backbreaking human work. Even by the end of the 1800s, human labour made up 94% of all industrial work in the US. Today, it constitutes just 8%. If we think of the energy we use in terms of ‘servants’, each with the same work power as a human being, every person in the rich world today has access to 150 servants who clean, cook, drive, heat and do almost everything else for them.” – bto: Nicht vergessen sollten wir, dass die Effizienz deutlich zugenommen hat.
  • “Ending that will be hard, socially destabilising and surprisingly ineffective. To see how difficult, take the UN’s recent pronouncement that the Paris Agreement’s promises really mean reducing world emissions 7.6% every year this decade. The UN cheerfully notes this was almost achieved in 2020 with the global Covid shutdowns. But this year, we need twice the reduction, equal to two shutdowns. And three in 2022, ending with the equivalent of 11 global shutdowns every year from 2030. Economic models show this’ll cost tens of trillions of dollars annually.” – bto: Das wird so nicht funktionieren. In vielen Ländern wird es dagegen Revolten geben. Natürlich haben wir deutliche Fortschritte mit erneuerbaren Energien. Dies führt auch zu Preissenkungen. Genügt aber noch nicht, um wirklich den gewünschten Effekt zu erzielen.
  • “As climate policies reduce growth further, this’ll threaten long-term social coherence as people realise their children won’t be better off and pensions wither. Moreover, the cuts will matter little for the climate. Even if all OECD nations cut their entire CO₂ emissions today, the standard climate UN model shows it’ll reduce warming by 2100 just 0.4°C.” – bto: Die Befürworter würden sagen, dass es genau diese 0,4 Grad sind, die uns vor dem Untergang retten.
  • Schlimmer ist es für die Schwellenländer: “The current Paris Agreement will force more people into poverty by 2030 than otherwise would’ve happened. If we aim for 2°C or 1.5°C, a recent peer-reviewed study shows it’ll mean 80 million more poor and 180 million more starving by mid-century.” – bto: Dieser Aspekt der Maßnahmen wird komplett ausgeblendet. Man erzählt uns immer von Migrantenströmen aufgrund des Klimawandels, aber nicht aufgrund der schlechten Klimaschutzpolitik. Ein Programm zur Verarmung der Bevölkerung in den Schwellenländern ist sicherlich nicht klug.
  • “As the US and Europe drive up energy costs, more businesses will escape to less-burdened areas like China, India and Africa. Slapping a border tariff on imports according to their underlying emissions reduces that move. But such tariffs also make it harder for the developing world to compete, because most rich countries use carbon more sparingly. Globally, these tariffs are inefficient and make climate policies even costlier. But crucially, they act as back-door protectionism for rich countries.” – bto: Deshalb ist die EU ganz vorn mit dabei und Frankreichs kühnste Träume werden wahr!
  • “For the rich world to cut 20% of its emissions, a standard model shows it’ll cost them $310 billion a year. Using carbon tariffs, the rich world can instead end up $400 billion better off, making $90 billion by forcing businesses to move back to the rich world. Instead, they impose more than half a trillion in extra costs onto the world’s poor. As one highly quoted study concludes, ‘The main effect of carbon tariffs is to shift the economic burden of developed-world climate policies to the developing world.’” – bto: Und dann kommen die Klimaflüchtlinge, das kann man sich gar nicht vorstellen.
  • “If the US were to implement a national $40 tax per ton of carbon, one recent study shows this would cost $73 billion yearly in lost growth. If the US also decided to force Chinese exports to pay tariffs equivalent to this carbon tax, it would confer a loss on China of $24 billion. But this wouldn’t help push China to implement its own $40 carbon tax domestically, because that would cost the Chinese an eye-watering $210 billion a year.” – bto: was nun allerdings nicht anderes zeigt, als dass es unglaublich teuer ist, Klimaschutz zu betreiben. Aus meiner Sicht bedeutet das aber nicht, dass man es nicht machen sollte, sondern dass man umso mehr auf Effizienz und Effektivität achten muss.
  • “The effective way to address the real problem of climate change is to dramatically ramp up investment into green energy research and development. If the price of green energy could be innovated below fossil fuels over the next decade, everyone would happily switch.” – bto: Es spricht viel dafür, dass es auch so wäre!

timesofindia.indiatimes.com: „A plot against the poor: Beware the carbon tariffs that’ll act as back-door protectionism for rich countries“, 28. März 2021

Kommentare (46) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Stefan Frey sagte:

    Lomborg hat es ja nicht so mit Fakten. Gibt es eine Quelle für die Behauptung „Even if all OECD nations cut their entire CO₂ emissions today, the standard climate UN model shows it’ll reduce warming by 2100 just 0.4°C“ ???

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    JürgenP sagte:

    @DS „… weil er dem Problem mit kühlem Sachverstand begegnen will und dabei auch andere Ziele wie geringere Armut und Kindersterblichkeit berücksichtigt“.

    Das Verfassungsgericht hat der Politik ist Stammbuch geschrieben, dass Strategien zeitoffen sind – wenn man sie so bezeichnen will – und Ableitungen daraus – meinetwegen die Reduktion von Treibhausgasen – jedenfalls so zu gestalten sind, dass auch nachfolgende Generationen keinen Schaden nehmen.

    Es hat die Prämisse am Beispiel des „Klimaschutzes“ abgeurteilt. Klar, dieses Clientel an Interessenvertretern hatte ja auch geklagt. Zurecht wie man sieht.
    Aus dem Urteil nun abzuleiten, dass Klimaschutz das allererste Ziel darstellt und andere, ebenso bedeutsame Ziele zurückzutreten haben, zeigt einmal mehr ein Unverständnis für komplexitätsgerechtes Vorgehen.

    Dieses fordert nämlich genau das, was Bjorn Lomborgmacht einfordert, nämlich das Erfassen aller relevanter Faktoren, die im Kontext des „Klimaschutzes“ eine Rolle spielen könnten. Das könnten auch geringere Armut und Kindersterblichkeit sein oder noch ganz andere, bisher in der Diskussion um „Klimaschutz“ verdrängte Aspekte.

    Erst nach Vernetzen und Bewerten (Gewichten) von Faktoren, das Betrachten von Szenarien ist das Ableiten konkreter Handlungen angesagt. Ziel muss immer ein ein Ansatz sein, der „Effizienz und Effektivität in den Vordergrund stellt“, denn eines ist von vorn herein klar: wenn diese Faktoren im komplexen Netzwerk fehlen oder fehlbewertet werden, ist das Handlungsmuster von vorn herein stark gefährdet. Oder anders herum: nur so kann das ambitionierte Ziel erreicht werden.
    Eine neue Erkenntnis? Nein, das kennt jeder Sportler.

    Um diese beiden Faktoren richtig einschätzen zu können, ist „kühler Sachverstand“ eine Grundvoraussetzung, um Wunschdenken vom Realismus zu trennen und höchste Professionalität zu entwickeln.

    Auch eine neue Erkenntnis? Nein, kennen wir auch aus dem Sport. Es gibt Fussballclubs, die müssen drei Mal am Aufstieg scheitern, um das Prinzip zu erkennen und vielleicht für die Zukunft zu nutzen …

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ JürgenP

      >Aus dem Urteil nun abzuleiten, dass Klimaschutz das allererste Ziel darstellt und andere, ebenso bedeutsame Ziele zurückzutreten haben, zeigt einmal mehr ein Unverständnis für komplexitätsgerechtes Vorgehen.>

      Ich sehe NICHT, dass irgendjemand davon redet, dass EBENSO bedeutsame Ziele zurückzutreten haben.

      Was, soweit ich sehe, vertreten wird, ohne es so zu sagen:

      Der Klimaschutz IST das BEDEUTENDSTE Ziel, d. h. vorrangig zu erreichende Ziel, ebenso bedeute andere gibt es nicht.

      Andere, BEDEUTSAME, werden weiter verfolgt ohne Abstriche.

      Wenn es wegen ZIELKONFLIKTEN, die auch ein eiskalter Sachverstand beim Durchforsten des „komplexen Netzwerks“ NICHT lösen kann, die Ziele nicht erreicht werden können, wird ein Kompromiss gebastelt.

      Wenn das einem nicht passt, muss er nach Karlsruhe gehen.

      Dort schauen sie wieder ins GG und sagen, was alles zu beachten und – wenn die Richter gut drauf sind – mit welcher Abwägung als Lösung angestrebt werden kann.

      Wem das nicht passt, der muss ….

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        JürgenP sagte:

        @DT „Ich sehe NICHT, dass irgendjemand davon redet, dass EBENSO bedeutsame Ziele zurückzutreten haben“.

        Die Passage …

        „Gerade wo bei uns nun höchstrichterlich festgestellt wurde, dass es eben genau darum nicht geht, sondern um die FOKUSSIERUNG auf ein EINZELNES ZIEL und das auch noch OHNE RÜCKSICHT AUF VERLUSTE, lohnt es sich, den Blick im Lomborg’schen Sinne zu weiten und mal zu schauen, was denn der sich ABZEICHNENDE Klima-PROTEKTIONISMUS, den vor allem die EU einführen will, in den ärmeren Ländern der Welt anrichtet“

        … impliziert doch, dass andere Ziele (als Klimaschutz) zurückzustellen seien. Allerdings, das Urteil sagt gerade nicht, dass so zu verfahren sei.

        Am Beispiel des Klimaschutzes macht es deutlich, dass a) eine Zielabwägung und b) zeit- bzw. zukunftsoffene Strategien für politische Handlungen zugrunde zu legen sind, die dann auch noch c) die Interessen zukünftiger Generationen zu sichern hat.

        Bei allen drei Punkten bestehen zurzeit massive Probleme. Wenn regierungsamtlich von „alternativlos“ die Rede ist, kann von Zielabwägung keine Rede sein – der nahezu vollständige Ausschluss parlamentarischer Entscheidungen ist nur noch logische Folge.

        Wenn ein „Wirtschaftsminister“ – nach dem Urteil – seine klimapolitischen Ziele innerhalb von wenigen Wochen durchpauken will, dürfen wir getrost eine fundierte Strategie und die Berücksichtigung von Interessen von zukünftigen Generationen vergessen.

        Das ist gelebter, lobbygesponserter Protektionismus. Mal für die Bankenrettung, mal für die Energieversorger, mal für die Autoindustrie, mal für Immobilienentwickler, mal für angebliche Klimaschützer. Wie’s grad passt.

        Die Reaktionszeiten von Gerichten sind einfach zu lang, um dem Treiben ein Ende zu bereiten. Bis die Urteile greifen, ist die Ministerschaar längst auf bequemen Sesseln in irgendeinem Interessenverband entfleucht.

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    Gnomae sagte:

    “The current Paris Agreement will force more people into poverty by 2030 than otherwise would’ve happened. If we aim for 2°C or 1.5°C, a recent peer-reviewed study shows it’ll mean 80 million more poor and 180 million more starving by mid-century.”

    Die Schwellenländer haben ein grundsätzliches Problem, das nicht Klima heißt, sondern Staatsform und Korruption. Zur grundlegenden Wissenschaft gehört es, alle Aspekte zu beleuchten. Zu dieser Beleuchtung gehört eben auch, dass viele betroffene Staaten das Potential ihres Landes überhaupt nicht nutzen. Dies kann als völliges Versagen der UN bezeichnet werden. Afrika ist ein riesiger Kontinent mit ungeheurem Potential, eigenen Rohstoffen etc. Selbst die Stromerzeugung in den Wüsten würde kein Problem darstellen.

    Wo hat die Welt ein Klimaproblem, wenn die Erde wärmer wird und von Moskau bis Wladiwostok neue, urbare Flächen entstehen? Sollen doch bitte Klima-Migranten dorthin auswandern. Die Wissenschaft übernimmt solche neu entstehenden Agrarflächen nicht in die Betrachtungen.

    Richtig ist beim Ansteigen des Meeresspiegels, dass die Villen der Bourgeoisie am Meer vielleicht früher ertüchtigt oder versetzt werden müssen. Dies ist aber kein Weltproblem, weil Bauten am Meer, wie bereits dargestellt, einer hohen Abnutzung unterliegen.

    In Europa dürfte also eine Erwärmung des Klimas eher willkommen sein, da Bäume besser wachsen, wenn sie mehr CO2 aufnehmen können. Da die Wälder ohnehin ständig erneuert werden müssen, bedarf es hier nur eines Anbaus anderer Pflanzenarten.

    Fazit: Klimawandel positiv sehen.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Gnomae

      >Zur grundlegenden Wissenschaft gehört es, alle Aspekte zu beleuchten. Zu dieser Beleuchtung gehört eben auch, dass viele betroffene Staaten das Potential ihres Landes überhaupt nicht nutzen.>

      Richtig.

      Was heißt das aber für die MASSNAHMEN?

      In den betroffenen Ländern die Staatsform auswechseln?

      Dort die Korruption beseitigen, indem man jeden Korrupten an die Wand stellt?

      ODER:

      Gewähren lassen und uns um unsere Deiche an der Nordsee kümmern?

      Es ist unter PRAKTISCHEN Gesichtspunkten ziemlich sinnfrei von

      „Stromerzeugung in den Wüsten“ zu reden, wenn es KEINE auch nur annähernd realistische Möglichkeit gibt, dieses auf der avisierten Zeitachse zu verwirklichen.

      Ich verweise auf nord stream 2:

      Ein endloses Gehacke unter Nachbarn inkl. Erpressungsversuchen im eigenen Lager.

      Also vergessen Sie es, genauso wie die urbanen Flächen von Moskau bis Wladiwostok.

      Das Spiel heißt:

      Wir klotzen ERNEUERBAR jetzt mal richtig, schon in einer Woche nach dem Tritt aus Karlsruhe liegt die fantastische CO2-Sparnummer auf dem Kabinettstisch.

      So geht‘s.

      Und:

      Wir schaffen es, „whatever it takes … and believe me, it will be enough”.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Gewähren lassen und uns um unsere Deiche an der Nordsee kümmern?”

        Ja klar, was denn sonst?

        Eine “regime change”-Politik für Staaten, die aus gründeutscher Sicht “das Potential ihres Landes nicht richtig nutzen” würde verheerende Konsequenzen haben. Das geht auch regelmäßig schief, wenn die geballte Macht des NATO-Militärbundnisses für solche Projekte eingespannt wird, Deutschland alleine würde nicht einmal so weit kommen wie in Syrien, Irak, Libyen, Somalia, Afghanistan, Jemen, und so weiter – was immerhin den potentiellen Schaden dieser “Am deutschen Wesen wird die Welt genesen”-Politik in Grenzen hält…

        “Ich verweise auf nord stream 2: Ein endloses Gehacke unter Nachbarn inkl. Erpressungsversuchen im eigenen Lager.”

        “Klimaschutz” ist auch nur der Vorwand, dabei geht es um geostrategische Interessenpolitik. Auf den Öko-Quatsch fallen nur die blöden Deutschen rein, und vielleicht noch die Schweden.

        Passend dazu übrigens Liebesgrüße aus Frankreich, von der Person, die aussichtsreiche Chancen hat, ab 2022 Nachfolgerin von Macron im französischen Präsidentenamt zu werden (wenn er nicht vorher weggeputscht wird, was auch nicht mehr auszuschließen ist):

        “Le Pen kündigte nun an, im Falle ihres Wahlsieges 2022 den Pariser Klimavertrag zwar respektieren zu wollen – dennoch plant sie einschneidende Veränderungen. (…) Über ihre Vorhaben sagt sie, sie wolle „Windräder, soweit es geht, stilllegen und die Atomanlagen weiterlaufen lassen“. Frankreich hat mit 57 Reaktoren den größten AKW-Park Europas. (…) Le Pen wirft Deutschland vor, mit seinen Kohlekraftwerken dem Planeten erheblichen Schaden zuzufügen. „Je nach Windrichtung bekommen wir hier eure verpestete Luft ab“, sagte Le Pen.”

        https://www.welt.de/politik/ausland/article230889923/Frankreich-Le-Pen-will-Windraeder-stilllegen-und-Kippas-verbieten.html

        Mit 57 Atomreaktoren ist das CO2-Problem gar nicht so kompliziert, aber erzählen Sie das mal Frau Kobold…

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      Christian Anders sagte:

      @Gnomae

      „Wo hat die Welt ein Klimaproblem, wenn die Erde wärmer wird und von Moskau bis Wladiwostok neue, urbare Flächen entstehen? Sollen doch bitte Klima-Migranten dorthin auswandern. Die Wissenschaft übernimmt solche neu entstehenden Agrarflächen nicht in die Betrachtungen.“

      Gibt es diese Kulturtechnik noch, bei der man sich bei etwas komplexeren Gedanken dafür mal 30 Minuten Zeit nimmt?

      Mal ganz davon abgesehen, dass sich durchaus auch Gedanken über die Vorteile des Klimawandels gemacht wird, ist man sich sicher (und ich halte das für logisch), das für eine Zeit über ein paar Generationen überwiegend die Nachteile ziehen, bis man die Vorteile nutzen kann.
      Als ob die Flächen in Russland genau zu dem Zeitpunkt urbar werden, wo 20 Mio. Klimaflüchtlinge aus xy es gebrauchen könnten. Alleine die zeitliche Asymmetrie der Vorgänge verbietet eine solche Aufrechnung.

      Dass Sie gefragt haben, welche Probleme es überhaupt geben wird, hake ich jetzt mal als Humor ab – immerhin haben ja auch Sie Klimaflüchtlinge auf der Rechnung.

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        Richard Ott sagte:

        Faszinierenderweise wird es genau dann besonders viele sogenannte “Klimaflüchtlinge” geben, wenn damit ein Anspruch auf Einwanderung ins deutsche Sozialsystem besteht, da hat Merkels Verfassungsgericht noch Handlungsbedarf…

        Fast alle derjenigen, die derzeit als “Klimaflüchtlinge” klassifiziert werden, sind übrigens Binnenflüchtlinge, bleiben also in ihrem Herkunftsland, aber das wird auch nicht gerne erwähnt, weil sich dieses Faktum so gar nicht für grüne Panikmache in Deutschland eignet.

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    Alexander sagte:

    Tat-sachlich hat Lomberg deshalb Recht wenn “von 1950 bis 1999 keinen mittleren Meeresspiegelanstieg” gemeldet wird. https://www.achgut.com/artikel/gunnar_heinson_meeresspiegelhoehe_und_weltbevoelkerung

    ” as people realise their children won’t be better ”

    Sein Enkeltrick zieht als durchsichtiges Argument nicht; auch Lomberg kann die Folgen von “Klima lockdowns” nicht ermessen und bedient deshalb solcher Ängste.

    Angst bekommen könnte man schon, angesichts der drastischen Eingriffe mit ungeahnten Folgen auf der Basis von relativen Erkenntnissen einer demokratischen Mehrheit ausgesuchter Wissenschaftler.

    Sicher bin ich, dass der Ökonomie das Geld früher ausgeht, als den Staatslenkern und ihren Wasserträgern, besonders wenn die Eingriffe durch Geldpolitik flankiert werden und die Veränderung als Kesselschlacht herbei geführt wird.

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      Christian Anders sagte:

      Dieselbe Manipulationstechnik wie Lomborg benutzt hier Heinsohn.

      Er schreibt: „Wäre es möglich, dass die Experten des IPCC Faktoren der Wasserstandshöhe eher deuten als messen?“

      nachdem er 60(!) lokale gauge tides anführt, die das nicht zeigen. Die viel größere Anzahl an gauge tides, die das Gegenteil zeigen, „vergisst“ er zu erwähnen. Dabei zeigt Sie: Dieselbe Quelle, die er auch angibt. Wird schon keiner nachgucken.

      10s Googlen und 5 Minuten beschäftigen mit den Daten der NOAA: https://tidesandcurrents.noaa.gov/sltrends/

      und man weiß mehr als Heinsohn hier darstellt. Und vor allem kann man seine Frage mit NEIN beantorten.

      Fazit: Es wird nicht gedeutet sondern tatsächlich gemessen. Bloß halt global an ALLEN Stationen und seit 1993 auch per Satelliten. Das Ergebnis gefällt bloß nicht, also wird mit Cherrypicking (at its finest, mal wieder) ein Gegenstück erstellt. Man kann sich wohl drauf verlassen, dass schon keiner so genau nachguckt?

      Wieso wird sowas – ersichtliche Manipulation, ersichtlich falsch, schnell nachgeprüft – eigentlich immer so goutiert?

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        Alexander sagte:

        @Christian Anders

        Eine relativ andere Meinung zu vertretet ist Schuld, wenn diese Meinung nicht dem guten Zweck dient – soviel Konsens herrscht allen Orten.
        Für meinen Teil rechne ich nicht mit “ana Sindflud” auch wenn H.C.Artmann seine Meinung drastisch formuliert:
        https://youtu.be/8H_yu0MPgbA

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        Christian Anders sagte:

        @A
        Dass die relativ andere Meinung aber faktisch falsch ist, und zwar durch Evidenz aus der eigenen Quelle ( was man verschwiegen hat), haben Sie aber verstanden?

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        Alexander sagte:

        @c.a.

        Dass die Relativisten, vgl. Bundesverfassungsgericht, auf Tatsachenwahrheit bestehen macht ihre Position nicht nachvollziehbarer.

        Heinsohn will mehr auf die Auswirkungen unkontrollierten Bevölkerungswachstums hinweisen, d.h. den ökologischen Folgen für überforderte Naturresourcen, als dass steigende Meeresspiegel soviel Schäden verursachten – wenn es sie denn gäbe.

        Entwicklung dieser Völker würde Naturschutz auch dadurch ermöglichen, dass man das Überleben nicht auf Basis einer mittelalterlichen Landwirtschaft sichern müsste, vgl. Überweidung, Verwüstung, Korruption.

        Den Klimaaktivisten ist das alles egal, sie wollen das downsizing der westlichen Welt um jeden Preis, weil ihre Ziele nicht ökologischer sondern kommunistischer Natur sind – schließlich gründet der Reichtum auf Ausbeutung – … 💖

        Extiction Rebellion, Paris, heute:
        https://youtu.be/R8MTplCCUUs

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      Bauer sagte:

      @ Alexander

      >> “… auf der Basis von relativen Erkenntnissen einer demokratischen Mehrheit ausgesuchter Wissenschaftler.”

      Ich habe gar nicht weitergelesen, denn dass ist aufgelegter Nonsens. Wenn dem so wäre, dann wäre die Erde heute noch eine Scheibe und unsere Autos wären perpetua mobili.

      Mit meinen Erkenntnissen auf naturwissenschaftlicher Basis befand ich mich immer im Gegensatz zur “demokratischen Mehrheit ausgesuchter Wissenschaftler”, meist so weit, dass ich gar nicht verstanden wurde, und behielt am Ende recht, um mich in noch jungen Jahren mit dem Erreichten absetzen zu können.

      Was da heute angerichtet wird mit der Klima-Hype wird zur Verarmung unserer Nachfahren führen, zu mehr nicht.

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        Alexander sagte:

        @Bauer

        Mir flößt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts regelrecht Furcht ein, in der Dimension seines Relativismus. Während die Natur sichtbar abverreckt maßen sich die Verursacher der Veränderung an, das Weltklima beurteilen und konservieren zu können.

        Auch meine relative Freiheit hängt direkt mit der Fähigkeit zusammen, politischen Gestalten nicht auf den Leim zu gehen – aber es könnte sein dass “wir” dieses mal nirgenwohin fliehen…

        Verarmung ist nicht das Schlimmste was mir einfällt, angsichts der Eingriffe und Auswirkungen aktueller Agenden.

      • Avatar
        Bauer sagte:

        @ Alexander

        >> ” … aber es könnte sein dass “wir” dieses mal nirgenwohin fliehen…”

        Da mache ich mir keine Sorgen, denn die angesprochenen Probleme sind das Privileg der sogenannten westlichen Welt. Man kann also ausweichen (fliehen wäre da nicht das richtige Wort). 73 % der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt und ich lebe seit 10 Jahren auf meiner ozeantauglichen Segelyacht.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        Deutsche Arbeiter, die SPD will euch eure Segelyachten im Golf von…

        Hm, ne halt, jetzt verwechsel ich ganz viel! ;-)

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        Das kategorisieren Sie völlig falsch.

        Bauer will sich mit seiner CO2-neutralen Segelyacht nur persönlich an den schönsten Orten der Welt von den vielen schlimmen Folgen des Klimawandels überzeugen. Machen grüne Parteikader andauernd, wollen Sie dagegen polemisieren?

        https://www.youtube.com/watch?v=mlN1qutNq54

  5. Avatar
    weico sagte:

    Der Klimawandel wird bzw. könnte in Mittel und Nordeuropa ,Skandinavien, Russland usw. sicherlich mehr Vor-als Nachteile haben.

    Das grösste Problem ,bzw. Matchentscheidend wird sein, wie die Klima-“Nebenerscheinung” aka Migration bewältigt wird.
    Die besonders vom Klimawandel betroffenen Menschen in Afrika …werden sich sicherlich aufmachen und ihr Glück in EU landen sehen. Das nächstgelegene Ankunfts-Ziel wird dann, dass schon jetzt arg gebeutelte und Finanz-und Wirtschaftsschwache , Südeuropa ist.
    Die Verteilung der Flüchtlinge wird der EU wohl “den Rest” geben.

    Die “Flüchtlingskrise” 2015/16 wird im Vergleich dazu dann…. schlicht Peanuts sein !

    Für Deutschland aber wohl kein Problem ,denn…:
    Zum “Glück” ist ja dann das Einwanderungsland Deutschland , nach dem (voraussichtlich) grossen Erfolg “der Grünen” (bei den Bundestagswahlen 2021) … dank dem “grünen Leitgedanken” bzw. ihrem “Alles ist Drin”-Programm und der bekannten bunten Willkommenskultur , bestens auf solche neuen Mitbürger vorbereitet.

    Aus dem “grünen Wahlprogramm”….
    “Der Schutz der Menschenrechte verpflichtet zum Klima- und Umweltschutz, umgekehrt schützt Klima- und Umweltschutz Menschenrechte. Wir treten für verbindliche Mechanismen zum Schutz von Menschen ein, die aufgrund von Extremwetterereignissen oder schleichender Umweltveränderung ihre Heimat verlassen müssen. Regionale Ansätze, die den Betroffenen eine selbstbestimmte und würdevolle Migration ermöglichen, unterstützen wir. ”

    “Deutschland ist ein Einwanderungsland, doch bis heute fehlen eine aktive Einwanderungspolitik und ein Einwanderungsrecht, das Einwanderung tatsächlich fördert und nicht komplizierter macht. Wir wollen ein modernes Einwanderungsgesetz beschließen, das neue Zugangswege für Bildungs- und Arbeitsmigration schafft – auch im gering- und unqualifizierten Bereich –, das transparente, unbürokratische und faire Verfahren bietet, das globale und regionale Notwendigkeiten berücksichtigt und flexibel auf die Bedarfe des Arbeitsmarktes reagiert.”

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    Bauer sagte:

    Die “Ärmsten” haben kein Klimaproblem, das sie beeinflussen könnten. Woher auch wenn sie von der Hand in den Mund leben. Das ist ein fiktives Problem der reichen Welt. Die könnte allerdings, ohne der Meinungsmaipultion zu unterilegen, gelassen sein. Wärmeres Klima nützt allen. da es den Pflanzenwuchs anregt und damit die Ernährung der unvermeidlich wachsenden Massen zu sichern beiträgt. Nebenbei gesagt, wer wünscht sich nicht ein wärmeres Klima dort, wo er zu leben gezwungen ist (in der gemäßigten oder kalten Zonre, wo man auch ausschließlich gegen den Klimawandel zur Kasse gebeten wird)? Und was den steigenden Meeresspiegel anbelangt, das ist Anathema. Kaum ein Bauwerk am Meeresufer hält länger stand als ein Menschenalter, um dann erneuert zu werden, wobei ein eventuell steigender Meeresspiegel berücksichtigt wird. Wer’s nicht glaubt möge die Kaimauern beliebiger Häfen studieren. Was da heute invetiert werden soll, ist obsolet bevor es irgendwann nützlich wäre.

    Mehr Gelassenheit bitte!

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      Christian Anders sagte:

      @Bauer

      „Wärmeres Klima nützt allen“

      Als Endzustand, wenn man ihn bereits angepasst ist. Aber doch nicht der Weg dorthin mit einer Geschwindigkeit von wenigen Menschengenerationen, also die Zeit, in der man sich anpassen muss.

      Dass es auch Weltgegenden gibt, die von einer Erwärmung in keiner Weise profitieren sondern Fruchtbarkeit und Besiedelungswert verlieren, erwähne ich auch noch.
      Das liegt daran, dass

      a) temperatursensitive Ökosysteme begrenzte Migrationsgeschwindigkeiten im Anpassungsprozess haben und
      b) Einigermaßen intakte Ökosysteme auch in der modernen Welt immernoch Basis großer Wirtschaftszweige sind.

      Dass ich als Hungerleider im Kongo so gravierende Probleme habe, dass mich derlei Zukunftsmusik gar nicht kümmern kann, ist richtig. Das heißt aber nicht, dass die Probleme inexistent wären.

      „Mehr Gelassenheit bitte“

      Bei gleichzeitiger Wahrhaftigkeit! Richtig, gerne.

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        Jacques sagte:

        Naja, wenn sie Pech haben sorgt ein völlig unvorhersehbares Naturereignis für einen ganz drastischen Klimawandel.
        Bspw. durch den Ausbruch eines Supervulkans, was immer mal wieder vorgekommen ist.
        Zweifellos wird die zunehmende CO2 Düngung den Planeten deutlich grüner machen.

        Auch am Ende des Jahrhunderts werden wir uns noch im Eiszeitalter befinden, daran werden wir gar nichts ändern.
        Die Staaten mit angeblichem Klimaproblem haben ganz andere Probleme, nämlich meist einfach eine Überbevölkerung.
        Die wenigsten Menschen leben auf Eilanden wie den Malediven. Das ist historisch einfach völlig bedeutungslos.

        In Sibirien sind riesige Gebiete völlig unbewohnt! Alles machbar!

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        Bauer sagte:

        @ Ch. Anders

        >> “Als Endzustand, wenn man ihn bereits angepasst ist. Aber doch nicht der Weg dorthin mit einer Geschwindigkeit von wenigen Menschengenerationen, also die Zeit, in der man sich anpassen muss.”

        Geht’s noch? Wir sind doch nicht mehr in dem Stadium, dass wir erst mehr oder weniger Körperbehaarung entwickeln müssten, um einer Klimaänderung von wenigen Grad standzuhalten. Da wird ständig vom technologischen Fortschritt gebrabbelt, aber ausser Acht gelassen, dass ganz ohne zusätzlichen Aufwand innerhalb von zwei Generationen der Baubestand zu 80 % ohnehin erneuert wird, und dann eben angepasst an die dann vorhandenen Vorbedingungen. Andere Anpassungen, wie Infrastruktur, Energieversorgung, usw. haben sogar eine noch viel kürzere Zykluszeit (eher 30 Jahre). Da sich jetzt den Kopf zu zerbrechen über das Jahr 2100 ist völlig absurd.

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        Christian Anders sagte:

        @Bauer

        Diese Lösung für eine Untereinheit eines Teilproblems bringt jetzt was genau?

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        Richard Ott sagte:

        “Diese Lösung für eine Untereinheit eines Teilproblems bringt jetzt was genau?”

        Sie schwächt das Potential für grüne Panikmache ab und ist daher politisch gesehen vollkommen unerwünscht.

  7. Avatar
    Christian Anders sagte:

    Lomborgs „kühler Sachverstand“ äußert sich aber auf seltsame Weise. Die banale Erkenntnis, dass es auch noch andere gewichtige Probleme zu lösen gibt und die auch von keinem bestrittene Erkenntnis, dass die geplanten CO2-Reduktionsmaßnahmen je nach Ausgestaltung auf die Ärmsten abgewälzt werden können (bei Lomborg ist es ein „werden“ bzw. „müssen“) begründet er zwar mit keiner Leugnung des Klimawandels, aber doch mit „handverlesenen“ Daten, mit denen er immer wieder zu zeigen versucht, dass das Problem ohnehin völlig überbewertet ist. Dieser Form des science-denialism begegnet er immer wieder mit der Entgegnung, nunmal kein Wissenschaftler zu sein. Aha.

    Das ist methodisch sicherlich KEIN kühler Sachverstand. Wir können ja diskutieren, WAS genau das ist, was es nicht ist, sieht man, wenn man denn will. Ich nenne es eine falsche Dichotomie gestützt von falschen Fakten: Lomborg nutzt Cherrypicking at its finest um eine Position zu begründen, die von der Limitierung von Optionen auf Alternativen zueinander beruht. Diese Limitierung ist Prämisse seiner ganzen Argumentation, dabei ist sie überhaupt nicht zwangsläufig.

    Ich muss kein Klimaaktivist sein (bin ich ja tatsächlich auch nicht, meine Position ist bekannt), um das anrüchig zu finden.

    Hat was von „der Feind meines Feindes ist mein Freund“.

    Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Christian Anders

      “Hat was von ‘der Feind meines Feindes ist mein Freund’.”

      Nö, es ist in der realen Welt, wo kein aus der Staatskasse gefülltes Budget zur Verfügung steht (ich weiß, das kennen Sie nicht, aber stellen Sie es sich doch für einen Moment wenigstens mal vor), viel simpler:

      Sie können nicht alle Probleme gleichzeitig lösen, und schon gar nicht, wenn Sie all dasjenige mitzählen, was auch irgendwelche hysterischen Randgruppen für “Probleme” halten. Und warum nicht? Weil unsere Mittel sehr begrenzt sind.

      “und die auch von keinem bestrittene Erkenntnis, dass die geplanten CO2-Reduktionsmaßnahmen je nach Ausgestaltung auf die Ärmsten abgewälzt werden können”

      Soll das ein Vorschlag von Ihnen sein, die Finanzierung der “CO2-Reduktionsmaßnahmen” so auszugestalten, dass die Ärmsten die Kosten nicht tragen? Wer soll das stattdessen zahlen? Deutschland?

      Dann wirds für uns aber noch viel teurer als die Pläne bisher schon sind. Alleine Afrika hat 1,3 Milliarden Einwohner, schon vergessen?

      Antworten
      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        Ich widerspreche gar nicht, dass man Probleme bei begrenzten Lösungsmöglichkeiten priorisieren muss.

        Ich werfe Lomborg vor

        a) Die Begrenztheit der Lösungsmöglichkeiten zu übertreiben und
        b) die Schwere der Probleme bei dem von ihm nach unten priorisierten Problem Klimawandel zu untertreiben sowie
        c) durch absichtliche Manipulation der Darstellung von Daten b) zu erreichen.

        Gerade durch b) stützt er aber argumentativ auch a): Wenn es eh nicht so schlimm ist, braucht man auch nicht viel tun.

        Wenn man seine Quellen checkt, ist es öfter mal so, dass nicht mal seine eigenen Quellen seine Aussagen stützen (gehört zu c) ). Er verlässt sich offenbar darauf, dass seine Anhänger nicht so genau nachgucken.

        An Daniel Stelters Artikel stößt mir deshalb auf, dieses Vorgehen zu „kühlem Sachverstand“ zu veredeln.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        “Ich widerspreche gar nicht, dass man Probleme bei begrenzten Lösungsmöglichkeiten priorisieren muss.”

        Na immerhin. Leider haben Sie dann noch weitergeschrieben:

        “Ich werfe Lomborg vor

        a) Die Begrenztheit der Lösungsmöglichkeiten zu übertreiben”

        Ach, Sie glauben ernsthaft, Sie könnten gleichzeitig das globale Energieversorgungssystem komplett umbauen ohne dass unser globaler Lebensstandard sinkt?

        Da werfen Sie Lomborg “science-denialism” vor und betreiben selbst “reality denialism”.

        Wie soll denn das alles zusammen gehen, was Sie gleichzeitig wollen?

        “b) die Schwere der Probleme bei dem von ihm nach unten priorisierten Problem Klimawandel zu untertreiben sowie”

        Und Sie können ganz objektiv beurteilen, dass “Klimawandel” viel schlimmer als, sagen wir mal, “Kindersterblichkeit” ist? Lassen Sie mich raten: Etwa, weil Sie “Wissenschaftler” sind? ;)

        “c) durch absichtliche Manipulation der Darstellung von Daten b) zu erreichen.”

        Ein Beispiel bitte.

        “An Daniel Stelters Artikel stößt mir deshalb auf, dieses Vorgehen zu „kühlem Sachverstand“ zu veredeln.”

        Und ich finde es extrem penetrant, wenn grüne Klimagläubige sofort “science denialism” schreien und auch noch die anderen Buzzwords von der Bullshit-Bingo-Karte einbauen, sobald jemand “Klimawandel” nicht für das dringendste Problem hält, das wir im Moment haben.

        Fragen Sie mal in einem Slum in Lagos, wie viele Leute da glauben, “Klimawandel” sei unser wichtigstes Problem. Das Ergebnis wird Sie überraschen, aber dann können Sie die Leute dort ja als cherrypickende Science-Denier beschimpfen. (Aber Vorsicht, viele dort sind bewaffnet…)

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Beispiel: Lomborg hat – konkret beim Meeresspiegelanstieg – eine Zweijahresperiode (aus dem Kopf, ich glaube 2007 – 2008) rausgegriffen, die gegen den Trend von 80 Jahren lief (und danach auch wieder auf diesen einschwenkte). Er hat die Daten rausgeschnitten, gezeigt, gesagt: Sehrt her, alles nicht so schlimm.

        Deshalb mein Argument: Er relativiert nicht Kindersterblichkeit gegen Klimawandel per se (was nicht geht, ich zumindest kann das nicht), sondern er dimmt den Klimawandel durch Dinge wie o. g. ABSOLUT (nicht relativ zu irgendwas) um DARAUS seine Position abzuleiten.

        Das ist unredlich. Es ist auch dann unredlich (und methodisch schlicht falsch), wenn es andere zwingende Problemlagen gibt.

        Und ja, ich bestreite dass Kindersterblichkeit (die v. a. auf Unterernährung und medizinische Unterversorgung zurückgeht) zurückstehen müsste bei einem Umbau der Energiewirtschaft. Wir stehen nicht vor der Entscheidung „Impfen ODER Energie“. Wir stehen nicht vor der Wahl „Brunnen bauen ODER Solarpanele“. Wir stehen nicht vor der Wahl „Nahrungsmittel anders verteilen ODER Kohleausstieg“. Und die Wahl „Afrikanische Märkte mit EU-subventionierten Agrarprodukten unten halten“ ist auch in keinem Ausschlussverfahren zu Windkraftparks.

        Der logische Link zwischen Kindersterblichkeit, die nicht zu verhindern sein wird, wenn man was gegen den Klimawandel tun will, ist sehr schwach. Beides gegeneinander ausspielen ist „kühler Sachverstand“?

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        “Und ja, ich bestreite dass Kindersterblichkeit (die v. a. auf Unterernährung und medizinische Unterversorgung zurückgeht) zurückstehen müsste bei einem Umbau der Energiewirtschaft.”

        Doch. Medizinische Versorgung und der Umbau der Energiewirtschaft kosten nämlich beides Geld. Oder, wenn Sie Geldknappheit am liebsten per Staatsfinanzierung durch die Druckerpresse oder so abschaffen wollen, dann bleibt das Problem immer noch auf ganz konkrete Ressourcen bezogen: Für das Fundament von einer Windkraftanlage brauchen Sie genauso Beton wie für den Bau von einem Krankenhaus. Wenn Sie nicht genug Beton für beides haben, aber beides wollen, dann müssen Sie sich entscheiden.

        “…wir stehen nicht vor der Wahl „Brunnen bauen ODER Solarpanele“.”

        Wenn Sie wirklich nicht kapieren, dass wir nicht unbegrenzt viele teure Investitionsprojekte gleichzeitig durchführen können, weder auf globaler noch auf nationaler Ebene, dann sind sinnvolle Diskussionen mit Ihnen ziemlich aussichtslos. Dann kann ich nur jedes Mal davor warnen, was für ein realitätsfremde und spinnerte Ansichten Sie haben, wenn Sie sich zu dem Thema hier äußern.

        Aber ich habe eine Anregung für Sie: Gehen Sie doch mal zur nächsten Sitzung von Ihrem Stadt- oder Gemeinderat. Da werden Sie ganz konkrete Diskussionen darüber erleben, für welche Ziele begrenzte Mittel am besten eingesetzt werden sollten.

        Es ist wirklich so, das ist kein *greift in den linken Buzzword-Werkzeugkasten* “Narrativ” von “neurechten” bösen “science-deniern”.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott @DT

        @Ott

        Wenn das alles so sonnenklar ist, bestünde für die Abwertung einer Problemlage in „absolute terms“ seitens Lomborg ja gar keine Notwendigkeit.
        Er könnte das rein gesellschaftliche Argument führen, dass mit den begrenzten Ressourcen andere Probleme zuerst zu lösen seien.
        Er verquickt das gesellschaftliche Argument aber mit naturwissenschaftlichen um es naturwissenschaftlich zu bemänteln. Seine wissenschaftliche Argumentation erweist sich dabei als unhaltbar und hochgradig manipulativ.

        Ich halte bei Begrenztheit echter Ressourcen ein Krankenhaus in einem medizinisch unterversorgten Gebiet übrigens auch für deutlich wichtiger als 10 Windräder. (Umrechnungsfaktor WR/KH rein fiktiv).
        Was Unterernährung und Medizin angeht, sehe ich allerdings, dass an der Stelle mit wenig noch viel erreicht werden kann (Pareto) und der Impact auf die zu verteilenden Ressourcen deshalb eher gering ist. Folglich ist die Konkurrenzsituation zu anderen Problemlösungen auch eher gering.

        @DT

        So ist es. Sie haben herausgestellt, WARUM Lomborg auf die Weise manipulieren muss, wie er es tut: Weil die Gegenrechnung sonst nicht aufginge. Also, salopp: Erst herleiten, auf der Gegenseite der Bilanz stünde eh keine große Bedrohung und sie dann – silently – einfach wegfallen lassen.

        Wenn er sagen würde, er sieht zwar das Problem, aber noch ein größeres und man könne nur eins davon lösen: Würde ich verstehen. Dann allerdings hätte er „nur“ eine Meinung. Er will aber die Richtigkeit seiner Meinung wissenschaftlich belegen, was bei korrekter Methodik nicht geht.
        Ich könnte schon wieder das bekannte Hossenfelder-Video… lassen wir das!

        Sein Impact ist allerdings sehr hoch, weshalb es sich lohnt, sich mit ihm kritisch zu beschäftigen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        “Er könnte das rein gesellschaftliche Argument führen, dass mit den begrenzten Ressourcen andere Probleme zuerst zu lösen seien.”

        Ja, aber das ist doch erstens für die Diskussion total langweilig, und zweitens sehe ich überhaupt nicht ein, wieso ich Ihre Panikmache schlucken sollte, wenn Sie von den angeblich existierenden “Kipp-Punkten”, dem ach so gefährlichen Meeresspiegelanstieg , der über die Jahrhunderte dazu führen wird, dass wir neue Hafenanlagen und Deiche bauen müssen, was die Menschheit aber auch die letzten Jahrhunderte immer wieder getan hat, und der angeblich nicht schnell genug vonstatten gehenden Anpassungsfähigkeit unserer Ökosysteme bei schneller Klimaveränderung schreiben.

        Und die sogenannten “Klimawissenschaftler” stellen andauernd extrem weitreichende wirtschaftliche und sozialpolitische Forderungen – jetzt sind sie beleidigt, wenn Ökonomen die heiligen Glaubenssätze der Klimareligion ketzerisch anzweifeln?

        “Was Unterernährung und Medizin angeht, sehe ich allerdings, dass an der Stelle mit wenig noch viel erreicht werden kann (Pareto) und der Impact auf die zu verteilenden Ressourcen deshalb eher gering ist. Folglich ist die Konkurrenzsituation zu anderen Problemlösungen auch eher gering.”

        Wie putzig, das “Pareto-Prinzip”-Argument.

        Weil Sie alles gleichzeitig wollen, sollte man also nur die billigsten Medizin-Probleme lösen um so die Kindersterblichkeit ein bisschen zu verringern, damit gleichzeitig genug Geld für möglichst teure “Klimaschutz”-Maßnahmen bleibt?

        Da freut sich der Elektroauto-Ladesäulen-Aufstellfirma-Mann vom örtlichen “Erneuerbare-Energien-Stammtisch” der Grünen, weil das auch für die Zukunft seine Profite garantiert, aber eine effizente Strategie zum Lösen aller Probleme, von denen Sie behaupten, dass sie Ihnen wichtig sind, ist es gerade nicht. Wenn Sie möglichst viele Probleme lösen wöllten, müssten Sie auch beim “Klimaschutz” mit den billigsten Maßnahmen beginnen. Das tun Sie aber nicht, stattdessen wird zum Beispiel der Elektroauto-Hype befeuert.

        Die Probleme der Dritten Welt interessieren Sie doch tatsächlich, ja? Oder ist das Interesse an ihnen nur geheuchelt, damit Sie per Klima-Panikmache einen Vorwand für den Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft hier in Deutschland konstruieren können?

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Christian Anders

      > Lomborg nutzt Cherrypicking at its finest um eine Position zu begründen, …>

      Richtig.

      >mit „handverlesenen“ Daten, mit denen er immer wieder zu zeigen versucht, dass das Problem ohnehin völlig überbewertet ist.>

      Überbewertung erkenne ich in den hier präsentierten Ausschnitten NICHT (was natürlich nicht heißt, dass Sie mit Blick auf seine sonstigen Veröffentlichungen Recht haben – ich verfolge ihn nicht).

      Er spricht HIER von FOLGEN, wenn die Energiewende so betrieben wird, wie es der Fall ist (und, nebenbei gesagt, wahrscheinlich auch der Fall sein würde, wenn „Effizienz und Effektivität in den Vordergrund gestellt werden“, wie Dr. Stelter es sich wünscht):

      “If we aim for 2°C or 1.5°C, a recent peer-reviewed study shows it’ll mean 80 million more poor and 180 million more starving by mid-century.”

      Insoweit:

      Das ist in Ordnung (wenn die Zahlen stimmen).

      Nur:

      Er müsste AUCH sagen, was die FOLGEN sind, wenn NICHT die 1,5° bis 2°C Temperaturbegrenzung angestrebt wird.

      Vielleicht sterben dann MEHR Menschen an Hunger?

      Darauf geht er nicht ein – und das ist ihm vorzuwerfen:

      Er DISKREDITIERT, was getan bzw. angestrebt wird als „Beweis“ dafür, dass es nicht nur falsch, sondern SCHÄDLICH ist.

      Methodisch ist das eine der üblichen üblen Argumentationsfiguren, mit denen Leute EINGEFANGEN und, worauf Sie verweisen, gleichzeitig Optionen AUSGEBLENDET werden.

      Funktioniert nach allen Richtungen, was heißt:

      Die Bekämpfung des Klimawandels kann auf VIELFACHE Weise SCHÄDLICH sein.

      Bei UNS angefangen.

      Antworten
      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @DT

        „If we aim for 2°C or 1.5°C, a recent peer-reviewed study shows it’ll mean 80 million more poor and 180 million more starving by mid-century“

        Es ist ein Paradebeispiel für die ABSICHTLICHE Manipulation durch Lomborg. Das Paper ist nicht lang, ich empfehle einfach mal mindestens die Introduction und die Conclusion zu lesen: https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/abb55d

        Oder für ganz Eilige zitiere ich:

        „Almost all cases show carbon tax revenue that is greater than the poverty gap […] We found that carbon tax revenue has a great potential to help eradicate poverty […]“

        Ja, das ist die Studie auf die Lomborg sich bezieht mit „80 million more poor and 180 million more starving“. Diese beiden Zahlen konnte ich in der Studie übrigens NICHT finden.

        Wie genau nennt man sowas?
        (genau dieses Vorgehen ist System bei Lomborg)

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        “„Almost all cases show carbon tax revenue that is greater than the poverty gap […] We found that carbon tax revenue has a great potential to help eradicate poverty […]“”

        Das ist der gleiche Denkfehler, den die Grünen mit ihrer “Klimadividende” machen.

        Wenn Sie die Einnahmen aus der CO2-Steuer für Umverteilung nutzen wollen, müssen Sie darauf hoffen, dass weiterhin schön viel CO2 emittiert wird – sonst verschwindet diese Einnahmequelle nämlich.

        Sie können mit dieser Maßnahme nicht gleichzeitig “Armut bekämpfen” und “das Klima retten”, es geht nur eines von beidem.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Das können Sie gerne so sehen. Dann können Sie nur die Studie nicht als Beleg dafür anführen, wenn sie es gegenteilig sieht. Es sei denn, Sie wollen jemanden verarschen und hoffen, er merkt es nicht.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        Diese verlinkte Studie ist wirklich außergewöhnlich dämlich. Die glauben zum Beispiel, man (wer das genau tun sollte, bleibt natürlich offen) könne die Armut in Somalia dadurch bekämpfen, dass man Einnahmen aus einer globalen CO2-Steuer direkt an alle armen Somalis “transferiert” – wie auch immer das konkret funktionieren soll. Auf Unterstützung durch die somalische Regierung dürfte man jedenfalls nicht hoffen, weil Somalia als “failed state” gar keine funktionierende Regierung hat. Das ist alles geradezu erschreckend naiv, solchen Quatsch kann nur schreiben, wer “Somalia” nur als Datenzeile aus irgendeiner Datenbank mit der Liste der Namen aller Staaten auf der ganzen Welt kennt.

        “Dann können Sie nur die Studie nicht als Beleg dafür anführen, wenn sie es gegenteilig sieht. Es sei denn, Sie wollen jemanden verarschen und hoffen, er merkt es nicht.”

        Ich würde eher auf die Verlinkung einer komplett falschen URL in dem Times-of-India-Artikel tippen, in Zeitungen passiert sowas öfters. Und das hat dann niemand lektoriert oder bemerkt, es konnte ja keiner ahnen, dass 5 Wochen später ausgerechnet ein Blog in Deutschland den Artikel durchspricht.

        Ich glaube doch auch nicht grundsätzlich, dass Sie mich nur verarschen wollen, wenn wir uns streiten und Sie einen Link auf etwas setzen, das gar nicht zum eigentlichen Thema passt. Also meistens schon, aber halt nicht immer, manchmal sind es ganz simple Fehler die ohne bösen Willen passieren. ;)

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Also meint Lomborg eine andere Studie und wurde „falsch zitiert“?

        Er wurde zwei Jahre vorher mit demselben Argument und einer anderen, ähnlichen Studie schonmal falsch zitiert. Passiert ihm aber oft.

        Über die Schwächen *hüstel* der Studie dürften wir einig sein.

  8. Avatar
    foxxly sagte:

    ……… der böse geist des exponentiellen wachstumszwanges, bedingt durch das kreditgeldsystem, wird immer sichtbarer. er hat uns in ein unlösbares problem manöveriert, -was immer schon von anfang klar war, wo es hingehen wird.
    die historie hat schon mehrfach gezeigt, wie dieses problem gelöst wird.

    der wachstumszwang fürhrt zu diesen krisen. und die krisen beschleunigen und verkürzen seine lebensdauer des g-systems.

    bei der klimakrise liegt die vermutung nahe, dass es zuerst ums geschäft geht. und, wenn daraus kein geschäft entsteht, dann geht geht nichts weiter.

    also wird um die verteilung der lasten gestritten. wer wird sie wohl/leider tragen müssen?

    ich sehe in der klimapolitik einen todesstoss für die wirtschaft und gesellschaft (besonders in D u EU), welche sich sowieso schon in einen abwärtsstrudel befindet.
    und ich befürchte, dass technische inovationen, uns in dieser lage nicht retten können.

    Antworten
  9. Avatar
    Richard Ott sagte:

    bto: “dabei auch andere Ziele wie geringere Armut und Kindersterblichkeit berücksichtig[en]. Ergebnis muss ein Ansatz sein, der Effizienz und Effektivität in den Vordergrund stellt. Gerade wo bei uns nun höchstrichterlich festgestellt wurde, dass es eben genau darum nicht geht, sondern um die Fokussierung auf ein einzelnes Ziel und das auch noch ohne Rücksicht auf Verluste”

    Der Witz an dem Urteil ist ja: Wenn soetwas wie “Minimierung der globalen Kindersterblichkeit” oder “Verbesserung des Lebensstandards auf der ganzen Welt” auch als Staatsziel im Grundgesetz stünde (oder zumindest eine Formulierung, die sich von grün-aktivistischen Verfassungsrichtern dementsprechend interpretieren ließe), dann würde das Bundesverfassungsgericht auch Maßnahmen in diese Richtung einfordern und wir hätten nicht mehr “Klimaschutz ohne Rücksicht auf Verluste”.

    Wäre natürlich völlig irre, so etwas als Staatsziel von globaler Dimension ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland mit ungefähr 1% Anteil an der Weltbevölkerung zu schreiben, aber das hat bei Artikel 20a GG (“Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere” – “und zwar nur in Deutschland” steht da nicht…) auch niemanden interessiert.

    Play stupid games, win stupid prizes.

    Stupid leaders dafür stehen bei die Grünen schon reichlich dafür bereit.

    Antworten
    • Avatar
      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Richard Ott:

      Hoffentlich textet niemand ab Herbst die Nationalhymne um. Okay, die erste und zweite Strophe ist ja hoffentlich für alle Zeit gebannt, wenn sich die Geschichtsbewussten dieses Landes wie z.B. selbst ein Maaßen oder Meuthen gegen die Höckes oder Kalbitze durchsetzen.

      Aber wenn es im Herbst mit R2G blöd läuft, kommt schlimmstenfalls ein alter Text von Emanuel Geibel als 4. Strophe der Nationalhymne unter ökologischer Flagge offiziell oder inoffiziell neu zum tragen, obwohl er auf die siebte Strophe eines alten Gedichts von 1861 zurückgeht, das mir absolut zuwider ist:

      “Macht und Freiheit, Recht und Sitte,
      Klarer Geist und scharfer Hieb
      Zügeln dann aus starker Mitte
      Jeder Selbstsucht wilden Trieb,
      Und es mag am deutschen Wesen
      Einmal noch die Welt genesen.”

      Nach dem imperialistischen Wilhelm II, den mörderischen Nationalsozialisten und der sowjetgesteuerten DDR sollten wir auf eine vierte autokratieliebende politische Grundstimmung binnen 150 Jahren verzichten, auch wenn sie vermeintlich gute Absichten hat. Und da geht es mir nicht um einzelne Parteien oder Kandidaten, sondern um die ganze Gesellschaft, seien es Intellektuelle, Richter, Journalisten, Manager, Politiker oder einfache Wähler. Mit 1 % Bevölkerungsanteil und mit 2 % CO2-Anteil an der Erde ist das einfach nur eine neue Form des Größenwahns, finde ich. Und Selbstüberschätzung führt immer in die Niederlage oder Katastrophe, sei es in der Politik oder beim Militär, in der Kletterwand oder in der Spielbank. Man könnte die Aufzählung beliebig fortsetzen.

      Antworten
      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Frau Finke-Röpke

        Wenn wir hier neuerdings regelmäßig Anspielungen auf “Deutschlands Beruf” bringen, dann hat dieses prophetische Gedicht (am Anfang wird sogar auf den Klimawandel angespielt – irre, oder?) es verdient, auch mal komplett gepostet zu werden:

        Deutschlands Beruf

        Soll’s denn ewig von Gewittern
        Am umwölkten Himmel braun?
        Soll denn stets der Boden zittern,
        Drauf wir unsre Hütten baun?
        Oder wollt ihr mit den Waffen
        Endlich Rast und Frieden schaffen?

        Daß die Welt nicht mehr, in Sorgen
        Um ihr leichterschüttert Glück,
        Täglich bebe vor dem Morgen,
        Gebt ihr ihren Kern zurück!
        Macht Europas Herz gesunden,
        Und das Heil ist euch gefunden.

        Einen Hort geht aufzurichten,
        Einen Hort im deutschen Land!
        Sucht zum Lenken und zum Schlichten
        Eine schwerterprobte Hand,
        Die den güldnen Apfel halte
        Und des Reichs in Treuen walte.

        Sein gefürstet Banner trage
        Jeder Stamm, wie er’s erkor,
        Aber über alle rage
        Stolzentfaltet eins empor,
        Hoch, im Schmuck der Eichenreiser,
        Wall’ es vor dem deutschen Kaiser.

        Wenn die heil’ge Krone wieder
        Eine hohe Scheitel schmückt,
        Aus dem Haupt durch alle Glieder
        Stark ein ein’ger Wille zückt,
        Wird im Völkerrat vor allen
        Deutscher Spruch aufs neu’ erschallen.

        Dann nicht mehr zum Weltgesetze
        Wird die Laun’ am Seinestrom,
        Dann vergeblich seine Netze
        Wirft der Fischer aus in Rom,
        Länger nicht mit seinen Horden
        Schreckt uns der Koloß im Norden.

        Macht und Freiheit, Recht und Sitte,
        Klarer Geist und scharfer Hieb,
        Zügeln dann aus starker Mitte
        Jeder Selbstsucht wilden Trieb,
        Und es mag am deutschen Wesen
        Einmal noch die Welt genesen.
        https://hor.de/gedichte/emmanuel_geibel/deutschlands_beruf.htm

        Ich finde es faszinierend, wie einerseits die Anspielungen auf die Monarchie, auf Anführer mit Kompetenz und Erfahrung und auf den französischen und den schwedischen Erbfeind heute wie völlig aus der Zeit gefallen klingen, aber gleichzeitig andere Sätze sofort Zustimmung von den heutigen Grünen und den noch viel durchgeknallteren Kollektivisten weiter links aber auch ganz rechts bekämen, nur mit unterschiedlicher Motivation dahinter. (“Aus dem Haupt durch alle Glieder / Stark ein ein’ger Wille zückt, / Wird im Völkerrat vor allen / Deutscher Spruch aufs neu’ erschallen.”)

        Das ganze sagt wohl mehr über den angeblich nicht existierenden Nationalcharakter der Deutschen aus als uns lieb ist…

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Vielen Dank für Ihre lange Antwort. Ich teile Ihre Meinung. Diese Idee teilen die rechtsaußen befindlichen genauso wie die grünlinksaußen befindlichen. Der Unterschied ist nur: die Rechtsradikalen stehen wenigstens dazu, sind aber aus Borniertheit auf den Quark auch noch stolz! Die Linksgrünen leugnen aus nachvollziehbaren Gründen, dass sie so sind und glauben diese Lüge auch noch selbst!

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