Verbot selbstfahrender Autos aus sozialen Gründen?

Die Lex-Kolumne der FINANCIAL TIMES (FT) nimmt sich der Idee des bedingslosen Einkommens an und kommt zu einem interessanten Schluss: „(…) driving is one of the world’s biggest sources of employment, largely because it has been immune from automation and globalisation. Faced with unrest, governments might prefer to keep it that way.“

Das bedeutet zwar bewusst weniger Produktivitätszuwächse, aber eben auch weniger Notewendigkeit für Umverteilung. Zunächst zeigt die FT, was die Projektionen sagen:

Quelle: FT

  • „Making unconditional cash payments to all citizens is trumpeted as a visionary solution to inequality, poverty and job insecurity. But away from countries with weak social safety nets and low poverty thresholds, the numbers do not add up. Either the basic income has to be unrealistically low or the tax rate to finance it is unacceptably high. Suppose the US provided its 327m inhabitants with $10,000 a year. That would be less than the 2018 official poverty threshold of $13,064. But it would cost 96 per cent of this year’s federal tax take.“ – bto: eine noch deutlichere Umverteilung als bisher.
  • „(There is) anxiety over the replacement of jobs by machines. (…) Gig work is no substitute for a full-time career.“ – bto: was sicherlich auch stimmt …
  • „The transport industry tops the tables of sectors ripe for automation. Some $80bn was invested in self-driving cars from 2014 to 2017, according to Brookings Institution. (…) Uber, which spent $457m on autonomous fleet development in 2018, warned about a potentially tricky transition to self-driving cars in its listing prospectus. Reducing the need for drivers is likely to add to their dissatisfaction. Driver protests are bad for business.“ – bto: und für die Gesellschaft?

→ FT (Anmeldung erforderlich): „Universal basic income: money for nothing“, 19. Mai 2019

21 Kommentare
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    Richard Ott sagte:

    „Müller, Meyer und Schmiede existieren heutzutage auch nur noch als Nachnamen “

    Naja fast. Es gibt heute zumindest deutlich weniger Müller und Schmiede als früher. Aber der Witz ist: Die Arbeit ist uns trotzdem nicht ausgegangen, die Jobs heute sind nur andere als früher. Und das wird auch bei der möglichen Automatisierung des Verkehrs nicht anders sein.

    Die Anzahl der „Meier“, also von Leuten mit Verwaltungsjobs, ist seit dem Mittelalter sogar deutlich gestiegen. Jedes Mal wenn irgendwo eine linke Regierung an der Macht ist, werden etliche neue solche Pöstchen neu geschaffen. Eine tolle „Transformation“.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Richard Ott, Christian Hu

      > Die Arbeit ist uns trotzdem nicht ausgegangen, die Jobs heute sind nur andere als früher.>

      NUR andere?

      Andere, die in der Mehrzahl SCHLECHTER bezahlt werden.

      Damit beginnen die Probleme:

      Das Steueraufkommen sinkt.

      Die hohen Sozialtransfers werden daher nicht mehr zu finanzieren sein.

      Die Spaltung der Gesellschaft und die sozialen Konflikte nehmen zu.

      Das Stöckersche Transformationsproblem mit dem Ziel, weniger zu arbeiten (16 Stundenwoche), ist keine Initial-Lösung, weil die Produktivität nicht so steigen wird, dass eine Bereitschaft dafür besteht, sich freiwillig dafür zu entscheiden.

      Vielmehr:

      Da die Transfers tendenziell sinken, werden mehr Menschen einen zweiten oder dritten Job annehmen müssen, um den Lebensstandard zu halten. Verstärkung dieses Trends, wenn gering qualifizierte Menschen zuwandern.

      Die Nachfrage nach Arbeit wird zunehmen und speziell um die weniger werdenden besser bezahlten Jobs in den „sterbenden“ Branchen wird es einen sich verschärfenden Wettbewerb geben.

      Denkbare Lösungen:

      – Mehr relativ schlecht bezahlt BS-Jobs auch auf höherem Niveau, etwa für Rechtsanwälte, um die ausufernde Verdichtung im Paragraphendschungel ohne Sanktionen zu meistern.

      – Schaffung von BS-Jobs durch den Staat mit Finanzierung durch Verschuldung.

      – Helikoptergeld für den Staat und/oder die privaten Haushalte, auch in Form von BGE.

      Kurzum:

      Die Lösung entsteht nicht aus der Realwirtschaft heraus, sondern wird weitgehend MONETÄR angestoßen und schafft damit die Bedingungen, unter denen sich die Realwirtschaft orientieren kann – auch mit dem Effekt, dass individuell teilweise weniger Arbeitsstunden geleistet werden.

      Dafür sind insbesondere monetäre Staatsfinanzierung und das BGE der Schlüssel.

      Die Entwicklung ist allerdings mit dem erheblichen RISIKO verbunden, dass das Geldsystem nicht mehr beherrscht werden kann, was wiederum zu immensen Problemen führen würde.

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    BAUER sagte:

    Zunächst Grundsätzliches : Wer versuchen würde, die motorisierte individuelle Mobilität zu verbieten, oder auch nur fühlbar einzuschränken, wie hier bereits angesprochen, würde seine physische Existenz riskieren. Wenn man bedenkt, wie verbissen jedermann fast von Kindesbeinen an versucht, an dieser Errungenschaft des 20. Jhdts aktiv teilzunehmen und welch enorme Mittel (gemessen an der finanziellen Potenz) hierfür aufgewandt werden, weiss man, dass der Weg zurück utopisch ist.

    Aussserdem gilt, dass Fortschritt nicht verbietbar ist, schon gar nicht aus sozialen Gründen. Da hätte man früher ansetzen müssen und hätte IT erst gar nicht gross werden lassen dürfen. Also ebenfalls Utopie.

    Zur Frage des automatisierten Strassenverkehrs selbst sind drei Problemkreise erkennbar: technisch, rechtlich, ethisch.

    Die technischen Probleme sind lösbar, dem Ingenör ist nichts zu schwör. Unfallfreie Fortbewegung darf man davon aber nicht erhoffen. Jede Technik hat eine unvermeidliche Fehlerquote, je komplexer, desto mehr.

    Dies führt zwangsläufig zu den rechtlichen Problemen. Das Gesetz kennt die Gefährdungshaftung, insbesondere wenn ein technisches Gerät an (auch sachkundige) Laien verkauft und von diesen dann (hier: öffentlich) betrieben wird. Die USA haben vor 40 Jahren fast ihre Luftfahrtindustrie durch unüberlegte Überdehnung der Produkthaftung ausgelöscht, als die Produkthaftungsprämie den Wert des Neuflugzeugs überstieg. Weder die Kfz-Industrie noch die Eigentümer selbstfahrender Vehikel werden bereit sein, derartige Versicherungskosten zu tragen.

    Die Deutsche Ethikkommission hat sich vor zwei Jahren schon mit den ethischen Fragen des autonomen Fahrens beschäftigt. Der diesbezügliche Bericht https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Publikationen/DG/bericht-der-ethik-kommission.pdf?__blob=publicationFile
    lässt einiges zu wünschen übrig. Als Argument für autonomes Fahren wurde z.B. darauf verwiesen, dass Aufzüge schon längst autonom und äusserst sicher betrieben werden. Ich habe mir schon damals den bescheidenen Hinweis gestattet, dass Aufzüge in je einem gesicherten Fahrschacht mit garantierter Hindernisfreiheit und vorprogrammiert bewegt werden, der Vergleich also nicht nur hinkt, sondern voll daneben liegt.

    Auch wurde viel Zeit und Papier verschwendet mit dem bekannten Dilemma “hinter einer Kurve spielende Kinder überfahren oder in den Abgrund steuern”. Dabei wurde wohl übersehen, dass bereits seit jeher die eiserne Regel gilt, nicht schneller zu fahren als die Sichtweite erlaubt und nötigenfalls – auch im Zweifel – ganz anzuhalten. Das sollte auch einem Fahrautomaten vermittelbar sein.

    Im Endeffekt wird es dazu kommen, dass die Hersteller schon aus Selbstschutz diese Regel mehr als ausreichend beherzigen und der autonome Verkehr durch Verlangsamung an sich selbst erstickt.
    Kein Grund zur Aufregung. Der Weg dorthin ist noch weit.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Bauer

      >Wer versuchen würde, die motorisierte individuelle Mobilität zu verbieten, oder auch nur fühlbar einzuschränken, wie hier bereits angesprochen, würde seine physische Existenz riskieren.>

      Genau meine Meinung.

      Aber:

      Die motorisierte individuelle Mobilität (in der heutigen Form) kann sehr wohl verschwinden, ohne jemals verboten worden zu sein.

      Es muss auch nicht die Verlangsamung des Verkehrs sein, die fürs Verschwinden sorgt.

      Es ist eine Frage des Kosten-/Nutzenverhältnisses in einer Lebenswelt, die möglicherweise durch andere Präferenzen geprägt ist.

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        BAUER sagte:

        @ DT
        Danke für Ihre Replik. Zu meiner Aussage gehört aber auch der zweite Satz:
        „Wenn man bedenkt, wie verbissen jedermann fast von Kindesbeinen an versucht, an dieser Errungenschaft des 20. Jhdts aktiv teilzunehmen und welch enorme Mittel (gemessen an der finanziellen Potenz) hierfür aufgewandt werden, weiss man, dass der Weg zurück utopisch ist.“

        Natürlich werden die Kosten steigen. Das steigert aber auch die Verbissenheit. In F werden heute schon Autos mitten im Verkehr am Rotlicht mit vorgehaltener Waffe geraubt. Das dauert nur 5 Sekunden.

        Die Chancen diesbezüglicher Umerziehung mit zivilisierten Mitteln – quasi ein Zurück ins Biedermeier – kann man ruhig als utopisch einschätzen. Oder sehen Sie da realistische Möglichkeiten? Man wird ja heute schon der Gewalt im öffentlichen Raum nicht mehr Herr. Natürlich kann man auch von voll gepanzerten Fahrzeugen träumen, womit wir wieder bei den Kosten wären, siehe oben.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        D’accord:

        Mit Umerziehung lässt sich nichts erreichen, jedenfalls nicht in Gesellschaften wie unserer.

        Was ich als realistisch ansehe:

        Aufgrund interner und externer Entwicklungen, die keine Partei oder Parteienkoalition wesentlich beeinflussen können, sind wir auf dem Weg zu relativen Wohlstandsverlusten gemessen an dem, was als Wohlstand gilt und Sie zurecht mit den Errungenschaften des 20. Jahrhunderts verbinden.

        Wenn z. B. die E-Mobilität nicht den INDIVIDUELLEN Nutzen hat, der mit den heutigen Fahrzeugen verbunden wird, nehmen die Menschen das als Wohlstandsverlust wahr. Dies auch dann, wenn der technologische Wandel von der Regierung erzwungen wird und es allgemein akzeptierte Begründungen dafür gibt, etwa die vermeintliche oder tatsächlich notwendige Energiewende.

        Auf Basis fortgeschrittener Kollektivierung werden die Betroffenen versuchen, ihren abnehmenden Wohlstand durch Umverteilung zu kompensieren.

        Das führt zu zunehmenden Konflikten, denn was die einen erhalten, fehlt den anderen. Wer das verneint, betreibt Voodoo-Ökonomie.

        Erforderlich wäre die EINSICHT, dass relative Wohlstandsverluste gesamtgesellschaftlich unvermeidbar sind und ein Konsens darüber, wie man damit am besten umgeht.

        Da diese Einsicht auf allen Ebenen bis hin zur EU fehlt und Parteien wie Institutionen sie aufgrund des Überbietungswettbewerbs nicht vermitteln können, wird die Spaltung in den Gesellschaften wachsen bis hin – nicht auszuschließen – zu Unregierbarkeit.

        Was dann kommt, ist ungewiss.

        Die jüngere Geschichte lehrt nichts Gutes.

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    „Faced with unrest, governments might prefer to keep it that way.“‘

    Also wenn ich mich in den letzten Monaten beruflich mit Spediteuren und Busunternehmern unterhalte, höre ich in Deutschland gerade eher das Gegenteil, das ich als Außenseiterin ungefähr so zusammengefasst zitieren würde:

    „Wir wären bei Fortschreibung der aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt für Fahrer schon froh, wenn wir bei Reisebussen, Schwertransporten, Gefahrgutfahrzeugen und ähnlichem in Zukunft genügend Fahrer haben. Selbstfahrende Fahrzeuge, die z.B. Routinestrecken (Linienbus) oder lange Autobahnfahrten (z.B. Hamburg – Stuttgart) meistern können und auf der Seite der Lenkzeiten zu Entlastung führen, könnten uns in der Zukunft helfen, nicht nur Kosten zu sparen, sondern vor allem überhaupt weiter die Fahrzeuge bewegen zu können. Denn der demografische Wandel, die Abschaffung der Wehrpflicht, die zunehmende Studierneigung, die hohen Führerscheinkosten und der Wertewandel führen dazu, dass wir fast keinen Nachwuchs mehr bekommen.“

    Das spricht zumindest nicht gerade für die o.g. These, dass die Regierungen es evtl. verhindern wollten. Bisher hat man sich in Deutschland auf dem Arbeitsmarkt mit dem „Import“ osteuropäischer Fahrer beholfen, aber selbst das wird anscheinend immer schwieriger. Andere Länder wie USA oder Slowakei kann ich gar nicht beurteilen. Vielleicht kennt sich hier im Forum ja jemand international damit aus.

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    Michael Stöcker sagte:

    Es ist „lediglich“ ein Transformationsproblem. Wir sollten längerfristig die 16 Stundenwoche anstreben (sofern technologisch möglich) und nicht das Leben mit Bullshit-Jobs verplempern: https://blogs.faz.net/fazit/2019/05/28/buerokratie-ist-die-rettung-10725/. Ein Optimum an Bürokratie ist die Rettung; und das ist meiner Erfahrung nach deutlich weniger!

    Statt Bürokratie ist dann doch längerfristig ein BGE die Lösung, das allerdings so bemessen sein sollte, dass es nur für ein echtes/hartes Existenzminimum reicht. Wer mehr möchte als vegetieren, der kann und wird sicherlich einer Erwerbsarbeit nachgehen, die den Markterfordernissen entspricht. Vielleicht setzten sich dann auch vermehrt Zeitbörsen durch.

    LG Michael Stöcker

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Michael Stöcker:

      Hier hätte ich eine Frage an Sie: Haben wir indirekt nicht ein BGE über Hartz4 respektive die Sozialhilfe, die nur ein hartes Existenzminimum sichert? Wo ist der Unterschied Ihres Vorschlags zur aktuellen Situation? Die wegfallende Aufforderung zur Arbeitssuche, die ja mit verschiedenen Methoden auch unterlaufen werden kann?

      Über eine Antwort würde ich mich freuen.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker
      „Vielleicht setzten sich dann auch vermehrt Zeitbörsen durch.“

      Sicher nicht, selbst nicht in einem Szenario mit hoher Automatisierung und BGE. Wieso sollte zum Beispiel ein Facharzt seine Arbeitszeit 1:1 für die Arbeitszeit einer, sagen wir, Friseurin eintauschen? Diese Idee funktioniert wirklich nur in der Fantasie von absoluten Hardcore-Marxisten.

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      Contumax sagte:

      „… nicht das Leben mit Bullshit-Jobs verplempern.“
      Die Anzahl von Politaktivisten, die für ein „Vergelt’s Gott“ plus Spesenzuschlag ihren favorisierten NGO’s dienen, dürfte beträchtlich ansteigen. Die ggf. erforderlichen Sportgeräte können sie just in time während der Sechzehnstundenwoche fertigen.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Diese Diskussion ist unerheblich für Deutschland.

    Denn wir steuern zielstrebig auf die Abschaffung des Automobils zu (weitgehend unerschwingliche E-Mobilität mit vergleichsweise geringem Nutzen), Ausbau des ÖNV und Umstieg auf das Fahrrad und den E-Roller. Es wird daher als Quelle der Beschäftigung weitgehend abgeschafft.

    Und selbstverständlich werden wir mit der Finanzierung des BGE keine Schwierigkeiten haben. Denn wir werden es entsprechend der Vorstellungen von MMT finanzieren können.

    Die Menschen werden keine Schwierigkeiten damit haben, dass sie keine Karriere mehr machen können. Die wenigen Verrückten, die das noch wollen, werden auswandern.

    Die anderen müssen nur beschäftigt werden. Dafür gibt das Handy, erschwinglich für praktisch jeden. Mit ein paar ganz einfachen Klicks – Lesens und Schreiben nicht erforderlich – ist jeder Mensch in einer Welt, die ihm volle Beschäftigung bieten kann. Das ist schon heute während jeder Fahrt mit der S-Bahn oder in Zügen zu verifizieren.

    Interessant finde ich vielmehr die erste Grafik.

    In den Anfangsjahren ab 2020 liegen wir beim Risiko der Jobverluste durch Automatisierung GLEICHAUF mit UK und HINTER USA, Frankreich und Japan.

    Danach machen wir gewaltige Fortschritte – das Risiko von Jobverlusten steigt sehr deutlich.

    Aber keine Angst, wir schaffen auch das :- )

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    Thomas M. sagte:

    Bei den selbstfahrenden Brummis lässt man vielleicht doch noch einen Trucker an Bord, selbst wenn der Lkw autonom fährt: Wenn der mal liegen bleibt für kleinere Reparaturen, das nicht-autonome Tanken, wenn halb-legale Manöver nötig werden, weil man sonst nicht weiter kommt (und die die KI nicht machen mag), oder einfach nur, damit die Ladung in der Pampa nicht gekapert / geklaut wird. (Auf DMAX lernt man, dass Trucken nicht nur Lenkraddrehen ist :)

    Gibt dann vielleicht auch noch einen besseren Versicherungstarif: betreutes KI-Fahren… der kommt spätestens wenn die ersten gehackten Trucks non-stop über die Landesgrenze zum Entladen im Wald oder gegen Bit-Coin-Lösegeld verschwunden waren.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Richard Ott

      Man wird differenzieren, so dass man der Ursachenzuordnung nach den Halter ODER den Autohersteller haften lassen kann.

      Bei automatisierter Wartung kann sich die Haftung mehr und mehr auf den Autohersteller verschieben.

      Das Problem heute und vermutlich auch in Zukunft:

      Menschen wollen das Automobil zuweilen selbst lenken, obwohl sie dies nicht müssten.

      Wenn man sie nicht in Unterhaltungsparks wie den Nürburgring abserviert durch eine der Technologie angemessene Gesetzgebung, bleibt die ÜBERGABE so kritisch wie sie heute ist:

      Wenn das Fahrzeug automatisch betrieben wird, haftet keiner der Insassen.

      Wenn es einer lenkt, haftet er für bestimmte Tatbestände.

      Das ZEITINTERVALL der Übergabe der Kommandogewalt über das Fahrzeug ist und bleibt allerdings unbestimmt für die Zuweisung von Haftung.

      DENKBAR sind intelligente Übergaberoutinen, etwa dem Fahrlehrer entsprechend, der mehr und mehr die Kommandogewalt über das Fahrzeug abgibt, während der Fahrschüler sie immer zuverlässiger ausübt.

      Fraglich ist m. A. n., ob dadurch das Problem technoLOGISCH konfliktfrei zu lösen ist.

      Vermutlich löst man es letztlich regulativ.

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        BAUER sagte:

        @ DT
        Sie haben schon recht mit Ihren Vorbehalten. Man muss das Problem nur zu Ende denken :
        1- Ein autonomes Fahrzeug wird niemals ein Wohnzimmer auf Rädern sein. Der Halter/Benutzer wird es sich nicht nehmen lassen, eine Parklücke zu finden, notfalls mit einem zugedrückten Auge, und sich aus dieser wieder herauszuwinden. Gar nicht zu reden von anderen Situationen abseits der kartierten Strassen. Also wird ein autonomes Fzg. Immer mit manueller Steuerung zu versehen sein.
        2- Die Verantwortlichkeiten sind damit dreigeteilt: Hersteller/Halter/Fahrer. Wie immer der Gestzgeber da entscheidet, so wird doch der Hersteller höchstes Interesse haben, seine Verantwortlichkeit einzugrenzen, als auch der Staat möglichst viel zu wissen zur Ursachenfeststellung im Falle eines Konflikts/Schadens, bzw. zur Klärung der Schuldfrage auch im Interesse der diversen Versicherungen.
        3- Dies bedingt die lückenlose Protokollierung des Fahrtablaufs und aller durch das Fahrsystem aufgenommenen Wahrnehmungen und deren Wertung und Verarbeitung. Ausserdem müssen Daten und sekundengenauer Übergang der Fzg-Führung zwischen Autonomie und Fahrer reproduzierbar dokumentiert werden.
        4- Der damit verbundene Datenstrom muss schon aus Gründen der Sicherheit (absichtliche oder unfallbedingte Zerstörung) laufend fernübertragen werden an einen Datenspeicher. Ausserdem auch, um ggflls dem Gegner und seiner Versicherung die Schuld zuzuschieben. Die Auswertung dieser Datenfülle kostet und ich bin mir nicht sicher, ob all die dann arbeitslosen Lkw- und Busfahrer für diese Aufgabe umgeschult werden können.
        5- Da es noch lange, wenn nicht immer einen Mischbetrieb von autonomen und “unabhängigen” Verkehrsteilnehmern geben wird, wird man von letzteren eine vergleichbare Aufrüstung fordern müssen, schon um “Waffengleichheit” im Konfliktfall zu wahren.
        6- Das alles kostet und belastet letzen Endes den Nutzer, wohlgemerkt alle Verkehrsteilnehmer.
        7- Ist das am Ende vermittelbar und/oder durchsezbar? Was hat es da mit ausländischen Besuchern, deren Heimatländer diesen “Fortschritt” nicht mitmachen wollen/können?
        8- Ich für meinen Teil werde eine Rolle Aluminiumfolie dabei haben und die einschlägigen Sensoren und Antennen meines Fzgs. damit abschirmen, sobald ich meine gewohnten Freiheiten geniessen möchte.
        9- Über die mögliche Nutzung der verfügbaren Daten zur Bewegungskontrolle wage ich nicht einmal einen Albtraum.

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