„Time to change the investment recipe“

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Edouard Carmignac ist einer der ganz Großen im Investmentgeschäft. Pünktlich zum Jahresende auch eine Einschätzung zu den Kapitalmärkten von ihm. Hier als Bestätigung der Kernthesen von bto – wenngleich er den Investoren nicht so wie ich rät, Kosten zu sparen. Das wäre ja auch zu viel des Guten. In diesem Zusammenhang der Tipp: Nutzen Sie den Jahreswechsel, über Ihr Geld nachzudenken. Meine Serie „Was tun mit dem Geld“ und meine wöchentliche Kolumne bei WiWo.de, vollständig hier zu finden, bieten eine gute Grundlage dafür.

Doch nun die knappen Thesen von Edouard Carmignac:

  • Seit sieben Jahren setzen wir auf Liquidität, Risikofreude und die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung. Alles angefacht von den Notenbanken.
  • Der Wind dreht jedoch: Eine Abkühlung der Weltwirtschaft und der deflationäre Druck aus China treffen auf eine abnehmende Wirksamkeit der Geldpolitik.
  • In den USA können die Unternehmen die Kosten nicht mehr so leicht senken, während der starke Dollar die Gewinne drückt. Die Investitionen fallen und auch die Umsätze gehen zurück. Kann das der amerikanische Konsument noch mal retten? Zweifelhaft.
  • Der Abschwung in China ist real. Dabei werden die Überkapazitäten aus Angst vor den sozialen Konsequenzen nicht abgebaut, sondern in den Export gedrückt. Damit exportiert China Deflation in die Welt. – bto: was wie hier viel diskutiert haben und eine extrem schlechte Nachricht für alle Schuldner ist!
  • Die Neuausrichtung auf Dienstleistungen hilft da wenig. Die Überkapazitäten bleiben bestehen und kommen bei der kleinsten Erholung wieder auf den Markt.
  • Die globale Liquiditätspumpe läuft nicht mehr rund. Zunächst hat die Fed mit QE aufgehört, jetzt fehlen die Überschüsse der Öl- und Rohstoffexporteure (siehe Beitrag zu Saudi-Arabien). China wird ebenfalls zur Stützung der eigenen Währung auf der Verkäuferseite stehen und die EZB macht verglichen damit zu wenig. – bto: alles hier in 2015 mehrfach intensiv diskutiert.
  • Erhöht die Fed nun die Zinsen – was sie ohnehin nach meiner Meinung nur tut, um sie rasch wieder senken zu können – so tut sie das in einen wirtschaftlichen Abschwung hinein. – bto: per Definition also nur kurz.
  • Natürlich kann man dann noch auf europäische Aktien setzen. Wer aber auf den absoluten Return schaut, der muss sich eingestehen, dass wir eine drohende Rezession, Deflation und abnehmende Kraft der Notenbanken haben. Alles nicht gut für Aktien. 

Empfehlung: Aktienquote reduzieren. Auf Aktien mit Preismacht und bewiesenem Umsatzwachstum setzten.

Was er nicht sagt: wohin mit der Liquidität angesichts Negativzins und drohender Beteiligung bei Bankensanierungen?

→ FT (Anmeldung erforderlich): „Time to change the investment recipe“, 2. Dezember 2015

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