There is no easy escape from secular stagnation

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Die Diskussionen um die Thesen von Larry Summers reißen nicht ab. Während die meisten Kommentatoren den Fokus auf die Implikationen für die Wirtschaftspolitik legen, von negativen Zinsen bis hin zu Bargeldverbot und Bankenverstaatlichung, hinterfragen nur wenige die Thesen selbst. Ich habe an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass es mindestens genauso ein Schuldenüberhang wie ein Ersparnisüberhang ist. In seinem Kommentar im Blog der FT geht Stephen King, Chefökonom der Bank HSBC, weiter. Aus seiner Sicht gibt es mehr Gründe für die beschriebenen Symptome:

  • Wir haben eine große Depression verhindert, sind jetzt aber in einer großen Stagnation. Löhne steigen nicht, Zinsen bleiben dauerhaft tief, Regierungen haben hohe Schulden, die weiter wachsen, Unternehmen sparen, statt zu investieren.
  • Der Westen hielt die japanische Krise immer für eine Folge von Politikversagen, steckt jetzt aber in der gleichen Situation.
  • Summers hat demzufolge eine Situation beschrieben, die offensichtlich ist, jedoch nur an der Oberfläche gekratzt, wenn es um die Ursachenanalyse geht. Es war in der letzten Zeit nämlich nicht so, dass es nur Sparer und keine neuen Schuldner gab, wie die Verschuldungszunahme in einigen der heutigen Krisenländer vor Krisenausbruch zeigt.
  • Der Lösungsvorschlag von Summers, negative Zinsen von zwei bis drei Prozent, wird sich wohl nicht realisieren lassen, was eine praktische Überprüfung seiner Argumente erschwert.
  • Darüber hinaus ist die Abwesenheit von Inflation kein Beweis für mangelnde Nachfrage, wie die Booms der 20er-Jahre (USA) und
    80er-Jahre (Japan) gezeigt haben.
  • Vielleicht ist auch der Blickwinkel falsch. Nicht das heutige schwache Wachstum ist ungewöhnlich, sondern das hohe Wachstum der goldenen 90er-Jahre. Ursachen: offenere Märkte, mehr Erwerbsbeteiligung von Frauen, mehr Arbeitskräfte durch die Babyboomer-Generation und zunehmende Verschuldung von Haushalten. Ähnlich argumentiere ich an anderer Stelle zum Thema „Wachstum“.
  • Folgt man dieser Logik, ist die eigentliche Gefahr darin zu sehen, dass Regierungen weiterhin ein falsches Ziel mit falschen Maßnahmen zu erreichen versuchen. Folge: mehr Schulden statt Konsolidierung.

King befürchtet zunehmende Konflikte zwischen Ländern weil der Gewinn des einen, der Verlust des anderen ist. Aus meiner Sicht ist die derzeitige Politik Japans ein gutes Beispiel dafür. Was wirklich getan werden müsste, um die Wachstumskräfte zu fördern, habe ich unter anderem hier diskutiert.

Stephen King FT (Anmeldung erforderlich): There is no easy escape from secular stagnation, 24. November 2013

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