The unseen casualties of Japan’s lost decades suffer in silence

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Japan ist uns in vielerlei Hinsicht voraus: Die Bevölkerung ist schon älter, die Schulden sind schon höher, die Stagnation dauert schon länger. Ich erinnere an meinen Beitrag, Deutschlands japanisches Szenario.

Doch vermutlich können wir uns glücklich schätzen, wenn es uns in zehn Jahren so gut geht wie den Japanern heute. Wir haben nämlich das Problem, in Europa keine homogene Gesellschaft zu sein. Hier ein Professor aus Japan mit einem guten Blick auf das Land. (So soll man den Platz in der FT nutzen, nicht so wie Herr Fratzscher, der übrigens in der FT seine kruden Thesen zu Griechenland nochmals wiederholt hat. Naja. Verlinke ich nicht. Einmal ein schlechter Artikel von ihm ist o. k., aber nicht ständig.) Nun also zu Japan:

  • Für viele Gruppen der japanischen Gesellschaft war die „Japanisierung“ nicht schlecht, sie haben nicht unter Stagnation und Deflation gelitten.
  • Dazu gehören die 60 Prozent Vollangestellten, die 45 Prozent über 50-Jährigen und die 65 Prozent, die in den großen Städten leben ‒ besonders wenn sie männlich sind.
  • Sie haben ein stabiles Einkommen und die Aussicht auf eine großzügige Pension.
  • Jenen, die in den 60er- bis 80er-Jahren angefangen haben, zu arbeiten, geht es besonders gut. 80 Prozent der Vermögen werden von den über 50-Jährigen gehalten. Deren direkten Nachkommen geht es ebenfalls gut.
  • Die Leute genießen ihr Leben. Die Straßen, Geschäfte und Restaurants sind voll, die Qualität  ist sehr gut.
  • Ersparnisse bringen zwar keinen Ertrag und Billigketten wachsen auch in Japan. Aber größere Anschaffungen machen bei Nullzins auch keine große Sorge, außer man muss sich groß verschulden, was angesichts der Deflation etwas drückt.
  • Allerdings gibt es auch Schattenseiten für jene, die nicht zu diesen Gruppen gehören. Seit den 1990er-Jahren ist die Selbstmordrate deutlich gestiegen und liegt heute 60 Prozent höher als im weltweiten Durchschnitt.
  • Die Benachteiligten leiden ruhig. Es gibt wenig Proteste und Kriminalität.
  • Und weil die Jungen nur halb so oft zur Wahl gehen wie die über 60-Jährigen, kümmert sich auch kein Politiker um diese Gruppe.
  • Während die Kosten der Gesundheitsversorgung explodieren ‒ Sozialversicherung umfasst 30 Prozent der Staatsausgaben ‒ liegen die Staatsschulden bei 240 Prozent, und im Jahre 2025 kommt ein Rentner auf 1,8 Erwerbstätige.

Fazit des Autors: Wir genießen die Ruhe vor dem Sturm. Japan braucht keine kurzfristige Stimulierung durch Abenomics, sondern Nachhaltigkeit in Fiskalpolitik, Umweltschutz und Demografie. Die Frage ist, was unter der ruhigen Oberfläche brodelt.

FT (Anmeldung erforderlich): The unseen casualties of Japan’s lost decades suffer in silence, 9. März 2015

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