„Stocks may be poised for dramatic surge, technical analysts say“

Kritiker bemängeln an bto den immer wieder kritischen, ja pessimistischen Blick. Grund genug, mal etwas optimistischer auf die Welt zu blicken. Das tun wir mit einem Kommentar, der statt einer Korrektur oder gar Crash an den Börsen gute Aussichten für einen „Ausbruch nach oben“ sieht. Also deutlich höhere Kurse. Schauen wir uns den Kommentar (aus der optimistischen Perspektive) an:

  • „The intermediate and long term gauges that we track have relatively new buy signals. They are very widespread (…) Even in Japan, we’re seeing signs of life from a momentum perspective. There’s potential for it to be broad-based, not limited to the U.S.“ – bto: Das meinen Analysten in den USA. Demnach würde der Markt vor einem Ausbruch nach oben stehen.
  • „During the summer, the yield curve inverted, with the 2-year yield rising above the 10-year Treasury yield, a recession warning. That part of the curve is no longer inverted, but it is fairly flat and separated by just 4 basis points. (…) we think the market is positioned to rally into the 2020 U.S. election, (…) based on past performance, the stock market could gain 20% to 25%, and in the past it has moved higher for 17 to 20 months before peaking. Our take is after a period of such little, poor market progress, we think returns should be better looking ahead. This looks a lot like the resets in 2011 and 2016.“ – bto: Das ist die Sicht von Analysten, die sich an den Charts orientieren und an der historischen Entwicklung vor US-Wahlen. Also ohne einen Blick auf die Realwirtschaft.
  • „(…) these types of sideways markets have produced unusually strong gains, once they end. He pointed to three instances since WWII when the the market was near all time highs but had minor gains, within 3% over the trailing 12 months or under 5% for 20 months. Those periods were July 1952 to March 1954; May 1983 to December 1984, and November 2014 to July 2016 (…) In 3 of 3 cases, the resolution was a strong upside move in S&P 500 (…) with an average gain of 51% over the next 24 months, (…) In other words, ‘nowhere markets’ have been resolved by a massive upside breakout in stocks. This implies we could see the S&P 50 reach 4,500 by the end of 2021.“ – bto: Das wären sehr gute Nachrichten für die Weltwirtschaft und für Donald Trump. Denn es ist schwer vorstellbar, dass dies vor dem Hintergrund einer schlechten Wirtschaft passiert und noch unwahrscheinlicher, dass Trump dann die Wahl verliert.
  • „(…) one clue that the market could be ready to breakout, is in the way value stocks have outperformed recently and small caps have been gaining, signaling broader participation from out of favor parts of the market. (…) This is underlying bullish, and this is a sign of aggressive risk appetite.“ – bto: Das ist eigentlich mehr ein Warnsignal als ein Signal für Optimismus.
  • „(The) Euro Stoxx 600 is also near resistance, and it could breakout above 400. A breakout would be not only a short term positive, but really a longer term positive for European equities (…).“ – bto: Relativ sind europäische Aktien billig, insofern könnte das Bild passen. Was hier beschrieben wird, ist eine weltweite Erleichterungsrally nach der Lösung aller Probleme (Handelskrieg) und zugleich einem notenbankfinanzierten grünen Konjunkturprogramm.
  • „(…) a positive trade story would propel the market, and the S&P 500 would break through trend lines at 3,040 and 3,060. 3,200 is what our fundamental guys had penciled in [as a 12-month target] and I think that’s a fair base case assumption (…).“ – bto: Ich will nicht ausschließen, dass es zu einem so positiven Szenario kommt. Insofern ist es doch ein optimistischer Beitrag für heute.

→ cnbc.com: „Stocks may be poised for dramatic surge, technical analysts say“, 23. September 2019

Kommentare (22) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Tobias W. sagte:

    Nichts genaues weiß man nicht.

    Und wie immer lohnt sich ein Blick auf Gewinner und Verlierer der herrschenden Trends und Umbrüche. Von denen gibt es nämlich momentan genug:

    * Digitalisierung/Automatisierung
    * Maschinelles Lernen/KI
    * Internet of Things
    * Public Cloud
    * Zunehmende und massenhafte Vernetzung (LTE/5G, LTE M1/NB1, private LTE, LoRaWan, SigFox etc.)

    Die größten Gewinner werden die sein, die globale Plattformen rund um diese Trends aufbauen können und so Skaleneffekte nutzen. In vielen dieser Bereiche wird es weltweit nicht mehr als zwei oder drei große relevante Plattformanbieter mit einer kritischen Masse geben, die hohe Renditen einfahren werden.

    Spoiler: in Europa findet man diese wohl eher weniger.

    Wer in die Richtung investiert, wird sich über gute Renditen freuen, auch wenn es vielleicht in vielen Märkte und bei vielen Werten bergab gehen wird.

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      Richard Ott sagte:

      @Tobias W.

      „Internet of Things“ halte ich für einen totalen Hype. Schafft mehr Probleme als es löst. Mit meiner altmodischen Kloschüssel kann ich daher immer noch nicht ins Internet gehen, muss aber dafür auch keine regelmäßigen Updates und Sicherheitspatches installieren und mir bei diesem Geschäft nie über Hackerangriffe Sorgen machen.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        SIE halten es für einen totalen Hype.

        Viele schon heute nicht, Millionen morgen erst recht nicht.

        Die WACHSEN damit auf, dass Ihnen irgendeine Alexa antwortet, wenn Sie fragen: Wie spät ist es?

        Ihnen stellt sich überhaupt nicht die Frage, ob der Blick auf eine Uhr auch eine Antwort sein kann.

        Alexa ist für sie einfach nur normal, von Hype keine Spur.

        Und das ist erst der Anfang …

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        Thomas M. sagte:

        Zum Thema KI: Die kommt auf leisen Solen. Ist nicht so, dass man morgen schon den Robot-Boy in der Küche stehen hat. Aber es gibt immer mehr einzelne schlaue Module.

        Neulich sah ich eine Werbung für grammarly oder so ähnlich. Ein Software, die nicht nur die Grammatik verbessert, sondern auch den Stil. (Wie gut sei mal dahin gestellt; aber der Anspruch ist groß.)

        Zu lange Texte kommen auf den Punkt. Texte scharfer Chefs werden automatisch motivierend-freundlich; Texte unsicherer Mitarbeiter selbstbewusster.

        Positiv: Man lernt vielleicht dabei. Negativ: Es gibt nur noch einen zentralen Lehrer. Pluralität Fehlanzeige.

        Brave New World.

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        Tobias W. sagte:

        Herr Ott,

        Sie halten ja auch Gold für eine gute Geldanlage. :)

        Insofern wundert mich Ihre Realitätsferne kein bisschen.

        Alle diese Trends laufen schon auf Hochtouren, nicht immer für normale Konsumenten sichtbar.

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        Richard Ott sagte:

        @Tobias W.

        Es hat schon seine Gründe, wieso die meisten Dinge nicht mit dem Internet vernetzt sein sollten und wieso die meisten Daten nicht in einer „Public Cloud“ abgelegt werden sollten.

        Sie kommen mir vor wie jemand, der in einer Schokoladenfabrik arbeitet und sich deshalb wünscht, dass jeder Mensch auf der Welt zu jeder Mahlzeit Schokolade essen sollte. Da schreien die Naiven erstmal laut „Hurra“ („Alexa, kennst du schöne Rezepte für Schokoladensuppe?“) aber langfristig führt es gerade bei ihnen zu üblen Bauchschmerzen.

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    Thomas M. sagte:

    Bitte nicht böse sein: Aber Geopolitik, wirtschaftliche Daten und Demographie nutzten in den vergangen Jahren herzlich wenig für Kursvorhersagen. Wenn Unternehmen Buybacks machen, es günstigen Zins für Spekulation gibt und der Trend läuft und die Algos kaufen? Außerdem gibt es weltweit mehr Wohlhabende und Reiche; die müssen mit ihrem Geld auch irgendwo hin… Dann geht der Kurs halt unabhängig von Quartalszahlen nach oben. (Anmerkung: In ein paar Regionen wie China, Asia-Pacific / Japan, EM sieht mir persönlich das seit 2018 aber auch eher nach negativem Trend aus.)

    Insofern kann es locker weiter gehen, auch wenn Trump twittert und die Leute weniger kaufen. Ich hab z.B. seit 7-8 Jahren bei Zerohedge mit abnehmender Frequenz vorbeigeschaut. Da steht heute genau die gleiche Untergangsrhetorik wie damals. Mit Blick auf die letzten 10 Jahren wage ich zu behaupten, ist die Wahrscheinlichkeit wohl eher hoch als niedrig, dass es noch weiter geht.

    ABER: Die Fallhöhe nimmt damit auch zu… muss man wissen, ob man so hoch oben beim S&P500 ggf. ohne Sicherungsseil einsteigt, um mitturnen zu können.

    ABER-ABER: Vorhersagen kann man eh nix. Falls MMT und Aktienkäufe durch FED und EZB kommen, spielt die wirtschaftliche Realität ohnehin keine Rolle mehr für die Kurse gemessen in Währung!

    Ich denke der Mix an Vorhersagen zeigt auf: Man weiß nichts genaues und sollte mit beidem rechnen. Ray Dalio und andere haben ja nicht umsonst diese Allwetter-Portfolios gebaut.

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      troodon sagte:

      @ Thomas M.
      “ Man weiß nichts genaues und sollte mit beidem rechnen.“

      Und genau dies fällt sehr vielen Menschen schwer. Die wollen punktgenaue Prognosen. Deshalb wird es auch immer wieder (neue) „Gurus“ geben, obwohl die auch nichts „wissen“.
      Aber auch mit dem Wissen, dass man eigentlich nichts weiß, andere davon aber nichts wissen möchten, lässt sich Geld verdienen. :)

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        Thomas M. sagte:

        @troodon: Es hat mich einige Jahre gekostet, das zu verstehen und vor allem mich damit zu arrangieren und meinen Frieden zu machen. Von Natur aus aber will der Mensch prognostizieren – vom Knochenlesen bis zum wissenschaftlich-mathematischem Forecast reichen dabei die Methoden :)

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        >Die wollen punktgenaue Prognosen.>

        Ja, die ca. 8% der Deutschen, die Aktien besitzen.

        Die allermeisten Menschen in diesem Lande wollen aber etwas anderes:

        GARANTIERTE Sicherheit.

        Und das von der Geburt über Schule und Beruf bis zu Rente, Pflege und Beerdigung.

        Das ist nur zu verständlich, aber kein durch Unvorhergesehenes belastbares Lebensmodell.

        Wenn es kollektiv praktiziert wird, führt es zu Verlusten in allen Bereichen, um es einmal gnädig auszudrücken.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Wer bereit ist, Freiheit zu opfern, um Sicherheit zu gewinnen, verdient weder das eine noch das andere, und wird am Ende beides verlieren.“
        -Benjamin Franklin

        Aber wusste dieser alte weiße Mann schon? Der war ja auch so verrückt, dass er bei dem Brexit-Projekt der nordamerikanischen Kolonien maßgeblich mitgewirkt hat, ein völlig unverantwortlicher Austritt aus dem Wohlstands- und Friedensprojekt „British Empire“. Der war bestimmt ein Rechtspopulist.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Wieder einmal eine ach so intelligente Erklärung, warum was geschehen wird.

    Ich habe eine ganz einfache anzubieten:

    Das viele Geld, das es gibt, muss irgendwo abgelegt – sorry – angelegt werden.

    Aktienmärkte eignen sich dafür bestens.

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    Wolfgang Selig sagte:

    Sehe ich das richtig, dass CNBC bei der Ermittlung ihres Urteils weltweite Themen wie die demographische Entwicklung, die Geldpolitik, die Produktivitätsentwicklung, die Ökologie und die geopolitischen Spannungen (z.B. China – USA, Persischer Golf, Brexit, etc.) in ihrer Analyse komplett ignoriert hat?

    Dazu würde ich jetzt als Schauspieler in einer Serie von CNBC folgenden Spruch äußern: „Keine weiteren Fragen, Euer Ehren!“

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter, ich bin mir nicht sicher, ob Sie sich und Ihrem Blog mit solchen Studien einen Gefallen tun. Vielleicht braucht man das zur Ausgewogenheit, aber ich zumindest kann daraus keine gewaltigen Erkenntnisfortschritte gewinnen. Vielleicht geht es anderen Foristen anders.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Selig

      Och, interessant ist es schon. Sie dürfen nicht vergessen, dass die Themen, über die wir hier diskutieren, nur in Ausnahmefällen Mainstream-Themen sind. Oder es erst dann werden, wenn es eine akute Krise oder einen medial befeuerten Hype gibt. Siehe Klimawandel und die CO2-Steuer. Bei „Hart aber fair“ hat man ja gesehen, wie die Talkrunde schon mit dem eigentlich ziemlich bekannten Standard-Argument überfordert war dass eingesparte CO2-Emissionen in Deutschland wegen des EU-weiten Emissionshandels dazu führen dass Emissionen in anderen Ländern billiger werden und damit die Einparungswirkung zunichte gemacht wird. Es ist immer wichtig, sich umzuschauen und zu sehen, was auf der Straße (hier halt bei CNBC) gesprochen wird.

      Solange solche Jubelprognosen (S&P 500 Ende 2021 bei 4500 Punkten… irre) noch ernsthaft in den Mainstream-(Finanz-)Medien veröffentlicht werden, sind die Kurse jedenfalls weit, weit von einem attraktiven Kaufniveau entfernt – und auch der Optimismus im Markt noch so groß dass ein herber Absturz zu befürchten ist.

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        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Ott:

        Ich gehe Ihnen ja recht, nur ist die Frage, ob wir das auf bto brauchen? Ich bin mir unsicher, ob das für die übrigen Leser wirklich interessant ist. Der Beitrag schadet aber bestimmt auch nicht.

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        troodon sagte:

        @ Wolfgang Selig
        Nehmen Sie Prognosen zu den Aktienmärkten nicht zu ernst. Weder diese, noch die von den Crashpropheten. Dies Analysten müssen regelmäßig etwas zu Papier bringen, um ihre 6 oder 7-stelligen Gehälter wenigstens etwas rechtfertigen zu können. Vollkommen überbezahlt, aber freiwillig wird da logischerweise keiner verzichten…

        Aktienmärkte und Realwirtschaft müssen sich nun einmal nicht gleichgerichtet entwickeln. Und wenn es weltweit Niedrig- , Null- und Negativzinsen gibt, ist auch fundamental, bewerungsmäßig fast alles begründbar, solange es keine größere weltweite Rezession gibt.
        Um mal weg vom S+P 500 zu gehen, DAX 7000 oder 20000, sie werden wahrscheinlich jeweils begründete Analysen dafür finden…

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        Wolfgang Selig sagte:

        @troodon:

        Vielen Dank für Ihren Hinweis.

        Aktienhinweise interessieren mich grundsätzlich nicht, da ich nicht investiert bin und das auch nicht vorhabe. Ich bin mit der Finanzierung des Daches über meinem Kopf und der Finanzierung der Bildung unserer Kinder ausreichend ausgelastet und habe daher keinen Anlagenotstand, um es positiv zu formulieren…^^

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    Richard Ott sagte:

    Ah, auch noch bei CNBC. Klingt für mich eher so, als wöllten die Banken und Fonds ein paar dumme Privatanleger dazu motivieren, ihnen die Aktien abzukaufen.

    Oder aber wir lösen völlig überraschend alle unsere Probleme und es geht steil aufwärts. Kann man natürlich nie ganz ausschließen, aber da würde ich mir eher Sorgen darüber machen, vom Blitz erschlagen zu werden, das halte ich nämlich für wahrscheinlicher

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