„Five concurrent crises push Europe into the realm of chaos“

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Da hat Wolfgang Münchau recht. Europa hat es mit fünf Krisen gleichzeitig zu tun, die vor allem Deutschland heftig treffen werden. Zusammenfassung der pointierten Beobachtung:

  • Fünf Krisen gleichzeitig:
    1) Flüchtlinge strömen nach Europa. 2) Europäische Schuldenkrise (bto: Nein, die ist noch nicht gelöst, egal was Medien und Politik verbreiten.); 3) Abschwung der Weltwirtschaft (die Rezession vor der alle Angst haben); 4) die Ukraine-Krise und 5) Volkswagen. – bto: womit Münchau dieselbe Meinung vertritt wie ich, dass VW das Potenzial hat, uns in Deutschland in die Rezession zu stürzen, siehe Kommentar bei mm von letzter Woche.
  • Mit Blick auf die Flüchtlingskrise verweist er auf das Beschlagnahmen privater Immobilien und das Kündigen von Sozialwohnungen und hält lakonisch fest: Da ist Fremdenfeindlichkeit nur eine Nanosekunde entfernt. – bto: naja. Ich würde es eher Regierungsfeindlichkeit nennen, denn letztlich ist es die fehlgeleitete Politik, die das anrichtet.
  • Seehofer hat ein feines Gespür und erkennt, was sich anbahnt. Merkels Umfragewerte sinken derweil. – bto: Sie sind aber immer noch hoch.
  • Gerade die Abhängigkeit der Eurozone vom Export macht sie besonders anfällig für ein Abkühlen der Weltwirtschaft. Immerhin 3,5 Prozent vom BIP soll dieses Jahr der Handelsüberschuss ausmachen. – bto: Siehe auch meinen Kommentar: „Killt China den Euro?“
  • Die Kosten von Flüchtlingen und das Abschwächen der Wirtschaft werden dazu führen, dass Deutschland ins Defizit rutscht. Folge: Es gibt weniger Geld für die Eurozone. „Germans have decided to spend the surplus on the refugees, not on Greece.“
  • Griechenland wird so oder so bald wieder auf der Agenda stehen. Schließlich sind die Probleme dort nicht gelöst. Schuldenschnitt wird wieder diskutiert werden, doch Deutschland wird sich weiter weigern,
  • Volkswagen dürfte letztlich auch den Steuerzahler kosten, was die Last in Deutschland erhöht.

Münchau: Es droht Chaos.

Ich denke, es ist ein explosives Gemisch: ungesteuerte Zuwanderung mit massiven sozialen und finanziellen Kosten, ein Wirtschaftsabschwung und die nächste Krise in der Eurozone. Könnte sein, dass der Absturz der CDU aus luftigen Höhen, in denen man von absoluter Mehrheit träumte, mehr als brutal wird.

→ FT (Anmeldung erforderlich): „Five concurrent crises push Europe into the realm of chaos“, 27. September 2015

12 Kommentare
  1. Dieter H. says:

    Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, fünf schwarze Schwäne könnten Vorboten eines nie gekannten Winters sein.
    Dabei wären alleine die Auswirkungen jeder einzelnen dieser Krisen schon schwerwiegend genug. Die Gemengelage jedoch und was daraus entsteht undurchschaubar. Da die Politik, wie immer, erst zu spät, zu zögerlich reagieren wird, steht nichts gutes zu befürchten. Wer jetzt noch der Meinung ist, wir können mit diesem immergleichen „uns geht es gut – Valium“ die Sache überstehen, verspielt schuldhaft die letzten warmen Tage vor dem Winter.
    DH

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  2. Michael Stöcker says:

    Ja, ich kann leider ebenfalls nur zustimmen. Das Fatale daran ist, dass die Flüchtlingskrise die Geldsystem(verständnis)krise dominiert und die wahren Gründe für das ökonomische Desaster somit weiter im Dunkeln bleiben. Immerhin hat sich aber nun auch der Tagesanzeiger dieses Themas angenommen. Als Fazit schreibt Markus Diem Meier: „Dass nicht die Notenbanken in erster Linie Geld schöpfen, sondern Banken, hat grosse Konsequenzen, die hier nur angetippt werden können:“ http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/37775/das-grosse-missverstaendnis-ums-geld/. Diese veränderte Sichtweise auf die Kreditwelt ist meines Erachtens ebenso bedeutsam wie die kopernikanische Wende. Wollen wir hoffen, dass nicht erst wieder die Scheiterhaufen brennen müssen.

    LG Michael Stöcker

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  3. jürgen hienzsch says:

    Bargeldverbot in Diskussion in NRW, EURO-Politik, die unsere Haushaltsrechte mir nichts dir nichts aus der Hand gibt, deutsche Steuergelder, verschenkt an andere EU-Staaten, Schulder zurückzahlen mit neuen Schulden und nun auch noch die Nachricht, daß in Nieheim einer Frau und einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern die Sozialwohnungen gekündigt werden, um Platz für illegal eingewanderte Flüchtlinge zu schaffen.

    Für wen arbeitet diese Regierung eigentlich? Privateigentum ist offensichtlich nicht mehr schützenswert, siehe Beschlagnahmungen von Wohnraum für Flüchtlinge. Ist hier etwas im Gange, das man als „Abschaffung Deutschlands“ bezeichnen kann? Linksdiktatur?

    Ich bekomme regelrecht Angst. Angst vor unserer Regierung mit all ihren unfähigen Politikern. Es wird Zeit, eine Art Gegenöffentichkeit zu bilden und rege Sie, Herr Stelter, an doch einen Gesprächskreis im Rahmen der Leserschaft von BTO einzurichten. Ich würde kommen!

    Viele Grüße
    Jürgen Hienzsch

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