Der fehlende Deckungsbeitrag der Zuwanderung

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Damit Zuwanderung einen Beitrag zur Lösung unserer demografischen Herausforderungen leistet, müssen die Zuwanderer im Schnitt so viel verdienen, wie die schon hier lebende Bevölkerung. Es genügt auch nicht, Sozialbeiträge zu bezahlen. Wir brauchen auch deutliche Steuerzahlungen, um das Gemeinwesen (und die Umverteilungsmaschinerie) am Laufen zu halten. Wie steht es doch so schön in der von der Bertelsmann-Stiftung bezahlten und seither falsch verkauften Studie:
„Eine Wiederholung der Gastarbeitereinwanderung ist weder hinsichtlich der erwähnten Tragfähigkeitslücke noch mit Blick auf den Arbeitsmarkt im 21. Jahrhundert ökonomisch sinnvoll. Wissend um die schon erwähnten demografischen Entwicklungen, ist es mit Blick auf die Wohlstandssicherung in Deutschland hingegen sinnvoll, ja geradezu geboten, qualifizierte Einwanderer ins Land zu holen.“ – bto: und die qualifizierten Menschen im Land zu halten, wie ich in meinem Buch und auch hier immer wieder betone!

Es ist wirklich wichtig, auf die Qualifikation zu achten! Ein Mensch auf Sonder- oder Hauptschulniveau wird nicht durch Grenzübertritt zum Akademiker. Das muss man bedenken, wenn man sich die Zuwanderer ansieht. Hier eine Aufstellung der Leistungsfähigkeit in Mathematik, dem wohl entscheidendsten Indikator für künftige Innovationskraft:

Quelle: Gunnar Heinsohn

Man muss nur schauen, aus welchen Ländern die Zuwanderung erfolgt und man hat einen Indikator für die Integrationsfähigkeit. Übrigens gibt es in den jeweiligen Staaten durchaus Höher- bis Höchstqualifizierte. Doch wohin wandern diese aus? Jedenfalls überwiegend nicht zu uns.

Dies muss man im Hinterkopf haben, wenn man liest, dass jeder zweite Zuwanderer bei Deutschtests am Mindeststandard scheitert. Das widerspiegelt Lernbereitschaft und -fähigkeit.

So berichtet die WELT:

  • „(…) im vergangenen Jahr (haben) 51,5 Prozent der 172.471 Migranten, die erstmalig am Deutschkurs teilnahmen, das Kursziel „Sprachniveau B1“ nicht erreicht. Im Vorjahr waren es rund 48 Prozent gewesen. Im Jahr 2016 hatten knapp 38 Prozent der Teilnehmer beim ersten Mal das Kursziel verfehlt.“ – bto: Viele Migranten haben keinen Deutschkurs belegt. Dies auch nur als weitere Information, die verdrängt wird.

Das aber hindert jene nicht, die glauben, jeder Mensch könnte die höchsten Anforderungen der Bildung erreichen, wenn man ihn nur ließe, nach „mehr“ zu rufen (was auch immer, im Zweifel Geld und Anstrengung von uns, nicht von den Migranten):

  • „Die integrationspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Filiz Polat, kritisierte dagegen: ‘Das Bundesinnenministerium palavert zwar ständig von einer angeblichen Qualitätsoffensive, verspricht eine langwierige Evaluation, passiert ist aber bisher noch nichts.’ Nicht die Geflüchteten seien das Hauptproblem bei den Sprachkursen, sondern das mangelhafte System BAMF, sagte sie.“ – bto: Das ist so realitätsfern, dass man es nur als Ideologie verbuchen kann. Doch mit welchem Ziel? Denn auch Frau Polat will im Alter versorgt sein.

Womit wir bei dem grundlegenden Problem sind. Nach Deutschland kommen jene, die woanders nicht genommen und schon gar nicht so gut versorgt werden. Das hat mit den ökonomischen Anreizen zu tun. Hier nochmals die Fakten:

Quelle: Citi, University of Oxford

Kein Wunder, dass man lieber nach Deutschland kommt, obwohl das Wetter in Italien (von 2018 abgesehen) so viel schöner ist. Übrigens weiß ich nicht, was passieren würde, wenn man diese Analyse mal breit in den deutschen Medien diskutieren würde.

In der NZZ erschien passend dazu ein nüchterner Kommentar von jemandem, der offensichtlich rechnen kann. Kernaussage: Wenn Top-Verdiener gehen und Leistungsempfänger einwandern, dann geht das auf Dauer nicht. Richtig. Aber auch dies ist ein Tabu im politischen Berlin und man fragt sich, ob die es wirklich nicht verstehen oder aber partout nicht verstehen wollen.

Kein Wunder, dass die Klügeren Reißaus nehmen:

  • „Übersehen wird dabei ein anderes Problem: dass etwa aus dem wirtschaftlich prosperierenden Deutschland viele Hochqualifizierte auswandern. Deutschland ist, wie einst im 19. Jahrhundert, wieder ein Auswanderungsland, ohne dass dieses Phänomen in der deutschen Öffentlichkeit diskutiert werden würde.“ – bto: Auch so ein Tabu.
  • „Es sind aber keine deutschen Erntehelfer, sondern Hochqualifizierte, die heute fortgehen, um im Ausland zu arbeiten. Deutsche Ärzte in der Schweiz und Norwegen, aber auch deutsche Ingenieure in Australien gehören zu diesen leisen Auswanderern. (…) Da es sich nicht um Geringqualifizierte handelt, hat schon eine kleine Zahl von Emigranten nennenswerte Effekte.“ – bto: Vor allem sind es diejenigen, die den Laden finanzieren.
  • „2017 lag Deutschland gemäß Weltbank auf Platz 9, hinter klassischen Auswanderungsländern wie Indien, China oder den Philippinen.“ – bto: Maßstab sind hier die Überweisungen aus dem Ausland zurück. Ich denke, dies unterschätzt noch den Effekt, weil bei uns die Auswanderer im Unterschied zu Entwicklungsländern nicht eine Familie zuhause ernähren müssen.
  • „Angestammte Einwanderungsländer sind in der Lage, wirtschaftliche Anreizstrukturen für hochqualifizierte Zuwanderer und Einheimische zu schaffen.“ – bto: und wir nicht. Wir vergraulen qualifizierte Einheimische und ziehen unqualifizierte Ausländer an. Darauf muss man erst mal kommen! Und dann, wenn Letztere sich nicht integrieren, weil es auch am erforderlichen Niveau fehlt, dann liegt es nicht an denen, sondern an uns.
  • „Deutschland hingegen verbindet die Auswanderung Hochqualifizierter mit der Einwanderung Geringqualifizierter. Die auf Kosten der deutschen Steuerzahler ausgebildeten Mediziner und Ingenieure maximieren ihren persönlichen Nutzen, was nachvollziehbar und legitim ist. (…) Angestellte Ärzte in leitender Funktion verdienen in Deutschland ein Drittel dessen, was für vergleichbare Positionen in Australien oder den USA gezahlt wird. Dort reichen Jahresgehälter angestellter Ärzte bis zu 450 000 Euro. In Dänemark oder der Schweiz liegen die Gehälter immerhin beim Doppelten des deutschen Wertes.“ – bto: Und bei uns darf man dann beim 1,3-fachen Durchschnittseinkommen den Spitzensteuersatz bezahlen!
  • „Ein Assistenzarzt an einem deutschen Krankenhaus verdiente 2018 brutto rund 81 000 Euro und damit gerade einmal 4300 Euro mehr als ein Lastwagenfahrer, der in den USA für die Handelskette Walmart arbeitet. Nach Steuern und Sozialabgaben hat der Trucker ein höheres Nettoeinkommen als der deutsche Mediziner.“ – bto: Ich denke, das muss man nicht mehr kommentieren.
  • „Für die Einwanderungsländer ist die Einwanderung Hochqualifizierter ein lohnendes Geschäft. Diese Arbeitskräfte erhöhen die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung des Landes und tragen so zu einer Festigung des Lebensstandards der einheimischen Bevölkerung bei. (…) Deutschland dagegen hat mit seinem «brain drain» das Nachsehen.“ – bto: Das ist Dreisatz!
  • „Die grosse Zahl von Zuwanderern mit geringer Qualifikation senkt zum einen die durchschnittliche Wirtschaftsleistung, zum anderen werden die Sozialsysteme belastet. Gerade bei den in Deutschland lebenden Flüchtlingen zeigt sich diese Problematik deutlich. Im August 2018 bezogen 6,6 Prozent der Gesamtbevölkerung, aber 63,7 Prozent der Flüchtlinge die Grundsicherung Hartz IV. Von den 1,7 Millionen Flüchtlingen, die in Deutschland registriert sind, gehen 361 000 einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Da viele Migranten nicht über eine auf dem deutschen Arbeitsmarkt nachgefragte Qualifikation verfügen, bleiben ihnen nur Hilfstätigkeiten: putzen, kellnern, schleppen.“ – bto: Also, sie zahlen nicht ein, sondern kosten was. Die, die nichts mehr kosten (wohl aber deren Ausbildung, die wir bezahlt haben!) und einzahlen könnten, wandern aus. Man muss Politiker sein, um zu denken, dass das eine gute Strategie ist!
  • „Viele Beobachter meinen, dass allein die Aufnahme einer Hilfstätigkeit schon dazu führt, dass ein Zuwanderer sich selbst finanziert. Dies ist nicht der Fall. Deutschland gehört nicht nur zu den Ländern mit der höchsten Belastung von Arbeitseinkommen durch Steuern, sondern auch durch Sozialabgaben. Die Krankenversicherungsprämien eines Gutverdienenden belaufen sich in der gesetzlichen Versicherung derzeit auf etwa 830 Euro pro Monat einschließlich des hälftigen Anteils der Arbeitgeber. Der Bundesfinanzminister überweist den Krankenkassen aber lediglich rund 100 Euro pro Person und Monat. Die Besserverdienenden subventionieren die Bezieher von Sozialleistungen einschließlich der Zuwanderer.“ – bto: So ist es, die Umverteilung findet auch in den Sozialsystemen statt.
  • „Mittel- und langfristig steuert Deutschland auf eine strukturelle Krise in der Wirtschafts- und Sozialpolitik zu. Leistungsträger verlassen das Land und schwächen die wirtschaftlichen Perspektiven. Den gleichen Effekt hat die Zuwanderung von Geringqualifizierten. Um diese problematische Entwicklung zu ändern, müsste die deutsche Politik dafür sorgen, dass die Steuer- und Abgabenlast sinkt und zugleich die Gehälter von Hochqualifizierten so stark steigen, dass sie im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig werden. In der heutigen politischen Atmosphäre, die von einer übergroßen Koalition von Umverteilungsbefürwortern im Bundestag geprägt ist, ist diese Forderung nach mehr Ungleichheit und weniger Sozialleistungen indes utopisch. Es fehlt an Einsicht, welche Folgen es für Deutschland hat, dass es seine eigenen Talente nicht mehr im Land halten kann.“ – bto: Das ist ein wesentlicher Aspekt meiner Thesen vom Märchen vom reichen Land.

→ welt.de: „Jeder zweite Zuwanderer scheitert bei Deutschtests am Mindeststandard“, 12. April 2019

→ nzz.ch: „Wenn Hochqualifizierte gehen und wenig Gebildete kommen – Deutschlands doppeltes Migrationsproblem“, 6. April 2019

43 Kommentare
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    Richard Ott sagte:

    „Ein Mensch auf Sonder- oder Hauptschulniveau wird nicht durch Grenzübertritt zum Akademiker.“

    Natürlich nicht, aber er hat durch den Grenzübertritt plötzlich eine realistische Chance, das zu verschleiern. So wird aus einem Handyverkäufer aus Aleppo vielleicht ein syrischer Elektroingenieur – einen Versuch wert ist das immer. Je mehr Identitäten man hat, desto risikoloser.

    Beim Alter klappt es ja auch:
    https://www.wochenblick.at/frankreich-unbegleiteter-minderjaehriger-war-47-jahre-alt/

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    Hansjörg Pfister sagte:

    Der erste Kreis der Lüge besteht im Narrativ der „humanitären“ oder „moralischen“ Gründe, mit denen die Anwerbung dieser bildungsfernen Migranten rechtfertigt wird. Der erste Kreis ist für die ganz Dummen und Naiven da. Der zweite Kreis der Lüge enthält schon deutlich mehr Wahrheit und ist nur halb gelogen, es ist die Erzählung davon, dass man man zur Vermeidung „unschöner Bilder“ die Grenzen nicht schließen wollte. Diese Erzählung ist für diejenigen, denen die erste Erzählung schlicht zu blöd ist und sie ist wahrlich von einer schlichten Blödheit die ihresgleichen sucht.
    De Maziere verbreitet in seinem neuen Buch diese Erzählung wie auch Robin Alexander in seinem Werk „Die Getriebenen“. Der dritte Kreis der Lüge ist schon nahe an der Wahrheit, Frans Timmermans und andere verbreiten sie in aller Deutlichkeit. Man will Europa dehomogenisieren, man will monokutulturelle Nationalstaaten zugunsten eines multikulturellen Superstaats „ausradieren“ („erase“, Timmermans). Eine Lüge ist es trotzdem, denn sie haben erstens für dieses Großexperiment schlicht kein Mandat, zweitens wird ihr Projekt notwendigerweise scheitern, wenn nicht am Widerstand der Bevölkerung, so doch in der Umsetzung, dieser multikulturelle Superstaat ließe sich nur mit massiver Unterdrückung und Gewalt halbwegs am Leben halten, die UDSSR lässt grüßen. Was wir hier sehen, ist schlicht der ewige Sozialist, der Gleichmacher, der sich die Würde des Menschen auf die Fahne schreibt, diese aber in Wahrheit mit Füßen tritt.

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    Alexander sagte:

    Die eigene Sprache lesen und schreiben können ist k.o Kriterium für Bewerber der Fremdenlegion.

    Die Bundesrepublik ist das einzige Land dieser Erde sein, welches gar keine Voraussetzungen für den Eintritt in seine Solidargemeinschaft setzt, weil man sich das Bleiberecht „ersitzen“ kann.

    Dahinter verbirgt sich kein Mangel an Information/Einsicht/Rechtsunsicherheit sondern es ist mutwillig vorsätzliche Absicht das Gemeinwesen selbst in Frage zu stellen. Kevin Kühnert ist kein Einzelereignis sondern die Spitze vom Eisberg entgrenzter Weisheit.

    Leider machen die Bundesbürger keinen Gebrauch von ihrer Freiheit dem Treiben ein Ende zu setzen.

    Übrigens klappt die Integration aller Nationalitäten, Religionen, Kulturen in die Reihen der Fremdenlegion ganz formidable. Man singt mongolisch & lebt zweifelsfrei die französsche Leitkultur.
    https://www.youtube.com/watch?v=BTnpnvC5n-c

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    Kermit der Laubfrosch sagte:

    Das Beispiel mit dem Arzt und dem Trucker zeigt sehr eindrucksvoll, was unser eigentliches Problem ist: viel zu niedrige Bruttolöhne – und zwar über das gesamte Spektrum: der Assizentarzt ist ne arme Socke noch viel mehr ganz sicher ein deutscher Trucker. Das alles ist direkte Folge einer fehlgeleiteten Politik, die „Wettbewerbsfähigkeit“ verabsolutiert und als Ziel allen wirtschaftlichen Handelns sieht und als Kollateralschaden Deutschland und ganz Europa gleich mit herunterwirtschaftet.

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      Ondoron sagte:

      Solche Leute wie Sie haben wir doch an der Regierung. Die Wettbewerbsfähigkeit wird gerade ruiniert. Das ist doch schön.
      Ansonsten: Ein Schwall detaillierter Dummheit.

      @Dr. Stelter
      Ich muss sagen, dass ich mittlerweile stark verärgert bin, daß Sie immer noch von „Rechtspopulisten“ schwadronieren. Ihr Buch „Das MÄRCHEN vom reichen Land“ ist doch der richtige Weg: die Narrative sind alles, mit denen wir beglückt werden. Und hier ein Zitat von Keynes: „The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else.“
      Sie sollten mal recherchieren, welche geopolitischen Vorstellungen im Hintergrund wabern. Dann erkennen Sie genau, was hier vor sich geht. Ökonomie ist ein bißchen wenig. Das wird nicht reichen. Vor allem ist es peinlich, wenn man die vorherrschenden Narrative nicht argwöhnisch hinterfragt. Ohne dem, kann man nicht frei werden!

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      asisi1 sagte:

      Das die Bruttolöhne zu niedrig sind, kann ich nicht feststellen. Der Staat zieht einfach Zuviel von diesen Löhnen ab, um den ganzen sozialen Scheixx zu bezahlen. Ich höre seit 50 Jahren, die ich bis heute gearbeitet habe, immer den dummen Spruch, wir sind eine Solidargemeinschaft und eine Demokratie. Bisher habe ich mich für Alkoholiker, Süchtige, Schwule, Lesben, Politiker, GEZ, Rentenkassen usw. krumm gemacht. Keiner der Nutznießer, denkt im Entferntesten an diejenigen die alles bezahlen müssen. Nur fordern, fordern und nochmals fordern.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ asisi1

        Kann man so sehen und natürlich sind die Bruttolöhne nicht zu niedrig.

        Wenn ich Merkel wäre, würde ich Ihnen antworten:

        Wir und insbesondere mein Regierungspartner SPD haben dem Fordern, Fordern, Fordern nachgegeben, damit Sie in einem sozial befriedeten Deutschland leben konnten. Hat es massenhaft Streiks gegeben, hatten wir Gelbwesten? War die Bettlerquote unerträglich hoch?

        Seien Sie also zufrieden.

        Da ich aber Tischer und nicht Merkel heiße, antworte ich Ihnen:

        Wer als Regierung IMMER dem Fordern nachgibt statt mit Risiko für den eigenen Job auch Konflikte zuzulassen, läutet den Anfang vom Ende ein.

        Denn wer ans Erfüllen von Forderungen gewöhnt ist, wird nichts anderes akzeptieren als die Erfüllung von Forderungen.

        Ja, die Konsens-Merkel hat befriedet, aber der Preis, der dafür zu zahlen ist, wird ungeheuer hoch sein, fürchte ich.

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        Kermit der Laubfrosch sagte:

        Was Asisi „nicht feststellen“ kann und für Dietmar Tischer „natürlich (!) nicht“ so ist, ist dummerweise genau das, was sich aus der Darstellung im Blogbeitrag ableiten lässt. Darüber hinaus empfehle ich mal dringend einen Blick auf die Entwicklung der Produktivität und der Bruttolöhne in den letzten , sagen wir mal, 20 Jahren zu werfen – dann wird klar, wo das Problem liegt.
        Insgesamt ist es schon eindrucksvoll, wie hier Ideologie die Erkenntis verhindert. Wenn es aber schon an der Erkenntnis mangelt, erübrigt sich die Diskussion möglicher Lösungsansätze.

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    Axel sagte:

    Das Alles ist den Politikern ja wohlbekannt. Deshalb argumentieren sie ja auch schon lange nicht mehr rational, sondern moralisch.

    Warum handeln sie aber so, wie sie es tun, wider ihres besseren Wissens?

    Meine Theorie ist folgende: Wir alle lernen in der Schule, daß das ultimative Böse der Nationalsozialismus und der damit verbundende Rassismus, Nationalismus, etc. gewesen sind.
    Diese Prägung machen sich die Politikberater zu Nutze.
    Will ich also einen ungeliebten Parteigenossen diffamieren oder einen politischen Gegner diskreditieren, so belege ich ihn am besten mit einem Prädikat aus der der nationalsozialistischen Asservatenkammer. Haftet einer Person erst einmal ein solcher Makel an und kann sich von ihm nicht nachhaltig reinwaschen, ist er politisch erledigt.
    Da man aber weiß, daß auch andere Politiker nur darauf warten, daß man sich selber zu weit aus dem Fenster lehnt, um einen zu zerfleischen, bin ich psychologisch gehemmt, bestimmte Positionen zu vertreten, will ich noch eine politische Zukunft haben.

    Durch diese gegenseitige Beißhemmung habe ich also gar keine andere Wahl, als mich aalglatt durch die Medien und Parteigremien zu winden, um nicht irgendwo anzustoßen und ein unangenehmes Echo auszulösen…
    Der Einfluss der Souffleure und geschulten Berater (Rhetoriker, Sozialpsychologen…) auf die Politiker ist einer der am größten unterschätzten und thematisierten Aspekte der aktuellen Politik..

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      Richard Ott sagte:

      @Axel
      „Will ich also einen ungeliebten Parteigenossen diffamieren oder einen politischen Gegner diskreditieren, so belege ich ihn am besten mit einem Prädikat aus der der nationalsozialistischen Asservatenkammer. Haftet einer Person erst einmal ein solcher Makel an und kann sich von ihm nicht nachhaltig reinwaschen, ist er politisch erledigt.“

      Das funktioniert aber nur, solange man die Strategie nicht jahrelang betreibt und penetrant überzieht. In Sachsen sind wir mittlerweile so weit, dass permanentes Zuschlagen mit der Nazikeule paradoxe Effekte hat und eher den so Diskreditierten hilft als den Gutmenschen – und gefährlicherweise gilt das natürlich auch dann, wenn tatsächlich einmal Rechtsextremisten kritisiert werden so wie zum Beispiel beim Aufmarsch von der Partei „Dritter Weg“ in Plauen vor einigen Tagen.

      Ansonsten ist es aber auch wirklich zu absurd um es noch ernst zu nehmen, neuerdings stehen sogar sächsische Kleingartenvereine unter Nazi-Verdacht und werden vom Verfassungsschutz beobachtet, weil sich Rechtsextreme „gelegentlich dort treffen“:
      https://www.welt.de/politik/deutschland/article192685407/Saechsische-Kleingaerten-Anlaufstellen-der-rechten-Szene.html

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        Axel sagte:

        @Richard Ott

        Natürlich nützt sich alles irgendwann einmal ab. In der Regel aber erst, wenn man etwas als Masche durchschaut hat.
        Wird der Begriff inflationär benutzt, verwässert sich die Wirkung oder betrifft er die eigene Positionen, fällt es leichter, sich davon zu distanzieren.

        Ich sage ja auch nicht, daß es bei jedem funktioniert, sondern beschreibe lediglich einen wenig beleuchteten Mechanismus der Politik.

        Es muß ja auch nicht immer die fette Nazikeule sein, um jemand zu stigmatisieren.
        Es reicht völlig aus, jemanden ganz subtil seine Humanität abzusprechen indem ich einfach die positven Attribute ausschließlich mit den „Pro-Migranten“ Zeitgenossen verknüpfe und so die skeptischen Geister indirekt als moralisch-seelisches Monster brandmarke.

        Und das es funktioniert, ist offensichtlich! Es ist politisch/medial gelungen, diejenigen, die gegen diese Form der Migrationspolitik votieren, als schlechte, düstere Menschen darzustellen und diejenigen, die sich auf die Seite der praktizierten Politik stellen, einen Heiligenschein aufzusetzen.

        Der Osten hat auch den Vorteil, daß ihm die Regierung immer irgendwie suspekt war, weil sie ihre Bevölkerung gefangen gehalten hat und für ein wirtschaftliches Siechtum zuständig war. So geprägt fällt es natürlich leichter, sich skeptischer gegen die Oberhäupter zu behaupten, als jemand, der dem politischen System jahrzehntelang Wohlstand, Freiheit und soziale Absicherung zu verdanken hat.

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    Andreas B sagte:

    „Für die Einwanderungsländer ist die Einwanderung Hochqualifizierter ein lohnendes Geschäft.“

    Insbesondere weil man sich die Ausbildungskosten spart. Dagegen hilft als Auswanderungsland aus meiner Sicht die Einführung von kostendeckenden Studiengebühren. In der Momentanen Situation finanziert der deutsche Staat die Medizinerausbildung für die Schweiz, USA und andere.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Schon wieder die Zuwanderer.

    Wir müssen bei UNS anfangen.

    Dazu zwei Beispiele zur QUALIFIKATION hierzulande bestens ausgebildeter Nachwuchskräfte in der Sendung von A. Will am letzten Sonntag.

    Kühnert zur Vergesellschaftung von BWM und der Zurückweisung durch den Betriebsratsvorsitzenden Schoch:

    Ich weiß nicht, was man will, steht doch bei der IG Metall im Programm.

    Das heißt, richtig übersetzt, im Gerichtsverfahren gegen Galileo:

    Schriftgelehrter Kühnert: Die Sonne dreht sich um die Erde, steht seit Aristoteles in allen Büchern. Ich weiß nicht, was dieser Galileo mit seinem Fernrohr will.

    Baerbock zum Diesel:

    Die Diesel werden subventioniert, da sie weniger besteuert werden als der Benziner.

    Das heißt schlicht, dass sie nicht weiß, was Subventionen sind.

    Leute wie Baerbock und Kühnert wollen das Land REGIEREN.

    Ich sage dazu nur:

    Man muss so viele Zuwanderer wie möglich ins Land lassen, damit sich das Bildungsniveau hierzulande bessert : -)

    Zu Grafik „Figure 188. Perceived Government Transfers Received by an Immigrant Relative to a Native, 2017″:

    >Übrigens weiß ich nicht, was passieren würde, wenn man diese Analyse mal breit in den deutschen Medien diskutieren würde.>

    Ich weiß es, jeder weiß es, wenn er sich vergegenwärtigt, wie der Meinungs-Mainstream tickt:

    Die tatsächlich geleisteten Transfers MÜSSTEN deutlich ERHÖHT werden, damit wir bei den wahrgenommen endlich an die Spitze kommen. Es kann doch nicht sein, dass wir hinter Italien und Frankreich liegen!

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      Es geht den ALLERMEISTEN Menschen, etwa dem Restaurantbesitzer in Berlin, nicht um gesellschaftliche Akzeptanz von irgendetwas.

      Deren „Logik“ ist vielmehr folgende:

      Wenn Leute wie Weidel und Gauland nicht mehr bedient werden, haben wir auch keine Probleme mehr im Land.

      So EINFACH ist Verstehen.

      Ich meine ausdrücklich nicht Ihr Verstehen, sondern das der allermeisten Leute.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer:

        Sehr geehrter Herr Tischer,

        das glaube ich nicht. Denn bisher ist es in diesem Restaurant immer egal gewesen, ob Herr Gauland reingeht. Ich denke, da hat jemand ein Hintergrundgespräch geführt nach dem Motto: wir machen Dein Lokal medial fertig, wenn Du die reinlässt. Das will ein Unternehmer nicht riskieren.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        Sie haben wohl Recht, wenn/weil Politiker und Prominente gern zu diesem Edel-Italiener gehen.

        Für die ist es natürlich schlecht, mit Weidel und Gauland in Verbindung gebracht werden – und sei es auch nur aufgrund von zufälligen Restaurantbesuchen.

        Politiker und Prominenz würden vermutlich wegbleiben, was dem Restaurant zumindest dann Umsatz kosten würde, wenn er nicht der einzige Edel-Italiener ist, wovon ich ausgehe.

        Wenn der Inhaber so kalkuliert, hat er aus geschäftlichen INTERESSE den Besuch verweigert.

        Auf seine Begründung gebe ich nichts.

        Mich würde sehr interessieren, wie die Reaktion wäre, wenn die Afd, sagen wir, mit 30% in den Bundestag einzöge.

        Ich würde jedenfalls nicht ausschließen, dass dann den ANDEREN Politikern der Besuch verweigert mit der Begründung:

        „Politiker und deren Angestellte, die Menschen mit DEUTSCHEM Hintergrund aufgrund ihrer Herkunft, Religion, politischen Einstellung oder Hautfarbe diskriminieren und diskreditieren, möchten wir nicht bedienen.“

        Fazit:

        Ich gebe meine Auffassung bezüglich des Verständnisses der Allermeisten nicht auf, ergänze sie aber dahingehend, dass ihr Handeln vorrangig nicht aus Erkenntnis, sondern überwiegend durch Interessen bestimmt ist.

      • Avatar
        Thomas sagte:

        Sie haben Angst mit denen in Verbindung gebracht zu werden. Wie in den 30er Jahren als viele aus Angst nicht mehr in jüdischen Geschäfte eingekauft haben. Kontaktschuld. Ich glaube wir sind auf dem Weg in eine Diktatur. Ähnlich wie China. Mit Sozialpunkten. Wer sich nicht auflehnt kann gut leben. Lockere Sitten.
        Gibt erste Forderungen in den USA „right wingern“ die Kreditkarten zu sperren so das sie keine Geschäfte mehr tätigen können.

  8. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Bei aller BERECHTIGTER, ja NOTWENDIGER Kritik an der fatalen Politik, die betrieben wird, warne ich vor Auffassungen, die der Politik eine BESTIMMTE Motivation unterstellen.

    @ Hansjörg Pfister

    >Man will Europa dehomogenisieren, man will monokutulturelle Nationalstaaten zugunsten eines multikulturellen Superstaats „ausradieren“>

    Abgesehen davon, dass Europa von Anfang an nicht homogen war, können Sie nicht einfach von „man“ reden. Selbst von denen, die es tatsächlich noch mehr dehomogenisieren, kann man nicht einfach sagen, dass sie es mehr dehomogenisieren WOLLEN.

    Es ist falsch von einem bestimmten Effekt/Ergebnis auf ein Wollen des Effekts/Ergebnisses zu schließen.

    Dafür ist die Welt zu komplex.

    Jeder von uns hat doch die ERFAHRUNG gemacht, etwas gewollt zu haben, was zu anderen Ergebnissen als den gewollten geführt hat.

    Wenn man diese Erfahrung hat, kann man nicht so tun, als ob bei anderen, auch Politikern ALLES gewollt ist, was als Ergebnis entsteht.

    @ Alexander

    >Dahinter verbirgt sich kein Mangel an Information/Einsicht/Rechtsunsicherheit sondern es ist mutwillig vorsätzliche Absicht das Gemeinwesen selbst in Frage zu stellen.>

    Woher wissen Sie das?

    Kann es nicht sein, dass sie die Informationen, an denen auch m. A. n. kein Mangel besteht, so nutzen (müssen), dass aus ihrer Sicht wichtigere Probleme gelöst werden, aber als NEBENEFFEKT das Ergebnis erreicht wird, den wir beklagen, nämlich die Destabilisierung des Gemeinwesens.

    Man kann nicht JEDES Ergebnis als MUTWILLIG bzw. als VORSÄTZLICH gewollt ansehen.

    Sie begehen denselben Fehler wie Hansjörg Pfister.

    @ Ondoron

    >… welche geopolitischen Vorstellungen im Hintergrund wabern. Dann erkennen Sie genau, was hier vor sich geht.>

    Diese Folgerung ist nicht schlüssig.

    Aus dem GEWABERE im Hintergrund – ganz richtig, das gibt es, und es ist wahrlich nicht ohne Einfluss – kann man NICHT schließen, dass die Politik NUR auf derartige Einflüsterer hört, wenn sie entscheidet, wie sie entscheidet.

    >Ökonomie ist ein bißchen wenig. Das wird nicht reichen.>

    Da bin ich bei Ihnen, bei dem unbestreitbaren Einfluss den Keynes hat, er überschätzt sich und seinesgleichen. Die Welt wird durch weit mehr regiert, als Ideen.

    Mein Credo:

    Wer Ökonomie nicht versteht, versteht die Welt nicht. Wer nur Ökonomie versteht, versteht sie auch nicht.

    @ Axel

    >Das Alles ist den Politikern ja wohlbekannt. Warum handeln sie aber so, wie sie es tun, wider ihres besseren Wissens?>

    Woher wollen Sie wissen, dass sie WIDER besseres Wissen handeln.

    Sie werden nicht ausschließen können, dass Politiker eine ANDERE Problemsicht als Sie haben und daher anderes Wissen als das, was Sie ihnen unterstellen, einsetzen MÜSSEN (aus ihrer Sicht).

    Meine Empfehlung:

    Die Fakten analysieren und aufzeigen, zu was sie führen.

    Damit ist festzustellen, ob richtige oder falsche Politik im Sinne gewünschter oder wünschenswerter Ziele betrieben wird.

    Alles, was in Richtung von Verschwörungstheorien geht, ist kontraproduktiv, weil es sich auf das Niveau der anderen begibt.

    Die Fakten sind dramatisch genug!

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      Alexander sagte:

      @ Dietmar Tischer

      – Man kann nicht JEDES Ergebnis als MUTWILLIG bzw. als VORSÄTZLICH gewollt ansehen.

      Doch das kann man, weil es kein Anzeichen von Verbesserung dieser Politik gibt.
      dito Eurokrise.

      Mir ist klar, dass die Handlungsoptionen mit den verantwortlichen Personen und Parteien praktisch NULL sind. Wahlenthaltung als Verweigerung von indirekter Zustimmung ist für mich alternativlos.

      Wer jahrelang das Recht bricht, kann sich nicht als Opfer der Umstände darstellen, wenn er über die Gesetzgebung bis zur GG-Änderung Einfluss nehmen kann.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        Wenn die Handlungsoptionen TATSÄCHLICH null sind, wären die Politiker sozusagen nur Ausführende – Opfer, die es getroffen hat, Ausführende zu sein.

        Nein, es gibt Handlungsoptionen und die Politiker sind nicht Opfer.

        Die für mich spannende Frage ist:

        WELCHE Optionen gibt es, wenn das ZIEL sein muss, die Gesellschaft einigermaßen stabil zu halten?

        Man kann es nicht eindeutig sagen, auch weil die Antworten darauf „zukünftig empirische“ sind.

        Es werden aber nicht sonderlich viele sein.

        Es gibt sie aber nach MEINUNG der Wähler, wenn man sich das Parteienspektrum anschaut.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Der Wähler wird gar nichts richten.
        Der Wähler ist (Haupt-)Gläubiger der faulen Schulden seiner Staaten.

        Scheitert das Märchen vom reichen Europa an der Realität, bleiben die Wähler auf ihren Forderungen sitzen. Zur Abwechslung sind die Forderungen digital und werden nicht verheizbar oder sonstwie nutzbar sein.

        Der Wähler ist in seiner Unabhängigkeit eingeschränkt durch seine weisen Entscheidungen aus der Vergangenheit, vgl. ZB/Politik.

        Mit den bekannten Mitteln kommt niemand aus der Mausefalle raus.
        Stöcker setzt auf Geldabwürfe, ich auf Ausbuchen fauler Schuld.

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      Axel sagte:

      @ Dietmar Tischer

      Nur kurz 2 Aspekte:

      1. Ich erinnere z.b. an Merkels Aussage von 2007 „Multi-Kulti ist gescheitert“
      Wie man jetzt auch von De Maziere bestätigt bekommen hat, war die Entscheidung 2015 an die mediale Wirkung gekoppelt, und keine politische Überzeugungstat.

      2. Auch hochrangige Politiker der Grünen oder der SPD fragen laut Gabriel bei der Beschulung ihrer Zöglinge, wie hoch denn dort der Migrantenanteil ist und offenbaren so eine andere Einstellung, als die öffentlich posaunte.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Axel

        Ich verstehe die beiden Aspekte so:

        Zu 1.

        Ich gehe davon aus, dass Merkel 2007 davon überzeugt war von „Multi-Kulti ist gescheitert“.

        Wenn die Entscheidung von 2015 mit Bezug auf die mediale Wirkung erfolgt ist – nach innen wie außen gleichermaßen, wie ich glaube –, steht sie im Widerspruch zu ihrer Überzeugung von 2007, aber NICHT notwendigerweise im Widerspruch zu der von 2015.

        Denn Merkel ist eine ganz große DAUER-OPPORTUNISTIN – kein Kanzler vor ihr war so opportunistisch. Siehe z. B. die Energiewende mit der Abschaltung der Atomkraftwerke gerade mal 6 Monate nachdem sie die Politik von Rot/Grün revidiert hatte, weil die Mehrheit dafür war und Fukushima ein hinreichend guter Grund fürs Abschalten war. Hätte sie nicht die Abschaltung veranlasst, wäre die Mehrheit fürs Abschalten gewachsen mit zunehmenden innenpolitischen Schwierigkeiten für sie.

        Insofern liegt auch 2015 eine politische Überzeugungstat bei Merkel vor nach dem Motto „der SITUATIVE Bedarf bzw. die STIMMUNG in der Gesellschaft“ sind entscheidend.

        Merkel ist damit freilich Lichtjahre von einer M. Thatcher entfernt, die mit der Überzeugung handelte, dass PRINZIPIEN zu befolgen seien und das insbesondere dann, wenn eine Gesellschaft vor die Hunde zu gehen droht.

        Zu 2.

        Bei der Schulauswahl, d. h. bei Entscheidungen im PRIVATLEBEN legen Politiker offensichtlich andere als die in der Öffentlichkeit geforderten Kriterien an.

        Sie handeln damit unglaubwürdig, aber nicht wider besseres Wissen.

        Denn sie wissen zum einen, dass die INTEGRATION besser, wenn auch nicht wie erforderlich gelingen kann, wenn sich Menschen schon im Kindesalter näher kommen und aneinander gewöhnen (ist mein intuitives, von mir nicht belegbares „Wissen“).

        Zu anderen wissen sie nur zu gut, was IHRE Kinder in der Schule mitgekommen müssen, um im Leben erfolgreich zu sein. Bei geringerem Migrationsanteil in den Klassen bekommen sie natürlich mehr mit, weil das Lernen effektiver ist.

        Diese Politiker handeln auch aus Überzeugung, aber so, dass die Menschen ihnen immer weniger vertrauen.

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    RaS sagte:

    EU should ‚undermine national homogeneity‘ says UN migration chief
    By Brian Wheeler Political reporter, BBC News

    21 June 2012

    Image caption Peter Sutherland’s global migration forum brings together 160 nations to discuss policy

    The EU should „do its best to undermine“ the „homogeneity“ of its member states, the UN’s special representative for migration has said……
    Quelle:https://www.bbc.com/news/uk-politics-18519395

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        Starchild sagte:

        @Hans Jörg Pfister
        Tjo, das sehe ich seit vielen Jahren auch so – alles von langer Hand so geplant , schließlich ist auch deren „Headquarter“ schon vor über 10 Jahren klammheimlich von City of London nach Hongkong umgezogen .
        Es ist ein tiefgreifend psychologisches Problem, dass die ( gesteuerte) Masse Menschen heutzutage ihren natürlichen Instinkt für Gefahr verloren haben.
        Anstelle aufzustehen wie ein Ritter im Mittelalter, versucht man mit zig Redewendungen und Diskussion das hässliche Ding welchem man ins Auge schauen sollte und welches Panik und Angst erzeugt , wegzudiskutieren.
        Und wenn einer dann endlich nach Westen/London schaut, weil er meint die Geschichte begriffen zu haben, merkt er nicht dass der Focus längst nach Osten hätte drehen müssen.
        Wenn man deren offensichtliche Ankündigung beachtet dass die Weltbevölkerung auf 500 Mio reduziert werden soll – dann erklärt sich Vieles.
        Dennoch wachen derzeit viele auf ……….!

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ RaS, Hansjörg Pfister

      Sie BEHAUPTEN also, dass ein Peter Sutherland, ja – in einflussreicher Position bei Goldman Sachs und an der Spitze das Global Forum on Migration und Development – die DEUTSCHE Migrationspoliitik BESTIMMT.

      Klar, man nimmt in Berlin diesen Mann zur Kenntnis, muss es auch. Denn er ist einflussreich.

      Aber klar auch, dass man auch in Berlin weiß, WAS er sagt, nämlich:

      >Mr Sutherland recently argued, in a lecture to the London School of Economics, of which he is chairman, that there was a „shift from states selecting migrants to migrants selecting states“ and the EU’s ability to compete at a „global level“ was at risk.>

      Selbst die Türsteher in Berliner Ministerien dürften erkennen, dass speziell für Deutschland der hier ausgerufene Wettbewerb dem TATSÄCHLICHEN Ablauf nach die fatalen Konsequenzen hat, die u. a. an diesem Thread aufgezeigt werden.

      Nicht nur von Dr. Stelter, sondern auch in den Ministerien werden WELT und NZZ gelesen und VERSTANDEN.

      Konstrukte, wie sie hier vorgebracht werden, unterstellen deutschen Politikern bodenlose DUMMHEIT – als ob sie nicht wüssten, dass unser extrem attraktiver Sozialstaat eine unheilvolle Anziehungskraft bei gering qualifizierten Auswanderungswilligen auslöst.

      Warum sonst ist Merkel denn in Afrika?

      Ich halte Unterstellungen wie die hier vorgebrachten für abwegig.

      Richtig, viele sagen, was sie vorhaben – viel Gewabere von denen, die nicht die politische Macht haben.

      Was GEWOLLT wird, ist in den wenigsten Fällen identisch damit.

      Was natürlich auch nicht heißt, dass (immer) das Gegenteil vom Gewabere gewollt wird.

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    Ulrich Remmlinger sagte:

    Hier werden immer die Politiker kritisiert, an anderer Stelle war bereits von einem Staatsversagen die Rede. Ich meine, wir haben in erster Linie ein WÄHLERVERSAGEN.
    Frau Merkel richtet sich in ihrere Politik seit Jahrzehnten nach den Umfragewerten. Sicher, Medien und Politiker beeinflussen die öffentliche Meinung, aber verantwortlich ist letztendlich der Souverän.
    Oder, wie Danisch es immer sagt: geliefert, wie bestellt.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Ulrich Remmlinger

      Der Befund ist so klar, dass man vernünftigerweise keine andere Auffassung haben kann:

      >„Mittel- und langfristig steuert Deutschland auf eine strukturelle Krise in der Wirtschafts- und Sozialpolitik zu.>

      Die Gegenmaßnahmen sind auch klar, wir haben keine Erkenntnisdefizite:

      >Um diese problematische Entwicklung zu ändern, müsste die deutsche Politik dafür sorgen, dass die Steuer- und Abgabenlast sinkt und zugleich die Gehälter von Hochqualifizierten so stark steigen, dass sie im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig werden.>

      Es ist des Weiteren klar, warum nicht erfolgen wird, was geschehen müsste:

      >In der heutigen politischen Atmosphäre, die von einer übergroßen Koalition von Umverteilungsbefürwortern im Bundestag geprägt ist, ist diese Forderung nach mehr Ungleichheit und weniger Sozialleistungen indes utopisch.>

      Und da die Umverteilungsbefürworter nicht mit dem Fallschirm aus dem Nichts im Bundestag landen, sondern dort hinein GEWÄHLT werden, haben Sie vollkommen Recht:

      > … wir haben in erster Linie ein WÄHLERVERSAGEN.>

      Klar ist auch, warum es das gibt:

      >Es fehlt an Einsicht, welche Folgen es für Deutschland hat, dass es seine eigenen Talente nicht mehr im Land halten kann.>

      Das ist die brutale Logik, an der es nichts zu rütteln gibt.

      Erst wenn man die geschluckt hat, kann man anfangen, sinnvollerweise das Grundproblem angehend darüber zu diskutieren, warum es an Einsicht in der Bevölkerung fehlt.

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      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Ulrich Remmlinger

        Für mich gibt es auch keine Alternative zur Demokratie – Ihr „Sicherheitshalber“ war ganz sicher nicht auf mich gemünzt, dafür kennen wir uns hier am Blog zu gut.

        Fehlende Einsicht kann – muss aber nicht – auch im Abstieg nach unten gesellschaftliche Stabilität beinhalten.

        Zu fragen ist dann lediglich, wie stark die Anpassungsfähigkeit der Menschen im Abstieg ist, um die Stabilität aufrechtzuerhalten.

        Ich glaube nicht daran, dass sie aufrechtzuerhalten ist, wenn der Abstieg zu schnell und zu heftig erfolgt. „Entgleisungen“ können sich schnell zur Massenbewegung entwickeln, wie die Gelbwesten in Frankreich zeigen.

        Aber es ist auch nicht völlig ausgeschlossen, dass es gelingt.

        Die Alternative wäre Totalitarismus.

        Aller Erfahrung nach würde er zuerst die Strukturen so verändern, dass er unangreifbar wird, was in der Demokratie durch den Parteienwechsel in den Regierungen nicht der Fall ist.

        Dann würde Willkür so sehr das Geschehen bestimmen, dass man um Leib und Leben bangen muss.

        So war es leider immer.

        Ich sehe nicht, warum es in Zukunft anders sein sollte.

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      Starchild sagte:

      die Umfragewerte werden von Merkels Buchfreunden festgelegt, dies meist noch bevor die Umfrage stattfindet. Und sie richtet sich einzig nach den Instruktionen ihrer Auftraggeber. Alles andere lieber Herr Remmlinger ist Kasperletheater für die Schäfchen/dasVolk. Mit der Welt oder NZZ kommt man nicht weiter. epochtimes.de

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  11. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Die Einsicht fehlt auch bei den „Gebildeten“ so sehr, dass sie längst nicht mehr die Realität wahrnehmen.

    Hier im Handelsblatt, das eigentlich nicht bekannt dafür ist, kollektivistische Gleichmacherei zu betreiben, wird von TABU der Umverteilung in Deutschland gesprochen.

    Dümmer geht’s nimmer:

    https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-kluft-zwischen-arm-und-reich-umverteilung-darf-kein-tabu-mehr-sein/24311700.html

    Wenn die Dinge so stehen und angesichts solcher Meinungsbildner auch nicht geändert werden können, gilt mehr denn je:

    Einsicht kann nur noch heißen, die Befähigung zur AUSWANDERUNG in eine Gesellschaft zu erlangen, in der eine klare Wahrnehmung der Gegebenheiten sowie Sinn und Verstand regieren.

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      Ulrich Remmlinger sagte:

      Herr Tischer,ich verstehe Ihre Erschütterung, aber auch unter „Gebildeten“ gibt es Ideologen.
      Über die Autorin des Artikels, Frau Donata Riedel, schreibt ihr Arbeitgeber:
      „Studium der Journalistik und Politikwissenschaft. Freie Journalistin für den WDR in Dortmund, dann für den NDR in Hamburg. Danach Redakteurin der taz, zuletzt dort Ressortleiterin Wirtschaft und Vorstand der Genossenschaft. Seit 1995 beim Handelsblatt“.
      Was erwarten Sie da? Gott sei Dank sind Journalisten nicht repräsentativ für das Gros der Gebildeten in D.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer, Herr Remmlinger

      Ah, die Misere des „Journalismus“ in unserer heutigen Zeit:

      Blödsinn zieht die meisten Klicks auf sich, wodurch man viel Werbung verkaufen kann. Nur so lässt sich die für Handelsblatt-Verhältnisse wirklich schwachsinnige Aussage, es gäbe in Deutschland ein „Umverteilungs-Tabu“, erklären.

      Enttäuschend daran ist in Wirklichkeit, dass auch die Handelsblatt-Chefredaktion noch nicht begriffen hat, dass sie sich mit dieser kurzfristig funktionierenden Blattstrategie langfristig seine eigene Existenzgrundlage zerstört. Wieso soll jemand noch Handelsblatt lesen, wenn dort der gleiche Blödsinn steht, den die von der taz ausgebildeten oder gehirngewaschenen Linksredakteure (die sind eine echte Seuche und von denen gibt es viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint – lesen Sie mal die Vitas von ein paar Journalisten) auch überall sonst in den Mainstream-Medien von Neues Deutschland bis FAZ schreiben?

      Antworten
  12. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Ulrich Remmlinger

    Schon klar, dass Journalisten nicht repräsentativ sind für das Gros der Gebildeten.

    Sie sind aber sehr einflussreich – das ist das Problem mit den Journalisten angesichts der Tatsache, dass zu viele Gläubige, auch gebildete Gläubige gibt.

    Auch klar, dass 1995, als die Dame den Job beim HB bekam, sich manches noch nicht so deutlich wie jetzt abgezeichnet hat.

    Aber erschütternd ist schon, dass ihre damaligen Vorgesetzten, die ihr den Job gegeben haben, offensichtlich keine Vorstellungen davon hatten, was die ordnungspolitischen Vorstellungen von einer prosperierenden Gesellschaft sein sollten.

    Noch erschütternder:

    Frau Riedel ist offensichtlich UNFÄHIG, etwas dazuzulernen.

    Wie kann man da noch erwarten – oder auch nur erhoffen?

    Nichts.

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  13. Avatar
    TealC sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    Sie haben in der Tat einen sehr wichtigen Punkt angesprochen: Löhne!
    Ob die Arbeitgeberverbände das auch so sehen? Ich denke dabei an Agenda 2010, prekäre Beschäftigungsformen, Eineuro Jobs usw.
    Was ist eigentlich aus der Bluecard geworden? Mein letzter Stand war dass die Höhe der geforderten Gehälter von 85.000 € manchen Großunternehmen zu hoch war dann wurden 65.000 € daraus…

    Viele Grüße aus NRW

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  14. Avatar
    Paul aus Marzahn sagte:

    Ein Assistenzarzt an einem deutschen Krankenhaus verdiente 2018 brutto rund 81 000 Euro und damit gerade einmal 4300 Euro mehr …

    Ich weiß nicht wo Sie das her haben? An einem renomierten Krankenhaus in Berlin Ost wird für eine Assistenzärztin mit 5 Jahren Berufserfahrung gerade 54.000€ Jahresgehalt gezahlt. Ich sehe als Paul die Gehaltsabrechnung – achja Überstunden fallen an aber werden nicht bezahlt – ist ja nur zu fair!

    Antworten

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