Bitcoin als Energie­fresser?

Am 14. November 2021 geht es in meinem Podcast um Kryptowährungen. Zu Gast ist (erneut) der österreichische Ökonom und Publizist Rahim Taghizadegan. Taghizadegan leitet die private und unabhängige Bildungs- und Forschungseinrichtung Scholarium in Wien. Im Podcast äußert er sich auch zur Problematik des Energieverbrauchs. Weil das ein interessanter Aspekt ist, hier schon mal seine Argumentation aus der FINANZ und WIRTSCHAFT: 

  • “Eine Datenbank und ein Zahlungssystem mit einem aktuellen Energieverbrauch von 140 TWh – so viel wie ein kleines Land – scheint in der Tat verschwenderisch. Doch Bitcoin selbst hat kaum Energiebedarf, die Energie wird nicht für die Transaktionen oder Datensätze verwendet. Sie wird von Schürfern aufgewandt, die gegeneinander mit Rechenleistung um die wenigen neu geschöpften Bitcoin konkurrieren. Diese Neuschöpfung wird in jedem Halbierungszyklus geringer. Der Energieverbrauch kommt also nicht aus der Nutzung von, sondern aus der Nachfrage nach Bitcoin.” – bto: Das ist technisch auch gewünscht, um die Knappheit zu sichern und Betrug zu verhindern.
  • “(…) ‘Schürfen’ (ist) die Zuteilung anhand eines Aufwandnachweises (‘Proof of Work’), willkürlich gewählter Bestandteil des Bitcoin-Codes. Der Zweck ist Schutz der Transaktionsdaten. Die Zahlungshistorie von Bitcoin abzuändern ist durch den Aufwandnachweis prohibitiv teuer. Jeder Manipulationsversuch konkurriert gegen die Rechenleistung all der anderen Schürfer, die allein für die Prozessoren bislang mehr als 7 Mrd. $ privater Mittel eingesetzt haben. Der Strom für die jährlich investierte Rechenleistung würde in der Schweiz fast 30 Mrd. Fr. kosten. Selbst wenn Akteure mit manipulativen Absichten Milliardenbeträge aufbringen könnten, würden sie nicht mehr erreichen können, als eigene Bitcoin mehrfach auszugeben. Daher hat es in den mehr als zehn Jahren des Bestehens der Bitcoin-Blockkette keinen einzigen erfolgreichen Angriff dieser Art gegeben. Der Energieverbrauch setzt die richtigen wirtschaftlichen Anreize, um Bitcoin sicher gegen Manipulationen und Zensur zu machen.” – bto: Und es ist ja nicht so, dass Alternativen wie Gold keinen Energiebedarf haben.
  • “Wenn Energieverbrauch an sich ein Übel wäre, dann stünde Bitcoin nicht gut da. Diese Extremansicht, die immer weiter um sich greift, ist letztlich menschenfeindlich. Es ist eine Spielart der ‘Tiefenökologie’, die zur Kinderlosigkeit führt, weil Menschenkinder nur noch als Belastung des Planeten interpretiert werden. Menschliches Leben bedeutet Umformung der Umwelt, und ein Teil dieser Umformung ist Energieverbrauch.” – bto: Deshalb ist es ja auch so, dass steigender Wohlstand und höhere Lebenserwartung und -qualität mit mehr Energieeinsatz einhergehen.
  • “In der Regel ist die günstigste Energie solche, die keine andere Verwendung hat. Da Bitcoin-Schürfen völlig ortsunabhängig ist, können auch sonst verlorene Energiequellen angezapft werden. Ein grosser Teil solcher Quellen ist erneuerbar: Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme sind am reichlichsten dort verfügbar, wo es kaum Nachfrager gibt – ausserhalb der dichten Ballungsräume. Sonne und Wind sind zudem zu schwankend, um die Grundlast normaler Energieverwendung zu sichern – gut geeignet hingegen sind sie für Schürfprozessoren, die jederzeit an- und abgeschaltet werden können. Bitcoin dient damit als Subvention für erneuerbare Energien, denn Energiequellen werden rentabel, die es ohne Bitcoin-Schürfen nicht wären. Bitcoin dient dann als Wertspeicher für aktuell nicht nutzbare Energie. Das erklärt, warum bereits 39% des Energiebedarfs für das Bitcoin-Schürfen aus erneuerbarer Energie kommen.” – bto: Das ist eine interessante Argumentation, allerdings wäre es besser, wir würden einen Speicher finden, der die Energie wieder freisetzt …
  • “Die Nutzung erneuerbarer Energie ist entgegen verbreiteter Illusion nicht an sich eine ökologische Wohltat. Der Ausbau dieser Energieformen – der selbst viel Energie und Ressourcen benötigt – führt nicht nur zur Umweltbelastung bei der Förderung der nötigen Metalle, sondern auch zur Versiegelung von Böden, was wohl einen grösseren Beitrag zu den dramatischen Überflutungen der Gegenwart leistet als der Klimawandel.” – bto: Auch das ist bekannt.
  • “Geld gibt es auch ohne Bitcoin. Eine wachsende Zahl von Menschen in aller Welt – schon mehr als 100 Mio. – sehen aber in Bitcoin potenziell besseres Geld. Aus unserer privilegierten Position mag das Suchen nach einer Alternative zum bislang funktionellen Geldsystem als sinnlose Utopie erscheinen. Viel klarer ist der Bedarf nach besserem Geld für den grösseren Teil der Weltbevölkerung: Gastarbeiter, die ihrer Familie Geld heimschicken und dafür bis zur Hälfte an Gebühren verlieren. Libanesen, die eben erst den grössten Teil ihrer Ersparnisse verloren haben. Chinesen, die durch Kapitalverkehrskontrollen von der Welt finanziell abgeschnitten sind.” – bto: Damit sind Bitcoin & Co. in der Tat Instrumente der Freiheit.
  • “Und letztlich alle, die erkennen, dass zwar für die privilegierten Konten- und Kartenbesitzer in Weltwährungen die Zahlungsprobleme weitgehend gelöst scheinen, viele andere Probleme aber immer sichtbarer werden: der laufende Kaufkraftverlust, die wachsende Verzerrung der Wirtschaftsstruktur durch grenzenlose Monetisierung von Schuldtiteln mit den Zentralbanken als Liquiditätsquelle letzter Instanz, die ungerechte und unmoralische Umverteilung zu den Nutzniessern der Geldschöpfung.” – bto: was aber auch für Gold spricht.
  • “Das aktuelle Finanzsystem verbraucht nach einer Schätzung etwa 13-mal so viel Energie wie Bitcoin, das bereits 20 Mrd. $ Transaktionen und 600 Mrd. $ Vermögen sichert – für 0,1 % des weltweiten Energieverbrauchs.” – bto: heute angesichts der Kursentwicklung viel mehr.

fuw.ch (Anmeldung erforderlich): „Bitcoin als Energiefresser?”, 6. August 2021

Kommentare (35) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Schwarzenberg
    Schwarzenberg sagte:

    Selten so einen Stuss gelesen. Im einen Satz schreibt Herr Taghi., dass eh 39% des [durch Bitcoin vernichteten] Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen. Im nächsten Satz argumentiert er, dass die Erneuerbaren ja ohnehin nicht umweltfreundlich seien. Schlicht logisch absurd. Wirklich skurril ist die Aussage, dass Erneuerbare “sonst verlorene Energiequellen” wären. Es wäre jedenfalls besser, daraus Wasserstoff zu erzeugen.
    Eine Politik, die Bitcoin weiterlaufen lässt, soll von niemandem verlangen, das Auto stehen zu lassen.

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  2. Tom96
    Tom96 sagte:

    Wer bezahlt den Strompreis für das Digitalanlagegut, frage ich einmal ganz exakt naiv aus kostenrechnerischer und kalkulatorischer Betrachtung?

    Was passiert bei Stromausschaltungen bzw. Wegfall der Hardware”Mines” mit den in gesetzlichem Zahlungsmittel erfolgten Transaktionen / Forderungen und Verbindlichkeiten – bei Bilanzen etc. muss ja noch wohl etwas Papiernes in Ausdruck vorgelegt werden?

    Das Socialcreditsystem der Zukunft, siehe China, macht für Stromzahlungsgarantien sicher keine Bevorzugung und das “Rechtssystem” hat sowieso kaum eine Ahnung und Zeit …
    Gleich geht die Sonne unter , daher schon mal Gute Nacht bis morgen!

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  3. Renée Menéndez
    Renée Menéndez sagte:

    “I think that all cryptocurrencies alleged to be cryptocurrencies are not currencies at all. They are speculative assets, the valuation of which changes over the course of time. They present themselves as currencies, which they are not. So I think that we should all in the finance sector and at the regulatory level, call a spade a spade. An asset is an asset and has to be regulated as such, it has to be supervised by the asset regulators and supervisors, but should not claim that it is a currency; it is not.”

    https://www.ecb.europa.eu/press/inter/date/2021/html/ecb.in210901_1~171c7b19d0.en.html

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    • Thomas M.
      Thomas M. sagte:

      @Renée Menéndez

      Tja, kommt wohl auf die Definition von “Currency” an. Wenn die Währung staatsgemacht sein muss, um Währung zu sein, sind Cryptowährungen keine Währung. Ansonsten liegt es wohl im Auge im Betrachter, denn

      >They are speculative assets, the valuation of which changes over the course of time.
      Simmt so auch für Währungen. (Forex, Wertschwankung, zeitlich verlässlich gegen 0 – immerhin; das erleichtert Prognosen, anders als bei Bitcoin z.B.)

      >[cryptocurrency] should not claim that it is a currency; it is not.

      Ich wüsste nicht, dass Bitcoin selbst irgendwas claimt. Die ist einfach so da. Man könnte aber sagen, dass die Nutzer inkl. Verkäufer und Miner es nicht als Währung bezeichnen sollen. Aber da fehlt m.E. ein Argument hierfür. Außer “nicht vom Staat” fällt mir spontan nix ein.

      Aber nun gut, was soll jemand von der EZB auch sonst sagen?

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      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        Ob, und wenn so, in welchem Umfang eine Währung staatsgemacht sein muss, würde ich einmal offenlassen.

        Es zeichnet ihre materiellen und immateriellen Werteinheiten aus, dass sie in einem Währungsraum das GESETZLICHE Zahlungsmittel sind, d. h. JEDER in diesem Währungsraum mit ihrem Transfer seine Geldschuld begleichen kann.

        Es besteht ein ANNAHMEZWANG.

        Dieses Merkmal fällt nicht vom Himmel oder ist Währungen nicht immanent, sondern bedarf der Autorität dessen, die im Währungsraum das Sagen hat.

        Wenn „Cryptocurrencies“ nicht diesen Status erhalten, sind sie keine Währungen.

        Das sagt die EZB in dem verlinkten Text NICHT ausdrücklich.

        Sie MEINT es aber, wenn sie NUR auf “spekulative Assets” abhebt.

        Da sieht sie REGULIERUNGSBEDARF.

        Warum wohl?

        Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass “Cryptocurrencies” so ATTRAKTIV werden, dass die Menschen sie als Zahlungsmittel BEVORZUGEN und somit ein Geldkreislauf entsteht, der die Gesetzlichkeit der offiziellen Währung ins Leere laufen lässt.

        Das wäre aus Sicht der Notenbanken natürlich eine unschöne Entwicklung.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Tischer:

        >Ob, und wenn so, in welchem Umfang eine Währung staatsgemacht sein muss, würde ich einmal offenlassen.
        >Es zeichnet ihre materiellen und immateriellen Werteinheiten aus, dass sie in einem Währungsraum das GESETZLICHE Zahlungsmittel sind, d. h. JEDER in diesem Währungsraum mit ihrem Transfer seine Geldschuld begleichen kann.

        So ist es präzise formuliert. “Staatsgemacht” war zu schwammig. Ich würde sagen, dass dies [GESETZLICHE Zahlungsmittel in einem Land mit Annahmezwang] das griffigste Merkmal ist, um Currency/Währung von anderen Moneys/Geldarten zu differenzieren.

        “Valuation” / Wert ist es erfahrungsgemäß und historisch bewiesenermaßen nicht.

    • Skeptiker
      Skeptiker sagte:

      Wenn Madame Lagarde “call a spade a spade” sagt, so sollte sie das auch an anderer Stelle praktizieren. Wie wäre es, Hilfs”kredite” an notleidende Länder besser als Geschenke bezeichnen? Oder sollte sich eine Zentralbank überhaupt irgendwie zum “Green Deal” äußern, wo sie doch bewusst ein eng begrenztes Mandat hat?

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Skeptiker

        Wenn der Gesetzgeber per gesetzlicher Verfügung einen “spade” als, Achtung, super Wortwitz für Anglophile, “diamond” bezeichnet, ist es dann immer noch ein “spade”? ;)

  4. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    Keine Ahnung, warum wir uns immer noch an Bitcoin aufhängen. Proof-of-work ist der wesentliche Energiefresser, das wird heute immer häufiger anders gelöst (Proof-of-stake, Proof-of-authority), mit entsprechenden Konsequenzen für den Energieverbrauch.

    Und auch die anderen Themen von Bitcoin (u.a. alle 10 Minuten wird ein Block fertig gemacht – dh als [Bar]Geldersatz nicht zu gebrauchen) werden anderweitig gelöst. Vergessen wir Bitcoin. Das war einfach der Anstoß zum Überdenken der globalen (!) Finanzsysteme.

    Man kann Bitcoin auch als Produkt mit folgenden Parametern sehen
    – gibt garantiert nur 21m Einheiten
    – diese werden mit abnehmender Geschwindigkeit (sogenanntes halving) bis 2140 produziert
    – es ist digital speicherbar.

    Wer jetzt als Sammler mit dabei sein will und auf einen Wertzuwachs wettet, kann das genauso kaufen wie eine Flasche Pétrus oder einen zweitürigen Mercedes-G oder eine Lange 1 oder was auch immer.

    Die Crux bei Bitcoin ist, dass durch das Internet urplötzlich ein weltweiter Markt für ein (zumindest kurzfristig und in Wellen) attraktives, theoretisch beliebig STÜCKELBARES Asset entstanden ist – bei gleichzeitigem Vertrauensverlust in die nationalen Währungen.

    Ein attraktives Angebot zur richtigen Zeit (wobei seit 2009 natürlich viel Wasser den Nil/Amazonas/Jangtsekiang/Mississippi und auch Rhein runtergeflossen ist, bis es nach einer kurzen Tulpenblüte 2018 in 2020 zum zweiten Mal eine sich entfaltende Knospe gab).

    Wie das ausgeht – unklar wie immer. 🤷‍♂️ Ob das eine Initialzündung für ein neues Geldsystem war – ziemlich sicher.

    Antworten
    • Thomas M.
      Thomas M. sagte:

      >Keine Ahnung, warum wir uns immer noch an Bitcoin aufhängen.

      Sie sind gedanklich auf der technischen Achse unterwegs. Bitcoin ist aber die aktuell gesellschaftlich und finanzwirtschaftliche relevante Cryptowährung (Verbreitungs- und Nutzungsgrad). Daher beschäftigen wir uns hiermit. Wenn irgendwann mal irgendeine andere Crypto die Position erreicht, beschäftigten wir uns dann mit dieser. Siehe hierzu:

      https://coinmarketcap.com/de/

      Wenn sich technisch Überlegenes historisch zwangsläufig durchsetzen würde, würden wir heute nicht überwiegend auf IBM-basierten PCs arbeiten.

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @Thomas M.

        Nee, ich bin nicht technisch unterwegs. Die Technik hab ich nur wegen der heutigen Überschrift erwähnt.

        Wenn Sie bei Ihrem Link auf Kryptowährungen gehen und dann nach Volumen sortieren, sehen Sie schon den USDT vorn (der wäre im Übrigen für eine Währungsdiskussion mal wirklich interessant) und auf Platz 3 die aus meiner Sicht relevanteste Nummer in dem ganzen Markt, Ethereum. Da passieren nämlich jede Menge Innovationen.

        Bitcoin ist schlicht genial programmiert und läuft de facto unverändert seit 12 Jahren. Das muss man erstmal hinbekommen. Aber dadurch gibt’s halt auch kein Innovationspotenzial.

        PS Marktkapitalisierung ist bei so kleinen Märkten ja irgendwie immer schwierig (wie bei VC-Investments). Wenige Deals bestimmen den Gesamtwert. Schwierig… (gilt für USDT übrigens nicht)

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Stoertebekker

        >PS Marktkapitalisierung ist bei so kleinen Märkten ja irgendwie immer schwierig (wie bei VC-Investments). Wenige Deals bestimmen den Gesamtwert. Schwierig… (gilt für USDT übrigens nicht)

        Gutes Stichwort: Ich war total darüber gestolpert, welche hohen Marktkapitalisierungen die ganzen anderen Cryptowährungen haben. Ich hätte gedacht, dass die homöopathisch sein müssten. Mir kam die Liste so vor, als ob es ein Riesencasino ist, wenn Crpytos, die morgen schon wieder weg sein können, heute ein paar Mrd. US$ Marktkapitalisierungen haben. Aber vielleicht ist die Kapitalisierung auch ein komplettes Artefakt, wenn 99,999% ihre Coins halten und das restlich Sub-Promil hin- und hertraded. Wenn die 99,999 zu Traumpreisen verkaufen wollen, geht’s wieder auf 0.

        Die Bitcoins könnten langfristig vielleicht stabilisiert werden, wenn mehr und mehr Anleger mit Sparplan kaufen (siehe Pensionsfonds/ETF) und es sich zur Alternativwährung in Krisengebieten und für vermögende Sparer entwickelt. Wenn Bitcoins als Parallelwährung deflationär sind, wäre das ein weiteres Feature. Sie dürfen halt nur nicht so wichtig werden, dass die offiziellen Währungshüter sich bedroht fühlen. Die super-exponentielle Phase dürfte aber wohl gelaufen sein?!

        >[Bitcoin] Aber dadurch gibt’s halt auch kein Innovationspotenzial.

        Das könnte DAS Feature für Langlebigkeit sein. (Siehe fehlende Innovation bei Edelmetalle; Währungen werden hingegen ständig innoviert ;)

      • Tobias
        Tobias sagte:

        Es ist eine schwere Fehleinschätzung, dass Bitcoin nicht auch die technisch beste Kryptowährung ist.
        Wenn man nicht Informatiker ist, sollte man mit solchen Einschätzungen sehr vorsichtig sein. Aktuell wird für Bitcoin neue Kryptografie basierend auf Schnorr-Signaturen ausgerollt. Es stimmt also nicht, dass es technisch keine Updates gibt.

        Der Schrotthaufen Ethereum ist bestimmt keine Alternative zu Bitcoin. Aktuelle Ethereum Transaktionen kosten im Schnitt 50 Dollar, das System ist technisch gescheitert. Bitcoin dagegen hat erfolgreich skaliert über das sogenannte Lightning Netzwerk.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @Tobias

        Die Gebühren lagen bei beiden zwischen Jan und Apr zwischen 10 und 60 USD. Die aktuell in der Tat sehr hohen Gebühren bei ETH spiegeln aus meiner Sicht zum Einen die Umstellung auf die 2.0 Version und die massive Nutzung des Netzwerks wieder. Zudem führen ja genau die hohen Gebühren zu weiteren innovativen Lösungen (Bündelung von Transaktionen).

        Die technische Bewertung traue ich mir gar nicht zu. Ich schaue aus Nutzer-Sicht. Und die smart contracts von Ethereum ermöglichen halt eine Vielzahl von neuen Nutzungsansätzen. Das geht bei Bitcoin nicht.

        Geld(ersatz) ist für mich BEIDES nicht. Genau wegen der Transaktionskosten und -dauer. Außerdem soll Geld ja Wert ERHALTEN und nicht STEIGERN. Aber bisher ist der ganze Hype um die Kryptos von einer Wertsteigerungsidee getrieben.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “Die aktuell in der Tat sehr hohen Gebühren bei ETH spiegeln aus meiner Sicht zum Einen die Umstellung auf die 2.0 Version und die massive Nutzung des Netzwerks wieder.”

        Das ist ja eine Logik wie bei “wenn ich schwere Nebenwirkungen bekomme, dann zeigt mir das nur, wie toll die Impfung wirkt”…

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        … oder wie im ökonomischen Grundkurs – viel Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot führt zu steigenden Preisen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        Das Netzwerk ist dann aber ganz außergewöhnlich schlecht designt, wenn die Nachfrageeffekte auf die Gebühren stärker sind als die Skaleneffekte.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        Sie sind auf Krawall gebürstet, oder? Schon was von sprungfixen Kosten gehört – wenn die Kapazitätsgrenze erreicht ist, muss in neue Hardware investiert werden. Vorher gehen aber die Preise hoch. Das läuft da gerade. Hatte ja auch den Umstieg auf Eth 2.0 erwähnt. Unabhängig davon ist es für alle diese Netzwerke irre schwer, den Bedarf abzuschätzen, weil täglich neue Anwendungen kommen und gehen. Null Planungsmöglichkeiten.

    • Carsten Pabst
      Carsten Pabst sagte:

      Hallo Stoertebekker,
      erstmal Glückwunsch zu Ihrem Dörrautomaten, dem Messerschärfer und der Wärmebildkamera. Sinnvolle Anlagen in meinen Augen und immer zu gebrauchen.
      Da ich von Bitcoins keine Ahnung habe (vielleicht ein Fehler, kann aber damit nichts anfangen, da nicht greifbar), tendiere ich eher zu ihrem Pétrus. Obwohl da die Blase mittlerweile auch schon sehr groß ist. Habe mal einen 2000er Mouton Rothschild in München trinken dürfen. Also mehr Bohei um einen Wein habe ich noch nie erlebt. Damals noch einigermaßen bezahlbar, heute ein Witz bei Preisen über 2000 Euro die Flasche. Und die Nüstern sind mir jetzt auch nicht weggeflogen. Dann doch lieber einen bezahlbaren Amarone oder Ripasso und Produkte aus ihrem Dörrautomaten. Dazu Käse und das flackern im Kamin. Hört sich für mich besser an, wie eine elektronische Einheit in der Wallet oder sonstwo :-)
      Beste Grüße
      Carsten Pabst

      Antworten
      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Carsten Papst
        Die Idee mit dem Petrus wäre lecker, wenn nicht längst getürkter Wein in Edelflaschen zu Höchtpreisen verhöckert würde. Moral im Sinkflug auf allen Ebenen, am Sichersten
        ( kein Kater, Kopfweh ) geniessen Sie vin ordinaire , so billig und frisch, dass sich weder Schwefel noch Gift lohnte: Hauswein, Winzerwein, Saufwein, wie früher.
        Zechgelage an langen Tischern, Tanzen, die Männer freuen sich auf kleinere Schlägereien so lässt´s sich´s leben.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @Carsten Pabst

        Sie sind nach meinem Geschmack. Hab auch schon 1000€-Weine erduften dürfen – war nix für mich bzw. mein Riechorgan nicht ordentlich ausgebildet.

        Nehme auch lieber was Kräftigeres – Amarone ist gut, aber auch Napa (Caymus) hat feine Sachen oder Südafrika (boekenhoutskloof) oder Chile (Montes Alpha). Bin da nicht so festgelegt und schaue eher aufs Portemonnaie, damit noch was zur Füllung für meinen Dörrautomaten oder auch für die Erweiterung des Maschinenparks bleibt oder für Spielereien mit Kryptos (deshalb ist Amarone auch eher selten 😉🍷). Hab halt zu viele Interessen.

        Aber wenn Sie bei mir um die Ecke wohnen würden, käme ich mit nem schönen Hirschrücken oder ner Wildschweinkeule vorbei, die legen wir auf den Grill und Sie stellen den Rotwein auf den Tisch. Und dann plauderten wir über die schönen Seiten des Lebens. Diese häufige Miesepetrigkeit hier am Blog…

      • Carsten Pabst
        Carsten Pabst sagte:

        Hallo Stoertebekker,
        wenn Sie in den Nähe von Limburg sind, sagen Sie Bescheid. Ihre Weinauswahl ist sehr gut. Die schmecken mir auch. Wein ist aber ausreichend im Keller vorhanden und dank meiner jagenden Familie (ich bin nur der Konsument) ist für das Wild gesorgt. Sie müssen nur die gute Laune mitbringen, die scheint ja aber angeboren zu sein:-) Und dann wird philosophiert über das schöne Leben, gerade und besonders in Deutschland.
        In diesem Sinne ein schönes Wochenende
        Carsten Pabst

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @Carsten Pabst

        Ach, Limburg ist die falsche Richtung. Meine Kogge liegt in MV, die kaufmännische Existenz im Kölner Raum. Aber ich werde beim Lesen Ihrer Kommentare immer mal mit einem Schmunzeln mein Glas auf Sie erheben. 🥂🍻

    • weico
      weico sagte:

      @Stoertebekker

      “– bei gleichzeitigem Vertrauensverlust in die nationalen Währungen.”

      Der Vertrauensverlust scheint mir aber eher ein nationales Problem zu sein. Bei den Deutschen kann ich es ja noch verstehen. Der Vertrauensverlust war aber immer eine Folge der vorangegangenen Politik.

      Für einen Norweger, Schweizer ,Kuwaiter usw. sind solche Währungsprobleme und Verlustängste “schlicht herbeigeredet” und daher weitgehend fremd.

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @weico

        Korrekt. Nur VIELE nationale Weichwährungen ergeben in Summe eben einen RIESIGEN potenziellen Markt für Kryptos.

    • weico
      weico sagte:

      @ Stoertebekke

      “Man kann Bitcoin auch als Produkt mit folgenden Parametern sehen
      – gibt garantiert nur 21m Einheiten”

      Mag sein, aber..

      …..dafür wir dann jede Einheit einfach unterteilt bis zum absurden Abwinken. So will man “Inflation” verhindern… ?

      https://tipps.computerbild.de/internet/bezahlsysteme/satoshi-454677.html

      Natürlich kann man auch noch dem Satoshi zusätzliche Nullen anhängen und einen lustigen Namen vergeben ,damit die Menschen 2140 noch etwas zahlen können. ..! Vertrauen sieht…für mich.. irgendwie anders aus !

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @weico

        Krypto und Inflation passt bei mir nicht zusammen. Für mich ist das eben nur ein Asset und keine Währung.

        Die Stückelbarkeit macht aber die Anzahl der potenziellen Käufer VIEL größer. So wie beim El Gordo in Spanien – 10tel Los kostet noch 20 Euro. Ohne Stückelung könnten viel weniger Leute mitmachen.

        Oder die Berkshire Hathaway Aktie – da wollte ich vor Urzeiten mal einsteigen – Stück für 100.000 USD. Da schließt man ruck-zuck Nachfrage aus.

        Aber trotzdem ist die BELIEBIGE Stückelung nur theoretisch – die Transaktionskosten sind mittlerweile viel zu hoch.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “Oder die Berkshire Hathaway Aktie – da wollte ich vor Urzeiten mal einsteigen – Stück für 100.000 USD. Da schließt man ruck-zuck Nachfrage aus.”

        Psst, deshalb gibts ja Berkshire Class B Shares, die kosten aktuell nur knapp 300 USD pro Stück. ;)

        https://www.investopedia.com/ask/answers/021615/what-difference-between-berkshire-hathaways-class-and-class-b-shares.asp

        “Aber trotzdem ist die BELIEBIGE Stückelung nur theoretisch – die Transaktionskosten sind mittlerweile viel zu hoch.”

        Da machen Sie einen Denkfehler. Ob die Transaktionskosten für ein Millionstel Bitcoin “viel zu hoch” sind oder nicht, hängt davon ab, wie viele Dollars oder von mir aus auch wie viel Gold Sie im Verhältnis zu diesen Transaktionskosten für das Millionstel Bitcoin bekommen könnten.

        Das Konzept “Stückelung” funktioniert schon, sowohl bei Aktien als verbrieften Anteilen am Stammkapital einer Firma wie auch bei Bitcoin. Wo es nicht funktioniert, ist bei Gütern, die sich aus ihrer Beschaffenheit selbst heraus nicht unbegrenzt zerteilen lassen ohne dass sich ihre Eigenschaften ändern; ein “gestückeltes” Rind ist plötzlich ein völlig anderes Gut als ein ungestückeltes, und auch als Tauschobjekt, was es ja historisch einmal war und in manchen primitiven Gesellschaften immer noch ist, im gestückelten Zustand wesentlich weniger attraktiv. Und einen Diamanten zu zerstückeln, kann die Bewertung der einzelnen Fragmente stark verändern.

        Das ist historisch gesehen ein wesentlicher Grund, wieso sich Vieh, Edelsteine und auch gediegenes Platin (lange Zeit nicht schmelzbar und damit kaum vernünftig stückelbar) nicht als Währungsalternativen gegenüber Gold durchsetzten.

  5. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    bto: “Es ist eine Spielart der ‘Tiefenökologie’, die zur Kinderlosigkeit führt, weil Menschenkinder nur noch als Belastung des Planeten interpretiert werden.”

    Nein, nein, nein. Da wurde die linksgrüne Gutmenschenmoral völlig falsch vertanden, was zu komplett irreführenden theologischen Schlussfolgerungen führt. Genau dann, wenn es die Kinder von Migranten sind, müssen wir die selbstverständlich bei uns aufnehmen und sie und ihre Familien großzügig mit Sozialleistungen versorgen und dürfen sie keinesfalls als Belastung sehen, sondern müssen uns über die Bereicherung freuen. ;)

    Außerdem wäre es rassistisch, dem globalen Süden in kolonialistischer Art vorzuschreiben, wie viele Kinder die Frauen dort haben dürfen.

    Aber das nur nebenbei, eigentlich wollte ich was zum Energieverbrauch schreiben, um ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen:

    “Eine Datenbank und ein Zahlungssystem mit einem aktuellen Energieverbrauch von 140 TWh – so viel wie ein kleines Land – scheint in der Tat verschwenderisch. (…) Der Strom für die jährlich investierte Rechenleistung würde in der Schweiz fast 30 Mrd. Fr. kosten. ”

    Ich habe nur veraltete Zahlen gefunden, aber das US-Verteidigungsministerium hat 2006 einen Elektrizitätsverbrauch von 30 TWh gehabt, und 2009 einen Gesamtenergieverbrauch (da ist vermutlich Primärenergie gemeint) so groß wie der von Nigeria.

    “In fiscal year 2009, the DoD [Department of Defense] consumed 932 trillion Btu of site delivered energy at a cost of 13.3 billion dollars.”
    https://oilprice.com/Energy/Energy-General/A-Look-At-US-Military-Energy-Consumption.html

    Und damals waren die Energiekosten der US-Streitkräfte für 1 Jahr schon halb so groß wie die fürs Bitcoin-Netzwerk, allerdings zahlt die US-Armee sicherlich keine Strompreise auf Schweizer Niveau, und fossile Bennstoffe oder gar das Uran für die Atom-U-Boote und Flugzeugträger-Reaktoren haben einen viel niedrigeren Preis pro kWh daraus erzeugter Energie als Elektrizität.

    Regt sich irgendjemand darüber auf? Nein. Es wird einfach als nötig hingenommen, selbst von unseren Klimahüpfern (die allerdings auch massiven Ärger mit dem amerikanischen militärisch-industriellen Komplex und seinen Wurmfortsätzen hier in Europa bekämen, wenn sie anfangen würden, darüber zu sprechen). Die deutsche Wikipedia hat nicht einmal einen Artikel zu dem Thema, scheint wohl nicht genug “Relevanz” zu haben…

    Wieso soll ich mich also am Energieverbrauch für ein tatsächlich global funktionierendes Zahlungsnetzwerk stören?

    Antworten
    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @Richard Ott
      ” Menschenkinder nur noch als Belastung für den Planeten?”
      Genau das!

      Es verdichten sich Hinweise, dass ” Klimer-Agenda” genau in diese Richtung zielt, die Katze wird aus dem Sack gelassen: Stichwort, BIODIVERSITÄT:
      Es wird in Glasgow bereits gefordert, bis 2030 30 % der Erdoberfläche und bis 2050 die Hälfte der Erdoberfläche komplett für den Schutz derzeit bedrohter Arten zur Verfügung stehen sollen:
      Quelle: Interview mit Prof. Matthias Glaubrecht ( Uni Hamburg), Autor des Buches
      ” Das Ende der Evolution”. ( lesenswert! )
      Kurz-Version im aktuellen November-Kundenmagazin der Drogeriekette DM ( S. 77 )

      Auch auf 3 Sat/ Sendung Nano vom 8. November 2021 finden sich in den letzten 2 MInuten des Filmes Hinweise, dass ” Strassen, Äcker, Städte ZURÜCK-gebaut werden sollen , Lebensraum ( ! ) für Bisons, Wölfe, Ur-Wildtiere zu garantieren.
      https://www.3sat.de/wissen/nano/211108-sendung-nano-102.html

      Wer errät , wie Human- Extinciton erreicht werden kann?

      Antworten
  6. Dr. Lucie Fischer
    Dr. Lucie Fischer sagte:

    Mein Lieblings-Autor, Analyst, Mathematiker, Philosoph N. N: Taleb zu bitcoin;
    Min: 2:45 ” It´s like a game, it´s like tulips”
    https://www.youtube.com/watch?v=kPjdg6Igr2c
    ( Im Video wirkt er traurig und gealtert, er kann den Niedergang seines Vaterlandes Libanon nicht aufhalten)
    Bitcoin als moderner ” Schöpfungsmythos” ?

    Antworten
    • Gnomae
      Gnomae sagte:

      Für den Erfinder könnte es folgender Mythos sein:

      10 hoch 6 (geschätzte Bitcoin-Anzahl des Erfinders) x Preis, sehr einfach.

      Es bedeutet auch, die Risk/Reward Ratio für den ersten Miner am größten ist.

      Ich stimme Ihnen völlig zu: Die Reise nach Jerusalem oder Catch-22.

      Am besten spielen die Banken, die nur Bitcoin handeln, aber keine eigene Position halten. Der Bid / Ask – Spread macht hier die Musik.

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