Roboter. Deutschland: Risiko – Japan: Chance!

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Vor einiger Zeit habe ich in einem Beitrag für das manager magazin eine deutlich verstärkte Automatisierung in Deutschland gefordert. Nur so werden wir in der Lage sein, die demografischen Herausforderungen zu bewältigen. Heute nun ein Beitrag, der die Risiken der Robotertechnik betont. Der von mir sehr geschätzte Henrik Müller schreibt: „Den bislang noch wohlhabenden Mittelschichten werde die digitale Revolution der Wirtschaft eine ‚lange Misere‘ bringen, prophezeien die namhaften US-Ökonomen Jeffrey Sachs und Laurence Kotlikoff in einer anderen Untersuchung. Die Welt sei gefangen in einem ‚verarmenden Produktivitätswachstum‘: Die Maschinen werden immer klüger und leistungsfähiger, aber für die Masse der Menschen springe dabei nicht viel heraus. Womöglich, unken die beiden Volkswirte düster, hätten ja die ‚Ludditen‘ – die Maschinenstürmer des frühen 19. Jahrhunderts – doch recht gehabt.“

Zusammengefasst: „Die Digitalisierung mag eine tolle Sache sein für die Verbraucher und für jene Unternehmen, die die neuen Technologien zu nutzen wissen. Aber was aus all den Beschäftigten wird, deren Tätigkeiten von immer schlaueren Maschinen ersetzt werden, ist höchst unklar.“ Eine sehr negative Sicht der Dinge finde ich.

SPIEGEL ONLINE: Wenn die Maschinenstürmer doch recht behalten, 27. Juli 2014

Da finde ich die Haltung Japans zu dem Thema deutlich besser. Ungeachtet meiner Skepsis bezüglich Abenomics teile ich die Auffassung von Abe bezüglich der Chancen der Robotertechnik: „Wir wollen Roboter zu einer tragenden Säule unserer Wachstumsstrategie machen“, erklärte Abe nun gegenüber der Nachrichtenagentur Jiji. Er plane eine Sonderkommission für die „Roboterrevolution“, um den Umsatz der Branche auf 2,4 Billionen Yen (17,5 Milliarden Euro) zu verdreifachen und damit bedeutend größere Wachstumsimpulse auszulösen.

→ manager magazin online: Japan will Olympische Spiele für Roboter, 24. Juli 2014

Gerade Länder, die vor erheblichen demografischen Problemen stehen, sollten Vorreiter sein. Die Maschinen gefährden Arbeitsplätze, die ohnehin nicht besetzt werden können. Was wir brauchen, ist eine Strategie, die – knappen – Erwerbspersonen für die richtigen Bereiche zu qualifizieren. Womit ich Müller zustimme, dass wir eine politische Antwort brauchen. Aber bitte nicht als Problem, sondern als Chance!

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