Schluss mit der Mär vom Tauschmittel

Dieser Beitrag von mir erschien im Juni 2016 bei manager magazin online:

„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh“, meinte der Autopionier Henry Ford. So gesehen ist es gut, dass eine Umfrage unter britischen Abgeordneten ergeben hat, dass noch 9 von 10 denken, das Geld werde ausschließlich vom Staat geschaffen. Getrost kann man davon ausgehen, dass es um das Verständnis bei unseren Abgeordneten und in der breiten Öffentlichkeit nicht anders gestellt ist.

Geldschöpfung ist mehrheitlich privat

Obwohl die Zentralbanken der Welt einen anderen Eindruck erwecken, haben sie nur sehr indirekt und schwach Einfluss auf die Entwicklung der Geldmenge, nämlich über den Zinssatz und die geforderte Mindestreserve, die Banken bei ihnen hinterlegen müssen. Dabei folgen sie dem was das Bankensystem macht – nicht umgekehrt.

Wenn die Bank einen Kredit gewährt, kann sie dies tun, ohne zuvor eine Spareinlage bekommen zu haben. Sie schafft das Geld also aus dem Nichts ‒ lateinisch „fiat“, weshalb man von einem Fiat-Geldsystem spricht. Dies ist so lange nicht problematisch, wie der Kredit gegen vernünftige Sicherheit begeben wird, denn dann steht dem neu geschaffenen Geld ein entsprechender Vermögenswert entgegen. Das Geld ist also durch ein werthaltiges Asset gedeckt.

Problematisch wird es erst, wenn die Sicherheiten nicht werthaltig sind oder aber ‒ zum Beispiel in einer Blase ‒ zu hoch bewertet waren und plötzlich stark an Wert verlieren. Banken- und Finanzkrisen sind dann die zwangsläufige Folge.

Diese zu verhindern war ein Hauptgrund für die Gründung von Zentralbanken die im Krisenfall als „Lender of Last Resort“ einspringen sollten. Allerdings mit harten Auflagen. Walter Bagehot, Herausgeber des Economist und Bankenexperte hat dazu schon 1873 klare Regeln aufgestellt: Demnach sollte die Zentralbank im Krisenfall nur solventen Banken helfen, gegen die Hinterlegung von sehr guten Sicherheiten, zu einem hohen Strafzins. Mit diesen Regeln wollte er sicherstellen, dass die Banken vorsichtig agieren und ihre Geldschöpfungsfähigkeit nicht missbrauchen, um schlechten Schuldnern gegen unzureichende Sicherheiten Geld zu geben.

Mit Blick auf die Eurokrise und vor allem die derzeitige Griechenlandpolitik müssen wir allerdings feststellen, dass die genannten Grundsätze alle über Bord geworfen wurden. Die EZB gibt Banken, die faktisch insolvent sind, Kredite gegen fragwürdige Sicherheiten, zu einem Zinssatz von fast null. Dies zeigt, wie schlimm es um das Finanzsystem nicht nur in Griechenland im Jahre sechs der Krise gestellt ist.

Die Modelle der Ökonomen sind falsch

Nun könnte man meinen, dass es keine Rolle spielt, dass die breite Öffentlichkeit unser Geldsystem nicht versteht, solange es funktioniert und solange die Fachleute zumindest wissen, wie es geht und was zu tun ist, um Krisen zu verhindern. Doch genau dies ist nicht der Fall, wie Zoltan Jakab und Michael Kumhof in einer neuen Studie der Bank of England aufzeigen. Zentrale Aussage: Während die Experten bei Notenbanken, dem IWF und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich das System verstehen, würden in der breiten Volkswirtschaftslehre und auch bei den Bankern selbst, immer noch völlig falsche Vorstellungen von der Funktionsweise des Geldsystems vorherrschen.

Über dieses Versagen der Volkswirtschaftslehre könnte man lachen, wenn es nicht so fatale Wirkungen hätte. Nach Analyse der beiden Autoren führt eine korrekte Abbildung der Arbeitsweise von Banken zu ganz anderen Ergebnissen bei der volkswirtschaftlichen Analyse. Die Veränderungen der Bankbilanzen ‒ also die Großzügigkeit oder Zurückhaltung bei der Vergabe von Krediten und damit der Schaffung von Geld ‒ passieren viel schneller als die Volkswirtschaftslehre denkt und haben vor allem deutlich größere Auswirkungen auf die Realwirtschaft.

Vor allem wenn die Kreditwürdigkeit der Schuldner der Bank sinkt, wie zum Beispiel nach einem heftigen Einbruch am Immobilienmarkt wie in den USA, Spanien und Irland in dieser Krise zu beobachten, hat dies erhebliche Auswirkung auf die Wirtschaft. Die Banken schränken die Kreditvergabe drastisch ein. Überraschen kann dies nicht. Denn nur wenn die Schuldner ausreichend Sicherheit haben und die vereinbarten Zinszahlungen auch leisten, ist das von den Banken geschaffene Geld werthaltig. Fallen die Schuldner aus, ist eine Bank sehr schnell insolvent. Schließlich liegen die Eigenkapitalquoten mit rund drei Prozent viel zu tief.

Betrachtet man die Banken nicht als neutrale Vermittler zwischen Ersparnissen und Investitionen, wie dies viele Lehrbücher tun, erkennt man auch, dass die Banken einen erheblichen prozyklischen Einfluss auf die Wirtschaft haben. In guten Zeiten, in denen die Einkommen sicher und die Vermögenspreise hoch sind beziehungsweise weiter steigen, geben Banken gerne Kredit. In schlechten Zeiten hingegen halten sie sich zurück. Die Volkswirte erwarten in ihrem Vermittlermodell genau das Gegenteil: Weil in schlechten Zeiten die Ersparnisse zunehmen, gehen sie davon aus, dass die Banken mehr Kredite anbieten. Eine völlig falsche Annahme wie die Studie zeigt.

Diese Erkenntnis hat erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik. Solange mit falschen Annahmen zur Funktionsweise der Banken gearbeitet wird, laufen wir Gefahr, die falsche Medizin zu verordnen. Die Regulierung setzt an den falschen Hebeln an und die Geldpolitik verfolgt eine falsche Strategie.

Weg vom Krisenzyklus

Das prozyklische Verhalten der Banken führt dabei nicht nur zu einer regelmäßigen Abfolge von Booms und Krisen, sondern tendenziell zu immer größeren Krisen. Blicken auf die letzten 40 Jahre zurück, so sehen wir eine konstant steigende Verschuldung der westlichen Welt, die sich zudem ungebremst fortsetzt. Dies ist so zu erklären: Banken vergeben zunächst Kredite an solvente Schuldner mit guten Sicherheiten. Damit wächst die Geldmenge. Die Wirtschaft läuft gut, die Einkommen steigen und auch die Vermögenspreise gehen nach oben. Kommt es zu einem Abschwung, stellen die Banken fest, dass sie zu großzügig waren. Sie erleiden erste Verluste, die Sicherheiten fallen im Wert und sie halten sich mit neuen Krediten zurück.

Hier kamen die Notenbanken ins Spiel. Diese senkten die Zinsen und gaben den Banken weitere Anreize, trotz der schlechten Umfeldbedingungen etwas mehr Kredite zu vergeben. In der Folge verbesserte sich die Wirtschaftslage, die Preise für Vermögenswerte, vor allem Immobilien, zogen wieder an. Ein weiterer Zyklus konnte beginnen, mit etwas tieferen Zinsen und auf einem bereits höheren Niveau der Vermögenswerte. Dies wiederholte sich seit 1980 regelmäßig. Wann immer eine Krise drohte, sei es nach dem Börsenkrach 1987, sei es bei der Pleite des Hedgefonds LTCM, nach der Russlandkrise, der Asienkrise und dem Platzen der New Economy Blase, hat die Notenbank den Banken geholfen und Geld zur Verfügung gestellt – und dies immer günstiger.

Für die Banken war damit eines klar: Das eigene Risiko wurde immer kleiner, weil der Lender of Last Resort, anders als von Bagehot gefordert, immer bereit zu helfen war und zwar zu günstigen Konditionen. Wir haben deshalb mit der Finanzkrise keine normale Krise im Rahmen des typischen Auf und Ab des Kreditzyklus gesehen, sondern eine Krise, die nach mehreren Jahrzehnten des Kreditbooms das Finanzsystem an die Grenze des Zusammenbruchs geführt hat.

Seither ist wenig passiert, um eine Wiederholung zu verhindern. Die Regulierung hat an viel zu geringem Eigenkapital und prozyklischem Verhalten nichts geändert, die weltweite Verschuldung wächst ungebremst weiter.

Was nötig wäre, liegt auf der Hand: deutlich höhere Eigenkapitalanforderungen, echtes Konkursrisiko, Zentralbanken, die zu den Grundsätzen ordnungsgemäßer Geldpolitik zurückkehren, und ein Instrumentarium, um das prozyklische Verhalten der Banken zu verhindern. Letzteres wäre möglich, in dem man zum Beispiel in Zeiten starken Kreditwachstums, die erforderliche Eigenkapitalhinterlegung erhöht und in Zeiten geringen Wachstums verringert.

Dafür müssten die Entscheidungsträger allerdings verstehen, wie das System funktioniert und bereit sein, es zu ändern. Zweifel an beidem sind angebracht.

manager-magazin.de: „Warum die Politik die Geldwirtschaft falsch versteht“, 15. Juni 2015

29 Kommentare
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    Wolfgang Selig sagte:

    Schön erklärt, aber auch ein langer Text. Im Prinzip geht darum, wer in einer Finanzwelt ständig steigender Schulden der vorletzte Politiker ist,(bei dem es noch gut geht, und wer der letzte, bei dem es nicht mehr gut geht. Alle Schuldenaufnehmer (egal ob fiskalisch oder über die Notenbank) werden vom Wähler belohnt. Der letzte, bei dem das System crasht, ist der Buhmann. Die hohe politische Kunst ist, nicht der letzte vor dem Zusammenbruch des Systems zu sein.

    Beispiel: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Cuno

    Gibt´s auch als Spiel für Minderjährige: https://kinderturnen.net/spiele/die-heise-kartoffel/

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    Michael Stöcker sagte:

    Bei Chin Meyer kann jeder mal für sich prüfen, ob er das System verstanden hat; denn dort wird das Konzept der Umlaufgeschwindigkeit zur monetären Raserei: https://youtu.be/YQtvFMoz8s4?t=242.

    Da macht es auch nichts, wenn Meyer nicht zwischen Vertrag (Verpflichtungsgeschäft) und Erfüllung (Bezahlung) unterscheidet. Und die Fabel stammt auch nicht von einem englischen Ökonomen, wie von ihm an anderer Stelle behauptet, sondern von einem polnischen Ökonomen, der viele Erkenntnisse von Keynes schon vorweggenommen hatte. Und das Original endet auch nicht so schlüpfrig wie bei Meyer, sondern mit einem weiteren real-illusionärem Paukenschlag.

    LG Michael Stöcker

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    Dietmar Tischer sagte:

    >Blicken auf die letzten 40 Jahre zurück, so sehen wir eine konstant steigende Verschuldung der westlichen Welt, die sich zudem ungebremst fortsetzt.>

    Das ist richtig.

    >Dies ist so zu erklären: Banken vergeben zunächst Kredite an solvente Schuldner mit guten Sicherheiten. Damit wächst die Geldmenge. Die Wirtschaft läuft gut, die Einkommen steigen und auch die Vermögenspreise gehen nach oben. Kommt es zu einem Abschwung, stellen die Banken fest, dass sie zu großzügig waren. Sie erleiden erste Verluste, die Sicherheiten fallen im Wert und sie halten sich mit neuen Krediten zurück.>

    Das kann nicht die Erklärung sein.

    Denn wenn sich die Banken mit Krediten zurückhalten, kann es keine KONSTANT steigende Verschuldung geben.

    >Für die Banken war damit eines klar: Das eigene Risiko wurde immer kleiner, weil der Lender of Last Resort, anders als von Bagehot gefordert, immer bereit zu helfen war und zwar zu günstigen Konditionen. Wir haben deshalb mit der Finanzkrise keine normale Krise im Rahmen des typischen Auf und Ab des Kreditzyklus gesehen, sondern eine Krise, die nach mehreren Jahrzehnten des Kreditbooms das Finanzsystem an die Grenze des Zusammenbruchs geführt hat.>

    Das ist nicht richtig – mit Blick auf die LETZTEN 40 Jahre.

    Es war NICHT die EINSCHÄTZUNG der Banken, dass ihr RISIKO aufgrund eines IMMER-zur-Hilfe-Bereitseins der Notenbanken, immer kleiner werden würde.

    Es war die EINSCHÄTZUNG der Regierungen und der Notenbanken, dass die VERMÖGENSBILDUNG eine Kompensation für nicht mehr wie früher wachsenden EINKOMMEN sein könnte UND dass deshalb entsprechende Möglichkeiten (Deregulierung) und Anreize (niedrige Zinsen) zu vermehrter Verschuldung zu setzen seien.

    Die privaten Haushalte haben vornehmlich in USA aufgrund dieser Bedingungen mehr Kredite nachgefragt und sich insbesondere ab Beginn des Jahrtausends insbesondere für Immobilienbesitz hoch verschuldet.

    Auf dem Höhepunkt der Krise der Subprime-Kredite war das Risiko der Banken nicht immer kleiner geworden, sondern DRAMATISCH gestiegen.

    Lehman Brothers wurde nicht geholfen, die Bank ging pleite. Andere auch.

    Erst als die Finanzkrise zum SYSTEMRISIKO zu werden drohte, hat der Staat in USA und anderen Ländern, u. a. in Deutschland den Banken geholfen, zu überleben.

    Insofern ist an der Erklärung nur richtig, dass die Finanzkrise keine normale Krise im Kreditzyklus gewesen ist.

    Erst NACH der Finanzkrise, also etwa die letzten 10 Jahre haben die Notenbanken den Banken geholfen, das Risiko so klein zu halten, dass es in den allermeisten Fällen bei weiterer Kreditvergabe zum Überleben reicht.

    Die Entscheidungsträger müssen nicht nur verstehen, wie die Banken und die Kreditvergabe funktionieren. Sie müssen vor allem verstehen, wie die REALWIRTSCHAFT funktioniert, wenn Megatrends auf sie einwirken und sich damit die BEDINGUNGEN für die Kreditvergabe ändern.

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    Johannes sagte:

    Banken, private Institutionen, „erschaffen“ den größten Anteil der Geldmenge. Damit genießen sie ein unglaubliches Privileg. Dieses Privileg ist es wohl das Henry Ford meinte. Und ja, verstünde z.B. der Häuslebauerkreditnehmer, dass sein „Kreditgeld“ überwiegend von der Bank geschaffen würde (abgesehen von der vorzuhaltenden Mindestreserve = 1%; https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Glossareintraege/M/mindestreserve.html) und ER mit seiner Arbeitskraft (Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung bei Nichleistung) letztlich und im ungünstigsten Fall Lebenslang (sofern nicht die Privatinsolvenz zum Tragen kommt) im Kern die Sicherheit für die geschaffene Geld darstellt, dann gäbe es tatsächlich einen größeren Aufruhr. Ob man mit seinem Verständnis soweit gehen sollte wie der unten zitierte Autor, sei dahin gestellt:

    „Die von den Geschäftsbanken bei dem von ihnen als „Kreditvergabe“ bezeichneten Buchungsvorgang erzeugten Währungsbeträge stellen somit eine („hauseigene“) Währung der Geschäftsbank dar. Allfällige Schadenshöhen (Vermögensschäden) bei Kreditausfällen können aber nur in gesetzlich fundierter Währung (also Euro i.S. von Zentralbank- und nicht von in einem Schreibvorgang erzeugten Buchgeld) errechnet werden. Zu diesem Zweck kann allenfalls eine näherungsweise Umrechnung in Form einer Gewichtung mit den Absolutbeträgen der Dif-
    ferenz der Kreditausfallsquote der jeweiligen Geschäftsbank sowie der durchschnittlichen Kreditausfallsquote aller Institute im Zentralbankverrechnungskreis erfolgen. Auf die vorgenannten Gründe muss es jedoch bei der Frage, ob eine Bank durch die Kreditausfälle Vermögensschä-
    den erlitten hat, gar nicht ankommen, denn sämtliche Banken haben seit 1999 sukzessive solche Kreditrisiken für 1 – 2% Risikoübernahmegebühr (pro Jahr) vollständig auf Versicherungen verlagert, die selbst wieder rückversichert sind. Durch diese Verlagerung von Risiken werden die Giralgeld-Kreditausfälle letztendlich wieder mit neuen Recheneinheiten (Giralgeld) aus den Gewinnen dieser „Wetten“ bezahlt und nicht aus realwirtschaftlicher Wertschöpfung! Aus diesem Grund steigt das Volumen solcher „Wetten“ (Derivate) ständig und hat unter Einbeziehung der gesamten Giralgeldmenge bereits das 30fache des Weltbruttosozialproduktes erreicht.

    https://www.kreditopferhilfe.net/docs/Gutachten_Giralgeldschoepfung.pdf

    Den einen oder anderen Gedanken kann ich aber schon nachvollziehen.

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    Alexander sagte:

    >Schluss mit der Mär vom Tauschmittel

    Der erste Buchungssatz jeder Zentralbank ist Geld gegen Staatsanleihe.

    Die BRD war erster Auftraggeber für Infrastruktur, Energieversorgung, „Post“-dienstleistungen, Sozialwesen, Gesundheitsdienstleistungen, Bildung. Viele Bereiche waren Monopol.

    Selbstverständlich versuchen Private diese Nachfrage zu befriedigen und verpfänden Eigentum gegen Kapital zur Vorfinanzierung.

    Leider entfällt in Ihren Gedanken, Herr Stelter, die Rolle des Staates.

    Selbstverständlich ist die Rentabilität von Schuld zu Beginn größer, als am Ende wenn zig Spaßbäder, Messeplätze, Regionalflughäfen nur noch Defizite bringen.

    Selbstverständlich versucht der Staat immer die Nachfrage zu erhalten, auch um den Preis einer ausufernden Staatsverschuldung.

    Selbstverständlich ist eine risikolose Staatsanleihe rentabler als eigene Mitarbeiter, Maschinen, Abgaben/Steuern und Marktrisiko.

    Das System scheitert immer am Staat, denn er soll im Auftrag seiner Bürger Vermögen sichern, Konjunkturrisiken ausschließen und möglichst alle ohne Arbeit kaufkräftig versorgen.

    Kein Geldsystem kann vor diesem Scheitern schützen, denn der Staat hat schließlich das Recht jede Regel zu brechen – wovon „gemeinwohl“ Gebrauch gemacht wird.

    (Noch heute weigert sich die Mehrheit Straßen, Bildung, Trinkwasser, Gesundheit zu privatisieren, also komme mir jetzt niemand mit – der Staat sei nicht erster/wichtigster Auftraggeber…)

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      Alexander sagte:

      @ Nachtrag

      Export für die Nachfrage ausländischer Staaten hilft ungemein.
      Insbesondere wenn Kriege die dortige Wirtschaft überfordern und rasch große Mengen an Ausrüstung benötigt werden. Ein prominentes Beispiel sind Entlaubungsmittel für den Einsatz in Vietnam oder die Aufträge für den Koreakrieg.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Korea-Boom

      Prof. Albrecht Goeschl hat den Rüstungsaspekt hier beleuchtet: http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2016/09/goeschel_tumult.pdf

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      SB sagte:

      @Alexander: „Kein Geldsystem kann vor diesem Scheitern schützen, denn der Staat hat schließlich das Recht jede Regel zu brechen…“

      So sehe ich das auch. Geldsysteme werden von Menschen erschaffen und können von diesen auch wieder abgeschafft bzw. geändert werden. Nichts anderes ist mit dem Goldstandard geschehen. Auch die diesbezüglichen Fehlentwicklungen haben ihre Ursachen in den Handlungsalternativen der Menschen (über die Politik).

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Alexander

      Wichtige, z. T. auch richtige Verweise, aber in der extremen Akzentuierung auch falsch.

      >Das System scheitert immer am Staat, denn er soll im Auftrag seiner Bürger Vermögen sichern, Konjunkturrisiken ausschließen und möglichst alle ohne Arbeit kaufkräftig versorgen.>

      Ich denke, dass dies FUNKTIONAL richtig ist.

      Es ist aber auch richtig, dass wir einen Staat brauchen, weil wir PRIVATWIRTSCHAFTLICH bestimmte Aufgaben NICHT lösen können. Das ist z. B. hinsichtlich der Landesverteidigung der Fall.

      Wenn sich der Staat auf derartige Aufgaben konzentrieren und er dafür angemessen, d. h. mit Steuern und eben nicht wachsender Verschuldung finanziert würde, hätten wir heute kein Problem mit der Staatsverschuldung und möglicherweise, aber keineswegs sicher, geringere Verschuldungsprobleme insgesamt.

      Wo liegt also das Problem – und zwar URSÄCHLICH?

      Es liegt darin, dass die einmal installierte Funktionalität des Staates, etwas leisten zu können, von der Bevölkerung EXTENSIV genutzt wird, um OHNE eigenes Risiko und möglichst auf Kosten von ANDEREN bestimmte Leistungen zu erhalten.

      Voraussetzung ist erstens, dass die Gesellschaft „reich“ ist, d. h. von anderen etwas zu holen sein muss. Wenn alle am Existenzminium sind, ist das nicht der Fall.

      Zweitens muss man ein Verfahren installiert haben, dass Staatsaktivitäten legitimiert. Die Demokratie eignet sich bestens dafür.

      Drittens muss in der Gesellschaft eine Mentalität herrschen und gepflegt werden – insbesondere durch die Massenmedien, aber auch in den Familien, an den Schulen und Universitäten –, der zufolge die GRUNDSÄTZLICHE Alternative, sein Leben vorrangig mit EIGENVERANTWORTUNG zu gestalten, als neo-liberal, ohne Empathie, menschenverachtend etc. zu diskreditieren ist.

      Insofern:

      Der Staat hat zwar nicht das Recht, jede Regel zu brechen, sondern die Bevölkerung legitimiert ihn letztlich dazu, Regeln zu erfinden und zu implementieren (und damit auch bestehende außer Kraft zu setzen), die ihrem Votum zumindest richtungsweisend entsprechen – bis zur NÄCHSTEN Wahl, oder je nach Wahlergebnis, auch darüber hinaus bis zu einer quasi VERINNERLICHTEN Verfestigung dessen, was der Staat zu leisten habe.

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        Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer

        >Wenn sich der Staat auf derartige Aufgaben konzentrieren und er dafür angemessen, d. h. mit Steuern und eben nicht wachsender Verschuldung finanziert würde, hätten wir heute kein Problem mit der Staatsverschuldung und möglicherweise, aber keineswegs sicher, geringere Verschuldungsprobleme insgesamt.

        Dieser Satz zeigt mir, dass sie das Wesen unseres Geldsystems noch nicht verstanden haben. Der Staat (als Kollektivgewalt) monopolisiert seine Währung und verschuldet sich als ERSTER.

        Der staatlichen Initialzündung des Wirtschaftens in – SEINER WÄHRUNG – beinhaltet, dass die Staatsdiener vor den ersten Steuerzahlungen entlohnt werden und der Staat selbst ein Fristenproblem hat. Ausgaben ein Quartal -vor- möglichen Einnahmen.

        Zwei Quartale Rezession mit schrumpfenden Einnahmen und konstanten Ausgaben (für Gehälter/Löhne der Staatsdiener, Pensionen, Renten etc.) lehren jede Regierung das Fürchten.

        Steigende Staatsverschuldung ist zwingend, denn kein Staat entlässt massenhaft aufgrund fehlender Einnahmen. Das würde seine Existenz gefährden.

        Europas Staaten haben ihre Verschuldungsgrenzen erreicht, d.h. auf der Basis bestehender Vermögen, Demographie, Innovation, globaler Marktchancen ihre Möglichkeiten ausgereizt. Die Aufkaufprogramme der EZB sind letztes Mittel.

        Jede Krise wäre Chance bestehende Strukturen zu verbessern und faule Kredite abzuschreiben. Abschreiben von Geld heißt Auslöschen von Vermögen des betreffenden Gläubigers.

        Egal wie viele Nullen wir auf die Geldscheine schreiben, die Verbesserung von Fehlverhalten ist zwingend.

        Weder das Geldsystem, noch der Kapitalismus tragen Schuld daran, wenn:

        Der Staat ist die große Fiktion, mit deren Hilfe sich alle bemühen, auf Kosten aller zu leben. (Frederic Bastiat)

        Das ist alles nicht neu und die Demokratie unterscheidet sich kaum von den Finanzierungsproblemen früherer Monarchien.. nur das Gefühl es käme auf meine Stimmen an, bei der nächsten Wahl :o)

        (Übrigens hat schon Karl Marx den Wahnsinn stehender Heere für die Ausgaben des Staates kritisiert. Er wollte das privatisieren [Bürgermilizen] wie es später spanische Anarchisten versuchen sollten)

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        >Der Staat (als Kollektivgewalt) monopolisiert seine Währung und verschuldet sich als ERSTER.>

        Das habe ich nicht bestritten, obwohl man darüber streiten könnte. Man kann sich auch privatwirtschaftlich VOR der Existenz eines Staates verschulden. Das ist gewiss auch geschehen.

        Darauf kommt es mir aber nicht an.

        Es kommt vielmehr auf Ihre Annahme und Ihre Schlussfolgerung an (wenn es einen Staat gibt):

        Sie sehen den Staat als eine gottgegebene ALLMACHT an, die sozusagen AUTONOM handelt, wenn Sie sagen:

        >Steigende Staatsverschuldung ist zwingend, denn kein Staat entlässt massenhaft aufgrund fehlender Einnahmen. Das würde seine Existenz gefährden.>

        Das ist nicht der Fall, weil der Staat von MENSCHEN geschaffen wird und Menschen demnach auch PRINIZIPIELL bestimmen können, was er zu tun und zu lassen hat.

        Der Staat kann selbstverständlich gezwungen werden, Menschen zu entlassen. Mal sehen, ob Macron schafft, was er will, nämlich 100.000 Menschen im Staatsdienst zu entlassen.

        Wenn es nicht anders geht, setzen Menschen den Staat außer Kraft oder zerschlagen ihn durch Anarchie, Bürgerkriege oder Revolution.

        Das alles hat es schon gegeben.

        Dass die Menschen es in unserer und anderen Gesellschaften NICHT tun, ist eine andere Diskussion, auf die ich ansatzweise verwiesen habe.

        Der Staat, was immer er ist, kann auf Verschuldung bezogen NICHTS tun, wenn er sich nicht verschuldet, d. h. ihm Verschuldung verboten ist, WEIL er sich nur durch Steuern finanziert darf.

        Die Menschen müssen sich nur zu diesem Prinzip bekennen und es durchsetzen wollen.

        Heißt:

        Der Staat ist das und tut das, was seine Bürger ihm als Steuerzahler im Rahmen ihrer Finanzierungsbereitschaft erlauben.

        Ich gebe ja zu und wir müssen nicht darüber diskutieren, dass dies vermutlich kaum jemals der Fall war und heute ganz gewiss nicht so ist.

        Aber Sie können daraus KEINEN absoluten ZWANGSMECHANISMUS ableiten, wie den, dass die Erde jeden Tag UNVERMEIDLICH durch die Sonne bestrahlt wird.

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        Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Doch, diesen Zwangsmechanismus gibt es und er wohnt jedem Staat inne, ganz „wurscht“ ob Individuen dem zustimmen oder nicht.

        P.C.Martin:
        Macht — Zwang — Abgaben (Ur-Zins) — Preise.

        Per Gesellschaftsvertrag tritt das Individuum sein Gewaltrecht ab. Alle wissen, dass Polizei, Verteidigung, Finanzamt und die Vertreter der Gewalten bezahlt werden müssen – also Abgaben.
        Abgaben bezahlen wir in monopolisiertem Geld und zum Steuerzahlungstermin haben wir alle Stress genug davon zu haben. Verschulden kann ich mich in Kakao, Steuern zahle ich in Europa in Euro.

        Neoliberal kann ein Macron versuchen Staatsdiener in die Rente zu entlassen oder wie Stoiber zusätzliche Arbeitszeit zu verordnen – mit minimalem Erfolg, weil man Privilegien nicht friedlich abschafft.

        Ich spreche mich nicht gegen Staatsschulden aus, nicht gegen ein Schuldgeldsystem, nicht gegen Kapitalismus – aber unbedingt für Abschreiben von unbezahlbarer Schuld – im vollen Wissen um die Konsequenzen.

        Es gibt für gewisse Erkenntnisse keine demokratische Mehrheit, dafür war die Desinformation in den staatlichen Bildungseinrichtungen zu gut, denn die Volkswirtschaftslehre hält Geld für ein Tauschgut als wir noch den Goldstandard hätten…..

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        >Neoliberal kann ein Macron versuchen Staatsdiener in die Rente zu entlassen oder wie Stoiber zusätzliche Arbeitszeit zu verordnen …>

        Neoliberal oder nicht, Sie stellen fest, dass Regierungen etwas versuchen KÖNNEN, was angeblich einem Zwangsmechanismus – einem ABSOLUTEN, weil Sie sich auf mich mit „diesen“ beziehend auch meinen – widerspricht.

        Sie können es, weil Regierungen nicht aus dem Nichts entstehen oder vom Himmel fallen, sondern gewählt werden und ihnen gewährt wird, es zu zumindest zu versuchen.

        Damit ist auch klar, dass die Individuen NICHT alle Rechte abgeben, auch wenn Sie ihr Gewaltrecht abgeben, wie Sie zu Recht feststellen.

        Die Menschen haben ergebnisorientiert fundamentale Handlungsalternativen und den absoluten Zwangsmechanismus gibt es demnach nicht.

        Selbst mit dem Scheitern von Macron kann nicht bewiesen werden, dass es ihn gibt.

        Da hilft auch kein P. C. Martin.

        Und ob es für gewisse Erkenntnisse demokratischen Mehrheiten gibt oder nicht, ist in diesem Zusammenhang irrelevant.

        Damit ist jede weitere Diskussion zum Thema überflüssig.

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      Johann Schwarting sagte:

      @Alexander

      So

      „Leider entfällt in Ihren Gedanken, Herr Stelter, die Rolle des Staates. … Das System scheitert immer am Staat, denn er soll im Auftrag seiner Bürger Vermögen sichern, Konjunkturrisiken ausschließen und möglichst alle ohne Arbeit kaufkräftig versorgen.

      Kein Geldsystem kann vor diesem Scheitern schützen, denn der Staat hat schließlich das Recht jede Regel zu brechen – wovon „gemeinwohl“ Gebrauch gemacht wird.“

      ist es.

      Sie sind neben einigen anderen Usern des Blogs Anhänger der debitistischen Deutung, der „… reine[n] Beschreibung, was sich ergibt, sofern Schulden existieren.“ Die Debitisten sollten auch nicht den Versuch unternehmen, Prof. Thomas Mayer von seinen Vorstellungen eines ‚Vollgeldes‘ abzubringen. Das kann nicht gelingen – es gelingt ihm nur nach der Erfahrung eines individuellen ‚chocs – eines punctum‘ im Sinne von Roland Barthes, wie ich in

      http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=424573

      allgemein ausgeführt habe.

      Wann ist ein Mensch bereit, die ‚Goldenen Türen‘ – die eigenen Ein- und Ausstiegspunkte aus seiner Systemgeschlossenheit – zu durchschreiten?

      http://www.sectioaurea.at/

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      Michael Stöcker sagte:

      @ Alexander

      „Das System scheitert immer am Staat, denn er soll im Auftrag seiner Bürger Vermögen sichern, Konjunkturrisiken ausschließen und möglichst alle ohne Arbeit kaufkräftig versorgen.“

      Das ist so ein weiterer Mythos der Marktfetischisten. Auch hier gilt wieder: It takes two to tango. Mal muss der Staat die Führung übernehmen, mal muss er der Privatwirtschaft die Führungsrolle überlassen. Wichtigstes Kriterium ist die Kreditentwicklung im Kreditzyklus unter Berücksichtigung der Leistungsbilanz. Verweigert sich die Privatwirtschaft, dann muss/sollte der Staat einspringen, damit die Kreditketten nicht abreißen.

      „(Noch heute weigert sich die Mehrheit Straßen, Bildung, Trinkwasser, Gesundheit zu privatisieren…“

      Und das zu Recht; denn privare kommt aus dem Lateinischen und heißt nichts anderes als BERAUBEN.

      LG Michael Stöcker

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        Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker,

        meine Antwort für Herrn Tischer trifft auch hier zu.

        Ehrlich ist Marktfetischismus ein Blödsinn, wenn die Kinder bei jedem Problem Hilfe von Vater Staat annehmen. Dieses Gerede ist Tarnung.

        Echte Marktfetischisten würden staatliche Geldmonopole abräumen und würden von einem sozialistischen Staat (mit Geldmonopol) im nächsten Krieg übernommen werden – aus Schwäche…

        Das Staatsproblem ist nur durch ethische Regeln und strikte Einhaltung derselben zu kontrollieren, nie zu lösen. Dazu braucht es fähige Bürger, die wir Europäer zur Zeit nicht haben – welche aber bestimmt zuwandern….

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Alexander

        „Dieser Satz zeigt mir, dass sie das Wesen unseres Geldsystems noch nicht verstanden haben. Der Staat (als Kollektivgewalt) monopolisiert seine Währung und verschuldet sich als ERSTER.

        Der staatlichen Initialzündung des Wirtschaftens in – SEINER WÄHRUNG – beinhaltet, dass die Staatsdiener vor den ersten Steuerzahlungen entlohnt werden und der Staat selbst ein Fristenproblem hat. Ausgaben ein Quartal -vor- möglichen Einnahmen.“

        Richtig ist, dass sich der Staat als erster „verschuldet“. Denn Geld ist in erster Linie ein Geschöpf der Rechtsordnung (Knapp). Und bei wem macht er das? Bei der Zentralbank (direkt oder aber indirekt via Refinanzierung der Geschäftsbanken gegen Hingabe von Staatsanleihen).

        Der Staat hat grundsätzlich kein Fristenproblem. Es kommt IMMER zuerst die Kreditausreichung und erst zeitlich versetzt die Steuerzahlung und/oder Kredittilgung. Die Bilanz der Zentralbank kann bei Bedarf dieses Fristentransformationsproblem übernehmen; natürlich nicht in unbegrenzter Dimension, ohne das Vertrauen in die Währung zu gefährden.

        Wie gesagt: Debitismus ad infinitum: https://zinsfehler.com/2016/11/27/debitismus-ad-infinitum/

        „Das Staatsproblem ist nur durch ethische Regeln und strikte Einhaltung derselben zu kontrollieren, nie zu lösen.“

        Das gilt natürlich ebenso für das „Privatproblem“. Nicht umsonst gibt es die sieben Todsünden.

        Die Verdammung des Kollektivismus bei gleichzeitiger Lobpreisung des Individualismus ist lediglich eine andere Narretei im Irrgarten des Menschlichen (in Anlehnung an C. F. von Weizsäcker).

        LG Michael Stöcker

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        Thomas sagte:

        @ M. Stöcker:

        >privare kommt aus dem Lateinischen und heißt nichts anderes als BERAUBEN.

        Nun ja, vielleicht ist es auch die weniger dramatische und vor allem neuere Bedeutung: „das Eigene“

        Auf Privates wollen wir vermutlich nicht ganz verzichten, nur weil wir dadurch alle anderern ihrer Nutzungs- und Zuguckmöglichkeiten berauben.

        Bzgl. der Grenzen der Privatisierung bin ich ansonsten bei Ihnen. 100% privat ist genauso töricht wie 0%.

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        Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Endlich finden wir einmal zusammen.
        >…ebenso für das „Privatproblem“. Nicht umsonst gibt es die sieben Todsünden.

        Individuen werden durch Sozialisation im Zaum gehalten. Das gilt insbesondere für shithole Gegenden, d.h. failed states. Hier übernimmt die Religion die Ordnung, z.B. der Koran (lesenswert). In Europa hinreichend dekonstruiert.

        Kollektive werden durch was (?) im Zaum gehalten?
        Bisher waren es immer totale Katastrophen und fürchte genau jene, bei fortschreitenden Geldexperimenten.

        Ich bezweifle nicht, dass wir unser Spiel durch weitere Zentralbankmacht verlängern können, aber mich beängstigt zunehmen das Personal an den Schalthebeln. Demokratie hat sich bisher als unfähig erwiesen, das Qualitätsproblem des Personals zu verbessern.

        Insbesondere die Familie Weizäcker überdauert alle Wandel und zeigt sich hernach zutiefst betroffen, wie der Richard nach bekannt werden des dioxinhaltigen Agent Orange – einem Produkt der Firma, der er geschäftsführend vorstand. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13487619.html

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        Michael Stöcker sagte:

        Die Vorgänge bei Boehringer sind mir aus erster Hand bekannt. Verniedlichend wurde dort vom „Dioxingärtchen“ gesprochen. Aber auch bei den von Weizsäckers gibt es keine Sippenhaft. Die drei mir bekannten sind doch trotz mancher Einzelkritik eine große Bereicherung für die Gesellschaft. Insbesondere auf ökonomischer Ebene Carl Christian von Weizsäcker: https://zinsfehler.com/2016/06/22/kapitalismus-in-der-krise/.

        LG Michael Stöcker

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        Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Wer sich für kollektive Geldsysteme ausspricht ist Verfechter von Sippenhaft, sorry Herr Stöcker. https://de.wikipedia.org/wiki/Sippenhaftung

        Mein Hinweis auf die herausragende Stellung von relativ wenigen Familien, zum Wohle unseres Kollektivs darf sich nicht auf die Weizäckers beschränken. Die de Maizieres tragen auch schon lange mit, am Schicksal Mitteleuropas https://de.wikipedia.org/wiki/Maizi%C3%A8re

        Zur Vernetzung von Geldhäusern und Politik könnte eine Familie Steinbrück Beleg sein https://de.wikipedia.org/wiki/Peer_Steinbr%C3%BCck , die Wurzeln reichen zum Vater der dt. Bank.

        Wie immer haften alle für die Fehlentscheidungen weniger.

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        Michael Stöcker sagte:

        “Wer sich für kollektive Geldsysteme ausspricht…“

        Es gibt keine Nicht-kollektiven Geldsysteme, da Geld eine Sozialtechnologie ist.

        Geld ist die FOLGE gesellschaftlicher/kollektiver Arbeitsteilung. Es ist zugleich ein Geschöpf der Rechtsordnung. Hier haben Sie Gelegenheit, Ihr monetäres Glaubensbekenntnis zu prüfen; und das bei einem bekennenden Freebanker: https://uneasymoney.com/?s=freebanking

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Michael Stöcker

        Unser aktueller Zwangskollektivismus gipfelt in einer EU, deren Mitglieder ökonomisch nicht zusammen passen. Dröselt man in genau der Logik auf, passen Bayern und Berlin gegenwärtig auch nicht zusammen.

        Historisch finde ich es sehr spannend, dass ein deutscher Krieg (Österreich,/Bayern vs Preußen) der Reichsgründung von 1871 zuvor gehen musste. https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Krieg
        Später sollten derselben Bevölkerung hemmungsloser Nationalismus zur Last gelegt werden, ein Folge der damaligen Bildungsziele (Wilhelminismus, https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelminismus )

        Regional ist gut bei Biospargel und wg. kultureller Eigenarten, aber ganz schlecht wenn es die Währung betrifft. Die Diffamierung kennt auch hier keine Grenzen, gerade so als ob Welthandel ohne Zentralstaaten, Geldmonopole und anonymer Zentralmacht nicht erfolgreich gewesen wäre.

        Die Vorherrschaft kollektivistischen Denkens wird an ihren inneren Fehlern scheitern, nicht durch Einsicht. Bis dahin dürften alle Experimente scheitern, ganz egal von welcher Partei sie stammen.

        Wirtschaft als Befriedigung von Mangel braucht das alles nicht, ohne Martin Schulz oder Donald Trump wäre alles leichter ;o)

        Meine ehrliche Frage, wie sie das Personalproblem (=Führer) beim aktuellen Kollektivismus lösen wollen, wartet immer noch auf Aufklärung.

        Grüße
        Alexander

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