Trugschlüsse

Die Schuldenunion ist nicht der Hamilton-Moment der EU.

In der 140. Folge von „bto 2.0 – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ beurteilen wir die Überlegungen, den „Wiederaufbaufonds“ der Europäischen Union zu einem dauerhaften Instrument zu machen und analysieren die Vermögenslage der Deutschen. Profunde Expertise liefert Dr. Hans-Jörg Naumer, Direktor Global Capital Markets & Thematic Research bei Allianz Global Investors.

Täglich neue Analysen, Kommentare und Einschätzungen zur Wirtschafts- und Finanzlage finden Sie unter www.think-bto.com.

Sie erreichen die Redaktion unter podcast@think-bto.com. Wir freuen uns über Ihre Meinungen, Anregungen und Kritik.

… oder hören Sie diesen Beitrag über Ihre eigene Player-App:

Kommentare (16) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Jochen Selig
    Jochen Selig sagte:

    In dem Podcast wird meines Erachtens zu einseitig für Immobilien zum Zweck des Vermögenserwerbs plädiert. Nebenbei: Rumänien hat in der EU die höchste Anzahl an selbstgenutztem Wohn-Eigentum.
    Es geht doch darum, wie hoch das Vermögen insgesamt ist. Und da kann der Erwerb einer selbstgenutzten oder vermieteten Immobilie eben nur eine Möglichkeit sein. Mit überraschend schlechten Renditen übrigens.

    Antworten
  2. Michael Stenmark
    Michael Stenmark sagte:

    @Dr. Stelter, Alterssicherungsfond mit 25.000/Kopf. Würde das nicht den Aktienmarkt mit 1500 Mrd (!) auf Kredit (!) aufgenommene Euro überfluten und aufblähen, die heutigen Aktieninhaber hätten eine Riesen-Hausse und machen erstmal Kasse, die Blase platzt und das Alterssicherungskonto ist bei 2500 Euro ? Wir hätten sicher das Talent auf dem Hochpunkt zu kaufen bzw mit der Riesennachfrage den Hochpunkt herbeizuführen.
    Ich sehe diese Idee als markt-fremd.

    Antworten
    • komol
      komol sagte:

      Vom Grundsatz her ist die Idee gut. Sie jedoch in einer Zeit aufzulegen, wo wir in der größten Blase aller Zeiten leben, halte ich einerseits für kontraproduktiv, und andererseits auch als die Ursache des Aufkommens solch einer Idee. Wir müssen glaube ich realisieren, dass es – sollte das Ende des Gelddruckens wirklich eingeleitet und nicht nur angedeutet werden (wobei ich Letzteres vermute und es deshalb noch eine Weile so weiter gehen wird mit der Blase) – am Ende zu einem massiven Ausshakern der einzelnen Kurse kommen wird. Dabei werden jene Unternehmen und Staaten abstürzen, welche dem mit den aufgekommenen Informations- und Kommunikationstechnologien verbundenen Strukturwandel von Wirtschaft und Gesellschaft unterliegen – und das wird die Mehrheit sein. Ob bspw. Deutschland dazu gehört, ist die entscheidende Frage .. Ich glaube das nicht – es ist schon zu spät.

      Antworten
  3. Seuchenvogel
    Seuchenvogel sagte:

    40% Aktien, 40% Immobilien (selbst genutzt, schuldenfrei), 10% Gold, 10% Cash… Das ist meine Allokation. Damit fühle ich mich wohl

    Ansonsten gilt eigentlch die Faustregel: 100-Alter,sollten Aktien im Gesamtvermögen ausmachen.

    Antworten
  4. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    In der ersten Minute des Podcasts wird folgende Frage gestellt:

    Ist denn der Gaube berechtigt, gemeinsame Schulden würden den Einigungsprozess in Europa befeuern oder sind sie eher ein Spaltpilz?

    Sorry, aber dies ist wieder einmal eine Frage, die eine UNREALISTISCHE Alternative suggeriert.

    Denn:

    Gemeinsame Schulden befeuern weder den Einigungsprozess in Europa, noch spalten sie Europa.

    Die Frage, die auf REALISMUS beruht, lautet:

    Kann Europa, d. h. die EU (so wie sie ist) ohne gemeinsame Schulden ÜBERLEBEN oder würde sie ZERFALLEN?

    Sie würde zerfallen.

    Beispielhaft dafür:

    Nach dem Krieg muss die Ukraine wiederaufgebaut werden.

    Dafür ist Finanzierung erforderlich.

    Die Russen fallen aus, abgesehen von einem Teil ihrer eingefrorenen Devisen und sonstiger im Westen greifbarer Vermögen.

    Die Ukrainer werden die Hauptlast tragen, aber Hilfe suchen. Dafür kommen hauptsächlich der Westen mit der EU und China infrage.

    Der Westen will sicher nicht, dass China in der Ukraine großen EINFLUSS gewinnt – sei es durch Direktinvestitionen, sei es durch Kredite.

    Also wird sich die EU um die FINANZIERUNG des Wiederaufbaus kümmern müssen (USA, IWF etc. der Einfachheit halber mal rausgelassen).

    Sie hat folgende Optionen:

    a) jeder Staat trägt zu der Summe, die für erforderlich gehalten wird, in der Größenordnung des Kapitalschlüssels bei, also Deutschland mit 27,9%

    oder

    b) die EU verschuldet sich in höher der Summe, die für erforderlich gehalten wird.

    Sie wird sich für b) entscheiden MÜSSEN.

    Denn a) ist den Bürgern in wohl keinem EU-Land zuzumuten:

    Wir, Bürger von x, uns bei eh schon hoher Staatsverschuldung auch noch für die Ukraine verschulden?

    Nein, Danke.

    Es ist einsehbar, dass die Option a) die nationalen Gesellschaften so spalten würde, dass in den Mitgliedsstaaten sehr schnell MEHRHEITEN für den Austritt aus der EU zustande kämen.

    Oder war das, was Frankreich vor einigen Wochen bei den Präsidentschaftswahlen mit linken und rechten Positionen – in der Summe mehr als 50% – geboten hatte, TRÄUMEREI?

    Man kann die grundsätzliche Problematik durchdeklinieren bis zu den Dörfern in Italien, die mit EU-Millionen bedacht werden.

    Natürlich hält Frau v. d. Leyen eine Märchenstunde nach der anderen ab und der Bundesrechnungshof hat Recht.

    Es ändert aber nichts daran, dass die Alternative zu einer stetig wachsenden EU-Verschuldung der Zerfall der EU ist.

    Wer den nicht will, MUSS stetig WACHSENDE gemeinsame Schulden WOLLEN.

    Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      Der Grenznutzen der Geldschöpfung sinkt mit jedem ungedeckten Euro,
      in ital. Bergdörfern erzeugt die Förderung v. Ü140td.€/Seele keine Perspektiven sondern Mitnahmeeffekte. Alle wissen das und spielen mit, des gefühlten Reichtums und Machterhalts wegen.

      Das gestörte Verhältnis zur Realität lässt sich an Ukie formidable ablesen, denn die zerstörten von Russen besetzten Gebiete der mehrheitlich russischen Ethnie fallen unter EU Sanktionen und erfahren von der EU keine Aufbauhilfe – der russische Wiederaufbau läuft….

      In Rest-Ukie können nur zerstörte Militäranlagen wiederaufgebaut werden, nach einem Waffenstillstand oder dieselben werden umgehend erneut zerstört. Beispiele von flächendeckend zerstörten Wohngebieten bleiben die Wahrheitsmedien immer noch schuldig, man beschränkt sich auf von Asow-Freiheitskämpfern besetzte Kindergärten in russischsprachigen Kampfgebieten…

      Zum Streit wer für den Aufbau in Ukie bezahlen darf wird es dennoch kommen, weil auch die USA versuchen mit 40Mrd.US$ Mehrwerte zu erzeugen, allein das korrupte Ukie kann vorerst nicht die gefallenen, verwundeten, verkrüppelten Kämpfer ersetzen….es mangelt an Beerdigungskapazität.

      Selbstverständlich zerfällt die EU an den ungelösten Problemen, bemerken wird das die Führung und ihr verführtes Volk erst, wenn man versucht Geld zu essen. Demnächst in diesem Theater wenn man Hunger (vgl. Sub-Sahara) durch Sanktionen erwirkt.

      Wie gut, dass das kein Thema für Ökonomen und Völkermordforscher ist.

      Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      Wenn Sie schon Realismus anmahnen, dann doch bitte auch konsequent.

      “Kann Europa, d. h. die EU (so wie sie ist) ohne gemeinsame Schulden ÜBERLEBEN oder würde sie ZERFALLEN? Sie würde zerfallen.”

      Mit gemeinsamen Schulden wird die EU genauso zerfallen. Es dauert nur ein bisschen länger – eben so lange, bis auch Deutschland als Staat mit dem absehbar höchsten verbleibenden Verschudlungspotential auch pleite ist.

      “a) jeder Staat trägt zu der Summe, die für erforderlich gehalten wird, in der Größenordnung des Kapitalschlüssels bei, also Deutschland mit 27,9% oder
      b) die EU verschuldet sich in höher der Summe, die für erforderlich gehalten wird.

      Sie wird sich für b) entscheiden MÜSSEN. Denn a) ist den Bürgern in wohl keinem EU-Land zuzumuten: Wir, Bürger von x, uns bei eh schon hoher Staatsverschuldung auch noch für die Ukraine verschulden?”

      Wer haftet denn Ihrem Szenario gemäß für die neu aufgenommenen Schulden der EU, wenn das nicht die Mitgliedsstaaten der EU sind?

      Etwa… niemand?

      Dann wird sich kein Idiot finden (außer die EZB…), der EU-Anleihen unter diesen Bedingungen kauft.

      Wenn stattdessen die Mitgliedsstaaten doch haften sollen, ist Ihre ganze Diskussion Augenwischerei und Dummenfang und zielt allein darauf ab, die tatsächlichen Haftungsverhältnisse zu verschleiern.

      Machen Sie nur weiter so, wenn Sie wollen, dass es eines Tages richtig heftig knallt.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Dann wird sich kein Idiot finden (außer die EZB…), der EU-Anleihen unter diesen Bedingungen kauft.>

        Was ist denn das schon wieder für ein Kommentar?

        Abgesehen davon, dass wir das Thema so oft hatten, dass es langweilig wird:

        Das ist schlichtweg FALSCH – Ihr Wunschdenken.

        Ob die Käufer Idioten sind oder nicht, steht zudem nicht zur Debatte, WENN sie gekauft werden.

        Und selbstverständlich werden die Anleihen gekauft (hatten wir auch schon).

        >Mit gemeinsamen Schulden wird die EU genauso zerfallen.>

        Habe ich NIE bestritten.

        Aber ich sage es jetzt zum x-ten Mal:

        Das wird SPÄTER der Fall sein, irgendwann NACHDEM die Ukraine wieder aufgebaut sein wird.

        Auf DIESE Finanzierung u. a. kommt es an.

        Ein IRGENDWANN interessiert NIEMANDEN, der praktische Politik machen muss.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Ob die Käufer Idioten sind oder nicht, steht zudem nicht zur Debatte, WENN sie gekauft werden. Und selbstverständlich werden die Anleihen gekauft (hatten wir auch schon).”

        Sie scheinen sich die EU wie ein großes Gefäß vorzustellen, das man – ganz genau so wie einen souveränen Nationalstaat – mit Schulden vollstopfen kann, um damit diejenige Insolvenzverschleppung zu betreiben, die Sie so gern “praktische Politik” nennen.

        Der wesentliche Unterschied ist aber: Die EU hat kaum eigene Einnahmen! Und daher hat die EU auch kaum eigene Verschuldungskapazität – es sei denn, entweder ihre Mitglieder haften für die Schulden, oder aber die Mitgliedsstaaten stellen der EU zu ihren Lasten neue Einnahmequellen zur finanziellen Verfügung, was aber beides wiederum die nationale Verschuldungskapazität einschränkt.

        Nur weil die EU als politisches Gebilde existiert bedeutet das nicht, dass EU und Mitgliedsstaaten zusammen plötzlich mehr Schulden machen können.

        Begreifen Sie das Problem?

    • Nordlicht
      Nordlicht sagte:

      Weshalb sollte Ihrer Ansicht nach die EU den Aufbau der Ukraine finanzieren?
      Angsichts der schlechten Wirtschaftsentwicklung seit 1991 (- weniger als ein Drittel des Pro-Kop-BSP Russlands – ist davon aus zu gehen, dass die Masse der Mittel durch Korruption und Unfähigkeit bei den Oligarchen und im bürokratischen System versickern.
      Weder die EU als Ganzes noch Deutschland sind verpflichtet, die Ukraine zu finanzieren. Hätte die Kiewer Regierung ihrer Unterschrift unter dem Minsk-2-Abkommen gemäss gehandelt, hätte Russland den Krieg nicht geführt.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Nordlicht

        >Weshalb sollte Ihrer Ansicht nach die EU den Aufbau der Ukraine finanzieren?>

        WEIL es die VORTEILHAFTESTE Option ist, unter denen, die sie hat.

        Hält China raus, kein Chaos in der Ukraine, relativ großes Land mit vergleichsweise günstigen Arbeitskräften und bei Wachstum – läuft bei Wiederaufbau – gutes Potenzial für Nachfrage nach westlichen Güter und Dienstleistungen, Puffer gegen Russland.

        Korruption und “versickernde Mittel” sind EINGEPREIST und haben noch nie jemanden abgehalten, wenn die Rechnung unterm Strich stimmt.

        >Weder die EU als Ganzes noch Deutschland sind verpflichtet, die Ukraine zu finanzieren.>

        Ist zwar richtig, die EU inkl. Deutschland wäre aber DOOF, nur auf die Rechtsposition zu schauen.

        >Hätte die Kiewer Regierung ihrer Unterschrift unter dem Minsk-2-Abkommen gemäss gehandelt, hätte Russland den Krieg nicht geführt.>

        Was wäre, wenn – völlig IRRELEVANT, war gestern.

        Ich empfehle Ihnen REALISMUS.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Ich empfehle Ihnen REALISMUS.”

        Hehe, ich Ihnen auch.

        Wenn Russland weite Teile der Ukraine erobert, kann die EU den Aufbau der Ukraine schon aus rein praktischen Gründen dort nicht mehr finanzieren.

        Das wäre sicherlich die finanziell günstigste Lösung für uns, und auch durchaus realistisch.

    • Alexander
      Alexander sagte:

      Kein politisches Feld in dem alle Handlungsfähigkeit nicht völlig versumpft wäre,
      erwartet die Gemeinde eine Rente von einem “Wiederaufbaufond”.

      Egal wie die Finanzierung erfolgt bezahlen die Bewohner des Währungsgebietes den Preis
      durch Mehrarbeit u.o. Steuern u.o. Kaufkraftverlust denn “there is no free lunch”.

      Obwohl sich der Glaube der economic zombies niemals erschöpft,
      zeigen sich ihre Pfänder / Phantomsicherheiten durch obige politischen Entscheidungen gründlich entwertet.

      Den Bilanzstichtag hinausschieben und Verluste weiter leugnen ist alles was bleibt.

      “Die Simulation von Realität endet immer mit dem Tod”
      (Jean Baudrillard, sinngemäß)

      Antworten
  5. @foxxly
    @foxxly sagte:

    – vermögensbildung für die masse
    -einen mündigen bürger,
    -einen finanziell unabhängigen bürger

    wer will das wirklich?
    -die politik ……NICHT
    – die gut situierten/vermögenden …….auch NICHT

    in (meist) jeder diskussion darüber wird “rum-geeiert!:
    den ärmeren und bedürftigen helfen, aber den reicheren nicht beschneiden?
    ….. das geht nicht und
    die einflußreichen und wohlhabenden leute in der gesellschaft wollen dies auch nicht.
    in gegenteil, sie tun alles, damit sich die differenzen noch vergrößern!

    nur, wenn die schwächeren ausgebeutet werden, können die reicheren reicher werden.
    dies kann deutschland besonders gut!

    länger arbeiten für mehr wohlstand?
    wem hat dies bisher genutzt?
    die ärmeren und die unterschichten sind dabei immer schlechter gefahren…… das ist das ergebniss bisher!

    die bedürftigen haben keine lobby und keine mediale unterstützung. ohne unterstützung schafft es die unterschicht nicht sich besser zu stellen.

    das schuldgeldsystem ist der größte systemische mechanismus zur umverteilung von arbeitsleistung hin zum kapital-klumpen und zur verarmung der massen.#
    staatliche maßnahmen könnten diese entwicklung nur bescheiden bremsen; – mehr nicht!

    Antworten

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.