Wien stützt die kritische Sicht auf staatliche Wohnungspolitik

In verschiedenen Beiträgen habe ich mich kritisch mit den Wirkungen staatlicher Eingriffe in den Wohnungsmarkt beschäftigt. So u.a. hier:

→ „Enteignung als Irrweg: Wie der deutsche Wohnungsmarkt wirklich zu retten ist“

Wesentlicher Kritikpunkt waren die Nebenwirkungen dieser Politik, die zu einer Fehlallokation führen und vor allem Günstlingswirtschaft und Korruption Tür und Tor öffnen. Diese habe ich so erklärt:

  • Zunächst ist das eine Subvention der glücklichen Ist-Mieter zulasten der Allgemeinheit. Mit demselben finanziellen Aufwand könnte man neue Wohnungen bauen und so das Angebot vergrößern (was den Mietanstieg dämpft) oder aber allen Mietern einen staatlichen Zuschuss geben. Es ist offensichtlich, dass die Verwendung von Staatsmitteln zum Aufkauf vorhandener Wohnungen der ineffizienteste Weg ist.
  • Schnell wird sich ein Markt bilden für die Vergabe von Wohnungen in den so subventionierten Häusern. Da die Miete gedeckelt ist, werden andere Formen der Bezahlung an Bedeutung gewinnen. Dies reicht von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe (Partei, Beruf …) bis hin zu Korruption. Letztere blüht besonders da, wo die Preise nicht marktgerecht sind. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die besonders guten Wohnungen der früheren staatlichen Immobiliengesellschaften nicht selten besonders günstig an besonders gut vernetzte Personen vergeben wurden.
  • Die Fluktuation im Bestand geht weiter zurück. Schon heute bleiben langjährige Mieter in der mittlerweile zu großen Wohnung (Kinder ausgezogen, Ehepartner verstorben), weil sie von der durch Mietspiegel und Mietpreisbremse künstlich tief gehaltenen Miete profitieren. Benachteiligt sind junge Familien, denen noch weniger Wohnungen zur Verfügung stehen.

Kritiker halten dem entgegen, dass die Stadt Wien doch vormachen würde, wie es geht. Doch der nüchterne Blick der NZZ zeigt, dass genau die Symptome, die ich diagnostiziere, in Wien auftreten:

  • „Auf den ersten Blick wirkt Wien tatsächlich wie ein Wohnparadies. Rund 31% der Mieter leben in einem Gemeindebau, was die Stadt zur grössten Immobilienbesitzerin Europas macht. Weitere 26% wohnen in einer geförderten Genossenschaftswohnung. Sowohl im Gemeindebau wie in den Genossenschaften gelten staatlich regulierte Mieten, man zahlt deshalb nur bescheidene 6 bis 7 € pro Quadratmeter (inkl. Betriebskosten) (…).“ – bto: Also mehr als 50 Prozent des Marktes ist öffentlich und eine Warmmiete von sechs bis sieben Euro ist selbst aus Berliner Sicht günstig. Ziel erreicht, kann man da nur sagen.
  • Das Wiener Modell beruht allerdings nicht nur auf dem geförderten Wohnbau, sondern auch auf einem strikten Mieterschutz in Österreich. So gelten für einen grossen Teil der Altbauhäuser in Wien ebenfalls regulierte und oft sehr günstige Mieten. Generell dürfen die regulierten Mietpreise nur um die Inflationsrate erhöht werden, und Vermieter können Kosten für Renovierungen nur begrenzt überwälzen.“ – bto: Und ich gestehe, dass die Häuser besser aussehen als in Ost-Berlin vor der Wende. Insofern auch ein Beweis dafür, dass staatliche Politik wirkt?
  • „Falls ein Mieter stirbt oder auszieht, gibt es weitgehende «Eintrittsrechte» für Kinder, Enkel oder andere Verwandte in Bezug auf die Altverträge. Als Folge dieser Regulierungen ist der Grossteil der Wiener Wohnungen dem freien Markt entzogen. Nur eine von acht Mietwohnungen lässt sich prinzipiell zu freien Konditionen vermieten. Dieses enge Segment beschränkt sich im Wesentlichen auf private Neubauten und sehr grosse Altbauwohnungen.“ – bto: Vermutlich ist es dann doch lohnend, zu bauen, wenn man ein knappes Angebot hat, in dem zudem die Begrenzungen nicht gelten.

Doch nun zu den Schattenseiten, die stark zu meinen Erwartungen passen:

  • Es gibt in Wien eine „ausgeprägte Zweiklassengesellschaft. Privilegiert ist der «Mietadel» der Alteingesessenen, die seit langem in einer Gemeinde-, Genossenschafts- oder Altbauwohnung leben oder den günstigen Vertrag von Verwandten übernommen haben. Diesen «Insidern» gegenüber stehen Neuankömmlinge oder junge Familien, die zum ersten Mal in Wien eine Wohnung suchen. Sie müssen meist im sehr engen Segment der frei vermietbaren Wohnungen etwas finden„. – bto: und viel dafür bezahlen.
  • „(…) Einwohnerzahl ist im vergangenen Jahrzehnt deutlich gewachsen. Die zusätzliche Nachfrage bricht sich aber hauptsächlich auf den zwei «freien» Teilbereichen des Wohnungsmarktes Bahn. So sind die privaten Mieten seit 2008 um beträchtliche 53% gestiegen. (…) Ebenfalls explodiert sind die Preise für Eigentumswohnungen.)“ – bto: was nicht verwundern kann. Es ist halt eine sehr ungezielte Subventionierung der Insider.
  • Drittens führt der strikte Mieterschutz dazu, dass der Wiener Wohnraum aus volkswirtschaftlicher Sicht schlecht genutzt wird.“ – bto: weil Personen in Wohnungen sitzen, die viel zu groß sind und Familien beispielsweise keine Wohnungen finden.
  • Das Ausschalten von Preissignalen führt ausserdem dazu, dass sich Renovierungen für die Besitzer häufig nicht lohnen. So lassen sie Altbauten bisweilen verfallen, und auch die Wiener Gemeindebauten machen nicht immer den frischesten Eindruck.“ – bto: Also doch, dann war ich wohl in den falschen Gegenden unterwegs.
  • „(…) eine geringe Treffsicherheit, wenn es um soziale Ziele geht. Für Gemeinde- oder Genossenschaftswohnungen sind die Einkommensgrenzen so grosszügig angesetzt, dass 90% der Bevölkerung dafür infrage kommen. Eine Prüfung der Bedürftigkeit findet zudem nur beim Einzug statt. So kann der gut verdienende Arzt, der als Student eine Gemeindewohnung erhalten hat, sein Leben lang zur günstigen Miete im Gemeindebau wohnen bleiben.“ – bto: was wiederum sehr schön ist. Wie hatten das übrigens auch in Deutschland und das wurde dann durch eine Fehlbelegungsabgabe korrigiert. Die NZZ zeigt dazu eine Abbildung, wonach der größte Anteil der Mieter im öffentlichen Bereich mittlere Einkommen hat. 
  • Österreichweit gibt die Politik dafür rund 2,5 Mrd. € pro Jahr aus – etwa gleich viel wie für die Universitäten. Einen Teil der Finanzierung leisten die Arbeitnehmer, die 1% ihres Bruttolohnes als «Wohnbauförderungsbeitrag» an den Staat abliefern müssen.“ – bto: Bei uns wären das 25 Milliarden. Das sind aber nur die laufenden Subventionen. Man muss ja den Wohnraum erst erwerben oder bauen, bevor man ihn subventionieren kann. Nehmen wir dazu ein Kaufpreis-Multiple von 20 an, ergibt das schlappe 500 Milliarden Einmalaufwand. Na gut, man kann ja enteignen …
  • Es führt zum „Ausschalten von Marktkräften, dass einfach andere Zuteilungsmechanismen zum Tragen kommen. So führt die Stadt Wien für Gemeindewohnungen jahrelange Wartelisten. Aber auf dem Wohnungsmarkt hilft es erfahrungsgemäss, wenn man jemanden kennt – am besten «in der Partei»„. – bto: Genauso war es in Berlin vor der Privatisierung der Immobilien. Genau das streben die linken Politiker auch an, geht es doch darum, sich den von allen bezahlten Zugriff auf Wohnungen zugunsten der eigenen Klientel zu sichern.
  • „(…) es (wäre) nötig, die Marktkräfte stärker spielen zu lassen. Allerdings wehrt sich die Stadtregierung vehement dagegen. Kürzlich hat sie den Markt noch mehr «zugemacht» mit neuen Beschränkungen, die das Bauen von Wohnungen für Private unattraktiver machen. Stattdessen sollen mehr staatlich verbilligte Wohnungen entstehen. Dahinter steht auch politisches Kalkül. Der geförderte Wohnbau ist immer noch eine Machtbastion des «roten Wien». Kaum etwas erlaubt es der SPÖ besser, sich als Wohltäterin der Bevölkerung zu präsentieren.“ – bto: Und davon träumt auch die Linke hierzulande. Zuerst verhindert sie den Bau neuer Wohnungen und fördert die Zuwanderung (Stichwort – wir schieben niemanden ab), dann nutzt sie die steigenden Mieten zur politischen Mobilisierung, um dann über Enteignung die eigene Klientel zu bevorzugen.

→ nzz.ch: „Die meisten Wiener leben in einer geförderten Wohnung. Was paradiesisch klingt, taugt dennoch nicht als Vorbild in der Wohnungspolitik“, 9. Mai 2019

20 Kommentare
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    Horst sagte:


    Nun, bei aller – scheinbar – berechtigter Kritik an der Wohnungspolitik in Österreich, frage ich mich, warum Wien (und der Schmäh) von beinahe jedem gemocht wird.
    Meine Antwort darauf: Diese Politik lässt es zu, dass der Anwalt/Arzt neben dem Studenten, dem Rentner oder dem Arbeitslosen wohnen kann, ohne dass es zu Segregationseffekten kommt. D.h., die durchmischte Stadt ist weitestgehend funktional.
    Das lässt sich meiner Ansicht nach auch den Straftaten ablesen, zum Vergleich:
    Wien 10.500 je 100.000 EW
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/981529/umfrage/haeufigkeitszahl-von-straftaten-in-wien/
    Berlin 14.500 je 100.000 EW
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/254906/umfrage/haeufigkeitszahl-von-straftaten-in-berlin/
    FFM 16.300 je 100.000 EW
    Die Schlussfolgerung: Die durchmischte Stadt (in FFM nicht vorhanden, geht in Berlin immer mehr verloren) erlaubt ein friedlicheres Nebeneinander.

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      Kapitalfehlallokation sagte:

      Als Wiener aus einem Genossenschaftsbau kann das von Ihnen gesagte nur bestätigen.

      Der Arzt, Anwalt, leitende Angestellte und auch viele Unternehmer wohnt neben dem Studenten, Pensionist oder Arbeitslosen.

      Und im Sommer treffen wir uns am Dachpool, im Winter im Indoor Pool, der Sauna, im Dampfbad oder am Tennis-/Squash Platz.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Kapitalfehlallokation

        Heute, nach einem Gespräch, kann ich Ihnen bestätigen:

        In einem Berliner Genossenschaftsbau bewohnen drei ältere alleinstehende, verwitwete oder geschiedene Frauen im Rentenalter jeweils eine Wohnung von ca. 130 m².

        Es sei zwar eigentlich zu viel, aber sehr angenehm, weil ruhig im Haus.

        Ein Umzug bedeute bestenfalls Verkleinerung zum gleichen Mietpreis, von daher bestehe keine Veranlassung die Wohnungen freiwillig zu räumen.

        Außerdem habe man es nicht immer angenehm im Leben gehabt, sagte die in der DDR groß gewordene Gesprächspartnerin.

        Ich lasse das unkommentiert so stehen, soll jeder diesen Sachverhalt mit Bezug zur Wohnungssituation in den Ballungsgebieten einordnen, wie er will.

      • Avatar
        Horst sagte:

        ad Herr Tischer:

        Sie lassen es NICHT unkommentiert stehen!

        Denn:

        „Außerdem habe man es nicht immer angenehm im Leben gehabt, sagte die in der DDR groß gewordene Gesprächspartnerin.“

        Diese Zitation ist keine sach-, sondern eine emotionsbezogene (nicht angenehm, und wie sollte es anders sein darf der Bezug auf die DDR nicht fehlen, womit zum Ausdruck gebracht werden soll Ihrerseits, wir befänden uns auf dem WEG in die PLANWIRTSCHAFT).

        Die Damen haben Genossenschaftsanteile entrichtet, und zu ihrer Zeit einen ebenfalls nicht zu vernachlässigenden Anteil Mietzins gemessen an ihrem Einkommen für das Bedürfnis WOHNEN entrichtet.

        Warum sollte sich ein Baum, ohne Schaden zu nehmen, umpflanzen lassen?

        Das Grundübel ist nicht bei dieser BEWOHNERKLIENTEL zu suchen, sondern wesentlich in anderen Bereichen privater und öffentlicher Investitionslandschaften.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Dafür, dass Sie so viel Sympathie für Verstaatlichungen, Enteignungen und Wohnraumzwangsbewirtschaftung haben, werden Sie aber ganz schön aggressiv wenn jemand einen Zusammenhang zu „Planwirtschaft“ oder auch nur der „DDR“ zieht.

        Haben Sie etwa ein schlechtes Gewissen? Oder wissen Sie genau, was Sie wollen, und dass es dafür keine Mehrheit gibt, wenn Sie es selbst offen sagen?

      • Avatar
        Horst sagte:

        „…Verstaatlichungen, Enteignungen und Wohnraumzwangsbewirtschaftung…“

        Sympathie unterstellen Sie mir – wiederholt. Da Sie der festen Ansicht sind, Planwirtschaft habe es ausschließlich im „SOZIALISMUS“ gegeben, kann ich nur feststellen, dass Sie in Ihrem Arbeitsleben nicht für einen Konzern in leitender Funktion des „KAPITALISMUS“ tätig waren.

        Grundsätzlich – das habe ich mehrfach betont und bin hier ganz bei M. Stöcker – sind ISMEN, welcher Natur auch immer, für eine Diskussion ungeeignet.

        Doch da solche immer mehr dem – offensichtlich auf diesem Blog – GEWÜNSCHTEN sprachlichen Duktus entsprechen, um Emotionen und Ressentiments hervorzurufen, den Leser in bestimmte Richtungen lenken soll, greife ich diese – LETZTMALIG – im Zusammenhang meiner Antwort an Sie auf.

        DAHER: Träumen Sie weiter von FREIEN Marktwirtschaft, die diese Bezeichnung verdient.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Da Sie der festen Ansicht sind, Planwirtschaft habe es ausschließlich im „SOZIALISMUS“ gegeben, kann ich nur feststellen, dass Sie in Ihrem Arbeitsleben nicht für einen Konzern in leitender Funktion des ‚KAPITALISMUS‘ tätig waren.“

        Ganz offensichtlich haben Sie nicht den Hauch einer Ahnung, was „Planwirtschaft“ eigentlich ist. Das erklärt immerhin, wieso Sie deren schleichende Einführung nicht empört bekämpfen, so wie ich es tue. Aber kleiner Tipp: Die Werbung der SED-Nachfolgepartei gibt die tatsächliche Lebens-Realität in der Planwirtschaft nicht sehr gut wieder ;)

        Wenn ein einzelner Konzern in einer Marktwirtschaft eine strategische Planung erstellt, hat das mit Planwirtschaft jedenfalls nichts zu tun. Unfassbar, dass man Ihnen das auch noch erklären muss.

        PS: Mit sozialer Marktwirtschaft bin ich schon sehr zufrieden, solange sie verschont bleibt von sozialistischen Spinnereien von linksradikalen Ahnungslosen.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        >„Außerdem habe man es nicht immer angenehm im Leben gehabt, sagte die in der DDR groß gewordene Gesprächspartnerin.“
        Diese Zitation ist keine sach-, sondern eine emotionsbezogene (nicht angenehm, und wie sollte es anders sein darf der Bezug auf die DDR nicht fehlen, womit zum Ausdruck gebracht werden soll Ihrerseits, wir befänden uns auf dem WEG in die PLANWIRTSCHAFT).>

        Ich habe wiedergegeben, was die Bewohnerin einer großen Wohnung als Begründung dafür angegeben hat, dass ihr Wohnen in dieser großen Wohnung zustehe.

        Hätte ich diesen Satz nicht geschrieben, wäre auf seinen Inhalt bezogen nichts zum Ausdruck gebracht worden.

        Es ist insofern richtig, dass ich damit etwas zum Ausdruck gebracht habe.

        Was habe ICH zum Ausdruck bringen wollen?

        Ich gar nichts.

        Denn es war die Gesprächspartnerin, die mir mit „DDR“ einsichtig machen wollte, dass ihre Aussage, nicht immer ein angenehmes Leben zu haben, einen GRUND hat – nämlich die Lebensbedingungen in der DDR.

        Wiese habe ich damit zum Ausdruck bringen WOLLEN, dass wir uns auf den Weg in die Planwirtschaft befänden?

        Es gibt kein Wieso – Sie PHANTASIEREN sich etwas um, mich „überführen“ zu können, Ansichten zu haben, die Sie für falsch halten.

        Abgesehen davon, dass ich nicht davon rede, dass wir auf den Weg in die Planwirtschaft seien, sondern auf den Weg in den Kollektivismus, was etwas anderes ist:

        Diese „Methodik“ brauche ich nicht und ich erlaube mir hinzuzufügen:

        Andere an diesem Blog brauchen sie m. A. n. auch nicht.

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      Horst sagte:

      ad Herr Ott:

      Nur verdrehte Geister schaffen es, ein ursprünglich klares Wort (in diesem Fall: Planwirtschaft) negativ zu konnotieren.

      Plan = Abk. f. Planung (von Investitions- oder Organisationsprojekten) – ein Begriff aus dem PM (Projektmanagement)

      Wirtschaft = Wirtschaften (die vereinbarten Ziele halten einem ständigen SOLL-/IST-Vergleich der Kosten über die Dauer des Projektes stand).

      Beides ist weder in dem EINEN noch dem ANDEREN Wirtschaftssystem jederZEIT jedem AKTEUR möglich – wie die VERGANGENHEIT und die GEGENWART zeigt.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Oh Gott. Stellen Sie sich nur dumm oder begreifen Sie wirklich nicht, was „Planwirtschaft“ bedeutet?

        Planwirtschaft — Bezeichnung für eine Wirtschaftsordnung, in der das gesamte wirtschaftliche Geschehen von einer zentralen Stelle nach politischen und wirtschaftlichen Zielvorstellungen geplant, gelenkt und verwaltet wird. Der Staat bzw. staatliche Planungsbehörden auf allen Planungsebenen bestimmten die gesamte Produktion (d. h., wer welche Güter womit herstellt), die Verteilung (d. h., wer welche Güter wo erhält) und die Preise aller Güter und Dienstleistungen.

        https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20292/planwirtschaft

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        Horst sagte:

        Sie wollen Ihren Geist nicht wandern lassen…

        Ersetzen Sie den Ministerrat durch den CEO, die Staatliche Plankommission durch dessen persönliche Referenten, die Ministerien durch den CFO, COO, CTO etc. pp., Kombinate durch Unternehmensabteilungen (und deren Leiter) usw.

        Die Struktur ist identisch.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Nochmal: In der Planwirtschaft bestimmt der Staat, was und wie viel genau produziert wird, wie die Produktion verteilt wird und welche Preise verlangt werden. Sie scheinen nicht zu realisieren, was das für Konsequenzen hat. Beispiel: Kleine Selbstständige (ein paar blieben übrig auch nachdem ein Großteil der Wirtschaft, wie der Kühni-Kev so schön sagen würde, „kollektiviert“ wurde) in der DDR mussten Ihre Preislisten für sämtliche Waren und Dienstleistungen bei einer staatlichen Behörde genehmigen lassen und wurden bestraft, wenn sie andere Preise als die genehmigten verlangten oder von den Produktionsmengen-Vorgaben abwichen.

        Eine einzelne Firma in einem marktwirtschaftlichen System plant nur, was EBENDIESE Firma produziert, wie sie es vermarktet und entscheidet nur darüber, welche Preise sie selbst verlangt – aber nicht über die Preise ihrer Wettbewerber oder von irgendwelchen anderen Firmen in völlig anderen Branchen.

        Kapieren Sie, dass das 2 grundsätzlich unterschiedliche Systeme sind?

      • Avatar
        Horst sagte:

        Herr Ott, der Maßstab ist skaliert, das ist der einzige Unterschied. Sie Strukturen, und nur um die geht es mir, sind identisch.

        Für Sie – ganz blind – aus Wikipedia kopiert; gewöhnen Sie sich im Rahmen einer Diskussion die Verwendung von ausschließlich KLAREN Begriffen an (der Begriff PLANWIRTSCHAFT ist reines Narrativ, dem auch Sie aufgesessen sind):

        „Der Begriff Planwirtschaft gilt zumindest im deutschsprachigen Raum als missverständlich, da auch in der Marktwirtschaft, etwa bei der Unternehmensplanung, geplant wird. Walter Eucken führte den Begriff Zentralverwaltungswirtschaft ein.[1] Nach dem Eigentum an den Produktionsmitteln, staatlich oder privat, wird sozialistische Zentralverwaltungswirtschaft von kapitalistischer Zentralverwaltungswirtschaft unterschieden.[2] Eine andere Einteilung ist Zentralverwaltungswirtschaft mit Privateigentum, insbesondere die Kriegsökonomie, Zentralverwaltungswirtschaft mit Gesellschaftseigentum, insbesondere die Rätedemokratie, und Zentralverwaltungswirtschaft mit Staatseigentum, insbesondere die staatssozialistische Zentralplanwirtschaft.[3]“

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Völliger Blödsinn. Die Strukturen von Marktwirtschaft und Planwirtschaft sind komplett unterschiedlich. In einer Planwirtschaft gibt es keinen funktionierenden Marktmechanismus, in dem durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage die optimalen Preise und Produktionsmengen gefunden werden. In der Planwirtschaft entscheidet wirklich der Staat darüber, wie viele Winterstiefel mit Schuhgröße 42 im nächsten Jahr produziert werden und für welchen Preis sie wo verkauft werden.

        Niemand käme in einer Marktwirtschaft auch nur auf die Idee, irgendein Gremium einzuberufen das sich mit so einer Frage befasst. Völlig ineffizient. Aber Sie begreifen es nicht.

        Irgendwie auf eine bizarre Art fazinierend: Das, was Sie wollen, liegt jenseits Ihres Vorstellungsvermögens. Sie wollen es aber trotzdem. Und wenn es nicht funktioniert (und es wird nicht funktionieren – aber das glauben Sie mir natürlich nicht), ist jemand anderes schuld und kommt in den Gulag.

        PS: Und bitte verschonen Sie mich mit poststrukturalistischen Wortklaubereien. Die machen vielleicht in einer der Geschwätzwissenschaften, die Sie vermutlich „studiert haben“ Eindruck, aber nicht bei mir.

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Niemand käme in einer Marktwirtschaft auch nur auf die Idee, irgendein Gremium einzuberufen das sich mit so einer Frage befasst. Völlig ineffizient. Aber Sie begreifen es nicht.“

        Ja, richtig, statt dessen berufen wir den Rat der hochdotierten Wirtschaftsweisen ein, der jeden Monat das Wachstumsziel formuliert und es anschließend korrigiert. Das ist Effizienz!

        Dann doch lieber Frau Palmer – das ist günstiger!!!

        Vielleicht bemerken Sie den Fehler?

  2. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Die Sachverhalte sind so eindeutig, dass der gesunde Menschenverstand eigentlich jedem sagen müsste, dass die staatlichen Irrwege der Wohnungspolitik in den Ballungsgebieten nicht zu bezahlbaren Mieten führen und zudem auch noch sozial UNGERECHT sind.

    Was im Artikel etwas untergeht, ist dass das GENOSSENSCHAFTLICH Wohnen schon ein paar Überlegungen wert ist.

    Hier zu Varianten in der Schweiz, wo „genossenschaftlich“ eben nicht heißt „Parteigenosse richte es mal für mich“:

    https://www.nzz.ch/wirtschaft/genossenschaftliches-wohnen-in-der-schweiz-was-man-darueber-wissen-muss-ld.1402923 – subtitle-was-ist-eigentlich-genossenschaftliches-wohnen

    Ich sage nicht, was die Schweizer praktizieren, ist das Gelbe vom Ei.

    Es enthält aber interessante Aspekte, etwa dass die Genossen EIGENKAPITAL einbringen müssen.
    Bei zumindest einigen Genossenschaften gibt es die Verpflichtung, in eine KLEINERE Wohnung ziehen zu müssen, wenn sich der Haushalt verkleinert, etwa bei Auszug der Kinder.

    Da Wohnen aus vielerlei Gründen sehr bestimmend fürs Leben ist, muss es Regulierung dafür geben.

    Die Frage ist, welche es sein sollte.

    Sie sollte freiwilliges Bauen UND Eigeninitiative der wohnen wollenden Menschen befördern statt auf günstig und Zuteilung zu setzen.

    Leichter gesagt als realisiert.

    Antworten
  3. Avatar
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Und davon träumt auch die Linke hierzulande. Zuerst verhindert sie den Bau neuer Wohnungen und fördert die Zuwanderung (Stichwort – wir schieben niemanden ab), dann nutzt sie die steigenden Mieten zur politischen Mobilisierung, um dann über Enteignung die eigene Klientel zu bevorzugen.“

    Das ist nur konsequent. In der Linkspartei landen in der Regel Leute, die es beruflich am freien Markt nicht wirklich schaffen. Und die wollen dann halt auf diesem Wege für sich und die ihren immobilienmäßig etwas tun. Bei der West-SPD ist es inzwischen ähnlich. Bei den West-Grünen sitzen ganz viele eh im Eigenheim, so dass sie von Änderungen bei Vermietungen nicht betroffen sind. Auch als Vermieter treten sie seltener auf als Leute von Union, AFD oder FDP.

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  4. Avatar
    Richard Ott sagte:

    bto: „Aber auf dem Wohnungsmarkt hilft es erfahrungsgemäss, wenn man jemanden kennt – am besten in der Partei — Genauso war es in Berlin vor der Privatisierung der Immobilien. Genau das streben die linken Politiker auch an, geht es doch darum, sich den von allen bezahlten Zugriff auf Wohnungen zugunsten der eigenen Klientel zu sichern.“

    Vor 1989 war es im Osten sogar noch hilfreicher, gute Beziehungen zu jemandem zu haben, der „in der Partei“ war. Die Linkspartei will das alte SED-„Erfolgsmodell“ wieder beleben, das ist auch das einzige, was diese Altkader und ihre politischen Erben begreifen.

    Ich verstehe nur nicht, wieso West-Grüne und West-SPD dabei mitmachen. (Bei den Ost-Grünen kann ich es erklären, da sind nur noch Opportunisten und Grüne Khmer übriggeblieben, die echten Bündnis-90-Bürgerrechtler aus der Wendezeit haben die Partei schon längst entsetzt verlassen.)

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