Welche Renditeerwartung ist realistisch?

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Wir leben in schlechten Zeiten für Sparer. Die Zinsen nähern sich immer mehr dem negativen Bereich. Eine Änderung dieses Zustandes ist nicht abzusehen. Deshalb auch die „TINA-Diskussion “ zu Aktien und Immobilien. Zunächst muss man aber festhalten, es bleibt auch dann bei tiefen Erträgen. Wir sind am Gipfel eines jahrzehntelangen Aufstiegs, und es wird schon eine Leistung sein, nicht abzustürzen.

Normalerweise bringe ich immer die Vorhersagen für künftige Renditen von GMO. Heute eine ähnliche Analyse von Schroders, der vernünftige Annahmen zugrunde liegen, so man keinen Crash des globalen Schuldenturms erwartet:

  • Liquidität wird auch weiterhin eine Rendite von null erbringen, real negativ. – bto: Ich möchte eine Deflation nicht ausschließen. Dann wäre Cash gut, sofern Bargeld nicht verboten bzw. eingeschränkt wird.
  • Für US-Staatsanleihen werden noch positive Erträge erwartet im Unterschied zu Europa, wo die EZB weiterhin „alles tun wird“, um den Euro zu erhalten.
  • Bei Unternehmensanleihen sieht es demzufolge nicht viel besser aus. Bei den Hochzinsanleihen ist es realistisch, dass die Risikoprämien wieder steigen (die Kurse also fallen).
  • Bei Aktien gehen die Analysten davon aus, dass die realen Gewinne pro Aktie am Ende des siebenjährigen Projektionszeitraums wieder beim langfristigen Trend und die Multiples ebenfalls wieder auf den langjährigen Durchschnitt gefallen sind. – bto: Dies kann, muss aber nicht eintreten. Wer also höhere Renditen erwartet, setzt darauf, dass die Gewinne weiterhin weit überdurchschnittlich bleiben und die Bewertungen ambitioniert.
  • Wie man sieht, werden für die Schwellenländer die besten Erträge erwartet, was an den gedrückten Gewinnen und der relativ günstigeren Bewertung dieser Märkte liegt. – bto: auch deshalb meine strategische Empfehlung, eher dort zu investieren.
  • Bei den alternativen Anlagen fällt auf, dass Hedgefonds nichts bringen und Private Equity weiterhin viel Ertrag, wobei diese nicht zuletzt von erheblichem Leverage getragen werden.

Fazit: Wir sind in einer ökonomischen und finanziellen Eiszeit.

Asset Returns

 

 

 

 

1 Antwort
  1. Späth says:

    Hallo Herr Dr. Stelter,
    lese immer wieder gerne Ihre sehr interessanten und fundierten Analysen.
    Ich hoffe, dass die von Ihnen zitierte VV Schroders für ihre Prognose zum Kapitalmarkt etwas mehr Sachverstand verwendet hat, als für die Erstellung deren Infografik für Oktober 2015 vermuten lässt.
    Dort sieht Schroders die „Flüchtlingskrise“ sowohl kurz- wie auch mittelfristig als positiv an. Kurzfristig kann demnach wohl gar nichts passieren, da die staatliche Unterstützung der Flüchtlinge das Wachstum ankurbelt. Nett ist auch die fast kindlich naiv anmutende Formulierung für die mittelfristige Sicht, die da lautet : „wenn die Migranten Arbeit finden, können sie dazu beitragen, die demografischen…“. – somit steht uns allen ja eine rosige Zukunft ins Haus.
    mit freundlichem Gruß
    Erwin Späth

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