Währungs­reserven sind nicht mehr sicher

Der Westen klopft sich auf die Schultern ob des Einfrierens der russischen Devisenreserven. Das Problem ist, dass jede Notenbank davon ausgehen muss, dass die Forderungen, die sie gegenüber dem Ausland hält, mit einem Federstrich wertlos sind. Die Folgen für das Weltfinanzsystem werden wir erst in den kommenden Jahren gänzlich überblicken. Es war wohl ein Schritt, der die Geldordnung fundamental ändert.

Welche Alternativen bleiben? The Economist diskutiert das in der aktuellen Ausgabe:

  • “(…) almost as soon as Russia invaded Ukraine, American and European authorities froze the assets of the Central Bank of Russia. As others followed, the country’s first line of financial defence was obliterated. According to the Russian government, $300bn of its $630bn in reserves are now unusable.” – bto: Heute betrifft es die Zentralbank Russlands. Welche Zentralbanken könnte es morgen betreffen?
  • “The managers of the $13.7trn in global foreign-exchange reserves (…) care about liquidity and safety above all else, largely to the exclusion of profits. Much of their thinking was shaped by the Asian financial crisis of 1997-98, when currencies collapsed in the face of huge capital outflows. The lesson learned was that reserves needed to be plentiful and liquid.” – bto: Wir haben ein System, in dem viele Länder Währungsreserven aufbauen wollen und müssen. Doch wozu sind sie gut, wenn man sie im Zweifel nicht mehr nutzen kann?
  • “Watching a big chunk of Russia’s reserves being made functionally useless is likely to be just as formative, (…) That is particularly true for the State Administration of Foreign Exchange (safe), the agency in charge of China’s $3.4trn in reserves. India and Saudi Arabia, with $632bn and $441bn in reserves, respectively, may also be paying close attention.” – bto: Aber auch Deutschland sollte das gut beobachten. Wissen wir, wer in den USA in drei Jahren im Weißen Haus sitzt?
  • “Central banks are bound to take into account which countries will and will not replicate sanctions against them. In 2020 Guan Tao, a former safe official now at Bank of China International, laid out a range of ways that China could guard against the risk of sanctions. In extremis, he suggested that the dollar could stop being used as the anchor currency for foreign-exchange management and be replaced by a basket of currencies.” – bto: Es ist im Interesse Chinas, in diese Richtung zu denken.
  • “There are few, if any, jurisdictions with large, liquid capital markets denominated in currencies that are useful in an emergency, but which do not pose a risk from a sanctions perspective. Some worried central banks might start increasing their holdings of yuan assets (which currently make up less than 3% of the global total). But that is no solution for China itself.” – bto: Letztlich kann es nur Gold sein, weil es kein Kontrahentenrisiko hat.
  • Gold, the original reserve asset, is a large liquid market outside any one jurisdiction’s control. Researchers at Citigroup, a bank, estimate that most of the reserves that Russia can currently marshal are in gold and the Chinese yuan. Yet the West’s sanctions are so expansive that they prohibit many potential buyers from purchasing the assets Russia has accumulated over the years. Even a would-be counterparty in a neutral or friendly country will think twice about transacting with a central bank under sanctions, if it risks their own access to the financial plumbing of the dollar system.” – bto: Das Problem lässt sich lösen, denn Gold kann man einschmelzen und dann mit einem eigenen Stempel versehen.
  • “There has been more adventurous speculation, too. Zoltan Pozsar of Credit Suisse, a bank, has suggested that China sell Treasuries in order to lease ships and buy up Russian commodities, arguing that the global monetary system is shifting from one backed by government bonds to one that is backed by commodities. Bold as the forecast is, it is also emblematic of the few conventional options available to reserve managers.” – bto: Das Problem ist für Russland dann nicht gelöst. Eigentlich sollten die Russen von uns Zahlung in Gold verlangen.
  • “And that lack of good solutions points to another drastic approach: that countries limit their use of reserves for their financial defence altogether. Various tools of autarky, such as tighter capital controls, could become more attractive. Governments also typically rely on reserves as the last guarantee that they can service foreign-currency debts. But if that guarantee is no longer absolute, then they are less likely to be comfortable issuing dollar- and euro-denominated bonds at all. Private companies may be prodded to de-dollarise, too.” – bto: Das ist ein weiterer Baustein der Deglobalisierung.

economist.com „Can foreign-currency reserves be sanction-proofed?“, 19. März 2022

Kommentare (53) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Tobias W.
    Tobias W. sagte:


    Stelter: Das Problem ist, dass jede Notenbank davon ausgehen muss, dass die Forderungen, die sie gegenüber dem Ausland hält, mit einem Federstrich wertlos sind. Die Folgen für das Weltfinanzsystem werden wir erst in den kommenden Jahren gänzlich überblicken. Es war wohl ein Schritt, der die Geldordnung fundamental ändert.

    Richtig so.

    Notenbanken in Ländern, die beabsichtigen andere Länder militärisch zu überfallen, sollten sich jetzt zweimal überlegen, wo sie ihre Devisen halten.

    Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und fordern, dass die eingefrorenen russischen Devisen in einen Treuhandfonds für die Begleichung ukrainischer Reparationsforderungen überführt werden. Gemäß dem Motto: you break it, you pay for it!

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  2. Hector
    Hector sagte:

    Ich freue mich auf die neue Herausforderung. 2005 wurde ich gefragt, ob sich denn Goldkauf lohnt.
    Meine Antwort: Ist mir egal, mich interessiert, was in 20 Jahren ist. Thomas Mayer “Die Vermessung der Zukunft.” 20 Jahre sind bald um. Kurzfristiges agieren mag ich auch, aber entscheident ist die langfristige Strategie. Was wir jetzt sehen, war absehbar.
    Siehe Chiristopher Clark ” Die Schlafwandler” Wie der erste Weltkrieg entstand.
    Russland musste handeln, das war zu erwarten. Das was uns erwartet ist kurzfristig unsicher.
    Aber auf dem Horizont von Jahren steht eine neu Weltordnung. Das ist sicher und darauf gilt es sich vorzubereiten. Heute bin ich nicht aus Edelmetallen raus, aber mein Fokus liegt woanders.
    Was ist in 20 Jahren, ich weiss es nicht, bereite mich aber darauf vor.

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  3. Arda Sürel
    Arda Sürel sagte:

    Der globale Süden beobachtet, dass Swift und Reserven bzw. Guthaben, die bei amerikanischen und europaeischen Finanzinstitutionen gehalten werden, fortan mit einem bedeutenden politischen Risiko behaftet sind.

    Die Reaktion war bisher die Aufstockung der Goldreserven und der sehr behutsame Aufbau von Devisenreserven in Waehrungen der Handelspartner.

    Nunmehr dürfte letzterer Prozess rasant an Bedeutung gewinnen: Zwei Zentralbanken vereinbaren einen Devisen Swap, die Banken des entsprechenden Landes benutzen die dadurch entstehenden Zahlungsmöglichkeiten um die Importschulden ihrer Kunden in der Landeswaehrung des Exporteurs zu begleichen und am Laufzeitende des ursprünglichen Swaps wird ein neuer Swap vereinbart mit Zinsen und Wechselkursen, die entsprechend der Zahlungen aus dem vorhergehenden Swap angepasst sind.

    Wenn dann Erdgas in Rubel und Erdöl in Yuan bezahlt werden können, gibt es für nichtamerikanische Zentralbanken keine Notwendigkeit mehr 60 % ihrer Waehrungsreserven in USD und demnach in den Vereinigten Staaten zu halten. Es kann zu massiven Geldabflüssen aus den USA kommen.

    Etwas vergleichbares gilt für Geschaeftsbanken, die derzeit noch für die Bezahlung von internationalen Transaktionen bedeutende Volumina auf ihren USD Korrespondenzkonten in den USA halten müssen.

    Kapitalabflüsse im Billionen USD Volumen aus den USA können die Folge sein, sobald die Kooperation lokaler Zentralbanken und Geschaeftsbanken und somit die Verwirklichung lokaler Zahlungsströme in heimischen Waehrungen verwirklicht ist.

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    • der Kater
      der Kater sagte:

      na schau ma mal wie viele humanitäre Interventionen und Frühlinge unsere Welt erleben wird, bevor der Dollar alles zeitliche segnen wird

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      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Kater

        Saddam Hussein und auch Muammar al-Gaddafi hatten beide unabhängig voneinander die Idee, das im Irak beziehungsweise in Libyen geförderte Öl nicht mehr in US-Dollar abzurechnen.

        Und zufälligerweise mussten sie beide von den USA mit “humanitären Interventionen” weggebombt werden, natürlich nicht aus Eigennutz der USA, sondern um die Menschen und besonders die armen kleinen Kinder vor diesen bösen Diktatoren zu schützen. Sachen gibts…

  4. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    Die Krux sind doch gar nicht die Reserven. Es geht doch vielmehr um das Verbot des Handels mit Russland. DAS führt zu Wirkung. Wer sich um das Verbot nicht schert, findet einen Weg der Bezahlung – ob in Gold, Commodities, Autoersatzteilen oder frisch gedruckten Papierfetzen. Im Übrigen ist das Abschalten von SWIFT auch keine Verhinderung von Banktranfers. Erst das strafbewehrte Verbot der Interaktion wirkt.

    Insofern finde ich die Beschwerde über in Russland täglich einlaufende USD/EUR/Gold-Mengen (verbunden mit der Forderung nach weiteren Sanktionen) auch eigenartig. Wenn Russland damit international ohnehin NICHTS KAUFEN kann, dann hat ein Ausbleiben dieser Ströme keine zusätzliche Wirkung. Und innerhalb Russlands können RUB gedruckt werden, wie gewollt. Wenn‘s zu viel wird, steigt man auf Barter-Economy um.
    (Und freut sich, wenn man sich an @C Pabst‘s Ratschlag gehalten hat, irgendwas herstellen zu können, was Tauschwert hat.)

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    • Carsten Pabst
      Carsten Pabst sagte:

      Hallo Stoertebekker,
      freut mich. Wahrscheinlich sind bei diesen Spritpreisen demnächst Fahrradschläuche das neue Klopapier, Speiseöl oder Mehl🤪
      Oder das hier:

      https://www.vidaxl.de/e/vidaxl-papierbrikettpresse-stahl-38-x-31-x-18-cm-schwarz-und-rot/8718475600404.html?gclid=CjwKCAjwiuuRBhBvEiwAFXKaNAjeWf6XSDetRyxGjvmKIwG25G04KnEloAMKrE68H3kT_ZMUGT2WzBoCjkcQAvD_BwE

      Könnte im nächsten Winter der Renner werden. Funktioniert auch bei Sägespäne sehr gut. Selbst erprobt, da im Ausbildungszentrum sehr viel Späneabfall anfällt😀
      Live aus der Quarantäne
      Carsten Pabst

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @C Pabst

        Immer den Schalk im Nacken 🤪🥸 Mir hilft die Papierpresse leider nicht. Isch habe gar keine Papierzeitung.

        Und für Ihre Sägespäne hätte ich bessre Verwendung. Sortenrein in 15kg-Säcke abfüllen und als Räucherspäne für 1€/kg verkaufen. An mich auch gern günstiger. 😉

        Apropos Fahrrad. Da hab ich in der Tat auch aufgerüstet. Für ‘nen Schaltkassetten-/Kurbelgarnitur-Wechsel braucht man Spezialwerkzeug. Besorgt. Und nen gummibereiften Klapp-Anhänger fürs Fahrrad gleich mit – kann ich die Räucherspäne direkt bei Ihnen abholen. Im Barter-Handel gegen n Pfund Wildschweinschinken. 🥩🍖

        Schönen Abend. 🍷

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @die erfinderischen Heizkostensparer

        Lassen Sie sich von einer der Papierindustrie nahestehenden Person sagen: Die Idee hat einen großen Nachteil, denn die meisten einfachen Papiersorten enthalten ziemlich viel Asche. Probieren Sie es ruhig aus. Solche Papierbriketts kann man höchstens in kleinen Mengen zufeuern, ansonsten übersteigt der Aufwand für das “Asche-Handling” schnell den Nutzen.

        Und die Altpapierpreise sind momentan auch ganz schön hoch, wenn Sie Ihre Zeitungen (ungepresst, einfach bündeln reicht) bei einem Altpapierentsorger abgeben, können Sie derzeit mit ungefähr 0,10-0,15 EUR/kg Vergütung rechnen und sich dann richtige Briketts vom Erlös kaufen.

      • Carsten Pabst
        Carsten Pabst sagte:

        Sehr geehrter Herr Ott,
        Danke für die Tipps. Aber das ist mir bewusst. Deshalb Späne, brennt rückstandsfrei runter. Ist sowieso eher Beimischung, quasi Hobby über das gesamte Jahr. Holzspäne und Hobelreste sind vorhanden. Und mit dem Papier haben Sie vollkommen recht. Gibt viel Asche und brennt mittlerweile unglaublich schlecht. Aber ECHTE Briketts geben auch viel Asche. Aber sie als engagierter Klimaschützer haben bestimmt Briketts aus Kokos, Bambus oder Oliventrester gemeint. Das freut auch die Luise.

        Und an Räuchermeister Stoertebekker: Leider nur Fichtenspäne, ansonsten wären wir ins Geschäft gekommen! Auf jeden Fall ist so ein Schinken ein Hochgenuss, Wild ist in unserer Familie nicht unbekannt. Auf jeden Fall war ich schon immer ein Freund von Tauschgeschäften. Denn nur mit Menschen die planen, vorausschauen und fleißig sind haben etwas zum Tauschen. Auf solche Menschen ist in der Regel Verlass im persönlichen Umfeld. Der Rest hat ein Netflix-Abo, das Auto geleast, jedes Jahr ein neues Mobiltelefon und friert im nächsten Winter. Aber man kann sich ja glaube ich Kaminfeuer- Apps runterladen😉
        Beste Grüße
        Carsten Pabst

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Stoertebekker

      ENTSCHEIDEND ist der Handel mit Russland, denn ganz genau:

      >DAS führt zu Wirkung>

      Dennoch:

      Die Reserven sind WICHTIG.

      Wenn die im Ausland gelagerten Reserven Russlands eingefroren werden, kann Russland DAMIT nicht bezahlen.

      Man braucht daher diejenigen Unternehmen, die mit Russland Geschäfte machen wollen, aber keine machen können, weil Russland nicht bezahlen kann, NICHT zu SANKTIONIEREN.

      Das ist keine lückenlose Lösung, aber eine EFFIZIENTE.

      Nimmt man die Unternehmen hinzu, die den Handel mit Russland auf DRUCK oder FREIWILLIG des Images wegen einstellen sowie NICHT mehr in Russland produzieren, dürfte die Wirkung sehr erheblich sein.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Nimmt man die Unternehmen hinzu, die den Handel mit Russland auf DRUCK oder FREIWILLIG des Images wegen einstellen sowie NICHT mehr in Russland produzieren, dürfte die Wirkung sehr erheblich sein.”

        Ja, vor allem auf die Preise in Deutschland. ;)

  5. weico
    weico sagte:

    Russland akzeptiert für Gas-Lieferungen nur noch Rubel

    “Um sich gegen die harten Sanktionen zu wehren, hat Russland einen drastischen Schritt beschlossen: Energielieferungen des Landes dürfen nur noch in Rubel bezahlt werden.”

    “Für Gaslieferungen aus Russland müssen Kunden in Deutschland und anderen EU-Staaten künftig in Rubel bezahlen. Der russische Präsident Wladimir Putin wies am Mittwoch die Regierung an, keine Zahlungen in Dollar oder Euro mehr zu akzeptieren. Die Lieferungen würden weiter in vollem Umfang gewährleistet, versicherte der Kremlchef in einer Videokonferenz der Regierung, die im Staatsfernsehen übertragen wurde.”

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/russland-akzeptiert-fuer-gas-lieferungen-nur-noch-rubel-a-0a9351d2-a865-42c3-bd25-32505497e537

    Let’s Get Ready To Rumble !!!

    Antworten
    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @weico

      Soll vermutlich den Rubel stabilisieren. Ob das wirkt, muss man sehen. Hängt vermutlich vom Verhalten der RUB-Verkäufer ab. Da könnte es weltweit n paar geben, mit denen Russland nicht rechnet.

      Antworten
      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @Stoertebekker

        “Soll vermutlich den Rubel stabilisieren. Ob das wirkt, muss man sehen.”

        Wir werden noch viel mehr sehen! Es geht jetzt darum, die Zusammenhänge der debitistische Machttheorie zu begreifen! Dazu zwei ausgewiesene Debitisten.

        Miesepeter in ‘Sie könnten, aber müssen es nicht’
        “Die USA, Europa und Russland (bzw. deren Eliten) kämpfen nun alle um ihr Überleben. Die USA oder Russland können gewinnen oder verlieren, Europa hat schon verloren.”

        Zandow in ‘Mickey Mouse: Geld kauft Ware vs. Debitismus: Ware kauft Geld’
        “JETZT, falls die Russen DAS wirklich durchziehen, treten wir in den Kampf der Weltmächte ein!”

        Quelle: https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=603018

      • weico
        weico sagte:

        @Stoertebekker

        “Soll vermutlich den Rubel stabilisieren. Ob das wirkt, muss man sehen. Hängt vermutlich vom Verhalten der RUB-Verkäufer ab. Da könnte es weltweit n paar geben, mit denen Russland nicht rechnet.”

        Sicherlich ein Mitgrund …aber es zeigt auch auf, dass die grossen Energie-Lieferanten nun immer mehr selber entscheiden, in welcher Währung sie bezahlt werden wollen .

        Die USA ist sich der Vorteile und der langsam schwindenden Mach, ihres USD ,natürlich bewusst:

        Outlook and Policy Issues for Congress
        “China and Russia’s multi-year, multi-pronged efforts to dedollarize have yielded minimal changes to date. However, if they are able to more significantly reduce their use of the
        dollar in the future, for example by expanding non-dollar trade or developing a digital currency, there could be implications for the United States. The United States benefits from the dollar’s global status, by loweringthe borrowing costs for the U.S. government and providing the
        United States with foreign policy leverage.”

        https://crsreports.congress.gov/product/pdf/IF/IF11885

        Jetzt nach den von den USA und dem “Westen” ausgesprochenen Sanktionen/”Einfrierungen” ist das Thema De-Dollarisation… ganz oben auf der “to-do-list” von vielen Zentralbanken.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @weico @J Schwarting

        Nun warten wir‘s doch mal ab. Sie wollen schon immer alles im voraus wissen. Wir sind doch alle alt genug, den Mauerfall, die eBlase, den Irakkrieg, die Finanzkrise, Rot/gelb/grün den Ukrainekrieg NICHT vorhergesehen zu haben.

        Wenn ich China wäre oder die Türkei oder oder oder, würde ich jetzt mal schauen, ob ich die Situation nicht zu meinen Gunsten nutzen kann. Wenn ich Nordkorea wäre, würde ich die USD-Matritzen gegen RUB-Matritzen tauschen.

        Wenn ich die Finanzindustrie wäre, würde ich über irrwitzige neue Instrumente nachdenken, um daraus ein Geschäft zu machen (falls die dann gegen den RUB spekulieren wie seinerzeit Soros gegen das GBP, kann das für Russland unangenehm enden).

        Und wenn ich Devisenhändler wäre, würde ich zunächst mal RUB über die Kryptobörsen von der einfachen Bevölkerung absaugen – die tauschen im Moment zu jedem Kurs.

    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @weico

      Blendende Aussichten, ich bin ganz begeistert von der Kompetenz unserer politischen Führung:

      “Die Bundesregierung bereitet die Wirtschaft nach Informationen des Handelsblatts bereits auf einen Ausfall russischer Gaslieferungen vor. Unter Federführung der Bundesnetzagentur wird überlegt, welche Unternehmen im Notfall als Erstes vom Netz genommen werden sollen. Einen Plan, welche Firmen konkret von solchen Maßnahmen betroffen wären, gibt es aber noch nicht.”

      https://www.handelsblatt.com/politik/international/russland-gas-embargo-oder-sanktionen-umgehen-oekonomen-sehen-drastische-folgen-durch-putins-rubel-entscheidung/28191924.html

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @Richard Ott

        “Blendende Aussichten, ich bin ganz begeistert von der Kompetenz unserer politischen Führung:”

        Die Kompetenz zeigt sich auch daran, dass man von einer Vertragsverletzung redet und man SELBER das Land des Vertragspartner…. sanktioniert, boykottiert und Vermögenswerte “einfriert”.

  6. Zweifler
    Zweifler sagte:

    @Richard Ott

    “Kommt ganz darauf an, wie das genau geschieht”

    Da haben Sie natürlich auch Recht. Wer weiß schon, wie es kommen wird.
    Gold oder Aktien? Am besten beides.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Zweifler
      “Gold oder Aktien? Am besten beides.”

      Und ich befolge zusätzlich Stockalper’s Leitspruch :
      «Nihil solidum nisi solum»

      Antworten
  7. Alexander
    Alexander sagte:

    Dirk Müller: US-Staatsanleihen – Zinsen gehen durch die Decken & Russland macht sich unabhängig
    https://youtu.be/FflFB5j5ZZk

    @Ritter der Kokusnuß
    Österreichisches Bundesheer,
    Oberst Markus Reisner erklärt die vier militärischen Hauptprobleme, mit denen die ukrainische Armee konfrontiert ist:
    youtu.be/p4I07aRlPcQ ….sieht nach einem Endsieg epischen Ausmaßes aus.

    Läuft.

    Antworten
    • PhilSt
      PhilSt sagte:

      DIe Einordnung des Österreichischen Bundesheers ist spannend. Wusste gar nicht das man mit seinem Militär auch gute Informationsarbeit abseits von Propaganda liefern kann. Ich denke auch das Putin die Süd-Ost Ukraine bis zum Djnepr besetzen will.
      Bis jetzt auch spannend das man den Strom der Ukraine nicht umleitet.

      https://twitter.com/NikGerassimow/status/1506236823521087492?cxt=HHwWiMCy2aOanecpAAAA
      Zitat aus dem Thread:

      “Laut übereinstimmenden Medienberichten nehmen Fälle von Selbstjustiz in ukr. Städten dramatisch zu.
      Vor allem die sog. “Territorialverteidigung” und Kämpfer der “Freiwilligen-Bataillone” fassen Zivilisten, die sie der Plünderei bezichtigen und fesseln sie an Straßenlaternen.
      In einigen Städten werden die angeblichen “Marodeure” sogar nackt durch Straßen gejagt.
      Lynchjustiz wie im vergangenen Jahrhundert.
      Ein österreichisches Portal schrieb dazu und verglich die Zustände sogar eher mit dem Mittelalter.
      Die Polizei reagiert auf diese Vorfälle nicht.
      In vielen Ländern haben Medien zumindest einige dieser Vorfälle der Selbstjustiz thematisiert.
      In Deutschland dagegen bislang kaum. Das Thema wird konsequent verschwiegen.
      Heftig ist das Ganze auch deshalb, weil diese Fälle von Selbstjustiz mittlerweile nicht nur unmittelbar im Kriegsgebiet vorzufinden sind, sondern das ganze Land erfassten.
      In #Lwiw etwa, Hunderte Kilometer entfernt von der Frontlinie, wurden ganze Familie auf diese Weise bestraft”

      Scheinbar lässt gerade die Zivilbevölkerung ihren Frust an sich selbst aus. Da kann selbst ein Invasor schnell als Held aussehen, wenn er einfach nur wieder Sicherheit garantiert.

      Antworten
  8. weico
    weico sagte:

    @bto:Währungs­reserven sind nicht mehr sicher

    Richtig.

    Dank dem Ukraine-Konflikt und den Sanktionen/ Einfrierungen die Russland nun erdulden muss, nimmt die Dedollarisation nun wohl so richtig an Fahrt auf.

    “Today, nearly two billion people in 25 countries are suffering due to US sanctions.”

    https://www.the-star.co.ke/news/2022-03-23-geo-economics-the-de-dollarization-agenda/

    Viele Länder beginne nun sich langsam vom US-Hegemon abzunabeln und sich an Handelspartner zu wenden, die einem nicht “fremde Werte” aufdrücken wollen.

    Antworten
  9. Rolf Peter
    Rolf Peter sagte:

    “Letztlich kann es nur Gold sein, weil es kein Kontrahentenrisiko hat.”

    Das ist falsch. Goldtransporte kann man angreifen und abfangen oder zerstoeren. Dann benoetigt man eine dokumentenhafte Repraesentation des Goldes (“Papiergeld”). Und das wird nur von Emittenten akzeptiert, von denen man erwarten kann, dass sie sich an die Regeln halten. D.h. Russland scheidet da eher aus.

    Auch das Ausweichen auf andere Waehrungen ist auf Dauer keine Loesung. Setzt sich China durch und etabliert seine Waehrung als ernsthafte Dollarkonkurrenz, werden die Chinesen ihre Machtstellung ausnutzen. So ist das eben mit (Quasi-) Monopolen.

    Wer sich in einem regelgebundenen System nicht an die Regeln haelt, hat immer ein Problem. Wie Mafiosi oder die Leiter von Drogenkartellen. Man kann sie nicht eliminieren, aber man kann ihnen das Leben schwer machen.

    Beste Option: sich einfach an die Regeln halten. Das ist eigentlich die Lektion, die man aus dem russischen Desaster lernen sollte.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Rolf Peter

      “Das ist falsch. Goldtransporte kann man angreifen und abfangen oder zerstoeren. Dann benoetigt man eine dokumentenhafte Repraesentation des Goldes (“Papiergeld”)”

      Oder eine schlagkräftige Armee, um Angriffe auf die Goldtransporte abzuwehren. Für moderne Moraldeutsche schwer vorstellbar, ich weiß…

      “Und das wird nur von Emittenten akzeptiert, von denen man erwarten kann, dass sie sich an die Regeln halten.”

      So wie beispielsweise die USA bis -wohlwollend betrachtet- 1971? ;)

      Halten Sie eigentlich die Aufhebung des Goldstandards durch Nixon für einen “Regelverstoß”? Immerhin hat der einseitig die Eintauschbarkeit von US-Dollar gegen Gold aufgekündigt.

      “Wer sich in einem regelgebundenen System nicht an die Regeln haelt, hat immer ein Problem. Wie Mafiosi oder die Leiter von Drogenkartellen.”

      Kommt drauf an. Wenn die Mafiosi genügend amerikanische Senatoren oder deutsche Bundestagsabgeordnete bestochen haben, können sie ihre Geschäfte normalerweise ungestört betreiben.

      “Beste Option: sich einfach an die Regeln halten. Das ist eigentlich die Lektion, die man aus dem russischen Desaster lernen sollte.”

      Nein, die Lektion ist, dass Sie so stark werden müssen, dass Sie selbst auf die Regeln pfeifen können. Weil die dann nämlich nur noch für die anderen gelten, aber nicht mehr für Sie selbst. Das Prinzip kennen Sie doch schon aus der Öffentlichkeitsarbeit der Grünen, wieso begreifen Sie es hier nicht? ;)

      Antworten
      • Rolf Peter
        Rolf Peter sagte:

        “Nein, die Lektion ist, dass Sie so stark werden müssen, dass Sie selbst auf die Regeln pfeifen können.”

        Auch das ist falsch. Regelgebundene Systeme haben sich ja gerade deshalb entwickelt, weil alle besser fahren, selbst wenn einige (normalerweise die “Regelsetzer”) besser fahren. Auch (und gerade) Deutschland hat unter der amerikanisch dominierten Weltordnung prosperiert, obwohl diese Ordnung natuerlich auch im Interesse der USA funktioniert.
        Tatsaechlich halten sich auch die USA oefter an diese Regeln als sie es nicht tun.
        Keine Ordnung und die Macht des Staerkeren sind mit Sicherheit keine besseren Optionen. Selbst wenn das die von Ihnen praeferierte Ordnung ist, die meisten Menschen stellen sich vermutlich etwas Besseres vor (und sie sind bereit, dafuer Opfer zu bringen).

      • weico
        weico sagte:

        @Richard Ott

        “Nein, die Lektion ist, dass Sie so stark werden müssen, dass Sie selbst auf die Regeln pfeifen können.”

        Geopolitisch völlig korrekt.

        Naive Leute die den Rohstoffriesen Russland am Abgrund sehen ,sollten sich die “Überlebenslänge” von Staaten wie Iran,Kuba oder Nordkorea vor Augen führen.

        Die USA versucht jetzt verzweifelt den Iran-Deal aufzugleisen und verrennt sich dabei vollkommen.

        https://www.derstandard.at/story/2000134300107/usa-wollen-atomabkommen-mit-dem-iran-retten-einigung-nicht-gewiss

        Für “Normaldenker” ist völlig klar, dass ein scheitern bzw.erreichen des Abkommens NICHTS am iranischen ENDZIEL ändern wird.

        Der IRAN WILL die Atombombe und wird diese ZIEL auch erreichen. Falls nötig mit Hilfe von Partnern…..

      • weico
        weico sagte:

        “Der IRAN WILL die Atombombe und wird diese ZIEL auch erreichen. Falls nötig mit Hilfe von Partnern…..”

        Wenn das ZIEL erreicht ist, werden die geopolitischen Karten dieser Region neu gemischt und es heisst, frei nach Michael Buffer:

        Let’s Get Ready To Rumble !!!
        https://www.youtube.com/watch?v=I6eQ78HCGEA

      • weico
        weico sagte:

        @Rolf Peter

        “Tatsaechlich halten sich auch die USA oefter an diese Regeln als sie es nicht tun.”

        Seit wann?

        Wie die USA und seine “Partner” bzw. seine Vasallen funktionieren, sieht man JETZT wieder deutlich.

        Das US-Blockdenken war und ist lebendig.

        “USA wollen sich erst mit Partnern beraten
        »Wir glauben, dass Russland in den internationalen Institutionen und in der internationalen Gemeinschaft nicht zur Tagesordnung übergehen kann«, sagte Sullivan. »Aber wenn es um bestimmte Institutionen und bestimmte Entscheidungen geht, würden wir gern unsere Verbündeten und unsere Partner in diesen Institutionen konsultieren, bevor wir uns äußern.«

        Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach sich am Dienstag dafür aus, solche Fragen mit den internationalen Partnern zu erörtern »und das nicht einzeln und individuell zu entscheiden«.”
        https://www.spiegel.de/ausland/china-lehnt-ausschluss-russlands-aus-g20-ab-a-15cf5450-1a02-4065-9ad7-1ed5d41f8620

        Geopolitisch absolut spannende Zeiten und sehr interessant ,wie die künftigen Blockbildung(en) in Zukunft von statten gehen und welche Konflikte damit noch entstehen.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Rolf Peter

        >Beste Option: sich einfach an die Regeln halten. Das ist eigentlich die Lektion, die man aus dem russischen Desaster lernen sollte.>

        RICHTIG – und die Regeln MITGESTALTEN mit dem friedlichen Mitteln, über die man verfügt.

        Und sich mit vernünftiger NUTZUNG seiner Mittel in eine BESSERES Position zu bringen bei den weiteren Regelsetzungen.

        Putin hat das nicht verstanden und einige „Geo-Politiker“ hier verstehen es auch nicht.

        Leider muss ein barbarisch hoher Preis für die Lektion bezahlt werden, die nun unvermeidbar fällig ist.

        Nicht nur die Ukraine muss ihn unverschuldet bezahlen, sondern auch die russische Bevölkerung und wir ihn auch, wenn auch in viel geringerem Maß.

        Wie auch immer sich die aktuellen Ereignisse weiter entwickeln, ich bin sicher:

        Angesichts des unermesslichen Leids, der immensen Kosten und der sich ausbreitenden Wohlstandsverluste, die dem Krieg geschuldet sind, wird rund um die Welt die Auffassung an Gewicht gewinnen, dass es VORTEILHAFTER ist, sich an Regeln zu halten, als sie massiv zu missachten.

      • weico
        weico sagte:

        @DT

        “Angesichts des unermesslichen Leids, der immensen Kosten und der sich ausbreitenden Wohlstandsverluste, die dem Krieg geschuldet sind, wird rund um die Welt die Auffassung an Gewicht gewinnen, dass es VORTEILHAFTER ist, sich an Regeln zu halten, als sie massiv zu missachten.”

        RICHTIG.

        Der Westen/NATO wird diese Lehrstunde wohl kaum vergessen, dass man sich an geopolitische Regeln halten sollte und besser auf die jahrelangen Warnungen des “Gegners” hören und darauf eingehen sollte.

        Der Wiederaufbau der Ukraine wird die EU wohl viel (Lehr)Geld kosten..

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Rolf Peter

        “Tatsaechlich halten sich auch die USA oefter an diese Regeln als sie es nicht tun.”

        Würden Sie gern von einem Richter abgeurteilt werden, der sich “öfter an die Gesetze hält als er es nicht tut”?

        @Herr Tischer

        “RICHTIG – und die Regeln MITGESTALTEN mit dem friedlichen Mitteln, über die man verfügt.”

        Das hat die Bundesregierung in der Ukraine versucht und ist dabei gescheitert – haben Sie das “Minsker Abkommen”, das selbst in seinem Teilaspekt als Waffenstillstandsabkommen nie ernsthaft umgesetzt wurde, schon wieder vergessen?

        “Nicht nur die Ukraine muss ihn unverschuldet bezahlen, sondern auch die russische Bevölkerung und wir ihn auch, wenn auch in viel geringerem Maß.”

        Die ukrainische Regierung können Sie nicht von Verschulden freisprechen, allerdings wird die gerade durch üppige Subventionen und großzügige Waffenlieferungen für ihr Versagen belohnt, wobei die Gelder in dem für seine gute Regierungsführung bekannten Land sicherlich nicht in irgendwelchen Oligarchentaschen oder auf Selenskys Schwarzgeldkonten versickern werden.

        Einer der wesentlichen Gründe, wieso Selensky damals die Wahl gegen Poroschenko gewonnen hatte, war übrigens, dass er im Gegensatz zum damaligen Amtsinhaber versprochen hatte, einen Friedensvertrag mit Russland umzusetzen.

        Selensky 2019: “Was den Oberkommandierenden angeht, Herr Poroschenko – wir haben jetzt einen Krieg. Sie stellen mir Fragen, auf die Sie selbst antworten müssten – etwa, warum der Krieg bis heute nicht beendet ist.” Er selbst habe vor fünf Jahren für Poroschenko gestimmt. “Aber ich habe mich geirrt. Wir haben uns geirrt.”
        https://www.sueddeutsche.de/politik/ukraine-wahl-petro-poroschenko-wolodymyr-selensky-kiew-1.4416503-2

        Nach der Wahl wollte er von diesem Versprechen nichts mehr wissen, und den Rest der Geschichte kennen Sie ja.

        “Angesichts des unermesslichen Leids, der immensen Kosten und der sich ausbreitenden Wohlstandsverluste, die dem Krieg geschuldet sind, wird rund um die Welt die Auffassung an Gewicht gewinnen, dass es VORTEILHAFTER ist, sich an Regeln zu halten, als sie massiv zu missachten.”

        Billiges Sonntagsreden-Gesülze, das mit der Realität leider nichts zu tun hat.

    • Johann Schwarting
      Johann Schwarting sagte:

      @Rolf Peter: “Letztlich kann es nur Gold sein, weil es kein Kontrahenten-Risiko hat.”

      Um bewusstzumachen, dass es keinen Weg zurück zum Goldstandard gibt, verweise ich auf meinen Beitrag vom 7. MÄRZ 2022, 17:47. Die aus debitistischen Gründen wachsenden Verschuldungssummen (‘Problematik der Vorfinanzierung’, ‘Vorher-Nachher-Problem’, ‘Loch in der Mitte’) erzwingen auch eine Erweiterung der Haftungsräume – @Alexander erkannte sehr richtig: “Haftung ist das Maß der Dinge.” Die Haftungsräume werden gemäß dem Debitismus unvermeidlich nach außen erweitert – nach innen geht es nicht so leicht, weil die Räume besetzt sind.

      Das hatte ich verdeutlicht an den Beispielen: Fusion der deutschen Kleinstaaten per Zwang zum Deutschen Reich, Eroberung Galliens durch Caesar, teilweise Übernahme der Schulden der Stadt Göttingen durch Niedersachen und der Schulden der Länder Bremen und Saarland durch den Bund. Zu vergessen ist natürlich nicht der Anschluss der DDR durch die BRD.

      Die Zentralmachtsysteme stehen wegen der debitistischen Logik – völlig unabhängig von den konkreten politischen Mandatsträgern – unter dem ständigen expansiven Druck, ihr Potenzial zu besichern.

      Paul C. Martins zweiter Satz in: “Bei der Macht entscheidet nicht die Ausübung derselben, sondern deren Beibehaltung. Dies bedeutet automatisch Expansion.” findet eben seine debitistische Begründung in: Der ‘Problematik der Vorfinanzierung’, des ‘Vorher-Nachher-Problems’ und des ‘Lochs in der Mitte’.

      Einerseits schreibt @sensortimecoms am 22. Juni 2018 um 10:56 in direkter debitistischer Sprache:

      “Rein mathematisch gesehen ist sogar unser heutiges, dem Zwang des Debitismus ausgeliefertes ‘Schuldgeld’ GEDECKT. Wie? Die Antwort ist relativ einfach: Die ‘Deckung’ besteht in der Vorwegnahme aller künftig lukrierbaren Ressourcen, egal ob materieller oder immaterieller Art. Alles Erdenkbare wird belehnt bzw. verpfändet, um das System am Leben zu erhalten. Und jetzt kommt der Höhepunkt des Zynismus (leider!): Ein solches Geldsystem ist deshalb sogar besser ‘gedeckt’ als alle bisherigen ‘gedeckten’ Systeme. Es funktioniert auch noch, nachdem z.B. Gold oder irgendeine andere Deckungs-Einheit an seine Grenzen gelangt ist! Wenn ich daher das debitistische Geldsystem durch ein streng ‘gedecktes Geldsystem’ egal welcher Art ersetze, enge ich damit den wirtschaftlichen Spielraum ein, der im Moment gegeben ist. Die Leute werden zornig wieder nach dem alten System rufen, wenn die Arbeitslosigkeit explodiert. Wann kommt ein (vermeintlich) deckungs-freies debitistisches Geldsystem zu seinem Ende? Erraten: Wenn es zu wenige erdenkbare künftig lukrierbaren Ressourcen materieller und immaterieller Art gibt, die belehnbar bzw. verpfändbar sind. Dieser Marke nähern wir uns.”

      und andererseits @Ashitaka 7. MÄRZ 2022, 17:47 in hermetischer debitistischer Sprache:

      “Es gilt zu verstehen: Der über den Kredit ermöglichte Zugang zum Geld kann nicht mehr (war nur zeitlich befristet möglich!) an eine gegenwärtig vorhandene Sache (Coin, Gold etc.) gekoppelt werden. Die Geldverteilung ist heute ausschließlich von den Erwartungen der Zukunft abhängig (zeitlich offenes System, Vorgriff, Aufschub). Weil das debitistische System als solches nach jeder inflationären Geld-/Potenzialauskehrung eine deflationäre Wiedereinkehrung (Tilgungsdruck und Verschuldungsunfähigkeit) des einmal durch Kredit geschöpften Geldes erzwingt, weil alle geldpolitischen Entstehungsprozesse an Laufzeiten geknüpft sind (endlich sind), sich das System als solches jede über den Kredit in das System eingebrachte Geldeinheit über selbigen Kontrakt ‘mit der Laufzeit’ wieder entziehen muss (das Prinzip der Schwingung, Aus- und Wiedereinkehrung).”

      Zur “Re: Frage, ob ‘thin air’ = Frage nach der Dicke der Sicherheiten” des Geldes im Goldstandard und im reinen Kreditgeldsystem schreibt Paul C. Martin vor fast 22 Jahren:

      “Dies ist der entscheidende Vorteil des Goldstandards gewesen. Darin gab es nicht ‘money out of thin air’ (also letztlich basierend auf ‘credits out of thin air’), sondern nur die Gefahr für Kreditgeber, ihre Kredite auf ‘thin air’ basiert zu haben, also letztlich auf Uneinbringlichkeiten sitzen zu bleiben.”

      Quelle: https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=143814

      Antworten
  10. Dieter Krause
    Dieter Krause sagte:

    “The managers of the $13.7trn in global foreign-exchange reserves (…) care about liquidity and safety above all else, largely to the exclusion of profits. Much of their thinking was shaped by the Asian financial crisis of 1997-98, when currencies collapsed in the face of huge capital outflows. The lesson learned was that reserves needed to be plentiful and liquid.” – bto: Wir haben ein System, in dem viele Länder Währungsreserven aufbauen wollen und müssen. Doch wozu sind sie gut, wenn man sie im Zweifel nicht mehr nutzen kann?

    Nur Idioten wie Putin wollen die Währungsreserven ihres Landes, die er aber wohl sowieso als sein Privatvermögen begreift, für Kriege nutzen, Herr Stelter! Der volkswirtschaftliche Schaden dieses Krieges dürfte Rußland am Ende nicht Milliarden – er wird es Billionen Dollar kosten! Dafür dürfte das Land dann ein paar Quadratkilometer ukrainischer Ruinen- und Sumpflandschaften mehr besitzen. Ein toller Deal!

    Antworten
  11. Alexander
    Alexander sagte:

    Wurden diese Währungsreserven in Staatsanleihen der betreffenden Länder getauscht ist der Schaden für das Wertpapier Anleihe wegen Illiquidität größer als der Nutzen der Sanktion gegen die EU Lieferanten deren Forderungen nicht mehr beglichen werden können. Die Abschreckung ist absolut.

    Eine härtertere Trennung der Systeme erreicht man nur noch durch Abbruch der diplomatischen Beziehungen, wie das Russland über die Beschimpfungen von Biden gegen Putin in Aussicht stellt.

    (Wirtschafts-)Krieg muss man sich leisten können. Kriege anzetteln, durch Waffenlieferungen wie seit Jahren von Seiten der USA an alle Terrororganisationen der Welt (Mutschahedin/Taliban, ISIS, Rebellen Syria / Kurdistan oder Azov) ist leichter als Frieden stiften – trotz der Friedensnobelpreise an Obama oder die EU.

    Zitat:
    “Das Weiße Haus von Biden hielt auch ein Treffen mit TikTok-Influencern ab und forderte sie auf, die Propagandanachrichten der NATO zu unterstützen und ihr junges Publikum zu ermutigen, ihren Teil zur „Unterstützung der Ukraine“ beizutragen.”
    https://uncutnews.ch/auslaendische-freiwillige-sind-fuer-den-raketenangriff-auf-ukrainische-ausbildungsstaette-mit-35-toten-verantwortlich/

    Nur keine eigenen Truppen verheizen, das Hasenschießen auf entbehrliche Söhne westlicher Haushalte ist billig, die Mütter bekommen nicht einmal eine Fahne für ihre Tränen.

    Antworten
  12. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >Das Problem ist, dass jede Notenbank davon ausgehen muss, dass die Forderungen, die sie gegenüber dem Ausland hält, mit einem Federstrich wertlos sind.>

    Das ist NICHT das Problem.

    Das Problem ist, dass es Länder gibt, die sich NICHT an REGELN halten und Kriege anzetteln.

    Deren Notenbank muss davon ausgehen, dass sie nicht mehr über ihre im Ausland lagernden ASSETS verfügen kann.

    Sie sind damit NICHT wertlos, sondern FUNKTIONSLOS.

    Und was hat das mit FORDERUNGEN zu tun??

    Wirr.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      “Das Problem ist, dass es Länder gibt, die sich NICHT an REGELN halten und Kriege anzetteln.”

      Soso, an den “Regelverstößen” liegt es also?

      Wissen Sie noch, als die EU wegen des Irakkrieges George W. Bush und Tony Blair mit Sanktionen belegt hat und die Devisenreserven der amerikanischen und der britischen Zentralbanken einfror? :D :D :D

      Antworten
      • markus
        markus sagte:

        @RO:
        Damals Irakkrieg und USA.

        Heute Jemen und die ehrbaren Öllieferer, die man mit Verneigung begrüßt.

  13. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Wie am Sonntag im Podcast besprochen, heute verkündet:

    VW baut in Spanien (Valencia) mit Partnern eine Batteriefabrik. Investitionen mehr sieben Mrd. Euro, mehr als 3.000 Beschäftigte.

    VW will zusammen mit Partnern bis Ende des Jahrzehnts sechs große Fabriken in Europa bauen.

    Kosten 25 bis 30 Mrd. Euro.

    Für eine weitere Zellfabrik kommt Osteuropa in Frage.

    Antworten
  14. Alexander
    Alexander sagte:

    Die Genialität (Trump) des russischen Einmarsches versteht erst,
    wer überblickt wie sich dieser abgewirtschaftete Westen mit seinen Sanktionen selbst zerstört.

    Russland zu dominieren wollen Grüne sogar den Atomausstieg aufschieben.
    Die DEUTSCHE LINKE unterstützt offen ukrainische Nazis, bei DEUTSCHER URSCHULD von Wehrmachtsverbrechen der WaffenSS Division “Galizien” (ukrainische Freiwillige) im Zuge des Holocaust.

    ….mal schauen wie lange es braucht bis der deutsche Souverän das merkt.

    Antworten
  15. Bauer
    Bauer sagte:

    >> bto: “Das Problem ist für Russland dann nicht gelöst. Eigentlich sollten die Russen von uns Zahlung in Gold verlangen.”

    Soweit wird es auch noch kommen, und zwar bald. Dann werden sich andere commodity-Lieferanten dem auch anschliessen, z.B. Erdöl gegen Gold.

    >> bto: “Das Problem lässt sich lösen, denn Gold kann man einschmelzen und dann mit einem eigenen Stempel versehen.”

    Nichts einfacher als das. Die Grundausrüstung dafür ist für unter 1000 € zu haben und in der Garage zu installieren. Ein unverdächtiger Barrenstempel kann als Vorlage dienen.

    Und das deutsche Gold liegt immer noch in den USA und kann nicht als Währungsreserve eingesetzt werden, da es dazu in der eigenen ZB lagern müsste. Jetzt wird es höchste Zeit, wenn es nicht schon zu spät ist. LOL

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Bauer

      “Und das deutsche Gold liegt immer noch in den USA und kann nicht als Währungsreserve eingesetzt werden, da es dazu in der eigenen ZB lagern müsste. Jetzt wird es höchste Zeit, wenn es nicht schon zu spät ist. LOL”

      Mittlerweile können wir die Rechtfertigungen aus den 1950er und 1960er Jahren recyceln: Dass die Amerikaner das Gold der Bundesbank sicher verwahren, geschieht doch nur in unserem besten Interesse. Wenn es in Deutschland läge, könnte ja der böse Russe (Putin!!!) einmarschieren und es stehlen. ;)

      Hat halt den Nachteil, dass Deutschland dadurch auch sehr einfach von den USA “saktionierbar” ist, wenn wir irgendetwas tun, das dem großen Bruder mit dem Sternenbanner und den 30 Billionen Dollar Staatsverschuldung nicht gefällt.

      Antworten
  16. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    bto: “Der Westen klopft sich auf die Schultern ob des Einfrierens der russischen Devisenreserven. Das Problem ist, dass jede Notenbank davon ausgehen muss, dass die Forderungen, die sie gegenüber dem Ausland hält, mit einem Federstrich wertlos sind.”

    Es ist das gleiche Problem wie mit dem “Konzerngeld”, das zum Beispiel Facebook schon länger geplant hat: Wer will solches Geld freiwillig als Wertaufbewahrungs- oder Zahlungsmittel nutzen, wenn sein Zugang aufgrund irgendwelcher willkürlicher Entscheidungen (“Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards”) jederzeit gesperrt werden könnte?

    Wenn Staaten nun anfangen, im großen Maßstab genauso zu agieren und gleichzeitig noch ihre eigenen “digitalen Währungen” auflegen wollen, dann wird das hoffentlich zu einer Flucht aus dem totalitären System führen, das da gerade errichtet werden soll.

    Antworten
    • Thomas Hesse
      Thomas Hesse sagte:

      Sie, Herr Ott, haben bestimmt Vermögen, auf das niemand zugreifen kann oder? Das Einzige, was Ihnen ganz bestimmmt allein gehören wird, dürfte Ihr Sarg sein! denn noch nicht mal Ihre Goldbarren dürften Sie zu Hause gebunkert haben oder?

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Thomas Hesse

        Interessant, woran Sie so denken, wenn Sie mir schreiben, aber da kann ich Sie beruhigen: Ein Sarg wird mir nie gehören, weil ich mir zu meinen Lebzeiten keinen kaufen werde.

        Wenn der Staat unbedingt meine wirtschaftliche Existenz vernichten will, dann findet er sicherlich Mittel und Wege und auch eine Rechtfertigung dafür. Das kann Ihnen übrigens auch ganz schnell so gehen, eine “falsche Meinung” hat man heute schnell. Hätten Sie vor 5 Jahren gedacht, dass eines Tages kanadischen Lastwagenfahrern ihre Konten gesperrt werden weil die gegen bestimmte Impfvorschriften im US-kanadischen Grenzverkehr protestieren?

        Die Frage, auf die ich hinauswill, ist: Müssen wir es dem Staat dabei besonders einfach machen, indem wir auch noch auf Bargeld und private Banken verzichten und schlimmstenfalls “digitale Zentralbankwährungen” einführen?

    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Zweifler

      Ach, wenn man den Zorn des selbstgerechten Hegemons mit seinen Weltpolizei-Ambitionen auf sich gezogen hat, ist der Besitz von allen möglichen Dingen eine “unsichere Geschichte”.

      Gold kauft Ihnen immer irgendjemand ab – vielleicht mit Preisabschlag, aber los werden Sie es definitiv. Da wäre ich mir bei bunt bedruckten Zettelchen nicht so sicher, von im Zweifelsfall “einfrierbaren” elektronischen Guthaben ganz zu schweigen.

      Antworten
      • Zweifler
        Zweifler sagte:

        @Richard Ott

        Sollte Russland große Goldmengen auf den Markt werfen (müssen), könnte das für die “sicherheitsbewußten” und besonders für die “All In” Goldbugs eine mittlere (50% Preisverfall) bis schwere (noch tiefer) Katastrophe werden.
        Ist mir nicht geheuer, deshalb schichte ich derzeit das teure Gold in relativ billige Aktien um. Bevor es zu spät ist.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Zweifler

        Kommt ganz darauf an, wie das genau geschieht.

        Wenn Russland seine Rohstoffe nur noch gegen Gold verkauft, dann wird die Goldnachfrage steigen. Und auch jeder, der Fertigprodukte verkauft, hätte ein Interesse an dem Bezug von Gold, denn irgendwie muss er sich ja Rohstoffe besorgen.

        “deshalb schichte ich derzeit das teure Gold in relativ billige Aktien um”

        Da sehen Sie, wie unterschiedlich die Einschätzungen sind. Ich halte Aktien immer noch für teuer und Gold immer noch für relativ billig. So wie Sie tickt also die Gegenpartei, von der ich gerade Gold kaufen könnte, das ist doch auch mal interessant zu sehen. :)

      • markus
        markus sagte:

        @Zweifler:

        “billige Aktien”:

        Kann man da den Handel nicht unterbinden?

        Wo “liegen” Ihre Aktien? Physikalisch in Ihrem Safe? Oder als Bits in der Hand von Konzernen/Banken…

    • weico
      weico sagte:

      @Zweifler

      “Darauf würde ich mich nicht verlassen. Goldbesitz kann eine recht unsichere Geschichte sein”

      …in einer westlichen Wertegemeinschaft sicherlich.

      Aber ausserhalb des Einflussbereichs des US-Hegemon …ist ja vieles möglich.

      https://pbs.twimg.com/media/FOFo3TaagAEYvUa?format=jpg&name=large

      Zudem läuft ja heute wieder sehr viel über “barter deals.”

      So nach dem Motto:
      Saudi-Arabien liefert Öl und bekommt im Gegenzug von China ein Kernkraftwerk. Alle sind glücklich über diese WIn-Win-Situation … nur der Ami schäumt mal wieder vor Wut und droht mit Sanktionen…

      Antworten

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