Richtige Gedanken zur Bertelsmann Stiftung

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Im vergangenen Oktober war ich auf einer Reise in den USA. Kurz zuvor hatte ich einen Beitrag für Cicero verfasst und dort unter anderem mit Blick auf die Zuwanderung nach Deutschland eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zitiert, die ausdrücklich betont, dass sich Deutschland eine Zuwanderung wie in der Gastarbeiter-Zeit nicht mehr leisten kann, sondern auf eine Auswahl der Zuwanderer setzen müsse. Nur so ließen sich die Kosten der Alterung bewältigen. Die Studie rechnet vor, wie hoch die Nettoverluste für den Staat inklusive Sozialkassen aus dieser Zuwanderung sind.

Kurz, nachdem der Artikel erschien, schrieb die Stiftung, ich würde die Studie bewusst falsch zitieren, da nirgendwo eine solche Aussage getroffen würde. Bedingt durch den Zeitunterschied und die nicht ganz einfache Kommunikation entschloss sich die Onlineredaktion des Cicero damals, meinen Artikel entsprechend abzuändern.

Das Ganze hat mich damals massiv geärgert. Denn ich habe mich völlig korrekt auf eine Studie des ZEW im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung bezogen, die vor der Flüchtlingskrise entstanden ist und deren richtiger Inhalt nunmehr politisch nicht mehr erwünscht war:

„Stellt man alle allgemeinen Staatsausgaben, etwa für Verteidigung oder Straßenbau, mit in Rechnung, schlägt für jeden lebenden Ausländer ein langfristiges Staatsdefizit von 79.100 Euro, für jeden lebenden Deutschen von 3.100 Euro zu Buche. Wegen dieses Defizits weist das Staatsbudget, wenn nicht gehandelt wird, langfristig eine Tragfähigkeitslücke von fast 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf.“

ZEW: „Der Beitrag von Ausländern und künftiger Zuwanderung zum deutschen Staatshaushalt“

Konsequent fordern die Autoren der Studie auch einen besonderen Fokus auf qualifizierte Zuwanderer: „Eine Wiederholung der Gastarbeitereinwanderung ist weder hinsichtlich der erwähnten Tragfähigkeitslücke noch mit Blick auf den Arbeitsmarkt im 21. Jahrhundert ökonomisch sinnvoll. Wissend um die schon erwähnten demografischen Entwicklungen, ist es mit Blick auf die Wohlstandssicherung in Deutschland hingegen sinnvoll, ja geradezu geboten, qualifizierte Einwanderer ins Land zu holen.“

Wie gesagt, diese Aussage zu treffen, war gemäß Bertelsmann-Stiftung eine falsche Wiedergabe der Studie. Es handelt sich um Originalzitate.

Damals wollte ich einen Beitrag zu der Wirkung der Stiftung verfassen, habe es aber dann gelassen. Umso mehr freut mich, dass der Cicero das Thema aus anderem Anlass aufgegriffen hat:

  • Letzte Woche ereignete sich daher Bemerkenswertes. Da veröffentlichte niemand anderes als die Bertelsmann Stiftung eine Studie mit dem Titel: „Die Stunde der Populisten? Populistische Einstellungen bei Wählern und Nichtwählern vor der Bundestagswahl 2017“. (…) Erkundet werden sollte, wie populistisch die Deutschen sind und wie sich populistische Einstellungen auf die anstehende Bundestagswahl auswirken.“ bto: als solches eine zulässige Fragestellung, wobei man schon die Frage aufwerfen darf, wie denn „populistisch“ definiert ist.
  • Man kann an dieser Studie – wie an allen Studien – sicher Vieles kritisieren: die Methodik, die Fragestellung, den Pool der Befragten. Doch das sind Nebenaspekte. Viel spannender ist ein anderer Punkt: der Initiator der Studie, also die Bertelsmann Stiftung.“ bto: die, wie oben erläutert, gerne auch die Ergebnisse eigener Studien in die gewünschte Richtung verfälscht.
  • Ihre ideologische Agenda ist ein brachialer Vulgär-Modernismus. Gut und aus Gütersloh wissenschaftlich flankiert und finanzkräftig gefördert ist alles, was auf Globalisierung, Internationalisierung, Ökonomisierung und Digitalisierung hinausläuft. Unter dem Deckmäntelchen des zivilgesellschaftlichen Engagements soll die Gesellschaft weltanschaulich auf Linie gebracht werden (...).“ bto: Und die Ergebnisse werden ähnlich poliert.
  • „(…) die Bertelsmann Stiftung (…) [hat] ein enges Netzwerk von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien geknüpft (…), zu dem wie selbstverständlich die Spitzen der deutschen Partei-, Bundes- und EU-Politik gehören. Diese Verflechtung von Medienmacht, Einfluss auf Universitäten und Institute, politischer Protektion und persönlichen Verbindungen (…) erklärt auch, weshalb es kaum kritische Stimmen zum Gebaren der Gütersloher Stiftung gibt.“ bto: Es ist wie beim DIW, das ebenfalls mit dem edlen Titel „Institut“ eine politische Agenda treibt.
  • Die Populismus-Studie der Bertelsmann Stiftung, diese Lesart drängt sich auf, ist der Versuch einer selbsternannten, interessengeleiteten Modernisierungselite, jeden Protest gegen die eigenen gesellschaftlichen Umbaupläne im Keim zu ersticken.“ bto: deshalb auch die Verdrehung der eigenen Migrationsstudie, weil es eben nicht mehr passte.

Experten, wohlmeinende Stiftungen und vermeintlich neutrale Institute arbeiten so mit den Medien Hand in Hand in der Erziehungsarbeit. Kann gut sein, dass es eben doch nicht auf Dauer funktioniert. Zu wünschen wäre es!

-> cicero.de: „Opium für die Mächtigen“, 29. Juli 2017

18 Antworten
  1. Wolfgang Selig says:

    „bto: Experten, wohlmeinende Stiftungen und vermeintlich neutrale Institute arbeiten so mit den Medien Hand in Hand in der Erziehungsarbeit. Kann gut sein, dass es eben doch nicht auf Dauer funktioniert. Zu wünschen wäre es!“
    Es wird nicht funktionieren, denn die Leute spüren alles (auch wenn sie es nicht erklären können), aber es kann die Sache verzögern. Und das reicht eventuell, um Fakten zu schaffen.
    Für mich stellt sich die Frage nach der Motivation. Was bewegt die Bertelsmann-Stiftung dazu, so einen Schwenk zu machen? Welche Kräfte wirken da im Hintergrund. Ist Frau Mohn so auf das Wohlwollen der Kanzlerin angewiesen, dass sie hier korrigierend eingreifen muss? Oder hat die Stiftung Angst, von den Mainstreammedien in die rechte Ecke gestellt zu werden und die Bertelsmann-Produkte gleich dazu? Wünschenswert hierzu wäre eine offene Diskussion mit Leuten wie Ihnen oder eben cicero; ich befürchte nur, eine solche wird verweigert werden. Dennoch gut, dass Sie diesen Punkt so deutlich herausstellen.

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    • Ralph Klages says:

      „Es wird nicht funktionieren, denn die Leute spüren alles (auch wenn sie es nicht erklären können), aber es kann die Sache verzögern. Und das reicht eventuell, um Fakten zu schaffen.“ Damit treffen Sie mein „Gefühl“ vom Spätsommer/Frühherbst 2015. Und: Die Fakten wurden geschaffen! In Windeseile. Landesweit. So, dass mich meine europäischen Freunde schon fragten, was denn da in Deutschland so plötzlich vor sich geht. Es waren doch vorrangig die Medien, die der Politik die Zeit gaben, um letztlich Fakten zu schaffen. Ganz sooo weit weg von der „Lügenpresse“ waren sie gar nicht, und wie ich unterstelle, definitiv absichtsvoll bis devot. Da gab es nur Einen namens Stelter, der das mal kritisch beleuchtete, durchrechnete und auf den Punkt brachte. LG

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      • Dietmar Tischer says:

        Ich würde sehr vorsichtig sein, KAUSALZUSAMMENHÄNGE herzustellen, die nicht ersichtlich sind.

        Jedenfalls passt die „Leute spüren alles“ nicht auf die Situation im Spätsommer 2015 zu.

        Das war eine SONDERSITUATION, die durch die Weigerung der Ungarn, ihre Flüchtlinge zu versorgen, initiiert und durch die „Willkommenskultur“ dieser Tage akzeptiert wurde.

        Wie man es meiner Meinung nach sehen muss:

        Wir, mehr oder weniger die ganze Gesellschaft hat sich jahrelang, ja sogar Jahrzehntelang darin gesonnt, „ihr Kinderlein kommet“ (selbstverständlich mit euren Eltern und sonstigen Angehörigen) zu sagen und sie aufzunehmen. Es hat keinen Aufstand dagegen geben, noch nicht einmal eine ernsthafte Mahnung soweit ich sehe. Klar auch, warum: Mit herzlos, kalt, menschenverachtend wäre über jeden der Stab gebrochen worden. Noch heute ist das so, wo das Problem längst erkannt ist: Palmer, der kluge, umsichtige Tübinger Oberbürgermeister, der die Probleme PRAKTISCH bewältigen muss, ist bei seinen grünen Mitgläubigen längst ein vom rechten Glauben Abgefallener.

        Die Leute haben es dann gespürt und spüren es immer noch, als die Dingen aus dem Ruder gelaufen sind: QUANTITATIV so sehr, dass sich viele vor allem in den Großstädten fragen, ob sie noch in Deutschland leben, MONETÄR, weil allmählich das Kostenbewußtsein in den Vordergrund rückt mit Fällen von Sozialbetrug und bezüglich der SICHERHEIT, weil ja nun auch der Letzte begreift, dass es ein Fehler war, viele Menschen aufzunehmen, die sich nicht identifizieren wollten oder konnten.

        Kurzum:

        ALLES kann funktionieren, selbst der größte Irrsinn – größer als die Zuwanderung –, wenn die AUSWIRKUNGEN nicht ins Gewicht fallen und die Sache nicht im öffentlichen Bewusstsein kippt.

        Stiftungen und die Medien nehmen Stimmungen auf und bestärken sie, sind aber nicht fürs Kippen zuständig.

        Bei der Zuwanderung ist sie gekippt, weil die QUANTITÄT und die AUSWIRKUNGEN nicht mehr beherrschbar sind.

        Spätestens die Landtagswahlen im Frühjahr 2016 mit den Sensationsgewinnen der AfD hat die Politik aufgerüttelt. Merkel hat das Ruder rumgeworfen.

        Und die Stimmung in der Bevölkerung ist klar, da die Zuwanderung mit den Kosten und mehr noch der inneren Sicherheit stark verzahnt ist.

        Das Problem ist jetzt:

        Kann die Politik die WEITERE Zuwanderung abwehren, wenn es Italien und Griechenland nicht können.

        Diese Frage hat nichts mehr mit irgendeiner Stiftung zu tun.

        Sie kann – Stand der Dinge – Maßstab für die Stabilität unserer Gesellschaft und für die Existenz der EU werden.

      • mg says:

        > Kurzum:
        >
        > ALLES kann funktionieren, selbst der größte Irrsinn – größer als die
        > Zuwanderung –, wenn die AUSWIRKUNGEN nicht ins Gewicht fallen
        > und die Sache nicht im öffentlichen Bewusstsein kippt.
        >
        > Stiftungen und die Medien nehmen Stimmungen auf und bestärken sie,
        > sind aber nicht fürs Kippen zuständig.

        Inzwischen bin ich zu der Ansicht gekommen, dass ich Ihre Kommentare viel zu selten lese, Herr Tischer.

    • Johannes says:

      ,Für mich stellt sich die Frage nach der Motivation. Was bewegt die Bertelsmann-Stiftung dazu, so einen Schwenk zu machen? Welche Kräfte wirken da im Hintergrund.‘

      Politische Kräfte wirken m.E. Im Hintergrund. Indirekt und subtil. Die Stiftung wird zu einem erheblichen Teil steuerfinanziert. Da reicht ein Telefonat unter gut vernetzten Freunden/ Bekannten.

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  2. Alexander says:

    Finis Europa, der Sammelband „finis Germania“ titelt zu kurz, denn die Entwicklung ist europaweit. Niemand kann Zustände wie in Schweden wollen und dennoch werden sie bewusst herbei geführt. Wissenschaftliche Tatsachen in Ökonomie, Physik (Energiewende) oder Soziologie interessieren die Kulturrevolutionäre von oben nicht. Notfalls werden Andersdenkende ökonomisch, mit Hilfe von Steuergeldern, zerstört. Luddismus als Perspektive, denn das erklärte Ziel scheint die kleinbäuerliche Erwerbsgemeinschaft zu sein (Zitat Bundestagsbewerberin der Grünen meines Wahlkreises). So gesehen importieren wir dringend benötigte Fachkräfte, denn die frei werdenden Autowerker brauchen zukünftig Anleitung in Ackerbau und Viehzucht?

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  3. Dietmar Tischer says:

    >„Ihre ideologische Agenda ist ein brachialer Vulgär-Modernismus. Gut und aus Gütersloh wissenschaftlich flankiert und finanzkräftig gefördert ist alles, was auf Globalisierung, Internationalisierung, Ökonomisierung und Digitalisierung hinausläuft>

    Ich glaube, dass es dies trifft.

    REFLEXION darüber, wohin das führt mit Chancen und Risiken fällt da unter den Tisch.

    Das dies mit „wissenschaftlich“ oder wissenschaftlichem Anstrich erledigt sei, kann man selbst akademisch ausgebildeten Menschen ohne Probleme verkaufen.

    „Wissenschaftlich“ ist die Religion unserer Zeit.

    So sehr, dass man keine Scheiterhaufen mehr braucht, um Zweifler am Sinn des Ganzen zu verbrennen.

    >Unter dem Deckmäntelchen des ‚zivilgesellschaftlichen‘Engagements soll die Gesellschaft weltanschaulich auf Linie gebracht werden>

    Die Gesellschaft ist ja schon auf Linie.

    Da es aber bröckelt, ist die Absicht, sie auf Linie zu halten.

    > Diese Verflechtung von Medienmacht, Einfluss auf Universitäten und Institute, politischer Protektion und persönlichen Verbindungen (…) erklärt auch, weshalb es kaum kritische Stimmen zum Gebaren der Gütersloher Stiftung gibt.“>

    Diese Verflechtung ist keine Verschwörung von Eliten, sondern sie spiegelt den GESAMTGESELLSCHAFTLICHEN KONSENS wider. Das ist daran zu erkennen, dass hier OFFENHEIT vorliegt und nichts im Geheimen geschieht.

    Es gibt kritische Stimmen.

    Cicero ist eine, Dr. Stelter eine andere.

    Dass beide nicht in BILD abgedruckt werden, ist verständlich, da es Außenseiter-Stimmen sind. Siehe oben.

    Nicht zu vergessen:

    H.-W. Sinn und das ifo-Institut hatten und haben immer noch großen bis überragenden Einfluss in der Medienlandschaft, speziell unter denen, die etwas kritischer sind.

    Fratzscher hat allerdings aufgeholt in der Medienlandschaft zumal m. E. n. Fuest nicht mit der Prägnanz in der Öffentlichkeit auftritt, die H.-W. Sinn auszeichnet.

    >Wissend um die schon erwähnten demografischen Entwicklungen, ist es mit Blick auf die Wohlstandssicherung in Deutschland hingegen sinnvoll, ja geradezu geboten, qualifizierte Einwanderer ins Land zu holen.“>

    Geboten ist auch, darüber zu reden, ob die Zuwanderung aus der EU ein Beitrag zur Wohlstandssicherung ist oder eine Belastung.

    Hier geht es um Kosten für uns, die zu bilanzieren sind, wenn wir über die Vor – und Nachteile der EU reden.

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  4. Michael Stöcker says:

    „Wissend um die schon erwähnten demografischen Entwicklungen, ist es mit Blick auf die Wohlstandssicherung in Deutschland hingegen sinnvoll, ja geradezu geboten, qualifizierte Einwanderer ins Land zu holen.“

    Auch die bräuchten wir nur sehr bedingt, wenn wir schon vor 20 Jahren damit begonnen hätten, unsere eigenen Kinder zu qualifizieren. Im Kontext chaotischer Migration entsteht allerdings ein Umfeld, in dem qualifizierte Einwanderer einen großen Bogen um Deutschland machen werden.

    Die vielen qualifizierten Lehrer und Erzieher finden wir auch nicht so schnell. Von daher: Integration der digitalen Bildung in den Unterricht. Es ist erschreckend, wie wenig hier in den letzten 20 Jahren passiert ist. Da ich selber von 1999 bis 2002 für das Kultusministerium in diesem Bereich tätig war, weiß ich um die vielen Defizite. Die D21 Initiative von IBM verlief seinerzeit nach wenigen Jahre im Sande, da sich der Freistaat Sachsen nicht in der Lage fühlte, die wenigen 100.000 Euro hierfür freizugeben. Auch dort war die schwarze Null das Maß aller Dinge. Hier kann man sehen, wie so etwas geht: http://www.sueddeutsche.de/bildung/nachhilfe-im-internet-erwachsene-muessen-draussen-bleiben-1.3598283. Und das bitte schön für alle Fächer in Kooperation mit den besten Lehrern, Schülern und Studenten.

    Aber leider gibt es hier nach über 20 Jahren noch einen weiteren Engpass: world wide wait in der Breitbandwüste Deutschland. Statt 4.0 leider immer noch 1.4.0.

    LG Michael Stöcker

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      Ist ja nicht falsch, was Sie sagen.

      Das tiefere Problem liegt aber in den FAMILIEN.

      Offensichtlich fehlt heute in zu vielen Familien das Bewusstsein, dass die SOZIALISIERUNG bei ihnen stattfinden muss.

      Mit Institutionen sind die Versäumnisse nicht mehr aufzuholen.

      Von der Krippe bis zur Uni: Das Erlernen reibungsloser Anpassung ist jedenfalls nicht mit Sozialisierung gleichzusetzen.

      Es ist ein FEHLER, die Problematik NUR an den In Institutionen festzumachen.

      Und es wird auch nicht besser, immer mehr auf die Institutionen zu setzen.

      Das ist kein Plädoyer gegen Institutionen, sondern eines dafür, zu überdenken, ob wir auf dem richtigen Weg sind, wenn wir immer nur auf die Institutionen setzen und nur von ihnen die Lösungen erwarten.

      Unterstützung von Familien kann meinem Verständnis nach nicht nur dazu dienen, dass Frauen problemloser arbeiten können.

      Das Thema „Vereinbarung von Beruf und Familie“ segelt m. A. n. unter falscher Flagge.

      Antworten
      • Michael Stöcker says:

        „Das tiefere Problem liegt aber in den FAMILIEN.

        Offensichtlich fehlt heute in zu vielen Familien das Bewusstsein, dass die SOZIALISIERUNG bei ihnen stattfinden muss.“

        So ist es, Herr Tischer. Die elementaren Basics werden in den ersten 3 Lebensjahren vermittelt. Insofern stimme ich vollkommen zu: „Mit Institutionen sind die Versäumnisse nicht mehr aufzuholen.“

        Allerdings können wir mit Hilfe von Institutionen eine sehr langfristige Einstellungs- und Verhaltensänderung bei den Eltern erzielen; ein langwieriger Prozess, der über mehrere Generationen Erfolge zeitigen kann.

        LG Michael Stöcker

      • Wolfgang Selig says:

        Hallo Herr Tischer,
        hier möchte ich Ihnen uneingeschränkt recht geben: das Problem liegt in den Familien. Institutionen sind nur eine Krücke zur Linderung der Probleme.

    • Andreas says:

      Grüß Gott,
      exakt!
      Deutschland braucht keine Einwanderung,man könnte immer noch eine Familie Förderung für Deutsche betreiben wenn man wollen würde!
      Man könnte z.B. einen Familie Gründungskredit auflegen und die Rückzahlung der Summer jeweils um 25 Prozent senken mit jedem Kind welches geboren wird…nach vier Kindern wären die Eltern schuldenfrei.

      Antworten
      • Michael Stöcker says:

        Besser keine direkten Prämien. Im Mittelpunkt sollte das Kindeswohl stehen und nicht der unmittelbare monetäre Anreiz. Von daher: Kostenlose Kitas, Schulen und Kulturgutscheine (Sport, Musik, Kunst) sowie professionelle Unterstützung für emotional schwache Eltern.

        LG Michael Stöcker

      • Matthias says:

        Die monetären Anreize müsste man aber gezielt einsetzen! Min. ein Elternteil muss einer regelmäßigen Arbeit nachgehen und die Familie darf nicht „verwahrlost“ sein. Es gibt ja Armutsfamilien, wo seit Generationen noch nie jemand gearbeitet hat, und Kinder aus solchen Familien braucht man nicht, da die Wahrscheinlichkeit, dass auch diese Kinder wieder verwahrlosen, sehr hoch ist.

        Wenn für Flüchtlinge riesige Summen vorhanden sind, pro Kopf mehrere hundertausen Euro für die nächsten 10 Jahre, dann könnte man auch locker 50000 oder 75000 Euro „Kopfprämie“ zahlen, für das dritte und vierte Kind. Was glaubt ihr wie viele Eltern da nochmal Kinder bekommen würden und wie stark sich das auf die Geburtenrate auswirken würde.

        Da wäre so viel möglich aber sie machen es nicht!

        @Michael Stöcker
        Seit dem in Polen das Kindergeld sehr stark erhöht wurde, gibt es dort einen Babyboom.
        http://www.thenews.pl/1/9/Artykul/298154,Poland-experiencing-baby-boom-report

      • U. Werninger says:

        M.E. sind direkte monetäre Anreize gänzlich zum Scheitern verurteilt, die Punkte von Ihnen, Mathias, treffen hier den Kern. Unterstützung und Subventionierung zur Kindsentwicklung wie freie Mahlzeiten und Getränke in Kita und Schule würden ggfs. zusätzlich einen positiven Effekt auf die Gesundheitsausgaben haben.

        Kinder sollten nur von Eltern in die Welt gesetzt werden „dürfen“, zumindest als Zielbild eines zukunftsgerichteten Staates, sofern die Ausgaben von diesen selbst verdient werden.

        Wie man mit Kinder von Bildungsfernen Schichten zum Steuerzahler heranwachsen lässt, kann ich leider nicht sagen. Wenn ich jedoch die Kinderanzahl von Migranten im täglichen Leben sehe, weiß ich dass direkte monetäre Unterstützung, eine Entwicklung in die falsche Richtung unterstützen.

        Der Punkt von Herrn Stöcker „Allerdings können wir mit Hilfe von Institutionen eine sehr langfristige Einstellungs- und Verhaltensänderung bei den Eltern erzielen; ein langwieriger Prozess, der über mehrere Generationen Erfolge zeitigen kann.“ finde ich gut, da Unterstützung m.E. inbesondere in Bezug auf Sozialisation zwingend not tut -in allen Gesellschaftsschichten-, wenngleich ich mir keine direkten Inhalte vorstellen kann, die vermittelt werden sollen.

        Zum Eingangskommentar von Herrn Stöcker: „qualifizierte Einwanderer einen großen Bogen um Deutschland machen werden“. Im Bekanntenkreis wurde der Satz bereits mehrfach bestätigt, daher ohne das „werden“, und in die andere Richtung „aus DE heraus“ noch unterstrichen (letzten sechs Monate: 2 + 2 Kinder nach US, 1 nach Australien, 2 + Kind nach Taiwan).

  5. S.B. says:

    Ziel des Kulturmarxismus ist die weltweite Gleichmacherei. Dafür braucht man die „offene Gesellschaft“, welche die Qualität der Zuwanderung nicht hinterfragt, da ja jeder Mensch „gleich“ ist.

    In welche Richtung die Gleichmacherei für Staaten, die derzeit einen hohen Lebensstandard haben gehen wird, zeigt die Qualität der Zuwanderung: abwärts.

    Das ist so gewollt, denn die Gleichmacherei nach oben ist unmöglich.

    Antworten
  6. U. Werninger says:

    Guten Abend, welche Stellschrauben für den Nachwuchs sollte man noch stellen?

    Die Wichtigkeit der 3 ersten Jahre wurden aufgezeigt.

    Vor dem Hintergrund des unvermeidbaren wirtschaftlichen Abstiegs von DE, wird dies sicher von Jahr zu Jahr schwerer,aber irgendwann steht jeder auf den eigenen Beinen. Der Konkurenzkampf der Eltern für die Kleinen, in Bezug auf Bildung, wird sicher stark und teuer. Die US zeigen hier die Richtung.

    Das mich schon jetzt die täglich Sorgen um meine Familie plagen, obwohl unser Kleiner noch nicht mal Zwei ist, ist sicher normal und in jeder Generation so gewesen.

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      Ich bin in diesen Fragen nun wirklich kein Experte, glaube aber, dass wir uns in einem fatalen, kaum umkehrbaren Mechanismus befinden:

      Gut ausgebildete Frauen wollen sich beruflich verwirklichen und sie müssen es zunehmend auch, wenn die Einkommenssituation des Mannes prekärer wird (Arbeitsplatzsicherheit, stagnierendes Einkommen bei steigenden Lebenshaltungskosten insbesondere durch höhere Mieten etc. etc.)

      Das Angebot für qualifizierte Frauen wird zunehmen, so dass der Anreiz zu arbeiten hoch sein wird, insbesondere auch dadurch, dass die Bezahlung sich nach und nach der der Männer angleicht.

      Was wird da aus den Kindern?

      Option 1: keine haben

      Das ist die individuell billigste Lösung

      Option 2: Familiäre Betreuung wie z. B. traditionell durch die Großeltern

      Das ist kaum noch möglich in unserer Gesellschaft.

      Option 3: Kinder in den Institutionen abgeben

      Darauf läuft es in breiter Front hinaus.

      Nach Lage der Dinge kann das nur zu Mittelmaß führen.

      Das wäre schon etwas, wenn damit die Befähigung und die Impulse für eine konstruktive Lebensbewältigung unter nicht vorhersehbaren, vermutlich wechselnden Bedingungen geschaffen würden.

      GENAU dies wird m. A. n. aber in hinreichendem Maß nicht geschehen:

      Die ERFAHRUNG der jungen Jahre, dass ANDERE ganz wesentlich für mich und mein Wohlergehen zuständig sind – andere als die eigene Familie, die begrenzte Möglichkeiten sehr konkret und anschaulich vermitteln kann –, denen die Mittel und Möglichkeiten ZUGEILT werden, wird prägend sein:

      Erst einmal von anderen FORDERN, dann erst einmal sehen, mit welchen Anstrengungen ich mir welche Möglichkeiten schaffen kann.

      Bestes Beispiel für die damit vorherrschende Einstellung:

      Ausbildung und Bildung werden nicht als INVESTITION für das Ich begriffen, was selbstverständlich Konsumverzicht bedeutet, sondern als Finanzierungsaufgabe, für die andere zuständig sind.

      Ich sehe nicht, wie wir – der Mainstream – dem entkommen können.

      Umverteilung löst dieses Problem nicht.

      Umverteiler sehen natürlich auch nicht das Problem, was aus meiner Sicht wiederum das PROBLEM

      Antworten

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