Organische Land­wirtschaft be­deutet weniger Mengen

Der Economist blickt auf den Düngemittelmarkt, wo die Preise massiv gestiegen sind als Folge der höheren Energiekosten und der Sanktionen bzw. Exporteinschränkungen. Dabei wirft das Blatt auch die Frage auf, ob es nicht ohne Dünger ginge, also “organisch”:

  • “Modern farming techniques such as soil spectroscopy can accurately measure the nutrient levels in soil, allowing for more targeted use of fertilisers. But the technology required is expensive, so is unlikely to help farmers in poor countries. A lower-tech approach would be to use less-intensive farming methods which maintain soil quality, such as crop rotation, tillage that leaves old crop residue behind or ‘agroforestry’–. But these methods take time, effort and foresight, and are neither as quick nor effective as modern fertilisers. Sri Lanka shows the difficulty of farming without agrichemicals. In 2021 the government rushed through a complete ban on fertiliser imports as part of a push to become the world’s first fully organic producer of food. Farmers warned of crop losses, food prices spiked and the president declared a state of emergency. (…) For now, there is no easy alternative to fertiliser if the world is to maintain food production at anything like its current levels.” – bto: Übersetzt bedeutet dies, dass man gerade in Zeiten des Mangels mit diesen Experimenten sehr vorsichtig sein sollte.

Bjorn Lomborg macht in THE WALL STREET JOURNAL einen ähnlichen Punkt. Seine Kernaussagen:

  • Die ökologische Landwirtschaft ist ineffektiv, hungert nach Land und ist sehr teuer, und sie würde Milliarden hungern lassen, wenn sie weltweit angenommen würde. (…) Die Europäische Union hat letztes Jahr darauf gedrängt, dass ihre Mitglieder den ökologischen Landbau bis 2030 ungefähr verdreifachen. Im Westen sind viele Verbraucher überzeugt: Rund die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland glaubt, dass der Bio-Anbau den Welthunger bekämpfen kann.” – bto: Ich weiß nicht, woher er diese Zahl hat. Stimmt sie, kann man das nur als weiteres Beispiel dafür nehmen, wie bei uns Ideologie und Desinformation ein ehemaliges Land der Ingenieure erobert haben. Denn dieser Glaube ist objektiv Quatsch.
  • Da sich die ökologische Landwirtschaft vielen wissenschaftlichen Fortschritten entzieht, die es den Landwirten ermöglicht haben, die Ernteerträge zu steigern, ist sie von Natur aus weniger effizient als die konventionelle LandwirtschaftDie Forschung hat eindeutig gezeigt, dass der ökologische Landbau pro Hektar weniger Nahrung produziert als der konventionelle Landbau. Berücksichtigt man dies und die geringere Produktion auf einem bestimmten Feld, produziert der ökologische Landbau zwischen 29 % und 44 % weniger Lebensmittel als herkömmliche Methoden. Daher benötigt sie bis zu 78 % mehr Land als die konventionelle Landwirtschaft, und die produzierten Lebensmittel kosten 50 % mehr – und das alles ohne messbare Verbesserung der menschlichen Gesundheit oder des Tierschutzes.” – bto: Ich bin sicher, es gibt andere, positivere Zahlen. Dennoch ist es interessant, dass wir in geringerer Produktion die Lösung für zu wenig Menge sehen.
  • “Nirgendwo ist diese Tragödie offensichtlicher als in Sri Lanka, wo die Einführung von Bio-Produkten katastrophal war. (…) Der Verzicht auf Dünger ließ die Reisproduktion in den ersten sechs Monaten nach der Umstellung auf ökologischen Landbau um 20 % sinken. Letzten Winter prognostizierten die Bauern, dass die Teeerträge um bis zu 40 % sinken könnten. (…) Die Kosten für Gemüse verfünffachten sich. Proteste zwangen Sri Lanka schließlich dazu, seinen Bio-Streifzug im vergangenen Winter größtenteils aufzugeben, zu spät, um einen Großteil der diesjährigen Ernte zu retten.” – bto: Nun hat Sri Lanka unstrittig noch weitere Probleme, aber es ist eben fatal, diesen Weg zu gehen.
  • “Der ökologische Landbau lehnt synthetischen Stickstoffdünger ab, aber es gibt derzeit bei weitem nicht genug organischen Stickstoff, um die Welt zu ernähren. Es stellt sich heraus, dass synthetischer Stickstoff direkt für die Ernährung von vier Milliarden Menschen verantwortlich ist, mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung.” – bto: auch weil die Kreislaufwirtschaft nicht funktioniert und wir menschliche Ausscheidungen zu einem guten Teil nicht zum Düngen verwenden.
  • “Jeder Anstieg der Lebensmittelpreise um 1 % stürzt weitere 10 Millionen Menschen in die globale Armut. Sich für globale Bio-Produkte einzusetzen, bedeutet implizit, dass Milliarden Menschen auf Lebensmittel verzichten sollten.” – bto: Das kann man sich bei vollen Regalen gut wünschen.
  • Fast ein Drittel des globalen Kaliums, ein kaliumreiches Produkt, das für das Pflanzenwachstum von entscheidender Bedeutung ist, stammt aus Russland und Weißrussland (…) Russland produziert auch 8 % des weltweiten Stickstoffs, dessen Preis sich in den zwei Jahren vor der Invasion bereits mehr als verdreifacht hatte.” – bto: was die strategische Position erklärt, in der sich Russland befindet.
  • Gentechnik, bessere Schädlingsbekämpfung und mehr Bewässerung würden einen großen Beitrag zur Ertragssteigerung leistenDie Steigerung der Produktion von Kunstdünger sowie die Überlegung, Regulierungen aufzuheben, die den Einsatz fossiler Brennstoffe verteuern, werden ebenfalls hilfreich sein. Diese einfachen, vernünftigen Ansätze können Preiserhöhungen eindämmen, Hunger vermeiden und sogar der Umwelt helfen.”

economist.com (Anmeldung erforderlich): „Why fertiliser prices are soaring“, 31. Mai 2022

wsj.com (Anmeldung erforderlich): „Ukraine Crisis Reveals the Folly of Organic Farming“, 6. Mai 2022

Kommentare (25) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. weico
    weico sagte:

    @Susanne Finke-Röpke

    “Inzwischen stehen wir aber bei knapp 8 Milliarden Erdenbürgern mit immer noch wachsender Tendenz. Wenn man alles auf Bio umstellen will, muss man schrittweise vor allem die Bevölkerungszahl senken oder radikal die letzten Naturparadiese urbar machen, z.B. die Regenwälder”

    Richtig.

    Und die vielen Erdenbürger werden MEHR und wollen/werden MEHR konsumieren.

    Nur schon der GEWALTIGE Anstieg des Fleischkonsum der Chinesen zeigt auf , wie sich die steigende Entwicklung eines Landes auswirkt…trotz der “Demografieprobleme”

    Es kommen noch ganz viele neue KONSUMENTEN dazu…

    https://www.br.de/wissen/weltbevoelkerung-entwicklung-menschen-erde-historisch-prognose-2050-2100-100~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg

    Antworten
  2. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    Irgendwie wird nirgendwo ganzheitlich argumentiert – meist scheint es mir auf eine vorher verfestigte Meinung hinauszulaufen. Ich hab auch kein Gesamtbild, maße mir aber auch kein Urteil an. Nur ein paar Gedanken.

    a) Bei mir um die Ecke sehe ich am Feld, ob konventionell oder biologisch gearbeitet wird – am Unkraut bzw. Verunreinigungen durch Vorjahresernten auf dem Feld. Dünger/die Art des Düngers scheint mir nur ein Aspekt in der Unterscheidung zu sein.

    a1) Auch organischer Dünger kann sehr unangenehme Umweltauswirkungen haben. Deshalb darf Gülle nur in bestimmten Mengen und zu bestimmten Zeiten auf die Felder gebracht werden.

    b) Wenn dauerhaft konventionell produziert wird, laugen die Böden aus. Das kann man eine Weile machen und Nährstoffe zusetzen, irgendwann ist der Boden aber platt und eine Regenerierung fällig. Dann ist die Fläche vorerst gar nicht mehr nutzbar. Nicht umsonst gibt es ja immer noch Fruchtfolgen und gab es früher die Vierfelderwirtschaft – eine im Allgemeinen unwirtschaftlichere Art des Landbaus.

    c) Klimawandel wurde in den Kommentaren schon angesprochen. Auf der einen Seite haben wir Verwüstungen, auf der anderen zunehmend eisfreie und damit nutzbare Regionen. Wie gut die einen die anderen Böden ersetzen können – 🤷‍♀️

    c1) Wenn der Golfstrom tatsächlich stoppt, soll es bei uns ja deutlich kälter werden. Ob auch regnerischer weiß ich nicht. Das dürfte aber mit Sicherheit Einfluss auf die zu erwartenden Erntemengen in ganz Europa haben.

    Ließe sich vemutlich beliebig fortsetzen.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Stoertebekker

      “Ließe sich vemutlich beliebig fortsetzen.”

      Klar.

      Ist halt wie das Klimarettungsthema ein typisches “man müsste”-Thema und damit völlig Sinnfern aller REALITÄT.

      Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Stoertebekker

      “Irgendwie wird nirgendwo ganzheitlich argumentiert – meist scheint es mir auf eine vorher verfestigte Meinung hinauszulaufen.”

      So hat öffentlich politischer Meinungsstreit immer schon funktioniert – außer natürlich in damals der DDR, da gab es nur eine richtige Meinung, die sich verfestigen durfte, nämlich die von der SED. ;)

      Für eine “ganzheitliche Argumentation” dürfte bei diesem Thema auch die Zeichenbegrenzung der Kommentare hier zu knapp sein, da ist es doch klar, dass jeder Beitrag sich irgendeinen Teilaspekt herauspickt.

      Ich hab aber auch noch einen “ganzheitlichen Gedanken” zum Thema, der die heutzutage grün lackierten Malthusianer in Schnappatmung versetzen dürfte:

      d) 70% der Erdoberfläche werden aktuell kaum für die Produktion von Lebensmitteln genutzt – das sind nämlich Meere und Ozeane. Das einzige, was die Menschen dort machen, ist zufällig Fische zu fangen, wenn welche vorbei schwimmen, oder mit schwimmenden Fischfabriken “Jagd” auf die existierenden Fischschwärme zu machen. Die Ozeanoberfläche ist über 7-mal so groß wie die Summe aller landwirtschaftlich genutzten Landflächen auf der Erde.

      Wenn wir tatsächlich intensiv Aquafarming betreiben und weiterentwickeln würden, könnten wir die Gesamt-Lebensmittelproduktion dieses Planeten auf völlig ungeahnte Höhen treiben.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Mal abgesehen von Ihrem „Wenn wir tatsächlich intensiv … würden“, das aller Erfahrung nach Wunschdenken ist (weiter untern geschenkt mit “optimierter Nahrungsmittelproduktion” auf Basis von Innovation und Kooperation), haben Sie nicht begriffen, um was es bei der modernisierten These von Malthus geht, wenn Sie jemanden – wen auch immer – NUR mit der Lebensmittelproduktion in Schnappatmung versetzen wollen.

        Es geht darum, ob es IRGENDWANN so viele Menschen geben wird, dass sie TROTZ OPTIMIERTER Nahrungsmittelproduktion NICHT mehr ernährt werden können und sich DESHALB – und aus keinem anderen Grund – zumindest eine Zeitlang nicht mehr fortpflanzen werden wie zuvor.

        Diese Situation hängt demnach AUCH von der Fortpflanzung der Menschen ab und NICHT nur von der Nahrungsmittelproduktion.

        Auch wenn auf dem Mond Nahrungsmittel oder Vorprodukte für die Nahrungsmittel produzieren würden – optimiert selbstverständlich -, könnte es sein, dass es so viele Menschen gäbe, dass sie nicht mehr ernährt werden können.

        NUR über die Nahrungsmittelproduktion zu diskutieren, ist zwar unter verschiedensten Gesichtspunkten wichtig, besagt aber ALLEIN nichts über die erweiterte These von Malthus.

        Sehr, aber nicht allein entscheidend wird sein, wie sich die Gesamtfertilitätsrate (Welt) entwickelt.

        Sie entwickelt sich ZUR ZEIT in Richtung REPRODUKTION.

        Niemand weiß, wie SCHNELL dies erfolgt, und ob es ANHALTEND ist.

        WEIL auf die Entwicklung VIELE Variablen wirken, die mehr oder weniger voneinander abhängen und deren Abhängigkeit sich im Zeitverlauf ÄNDERT, sind GANZHEITLICHE
        Argumentationen NICHT möglich.

        Wer sie FORDERT oder IRGENDWELCHE Diskussionen damit disqualifiziert, dass sie nicht ganzheitlich seien, hat die GRUNDPROBLEMATIK nicht verstanden.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Mal abgesehen von Ihrem „Wenn wir tatsächlich intensiv … würden“, das aller Erfahrung nach Wunschdenken ist (weiter untern geschenkt mit “optimierter Nahrungsmittelproduktion” auf Basis von Innovation und Kooperation)”

        Was Sie da als “Wunschdenken” abkanzeln, hat in den letzten 200 Jahren allerdings zu ganz erstaunlichen Erfolgen bei der Steigerung der auf der Erde produzierten Mengen an Nahrungsmitteln geführt, finden Sie nicht?

        “Auch wenn auf dem Mond Nahrungsmittel oder Vorprodukte für die Nahrungsmittel produzieren würden – optimiert selbstverständlich -, könnte es sein, dass es so viele Menschen gäbe, dass sie nicht mehr ernährt werden können.”

        Ja, sicher, das “könnte sein”. Wenn Sie die Malthus-These so schwach formulieren und dabei auch noch so ein extrem hohes Technologieniveau unterstellen, dann frage ich mich, wo Sie mit dieser Diskussion eigentlich hinwollen.

        Wissen Sie, was tatsächlich passieren würde, falls der Mond (!) mit Lebensmittelproduktionsanlagen zugebaut wäre und die Nahrung nicht für die dann existierende Anzahl Menschen reichen würde? Dann würden wir höchstwahrscheinlich damit anfangen, auf dem Mars oder auf den Jupitermonden Gewächshäuser zu bauen…

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Was Sie da als “Wunschdenken” abkanzeln, hat in den letzten 200 Jahren allerdings zu ganz erstaunlichen Erfolgen bei der Steigerung der auf der Erde produzierten Mengen an Nahrungsmitteln geführt, finden Sie nicht?>

        Ich kanzle nichts ab, sondern verweise lediglich darauf, dass die Empirie der Vergangenheit dagegenspricht, dass ein GLOBALES Optimum nur für die Nahrungsgewinnung in den Meeren auch nur näherungsweise möglich sein wird. Es ist daher Wunschdenken. Ich habe Ihnen jedoch zugestanden, dass ich für die Argumentation mit Ihnen dieses Optimum als einen realisierbaren Sachverhalt akzeptiere. Ich schließe auch nicht aus, dass wir ihn überhaupt nicht erreichen müssen.

        Ich finde auch, dass es erstaunliche Erfolge bei der Steigerung der auf der Erde produzierten Mengen an Nahrungsmitteln gegeben hat. Ich suche jetzt nicht nach den Zahlen, sondern nehme einmal an, dass sich die Produktion pro Jahr in den letzten 200 Jahren MEHR als VERSIEBENFACHT hat. Und dies sicher auch mit einer Anzahl von in der Nahrungsmittelproduktion tätigen Menschen, die stetig ABGENOMMEN hat mit Bezug zur Gesamtzahl der Menschen – jedenfalls in den Ländern, in denen die industrielle Revolution auch in der Nahrungsmittelproduktion zum Tragen kam.

        Damit – so jedenfalls die Annahme zu Ihren Gunsten – liegt die Nahrungsmittelproduktion ÜBER dem Bevölkerungswachstum im gleichen Zeitraum.

        Was das betrifft, hier zu den Daten:

        https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/globalisierung/52699/bevoelkerungsentwicklung/ – :~:text=Im%20Jahr%201800%20lebten%20bereits,rund%2083%20Millionen%20Menschen%20zu.

        Daraus:

        >Den größten Teil der Menschheitsgeschichte hat sich die Bevölkerungszahl nur langsam verändert – noch vor 500 Jahren lebten lediglich 500 Millionen Menschen auf der Welt. Erst seit Mitte des 17. Jahrhunderts hat ein massives Bevölkerungswachstum eingesetzt. Im Jahr 1800 lebten bereits eine Milliarde Menschen auf der Welt und gut 200 Jahre später waren es sieben Milliarden.>

        DIESEN ebenfalls “erstaunlichen Erfolg” blenden Sie aus, diskutieren aber zu Gesamtheitlich.

        Was heißt das – Nahrungsmittelproduktion UND Bevölkerungswachstum – dem Ergebnis nach für die ZUKUNFT?

        Wir wissen es NICHT, können KEINE PROGNOSE abgeben.

        Es ist jedenfalls WUNSCHDENKEN zu glauben, dass die Nahrungsmittelproduktion selbst dann, wenn sich sehr viel POSITIVES zu ihren Gunsten entwickelt (mehr Anbauflächen, widerstandsfähigere Pflanzen, höhere Produktivität bei der Bewirtschaftung etc., etc.) und – ebenfalls positiv zu werten – verbrauchswirksam günstigere Ernährungsgewohnheiten IMMER genügen WERDEN, die ANZAHL der Menschen zu ernähren, die ernährt werden WOLLEN.

        Daraus sind keine fatalistischen Schlussfolgerungen zu ziehen.

        Es kann aber auch nicht sein, dass die UNGEWISSHEIT dazu missbraucht wird, eindeutig EINSEITIGE Maßnahmen als „Lösung“ hochzustilisieren.

        Es geht vielmehr darum, auf globaler Basis aus den faktischen MÖGLICHKEITEN, das erkennbar BESTE für einen hoffentlich weitreichenden KONSENS der Zielerreichung zu realisieren.

        Und dies IMMER WIEDER.

      • jobi
        jobi sagte:

        Aquafarming – ein interessantes Thema, auch ohne den Anspruch, damit das Welternährungsproblem lösen zu wollen.

        Ein wirtschaftlicher Betrieb erfordert
        eine gute Logistik und viel biologisches Wissen, das inzwischen aber vorhanden ist.
        Und es funktioniert nicht nur in den Gewässern des Nordatlantiks sondern auch mit Aquakulturen z.B. in der Schweiz.
        Fisch ist ein hochwertiger Eiweißlieferant und vor allem ein guter Futterverwerter:
        So erfordert die Produktion von Schweinefleisch die c.a. 5-fache Futtermenge, bei Rindfleisch ist das Verhältnis noch ungünstiger.

        Sowohl ökologische als auch ökonomische Gründe sprechen also dafür, dem Fisch einen größeren Stellenwert in unserer Ernährung einzuräumen.

        Disclaimer: Der Autor besitzt Anteile von Mowi ASA und Bakkafrost 😉

    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @stoertebekker “Irgendwie wird nirgendwo ganzheitlich argumentiert”. Richtig. Es ist im Vergleich zum Herumposaunen von Postulaten sehr mühsam: das “ganzheitliche” Argumentieren. Außerdem bedarf es mind. einer qualifizierten Methode, um es zu können. Es ist nicht soo kompliziert. Das können sogar Schulkinder, wenn man sie anleitet und vom Dampfplaudern freihält.

      Per Überschrift wird eine Steilvorlage zum üblichen politisch motivierten, sinnfreien Phantasieren in die Welt gesetzt [“Organische Land­wirtschaft be­deutet weniger Mengen” mit “ohne Dünger (…), also “organisch”]. Dabei ist die Aussage der Überschrift gar nicht falsch. Rd. 250ml weniger Einsatz von Erdöl u/o Erdgas zum Produzieren von 1.000 ml Kuhmilch, kann doch kein Fehler sein.

      “Ohne” Dünger = “organisch” ist selbstverständlich vollkommener Quatsch, den nur englische Kunstrasenliebhaber in die Welt setzen können. “Anderer” Dünger wäre richtig. Ob das gleichzeitig weniger Ertrag bedeutet, hängt sehr von der Professionalität der Landwirte ab. Wenig professionell ist es, irgendeinem dahergelaufenen Phosphat/Kali/Chemievertreter auf den Leim zu gehen und jahrelang den Boden mit seinen “Produkten” so verseuchen, dass nicht mehr als eine ausgemergelte Bodenruine übrig bleibt, auf der nur mit “noch mehr” von dem Zeug gewirtschaftet werden kann.

      Antworten
  3. Namor
    Namor sagte:

    “Lustig in die Welt hinein
    Gegen Wind und Wetter!
    Will kein Gott auf Erden sein,
    Sind wir selber Götter.”

    So ist es. Für Götter sind die Menschen nur Figuren, Zellhaufen. Die Geschichte zeigt was möglich war/sein wird. Nicht nur ÖR ist woke, schon Krafft-Ebing schrieb die interessanten Teile seiner Psychopathia in Latein. Wir wurden eingellult, entmannt zw Greta und Mutti. Ich muss mit dem Schlimmsten rechnen.

    Es ehrt bto, wiederholt auf die Nahrungssituation hinzuweisen.

    Antworten
  4. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    M. A. n. sind vor allem drei VONEINANDER abhängige Entwicklungen maßgebend:

    a) die Entwicklung der Weltbevölkerung

    Sie wächst langsamer, in vielen Regionen nähert sich die Fertilität der Reproduktionsrate, Afrika ist der Treiber mit hohen Geburtenraten

    b) die Nahrungsmittelproduktion
    Sie wird zunehmen durch Erweiterung der Anbauflächen, Düngemittel gewinnen an Bedeutung, auch Gentechnik wird wichtiger

    c) der Klimawandel

    Geschwindigkeit, mit der sich die Erderwärmung erhöht
    Abhängigkeiten:

    WACHSENDE Weltbevölkerung → wachsende Nahrungsmittelproduktion → schnellerer Klimawandel (schnellere Erderwärmung durch mehr Energieproduktion auch mit konventionellen Energieträgern für wachsende industrielle Güterproduktion)

    WACHSENDE Nahrungsmittelproduktion → wachsende Bevölkerung → schnellerer Klimawandel (schnellere Erderwärmung …)

    SCHNELLERE Erderwärmung → geringere Nahrungsmitteproduktion → geringer wachsende, später abnehmende Bevölkerung

    Die Entwicklung läuft auf eine schnellere Erderwärmung hinaus, auch bedingt durch die zunächst weiter wachsende Nahrungsmittelproduktion, später jedoch begrenzt und irgendwann abnehmend durch Dürren etc. aufgrund eines höheren Temperaturniveaus durch schnellere Erderwärmung

    Mein Verständnis daraus:

    TREND weitgehend klar, aber TATSÄCHLICHER Verlauf nicht einschätzbar.

    ALLE ergriffenen Maßnahmen sind TRENDUNABHÄNGIG, aber VERLAUFSRELEVANT.

    Antworten
    • @foxxly
      @foxxly sagte:

      @ tischer
      ..vielleicht kommt aber ihre mehrproduktion an die grenze der trinkwasser-verfügbarkeit?
      verschärft durch die irrrsinnige batterieproduktion von zb tesler in brandenburg.

      nicht nur der bedarf an “nicht verseuchten ” wasser bei der nahrung sondern auch noch die riveralität durch die e-mobilität.
      ein zusätzlicher wettkampf der reicheren teslafahrer (e-autos allgemein) gegen bezahlbare lebensmittel.

      Antworten
  5. Lele Castello
    Lele Castello sagte:

    Ihr wollt eure Ernte steigern? Ihr braucht Dünger? Dawei – hmm unfriendly Nations. Ihr öffnet 2 Accounts bei Gazprombank. Einen für Euro/USD und einen Rubel Account. Ihr zahlt was ihr da habt in den einen Account Gazbank tauscht über Forex oder Moex in Rubel und dann könnt ihr kaufen. Easy.

    Antworten
  6. Gnomae
    Gnomae sagte:

    Es gibt zwei grundsätzliche Probleme bei der organischen Landwirtschaft:

    – Eine Gruppe von Millionären und Milliardären, deren Versorgung ohnehin absolut gesichert ist, finden diese Idee toll und wollen die ganze Welt damit beglücken. Das fällt unter Meinungsfreiheit.

    – Eine weitere Gruppe von Ideologen und Politikern kann weder rechnen (fehlende MINT-Kenntnisse) noch versteht sie grundlegende biologische Dinge.

    Ich behaupte einmal, dass es einen Kunstdünger überhaupt nicht gibt. Die Elemente des Kunstdüngers sind chemische Elemente und damit natürlich. Es verbleibt lediglich die Frage der Menge / Hektar, so dass eine Überdüngung vermieden wird.

    Die Frage der genetisch veränderten / verbesserten Nahrungsmittel wird ideologisch behandelt. Eine nicht nachvollziehbare Angst. Wenn man rohen Fisch ist, wird man kein Fisch. Daraus folgt grundsätzlich, dass andere Gene nicht schädlich für den Menschen sind.

    Was zu kritisieren ist, dass riesige Flächen entstehen, ohne die natürlichen Zwischenräume und Grenzen für Niederwild und Vögel. Dies ist aber eine Organisationsfrage.

    Ich bin der Meinung des WSJ:

    Im Grunde genommen ist die weltweite Agrarfläche nicht wirtschaftlich optimal genutzt. Am Beispiel Afrika kann man gut ermessen, dass das Potential dieses riesigen Landes nicht richtig genutzt wird.

    Bevor man ideologisch jammert, sollte eigentlich eine Studie erstellt werden, die ein Nutzungspotential für die Landwirtschaft weltweit evaluiert, einschließlich Obst- und Gartenbau und ein Vorschlag der UN, wie das Problem der politischen Organisation in Afrika gelöst wird.

    Der Selbstversorger ist ein Idyll, Idealbild, das für einzelne, wenige in Frage kommt, löst aber weltweit kein Problem bei tendenziell steigender Bevölkerung.

    Antworten
  7. Felix
    Felix sagte:

    @ SFR

    Sie lassen in letzter Zeit ein paar Dinger los. Ich bekomme das Gefühl, dass ein Termin beim Exorzisten angezeigt sein könnte. In Rom gibt es wieder welche.

    Meine Haustiere sind Familienmitglieder. Wer meinen Haustieren ihr Futter abspricht, kündigt also einen Mordversuch an einem Familienmitglied an. Ich werde darauf entsprechend reagieren.

    Antworten
  8. Tom96
    Tom96 sagte:

    Ihr hier alle wollt Euch mit Ernährung und Naturverträglichkeit beschäftigen ?
    Dann gibt es nur eins :
    Rausgehen in die Landschaft zuhause, Gartenanbau, Kräutergarten, Bauernhöfe suchen gründen und mit den Menschen Kontakt pflegen, Märkte zum Kaufen und Verkaufen für die traditionellen Jahrhunderte erprobten Lebensmittel, Sorten, Kulturen eröffnen …
    Denn die Scheinwelt schrumpft zusammen Involution (Dank an Herrn Schwarting!), Implosion (wie bei der Fernsehröhre früher), Immission der Wirklichkeit über die Sinne ins Gehirn und das zukünftige Handeln durch erproben in Praxis durch Versuch und Scheitern und
    “immer wieder aufstehen” ansonsten Altenteiler bzw. Käfighaltung und Abdeckerei
    https://youtu.be/C0dVE6CWeQk

    Antworten
  9. @foxxly
    @foxxly sagte:

    …… nicht nur, dass mit öko weniger produziert wird – der ökolandwirt liegt mit dieser bewirtschaftsweise im zielkonflikt:
    er hat weniger ernte-ertrag und benötigt daher höhere preise.
    höhere lebensmittelpreise können sich immer weniger menschen leisten.

    selbst die aktuelle lage mit der teuererung, – (ist erst der anfang) hat der konsument zu relativ günstigeren lebensmittel gegriffen.
    systemisch kommt hinzu, dass durch das schuldgeldsystem die masse verarmt und sich bio nicht leisten können.
    dies ist leider kontrproduktiv im sinne des bio-anbaues und -wirtschaftens.

    die dabei immer weniger werdenden kunden, kaufen und esssen nicht soviel, dass der bio-landwirt davon leben kann.

    schlechte zeiten für die bio-produktion und -markt!

    gut gemeint ist noch lange nicht gut gelost!

    Antworten
  10. Susanne Finke-Röpke
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    Die Ökologen hätten grundsätzlich schon recht, wenn sich die Weltbevölkerung noch auf dem Stand zu Beginn des 19. Jahrhunderts befinden würde, also bei rund 1 Milliarde Menschen. Tut sie aber nicht. Schon der anschließende Guano-Abbau war nicht wirklich nachhaltig. Seit Erfindung des Haber-Bosch-Verfahrens vor gut 110 Jahren ist die Ammoniakproduktion, im Wesentlichen also die Kunstdüngerproduktion, ständig gestiegen und erreicht heute ca. 120 Millionen Tonnen pro Jahr. Das kann man nur langsam abschmelzen, wenn die Nahrungsmittelnachfrage sinkt bzw. die Angebotsfläche steigt; die Alternative sind Hungeraufstände wie in Sri Lanka.

    Inzwischen stehen wir aber bei knapp 8 Milliarden Erdenbürgern mit immer noch wachsender Tendenz. Wenn man alles auf Bio umstellen will, muss man schrittweise vor allem die Bevölkerungszahl senken oder radikal die letzten Naturparadiese urbar machen, z.B. die Regenwälder. Gleichzeitig natürlich die oben vorgeschlagenen Ansätze realisieren, aber auch überlegen, ob wir soviel Anbauflächen für Tierfutter, Tabak, Wein, Gartenzierpflanzen, Destillatpflanzen und illegale Suchtpflanzen wie Cannabis, Coca, Mohn, etc. verschwenden wollen.

    Tja, und dann wird der typische deutsche Eigenheimbesitzer wie vor 150 Jahren eventuell auf einen Hund zum reinen Vergnügen wieder verzichten müssen (ich rede nicht von Hütehunden/Blindenhunden/Polizeihunden, etc.) und stattdessen wieder ein paar Hühner in seinem Garten halten, die die Abfälle verzehren, die jetzt noch in der Biotonne landen. Davon wollen die meisten noch nichts hören.

    Sonst können wir uns irgendwann alle mal wieder mit Malthus beschäftigen, der schon komplett wiederlegt schien:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Malthusianische_Katastrophe

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      “Schon der anschließende Guano-Abbau war nicht wirklich nachhaltig.”

      Wissen Sie, was Guano eigentlich ist und wie er entsteht? Nachhaltiger gehts gar nicht…

      Das einzige Problem sind die Mengen, die wir brauchen in Relation zu der Menge, die jedes Jahr von diesem nachhaltigen Super-Öko-Dünger neu entstehen.

      “auch überlegen, ob wir soviel Anbauflächen für Tierfutter, Tabak, Wein, Gartenzierpflanzen, Destillatpflanzen und illegale Suchtpflanzen wie Cannabis, Coca, Mohn, etc. verschwenden wollen”

      Na die Position der Klima- und Ökotaliban hier in Deutschland ist doch ganz stringent und klar: Tierfutter extrem unökologisch und muss weg, Zigarettentabak ist auch schlecht, aber für das gesunde und wertvolle Cannabis müssen die Anbauflächen unbedingt deutlich erhöht werden! :D :D :D

      So geht moderne lifestyle-grüne Landwirtschaft, zumindest auf der PR-Ebene.

      “Sonst können wir uns irgendwann alle mal wieder mit Malthus beschäftigen, der schon komplett wiederlegt schien”

      War er doch auch – zumindest, solange wir uns nicht freiwillig deindustrialisieren und unsere produktivitätssteigernden Technologien aufgeben wollen. Malthus fehlte komplett die Vorstellung dafür, wie extrem produktiv moderne Landwirtschaft werden konnte.

      PS: Sind Sie auch von der Diskussion über “sinnlose Haustiere” getriggert? Ich spiele lieber mit einem einen scheinbar nutzlosen Hund als eine Tour durch das angebliche “Naturparadies Regenwald” zu unternehmen, wo hinter jeder Ecke ein giftiges Tier oder ein giftige Pflanze lauern könnte – aber so unterschiedlich sind die Präferenzen…

      Antworten
      • @foxxly
        @foxxly sagte:

        @ ott
        nicht zu vergessen den luxus mit den pferden!
        zukunft:
        entweder werden sie zu arbeitstieren um dressiert (vielleicht aus tierschutzgründen nicht machbar, – und von der konstitution her nicht zu gebrauchen), und brauchen dann noch mehr futter,
        oder sie werden geschlachtet/reduziert und es bleibt viel futter für die menschen übrig.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @foxxly

        Ich glaube eher, dass die Menschen ihre Politiker schlachten werden als dass sie freiwillig auf ihre Haustiere (bei Pferden ist der bessere Begriff vielleicht “Spieltiere”) verzichten. Solche Vorschläge kommen außerhalb der Klima-Weltuntergangs-Sektenkreise extrem schlecht an und mobilisieren plötzlich große Gruppen von Leuten, die sich sonst nie in politische Diskussionen einbringen.

        Und ich kann es auch verstehen! Haustiere machen einfach Spaß und die Beschäftigung mit ihnen ist aus sich heraus etwas Schönes. Wieso soll ich darauf verzichten, nur weil einige durchgeknallte Ideologen es von mir fordern?

        Wir könnten auch eine Menge Energie einsparen, wenn wir Musik verbieten, so wie das die Taliban in Afghanistan aus anderen ideologischen Gründen tatsächlich gemacht haben. Aber wer will in so einer Welt leben?

    • Alexander
      Alexander sagte:

      @Susanne Finke-Röpke

      Wenn sich keine muslimischen Kämpfer aus Ägypten / Sub-Sahara finden unsere russichen Feinde zu vernichten, müssen wir wohl auf das Prinzip des Selbstversorgers Gottfried umstellen, weil selber kämpfen nicht zumutbar wäre?

      Die Kunst mehr Ertrag vom Acker zu ernten, als man Energie auf dem Acker verschwendet lehrt uns dann der Kinderbuchautor Wirtschaftsminister Habeck und die studierte Völkerrechtlerin vom Außenministerium.

      37° ZDF, der autarke Selbstversorger Gottfried:
      https://youtu.be/n1cJTODlYB4

      Gottfried war vergangenes Jahr bei den Demonstrationen beteiligt…also kein Vorbild.

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @Alexander

        “Gottfried war vergangenes Jahr bei den Demonstrationen beteiligt…also kein Vorbild”.

        Gottfried ist wenigsten ehrlich und sagt nach 8 Min…..”Ich kann nur Spassbauer sein, weil ich “GEERBT” habe.

        Und vor 4 Jahren wollte Gottfried ja den “Spass” beenden:
        https://www.noz.de/lokales/bissendorf/artikel/-22585015

        Ist ja auch kein Problem denn..neben dem Hof besitzt Gottfried ja noch ein Haus ,in Bad Essen, in dem sechs Parteien wohnen.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @weico

        Rentier sein ist kein Verbrechen solange Eigentum geschützt ist.

        Sich von Außenhandelsüberschüssen künstlich abschneiden ist erst Dummheit und nach Eintritt unabweigerlicher Folgen ein Verbrechen, wenn Unschuldige umkommen.

        Dass in der BRD nichts mehr heilig ist, ist der Mehrheit noch immer nicht Warnung genug.

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