Deutsche trauen sich nicht, zur Flüchtlingskrise offen zu reden

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Meine Sicht auf das Thema Migration habe ich hier schon dargelegt. Es ist eine enorme finanzielle und soziale Herausforderung, bei der wir uns bezüglich des ökonomischen Nutzens nichts vormachen sollten. Weit weniger Flüchtlinge werden sich in den Arbeitsmarkt eingliedern (lassen) und wir müssen mit Kosten in Billionenhöhe rechnen. Vor allem, weil wir heute die erforderlichen Maßnahmen nicht ergreifen. Weiterhin lesenswert:

„Eine ehrliche Rechnung zu den Flüchtlingen“

„Lasst sie kommen? – Ich würde Fakten bevorzugen. David Folkerts-Landau vs. Daniel Stelter“

Hier das Ergebnis der neuesten Allensbach-Umfrage, die weniger durch die Aussagen zum Thema als wegen der Behandlung des Themas interessant ist:

  • „Im August waren 40 Prozent der Bürger außerordentlich besorgt, im September 44 Prozent, heute sind es 54 Prozent.“
  • „Kurzfristig bringt die Zuwanderung nach Einschätzung der überwältigenden Mehrheit überwiegend Risiken mit sich; lediglich sechs Prozent sehen überwiegend Chancen, weitere 16 Prozent ein ausgewogenes Verhältnis von Risiken und Chancen.“
  • „Die langfristigen Perspektiven werden zwar günstiger eingeschätzt, aber keineswegs gut: So gehen 46 Prozent der Bevölkerung davon aus, dass der Zustrom von Flüchtlingen auch langfristig überwiegend Risiken mit sich bringt, während nur 18 Prozent überwiegend Chancen sehen. Die meisten bezweifeln auch, ob die Qualifikation der Ankömmlinge Hoffnungen rechtfertigt, dass viele von ihnen rasch in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Nur 14 Prozent der Bürger glauben, dass unter den Flüchtlingen viele eine gute Ausbildung mitbringen.“ – bto: Damit die Zuwanderung uns nutzt, müssen wir mit äußerst optimistischen Annahmen arbeiten, wie ich gezeigt habe.
  • „Zwei Drittel der Bürger gehen davon aus, dass die Flüchtlingswelle Deutschland stark verändern wird. 62 Prozent fürchten auch, dass terroristische Organisationen die Flüchtlingswelle nutzen, um Terroristen einzuschleusen.“

Doch jetzt kommt der weitaus interessantere Teil: wie die Menschen über das Thema kommunizieren bzw. wie offen sie sich noch trauen, ihre Meinung zu sagen:

  • „Schon vor einigen Wochen, als noch die Mehrheit die Position vertrat, ihre Region könne noch mehr Flüchtlinge verkraften, gaben die meisten zu Protokoll, dass in Gesprächen mit Verwandten, Freunden und Bekannten klar die Ablehnung überwiege. Mittlerweile ziehen 69 Prozent aus ihren persönlichen Gesprächen die Bilanz, dass die meisten die Aufnahme weiterer Flüchtlinge ablehnen; nur noch 17 Prozent erleben in ihren Gesprächen überwiegend Befürworter.“
  • „Vielmehr zeigen die Daten, dass zunächst viele nicht wagten, sich außerhalb des Kreises vertrauter Gesprächspartner mit ihren Bedenken zu exponieren. Auch jetzt haben noch 43 Prozent der gesamten erwachsenen Bevölkerung den Eindruck, dass man in Deutschland seine Meinung zu der Flüchtlingssituation nicht frei äußern darf und sehr vorsichtig sein muss, was man sagt. In Ostdeutschland ist dieser Eindruck noch weiter verbreitet, und in West wie Ost überdurchschnittlich unter denjenigen, die über die Entwicklung außerordentlich besorgt sind.“ – bto: Das ist äußerst bedenklich!
  • „Die große Mehrheit jener, die der anhaltende Flüchtlingsstrom besorgt stimmt, ist weder ausländerfeindlich noch dem rechten Rand zuzuordnen. Viele fürchten jedoch, dass sie in diesen Verdacht geraten, wenn sie öffentlich ihre Besorgnis äußern.
  • „Nur knapp ein Drittel der Bevölkerung empfindet die Berichterstattung der Medien über die Flüchtlingssituation als ausgewogen, 47 Prozent als einseitig. Von denjenigen, die sich große Sorgen über die Entwicklung machen, bewerten sogar 55 Prozent die Berichterstattung als einseitig. Das sind ganz ungewöhnliche Ergebnisse.“
  • Diesmal überwiegt der Eindruck selektiver Berichterstattung, bei der die Risiken und kritischen Entwicklungen und Stimmungen zu kurz kommen.
  • „Die von den Bürgern für dringlich gehaltene Diskussion, wie viele Flüchtlinge das Land verkraften kann und welche politischen Konsequenzen zu ziehen sind, wurde nicht geführt – zumindest nicht, dass sie öffentlich wahrgenommen wurde.“
  • „Anhänger der SPD sind genauso beunruhigt wie die der Unionsparteien, der FDP oder der Linken. Etwas weniger beunruhigt sind lediglich die Anhänger von Bündnis 90/Die Grünen; auch unter ihnen sind indes mittlerweile 42 Prozent höchst alarmiert. Ebenso gibt es in der Bevölkerung parteiübergreifend Zweifel, ob Deutschland den Zustrom bewältigen kann. Nur jeder Fünfte ist noch zuversichtlich, 71 Prozent sind aufgrund der großen Zahl der Flüchtlinge und des nicht abreißenden Zustroms pessimistisch.“
  • „Die Mehrheit der Bürger diagnostiziert nicht nur einen Kontrollverlust, sondern nimmt die Politik als ratlos wahr. 57 Prozent der Bürger sind überzeugt, dass Deutschland jegliche Kontrolle darüber verloren hat, wie viele Flüchtlinge ins Land kommen. Ebenso viele haben den Eindruck, dass die Politik, gleich welcher Couleur, völlig ratlos ist, wie sie mit der Flüchtlingssituation umgehen soll. Jeder Zweite unterstellt der Politik auch Realitätsverlust. Knapp die Hälfte der Bevölkerung wirft der Politik vor, sie denke zu wenig an die Interessen der deutschen Bevölkerung.“
  • „So gehen 71 Prozent davon aus, dass die Probleme teilweise hausgemacht sind, etwa durch überzogene Anreize, mit denen Deutschland den Flüchtlingszustrom verstärkt. Auch hier stimmen die Anhänger sämtlicher im Bundestag vertretener Parteien mehrheitlich überein.

bto: So sieht das Rezept für eine Radikalisierung aus, wenn der „mainstream“ sich nicht schnell ändert. Denn „main“ ist er nicht.

→ F.A.Z.: „Deutsche trauen Politik keine Lösung der Flüchtlingskrise zu“, 21. Oktober 2015

21 Kommentare
    • HG says:

      Die Frage ist doch was soll diese immer so gelobte „Demokratie“ sein? Über was soll denn überhaupt abgestimmt werden? Und wie? Und wann? Also bei unserer Demokratie, da werden alle paar Jahre irgendwelche gephotoshopten Typen an den Straßen plakatiert und „nach den Wahlen kann keiner davon ausgehen, das noch das was vor den Wahlen gesagt wurde noch gilt“ (Zitat Angela Merkel)

      Thomas Jefferson: „Demokratie ist, wenn sich zwei Wölfe und ein Schaf am Tag darüber unterhalten, was es am Abend zum Essen gibt.“

      Winston Churchill: „Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“

      IMHO die meisten Leute schreien nach angeblicher Demokratie, wenn Sie glauben damit populistisch ihren Machtanspruch über andere Leute oder deren Güter&Geld rechtfertigen zu können.
      mfG HG

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  1. SZ says:

    Interessante Umfrage, allerdings kann man dem Ganzen auch einen etwas anderen Spin geben.
    Die Tatsache, dass sich die Mehrheit der Leute nicht traut offen ihre Meinung kund zu tun um nicht als „am Rechten Rand stehend“ abgestempelt zu werden muss keineswegs negativ sein. Ich denke vielmehr das gerade diese Selbstkontrolle und Zurückhaltung ein schnelleres Ausschaukeln des öffentlichen Meinungsbildes hin zu einer offen polemischen Grundstimmung verhindert. Würden die Leute nicht erst einmal darüber nachdenken ob eine Meinungsäußerung zu extrem sein könnte kommt man sehr schnell in eine Kakophonie immer radikalerer Ansichten und hätte hier umso schneller ungarische Verhältnisse.
    Trotzdem ist die Gefahr natürlich groß, dass Demagogen auch hierzulande die Gunst der Stunde nutzen. Deswegen darf die Politik nicht den Fehler der Eurokrise wiederholen und die Probleme kleinreden ohne eine Debatte über die verschiedenen Handlungsoptionen zu führen. In diesem Punkt stimme ich vollkommen mit ihrer Analyse überein Herr Stelter.

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  2. LG says:

    Beim Lesem des Artikels ist mir Napoleons Aussruch zu den Deutschen eingefallen: …“Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen.
    Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden.
    Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“ …

    Hat sich über die Jahre nicht geändert. Ich halte die Die Tatsache, dass sich die Mehrheit der Leute nicht traut offen ihre Meinung kund zu tun um nicht als „am Rechten Rand stehend“ abgestempelt für blamabel, deckt sich aber mit meinen Erfahrungen, die aber auch zeigen, dass ein hohes Maß an Unzufriedenheit herrscht. die aus Angst dem gängigen Meinungsbild nicht zu entsprechen unterdrückt wird. Insofern hat die 4. Gewalt im Staate = Medien „gute Arbeit“ geleistet. Diese Unzufriedenheit kann sich sich explosionsartig entladen, wenn sich die Lebensumsändern, z. B. eigene Arbeitlosigkeit, ändern. Dann gibt es selbst beim „Törichten Deutschen“ kein Halten mehr. Wir sehen interessanten Zeiten entgegen…

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  3. Ralph Klages says:

    Die politische Administration muss aufpassen, dass der mundtot gemachte Bürger nicht in Scharen den Rechtsauslegern zugetrieben wird. Wie kann Merkel es verantworten, dass sie durch unverantwortliches und ignorantes Verhalten ihren Wahlbürgern gegenüber ein gut funktionierendes demokratisches System dauerhaft gefährdet?? Denn: Dass die Wähler aller Parteien sich kollektiv veralbert fühlen (war bei Griechenland genauso), dürfte nicht ewig in Stillschweigen münden. Und dann kann es dicke kommen. Merkel stellt gerade die Weichen. Denkzettelwahl raunt es überall. Ein riskantes Spiel.

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  4. Dieter H. says:

    Draghi druckt Geld wie er will,
    VW stirbt
    Demokratie ist, wenn nach ergebnisoffener Diskussion und auch den (das muss in einer Demokratie möglich sein) Sorgen der Bürger entsprechend „Alternativlos“ gehandelt wird.
    Das komische Gefühl der letzten Jahre und die vielen Nichtwähler haben gezeigt, egal was man wählt, es kommt eh auf dasselbe raus. Und uns geht es immer schlechter. Nächstenliebe ist eine wesentlichr christliche Tugend. ABER: Jesus sagte: “ liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. So einfach, lieb dich selbst. Aber wenn man sagt, ok, ich seh das so, ich liebe mich selbst, also salopp ich finds gutt deutsch zu sein, ich lieb uns, dann ist man Nazi. Das kranke an dem System ist immer: liebt man sich nicht selbst, dann wird alle Liebe nach Außen krankhaft. Und es entsteht eine Paranoia. Und das endet hier in Verfolgungswahn. Seht, wir sind keine Nazis, kommtvalle, wir sind gut, wir schaffen dss solange, bis wir vollkommen kollabieren. Und wir killen alle Nazis.
    Das ist Paranois. Sarazzin hatte unrecht ass eer schrieb, Deutschland schafft sich ab, nein, es hat sich die Pulsadern aufgeschnitten. Grenzen sind ohne Obergrenze.
    Und im Gegensatz zur DDR ist der asebsthass so groß, man würde auch auf deutsvhe Demonstranten Schießen, diese Nazifremdenhasser.
    Und wir? Halten durch und tun nichts.
    1933 kam der Herr A. und nutzte schsmlos unsere Sekundärtungend der Treue, des Durchhaltewillens und unserer Organisationskraft aus. Und versuchte uns damit zu vernichten.
    2015 Frauenpower-Zeit, Gleichberechtigung- kommt Frau A.
    Wie sagen die Thais: same same but different.

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  5. HG says:

    Guten Morgen,

    „Es ist eine enorme finanzielle und soziale HERAUSFORDERUNG,“

    Da ist sie ja schon wieder, diese sprachliche Manipulation, oder ist das nur eine neue Modeerscheinung von Buzz-Worten, wie sie heutzutage in Kommunikationsseminaren trainiert werden?
    Wenn eine Clique von Weltfremden in Berlin beschließt, das Land rechtwidrig mit Kriminellen und Useless-Eaters zu fluten, wie nennt man dann soetwas? Also, das freundlichste was mir dazu einfällt ist KATASTROPHE (Anm.: wer heutzutage das Wort „Volksverrat“ o.ä. benutzt, sitzt ja bekanntlich schon mit einem Bein im Knast)!
    Wie bitte schön, kann man so einen offensichtlichen Zusammenhang in „Herausforderung“ umdichten? Sorry, aber mir fällt dazu nur Verdummung und Manipulation der Massen ein.
    mfG HG

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  6. Katalin says:

    Guten Tag,

    die Welt wird vom Westen dominiert und ausgebeutet. Ich habe irgendwo gelesen, dass BRD mit ca. 80 Mio. Einwohnern genauso viel Ressourcen verbraucht wie ganz Afrika mit ca. 1 Milliarde Menschen.
    Wenn die Afrikaner also den gleichen oder ähnlichen Lebesstandard leben würden, wie der Westen wäre die Welt am Ende. Dies wird noch durch („Verteidigungsbündnis“) NATO, IWF und WTO verhindert, die dafür sorgen, dass ca 20% der Weltbevölkerung auf Kosten und Ausbetung der restlichen 80% Leben.

    Beispiele:
    1. Sicherstellung der Ressourcen für west. Unternehmen unter den Marktpreisen

    2. Installierung korrupter gekaufter Regime, ( „durch Demokratisierung dieser Länder“ die die Ressourcen an west. Firmen billig verkaufen. Wenn sich einige Regime weigern dies zu tun, werden sie als diktatorisch erklärt und mit Hilfe von Geheimdiensten weggeputscht, bzw. durch angezetelte Kriege beseitigt.
    ( wem von den Kommentatoren hier ist die Taatsache bekannt, dass in Usbekistan dt. Soldaten stationiert sind oder waren, einem Staat in dem Menschenrechte mit Füssen getreten werden. Wann wurde diese Land hier im Fernsehen, wegen fehlender Demokratie kritisert, nie und warum )

    3. Durch die westl. dominierte WTO erfolgt die Durchsetztung einer Handelspolitik(Regeln), die zum großem Teil nur dem westen Nutzen, aber für die Entwicklungsländer katastrophal sind.
    Totalle öffnung der Märke für westliche Firmen ( bei technologischen Produkten ) in den Entwicklungsländern, aber Abschottung der Heimatmärkte für z.b. Afrikanische Produkte ( Landwirtschaft ), ja sogar Subventionierung der Landwirtschaft in der EU

    4. IWF = Weltzentrallbank für das westl. Großkapital, dass bei den Finanz- und Wirtschaftskrisen in diesen Ländern ( die durch das westl. kurzfr. zur Verfügung gestelltes Spekulationskapital in diesen Ländern enstehen ) dafür sorgt, dass die diese „Investoren“ so viel wie möglich von ihrem Geld retten können, indem die Bürger dieser Länder für die Kosten der Krise bezahlen müssen. ( Alte Schulden werden mit neuen bezahlt, dafür Sparprogramme aufgesetzt, die insb. die arme Bevölkerung treffen, was diese Länder weiter in die Armut treibt )

    5. Hier wird so getan als würde man sich um die Umwelt sorgen, die Natur schützen, aber Ressourcen anderer Ländern werden gnadenlos mit korrupten, gakauften Eliten dieser Länder ausgebeutet. Es macht gar kein Sinn, wenn wir hier die Wälder schützen, aber in anderen Ländern Rohstoffe für unsere Bedürfnisse gnadenlos ausgebeutet werden. Mann achtet auf die Nutur aber nur solange es uns nicht betrifft. Wie wäre es mit große Autos ( Spritfresser ) stärker besteuern, nein soweit geht unsere Liebe für die Natur nicht.

    Fazit: Solange die Welt von einer kleiner Elite der westl. Welt dominiert wird und diese ihre eigene Interessen über die Interssen der Menschen in den eigenen Ländern, aber insbesondere der Intressen der Mehrzahl der Menschen in den Entwicklungsländern stellen kann, d.h. den Menschen in diesen Ländern mit den oben beschriebenen Instrumenten ( NATO,WTO,IWF ) und den gekauften Eliten dieser Länder, die Lebensgrundlage entzieht, ändert sich an der Situation nichts.
    Nur die Bevölkerung in den west. Ländern kann etwas ändern indem sie durch Wahlen für eine andere im Innland und damit auch Ausland sorgt. Ich bin aber pesimistisch, da die meisten Menschen in den westl. Ländern nicht in der Lage sind, zu verstehen, dass ihre Interessen und die Interessen ihrer Eliten komplett konträr zu einander verlaufen. Wenn sie selbst nicht in der Lage sind zu verstehen, wem der Euro nützt, obwohl man an jeder Statistik ablesen kann, wer die wahren Nutznießer des EUROS sind, die europ. Großkonzerne und deren Eigentümer, sieht man sehr gut, wenn man sie die Einkomens und Vermögensverteilung der letzten 15 Jahre in Europa und BRD anschaut, wie sollen sie dann die Migration und deren wahren Ursachen verstehen.

    Gruß

    Katalin

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    • HG says:

      Waren Sie denn schonmal SELBER, und zwar BERUFLICH, in diesen Ländern? Wohl kaum, sonst würde Ihnen recht schnell einleuchten, warum dort auch keiner eine Firma ausziehen möchte, ausgenommen vielleicht irgendwelcher primitiver Bergbau. (anders als z.B. in einigen Ostblockstaaten, die zunehmend, wenn auch langsam, die Kurve kriegen)
      Und ohne Firmen mit Wertschöpfung eben keine Kapitalanhäufung, mit der Konsum für die ansässige Bevölkerung finanziert werden kann.
      Was soll man denn sonst erwarten? Gutmenschen-Weltkommunismus?

      Und die Forderung, der Westen muss dort irgendwelche Wahlen(ergebnisse?) erzwingen, sorry, aber dieses moralische „Deutschland über alles“, hatten wir schonmal, entspricht nicht so ganz einer freien Weltanschauung.

      Antworten
      • Katalin says:

        Guten Tag,

        das Menschen, die einfachsten Zusammenhänge nicht verstehen, oder nicht verstehen wollen, ist mir unerklärlich. Der Westen soll gar nichts erzwingen, er soll einfach seine Märkte für die einfachen Produkte dieser Länder öffnen und nicht eine Politik der Abschottung betreiben, wie bis jetzt. Damit erhalten die Menschen dieser Länder erst die Möglichkeit, Einkommen zu erzielen, Kapital anzuhäufen, zu investieren, eine tiefere Wertschöpfung der Produkte in eigenem Land zu erreichen, diese am Markt zu höheren Preisen zu verkaufen, damit Ihren Wohstand zu steigern, mit der Folge, dass sie in ihren Ländern bleiben.

        Das Argument, BRD zahlt für die EU oder den Rest der Welt ist kaum zu ertragen.
        ( Gutmenschentum )
        Wer hat den Ihnen etwas um sonst gegeben, was soll diese Aussage. Das dt. Großkapital ist nicht mal bereit das eigene Völk anständig zu entlohen, wie man an der 15-Jahre andauernden Lohnzurückhaltung ( d.h. die Gewinne werden
        gemeinsam erwirtschaftet, aber deren Verteilung kommt nur einer Seite zugute, oder hat es bei den Managern oder Konzerneigentümern auch eine Lohn- oder Gewinnzurückhaltung gegeben ) Nichts auf dieser Welt ist umsonst. Wie kann es sein das BRD zahlt, aber am Ende ( viele sind aber nicht bereit zu Ende zu denken ) die Gewinne bei einer klienen Elite, die insbesondere in Westeuropa sitzt landet. Oder wollen sie wirklich behaupten, die Südeuropäischen Rentnern oder Arbeislose sind die Gewinner des Euros. Weltweit sieht es noch schlimmer aus, d.h. die westl. Konzerne plunder die Welt in Auftrag einer kleiner Elite.
        Wer das nicht sieht, für den kommt die Flüchtlingskrise überraschend, aber selbst hier profitieren die Reichen, da man billige Arbeitskräfte bekommt.
        Den Reichen nehmen sie keine Arbeitsplätze weg, sondern arbeiten für diese, aber den Armen, die wenn sie protestieren, als Extermisten, durch die Presse die den Reichen gehört, beschimpft werden. Deswegen sollte man sich immer fragen, wem nützten gewisse Vorgänge.
        An diesem Beispiel kann man sehr gut sehen, wie die Interessen der Reichen und der einfachen Bevölkerung auseinandergehen.

        Gruß
        Katalin

      • HG says:

        „Der Westen soll gar nichts erzwingen, er soll einfach seine Märkte für die einfachen Produkte dieser Länder öffnen und nicht eine Politik der Abschottung betreiben, wie bis jetzt.“

        welche Produkte oder Märkte sind denn „abgeschottet“?
        Also ich kaufe gerne Gold, auch wenn es aus Ghana kommt. Diamanten sind nicht so mein Fall, aber da schreien bekanntlich die Gutmenschen dann „BLUTdiamanten“.
        Und trage ich ein Hemd aus Bangladesh, dass gefällt dann den Gutmenschen ebenfalls nicht. Frage mich, ob es irgendwem besser ginge, wenn ich als Deutscher nur deutsche Bananen kaufen würde….egal.
        Also der einzige Boykott, den ich hier erkennen kann, geht von den Gutmenschen aus.
        Und auch anders herum wird ein Schuh draus: Die Gutmenschen machen mit ihrer Entwicklungshilfe die lokale Wirtschaft kaputt, so sieht’s nämlich aus, nicht etwa die phösen Konzerne.
        mfG HG

        P.S. Fahren Sie mit Biosprit? Etwa aus Palmöl? :D

      • Katalin says:

        Hallo,

        z.B. die Landwirtschaft ( Hapterzeugniss vieler dieser Länder )
        Haben Sie nichts von den Folgen der Überfischung der Meere, wie z:B: vor Äthiopien durch westliche Schiffe, von denen eigene sogar aus Ostdeutschland stammen usw.

        Enwicklungsahilfe: Glauben Sie wirklich, die Enwicklungshilfe ist dazu da, diesen Ländern zu helfen, sondern nur Politiker dieser Länder zu bestechen und damit sie die Interssen der Großkonzerne in den Ländern durchsetzten.

        Hier ist der Beweis:
        Dirk Niebel: „Mit jedem Euro Entwicklungszusammenarbeit fließen langfristig zwei Euro zurück zu uns“

        Gruß
        Katalin

      • HG says:

        „Landwirtschaft ( Hapterzeugniss vieler dieser Länder )“

        wie bitte? Sie sind allen Ernstes der Meinung, diese Länder haben zwar nix zu essen, sollten aber das bisschen, was sie haben, an uns besser verkaufen können, damit wir dann Biogas und Biosprit damit herstellen können. Aber leider können sie es nicht verkaufen weil die EU sie daran hindert (und/oder unterbietet)?

        „z:B: vor Äthiopien durch westliche Schiffe, von denen eigene sogar aus Ostdeutschland stammen usw.“

        wenn man sich Äthiopien auf der Landkarte anschaut, dann bemerkt man, wie weit es mit Ihren Argumenten her ist: Irgendwas reißerisches im linken Staatsfernsehen aufgeschnappt, Geographie? Fehlanzeige!

        mfG HG

        P.S. Dirk Niebel ist kein Beweis, sondern ein Zustand (den es zum Glück nicht mehr gibt).

  7. SZ says:

    Herr Stelter,

    ich denke viele der zu ihrem Beitrag abgegebenen Kommentare zeigen exemplarisch wie schnell Meinungsäußerungen das nötige Niveau verlieren können.
    Dann wird eben aus einem sehr berechtigten kritischen Kommentieren und Abwägen schnell ein ganz pauschales anschwellendes Zetern, welches beim besten Willen keine konstruktive Perspektive mehr aufzeigt. Nur ein paar Zitate der Vorredner als Beleg:
    – …überall totales Versagen der politischen Entscheidungsträger. Ich denke die Parteiendemokratie hat fertig…
    – … Sarazzin hatte unrecht ass eer schrieb, Deutschland schafft sich ab, nein, es hat sich die Pulsadern aufgeschnitten. Grenzen sind ohne Obergrenze.
    Und im Gegensatz zur DDR ist der asebsthass so groß, man würde auch auf deutsvhe Demonstranten Schießen, diese Nazifremdenhasser…
    – …Wenn eine Clique von Weltfremden in Berlin beschließt, das Land rechtwidrig mit Kriminellen und Useless-Eaters zu fluten…

    Ich denke für jeden der diese notwendige Debatte konstruktiv führen möchte ist es wirklich unerlässlich zu vermeiden, dass der Tonfall ins Schrille und Hysterische abgleitet und wie man an ihrem obigen Blogbeitrag sehen kann genügt oft schon eine kleine emotionale Färbung und der Boden der Sachlichkeit erodiert in der nachfolgenden Diskussion.

    Antworten
  8. Johannes says:

    Wir werden aktuell Zeugen einer Entwicklung in der scheinbar äußere Umstände (Eurokrise, Asyslkrise) zu einer Demokratiekrise führen können. Infolge der Geschichte Deutschlands sind einige Themen mit einem Tabu belegt und es wird große Sorgfalt darauf gelegt, Tabubrecher zu ächten. Das spüren viele Menschen und ziehen sich scheinbar zurück. In Wahrheit aber werden sie „sprechen“ und dies geschieht mit ihren Stimmzetteln. Hinzu kommt ein „Effekt“, der bereits vor 170 Jahren von Alexis de Tocqeville in seinem Buch „Über die Demokratie in Amerika“ – so beschrieben wurde:

    „Eine Demokratie kann nicht als dauerhafte Form der Regierung existieren. Sie kann nur bestehen, bis die Wähler entdecken, dass sie mit ihrer Stimme sich selbst großzügige Geschenke aus der Staatskasse beschaffen können. Von diesem Moment an gibt die Mehrheit immer ihre Stimme jenen Kandidaten, welche die meisten Vorteile aus der Staatskasse versprechen. Das Ergebnis ist, dass jede Demokratie stets zusammenbrechen muss wegen zu lockerer Fiskalpolitik, worauf immer eine Diktatur folgt.“

    Seit über 70 Jahren pflegen Politik und Gesellschaft in Deutschland sowie den meisten demokratisch geführten Ländern diesen „Regelkreis“. Er nähert offenkundig sich seinem natürlichen Ende, worüber in diesem Blog viel berichet und diskutiert wird.

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  9. Uli49 says:

    „So sieht das Rezept für eine Radikalisierung aus, wenn der „mainstream“ sich nicht schnell ändert. Denn „main“ ist er nicht.“ Mit diesem Satz Herr Stelter bringen Sie es auf den Punkt!
    Ein schönes Beispiel sind die Fragen im heutigen Deutschlandtrend der ARD. Anstatt die alles entscheidende Frage nach der Obergrenze für die Zuwanderung zu stellen, fragt die ARD nach der Meinung zur Sommerzeit! Nachdem einige Kommentatoren dies treffenderweise als Realsatire bezeichnet haben, wurde die Kommentarfunktion gesperrt.
    Lange läßt sich der Deckel auch noch mit noch so viel Manipulation mehr auf dem Topf halten.
    Wie immer, besten Dank für Ihre Analysen
    Uli

    Antworten
  10. Dieter H. says:

    Ich denke hier haben wir ein schönes Beispiel das auch beantwortet, warum sich immer weniger trauen, ihre Meinung zu sagen. Es ist unerträglich, sich in einem Blogbeitrag zum Thema Meinungsfreiheit zitiert und angeprangert zu fühlen.
    BILD hat ja eine Kampagne laufen und heute habe ich gelesen es soll bald eine Plattform Namens Pranger.de geben.
    Das zeigt wie weit wir schon gekommen sind.

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