Der Mythos von der Wachstumslokomotive

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Schon öfter habe ich mich kritisch zu den deutschen Exportüberschüssen geäußert. Nicht, weil ich etwas dagegen habe, Ersparnisse im Ausland zu bilden. Eher, weil ich weiß, dass wir einen großen Teil dieser Ersparnisse verlieren werden, weil unsere Schuldner nicht bezahlen können. Aus diesem Grunde plädiere ich auch dringend für mehr Konsum, aber vor allem für Investition im Inland. Der Skandal um die Bundeswehr unterstreicht, wie sehr wir in Deutschland von der Substanz leben. Alles für kurzfristigen Konsum von Sozialleistungen, nichts für Investitionen und Dinge, die nicht sofort offensichtlich werden. Der vermeintliche „Sparmeister“ zerüttet die Substanz.

Die Wirkung von Handelsüberschüssen erläutert ein Beitrag aus der Schweiz: „Die Anhäufung von Guthaben im Ausland – die die Form von hohen Währungsreserven (wie im Fall von China) oder Kapitalexporten (wie im Fall von Deutschland) annehmen können –  ist nicht der Zweck einer Volkswirtschaft. Sie soll ihren Bewohnern nützen und ist kein Unternehmen. In dieser Verwechslung besteht wahrscheinlich der Grund, weshalb diese Logik so schwer zu verstehen scheint. Unternehmen – anders als Länder – verfolgen beim Handel durchaus den Zweck der Gewinnmaximierung.“ Und weiter: „Als einziges der grossen Nettoexportländer fährt unser nördlicher Nachbar seit 2006 gleichzeitig die Investitionen zurück, während auch noch die Ersparnisse zulegen. Das Resultat sind die wachsenden Nettoexportüberschüsse.“

„China und Deutschland sind keine Wachstumslokomotiven. Ihre Nettoexportüberschüsse zeugen von einer zu geringen Nachfrage im eigenen Land und sie verdrängen Nachfrage in den Importländern. Statt das Wachstum der Weltwirtschaft zu befördern, bremsen sie es.“

Stimmt. Und wir haben nicht einmal was davon. Wir könnten unsere Autos auch verschenken.

Never Mind the Markets: Der Mythos von der Wachstumslokomotive, 1.. Oktober 2014

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