Braut sich ein Sturm an den Märkten zusammen?

Der Chief Investment Officer der Bank of America, Michael Hartnett, hat seinen neuesten Bericht  „Charts of Darkness for Apocalypse Dow“ betitelt und Zero Hedge hat einige der Charts gezeigt, die ich auch gerne bei bto bringe:

  • (…) we believe peak asset Prices in 2018 are consistent with peak investor Positioning, peak corporate Profit expectations, and peak Policy stimulus. We believe the peaking of the 3Ps is occurring in a late-cycle macro & market backdrop. We forecast low & volatile single digit gains for stocks, low single-digit losses for bonds, and relatively strong 2018 for cash, commodities and the US dollar.“ – bto: Sie sagen aber keinen Crash voraus, das ist doch schon mal gut!

Und dann kommen die fünf Gründe, die ihn skeptisch machen:

1. Quantitative Tightening: YTD G3 central bank asset purchases of $125bn well below $1.5tn run rate of 2017; we estimate liquidity growth turns negative in 6-8 months; Fed tightening always triggers an event.“ – bto: Das kennen wir. Aufgrund der Kreditabhängigkeit von Wirtschaft und Finanzsystem muss es bei immer tieferen Zinsen schon ungemütlich werden. Sagt ja auch die BIZ.

2. Trade War: new US tariffs set to boost US protectionism to highest level since mid- 1970s; further action on China ($200bn), autos ($350bn), NAFTA ($690bn) would raise tariff revenue as % total imports to levels not seen since 1946; our own view is 2018 trade war really just 1st stage of new arms race between US & China to reach national superiority in technology, and protectionism inevitably on rise to address inequality.“ – bto: Das denke ich auch. Dennoch wird es auch Deutschland treffen, wie hier immer wieder diskutiert. Und das Chart zeigt, dass da noch viel Luft nach oben ist.

3. Peak Profits: 2018 global EPS forecast robust (15.5%) but 2019 slipping (9.4% down from 10.4% in April); lead indicators continue to weaken (e.g. soft June South Korea exports).“ – bto: Die südkoreanischen Exporte gelten las der Frühindikator für künftige Gewinne. Insofern sollte man den ernst nehmen:

4. German fiscal stimulus: we believe ECB tightening is doomed to fail as has been case in Japan past 30 years (implying 8bp ECB policy rate in 2030); until Italy, migration, trade wars force Germany to capitulate on fiscal austerity (note German current account surplus staggering 8% of GDP while sharing a border with Italy – youth unemployment rates >33% – Chart 6) a case cannot be made for European banks.“ – bto: Auch da haben sie recht. Wir werden Konjunkturprogramme hierzulande sehen, wenn das alles platzt. Man beachte auch den Titel des nächsten Charts: „Mercantilism“. Das klingt anders als die Sprüche hierzulande von den tollen Produkten, die hinter den Handelsüberschüssen stehen!

5. Yield Curve: flattest US Treasury yield curve since Sept’07, just 36bps from 1st inversion since 2007; curve inversions have preceded 7/7 prior recessions since 1970 by 4 to 5 quarters.“ – bto: Hatte ich letzte Woche an dieser Stelle! Die inverse Zinskurve (jetzt auch weltweit) ist ein klarer Rezessionsindikator.

  • „So with all that in mind, one would assume that the BofA CIO would recommend bearish traders. Yes… and no. The reason for Hartnett’s ambivalence is that much of the potential downside appears to already be priced in, and as a result, investor positioning close to triggering contrarian “buy signals” for risk assets in coming months.“ – bto: Das ist aber nur eine technische Argumentation. Will heißen, eine Rallye in einem übergeordneten Abwärtstrend.

So zeigt das Chart noch keinen Kaufindikator, aber es nähert sich an. Ich denke nicht, dass man darauf basierend traden sollte und darum geht es bei bto ja auch nicht. Langfristig zeichnen sich jedoch immer größere Probleme ab.

→ zerohedge.com: „BofA’s „Charts Of Darkness“, 24. Juni 2018

5 Kommentare
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      Wolfgang Selig sagte:

      @Rainer: politisch und geographisch gesehen hat Herr Dr. Stelter natürlich recht, aber wirtschaftlich gesehen liegen die Amerikaner nicht ganz falsch, wenn sie Österreich als Anhang zu Deutschland sehen. Es hat mit weniger als 9 Mio. Einwohner eine deutlich geringere Bevölkerung als das angrenzende deutsche Bundesland Bayern mit 13 Mio. Eine eigenständige Wirtschaftspolitik, die auf die Welt Auswirkungen hat, kann man mit rd. 8,7 Mio. Leuten natürlich nicht machen.

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