Argumente gegen die Erbschafts­steuer

Ich dachte immer, nur bei uns gäbe es eine so ausgeprägte Diskussion über eine höhere Erbschaftssteuer. Aber nein, sogar in der eigentlich vernünftigen Schweiz gibt es diese – was wohl nur an der Zuwanderung aus Deutschland liegen kann… Okay, jetzt ernsthaft. Eine Kommentatorin in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) beschäftigt sich intelligent mit dem Thema:

  • „Der Schweizer Schriftsteller Bärfuss hat von seinem Vater nichts geerbt (und) hält Erben für ungerecht und findet, dass Privatvermögen mit dem Tod des Eigentümers zu Gemeingut werden soll. Dann hätte der Staat genügend Geld, womit die Welt besser und gerechter würde. (…) Die Juso haben kürzlich eine Volksinitiative für eine ‚Zukunftssteuer‘ lanciert, mit der sie den Superreichen die Hälfte des Erbes via Steuern wegnehmen wollen.“ – bto: Na, wenn sich das hier herumspricht.
  • „Auch die Vermögenden selber hadern mitunter mit ihrem Schicksal. Vornehmlich Personen aus dem links-grünen Milieu, die aus reichen Familien stammen, sind die eigenen Millionen oftmals unangenehm. Da ihnen der Staat die Bürde des Reichtums leider nicht abnimmt, soll das Geld zumindest dafür eingesetzt werden, Gutes zu tun und die Gesellschaft zu einer besseren zu machen.“ – bto: … die kennen wir auch aus Deutschland.
  • „(…) Liberalen (wie) Warren Buffett (treten) für hohe Erbschaftssteuern ein. Sie sehen darin ein Instrument, um einzelne Familien nicht zu vermögend werden zu lassen und um das Leistungsprinzip hochzuhalten.“ – bto: Das mag man so sehen.
  • „Erben kollidiert mit den Prinzipien der Leistungsgesellschaft und wird daher auch von gestandenen Liberalen als hochgradig problematisch angesehen, als gravierende Verletzung der Chancengleichheit und Gefahr für die Demokratie. Das unverdiente Glück verdirbt nach verbreiteter Auffassung zudem den Charakter: Die Unmoral, die dem nicht selber erwirtschafteten Vermögen anhaftet, schlage auf die Lebensführung der Begünstigten durch.“ – bto: Wenn das so ist, ist ja in der nächsten Generation alles weg und das Problem gelöst.
  • „An Ideen, was man mit dem Geld aus den Erbschaften alles anfangen könnte, mangelt es nicht. Die Juso wollen die Klimakrise sowie die Vermögensungleichheit bekämpfen und die Schweiz ökosozial umbauen. Andere plädieren dafür, jedem jungen Menschen bei Volljährigkeit ein Startkapital zu geben, mit dem er machen können soll, was er will – eine Art bedingungsloses Grundvermögen; das diene der Gerechtigkeit und gleiche die Startchancen aus, heisst es.“ – bto: Und ich dachte immer, die Diskussion sei nur bei uns so völlig aus der Realität gefallen.

„Man kann das Ganze nämlich auch ganz anders sehen.“ – bto: So ist es.

  • „Erstens manifestiert sich im Ruf nach einer Abschaffung des Erbrechts oder nach einer massiven Besteuerung von Erbschaften eine erstaunliche Staatsgläubigkeit. Dem Staat wird zugetraut, dass er klüger sei als das Individuum und besser wisse, wie er das Geld, sprich das Vermögen der Privaten, richtig und gerecht verteilen soll.“ – bto: Und da könnte man der Schweiz deutlich mehr zutrauen als den Akteuren hier.
  • „In der Realität läuft es in der Politik weit öfter darauf hinaus, die Gelder an die eigene Klientel zu verteilen und sich bei den Wählern beliebt zu machen. Man gibt vor, für die Allgemeinheit zu handeln, wo nur allzu oft Sonderinteressen bedient werden und kurzfristige Popularität gesucht wird. Mit Gerechtigkeit hat das herzlich wenig zu tun.“ – bto: Das können wir in Deutschland täglich beobachten. Es wird immer schlimmer.
  • „Zweitens sollte man sich vom Argument der Chancengleichheit nicht in die Irre führen lassen. Niemand hat dieselben Chancen im Leben, auch dann nicht, wenn alle bei null starten würden. Das eigene Fortkommen hat nicht nur mit dem Elternhaus zu tun, sondern auch mit der körperlichen Attraktivität, der Gesundheit, der Intelligenz, dem Talent, die sehr unterschiedlich verteilt sind. (…) Der Staat wird die Menschen nie gleichmachen können – zum Glück –, warum soll er also ausgerechnet bei den materiellen Ausgangsbedingungen intervenieren?“ – bto: Der Staat muss gute Bildung und gute Rahmenbedingungen bieten. Darum geht es.
  • „Die Möglichkeit, zu erben und zu vererben, sichert der Familie Freiraum und schützt ihr Vermögen vor dem Staat. (…) Das Erbrecht bekräftigt, dass die Familie die Kernzelle der Gesellschaft ist. Es fusst auf durch und durch konservativen Werten. Damit steht das Erbrecht natürlich quer zum ‚progressiven‘ Zeitgeist, wo alles wandelbar und verhandelbar erscheint. Es stellt fast schon eine Provokation in Gesetzesform dar.“ – bto: Das ist ein Gedanke, den ich bisher übersehen habe. Es stimmt natürlich, dass es dem sozialistischen Menschen entgegensteht.
  • „Familien verhalten sich erfahrungsgemäss oft vernünftiger und vorausschauender als der Staat. Sie sorgen für ihre Nachkommen vor. Die Bande und die Solidarität zwischen den Generationen spielen eine umso wichtigere Rolle, als der Staat in zentralen Dingen seine Aufgaben nicht mehr richtig erfüllt – allen voran bei der Altersvorsorge, wo absehbar riesige Probleme auf die Jungen zukommen. Es ist gut möglich, dass Erbschaften wieder eine grössere Rolle bei der Alterssicherung spielen werden, gerade auch für die Mittelschicht.“ – bto: Und das soll so sein.
  • Das familiäre Vermögen ist die bald letzte Bastion, die sich dem staatlichen Zugriff und der obrigkeitlichen Umverteilung entzieht. Wenn man das Erbrecht schwächt, setzt man die Politik über die Familie und das Kollektiv über das Private. Wer kann das wollen?“ – bto: Das ist klar: Sozialisten.

nzz.ch: „Erben sei ungerecht, wird gejammert. Von wegen: Erbschaften sind bald das letzte Mittel, um sich der staatlichen Umverteilung zu entziehen“, 13. Januar 2023

Kommentare (24) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Happy
    Happy sagte:

    Meine Vorstellung vom Vererben sieht so aus: Ich verzichte selbst auf Konsum um meinem Nachwuchs etwas hinterlassen zu können. Was ist daran schlimm? Warum muss das verboten werden?
    Statt Zuwachs an Flugkilometern, Smartphones oder sonstigem Schnickschnack habe ich lieber Zuwachs auf dem Konto.
    Was ist der Vorteil für die Gesellschaft, wenn ich mein Geld selbst raushaue?
    Übrigens wird der Nachwuchs so auch direkt an einen sparsamen Lebensstil gewöhnt.

    Nur die kleinen Summen des Normalos sind für den Staat greifbar. Die Topvermögen ruhen in Familienstiftungen in Lichtenstein, in Trading GmbHˋs oder in sonstigen von klugen und teuren Anwälten ersonnenen Steuerspareinrichtungen. Da nimmt keiner etwas weg.

    Ich hatte mal einen Vorgesetzten, dessen Sohn einen städtischen Kindergarten in der selben Stadt besuchte wie mein Nachwuchs. Ich zahlte Höchstsatz beim Monatsbeitrag, er zahlte nichts.

    Machen wir uns nichts vor: Bei all diesen Schwachsinnsplänen wird am Schluss nur wieder der normale Verbraucher leiden und ausgepresst wie eine Zitrone.
    Mit skeptischen Grüßen
    Happy

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  2. Gnomae
    Gnomae sagte:

    “Der Schweizer Schriftsteller Bärfuss hat von seinem Vater nichts geerbt (und) hält Erben für ungerecht und findet, dass Privatvermögen mit dem Tod des Eigentümers zu Gemeingut werden sol”

    Das ist die Meinung eines Schriftstellers. Er sollte sich zunächst fragen, warum ein Erbe nicht zustande gekommen ist. Dann sollte er sich psychologisch damit auseinandersetzen. Die Frage sollte er mit sich selbst klären: Haben meine Eltern versagt?

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    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Gnomae

      “Der Schweizer Schriftsteller Bärfuss hat von seinem Vater nichts geerbt (und) hält Erben für ungerecht und findet, dass Privatvermögen mit dem Tod des Eigentümers zu Gemeingut werden sol”

      Da würde ich als Erblasser mein Geld auch lieber verprassen. Am Ende spendet es der Sohn noch für die Migrantenschlepperschiffe im Mittelmeer (“Seenotrettung”) oder ähnlichen Schwachsinn…

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  3. Rolf Peter
    Rolf Peter sagte:

    „Man kann das Ganze nämlich auch ganz anders sehen.“

    Stimmt, kann und darf man. Idealerweise kann man das auch begründen. Die NZZ kann es nicht.

    Die ersten beiden Bullets haben mit der Erbschaftssteuer schlicht nichts zu tun, sondern wiederholen Allgemeinplätze, die sich auf die Staatsausgaben beziehen. Man könnte das Steueraufkommen auch als Sozialdividende ausschütten; dann läge es bei den Individuen, wie sie das Geld ausgeben.

    Der dritte Punkt verfehlt auch das Thema. Aus der Tatsache, dass es keine völlige Chancengleichheit geben kann oder gibt, folgt ja nicht, dass man durch bestimmte Massnahmen wenigsten zum Teil Chancengleichheit erzielen kann.

    Was den vierten und den letzten Punkt betrifft, so kann in der modernen Zeit eine normale Familie ohne eine funktionsfähige Gesellschaft nicht existieren. Es geht ja nicht darum, Erbschaften generell abzuschaffen, sondern die Konzentration zu hoher Vermögen zu verhindern bzw. abzumildern, weil solche Konzentrationen langfristig fuer die Gesellschaft, jedenfalls fuer eine Mittelschichtengesellschaft, schädlich sind.

    Kurz, der NZZ-Artikel begründet eigentlich nichts. Vermutlich wird die Zeitung vor allem von Leuten gelesen, die sich ueber die Erbschaftssteuer einfach nur ärgern.

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    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Rolf Peter

      “Man könnte das Steueraufkommen auch als Sozialdividende ausschütten; dann läge es bei den Individuen, wie sie das Geld ausgeben.”

      Natürlich. Aber wovon sollen die Linken dann den Ihrer Meinung nach für sie angemessenen Lebensstandard finanzieren?

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    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      @ Rolf Peter

      Da waren Sie ein wenig schneller und haben mir ein wenig Zeit geschenkt.

      Noch als Ergänzung: Wer sich nicht ganz dumm anstellt, kann auch in Deutschland mit zwei Kindern und vier Enkelkindern alle 10 Jahre 1,6 Mio. als vorzeitiges Erbe steuerfrei verschenken. Wer also rechtzeitig handelt, kann ohne jede weitere rechtliche und sonstige Konstruktionen rund 4,8 Mio an seine Kinder und Enkel vererben. Davon können allerdings geschätzte 95 % aller Kinder in Deutschland nur träumen.

      LG Michael Stöcker

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      • Happy
        Happy sagte:

        Und am Schluss kommt eine Steuer dabei raus, die exakt diesen 95% die letzten Kröten abnimmt und bei den 5% nichts verändert.
        FG
        Happy

    • weico
      weico sagte:

      @Rolf Peter

      “Vermutlich wird die Zeitung vor allem von Leuten gelesen, die sich ueber die Erbschaftssteuer einfach nur ärgern.”

      Da vermuten sie falsch !

      Die NZZ wird Mehrheitlich von gutsituierten bürgerlich-liberalen Leuten gelesen ,die über solche sozialistische Umverteilungsfantasien höchstens kurz schmunzeln.

      Die NZZ steht politisch ja der FDP/Die Liberalen nahe . Ein Zusammenschluss zwischen der Freisinnig-Demokratischen Partei und der Liberalen Partei Schweiz.

      In dieser “politischen Ecke” geht es um die liberalen Grundwerten: Freiheit, Gemeinsinn und Fortschritt….und nicht um Neid, Gleichmacherei und sonstiges Sozialgeschwurbel …:-)

      Antworten
  4. Tom96
    Tom96 sagte:

    “Rom begann als eine Republik von Kleinbauern, von denen jeder sein eigenes Stück Land besaß. Man musste ein Landbesitzer sein, um in die römische Armee eintreten zu können; es war eine große Ehre, und der Pöbel wurde nicht aufgenommen. Wenn die Republik bedroht war – und Kriege gab es von Anfang an ständig und ohne Unterbrechung – konnte ein Legionär fünf, zehn oder mehr Jahre lang weg sein. Seine Frau und seine Kinder auf dem Hof mussten sich unter Umständen Geld leihen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, und gerieten dann vielleicht in Verzug, sodass die Höfe der Soldaten wieder in den Busch fielen oder von Gläubigern übernommen wurden. Und wenn er die Kriege überlebt hat, könnte ein ehemaliger Legionär nach Jahren der Plünderung, Ausbeutung und Versklavung des Feindes nur schwer auf der Farm zu halten sein. Hinzu kam, dass eine Flut von Sklaven zur Verfügung stand, um die frisch beschlagnahmten Güter zu bearbeiten. Wie Amerika wurde auch Rom immer städtischer und weniger agrarisch. Wie in Amerika gab es weniger bäuerliche Familienbetriebe, dafür aber mehr industriell geprägte Latifundien.”

    https://uncutnews.ch/der-niedergang-des-imperiums-parallelen-zwischen-den-u-s-a-und-rom-teil-iii/

    Ich erinnere zum dritten Mal an Karl Otto Hondrich, der vor der Bundeswehrakademie den kriegsgeilen Idiotenvasallen die Leviten gelesen hat und dessen letztes Werk lautete :
    “Weniger sind mehr” oder so ähnlich…

    Antworten
  5. weico
    weico sagte:

    Die Initiative kommt natürlich von den sozialistischen Umverteilungsgenossen, die es auch in der Schweiz gibt und wurde von den “Jungsozis” lanciert um …… das Klima zu retten ! :-)

    Konkret nennt sich die Initiative ja : “Eidgenössische Volksinitiative ‘Für eine soziale Klimapolitik – steuerlich gerecht finanziert (Initiative für eine Zukunft)'”

    Zuerst müssen die Initianten aber ,bis zum 16.2.2024, die 100’000 gültige Unterschriften sammeln und einreichen .

    Später kommt es dann zur Wahl , wo das Ergebnis wohl wie üblich lauten wird …. wenn es um solche “Erbsachen/Umverteilungsexzesse” geht,…ABGELEHNT !

    Der NZZ-Artikel ist hinter Bezahlschranke ,aber man kann in hier lesen:

    https://12ft.io/www.nzz.ch/meinung/erben-sei-ungerecht-wird-gejammert-von-wegen-erbschaften-sind-bald-das-letzte-mittel-um-sich-der-staatlichen-umverteilung-zu-entziehen-ld.1720736?kid=nl181_2023-1-16&ga=1&mktcid=nled&mktcval=181&reduced=true

    Antworten
  6. Bauer
    Bauer sagte:

    >> bto: “„Auch die Vermögenden selber hadern mitunter mit ihrem Schicksal. …”

    Denen kann geholfen werden mit folgendem Ratschlag: Sein Vermögen liquidieren, davon Gold kaufen, mit diesem hinausfahren aufs Meer und es an der tiefsten Stelle, möglichst tiefer als 3000 m, versenken, und die Erde hat es wieder.

    Antworten
    • Christian Anders
      Christian Anders sagte:

      Und der buckligen Verwandtschaft vererbt man später einen anspruchsvollen Geocache, damit sich die Leistungsfähigen rausmendeln?

      ;-)

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        Wenn man das Gold unter einer dicken Kohleschicht versteckt, findet der bucklige Teil der Verwandtschaft es nie. ;)

  7. Tobias W.
    Tobias W. sagte:

    “Das unverdiente Glück verdirbt nach verbreiteter Auffassung zudem den Charakter: Die Unmoral, die dem nicht selber erwirtschafteten Vermögen anhaftet, schlage auf die Lebensführung der Begünstigten durch.”

    Mir fällt zu dem Thema spontan Verena Bahlsen ein.

    Nochmal: wer in Deutschland volkswirtschaftlich auf das Modell Feudalismus 2.0 setzt – Familienunternehmenstum aus Erbschaftsdynastien – wird in den nächsten Jahrzehnten ein enttäuschendes Erwachen erleben. Dieses Modell ist volkswirtschaftlich nicht konkurrenzfähig.

    Antworten
    • Hansjörg Pfister
      Hansjörg Pfister sagte:

      @Tobias W.
      “Nochmal: wer in Deutschland volkswirtschaftlich auf das Modell Feudalismus 2.0 setzt – Familienunternehmenstum aus Erbschaftsdynastien – wird in den nächsten Jahrzehnten ein enttäuschendes Erwachen erleben. Dieses Modell ist volkswirtschaftlich nicht konkurrenzfähig.”
      So ein Blödsinn. Ich habe das Vergnügen in meiner Nachbarschaft, sowie in meinem weiteren Umkreis, mehrere solcher “Feudalunternehmen” zu kennen, vom Mittelständler bis zum Multi-Milliärdär Konzerneigner. Die sind durchweg erfolgreich, weil sie auf lange Sicht denken und handeln. Ich habe auch schon erlebt, wie ein Kleinunternehmen von einem Mittelständler aufgekauft, dieser dann von einem Konzern übernommen wurde und wie sich da die Unternehmenspolitik etc geändert hat. Es stimmt, im Konzern verdient man mehr, aber der Mittelständler war effizienter.

      Antworten
  8. Hansjörg Pfister
    Hansjörg Pfister sagte:

    Alle höheren Lebewesen wollen bestmögliche Startbedingungen für ihren Nachwuchs (das gilt insbesondere für den Menschen), denn in ihnen lebt ihr Genmaterial weiter. Das ist eine Conditio Humana. Die Marxisten/Neomarxisten lehnen den Begriff der Conditio Humana ab, denn diese steht dem Ziel eines total formbaren Menschen im Weg. Erben ermöglicht bessere Startbedingungen für den eigenen Nachwuchs, erben ist menschlich im positiven Sinne. Diejenigen, die nichts erben und nichts zu vererben haben sind neidisch auf die, bei denen dies anders ist. Auch das ist menschlich, aber im negativen Sinne. Konfiskatorische Erbschaftsteuern sind Kennzeichen des Niedergangs einer Demokratie. Diejenigen, die wenig haben wollen sich es von denen holen, die mehr haben. Der Schuß geht aber immer nach hinten los. Am Schluß haben alle weniger. Warum soll jemand, der viel zu vererben hat, sein Vermögen beisammen halten, wenn es doch am Ende der Staat bekommt. Dann besser verjubeln, in den Sand setzen oder die eigene Hütte am Ende anzünden. Zuviel Umverteilung, gerade durch konfiskatorische Erbschaftsteuern, führen in die organisierte Verantwortungslosigkeit, in den Niedergang, in miserable Lebensumstände, in die Verarmung aller mit Ausnahme derjenigen, die immer, ausnahmslos in jedem System, gleicher sind als alle anderen. Diejenigen, die solches fordern, tun dies, weil sie glauben, dass sie am Ende zu den “Gleicheren” gehören werden. Soviel zur “Moral” dieser Moralisten.

    Antworten
    • DR. Lucie Fischer
      DR. Lucie Fischer sagte:

      @Hansjörg Pfister
      Dr. Markus Krall spricht von “Raubstaat”, vielleicht wurde er wegen solchen Begriffe bei Degussa-Goldhandel gefeuert?

      Antworten
    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @Hansjörg Pfister

      Das ist alles richtig. Aber genauso richtig ist, dass es bei den Erben größerer Vermögen Faulenzer und Nichtstuer gibt und dass in der Tat eher extrem konservativ (zB Immobilien) investiert wird. Das kenne ich (genauso wie Ihre Beispiele) aus meinem Bekanntenkreis und das kann man für ok befinden. Für gesellschaftliche (Struktur)Wandelnotwendigkeiten wäre eine risikobereitere Investitionsstrategie besser. Dass der Staat nun der bessere Entscheider für die Mittelverwendung ist – klares NEIN.

      Aber eine Erbschaftssteuer fände ich trotzdem gut, da Meritokratie von Meriten lebt. Und wenn die Kinder Ausbildung, Bleibe, Netzwerk und Startkapital mitbekommen, dann reicht das. Sich anstrengen sollte immer und überall belohnt werden. Wie man das umsetzt, tja da wird’s in der Tat sehr eng. In einer funktionierenden Demokratie könnte man zB beschließen, dass bestimmte (zukunftsgerichtete) Risiko-Aktivitäten gegen die Erbschaftssteuer gerechnet werden. Seed-financing, Hochschulendowments, Inkubator-Investments, …

      Es wird immer dann problematisch, wenn sehr große Gelder das Gemeinwesen so zu beinflussen suchen, dass es für sie ein Ausschalten/ Abschwächen des Wettbewerbs oder gar des Rechts gibt. Und das passiert halt irgendwann – abhängig von der Persönlichkeit früher oder später.

      Antworten
      • Hansjörg Pfister
        Hansjörg Pfister sagte:

        @Stoertebekker
        “Es wird immer dann problematisch, wenn sehr große Gelder das Gemeinwesen so zu beinflussen suchen, dass es für sie ein Ausschalten/ Abschwächen des Wettbewerbs oder gar des Rechts gibt.”
        Da haben Sie recht. Es ist nur so, dass man an diese großen Vermögen eben nicht dran kommt. Rasiert wird immer nur der Mittelstand.
        Gegen Faulenzer und Nichtstuer habe ich nichts, solange sie sich nicht irgendwo festkleben.

  9. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    „Auch die Vermögenden selber hadern mitunter mit ihrem Schicksal. Vornehmlich Personen aus dem links-grünen Milieu, die aus reichen Familien stammen, sind die eigenen Millionen oftmals unangenehm. Da ihnen der Staat die Bürde des Reichtums leider nicht abnimmt, soll das Geld zumindest dafür eingesetzt werden, Gutes zu tun und die Gesellschaft zu einer besseren zu machen.“ – bto: … die kennen wir auch aus Deutschland.

    Ich kann nur immer wieder dafür werben: Wer glaubt, dass er zu viel Geld hat oder dass der Staat für seine kläglichen Leistungen eine noch höhere finanzielle Kompensation verdient als er der Bevölkerung schon jetzt abpresst, der kann jederzeit eine Überweisung an den Staat machen.

    Schuldentilgungskonto des Bundes
    IBAN: DE17 8600 0000 0086 0010 30
    BIC: MARKDEF1860

    Wir haben auch die Zahlen über die Zahlungseingänge in 2022:

    “Bis kurz vor Weihnachten gingen in diesem Jahr gerade einmal 55.589,46 Euro ein, teilte das Bundesfinanzministerium dem Handelsblatt auf Anfrage mit.”

    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/schuldentilgung-warum-fast-niemand-dem-staat-geld-spenden-will/28885796.html

    Antworten
    • DR. Lucie Fischer
      DR. Lucie Fischer sagte:

      @Richard Ott
      Haben Sie eine Idee, warum unsere erfolgreiche EU-Kommission ein umfassendes ” Vermögens-Register ” plant ?
      Stimmt es, dass Familen über Generationen mit Edelmetallen Vermögen retten? Ich glaube mich zu erinnern, dass Alan Greenspan ( noch jünger und unverbraucht ) dazu geraten hat, finde aber das Zitat nicht mehr, verdammt!

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Doc Fischer

        “Haben Sie eine Idee, warum unsere erfolgreiche EU-Kommission ein umfassendes ” Vermögens-Register ” plant ?”

        Damit wir alle gemeinsam einen besseren Überblick über unsere Vermögen haben? ;)

        “Stimmt es, dass Familen über Generationen mit Edelmetallen Vermögen retten? Ich glaube mich zu erinnern, dass Alan Greenspan ( noch jünger und unverbraucht ) dazu geraten hat, finde aber das Zitat nicht mehr, verdammt!”

        Das bekannteste, was der junge Alan Greenspan geschrieben hat, war der sehr lesenswerte kurze Essay “Gold and Economic Freedom” – ist das Zitat vielleicht daraus? Der kleine Text ist voller Banger, ich höre schon, wie die Schlagader von Genosse Stöcker pumpt:

        “This is the shabby secret of the welfare statists’ tirades against gold. Deficit spending is simply a scheme for the confiscation of wealth. Gold stands in the way of this insidious process. It stands as a protector of property rights. If one grasps this, one has no difficulty in understanding the statists’ antagonism toward the gold standard.”

        https://constitution.org/1-Activism/mon/greenspan_gold.htm

    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @Richard Ott,
      Vielen Dank, genau diesen Aufsatz konnte ich nicht mehr finden!
      Ich frage mich überhaupt, warum kinderlose Politiker sich erdreisten, generationen-übergreifende Entscheidungen zu beschliessen?
      Mehrfach von mir ( sorry ) hier erwähnt :
      Säuglinge & Kleinkinder vor dem 4-5 LJ in Krippen / Kitas unterzubringen widerspricht neurologischen Erkenntnissen postnataler Entwicklung.
      Gehirnstrukturen bilden sich NACH der Geburt aus, wer stabile Bindungen unterbricht, verhindert kognitive Strukturen, auch Intelligenz-Entwicklung. .
      ( Hyperkinetische Kinder zeigen psycho-motorisch Deprivations-Symptomatik, werden dann lebenslang mit Ritalin = Betäubunsmittel malträtiert. )
      Bei so gennanten ” endogenen Depressionen” finden sich immer Beziehungs-Störungen in der frühesten Kindheit , Antidepresiva dämpfen auch nur Symptome, heilen nicht frühe Deprivation .
      Eltern sollten ihre Kinder gegen Staatsübergriffe jeder Art verteidigen.

      Antworten

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