Wer den War Index nicht versteht, kann nur die falsche Politik machen

Gestern besprach ich einen aktuellen Kommentar von Gunnar Heinsohn zur demografischen Entwicklung in Jemen. Hier nochmals die Fakten, eindeutig und klar. Wer sie nicht sieht, will sie nicht sehen und in seiner Illusion weiterleben. Aber das Aufwachen aus der Illusion kommt garantiert und wird schmerzhaft:

  • „Trump recently told the Pentagon that he fears the United States might be losing the war in Afghanistan. According to the Wall Street Journal, he is pressed to send more troops. Though the president has good instincts, neither he nor his military advisers seem to understand the demographic origin of their problems on the battlefield. Birth rates, not bombs and bullets, explain how an apparently insignificant country like Afghanistan has been able to challenge the two most powerful military machines in the world.“  bto: Das erklärt auch einen Teil der Probleme der Palästinenser und mit den Palästinensern, denn  im Gaza-Streifen hat sich die Zahl Einwohner seit 1950 verzehnfacht.
  • „In 1979, the 380 million people of the Soviet bloc went to war with the 13 million people of Afghanistan. After suffering horrendous casualties (estimates range from 650,000 some 2 million dead) in 10 years of bloody warfare, Afghan rebels should have been ready to surrender. The Soviets and their allies had managed to reduce the number of potential Afghan insurgents from 1.76 to 1.65 million. (…) The Russians were not aware that during a decade of conflict, Afghanistan’s already high war index had jumped from 4.65 to 6.53. Faced with that extreme drive of angry young men, it was the Communist superpower that gave up the fight.“ –  bto: einfach, weil die Russen zu wenig junge Männer haben.
  • „Their demographic advantage is enormous, and in times of conflict has grown. (…) Only the young let go of life easily, Prussia’s leading military instructor, Colmar von der Goltz, had observed in 1883. Goltz recommended putting 17-year-olds in the line of fire. In the wake of 9/11, as America was gearing up for war, the Pentagon was not aware that it would soon be confronted by a nation that had taken Goltz’s advice.“  bto: und die ganze arabische Welt.
  • „No matter how many smart bombs America and NATO dropped, Afghan forces grew stronger. The West was still not aware it was battling demographics. With an average of seven to eight children being born to each woman, Afghan insurgents could easily replace their losses. (…)  Today Afghanistan’s pool of warriors numbers above 5 million; the country’s war index is almost 6.0.“  bto: Damit kann man nur gewinnen, wenn man Massenvernichtungswaffen einsetzt. Und das machen wir aus humanitären Gründen nicht. Zu Recht.
  • „Nations with a war index of 1.0 (such as the United States) or lower (such as Germany, with its 0.65) which consider intervening in Afghanistan, or demographically similar war theatres, must act with extreme caution. NATO countries and other nations with low birth rates are sensitive to battlefield casualties. Statistically, every fallen western soldier represents his mother’s only son—or in many cases, her only child.“ bto: Darum Finger weg aus der Region!
  • „Where the index is 3.0 or higher, generals should think twice about intervening. If intervention cannot be avoided, military leaders should remember the expensive lessons learned by the Russians and the West alike: Planes, tanks, and troops have a limited impact when aggression is being driven by demographics.“  bto: So ist es, die demografische Entwicklung beeinflusst die Entwicklung von Aggression. Deshalb sollten wir uns aus diesen Gegenden möglichst raushalten, humanitäre Hilfe mit Maßnahmen zur Geburtenkontrolle verbinden und zugleich den europäischen Grenzschutz ausbauen. Migration zu uns wirkt wie ein Tropfen auf den heißen Stein und ist zudem höchst unwirtschaftlich. Mit gleichem finanziellen Aufwand erreichen wir vor Ort viel mehr. Zuwanderung darf nur noch durch Qualifizierte erfolgen, da wir sonst in Zukunft gar nicht mehr in der Lage sind, zu helfen.

→ weeklystandard.com: „Afghanistan, Russia, and the War Index“, 10. August 2017

36 Kommentare
  1. Alexander sagte:

    „Love your country, but never trust its government.“
    ( Robert Heinlein, https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_A._Heinlein )

    „Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen.“
    ( Erich Maria Remarque, https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Maria_Remarque )

    Wie schon -vor- der Eurorettung stellt das GG kein Hindernis für amtierende Regierungen dar, wenn es darum geht aussichtslose Verpflichtungen gegen alle Widerstände haftungswirksam zu machen.

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    • Wolfgang Selig sagte:

      @Alexander: Das ist das seltsame am deutschen Grundgesetz. Der Glaube einiger Leute hier, dass es etwas ist, was wir den Briten voraushaben, weswegen die deutsche Demokratie „gefestigt“ sei. Dabei ist es nur bedrucktes Papier, solange es niemand gibt, der gesellschaftlich, vor allem beruflich, etwas riskiert, seine Einhaltung gegen die Meinung v.a. von davon abweichenden Vorgesetzten, Mitbürgern und Medien durchzusetzen.

      Das beginnt m.E. teilweise schon mit der Verwendung von Klarnamen in einem kritischen Blog wie diesem, aber vielleicht sehen das die Mitforisten hier anders? Ich hätte gerne mal eine sachliche und wertschätzende Debatte hier geführt, warum so viele Foristen Abkürzungen oder Phantasienamen verwenden.

      Übrigens, schön, dass Sie Heinlein zitieren. Sein Konzept aus dem Buch (bitte nicht dem schrecklich schlechten Film!) „starship troopers“, dass jeder Erwachsene sich sein Wahlrecht durch zeitlich befristete persönliche Opfer für die Allgemeinheit erst erarbeiten muss, aber auch kein Weltbürger von dieser Option ausgeschlossen werden darf, ist nach meiner Kenntnis als politisch-philosophische Utopie einzigartig, um der Kritik von Winston Churchill an der Demokratie (schlechteste Regierungsform bis auf die, die wir vorher ausprobiert haben) etwas Konstruktives entgegen zu setzen. Natürlich trotzdem nicht unkritisch zu betrachten.

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      • Alexander sagte:

        @ Wolfgang Selig

        Das GG haben die Siegermächte den überlebenden Deutschen geschenkt um neuen Sinn zu stiften und glaubwürdige Inhalte zu schaffen.
        Anders als die Gründerväter der BRD distanzieren sich aktuelle Eliten von den Inhalten oder konstruieren beliebig um. (vgl. Verteidigung am Hindukusch).
        Dabei bekommen Werte nur durch Opferbereitschaft ihren Sinn, Opfer die man selbst bereit ist zu bringen – auch das Leben.
        Heinlein wird mit Remarque übereinstimmen und die Formel des Gelöbnisses für Wehrpflichtige richtet sich an die Werte – Recht und Freiheit für Deutsche.

        Zusammen mit der Wehrpflicht ist wurde Deutschland (2015 Grenzöffnung) ausgesetzt – und zwar einer zahlreichen hungrigen Welt, die gerne kommt.

        Mit der Dekonstruktion alle gemeinsamen Werte verloren die schon länger hier lebenden Deutschen alle Gemeinsamkeiten und sollen sie einem universalen Humanismus opfern. Dabei opfert niemand nichts und alle benehmen sich wie Zombies.

        Solche Propagandafetzen wie „starship troopers“ greifen richtige Inhalte auf um sie durch Spott zu diskreditieren – mit großem Erfolg. Die Folge, die mich beeindruckt ist, dass Opposition in den USA den Bruch mit Hollywood sucht und Beschähmungstaktiken durch Künstler abprallen, wie beim gebührenfinanzierten Fernsehen und seinen unterwürfigen privaten Nachahmern in der BRD.

        Der Epochenwechsel, eingeleitet durch zornige überzählige Söhne (Heinsohn, Demographie, Kriegsindex), hat gerade erst begonnen. Ich glaube nicht, dass überlebte Rituale vergreisender Gesellschaften das überleben – und ich finde das ist gut so.

      • Wolfgang Selig sagte:

        @Alexander: Bei starship troopers halte ich nur den grottenschlechten Film für Propaganda, nicht das Buch. Allerdings drückt sich Heinlein vor der Frage, wie die Werte des Soldaten aussehen sollten, wenn es sich beim Gegner nicht um irgendwelche außerirdischen „bugs“, sondern um andere menschliche Soldaten handelt. Die Namen der Raumschiffe lassen allerdings einen Verdacht zu…

        Außerdem glaube ich nicht, dass die deutsche Grenzöffnung dauerhaft ist. Egal, ob Lega und M5S in Italien, Brexit, Trumps Mauer zu Mexiko, Viktor Orban, AFD, FN, wahre Finnen oder Sebastian Kurz; der Trend geht politisch eindeutig in Richtung mehr Grenzschutz. Insofern glaube ich auch, dass der Epochenwechsel begonnen hat. Nur denke ich, dass der Selbsterhaltungstrieb auch durch noch so viel Propaganda der MSM dauerhaft nicht ausgeschaltet werden kann. Mein Tipp: irgendwann haben wir nur noch eine Konfrontation. Die von Ländern mit hoher gegen die mit niedriger Geburtenrate. Das haben letztere nur noch nicht begriffen, aber sie lernen es über Anschläge wie auf dem Breitscheidplatz gerade auf die harte Tour. Das war aber in der Geschichte schon immer so.

      • Alexander sagte:

        @Wolfgang Selig
        Heute ist man gezwungen die Texte zu lesen, möglichst in alten Ausgaben um ohne Schwierigkeiten die Absicht der Autoren zu erfahren. Man kommt dabei sogar der Zeit näher und beginnt zu verstehen. Remarque, Feuchtwanger, Mann, Jünger, Hesse, Schiller und Goethe lesen…denn die Leute, die im „freien Westen“ Deutungshoheit in Sachen Kunst ausüben, nicht eben zimperlich sind, wenn es um eigene Ideologie geht bzw. genehme Interpretation.

        In Sachen Grenze möchte ich unterscheiden zwischen Mauern zum Schutz und Gefängnismauern. Obwohl der Übergang fließend ist, muss man seine Grenzen schützen nicht zuletzt um staatliche Verfasstheit zu gewähren; dem Rechtsbruch der illegalen Einreise folgen rasch weitere….weil es an Respekt fehlt. Echte Schutzsuchende brauchen nichts zu verbergen – auch nicht ihre Identität. Ehrliche Steuerzahler fürchten doch auch kein Finanzamt?

        Selbstverständlich kann man Grenzen schützen ohne Menschen zu töten, das Signal und Aufklärung wären entscheidend. Signalisieren, dass man keine illegale Zuwanderung legalisiert und Aufklärung, dass nach Kriegsende die Heimat ruft – ohne Kompromiss und Zwischenrufe von Richtern aus der Türkei/Aserbaidschan am EMGR.
        Wer über den Zaun einer Natoeinrichtung steigt, wird Waffengebrauch erleben, nach einem Zuruf + einem Warnschuss… daraus muss man keinen Nazistaat konstruieren und das Personal handelt gemäß Vorschrift/Gesetzgebung.

        Trump vervollständigt mit seiner Mauer nur das Projekt, welches Obama schon in Gang gebracht hat. Die Menschen, die an der besagten Grenze leben wünschen sich das, denn die Kriminalität in Mexiko ist alptraumhaft. Die Machtdemonstrationen durch Drogenkartelle weisen in Brutalität IS/Al Quaida als Humanisten aus. Wer sucht findet Videos im Netz.

        Die Mauer zwischen Israel und Gaza ist eine andere Sache. Sie trennt Menschen, die sich in einem Bürgerkrieg befinden, weil beide Gruppen dieselbe Erde als ihre Heimat beanspruchen. Auch hier reichlich Geopolitik durch Supermächte, Nachbarn und möchte gern EU….traurig, dass das Empire seine Grenzen bewusst kriegshaltig zog als man den Kolonialismus aufgeben musste.

        Vor all dem könnte das GG schützen, man bräuchte sich nur daran zu halten.

  2. Dr. Lucie Fischer sagte:

    Was leider neben der ZAHL der geborenen Kinder nicht berücksichtigt wird:
    die FRÜHKINDLICHE SOZIALISATION von Kindern, z.B. in Afghanistan: dort werden ( Paschtu-Stämme) ) männliche Säuglinge fest in Tücher eingewickelt und damit motorisch monatelang behindert- eine wirksame Methode, um lebenslange Aggressivität zu erzeugen. ( Bekannt auch von Indianerstämmen N-Amerikas). Die seit Jahrhunderten bekannte Feindschaft der verschiedenen Paschtu-Clans untereinander wird u.a. durch diese Praktik ( der Mütter!) begründet.
    Die Schweizer Ethno-Psychoanalytiker ( Parin/ Morgenthaler) haben in verschiedenen Ethnien frühkindliche Sozialisations-techniken mit empirische Feldforschung untersucht , die leider in der derzeitigen Diskussion des “ war-Index“ nicht berücksichtigt werden.
    “ Die Hand an der Wiege ist die Hand, die die Welt regiert“.
    Sowohl die Macht der Mütter als auch die traumatischen Beschneidungs-Techniken der Väter sollten in der “ War-Index“ Diskussion besser verstanden werden.
    Es ist kein Zufall, dass ethno-psychoanalytische Forschung an deutschen Universitäten nicht ( mehr) stattfindet.

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      >… dort werden ( Paschtu-Stämme) ) männliche Säuglinge fest in Tücher eingewickelt und damit motorisch monatelang behindert- eine wirksame Methode, um lebenslange Aggressivität zu erzeugen.>

      Als ich das las, dachte ich zuerst:

      Eine abstruse Erfindung, um etwas zu beweisen, das mit Gewalt bewiesen werden soll.

      Das glaube ich nun doch nicht, auch wenn das in jeder Beziehung sehr weit weg ist von meinen Kenntnissen und Erfahrungen.

      Ohne zu wissen, was wirklich der Fall ist, sehe ich jedenfalls keinen Grund, warum das nicht so sein sollte.

      Unabhängig davon, wie sehr Ihre Aussage durch Messungen mit Vergleichsgruppen etc. erhärtet ist, vor allem auch, dass die Aggressivität LEBENSLANG anhält, interessiert mich Folgendes:

      Ist den Eltern, insbesondere den Müttern BEWUSST, dass sie damit die höhere Aggressivität erzeugen und somit möglicherweise Ihr Kind verlieren, weil es Kämpfe bereiter annimmt als wenn es nicht so aggressiv wäre, kurzum sie ein derartiges Einwickeln mit BLICK auf das fatale Ergebnis erhöhter Aggressivität GEWOLLT tun statt nur einer Sitte zu folgen?

      Und auch diese Frage noch, auf einer Vermutung beruhend:

      Wäre es KONTRAPRODUKTIV, in derart archaischen Gesellschaften auf weniger Aggressivität zu setzen, weil diese Gesellschaften ein so hohes „Niveau“ an kriegerischen Konfliktlösungen haben, dass hohe Aggressivität einfach erforderlich ist fürs Überleben?

      Antworten
    • Frank Renkewitz sagte:

      > Die seit Jahrhunderten bekannte Feindschaft der verschiedenen Paschtu-Clans untereinander wird u.a. durch diese Praktik ( der Mütter!) begründet.

      Spannend.

      Wie habe Parin und Morgenthaler die Kausalität zwischen den Wickelpraktiken der Mütter und der Feindschaft der Stämme nachgewiesen?

      > Es ist kein Zufall, dass ethno-psychoanalytische Forschung an deutschen Universitäten nicht ( mehr) stattfindet.

      Wenn das kein Zufall ist, welchen Umstand haben wir diese Ignoranz der deutschen Universitäten zu verdanken?

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    • Blue and White sagte:

      >… dort werden ( Paschtu-Stämme) ) männliche Säuglinge fest in Tücher eingewickelt und damit motorisch monatelang behindert- eine wirksame Methode, um lebenslange Aggressivität zu erzeugen.>
      Das ist die schwachsinnigste Aussage, die ich seit Monaten gelesen habe.

      Neben Quellenangabe wäre hilfreich, welche Konzeption die zugrunde liegenden “Studien” aufwiesen, um so eine Behauptung zu untermauern. Wieviele Untersuchungsobjekte sind über welchen Zeitraum beobachtet worden, welche Kontrollgruppe gab es, welche anderen möglichen Einflussfaktoren für Verhalten können begründet bzw ausgeschlossen werden, und vor allem, wie wurde die vermeintlich lebenslange Aggressivität gemessen?

      Wenn Sie schon andere Kulturen und deren spezifische Verhaltensweisen abwerten wollen, begründen Sie das bitte genau. Andernfalls verschonen Sie den Blog und die Menschheit mit so einem Humbug.

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  3. Dietmar Tischer sagte:

    Die demografische Entwicklung und davon abgeleitet ein „War Index“ sind ganz sicher Faktoren, die sehr wesentlich sind für die Bereitschaft, Kriege zu führen und den Ausgang von Kriegen.

    Insofern durchaus ein erklärender, Einsichten fördernder Beitrag.

    Dank seiner MONOKAUSALITÄT entwertet Gunnar Heinsohn sich allerdings selbst.

    >The Russians were not aware that during a decade of conflict, Afghanistan’s already high war index had jumped from 4.65 to 6.53. Faced with that extreme drive of angry young men, it was the Communist superpower that gave up the fight.>

    In der Dekade, in der die Russen kämpften, standen ihnen – bezogen auf den War Index – zwar mehr Afghanen gegenüber, aber die ältesten dieser Kohorte gerade einmal 10 Jahre alt.

    >The unbreakable fighting spirit of young men had defeated the hardware of modern war.>

    Wegen DIESER „Kämpfer“ im Kindesalter, die logistisch durchaus produktiv gewesen sein konnten und es vielleicht auch waren, aber damals keine Selbstmordattentäter und dennoch mit „Spirit“ den russischen Panzern überlegen, hat Russland den Krieg beendet?

    Wenn Heinsohn diese These aufrecht erhalten will, MUSS er ausschließen, dass es ANDERE Gründe gab, den Krieg zu beenden.

    Das tut er nicht, seine Schlussfolgerung bezüglich des Kriegsendes ist daher wertlos.

    Zum anderen:

    ÜBERSEHEN wird neben den Kosten für die Kriegsführung regelmäßig der Blutzoll, den entwickeltere Gesellschaften wie im vorliegenden Fall Russland und hoch entwickelte in anderen Fällen NICHT zu zahlen bereit sind. Das hat sicher auch etwas mit Demografie zu tun – aber mit der auf der anderen Seite. Sie betrifft die LEIDENSFÄHIGKEIT.

    Aus meiner Erfahrung, beispielhaft:

    Die USA hätten mit nationaler Anstrengung ganz Vietnam mit Napalm niederbrennen können. Es wäre allerdings sehr teuer geworden und daher sowie aus anderen Gründen mussten sie auch Bodentruppen einsetzen. Irgendwann hatten die USA so um die 50.000 Tote zu beklagen. Jeder Meiler hatte ein paar Tote – und die Leute wussten nicht einmal, wo Vietnam lag und warum ihr Land da Krieg führte (angefangen mit der Lüge des Tonkin-Zwischenfalls).

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  4. Hellequin sagte:

    Interessant wäre einmal zu erfahren wie der Heinsohnsche War Index im Deutschland zu Zeiten der 68er oder der Babyboomer in den späten 70ern ausgesehen hat. In meiner Generation musste man immer gegen die Masse der Mitbewerber im Studien-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze kämpfen. Ist die 68er Revolte auch mit einem hohen War Index verbunden?

    Antworten
    • Bakwahn sagte:

      Hellequin,
      Die hohe Zeit der Studentenrevolte war etwa von 1967 bis 1969 (damals im Herbst 69 der erste Machtwechsel von der CDU auf die sozialliberale Koalition).
      Wer war denn nun die Masse der revoltierenden, aufbegehrenden, aufsässigen, die „Alten“, das „Establishment“ kritisierenden Studenten?
      Wer hat die „Sit-ins“, andere Protestaktionen in den Unis und die großen Demonstrationen auf den Straßen in Berlin und Frankfurt z.B. organisiert, angeführt und was für Studenten stellten die große Masse der Protestierenden?
      Mediziner? Juristen? Naturwissenschaftler und Studenten aus dem Maschinenbau und den Ingenieurswissenschaften? VWLer, Ökonomen? FEHLANZEIGE!
      Die Masse waren Geistes- und Sozialwissenschaftler wie Politologen, Soziologen, Philosophen, Historiker, Philologen aller Sprachen. Alle die, die brotlose Kunst studierten.
      Diese Geistesakrobaten wollten alle einen Job; und zwar im öffentlichen Dienst ab A13 aufwärts! Vorzugsweise in Uni und Schule. Darum ging es.

      Felix Haller alias Bakwahn

      Antworten
    • mg sagte:

      Meiner Ansicht wäre es interessant zu sehen, wie gut oder schlecht der Heinsohn’sche Kriegsindex tatsächlich mit Parametern wie z.B. Krieg/Nicht-Krieg, Kriegstote, Kriegsverletzte, Kriegsgeschädigte (männl., weibl., childr.) korreliert.

      Es bliebe dann zwar immer noch bei deskriptiver Statistik, wenn man aber irgendwelche Schlüsse oder Empfehlungen aus dem Kriegsindex ableiten will, wäre das das Mindeste.

      Datenmaterial dazu sollte es genug geben.

      > Nations with a war index of 1.0 (such as the United States) or lower (such as Germany, with its 0.65) which consider intervening in Afghanistan, or demographically similar war theatres, must act with extreme caution.

      Oder einfach ganz die Finger davon lassen. Mir fielen da außer der Demographie noch andere Gründe ein.

      Antworten
  5. Klaus Samer sagte:

    Die über 10 Jahre geborenen Kinder sind am Ende der 10 Jahresperiode nicht alle 10 Jahre alt, sondern eher 1/10 der Gruppe der in dieser Zeit geborenen.

    Hier einen preussischen General zu zitieren ist ja ganz witzig aber als dieser die Zeilen geschrieben hat dürfte die durchschnitlliche Lebenserwartung bei ca. 35 gelegen haben :https://pro-heraldica.de/wissenswertes/lebenserwartung/ , ein Grund warum die Familien damals auch noch bis zu 10 Kinder hatten, dies kann ich auch aus der eigenen Familie nachvollziehen.

    Damit standen die Jungen Männer ca. in der Mitte ihres Lebens und nicht am Anfang und waren wahrscheinlich auch nur in dem Alter noch zum Wehrdienst zu gebrauchen.

    Zur Psychoanlayse hätte ich gerne Hoimar von Diffurth zitiert aber das ist mir dann doch zu haarig für das Forum deshalb Karl Krauss :“Die Psychoanalyse ist jene Krankheit, für deren Therapie sie sich halte !“

    Antworten
  6. Christian Maler sagte:

    Bto: “Mit gleichem finanziellen Aufwand erreichen wir vor Ort viel mehr.”

    Grundsätzlich teile ich die Auffassung, dass der Einsatz von Mitteln, welcher Art auch immer, zur Bekämpfung von Fluchtursachen vor Ort effizienter ist als der nachgelagerte Versuch zum Umgang mit den (Flucht-) Folgen. Allerdings wurde in einer Youtube-Dokumentation zum Thema der zukünftigen Entwicklung von Afrika (ich weiß leider nicht mehr welche) ein interessanter Punkt eingeworfen:

    Die Unterstützung vor Ort und der damit verbundene Aufschwung können die Möglichkeiten zur Migration erhöhen, da sich mehr Menschen die Reise leisten können. Des Weiteren würden diese Hilfsmaßnahmen wahrscheinlich nicht ausreichen, um den 1,5 bis Milliarden Menschen in Afrika eine langfristige Perspektive zu bieten.

    Auch der Gedanke eines besseren Außengrenzenschutzes ist meiner Meinung nach illusorisch bei zukünftig ca. 600 Mio. Migrationswilligen, deren Möglichkeiten durch die Vororthilfe noch verbessert werden. Auch wenn es von unserem abendländlichen Humanitärverständnis abweicht, so sehe ich auch die Lösung in dem drastischen Zurückfahren der Hilfe in Deutschland für Hilfesuchende, wohlwissend, dass es leider auch unschuldige und moralisch berechtigte Hilfesuchende betreffen wird, und das massive und eindeutige Kommunizieren dieser Maßnahmen vorort in Afrika, sowie der von außen auferlegten Geburtenkontrolle. Ähnliches forderte auch bereit Bill Gates.

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Christian Maler

      Es ist prinzipiell richtig, an den Ursachen anzusetzen.

      Deshalb sollte man bei einer Badzimmerüberflutung den Hahn zudrehen, bevor man den Stöpsel zieht.

      Im vorliegenden Fall ist jedoch ein anderes Kriterium ausschlaggebend:

      Es sind die RESSOURCEN, die gebraucht würden, um Afrika auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zu bringen.

      Abgesehen davon, dass man zuerst einmal die korrupten Regierungen abservieren müsste, was sofort als Kolonialismus gebrandmarkt würde, haben wir die erforderlichen Ressourcen nicht.

      Die durchweg konkurrenzlos schlechten Investitionsbedingungen – große Ausnahme Ruanda nach dem Völkermord von 1994 als relative Wohlstandsinsel mit Diktator – und die hohe Geburtenrate werden den Kontinent unrettbar in grenzenloses Elend stürzen.

      Wir müssen das tun, was wir tun können – die Außengrenzen schützen.

      Es geht um die europäischen Außengrenzen und mit „wir“ sind die Europäer gemeint.

      Das wird erfolgen, weil ALLE europäischen Nationen das gleiche Interesse haben.

      Das dafür aufgewendete Geld ist besser angelegt als in Afrika.

      Man schämt sich, es auszusprechen, aber ich glaube, dass es so ist.

      Antworten
      • Christian Maler sagte:

        @TR:

        Auch wenn ich nicht auf den korruptionsbedingten schlechten Nährboden für Hilfen in Afika eingegangen bin, mit welchem Sie aber Recht haben, stimmen wir beide in Bezug auf die durch Europa begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen überein. Wo ich einfach meine Zweifel habe, ist der Punkt, dass wir es schaffen, die Außengrenzen zu sichern, selbst wenn wir in Europa eine gemeinsame Sicherheitspolitik etablieren könnten. Europa hat ca. 750 Mio. Einwohner, von denen nur ein Bruchteil die Außengrenzen schützt. Dem gegenüber steht ein immer größer werdender Migrationsdruck (wahrscheinlich ca. 600 Mio.) der, soweit glaube ich stimmen wir überein, nicht mit ressourcenbasierten Lösungen gemindert werden kann. Wenn man Heinsohns Idee zum Kriegsindex folgt, steht die Grenzsicherung auf tönernen Füssen. Was vielleicht gegen diese Annahme spricht, wäre das Mittelmeer als natürliche Barriere, welche die Migrationsströme nur an bestimmten Hotspots zulässt, welche wiederum wahrscheinlich leichter zu verteidigen sind.

        In diesem Zusammenhang vielleicht noch ein weiterer Punkt wäre die Frage, ob Europa, besonders Spanien, in Afrika wirklich Exlaven mit europäischen (Asyl-) Recht betreiben muss, auch wenn Spanien eine vergleichsweise konsequente Abschiebpolitik anstrebt?

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Maler

        >Wo ich einfach meine Zweifel habe, ist der Punkt, dass wir es schaffen, die Außengrenzen zu sichern, selbst wenn wir in Europa eine gemeinsame Sicherheitspolitik etablieren könnten.>

        Die Zweifel kann man haben, ich bin mir auch nicht sicher, ob das gelingt.

        Nur so viel dazu:

        Es wird versucht werden und alle Europäer werden sich engagieren, sogar GB denke ich.

        Wir werden keinen Krieg IN Afrika führen, sondern die europäischen Grenzen schützen.

        Das wird schwierig und teuer genug sein, ist aber etwas anderes als das, was z. B. in Afghanistan geschieht.

        Ob es gelingt, wird auch davon abhängen, wie sich die Migrationsströme entwickeln und in welchem VOLUMEN die europäischen Bevölkerungen bereit sind, Mittel dagegen einzusetzen.

        Es wird viel, viel mehr kosten als die meisten sich heute vorstellen können. Verglichen damit – ein trauriger Vergleich – dürfte Trump seine Mauer zum Schnäppchen-Preis bekommen.

        Und dann ist da auch noch Afrika SELBST.

        Ich will nicht darüber spekulieren, was geschehen soll oder müsste, damit oder damit nicht …

        Alles offene Fragen.

  7. Klaus Samer sagte:

    Eine von außen auferlegte Geburtenkontrolle ? Wie stellen Sie sich das denn vor, insbesondere in der Um- und Durchsetzung ? Das hat Gates gefordert ? Da hätte ich dazu gerne mal die Quelle.

    Über Sinn und Unsinn von Entwicklungshilfe wird ja schon lange zu Recht gestritten.

    Eine der Schlüsselvoraussetzungen für eine prosperierende Wirtschaft dürfte schlicht ein funktionierender Rechtsstaat und die Ausrottung von Korruption sein, letztere ist aber häufig in armen Staaten für bestimmte Gruppen mangels staaticher gut bezahlter Jobs die einzige Einkommensquelle, das macht die Sache ja so schwer.

    Antworten
  8. ikkyu sagte:

    Ich schließe mich der Kritik an der etwas monokausalen Erklärung an.

    Ein großer Überschuß an jungen, ungebildeten und religiös-fanatischen Männern ohne Perspektive erhöht sicher die Bereitschaft für kriegerische Auseinandersetzungen.

    Aber woher kommen in den meist armen Ländern die notwendigen Ressourcen für den Krieg?
    Wer liefert die Waffen? Wer verdient daran?

    Krieg führen kostet nicht nur Menschenleben.

    Dewegen sind an den Kriegen oft reiche Länder in irgendeiner Form beteiligt, um ihre Ideologie (Religion oder politisches System) weltweit zu verbreiten, ihre geostrategischen Interessen durchzusetzen oder nur um ein „gutes“ Geschäft zu machen.

    Sad but true!

    Antworten
  9. Dr. Lucie Fischer sagte:

    Bill Gates warnte in Davos letztes Jahr vor der Gefahr einer weltweiten Pandemie mit unzähligen Todesopfern.
    Wer sich über die wissenschaftlichen Fortschritte der Genetik orientiert, weiss um die Möglichkeiten, Viren im Labor auf spezifische genetische Rezeptor-Merkmale ausgewählter Ethnien zu spezialisieren. Die z.B. im arabisch-muslimischem Kulturkreis weit verbreitete
    Parallel- oder auch Kreuzcousinen-Heirat bedingt eine erhöhte genetische Vulnerabilität .
    Dass Pandemie-Viren künstlich hergestellt werden können, ist zu verurteilen, wird im Ernstfall aber kaum je nachzuweisen sein. Die biologische Kriegsführung wird neben Cyber-war konventionelle Kriege ersetzten, das ist zu befürchten.

    Antworten
  10. Alexander sagte:

    Mir scheint, dass alle Militärexperten hier den Zündstoff des War Index nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

    Hoffnungslos abgehängte, unterlegene shithole societies zwingen narzistisch humanistisch westliche Gesellschaften dadurch in die Knie, dass sie ihre Körper als Waffen einsetzen. Kindesalter ist kein Hindernis, wenn der Lohn das Paradies ist und Plastikschlüssel vor dem Betreten der Minenfelder verteilt wurden. Der evolutionäre Weg zum Selbstmordattentäter ist belegt. http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-69790589.html

    Seit 2015 sind überlegende Supersozialstaaten nicht einmal in der Lage ihre Grenzen vor den Leibern von Schutzsuchenden zu verteidigen. Kosten sind egal, unsägliche Gewaltverbrechen ebenso, wenn sich nur alle ihre Hände in Selbstgerechtigkeit waschen dürfen.

    Wer bereit ist Kinder in die Luft zu sprengen oder als menschliche Schutzschilde für Raketenabschusseinrichtungen zu missbrauchen, sieht sich von Europa zu Selbstbedienung eingeladen. Demographisch wird man auf jeden Fall, sozialstaatlich garantiert, überleben.

    Derweil spielen dieselben Regierungen Geopolitik und glauben über verwinkelte Schachzüge ehemalige Kolonien weiter beherrschen zu dürfen, wg. Humanität… (vgl. Frankreich in Mali & Terror in Paris) Und der Wähler empört sich über Waffenexporte, die zweifellos stattfinden, deren Kunden aber keine shitholes sein können, mangels Geld. Die Macheten für den Genozid in Ruanda lieferte seinerzeit China….

    Antworten
  11. Ulrich Remmlinger sagte:

    Ich war 1992 in einem Sternehotel in Ägypten, in dem auch die einheimische Oberschicht Urlaub machte. Einen ganzen Nachmittag lang unterhielt ich mich mit einem gebildeten Purser von Egypt Air. Er prophezeite mir damals schon, daß D untergehen wird, weil wir zu wenig Kinder hätten und deswegen künftig auch keine Soldaten. Nach seiner Meinung beruhte der Machtgewinn eines Landes auf der schnell wachsenden Bevölkerung und möglichst vielen Kindern. Da ich damals noch in den Vorstellungen eines konventionellen Kriegs verhaftet war, hielt ich die Überzeugung des Ägypters für Spinnerei. Schließlich konnte ein US-Kampfjet Tausende von Soldaten auslöschen.
    Mittlerweile ist mir klar geworden, daß der Ägypter recht hatte. Heute werden Kriege nicht mehr mit Waffen geführt, sonder durch Masseneinwanderung. Die Idee der offenen Grenzen war 1992 noch so absurd, daß ich diese Möglichkeit in meiner Argumentation mit dem Ägypter garnicht in Erwägung gezogen hatte.

    Antworten
  12. Evi Dent sagte:

    Ich bemerke sehr viel „wir“ und „unser“ in den Kommentaren.
    Warum habt ihr das alles getan und warum tut ihr nicht das, was ihr meint tun zu müssen?

    Ich gehöre zu dem rhetorisch geschickten Politiker-wir nicht dazu. Ich kann euere Aussengrenzen nicht sichern und ich habe keine Waffen weder im- noch exportiert.

    Bitte mal einen Moment über die versteckte Massenpsychologie nachdenken, welcher sich dieser manipulativ vereinnahmende Plural bemächtigt !

    Antworten

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