Warum uns das billige Geld nicht vor Deflation schützt

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Ich sage schon lange, dass Gelddrucken nicht gegen Deflation wirkt. Henrik Müller sagt insofern nichts Neues. Dennoch hat er recht: „Die jüngste Entwicklung erinnert in der Tat an historische Vorbilder. In den Neunziger- und den Nullerjahren gab es gute deflationäre Tendenzen, ausgelöst vor allem durch die Globalisierung. Sprunghaft stieg die Produktivität in Ländern wie China. Das drückte die Preise. Doch diese Phase mündete in eine Kreditorgie, angefeuert durch billiges Geld und allerlei Kapitalmarktblasen. In der Tat erinnert die derzeitige Situation an die Dreißigerjahre. Die Schulden sind immer noch nahe historischen Höchstständen, während die Wirtschaftsleistung vielerorts (etwa in Italien) wegbröckelt. Eine schleichende Verarmung.“ Und weiter: „Der beste Schutz vor einer hässlichen Deflationsspirale jedoch ist ein echter Schuldenabbau, etwa im Rahmen eines eurozonenweiten Schuldentilgungspakts, wie ihn der deutsche Wirtschaftssachverständigenrat vorgeschlagen hat (bto: und von mir auf die privaten Schulden erweitert wurde). Mehr noch: Teile des Privatsektors in hochverschuldeten Ländern müssen Insolvenzen durchlaufen, Banken geschrumpft und notfalls geschlossen werden.(bto: Richtig!) Auch fünf Jahre nach Beginn der Eurokrise haben die Regierungen immer noch nicht das notwendige Instrumentarium dafür entwickelt.“ – Natürlich nicht. Es ist so ziemlich das Gegenteil eines populären Programms. Da spielen die Politiker lieber weiter Mikado.

SPIEGEL ONLINE: Warum uns das billige Geld nicht vor Deflation schützt, 28. September 2014

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