Corona-Partys an den Börsen?

Die Finanzmärkte im Schatten der Pandemie: Ist der Optimismus gerechtfertigt?

Schwerpunkt in Folge 23 von „beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ ist eine Analyse des Geschehens an den Börsen während der vergangenen Corona-Monate. Ein weiteres Thema ist die neuerliche Debatte um die Grundrente und um die eigentlich für Sommer geplante Rentenerhöhung. Darüber hinaus widerlegt Daniel Stelter diverse Behauptungen von politischer Seite bezüglich der Konjunkturmaßnahmen und er beantwortet eine Reihe sehr interessanter Fragen, die Hörer des Podcasts und Leser seines Blogs gestellt haben.

… oder hören Sie diesen Beitrag über Ihre eigene Player-App:

Kommentare (33) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Heinz Maier sagte:

    Hallo Herr Tischer,
    Das „Nie“ bezieht sich auf die Energiedichte pro Kilogramm Batteriegewicht. Die läßt sich nicht beliebig steigern.
    Hier gibt es oft die (naive) Vorstellung, das Akkus ähnlich wie Computer im kleiner und leistungsfähiger werden können. Das ist leider ein Irrtum.

    Gruß
    Heinz Maier

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Heinz Maier

      „Hier gibt es oft die (naive) Vorstellung, das Akkus ähnlich wie Computer im kleiner und leistungsfähiger werden können. Das ist leider ein Irrtum.“

      Das sind doch die Lügen der Ölindustrie und der Auto-Mafia! Wenn man die Kobolde, die in den Akkus wohnen und arbeiten, nur noch ein kleines bisschen weiter schrumpfen könnte, dann würde es funktionieren. Fragen Sie mal Annalena Baerbock.

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    Dietmar Tischer sagte:

    @ Michael Stöcker

    A. Tooze muss man nicht lesen, kann man aber mit Gewinn zur Kenntnis nehmen, weil seine Argumentation interessant ist.

    Das ist sie, kurz gefasst:

    >The role of central banks has massively expanded.>

    A. T. bezieht sich hier auf die Zeit, als die Zentralbanken Inflationsbekämpfung betrieben, insbesondere auf die 70er und 80er-Jahre, in denen sie nicht wie in diesem Jahrhundert mit neuartigen Maßnahmen deflationären Tendenzen entgegentreten mussten.

    >But with the expansion of their role (and their balance sheets) has gone a loss of clarity of purpose. The giant increase in power and responsibility that has accrued to the Fed and its counterparts around the world in reaction to COVID-19 merely confirms this development. Formal mandates have rarely been adjusted, but there has clearly been a huge expansion in reach.>

    Richtig, die Rolle der Zentralbanken ist wesentlich gewachsen. Damit auch Macht und Verantwortlichkeit und ihr Zweck ist angesichts ihrer Maßnahmen nicht mehr so eindeutig erkennbar.

    Damit geht ein Paradigmenwechsel einher:

    >In the paradigm that emerged from the crises of the 1970s, independence meant restraint and respect for the boundaries of delegated authority. In the new era, it had more to do with independence of action and initiative. More often than not, it meant the central bank single-handedly saving the day.>

    Auch richtig, die Zentralbanken entscheiden und retten das System („Whatever it takes …), weil – oft genug diskutiert und unstrittig – die Politik es nicht kann.

    Das gegeben, beurteilt A. T. das Urteil des BVerfG wie folgt:

    >In challenging the ECB to justify its QE policy, the German court has put in question not just a specific policy but the entire rationale for central bank independence. What is more, it has done so not only formally but substantively. It has exposed the political and material basis that lies behind the norm of independence.>

    Das ist richtig.

    >The German court is right to detect a sleight of hand when the ECB justifies an entirely new set of policies with regard to the same old mandate of the pursuit of price stability. But what the German court fails to register is that this is not a matter of choice on the part of the ECB but forced on it by historical circumstances.>

    Der erste Satz ist richtig.

    Der zweite ist falsch, weil das BVerfG nicht zu beurteilen hatte, ob historische Umstände die ECB dazu gebracht hatten, so zu handeln, wie sie handelt. Historische Umstände waren nicht Gegenstand der Klage.

    Das BVerfG hatte das Handeln zu beurteilen. Punkt.

    >The decision reflects … a concern to defend German national sovereignty.

    Das ist richtig.

    But it also reflects the cognitive shock of failing to come to terms with the role of central banks in a radically changed world.>

    Dieser Satz ist falsch, weil es dem Gericht um die „radikal geänderte Rechtswelt“ geht, wobei die EZB letztlich nur der ANLASS dafür ist.

    Erst wenn geklärt ist, was problematisch in der radikal geänderten Rechtswelt ist, kann man auch darüber reden, welches Verständnis der EZB man haben MUSS.

    Es ist zwar richtig, dass den Entscheidungen der EZB „ultra vires“ vorgeworfen wird, der EIGENTLICHE Adressat des Urteils ist nicht die EZB, sondern das EuGH in Luxemburg.

    Es geht damit um Folgendes:

    Das BVerfG befasst sich – wie ausdrücklich festgestellt – mit der unbestimmten KOMPETENZORDNUNG in einer Rechtswelt, die sich durch das Gemeinschaftsrecht RADIKAL geändert hat.

    Gibt es eine UNBESTIMMTE Kompetenzordnung?

    Die EU ist kein BUNDESSTAAT in dem die Rechtskompetenzen klar bestimmt sind, sondern ein STAATENBUND, dessen Institutionen die Nationalstaaten sozusagen Einzel-, aber keine Generalvollmacht ausgestellt haben.

    In den Worten des BVerfGs:

    „Würden … die Mitgliedstaaten vollständig auf die Ultra-vires-Kontrolle verzichten, so wäre die Disposition über die vertragliche Grundlage allein auf die Unionsorgane verlagert, und zwar auch dann, wenn deren Rechtsverständnis im Ergebnis auf eine Vertragsänderung oder Kompetenzausweitung hinausliefe.“

    Das ist die Begründung dafür, dass sich das BVerfG sich ermächtigt fühlen MUSSTE, ein derartiges Urteil zu fällen.

    Die Gegner des Urteils erkennen sie nicht an und erkennen damit auch das Urteil nicht an.

    Denn sie UNTERSTELLEN, SUGGERIEREN und BESTEHEN darauf, dass mit dem Unionsvertrag das Rechtsverständnis dieser Verträge AUTOMATISCH auf die Unionsorgane ALLEIN delegiert worden sei.

    Das ist schlichtweg falsch, weil die EU kein Bundesstaat ist, dem ALLE nationalen Souveränitätsrechte übertragen worden sind und von dem die Nationalstaaten dafür sozusagen mit nationalen Ausführungsmodalitäten bedacht worden sind.

    Sorry, aber Deutschland hat eben noch ein GRUNDGESETZ, das es sich selbst gegeben hat und folglich auch Richter, die es auslegen.

    Fazit:

    A.T. erkennt das Problem nicht.

    Er kennt aber bereits die Lösung dafür:

    „The more constructive response would be to advocate for a wider mandate to ensure that the central bank does indeed balance price stability with other concerns; the bank’s second objective should surely be employment and not the interests of German savers.”

    Ein erweitertes Mandat für die EZB könnte eine Lösung sein, es wäre aber nur dann eine, wenn sich die Nationen, die der EU angehören, DARAUF verständigten.

    Mag sein, dass die Interessen der deutschen Sparer nicht im Vordergrund stehen, aber ob die EZB auch für Beschäftigung sorgen solle, ist ebenfalls eine offene Frage.

    A. T. ist einer jener, die zu wissen vorgeben, was sein müsse.

    Er irrt genauso wie andere, allerdings intelligenter als andere.

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    • Avatar
      Horst sagte:

      „Er irrt genauso wie andere, allerdings intelligenter als andere.“

      Als Wirtschaftshistoriker ist er eine Koryphäe, einer der wenigen Meister seines Faches, wie er mit „Ökonomie der Zerstörung“ eindrucksvoll bewies, anschließend jedoch, nach eigener Aussage genug davon hatte, in der wirtschaftshistorischen Vergangenheit, vor allem der des Nationalsozialismus, zu graben.

      Ist das der Grund, warum er sich in aktuelle wirtschaftspolitische Debatten einbringt, warum unterrichtet er dann noch als Wirtschaftshistoriker?

      Oder singt er das Lied anderer, die ein großes Interesse an der Machtausweitung der EZB haben?
      https://www.ecfr.eu/council

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      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        Darüber spekuliere ich nicht.

        Ich beurteile nur, was er sagt.

        Demnach ist er m. E. ein integrer Intellektueller.

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    Bauer sagte:

    Und bei allem wird vergessen, dass wir in zwei Jahren aus der Kernkraft aussteigen und niemand weiss, woher genügend Strom dann kommen soll.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Dr. Stelter argumentiert im Podcast NICHT stimmig.

    Einerseits sagt er bezüglich der Auffassungen der Klimaaktivistin C. Reetsma:

    „Geht es AKUT darum, einen noch tieferen Einbruch der Wirtschaft zu verhindern.“

    Andererseits fordert er, die Krise zu nutzen, den Strukturwandel, insbesondere und beispielhaft auch den der Automobilwirtschaft JETZT voranzutreiben:

    Abbau der „alten“ Technologie, also Antriebe mit Verbrennungsmotoren, und Konzentration auf Innovationen, d. h. Investitionen in E-Mobilität.

    Das passt nicht zusammen, ist sogar WIDERSPRÜCHLICH.

    Denn wenn man einen tieferen Einbruch der Wirtschaft verhindern will (angesichts des jetzt schon dramatisch tiefen), kann man nicht Tausende, sogar Hunderttausende von Arbeitnehmer in der Automobil- und Zulieferindustrie sowie in den Werkstätten, die mit konventionellen, noch nachgefragten Produkten in Lohn und Brot sind, auf die Straße setzen.

    Denn:

    Arbeitslose belasten die Wirtschaft, auch wenn sie durch einen leistungsfähigen Sozialstaat abgefedert existieren können.

    Und die Investitionen in die E-Mobilität kompensieren nicht den Wegfall der Arbeitsplätze und die mit diesen Arbeitsplätzen wegfallende Wertschöpfung auch dann nicht, wenn es die Staatshilfe für F&E und Abschreibungserleichterungen gibt, die Dr. Stelter vorschlägt.

    Altmaier eiert herum, das ist richtig.

    Aber er bzw. die Regierung wird das tun, was getan werden muss, nämlich:

    Einen noch tieferen Einbruch der Wirtschaft zu verhindern suchen, wozu auch gehört, dass zu den vielen UNVERMEIDLICHEN Entlassungen (Lufthansa, TUI, Karstadt/Kaufhof, Banken schon jetzt und ein Ende ist noch nicht in Sicht) nicht noch weitere VERMEIDBARE hinzukommen.

    Ich bin daher überzeugt davon, dass der Staat auch die „alten“ Technologien der Automobilindustrie fördern wird.

    Welchen Fehler begeht Dr. Stelter?

    Er BEGREIFT die Gesellschaft bzw. die Volkswirtschaft als ein UNTERNEHMEN.

    Das ist falsch.

    Ein Unternehmen muss sich auf RENDITE hin ausrichten und daher u. U. auch tief einschneidende, mit hohen KOSTEN verbundenen Maßnahmen zur Restrukturierung durchführen.

    Eine Gesellschaft hingegen muss auf ihre STABILITÄT achten und daher sind Kosten wie u. a. deutlich steigende Arbeitslosigkeit in Schlüsselindustrien nicht AKZEPTABEL.

    Nicht zu vermischen damit, weil ein anderes Thema:

    Die Folgen für die Gesellschaft, wenn die Regierung vorrangig NUR auf Stabilität achtet.

    Es dürfte schnell Einigkeit darüber herzustellen sein, dass dies für die Zukunft nichts Gutes verspricht.

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      Ulrich Remmlinger sagte:

      Die Forderung, die Automobilindustrie solle die Krise nutzen um auf E-Autos umzustellen, liegt auf dem gleichen Niveau, wie die Forderung Robert Habecks, die Hotelbesitzer sollten die Krise nutzen um ihre Heizung von Öl auf Solar umzustellen. Bei Habeck haben alle Ökonomen gelacht.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Ulrich Remmlinger

        Man kann die Umstellung schon begründen.

        Nur:

        Die Menschen werden die Umstellung nicht mitmachen, so wie sich die Grünen das vorstellen, jedenfalls nicht.

        Ob begründet oder nicht, Menschen lassen sich ihre Lebensperspektiven nicht entwerten durch Vorstellungen dessen, was sein müsse.

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    Michael Stöcker sagte:

    Sie haben vollkommen recht, Herr Dr. Stelter: Die Bürger müssen sich mehr mit dem Thema Ökonomie befassen. Das gilt übrigens auch für (Wirtschafts)Politiker und Ökonomen. Da sehr viele Menschen/Ökonomen hiermit ganz fundamentale Probleme haben, gibt es von Christian Kreiß die Basics in „einfacher Sprache“: https://youtu.be/u1XJ5HRb4l4.

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        Rolf Peter sagte:

        Tooze gibt ja zu, dass die ECB ihr Mandat überschritten hat. Er hält das fuer richtig, aber ich z.B. bin anderer Meinung. Wenn eine unabhängige, der Idee nach technokratische geführte, Institution ihr Mandat überschreitet und es als Feigenblatt fuer politischen Aktivismus missbraucht, verliert sie ihr Legitimität. Sie übt demokratisch nicht kontrollierten Zwang aus. Zur Zeit spielt sich das in juristischen Spitzfindigkeiten ab; in Wirklichkeit ist es eine Machtfrage.
        Tooze ist ja Historiker und kann schreiben, was er will. Leute wie Frau Schnabel, deren Aufsatz Sie kürzlich verlinkt haben, demonstrieren ihre Expertenarroganz und ihre masslose Selbstüberschätzung, wenn sie meinen, ihre Machtstellung fuer Ziele, zu denen sie keine Legitimation haben, missbrauchen zu können. Diese „Experten“ (Fachidioten?) sind an einer Uni gut aufgehoben, von wo aus sie uns die Welt erklären können, aber ansonsten keinen Schaden anrichten.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Rolf Peter

        „und es als Feigenblatt fuer politischen Aktivismus missbraucht, verliert sie ihr Legitimität.“

        Wenn dem denn so wäre, dann hätten Sie recht.

        „in Wirklichkeit ist es eine Machtfrage.“

        Ja, es ist auch eine Machtfrage.

        „Tooze ist ja Historiker und kann schreiben, was er will.“

        Das gleiche gilt für Rolf Peter. Das ist das Wesen des demokratischen Meinungsbildungsprozesses.

        „Leute wie Frau Schnabel, deren Aufsatz Sie kürzlich verlinkt haben, demonstrieren ihre Expertenarroganz und ihre masslose Selbstüberschätzung,“

        Denken Sie immer an die drei Finger.

        „Diese „Experten“ (Fachidioten?) sind an einer Uni gut aufgehoben…“

        Über welche geldpolitische Expertise verfügen Sie, die Sie zu einem derartigen Urteil befähigt?

        @ ruby

        Werner bringt – wie so oft – vieles völlig korrekt auf den Punkt.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Rolf Peter

        „Diese „Experten“ (Fachidioten?) sind an einer Uni gut aufgehoben, von wo aus sie uns die Welt erklären können, aber ansonsten keinen Schaden anrichten.“

        Diese Hausexperten von der Gelddruck-Fraktion spekulieren alle darauf, dass sie schon längst in Rente sind, wenn ihre Strategie der weiteren Überdeckung aller unserer Probleme mit billigem Geld letztendlich scheitert. Das kann man aus rein egoistischen Gründen gut finden, wenn man im Alter von Herrn Stöcker ist, dass das System bis zur meinem eigenen Ruhestand in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts noch weiterlaufen wird, halte ich aber für ausgeschlossen.

        Davon abgesehen kann man an einer Uni eine Menge Schaden anrichten! Da hilft nur noch die Umschulung auf eine volkswirtschaftlich wertvolle Tätigkeit, zum Beispiel Spargelstechen oder meinetwegen auch Fleischzerleger im Schlachthof.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Rolf Peter

        >Leute wie Frau Schnabel, deren Aufsatz Sie kürzlich verlinkt haben, demonstrieren ihre Expertenarroganz und ihre masslose Selbstüberschätzung, wenn sie meinen, ihre Machtstellung fuer Ziele, zu denen sie keine Legitimation haben, missbrauchen zu können.>

        Wenn sie MEINEN, … MISSBRAUCHEN zu können.

        Frau Schnabel ist zweifellos Expertin, wenngleich auch nur EINE einer größeren Anzahl.

        Woher WISSEN Sie, dass sie ihre Machtstellung, d. h. Expertenwissen missbraucht, weil sie MEINT, es dafür gebrauchen zu können?

        Sie wissen es nicht.

        Niemand weiß es.

        Niemand kann es wissen.

        Sie DISKRIMINIEREN in Form von Frau Schnabel die Meinung von Experten, weil es nicht Ihre Meinung ist, weil sie nicht wollen, dass sich diese Meinung durchsetzt.

        Die Meinung von Experten muss wie alle Meinungen, die als diskussionswürdig gelten, auf den ARGUMENTATIVEN Prüfstand gestellt werden.

        Das wird getan – von Leuten, die Argumentieren BEHERRSCHEN und darin einen WERT für KLÄRUNG sehen.

        Diese Leute betreiben NICHT Vorverurteilung wie Sie.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @Tischer
        Zum wiederholten Male lassen Sie einen Bedingungssatz vorsätzlich weg!
        „…wenn sie meinen, ihre Machtstellung fuer Ziele, zu denen sie keine Legitimation haben, missbrauchen zu können.“
        Alle weiteren Auslegungen und Bewertungen lassen Sie mal besser.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        Was lasse ich weg, wenn die Aussage ist:

        >Leute wie Frau Schnabel, deren Aufsatz Sie kürzlich verlinkt haben, demonstrieren ihre Expertenarroganz und ihre masslose Selbstüberschätzung, wenn sie meinen, ihre Machtstellung fuer Ziele, zu denen sie keine Legitimation haben, missbrauchen zu können.>?

        Die BEDINGUNG für MÖGLICHEN Missbrauch ist das MEINEN von Leuten wie Frau Schnabel.

        Ob dieses Meinen, das eines missbrauchen KÖNNENS ist, hinreicht, TATSÄCHLICH zu missbrauchen, muss nicht weiter erörtert werden, denn es ist nicht hinreichend.

        Selbst wenn es das wäre, wer weiß, was Leute wie Frau Schnabel MEINEN?

        Niemand – wir wissen NUR, was sie sagt.

        Daher meine Frage, die ein WISSEN über das MEINEN von Fraus Schnabel fordert:

        >Woher WISSEN Sie, dass sie ihre Machtstellung, d. h. Expertenwissen missbraucht, weil sie MEINT, es dafür gebrauchen zu können?>

        Und meine Antwort:

        >Sie wissen es nicht.>, weil Ihnen das Meinen von Frau Schnabel nicht bekannt ist (hätte ich dazu sagen können, um explizit zu sein und dem Adressaten das Nachdenken zu ersparen).

        Die Zuschreibung „Expertenarroganz und masslose Überschätzung“ ist aufgrund des Nichtwissens eine aus dem Hut gezauberte Verunglimpfung.

        Kapiert?

        Und unterlassen Sie es, mir „VORSÄTZLICH“ zu attestieren.

        Denn Sie wissen NICHT, ob ich vorsätzlich handle, wenn meinen Ausführungen etwas hinzugefügt werden kann, was ich weggelassen habe – um dadurch meine Auffassung zu verfälschen.

        Ich kann natürlich noch längere Abhandlungen hier schreiben, bin aber sicher, dass dennoch nicht jeder Adressat verstehen würde, was ich sage.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @Herr Tischer
        Sie lassen
        „…fuer Ziele, zu denen sie keine Legitimation haben,..“
        einfach wegfallen!

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        Jetzt verstehe ich, was Sie KRITISIEREN.

        Es ist richtig, dass ich das habe wegfallen lassen.

        Wo ist das Problem, wenn

        a) es für das MEINEN der Frau Schnabel keine Rolle spielt.

        Entscheidend ist, dass sie MEINT, Missbrauch betreiben zu können – egal ob sie sich hinsichtlich ihrer Legitimation für irgendetwas irrt oder nicht.

        Es bedarf keiner Legitimation, etwas meinen zu dürfen.

        b) die ZIELE, die sie mit ihren Meinungen unterstützen, nämlich ein bestimmtes Handeln oder Unterlassen der EZB, NICHTS mit der Legitimation derer zu tun haben, die sie äußern?

        JEDER kann etwas äußern, das hat nicht mit seiner Legitimation zu tun.

        Sie sind insoweit so legitimiert wie ich und Frau Schnabel.

        Sie, ich und Frau Schnabel sind nicht legitimiert bestimmte ENTSCHEIDUNGEN zu treffen, etwa solche, die zu treffen dem BVerfG vorenthalten sind oder sie durchzusetzen.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @Herr Tischer
        Eine deutsche EZB Direktoriumsmitgliedin ist immer Hüterin der EU Verträge und des Grundgesetzes. Und wenn diese Mitgliedin dagegen tätig ist, haben die Organverantwortlichen für dieses Fehlverhalten die entsprechenden Konsequenzen unverzüglich & wirksam sicherzustellen, andernfalls folgt Oranisationsverschulden https://de.m.wikipedia.org/wiki/Organisationsverschulden
        So habe ich den vollständigen Satz verstanden.
        Vorgängerin Lautenschläger hat nach meinem Kenntnisstand entsprechend gehandelt.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        Das WENN muss aber erst einmal RECHTSWIRKSAM festgestellt werden.

        Das Problem:

        WER stellt das rechtswirksam fest?

        Kein Gericht wird es feststellen, weil es keines gibt, das ÜBER dem BVerfG und dem EuGH steht und für eine dann zu geltenden Wirksamkeit sorgen könnte.

        Es wird am Schluss politisch entschieden werden.

        Soweit sind wir noch lange nicht.

        Daher kann Frau Lautenschlager wie jeder andere eine MEINUNG zur Thematik haben.

        Es ergibt keinen Sinn, mit RECHTHABEREI auf der einen wie der anderen Seite etwas BEWIRKEN zu wollen.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @ Herr Tischer
        Exakt, daher ist die Fachexpertin zu hören und dann durch die Gesellschafter mit einem Beschluß, wie sie abzustimmen hat, auszustatten.
        Das ist dann auch die rechtliche Legitimation, welche Gerichte einfordern, hier konkretisiert durch das Prüfen von Verhältnismäßigkeit.
        D’accord s’il vous plait.

      • Avatar
        Gregor_H sagte:

        … der sich von einem ehemaligen Verfassungsrichter erklären lassen durfte, daß das Urteil des Bundesverfassungsgerichts weder ein „Attentat“ noch ein „Angriff“ auf die EZB oder „Europa“ ist.

    • Avatar
      Rolf Peter sagte:

      Wer Mieten und Zinsen als „Leistungslohnes Einkommen“ bezeichnet, sollte vielleicht selbst erstmal an seinen Grundkenntnissen arbeiten.

      Antworten
      • Avatar
        ruby sagte:

        @ Rolf Peter
        Ursprünge:

        „In der Quasi-Verfassung des Lissabon-Vertrages ist der „Grundsatz der offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb“ verankert, was eine weltweit offene Wirtschaftspolitik, also eine vollkommene Integration in globale kapitalistische Wirtschafts- und Finanzinteressen bedeutet. Sie beruht u.a. auf wesentlichen Grundsätzen, die nicht weiter hinterfragt, sondern einfach als richtig vorausgesetzt werden: 1. unbegrenztes Eigentum an Grund und Boden, Unternehmen und Geld, 2. die aus diesen Eigentumsarten resultierenden leistungslosen Einkommen. Man kann sicher sein, dass kein heutiger Wirtschaftswissenschaftler einen Jean-Monnet-Lehrstuhl erhält, der von dieser neoliberalen Theorie, die den 1 % superreichen Kapitalbesitzern dient, abweicht.“

        aus:
        https://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/02/14/540/

        Professor Ferdinand Kirchhof ist ein solcher Monnetjünger par excellance.

  6. Avatar
    Kosider Jürgen sagte:

    Zum angesprochenen Thema des notwendigen Strukturwandels in der Automobilindustrie

    Ja, der Strukturwandel ist dringend notwendig und von der Industrie im Prinzip auch erkannt. Es braucht einen massiven Change Prozess, der nicht nur die Hardware restrukturiert (Produktionskapazitäten, neuer Produktmix in Richtung Elektrifizierung, Mobility as a Service und autonome Systeme, „schlanker“ Vertrieb…) sondern insbesondere Kompetenzen im Bereich der Software aufbaut.

    Ein Beispiel: Bis 2025 will VW bis zu 5000 Software Ingenieure neu einstellen, um die Wertschöpfung der Software von derzeit mit einem Eigenanteil von 10% auf 60% zu steigern.

    Dies sind massive Veränderungen in den künftig benötigten Kompetenzen der Automobilfirmen, die alle im Denken & Handeln von der Hardware Seite kommen (Ausnahme Tesla). Die Herausforderung der Branche ist daher eine kulturelle. Wie bringe ich die besten Software-Ingenieure im Markt dazu, nicht zu flexiblen Startup Unternehmen sondern zu immer noch hierarchisch strukturierten, relativ schwerfällig agierenden „old Economy“ Unternehmen zu wechseln oder dort ihre Berufskarriere zu beginnen. Da sehe ich den größten Challenge für die Riege der „car guys“ in den Vorständen.

    Solange es nicht weitere ernsthafte Wettbewerber wie Tesla geben wird und der chinesische Markt nicht einbricht, haben die deutschen Hersteller nach meiner Beobachtung noch Vorteile, insbesondere im Premium Segment. Aber sie müssen aufs Gaspedal treten.

    Antworten
    • Avatar
      Heinz Maier sagte:

      Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,
      ich kann nicht verstehen, warum Sie in ihrem Podcast die Notwendigkeit zu einem sog. „Strukturwandel in der Automobilindustrie“ (die Abkehr vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität) als eine gegebene Tatsache hinstellen.

      Nach Meinung vieler Experten haben Elektroautos mit Batteriebetrieb keine Chance auf dem Massenmarkt. Preis und Reichweite dieser Autos werden nie auch nur annähernd das Niveau von Autos mit Verbrenner erreichen können. Das ist technisch schlicht nicht möglich.

      Wenn Sie übrigens noch ein Thema für Ihren nächsten Podcast suchen sollten, würde mich ihr Meinung zum Zustand des Bankensystems in der Euro-Zone interessieren. Herr Dr. Markus Krall hat dazu gerade ein sehr beunruhigendes Video auf youtube veröffentlicht.

      Mit freundlichen Grüßen
      Heinz Maier

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Heinz Maier

        >Nach Meinung vieler Experten haben Elektroautos mit Batteriebetrieb keine Chance auf dem Massenmarkt. Preis und Reichweite dieser Autos werden nie auch nur annähernd das Niveau von Autos mit Verbrenner erreichen können. Das ist technisch schlicht nicht möglich.>

        Abgesehen davon, dass die Dinge auch bei der E-Mobilität in Fluss sind und daher „NIE“ mehr als gewagt ist:

        Auf die Experten kommt es nicht an und es kommt auch nicht darauf an, ob die Automobile mit Verbrennungsmotor irgendein Niveau erreichen, gemessen an welchen Kriterien auch immer.

        Wenn die Gesellschaft, vertreten durch ihre Regierungen es mehrheitlich will, dann gibt es E-Mobile und zwar solange, bis es nicht mehr gewollt ist.

        Nehmen Sie Abschied davon, dass der Markt das entscheidet.

        Er ist ausgeschaltet und wird es bis auf weiteres bleiben.

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