Ökonomische Dumm­heiten und illuso­rische Vorstel­lungen

Was der zweite Lockdown für die deutsche Wirtschaft bedeutet und was von der US-Wahl zu erwarten ist

In dieser 47. Ausgabe von „beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ geht es zunächst um den Lockdown Nummer zwei in Deutschland und die damit verbundenen Maßnahmen. Daniel Stelter sagt, was unsere Wirtschaft jetzt braucht und beleuchtet die Verschwendung von Corona-Hilfsgeldern. Außerdem gibt es einen Blick auf die US-Wahl, wo zumindest aus ökonomischer Sicht kein großer Wandel zu erwarten ist – egal, wer das Rennen um das Weiße Haus gewinnt. Im Anschluss beantwortet Daniel Stelter Fragen von Hörern des Podcasts und Lesern seines Blogs. Dazu trägt beim Thema Energiewende auch Prof. Dr. Holger Watter bei, der Gesprächspartner aus der vorherigen Folge.

… oder hören Sie diesen Beitrag über Ihre eigene Player-App:

Kommentare (36) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Maria Kelzenberg sagte:

    Der Tag danach – und was ist eigentlich mit den angekündigten Hilfen?
    4. November 2020
    Heute ist der Tag nach dem 3. November. Genau!

    Der Tag nach der Wahl in Amerika. Es sieht nicht gut aus für die demokratische Welt. Trump erklärt sich zum vorzeitigen Sieger, obwohl es noch bis zu 2 Tagen dauern kann, bis alle Briefwahlstimmen ausgezählt sind. Damit lügt er bewusst und schamlos. Was viele befürchtet haben, ist eingetreten.

    Ein Präsident, der lügt und betrügt und nicht im Geringsten daran denkt, den Platz zu räumen. Damit beschädigt er unwiderruflich die amerikanische Demokratie. Aber wundert uns das wirklich? Nein – denn dieses Szenario wurde bereits vor Wochen, als eines der möglichen besprochen. Nur: niemand hat wirklich damit gerechnet, dass diese Unfassbarkeit tatsächlich real eintreten könnte; dass Trump diese Unverfrorenheit besitzt, tatsächlich die Wahl als Betrug darzustellen, Doch das war naiv.

    Denn Trump pulverisiert seit 4 Jahren das gesamte amerikanische demokratische System. Warum sollte er jetzt – gerade jetzt – damit aufhören? Perfide geplant und leider auch ausgeführt hat dieser Mensch kurz vor den Wahlen zusätzlich dafür gesorgt, dass der oberste Gerichtshof – der Supreme Court – mit einer weiteren ultrakonservativen Richterin (Amy Coney Barrett) besetzt wird. Trotz heftigstem Widerstand!

    Und das Kalkül dahinter?

    Um die weitere Auszählung von eben diesem obersten Gerichtshof stoppen zu lassen. Besetzt ist dieses oberste Gericht nämlich jetzt mit 5:4 für die Republikaner. Damit hat Trump faktisch einen Freifahrtschein für seine Betrügereien. Schlimmer jedoch, als all dies (es ist schon schlimm genug…), ist die Aussicht darauf, wie die Anhänger Trumps reagieren werden?

    Es gibt genügend rechte Bürgerwehren, die nur darauf warten, loszuziehen und das Land in ein Chaos zu verwandeln. Die restliche Welt kann nur mit ungläubigem Entsetzen diesem Treiben zuschauen. Man reibt sich immer wieder die Augen und vermutet sich in einem schlechten Film. Oder fragt sich regelmäßig, aus welcher Bananenrepublik da eigentlich berichtet wird.

    Gerade befinden uns mal wieder am demokratischen Abgrund und müssen zusätzlich mit SARS-Cov 2 und dem erneuten November-Lockdown kämpfen.

    Wir – die Solo Selbständigen. Die, denen geholfen werden soll – es aber nicht tut!

    Immer noch ist unklar, wie die neuen Hilfen beantragt werden können. Es findet sich hierüber – aktuell – immer noch nichts auf den Seiten der Bundesregierung. Der Monatserste liegt bereits hinter uns, sämtliche Kosten sind bereits angefallen…

    NUR – die Einnahmen fehlen! Und die, die helfen sollten – verzetteln sich wieder einmal in Kleinteiligkeiten – und die Existenzängste der zig Hunderttausender Solo Selbständiger nimmt verheerende Züge an.

    Wir wissen nicht mehr ein noch aus.

    Hier noch einmal ein Vorschlag, denn auch Dr. Daniel Stelter in seinem Podcast als praxisnah vorstellt:

    https://think-beyondtheobvious.com/oekonomische-dummheiten-und-illusorische-vorstellungen/

    Die Hilfen sollen und ohne viel Bürokratie (das ist wortwörtlich zu nehmen!) beantragt und schnell ausgezahlt werden. Im Zuge der Steuererklärung, die nächstes Jahr für 2020 eingereicht wird, kann das Finanzamt ganz leicht die Berechnung zum Vorjahreszeitraum 2019 vornehmen. Jeder der weniger im November 2020 verdient hat im Vergleich zu 2019 (dem Finanzamt liegen ja die Zahlen vor!) behält genau diesen Umsatz-Differenzbetrag. Sollte er aus irgendwelchen Gründen doch mehr verdient haben, als im November 2019 (sehr, sehr unwahrscheinlich) dann fordert das Finanzamt den entsprechenden Betrag einfach zurück. Keine Betrügereien möglich!

    Das ist doch eine praktikable und einfache Lösung! Und das Argument der Missbrauchs wäre damit auch endgültig vom Tisch! Denn es gibt keine andere deutsche Behörde, die die finanziellen Verhältnisse eines jeden einzelnen von uns so gut kennt, wie unser Finanzamt.

    Ich verstehe also nicht, warum diese Idee nicht von der Regierung aufgegriffen wird?

    Diese leistet sich doch einen Tross an Beratern, die Unmengen an Geld kosten. Aber keiner von diesen hochbezahlten Beratern (die übrigens auch von uns finanziert werden!) ist in der Lage, auf diese praktikable Lösung zu kommen? Das kann mir doch keiner weismachen! Aber was bedeutet denn dann der Umkehrschluss? Und jetzt klingt es sicher wie eine Verschwörungstheorie – das ist mir schon bewusst…

    Dennoch… für mich lässt diese Vorgehensweise der Regierung nur einen Schluss zu (mit Goodwill auch 2): Die Problematik ist bekannt, es besteht jedoch kein wirkliches Interesse, praxisgerecht zu agieren. Es geht nur um den Schein. Nicht um das Sein; Der Schein der großzügigen Hilfen (was eine Menge Sympathie und Wählerstimmen bringt) und dem Sein – der Realität – die zeigt, dass die Beantragungshürden so hoch sind, dass niemand von denjenigen, die die Hilfe dringend benötigen, darauf zugreifen kann.

    Meine Goodwill Variante: Dieser krasse Widerspruch fällt auf, aber niemand ist in der Lage eine praktikable Lösung zu präsentieren. Doch schon beim Schreiben – hinkt diese Erklärung. Denn der Misstand ist ja nicht erst seit gestern bekannt! Und genügend teure Berater sind ja vorhanden!

    Man hatte seit dem Frühjahr und den darauffolgenden Monaten doch genügend Erkenntniszeit, um Änderungen in der Antragspraxis vorzunehmen. Hat man auch genutzt: Der Zugang zur Beantragung der Hilfen wurde weiter erschwert; Indem man nämlich jetzt nur noch über einen teuren Steuerberater die Hilfen beantragen kann (und in Vorleistung treten muss – mit vielen Hunderten von Euros, um eben diesen zu bezahlen) Und spätestens hier zeigt sich die verquere Denke: Wie soll ein Solo Selbständiger, der nicht weiß, wie er die Rechnungen zahlen soll, auch noch mit vielen Euros in Vorleistung treten muss, um an die Hilfen zu gelangen?

    Wie soll das gehen?

    Das wiederum wurde in der Öffentlichkeit selbstverständlich nicht an die große Glocke gehängt! Doch offensichtlich war höchste Priorität der Bundesregierung, den Missbrauch zu verringern (verständlich!) und nicht eine praktikable Lösung zu finden, die die Hilfen dort ankommen lässt, wo sie dringend benötigt werden. Aber über diese Kleinigkeit wurde großzügig hinweggesehen. Und das ist das, was gewaltig stinkt und mir zeigt:

    Wer diese Regeln macht, hat nicht die leistete Ahnung von Selbständigkeit!

    Nun muss ein Altmaier oder Scholz auch nichts darüber wissen. Aber sie müssen sich von Personen beraten lassen, die aus der Praxis kommen und nicht weiterhin in ihrem Angestellten-Elfenbeinturm hocken und hanebüchene Beantragungs-Kriterien entwickeln, die komplett an der Realität der Selbständigen vorbeigehen! Jedem muss doch mittlerweile aufgefallen sein, wieviel Geld noch in den Hilfstöpfen liegt, obwohl die Not so immens groß ist!

    Warum spricht da niemand der Herren in der Öffentlichkeit darüber?

    Wieso findet es keiner merkwürdig, dass kein oder nur ein verschwindend geringer Bruchteil der Hilfsgelder abgerufen wird? Von 25 Mrd. liegen dort immer noch 24 Mrd.! BINGO!

    Immerhin sitzt jetzt auch Kulturministerin Monika Grüters am Regierungstisch. Das ist nicht selbstverständlich! In der Vergangenheit war das nämlich nicht so.

    Doch die Stimmen der Solo Selbständigen werden immer lauter und verzweifelter!

    Ich merke es ja am eigenen Leib: Mein Mann ist Künstler und verdient unsere Brötchen mit Kunst und Kultur. Wir versuchen uns durch die Monate zu hangeln, mit Fleiß und unserem Erspartem. Wir wollen keine Almosen.

    Wenn einem jedoch die Grundlage verwehrt wird, seine eigene Existenz zu sichern und es dann einem aber fast unmöglich gemacht wird, an groß beworbene Hilfen zu kommen, dann ist der Punkt erreicht, wo das Verständnis aufhört und der Unmut Überhand gewinnt.

    Die Regierung MUSS diesen eklatanten Missstand aufheben!

    Es gibt Lösungen, die sind praxisnah, man muss sie nur annehmen. Wenn hier nichts passiert, dann unterstelle ich Böswilligkeit und Methode. Methode, dass sich niemand der Damen und Herren in Berlin wirklich darum schert, was aus uns wird. Und dass es nur um das Ansehen der jeweiligen Damen und Herren geht. Ich möchte nicht so denken, doch die Praxis zeigt mir leider (bisher) nicht, dass ich falsch liege.

    Ich bin ein friedliebender Mensch. Aber wenn wir hier zugrunde gehen, nur weil sich niemand dort oben dazu bequemt, die wahren Nöte der Betroffenen ernst zu nehmen und zu erkennen, dann bleibt nur noch der Gang auf die Straße.

    Maria Kelzenberg – Betroffene –

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      foxxly sagte:

      das volk in seiner mehrheit, befindet sich in einem hypnotischen zustand. alles was in den nachrichten und sonstigen hauptmedien steht, wird als einzig richtig verstanden und in allen diskussionen etc. als solche verteidigt. ein hinterfragen findet praktisch nicht mehr statt.
      dieser zustand ist genauso gewollt. man will den willenlosen konsument, arbeiter, wähler und bürger insgesamt. jeder ansatz von kritik, oder hinterfragen wird mit totschlag-schlagwörter wie zb. nazi, rechts, rassist, verschwörungen, etc. usw. , diffamiert und mundtot gemacht. diskussion unerwünscht. die suche nach einem besseren weg, findet nur noch vereinzelt bei klein- und mittelstand statt. ja, wir sind bereits mittendrinn, dass menschen dadurch ihre arbeit, oder existenzen verlieren.
      die angeblichen guten demokraten machen selber die demokratie kaputt.

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        Richard Ott sagte:

        @foxxly

        „das volk in seiner mehrheit, befindet sich in einem hypnotischen zustand. alles was in den nachrichten und sonstigen hauptmedien steht, wird als einzig richtig verstanden und in allen diskussionen etc. als solche verteidigt. ein hinterfragen findet praktisch nicht mehr statt.“

        Das könnte ein böses Erwachen geben, wenn diese Woche die orangehaarige Nemesis aller deutschen Haltungsjournalisten wieder die Wahl gewinnt…

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    foxxly sagte:

    @tischer
    so klar und einfach ist es mit dem corona-virus und deren maßnahmen wohl nicht:
    zb.“niemand will die bilder von bergamo sehen“ im netz was zu lesen, dass die millitär Lkw zum einsatz kamen, weil angeblich das reguläre toten -, transportpersonal, oder totengräber, streikten
    -die meßzahl 50 pro 100 000 ist einfach keine saubere zuordnung, ob die infektionen wirklich steigen, weil die bezugszahl fehlt: also infektionszahl pro 1000 testungen!
    – der pcr-test ist ziemlich umstritten.
    – es gibt keine „übersterblichkeit“ gegenüber von grippewellen.
    da setzt eine nicht demokratisch legitimierte staatführung verordnungen durch, welche auf diffusen zahlen beruhen.
    andereseits ist bekannt dass auch das rki spenden über die belinda und bill gates-stiftungen erhalten hat, eben so eine menge von medienunternehmungen.
    die who soll auch hunderte von mill dollar verwendet haben um staaten zum lockdown zu bewegen.
    fakt ist, das große interessen gespiel werden, wie bei andern wirtschaftbereichen auch.
    und zuletzt, dass die politischen maßnahmen einer gewissen willkür anhängt.
    wenn interessen im spiel ist, dann führt dies nicht weniger zu falschen annahmen (und verordnungen)
    wie auch falschmeldungen es im netz dies verursachen.
    die bürger sind sehr verunsichert, verängstigt, und sich einer gewissen willkür ausgesetzt. das vertrauen für die richtigen maßnahmen schwindet.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ foxxly

      Alles IRRELVANT.

      Es geht in meinem Kommentar bzw. der Erwiderung an @ JürgenP um die Maßnahmen, die im EINKLANG von Regierung und der Mehrheit der Menschen sind.

      OB der Einklang auf Fernsehbildern beruht, die NICHT den Sachverhalten entsprechen, auf einer FALSCHEN Interpretation den Sachverhalt richtig wiedergebender Bilder etc., etc., etc. spielt KEINE Rolle, wenn es den Einklang GIBT und DARAUFHIN akzeptierte Maßnahmen ergriffen werden.
      Das schließt überhaupt nicht aus, dass man die Informationen und die Sachverhalte genau unter die Lupe nehmen sollte und dann gegebenenfalls andere Maßnahmen ergriffen werden können oder ERZWUNGEN werden sollten.

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    RealTerm sagte:

    etwas off topic:

    Hier ein m.E. phantastischer Artikel von Lyn Alden mit dem Titel „Banks, QE, and Money-Printing“, wo sie in äußerst kluger, anschaulicher Weise auf die USA bezogen beschreibt, warum es in 2008ff nicht zu signifikanter Inflation gekommen ist und warum es in 2019ff sehr wahrscheinlich zu Inflation kommen wird.
    Die historischen Graphen zu Beginn der Analyse verbildlichen ihre äußerst scharfsinnigen Gedanken ausgezeichnet. Die etwas langatmigen Beispiele kann man übergehen und gleich die Zusammenfassung lesen, man versteht den Artikel trotzdem. Ich bin begeistert!

    http://www.lynalden.com/money-printing/

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ RealTerm

      Habe den verlinkten Text nicht Wort für Wort gewogen, sondern nur mal überflogen.

      Die Lady scheint tatsächlich high class zu sein – engineering und financial thinking combined for an extraordinary fashion of compentce ist schon ein Hinleser.

      Genauso ihr Punkt:

      Es kann und wird sehr wahrscheinlich Inflation geben in der Kombination von monetärer Staatsfinanzierung und expansiver Fiskalpolitik.

      Könnte eine Bereicherung in der Bibliothek von Dr. Stelter sein.

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    Dietmar Tischer sagte:

    1) „VERSAGEN“

    Dr. Stelter behauptet:

    „Gewisses Versagen in den letzten Monaten, die Regeln auch durchzusetzen, die wir hatten.“

    Man hätte zweifelsohne versuchen können, sie konsequenter durchzusetzen.

    Es ist aber eine ILLUSION zu glauben, dass DIE Regeln in UNSERER Gesellschaft durchgesetzt werden KÖNNEN.

    Man kann manche Regeln durchsetzen, aber NICHT alle – jedenfalls nicht alle, soweit sie erforderlich sind, die Ansteckungsrate einer Pandemie so gering wie möglich zu halten.

    Denn es ist schlichtweg UNMÖGLICH, im Privatbereich Regeln durchzusetzen. Man kann z. B. NICHT jeder Wohngemeinschaft permanent einen Polizisten zur Seite stellen.

    Wir müssten uns wie die Südkoreaner VERHALTEN.

    Wenn denen gesagt wird, dass Quarantäne heißt, nicht nur die Wohnung, sondern nicht einmal das Zimmer zu verlassen, dann verlassen sie angeblich nicht das Zimmer (so eine südkoreanische Professorin, die in Berlin lehrt, in der Phönix-Runde vom 29.10.).

    Heißt:

    Bei einem derartigen Verhalten muss NICHTS durchgesetzt werden – ANORDNEN genügt.

    2) GERECHTIGKEIT:

    Es ist völlig RICHTIG, was die Zuschrift aus NRW konkret darlegt, dass nämlich die finanzielle Kompensation der Soloselbständigen UNGERECHT ist im Vergleich z. B. mit der für abhängig Beschäftigte.

    Wie ist folgender Fall, der NICHT auszuschließen wäre bei Befolgung des Kompensationsverfahrens von Dr. Stelter, zu bewerten?

    Ein Unternehmer, z. B. ein Soloselbständiger, hätte im Frühjahr bei Anordnung des Lockdowns die von Dr. Stelter vorgeschlagene und von der Regierung so umgesetzte Maßnahme der Umsatzausfallsersatzzahlung vernommen und sich daraufhin ENTSCHIEDEN, im Jahr 2020 KEINEN Umsatz zu erwirtschaften, sondern von seinem Vermögen zu leben. Das Finanzamt würde ihm demnach mit der Umsatzausfallsersatzzahlung seine durch die Pandemie bzw. durch den Lockdown NICHT erzwungene, sondern SEBSTBESTIMMTE Freizeit bezahlen. Dieser Soloselbständige muss sich durch den möglichen Verlust von Kunden nicht einmal schaden, dann nämlich nicht, wenn er in 2021 seine Unternehmertätigkeit aufgeben wollte.

    Die Gewinnschranke, die Dr. Stelter zum Zweck MISSBRÄUCHLICHER Gestaltung aufstellt und nach der der Unternehmer nicht mehr Gewinn machen darf als im Vorjahr, greift hier nicht.

    Denn der Unternehmer erzielt nicht mehr Gewinn als im Vorjahr.

    Das Verhalten dieses Unternehmers ist unethisch, aber nicht gesetzeswidrig, z. B. kein offensichtlicher Betrug.

    Der Staat müsste bei JEDEM, an den Umsatzausfallsersatzzahlung geleistet wurde, PRÜFEN, ob er nicht FREIWILLIG auf UMSATZ verzichtet hat.

    Das wäre z. B. durch eine Kundenbefragung möglich, ist aber unrealistisch.

    Kurzum:

    Auch das von Dr. Stelter vorgeschlagene und der Regierung empfohlene Verfahren kann Ungerechtigkeit NICHT verhindern.

    Es wäre aber EFFIZIENTER und würde – nahezu mit Gewissheit anzunehmen – WENIGER Ungerechtigkeit schaffen als das praktizierte.

    Darauf käme es nach Lage der Dinge an und daher kritisiere ich es nicht, sondern würde es auch empfehlen.

    3) NACHHALTIGE FINANZWIRTSCHAFT

    Die Sprachnachricht des Kommentators Martin Trage legt gut BEGRÜNDET dar, dass ESG für die Finanzwirtschaft NICHT nachteilig sein MUSS.

    Es kann sein und wird vermutlich so sein, dass Investoren aufgrund des ESG-Labels eines Unternehmens – also vermeintlicher oder tatsächlicher ESG-KONFORMITÄT wegen – dessen Risiken NICHT mehr HINREICHEND beachten werden.

    Das ist aber ein DEFIZITE der Investoren, nicht eines derer, die auf ESG bestehen.

    Wenn man ESG kritisieren will, muss man das anders angehen als über das Risiko für Anleger.

    Die Kritik müsste die gesamtgesellschaftlichen WOHLSTANDSVERLUSTE ins Visier nehmen.

    4) Mit FORSCHUNG zur ENERGIEWENDE

    Prof. Watter hatte dargelegt, dass es sehr RESTRIKTIVE physikalische Grenzen für die BEKANNTEN technischen Verfahren gibt, mit denen regenerative Energie produziert werden kann. Mit Blick darauf, so seine weitere Darlegung, könne der Energiebedarf einer Industrienation wie unserer nicht autonom befriedigt werden.

    Der Podcast wirft mit Verweis auf einen Wahlgewinner Biden und dessen Absicht, eine gigantische Forschungsinitiative für die Gewinnung regenerativer Energie zu initiieren, folgende, wie ich finde, RELEVANTE Frage auf.

    Ist es eine SINNVOLLE, weil möglicherweise ERFOLGREICHE Strategie, auf Basis von Grundlagenforschung neue, d. h. bisher NICHT bekannte technische Verfahren ENTWICKELN zu wollen, die mit Blick auf die CO2-Neutralität eine Energiewende weitreichender oder auch ihre Realisierung kostengünstiger erscheinen lassen würden?

    Ein fundierte Antwort können m. A. n. nur Naturwissenschaftler geben.

    Sie müssten darlegen, WAS Forschung im Rahmen grundlegender naturwissenschaftlicher ANNAHMEN und ERKENNTNISSE (noch) leisten bzw. nicht (mehr) leisten kann und was die FOLGEN wären, wenn man die GELTENDEN Annahmen und Erkenntnisse der Naturwissenschaften für DIESES Projekt über Bord werfen würde.

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      Bauer sagte:

      @ D. Tischer

      >> „Das Verhalten dieses Unternehmers ist unethisch, aber nicht gesetzeswidrig, z. B. kein offensichtlicher Betrug.“

      Wieso denn das? Dieser Unternehmer mindert damit zunächst sein Vermögen (und damit seine Altersvorsorge) und vermeidet unnötige Betriebsverluste, die nicht erstattungsfähig wären. Die Ausfallzahlungen ersetzen ihm ganz oder teilweise die Lücke, was aber erst am Ende auszumachen ist.
      Er gewinnt ausserdem freie Zeit um zu überlegen, ob er danach weitermachen will oder eine andere Beschäftigung wählt. Alles in allem das vernünftigste, das er tun kann.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        Es ist unethisch, weil er sich ohne irgendwelche Not auf Kosten ANDERER, d. h. der Steuerzahler BEREICHERT.

        Aus welchen Gründen er dies mit welchem Ergebnis tut, und ob es vernünftig für ihn ist, es zu tun, spielt dafür KEINE Rolle.

        Auch folgende Variante – Ihre Annahme weitergedacht – könnte nichts an diesem Befund ändern:

        Angenommen, der Unternehmer setzte zukünftig etwas ins Werk, das der Gesellschaft MEHR nützt als zuvor, etwa durch mehr Beschäftigung und höhere Steuerzahlungen und er damit sogar die erhaltenen Umsatzausfallsersatzzahlungen übertreffen würde:

        Der TATBESTAND der BEREICHERUNG ist durch eine nachträgliche, nicht voraussehbare, wenn auch gewollte Wiedergutmachung NICHT aus der Welt zu schaffen.

        Bei einer Verurteilung, die nach Lage der Dinge nicht möglich ist, gäbe es aber mildernde Umstände ;-)

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      JürgenP sagte:

      @ DT
      Zu 1) Weil die Regierung sich im Klaren sein musste, dass ihr zu spätes Handeln gegen das Pandemierisko zwangsläufig zu Pandemiefolgen führen muss, hätte sie in der Tat „anordnen“ und konsequent „durchsetzen“ müssen. Es gibt in einer solchen Situation nichts zu diskutieren – oder würden Sie nach einem Strömungsabriss am Flügel Ihres Jets mit Mannschaft oder Passagieren über „Modalitäten“ das Absturzes schwatzen.

      Zu 2) Richtig.

      Zu 3) Zweck eines Unternehmens ist Leistungen gegen Bezahlung anzubieten, um für Investitionen notwendige Gewinne zu machen und Steuern an die Allgemeinheit zu zahlen. Wünscht ein Kunde „ESG“-Leistungen ohne zu bezahlen, und sei es der Staat, sollte ein Unternehmer ihn nach Hause schicken. Umgekehrt genauso. Habe ich Herrn Milton Friedmann falsch verstanden?

      Zu 4) Nun warten wir dann auf die gigantische Forschungsinitiative und tun erst mal nichts. Dabei kann und muss heute angefangen werden „NICHT bekannte technische Verfahren ENTWICKELN“, um sie morgen zu haben. Möglicherweise sollte die Methode der Entwicklungstätigkeit geändert werden, um schneller und zielgenauer zu werden (als Biden & Co).

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ JürgenP

        Zu 1)

        Richtig, die Regierung hätte ihre Maßnahmen konsequenter durchsetzen müssen, weil sie im EINKLANG mit der Bevölkerung war – NIEMAND wollte Bergamo-Bilder hierzulande sehen.

        Richtig auch, dass es angesichts dieses Einklangs NICHTS zu diskutieren gibt, abgesehen vielleicht von gewissen Modalitäten mit geringer Bedeutung.

        ABER:

        Es sollte IMMER darüber diskutiert werden, was man ERREICHEN will und was nicht (im Rahmen des Möglichen).

        Daher:

        Wenn HEUTE ernsthaft eine LANGFRISTSTRATEGIE von der Regierung gefordert wird, kann man nur den Kopf schütteln.

        Da der Virus nicht verschwinden wird und es daher nach Aufhebung eines jeden Lockdowns WIEDER zu Ansteckungswellen kommen wird bis zu einem wirksamen, für alle verfügbaren Impfstoff, wird letztlich die Bevölkerung darüber entscheiden MÜSSEN, was VERHÄLTNISMÄSSIG ist:

        Auf wieviel Freiheit und Wohlstand inkl. psychisches Wohlbefinden etc. will man verzichten, um Menschenleben nicht zu gefährden und zu verlieren durch den Virus?

        Wenn die Menschen darüber entscheiden, weil sie z. B. mehrheitlich gegen die Vorschläge der Regierungen OPPONIERT, dann wird es wird es wirklich GEFÄHRLICH:

        Denn dann haben wir einen KONTROLLVERLUST der Regierungen – die Menschen verhalten sich anders, als diese es für richtig und wünschenswert halten und daher durchzusetzen beabsichtigen.

        Das ist grundsätzlich nicht WÜNSCHENSWERT, weil das der Anfang auf einem MÖGLICHEN Weg ins CHAOS ist.

        Zu 3)

        Sie haben Milton Friedmann falsch verstanden.

        Er hat RECHT damit, dass die größtmögliche Freiheit verloren geht, wenn die Unternehmen nicht mehr uneingeschränkt – sei es durch die freiwillige ADAPTION von gesellschaftlichen Wünschen, sei es durch auferlegten ZWANG – die Allokation der Ressourcen, gemessen an ihrer Profitmaximierung, befolgen.

        Er liegt FALSCH mit der Annahme, dass „gesamtgesellschaftliche Verantwortung“ wahrnehmende Politik die EIGENVERANTWORTLICHKEIT der Unternehmen mit Sinne der Profitmaximierung NICHT einschränken müsse, wenn sie es nur wollte.

        Er hätte Recht, wenn es NUR um so etwas wie BESTEUERUNG ginge.

        Darum geht es aber nicht immer.

        Wenn die Mehrheit der Bevölkerung es als gesellschaftlich verantwortlich ansieht – und NIEMAND kann ihr das verbieten –, z. B. in die unternehmerische ORGANISATION optimaler Ressourcenallokation EINZUGREIFEN, weil sie sich ALS Ressource ARBEITSKRAFT durch dies Organisation beeinträchtigt sieht, dann werden z. B. Mitbestimmungsgesetze geschaffen.

        Übrigens:

        „ESG-Leistungen“ müssen immer von irgendjemand bezahlt werden.

        Das können auch die Eigentümer des Unternehmens sein, wenn dieses aufgrund der Bereitstellung dieser Leistungen WENIGER Ertrag erwirtschaftet. Es können auch die Steuerzahler und/oder auch die Kunden der Unternehmen sein.

        Zu 4)

        Ich würde gern hören, ob eine POSITIVE Perspektive besteht, mit einer gigantischen Forschungsinitiative gewünschte Ziele zu erreiche.

        Dann es geht dabei ja um gigantisch viel Geld und letztlich darum, ob die Forschungsressourcen nicht vorteilhafter eingesetzt werden können.

        Dass die Forschungsinitiative etwas NEUES hervorbringen kann, bezweifle ich nicht.

        Die Frage ist, ob es der Zielerreichung dient oder nicht.

        Vielleicht kann man darüber nichts sagen, sondern nur HOFFEN und hinterher das Ergebnis zur Kenntnis nehmen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @JürgenP

        „Es gibt in einer solchen Situation nichts zu diskutieren – oder würden Sie nach einem Strömungsabriss am Flügel Ihres Jets mit Mannschaft oder Passagieren über „Modalitäten“ das Absturzes schwatzen.“

        Oh doch, in unserer derzeitigen Situation gibt es eine Menge zu diskutieren!

        Besonders dann, wenn die Befürworter von Grundrechtseinschränkungen mit halbseidenen Analogien über Flugzeugabstürze ankommen, obwohl beim Ereignis „Flugzeugabsturz“ nach sehr kurzer Reaktionszeit anteilig viel mehr Beteiligte sterben als beim über Monate andauernden Ereignis „Corona-Pandemie“ (bisher in Deutschland sind in Deutschland 2% aller positiv Getesteten gestorben, beziehungsweise 0,0125% der Gesamtbevölkerung des Landes – so tolle Überlebenschancen haben Sie bei keinem Flugzeugunglück).

      • Avatar
        JürgenP sagte:

        @ RO
        „Oh doch, in unserer derzeitigen Situation gibt es eine Menge zu diskutieren!“
        Richtig, die derzeitige Situation bietet eine Menge Diskussionsstoff, vor allem die Klärung von weit zurückliegenden Fehlentscheidungen, aktuellen Panikhandlungen und Verantwortungen. Fragt sich nur, ob jetzt der richtige Zeitpunkt zum diskutieren ist. Und: wer soll mit wem über was diskutieren, wenn gleichzeitig die Folgen der sommerlichen Nichtdiskussion auf Intensivstationen landen.

        „… Befürworter von Grundrechtseinschränkungen mit halbseidenen Analogien über Flugzeugabstürze …“.

        Analogien machen Situationen anschaulich. Wir können auch einen kurz vor dem Zusammenbruch stehenden Seedeich nehmen. Versuchen SIE es doch dann mal mit Diskussionen über Deichkonstruktionen. Mag sein dass Sie den Überblick über das Abflauen der coronalen Sturmflut haben. Das nützt Ihnen aber nichts, denn die Menschen wollen JETZT nicht, dass sie selbst und ihr Vieh ersaufen / ersticken. Noch haben wir im Lande keine Panik …

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    Richard Ott sagte:

    Zur ESG-Zuhörerfrage:

    Korrelation ist keine Kausalität und ob ESG-Konformität die Konkurswahrscheinlichkeit verringert, zweifle ich an: Die alternative Erklärung ist nämlich, dass sich nur ohnehin ertragsstarke Unternehmen das ESG-Gedöns überhaupt leisten können.

    Antworten
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    JürgenP sagte:

    @ DS

    Folgendes zu einigen angesprochenen Punkten:

    1 – Es wurde gesagt, dass es „die Politik“ seit dem ersten Lockdown nicht geschafft hat, das Land auf das absehbar kommende Destaster eines zweiten Lockdown vorzubereiten. Wie denn auch, nachdem mehrere Jahre von denselben Akteuren grenzenlose Versäumnisse in Sachen „Vorbereitung“ praktiziert wurden und die Feuerwehrtrupps (Länderregierungen) im Vollbrand mit dem Gartenschlauch spielen durften. Mutti Merkel mit dem Gärtnerhut steht, auf der Harke aufgestützt, daneben – statt den Zeitvorsprung konsequent zu nutzen, um … ja was den nun ? – nachdem nach jahrelangem Verschlafen des angekündigten Problems, brauchen die Virologen einfach mal ein paar Jahre bis zum erlösenden Impfstoff.

    2 – Ein Herr Fratscher meint, die Sache sei ausgestanden, wenn man die Wirtschaft für ein paar Wochen in den kompletten Kurzurlaub schickt. Woher weis er das so genau? Es gibt „Simulanten“, die ermittelten etwas anderes:

    „Als erste Schlussfolgerung können wir den Optimismus der Wirtschaft nicht teilen – zu viele selbstverstärkende Wirkungsschleifen bei weltweit reduzierter Konsumlaune und langfristig wirkenden privaten wie öffentlichen Schuldenlasten“.

    Nachzulesen hier:
    https://www.imodeler.de/a/ConsideoPaper-Corona-Virus-SystemischeSicht.pdf

    3 – Kurzarbeitergeld wird aus der Umlage der Arbeitnehmer zur ALG-Versicherung gezahlt. Es ist also kein Geschenk des Staates, sondern eine Refinanzierung aus bereits bezahlten Mitteln, die – falls der Kassenbestand nicht reicht – aus Bundesmitteln aufgestockt wird. Garantiert holt es sich der Geldgeber über Erhöhungen von Beiträgen wieder. Eine ebensolche Regelung gibt es für unversicherte Selbstständige nicht. Hier würde Geld verschenkt. Wieso sollten solche Geschenke verteilt werden, bevor nicht alles andere aufgebraucht ist – das wäre doch unsozial, oder? Man hätte sich ja versichern können … Betriebsausfall wegen 2013 angesagtem NoName-Pandemieerreger.

    4 – Prof. Watter sprach vom Sommer/Winterproblem von Wärmepumpen. Das gibt es auch, ist aber nicht wirklich das Problem beim Betrieb der Anlagen. Wesentliches Problem sind hohe Rücklauftemperaturen infolge hoher Systemtemperaturen infolge > man glaubt es kaum: Hygieneanforderungen für Trinkwasser. Dies kann man noch mit antiquierten Aufschaltbedingungen kombinieren, dann läuft gar nichts mehr (wirtschaftlich). Über zwanzig Jahre wird „regenerativ“ finanziell gefördert, allerdings wurde das Problem „übersehen“, beiseitegeschoben und auf hochriskante Ausweichlösungen gesetzt.

    Die Regierung seit zwanzig Jahren im Prinzip dieselbe, Berater auch > Managementprobleme mit komplexen Anforderungen sind unverändert dieselben. Gemeinsame Ursache für 1-4: Methoden falsch.

    Hauptsache BER ist neun Jahre nach Plan mit Kostenfaktor Pi an den Start gegangen. Ohne Feier. Was soll ein Berliner Politiker auf Kosten des Steuerzahlers da auch feiern.

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    markus sagte:

    Kurzarbeitergeld vs. Freiberufler:

    Das Kurzarbeitergeld wird _Unternehmen_ (oft Konzernen) ausbezahlt, die dadurch ihre Mitarbeiter nicht entlassen müssen. Die Mitarbeiter profitieren indirekt durch eine (reduzierte) Weiterbezahlung des Lohns und den Joberhalt. Direkt profitieren die Eigentümer (und somit auch Aktionäre) der Firma! Die Gesellschaft, so zumindest die Idee, profitiert vom Erhalt funktionierender Strukturen.

    Die Ungerechtigkeit ist damit weniger zwischen abhängig Beschäftigten und Selbstständigen sondern zwischen größeren und großen Firmen, die Kurzarbeitergeld umsetzen können und kleinen Firmen sowie Selbständigen zu suchen, denen dieses Knowhow fehlt.

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @markus:

      Das sehe ich anders. Ich kenne drei Betriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern, die problemlos Kurzarbeitergeld einsetzen. Den Job, den sonst der HR-Bereich im Konzern übernimmt, übernimmt halt hier alternativ der Steuerberater, die Arbeitsagentur oder ein Verwandter, der sich damit auskennt. Geht, wenn man es wirklich will.

      Der wahre Unterschied bleibt zwischen Angestelltem und Freiberufler.

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        markus sagte:

        @SFR:
        Ok. Dann wäre die Alternative nicht die Unterstützung der Unternehmen, sondern die direkte Auszahlung an Angestellte und Freiberufler. Man könnte die Auszahlung z.B. an das Verbot einer Kündigung knüpfen um den gewünschten Strukturerhalt zu haben.

        Meiner Argumentation, dass zuvorderst die Eigentümer der Unternehmen profitieren, haben Sie ja nicht widersprochen.

        Das könnte man übrigens genauso unproblematisch machen, wie Herr Stelter vorgeschlagen hat und zwar genauso über das Finanzamt.

        Damit wären alle gleich behandelt und der Zustand sozusagen Koma-ahnlich eingefroren.

        @Daniel Stelter:
        Was ist eigentlich Ihr Vorschlag, wenn sich der oder die Lockdowns hinziehen? Ihr Vorschlag alles zeitlich begrenzt einzufrieren, macht in dieser Zeit ja quasi alle zu Zombies.

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        Richard Ott sagte:

        @markus

        „Man könnte die Auszahlung z.B. an das Verbot einer Kündigung knüpfen um den gewünschten Strukturerhalt zu haben. “

        Betriebsbedingte Kündigungen während der Kurzarbeit sind auch jetzt schon unzulässig, wenn sie aus dem gleichen Grund erfolgen wegen dem auch Kurzarbeit beantragt wurde.

        „Meiner Argumentation, dass zuvorderst die Eigentümer der Unternehmen profitieren, haben Sie ja nicht widersprochen.“

        Sie sind selbst kein Unternehmer, nicht wahr?

        Ihre Argumentation ist Unsinn, und ich kann Ihnen auch aus Unternehmerperspektive sagen, warum.

        Mit Kurzarbeit werden Sie als Unternehmer, je nach Ausgestaltung unter „Normalbedingungen“ oder „Corona-Sonderregeln“ bestenfalls zu 100% von den Personalkosten und den Sozialabgaben für den Angestellten entlastet – und der bekommt dafür zwischen 60% und 90% seines Monatslohns bei im Extremfall 0 Stunden Monatsarbeitszeit.

        Wenn ich einen Angestellten habe und den auch voll beschäftigen kann, dann erwirtschaftet der aber normalerweise mehr als er im Monat kostet – ansonsten hätte ich ihn ja nicht angestellt. Ich beschäftige niemanden zum Spaß sondern will selbst einen Gewinn erzielen von dem ich dann lebe und außerdem hat jedes Unternehmen Fixkosten, die gedeckt werden müssen und Anlagen und Betriebsmittel, die nur dann nützlich zur Gewinnerzielung sind, wenn auch Personal da ist, das mit ihnen arbeitet.

        Der Mehrwert, den meine Angestellten normalerweise erwirtschaften, entgeht mir, wenn ich sie aus welchem Grund auch immer in Kurzarbeit schicken muss.

        Von den neuen staatlich angeordneten Corona-Einschränkungen „profitieren“ die betroffenen Unternehmen definitiv nicht.

        PS: Kurzarbeit ist wirklich nicht besonders schwierig umzusetzen, auch nicht für kleine Unternehmen. Der Antrag und auch die Abrechnung sind für deutsche Verhältnisse relativ unkompliziert, das schafft auch die Lohnbuchhaltung von kleinen Unternehmen.

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        markus sagte:

        @RO:
        Ja. ich bin kein Unternehmer. Aber ein Unternehmer verdient in der Regel auch mehr als ein Angestellter. Dafür trägt er das Risiko. So zumindest die Theorie.

        In meinem Bekanntenkreis (großer Konzern), gibt es auch Kurzarbeit. Wenn nun aber die aussertariflisch Angestellten (wie die tariflich Angestellten) nur 4 Tage die Woche arbeiten (in Kurzarbeit), dann sich aber die Lage verbessert (oder z.B. in langfristiger R&D gearbeitet ist) und vermehrt Arbeit da ist und diese dann 4 Tage bezahlt kommen, und die Angestellten (Vertrauensarbeitzeit) aber 125% arbeiten, dann haben sehr wohl die Firmen davon profitiert.

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        Richard Ott sagte:

        @markus

        „In meinem Bekanntenkreis (großer Konzern), gibt es auch Kurzarbeit. Wenn nun aber die aussertariflisch Angestellten (wie die tariflich Angestellten) nur 4 Tage die Woche arbeiten (in Kurzarbeit), dann sich aber die Lage verbessert (oder z.B. in langfristiger R&D gearbeitet ist) und vermehrt Arbeit da ist und diese dann 4 Tage bezahlt kommen, und die Angestellten (Vertrauensarbeitzeit) aber 125% arbeiten, dann haben sehr wohl die Firmen davon profitiert.“

        Wenn sich die Lage verbessert, müsste der Konzern eigentlich die Kurzarbeit wieder beenden beziehungsweise dürfte er für die entsprechenden Monate keine Kurzarbeit abrechnen.

        Offiziell 80% Arbeitszeit deklarieren aber in Wirklichkeit 125% Arbeitszeit einfordern funktioniert allerdings auch nur mit Angestellten, die das mit sich machen lassen – das ist kein Problem der Kurzarbeits-Regelung an sich und eher ein Thema für den Betriebsrat.

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        markus sagte:

        @RO:
        Mit dem Betriebsrat haben Sie wahrscheinlich Recht. Wenn es einen gibt und der Angestellte sich traut.

        Nichtsdestotrotz ist die Kurzarbeit eine Versicherungsleistung. Wenn der Topf dafür reicht… von mir aus. Wenn nicht, dann hat dafür der gemeine Steuerzahler gezahlt (oder wird bezahlen). Und der bezahlt dann (mal wieder) irgendwelche Aktionäre oder Eigentümer mit (bei durchschnittlich 23% Lohn-/Einkommenssteuer und ca. 15% Gewerbesteuer und 19% Umsatzsteuer, die überproportional ärmere belastet).

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      foxxly sagte:

      die kurzarbeiter-leistungen sind zwar gut gemeint, verschleiern aber die falsche wirtschaftspolitik in einen hohen maße.
      selbst ohne die corona-krise wären die betroffenen branchen längerfistig in der heutigen struktur nicht überlebensfähig. dem wachstumszwang würde sie langfistig nicht widerstehen/überleben können.

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    weico sagte:

    „Außerdem gibt es einen Blick auf die US-Wahl, wo zumindest aus ökonomischer Sicht kein großer Wandel zu erwarten ist – egal, wer das Rennen um das Weiße Haus gewinnt.“

    Wahre Worte Herr Stelter !

    Statt dass die Medien diesen „US-Wahlklamauk“ in eine Dauerschlaufe senden und kommentieren,würden Sie besser (mehr) über den NEUEN 5-JAHRESPLAN (Nr.14) von CHINA berichten.

    Im Gegensatz zu Europa,wo man bei dem Wort ZUKUNFT fast schon vor Erfurcht erstarrt und bestenfalls Probleme sieht und Ängste entwickelt….gestaltet und entwickelt CHINA aktiv seine ZUKUNFT.

    „Dank“ Herrn Trump’s „genialer“ Chinapolitik gibt der neue China 5-Jahresplan starke Ziele für die eigene Wirtschaft vor : speeding up defense modernization and strong military, self-reliance in technology und “dual circulation” .
    Die staatlichen Subventionsmilliarden werden also fliessen,um die nationalen Ziele und die ZUKUNFTSZIELE zu erreichen .

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      foxxly sagte:

      eine sprichwort: „der kapitalismus verkauft seinen letzten strick, an dem dieser dann aufgehängt wird, – nur um ein geschäft zu machen“
      der wachstumszwang trieb eine grenzenlose naivität des westens in die riesen probleme die wir heute haben: wir haben uns , – der westen, – an politischen und religiösen systeme verkauft und angebiedert, die einfach zu uns nicht kompatibel sind. zb. islam, china etc.
      dies künstliche gier, aus dem wachstumszwang, – würde uns auch an eine fremde planeten-gesellschaft verkaufen, wenn dies technisch möglich wäre.
      gier macht dumm, -ein weiteres sprichwort (und wird teuerst bezahlt werden)

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    Jakob Luttermann sagte:

    Grundsätzliche Richtungsänderung zu einer staatlich gelenkten Wirtschaft:
    Ihr, lieber Herr Dr. Stelter, trockner Kommentar, Marcel Fratzscher sei das Sprachrohr der Bundesregierung, lässt mich frösteln.
    Ich habe gerade ein aktuelles Interview in der linken Wochenzeitung „Freitag“ mit ihm gelesen, in dem er sich unter der Überschrift: „Jetzt kann niemand mehr sagen: Der Staat ist das Problem“ in einem gelungenen, weil seine Geisteshaltung unverfälscht wiedergegebenen Interview freimütig zu aktiver Gestaltung der Wirtschaft über den Staat bekennt.

    Er befürwortet nicht nur die aktive dauerhafte finanzielle Förderung von staatlich präferierten Projekten, sondern auch grundsätzlich die Abschaffung der Schuldenbremse.

    Solche Vorstellungen leisten letztlich der vulgär-keynesianistischen Theorie der „Modern Monetary Theory“ Vorschub und der sie unterstützenden Einführung digitaler Zentralbankwährungen – anders ließen sich die im Interview formulierten Traumschlösser gar nicht finanzieren.

    Dies ist aus meiner Sicht gefährlich und könnte über eine zunehmend gelenkte Wirtschaft langsam in einem sozialistisches System münden, mitsamt einer „sanften“, weil ge-framten Abschaffung der Demokratie.

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      Richard Ott sagte:

      @Jakob Luttermann

      „[Fratzscher] befürwortet nicht nur die aktive dauerhafte finanzielle Förderung von staatlich präferierten Projekten“

      Klar, das ist ja sein eigenes Finanzierungsmodell und funktioniert für ihn sehr schön:

      „Knapp ein Drittel der Einnahmen des DIW Berlin stammen aus der Projekt­förderung sowie aus der Auftrags­forschung (37 Prozent). Bedeutendste Auftraggeber sind dabei deutsche und europäische öffentliche Institutionen (25 Prozent). Weitere Fördermittel werden von anderen Forschungseinrichtungen und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingeworben (neun Prozent). Die Projektmittel von Stiftungen, Unternehmen und sonstigen Einrichtungen machen etwa drei Prozent des Institutshaushalts aus. Rund ein Prozent des Gesamthaushalts wird durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und sonstige betriebliche Erträge finanziert.

      Seine Aufgaben nimmt das Institut stets in wissenschaftlicher Unabhängigkeit [hahaha] wahr. Es veröffentlicht seine Forschungsergebnisse und Beratungsleistungen und stellt sie damit dem Fachpublikum und der Öffentlichkeit zur Verfügung.“
      https://www.diw.de/de/diw_01.c.598936.de/seiten/ueber_uns.html

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