Krypto als Spitze der Spekulation?

Kryptogeld eine Alternative zur bestehenden Geldordnung? – Warum immer mehr seriöse Stimmen Gefallen am „Computergeld“ finden.

Nachdem wir in der Folge 106 über Vollgeld diskutiert haben, geht es in der 108. Folge von „bto 2.0 – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ um Kyptowährungen. Können Kryptos die heutige Geldordnung ablösen? Dazu erneut zu Gast bei bto der österreichische Ökonom und Publizist Rahim Taghizadegan, Leiter des Wiener Scholariums.

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Kommentare (20) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Namor
    Namor sagte:

    Was ich heute vor allem mitnehme: bigtech, Bankenlizenz und eigene Kryptos, die Zutaten für Privatwährung. Das wird kommen.

    Aktienfirmen mit undurchschaubarer Eigentümer- und Machtstruktur. Wer hat bei Twitter den amtierenden Präsidenten den Stecker gezogen? “NGOs”. “unabhängige Medien” etc treiben bis auf weiteres die Politik vor sich her.

    Die Politik würde ja anders, aber die Menschen wollen es so.

    Antworten
  2. Hermann-Josef Stirken
    Hermann-Josef Stirken sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    Danke für den informativen Podcast. Etwas abstrakt bleibt, wie man Bitcoins direkt erwerben kann. Hier wären detailliertere Informationen hilfreich. Aber dennoch war Ihr Beitrag wirklich hilfreich.
    Mit freundlichen
    Hermann-Josef Stirken

    Antworten
    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      Sie registrieren sich bei einer Kryptobörse, zB coinbase (mit persönlicher Identifizierung analog PostIdent), überweisen dorthin von ihrem Girokonto Euros (oder lassen sie von Ihrer Kreditkarte abbuchen) und können dieses Guthaben in Kryptos tauschen. That’s it.

      Antworten
      • Finmex
        Finmex sagte:

        Coinbase hat meines Wissens nach, Nutzerdaten für Werbezwecke verkauft.
        Seriöse Handelsplätze gibt es auch im DACH Raum:
        z.B.
        Börse Stuttgart
        Bitpanda
        Nuri
        usw.

  3. Bauer
    Bauer sagte:

    Ich höre und sehe nichts über das Gegenparteirisiko bei Kryptos. Heute müssen selbst das Einlösungs- oder Wandlungsrisiko als solche angesehen werden, denn sie schränken die Unabhängigkeit ebenfalls ein, sofern es nicht eine Stelle (ZB) mit entsprechender gesetzlicher Verpflichtung gibt oder die allgemeine Akzeptanz vorhanden ist.

    Gold hat kein solches und ist damit ein primäres Asset. Und man kann es ausserdem in die Hosentasche stecken und sich in einer Welt ohne Elektrizität auf die Reise begeben.

    Antworten
    • Bernhard-Albrecht Roth
      Bernhard-Albrecht Roth sagte:

      @ Bauer

      Nachdem es im Gegensatz zu nationalen bzw. supranationalen Währungen bei den Krypto’s keinen Annahmezwang gibt sowie auch kein intrinsischer Wert existiert (Ausnahme bei den wenigen durch Edelmetall gedeckten Krypto’s), muss man das Gegenpartei- oder (wie ich es nennen würde) Absatzrisiko wohl so einschätzen wie bei Bernie Madoff oder den in den 1980er Jahren bekannt gewordenen “Kettenbriefen”, die – wie bei Schneeballsystemen üblich – nur funktionieren, solange die Anzahl der Investoren bzw. die Menge des eingezahlten Kapitals steigt!

      Bei der größten Krypto-“Währung” Bitcoin ist zudem verdächtig, dass der Großteil nur von wenigen Investoren gehalten wird und von dem Entwickler bis heute nur das Pseudonym bekannt ist!

      Davon abgesehen besteht noch ein ganz anderes Risiko:

      Wenn man schon die Verwendung von Bargeld, welches immerhin gesetzliches Zahlungsmittel ist, mit dem Argument der Kriminalitätsbekämpfung zurückdrängt, warum sollte die Gefahr eines Verbots der Krypto’s aus dem selben Grund geringer sein, zumal das dafür eingezahlte Zentralbankgeld (anders als bei Bargeld) den Bankenkreislauf nicht verlassen kann und damit schon im direkten Zugriff der Zentralbanken liegt.

      Beste Grüße,
      Bernhard-Albrecht Roth

      Antworten
      • Finmex
        Finmex sagte:

        Es gibt keinen “intrinsischen” Wert per se. Fiat-Geld hat auch keinen sogenannten “intrinsischen” Wert. Eine Sache hat immer den Wert, welchen Anwender der Sache dieser zuschreiben.
        Bitcoin ist kein Schneeballsystem oder Ponzischema, wie leider in der Presse immer mal wieder verkündet wird.

        – Der Preis entsteht durch Angebot und Nachfrage
        – Wert ist immer subjektiv
        – Der Wert entsteht durch Nutzen, Anzahl der Anwender und durch Knappheit
        – Ein Schneeballsystem hat keinen Nutzen und keine Knappheit, sondern funktioniert nur durch steigende Teilnehmer
        – Dagegen bietet Bitcoin einen sicheren, dezentralen, nicht zensierbaren Wertspeicher in digitaler Form

        Gerade weil hinter Bitcoin keine zentrale Institution oder Person, ist das dass Beste was dieser Anlageform passieren konnte. Es ist nicht manipulierbar. Man vermutet, dass der Erfinder bereits verstorben ist. Letzten Endes ist das Bitcoin egal. Alle ca. 10 min. wird ein neuer Block gefunden.

        Studien über Geldwäsche etc. haben gezeigt, dass dies immer weniger mit Bitcoin gemacht wird, da Bitcoin nicht anonym ist, wie viele glauben. Siehe z.B. hier:
        https://www.stern.de/digital/online/schmutziges-geld–der-grosse-irrtum-um-bitcoin-und-geldwaesche-30384038.html

        Zugegeben, Bitcoin zu verstehen ist nicht einfach. Ich kann das Buch “Der Bitcoin Standard” empfehlen, wenn man grundsätzlich am Thema ineressiert ist.

      • Bernhard-Albrecht Roth
        Bernhard-Albrecht Roth sagte:

        @ Finmex

        “Fiat-Geld hat auch keinen sogenannten ‘intrinsischen’ Wert.”

        Fiat-Geld hat im Unterschied zu Bitcoin & Co selbstverständlich einen intrinsischen Wert, und zwar den Wert, den die in Fiat-Geld aufgenommenen Schulden in der Zukunft haben. In einer überschuldeten Welt ist zwar klar, dass dieser intrinsische Wert geringer ist als sein Nominalwert, er ist aber nie Null, weil Schulden selbst in einer Währungsreform weniger stark abgewertet werden als die Abwertung der neuer Währung.

        “Bitcoin ist kein Schneeballsystem oder Ponzischema, wie leider in der Presse immer mal wieder verkündet wird.”

        Ein altes Indianersprichwort besagt: Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!
        Und was werden die wenigen, die den Großteil an Bitcoins halten (oder einst gehalten haben, was die großen Einbrüche erklären würde?) tun, wenn sich abzeichnet, dass die Blase der Krypto’s platzen könnte (z. B. durch verstärkte Regulierungen, eine größere Wirtschaftskrise mit Deflation oder ein Krypto-Verbot)? Sie werden von dem toten Pferd (endgültig?) absteigen, also (ihre Restbestände?) verkaufen, weil es dann (fast) keinen Nutzen mehr gibt. Und wo wird sich der Kurs von Bitcoin ohne Nutzen, ohne intrinsischen Wert und ohne Annahmezwang (im Unterschied zu nationalen oder supranationalen Währungen) dann wohl zügig einpendeln?

        Der Unterschied zu einem Schneeballsystem wäre dann nur, dass es ggfs. (bisher jedenfalls noch nicht bekannt) keine von Beginn an bestehende Betrugsabsicht gab, und die wenigen, die den Großteil an Bitcoin einst gehalten haben, strafrechtlich deshalb nicht belangt werden können!

        “Studien über Geldwäsche etc. haben gezeigt, dass dies immer weniger mit Bitcoin gemacht wird, da Bitcoin nicht anonym ist, wie viele glauben.”

        Das mag ja sein, aber

        1. gibt es schließlich noch andere Formen der Kriminalität als Geldwäsche und

        2. es kann trotzdem als Vorwand mißbraucht werden wenn es aus politischen Gründen gewollt ist.

        Beste Grüße,
        Bernhard-Albrecht Roth

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Bernhard-Albrecht Roth

        “Fiat-Geld hat im Unterschied zu Bitcoin & Co selbstverständlich einen intrinsischen Wert, und zwar den Wert, den die in Fiat-Geld aufgenommenen Schulden in der Zukunft haben. In einer überschuldeten Welt ist zwar klar, dass dieser intrinsische Wert geringer ist als sein Nominalwert, er ist aber nie Null, weil Schulden selbst in einer Währungsreform weniger stark abgewertet werden als die Abwertung der neuer Währung.”

        So wie damals 1923 in der Weimarer Republik?

        https://img.welt.de/img/finanzen/mobile157907410/4641358437-ci16x9-w1200/Weimar-Republic.jpg

        “Nicht Null” kann eine sehr, sehr kleine Zahl sein…

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Bernhard-Albrecht Roth

        Ja. Aber das ist ein Beleg dafür, dass Fiat-Geld gerade keinen intrinsischen Wert für die meisten Wirtschaftssubjekte hat. Deren Fiat-Geld-Vermögen wird bei starker Inflation mit Währungsreform entwertet, ihre Fiat-Geld-Schulden aber nicht.

      • Finmex
        Finmex sagte:

        “Ein altes Indianersprichwort besagt: Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!”
        Genau deswegen ist Bitcoin für diejenigen die es verstanden haben, die Gelegenheit dem platzenden Fiat Geldsystem zu entkommen.

        Die “Einbrüche” bei Bitcoin beruhen darauf, dass der Mark noch sehr klein ist und von Spekulanten getrieben wird. Sobald die Marktkapitalisierung entsprechend groß geworden ist, wird auch die Volatilität abnehmen. Und immer wieder dieser “intrisische” Wert… Wert ist, was Menschen einer Sache zusprechen.

        Sicherheit, Dezentralität und Zensurresisistenz bei einer mathematisch fixierten Begrenzheit bei steigenden Nutzerzahlen hat einen sehr hohen Wert. Der Netzwerkeffekt ist bei Bitcoin enorm. Dazu hier ein sehr guter Artikel:
        https://aprycot.media/blog/der-bitcoin-netzwerkeffekt/

        “1. gibt es schließlich noch andere Formen der Kriminalität als Geldwäsche und”
        Das war auch nur ein Beispiel. Die Statistitiken zeigen, dass für kriminelle Dinge der Anteil unter 1% der Nutzung mit Bitcoin stattfindet. Mit Dollar oder Euro weit höher.

        Nochmal zum “Verbot”.
        Gold war auch mal verboten… Klar kann man verbieten. Aber wozu? Um ein kaputtes schuldengetriebenes Geldsystem am Leben zu halten, dass den meisten Menschen den Zugang zu Wohlstand versperrt? Ein System zu fördern, was Menschen ohne Bankkonto benachteiligt und ganze Länder einfach so, vom Wirtschaftskreislauf aussperren kann? Klar, die Profiteure wollen keine Änderung und machen den Menschen lieber Angst mit möglichen Verboten, Energieverschwendung, Crash Szenarien usw.

        Verbieten kann man vieles, nur unterbinden kann man Bitcoin nicht. Und das ist beruhigend.
        Und was viele noch nicht verstanden haben, ist dass überzeugte Bitcoiner nicht zurück ins Fiat Geld wollen. Die wollen kein Euro, Yen oder Dollar, sondern ein stabiles, nicht korrumpierbares Geld, dass niemand einem einfach so wegnehmen oder inflationieren kann.

        Zugegeben: Das ist noch nicht so. Bis dahin ist Bitcoin jedenfalls ein perfekter Wertspeicher geleisteter Arbeit. Die Adoption ist bereits in vollem Gange. Viele kleine und ärmere Länder liebäugeln mit dem Vorbild El Salvador. Man wird sehen was die Zukunft bringt.

      • Joerg
        Joerg sagte:

        @Finmex

        zu “Sobald die Marktkapitalisierung [Bitcoin] entsprechend groß geworden ist, wird auch die Volatilität abnehmen.”

        Interessante These. Wie kommen Sie darauf? Koennen Sie das bitte erklaeren/ausfuehren?

        Wenn ich an ander Dinge wie Rohstoffmaerkte, Aktienmaerkte, Staatsanleihemaerkte, etc und deren Entwicklung im zeitlichen Verlauf denke, kann ich nicht erkennen, dass da mit der Groesse der Maerkte Schwankungen geringer geworden waeren?

        Warum sollte es mit Bitcoin anders sein? Ist es vielleicht nachgeplapperter “Wunsch”?

        LG Joerg

      • Finmex
        Finmex sagte:

        @joerg

        Im Vergleich zu anderen Assets ist die Volatilität Bitcoins extrem. Z.B. waren die Rücksetzer 2014 und 2018 bei über 80%! Prozent.
        Auch zwischendurch sind Schwankungen von 10% bis 50% durchaus normal. Da die Marktkapitalisierung, also salopp ausgedrückt “das Geld welches in Bitcoin steckt” erst etwas über 1 Billion Dollar beträgt, lösen Trader/Wale bei Verkäufen diese großen Bewegungen aus. Auch die Medien/Presse, die leider immer wieder viel Unsinn über Bitcoin verbreitet, trägt zu Furcht und Verunsicherung bei.

        Gold z.B. hat etwa die 10-fache Marktkapitalierung – dort sind Schwankungen zwar vorhanden, aber deutlich geringer. Anders ausgedrückt: Je mehr Geld in Bitcoin fließt, desto weniger werden Verkäufe den Kurs beinflussen. Schauen Sie sich am besten den Kursverlauf der letzten 12 Jahre an. Starke Volatilität ja – aber über die Jahre bewegte sich der Kurs stets nach oben.

        Ich hoffe, dass ich etwas erläutern konnte?

      • Bernhard-Albrecht Roth
        Bernhard-Albrecht Roth sagte:

        @ Richard Ott

        “Ja. Aber das ist ein Beleg dafür, dass Fiat-Geld gerade keinen intrinsischen Wert für die meisten Wirtschaftssubjekte hat. Deren Fiat-Geld-Vermögen wird bei starker Inflation mit Währungsreform entwertet, ihre Fiat-Geld-Schulden aber nicht.”

        Die Welt ist nicht schwarz oder weiss, sondern grau, Herr Ott. Sie reißen den Vergleich aus dem Kontext!

        Es ging nur darum, dass Fiat-Geld einen höheren intrisischen Wert hat als Bitcoin und noch dazu über eine Absatzgarantie (Annahmezwang) verfügt. Das bedeutet aber nicht, dass sich Fiat-Geld nicht auch erheblich entwerten kann (wie schon oft am Ende eines Zyklus geschehen), nur eben weniger als Bitcoin das keinen inneren Wert oder eine Absatzgarantie (Annahmezwang) hat.

        Wie @Finmex richtig schrieb entsteht “der Wert durch Nutzen, Anzahl der Anwender und durch Knappheit”. Entfällt der “Nutzen” (der aus meiner Sicht ohne Annahmezwang und inneren Wert ohnehin höchst zweifelhaft ist) handelt es sich um ein klassisches Schneeballsystem. Denn der “Nutzen” besteht nur darin, dass immer mehr technikgläubige Anleger dem bestehenden Geldsystem mißtrauen, die aber weder das Geldsystem selbst verstehen noch ein Schneeballsystem erkennen!

        In Sachwerte zu investieren, wäre die eindeutig bessere Alternative!

        Beste Grüße,
        Bernhard-Albrecht Roth

      • Joerg
        Joerg sagte:

        Vielen Dank, @Finmex fuer ihre Antwort.

        Sie beschreiben die extreme Volatilitaet/Schwankungen im Preis von Bitcoins.
        Sie fuehren die Grundannahme ein, dass es sich bei Bitcoins um ein “Asset” handelt (“Im Vergleich zu anderen Assets …”).

        Da bin ich mir nicht so sicher, den PREIS sehe ich wohl, allein zum WERT fehlt mir (noch) der Glaube (Echte Assets haben einen Preis und einen Wert?!).
        Fuer mich ist Bitcoin momentan eher ein Spekulationsobjekt getrieben von Gier und manchmal Angst. Der Preis entsteht durch hohe Nachfrage und Magnetwirkung durch den Zulauf vieler. Wie hoch der Wert eines Bitcoins (als Wertaufbewahrungsmittel) in der mittleren Zukunft (Altersvorsorge, Hauskauf in 10J, etc) sein koennte, scheint mir allein von der kontinuierlichen Nachfrage abzuhaengen? Sobald sich Viele enttaeuscht abwenden (weil es nicht mehr steigt, weil es alternative, bessere Spekulationsobjekte gibt, weil Besteuerung/Regulierung/xyz geschieht), gehts wieder rapide abwaerts (alle wollen dann durch den selben Notausgang).

        Dann fuehren Sie als Argument die VERTEILUNG von Bitcoins (wenige Grossbesitzer = Wale) als ein moeglichen Grund fuer die starken Ruecksetzer an (“die Wale sind schuld”).

        Ist das eine (unbewiesene) Annahme? Oder gibt es dazu Zahlen/Messbares? Dann muesste ja bei jedem Verkauf der Wale mittelfristig die Marktbreite zunehmen und dadurch die Schwankungsanfaelligkeit abnehmen, oder? Es waere also nicht die gesamte Marktkapitalisierung der Treiber fuer hoffentlich zukuenftig weniger Schwankung, sondern vielmehr die Besitzerstruktur? Meinen Sie das?

        “Die Medien/Presse sind schuld” finde ich nicht einleuchtend. Die Medien schreiben was passiert und was passieren koennte und leben von “Aufmerksamkeit”. So ist das halt und trifft mal den einen mal den anderen … Entscheidend ist eher das Grundvertrauen der Bitcoin-Spekulanten, wenn sie denken wuerden 60k€/Bitcoin ist zu teuer, aber 40k€ zu billig, wuerde der Preis dazwischen Pendeln. Da es aber keinen Wert gibt, kann es auch auf viel tiefer fallen?!

        Den Bitcoin-zu-Gold-Vergleich habe ich noch nie verstanden: Gold kann als Schmuck, als elektrischer Leiter oder als Nano-Partikel im Covid-Schnell-Test verwendet werden, etc. Es gibt Substitutionseffekte, wenn es zu teuer oder zu billig wird. Gold hat nicht nur einen Preis, sondern auch einen gewissen Wert. Dagegen Bitcoins??? Das sind Nullen und Einsen im Elektroversum?

        LG Joerg

        (Ich bin nicht dagegen und nicht dafuer sondern neutral. Man kann Bitcoin shorten oder long gehen, aber lange halten wuerde ich eher nicht. Wenn das mit Bezahlen und Akzeptanz geklaert wird, dann saehe es anders aus.)

      • Finmex
        Finmex sagte:

        Hallo @joerg,

        ich versuche mal Ihre Fragen zu beantworten. Vorab sollte gesagt werden, dass sich die Frage “Was ist Bitcoin?” einem erst erschließt, wenn man sich mit dem Thema in der Breite auseinandersetzt.
        Mir ging es Anfangs genau wie Ihnen. Zuerst suchte ich nach einem möglichst guten Spekulationsobjekt mit dem Ziel, damit einen hohen Profit in Euro zu machen – ganz einfach auf den Punkt gebracht. Als ich die ersten Anstiege und Abschwünge erlebt habe, wollte ich es genauer wissen und stieg in eine Lernphase ein. Ich habe gefühlte hunderte Stunden mit Videos, Podcasts und Büchern zum Thema verbracht.

        Zugegeben, es waren Anfangs leider Click-Bait Videos mit aufgerissenen Mündern und To-The-Moon Prognosen. Diese wirken eher abschreckend, als erklärend auf mich. Zum Glück gibt es auf Youtube auch exezellente Kanäle, die sich mit dem Thema, abseits des Kurses, auf gesellschaftlicher, technischer und geldpolitischer Ebene beschäftigen.

        Youtube-Empfehlung: https://www.youtube.com/c/Blocktrainer

        Als Buch zum Thema ist “Der Bitcoin Standard” (https://aprycot.media/shop/der-bitcoin-standard/) zu empfehlen. Dort wird in 2/3 des Buches erklärt was Geld ist, wie es entstanden ist und wie es über die Epochen die Menschheit beeinflusst hat. Im letzten Drittel geht es dann um Bitcoin und die Antwort warum Bitcoin die Lösung für unser kaputtes Finanzsystem sein könnte.

        Zu Ihren Fragen:
        Preis: Dieser entsteht durch Angebot und Nachfrage, klar. Aber was ist der Wert? Das ist schon schwieriger zu beantworten.
        Eine Wert ist immer subjektiv und situationsabhängig. In der Wüste hat ein Glas Wasser einen sehr hohen Wert, bei uns eher nicht.
        Der Wert des Bitcoin liegt in seiner Einzigartigkeit. Er ist das einzige Gut, wo wir sicher sein können, dass es in der Menge begrenzt ist. Bei Gold z.B. wissen wir das nicht. Dazu kommt die Sicherheit: Kein anders Geldsystem kommt nur ansatzweise an die Sicherheit des Bitcoin Netzwerks heran. Durch die technische Dezentralität ist Bitcon resistent gegen Verbote, Naturkatastrophen, Hacking, Kriege und Manipulation durch Dritte. Bitcoin basiert nicht auf Vertrauen, sondern auf codierten Regeln. Über diese Regeln wachen tausende, wenn nicht hunderttausende Fullnodes, welche überprüfen, ob die Miner ihren Job richtig gemacht haben. Solch eine Fullnode zu betreiben ist für ca. 200,- Eur möglich. Dort ist die gesamte Blockchain, also quasi die Datenbank in der sich die Bitcoin befinden, gespeichert. Und das ist z.B. ein wichtiges Merkmal: Diese Dezentralität ist z.B. mit Etherium nicht möglich, da eine Node in Etherium zig-tausede Euro kostet und so nicht für Jedermann zu betreiben ist. D.h. in diesen “sogenannten” besseren Spekulationsobjekten fehlt es an Sicherheit, Unabhängikeit, Zensurresistenz und Dezentralität.
        Und ja – Bitcoin ist besser als Gold, da es einfacherer und sicherer zu lagern ist und auch als Geld funktionieren kann.
        Gold lässt sich nicht einfach so mal um die Welt senden.

        Wenn man Bitcoin verstanden hat, begreift man auch, dass es keine “bessere” andere Kryptowärung gibt und geben wird.
        Jeder Versuch eine solches dezentrales Netzwerk noch einmal zu errichten, würde sofort angegriffen und zerstört werden.
        Durch diese Eigenschaften hat Bitcoin das Potential einer globalen Währung.

        Deswegen sind für mich die momentanen Kursschwankungen, die von Menschen verursacht werden die nur mehr Euro, Dollar oder sonst welche Fiat-Währung verdienen wollen, vollkommen egal. Bitcoin kann ärmeren Ländern helfen, wieder auf die “Beine” zu kommen, Menschen ohne Bankkont eine Chance geben, am Wirtschaftskreislauf teilzunehmen, kann tausende quasi kostenlose Zahlungen über das Lightning-Netzwerk in Bruchteilen von Sekunden rund um den Globus senden. Bitcoin belohnt Sparen und baut Überkonsum ab.

        Nein, es werden diejenigen sich nicht enttäuscht abwenden, die dieses Potential erkannt haben. Spekulanten sind nicht so wichtig, wie viele glauben. Wesentlich entscheidender ist die Tatsache, dass die Zahl der “Hodler”, also der Anleger die kaufen und halten, enorm gewachsen ist. Siehe z.B. MicroStrategy, die über 110.000 Bitcoin, statt Bargeld in ihrem Balance-Sheet halten.
        Bitcoin ist nach dem Internet die wichtigste Erfindung des digitalen Zeitalters und hat schon jetzt eine schnellere Adoption als das Internet.

        Dazu hier ein paar interessante Artikel, in denen auch Ihre Fragen beantwortet werden:
        https://aprycot.media/blog/der-bitcoin-netzwerkeffekt/
        https://aprycot.media/blog/konsequenzen-bitcoin-verbot/
        https://www.blocktrainer.de/bitcoin-verteilung-glassnode/

        Ich hoffe, dass ich ein paar Fragen beantworten konnte?

        LG

    • Finmex
      Finmex sagte:

      Wenn es keinen Strom mehr gibt, bricht unser gesamtes System zusammen. Dann haben wir ganz andere Probleme.

      Außerdem: Versuchen Sie mal den Gegenwert von 2 Bitcoin in die Hosentasche zu stecken ;-)
      Bitcoin können Sie ohne Problem überall mit hinnehmen. Zur Not sogar ohne physische Wallet, sondern merken sich die Zugangsdaten einfach und erstellen damit einen neuen Zugang zu Ihren Bitcoin.

      Antworten
  4. Dieter Klingenbeck
    Dieter Klingenbeck sagte:

    Lieber Hr. Dr. Steter,
    wie immer ein hervorragender Podcast.
    Das Argument der Endlichkeit bzw. der Knappheit kann ich aber nicht nachvollziehen. Es gibt doch gerade unendlich viele Kryptowährungen bzw. besser Kryptoassets, aber es gibt nur Gold, Silber, Platin und Palladium und bei den Edelmetallen kommt nicht täglich eine neue Gattung hinzu?!
    Herzlichen Dank für Ihre Einschätzung.
    Beste Grüße
    Dieter Klingenbeck.

    Antworten
    • Finmex
      Finmex sagte:

      @Dieter Klingenbeck

      Zunächst muss man zwischen Bitcoin und Kryptoassets unterscheiden. Bitcoin nimmt eine Sonderstellung ein, denn es gibt keinen “Herausgeber” bzw. Firma oder Person, die hinter dem Projekt steht oder kontroliert. Sogenannte Kryptowährungen bzw. Altcoins werden meist von wenigen Personen oder Firmen herausgegeben. Deswegen können alle diese Projekte nicht garantieren, korrumpiert zu werden, sei es durch Einzelpersonen oder Staaten. Als sichere Anlage können diese m.M.n. nicht funktionieren, höchstens als Spekulation.

      Das Argument mit der Knappheit ist bei Bitcoin deswegen korrekt, da es im Quellcode fest verankert ist, dass es nie mehr als ca. 21 Millionen Stück geben kann.

      Antworten

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