1 – Zunächst zur Frage nach dem aktuellen Boom

Herr Bofinger betont den Boom am Arbeitsmarkt und beim Export. Ich verweise darauf, dass dieser Boom eine Scheinblüte ist. Beides ist übrigens kein Widerspruch, denn Herr Bofinger beschreibt, was wir alle sehen und schaue ich auf die Treiber, die hinter der Entwicklung stehen: Richtig: Der Export boomt: Abb. 1: Entwicklung der deutschen Exporte Quelle: Bloomberg Richtig: […]

2 – Ist Deutschland ein „reiches Land“? – Einkommen

Danach geht es um die Frage, ob wir ein reiches Land sind. Natürlich sind wir, verglichen mit 90 Prozent der Länder der Welt, ein „reiches Land“. Das bestreite ich keineswegs. Aber ich weise darauf hin, dass wir nicht so reich sind, wie gern erzählt wird. Professor Bofinger erklärt, dass wir bei der Einkommensentwicklung gemeinsam mit […]

3 – Ist Deutschland ein „reiches Land“? – Vermögen

Gut zu verdienen (= Flussgröße) bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jemand ein großes Vermögen (= Bestandsgröße) besitzt. Letzteres sind die Rücklagen, über die wir verfügen, sei es für künftige größere Ausgaben oder die Altersversorgung. Auf ein ganzes Land bezogen, müsste man davon ausgehen, dass sich gute Einkommen auf Dauer in entsprechenden Vermögenswerten niederschlagen. Aber das […]

4 – Ist Deutschland ein „reiches Land“? – Auslandsvermögen

Ich verweise im Gespräch auf Daten des DIW, wonach wir im Zuge der letzten Finanzkrise mindestens 400 Milliarden an Auslandsvermögen verloren haben. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass diese Verluste uns alle treffen, nicht nur die „Reichen“ oder die Banken und Versicherungen. Wenn unsere Versicherungen Geld verlieren, verlieren sie unser Sparvermögen. Die Folgen sind tiefere […]

5 – Ist Deutschland ein „reiches Land“? – Ungedeckte Verbindlichkeiten des Staates

Ich verweise sodann auf die ungedeckten Verbindlichkeiten des Staates. Bevor wir auf diese Rechnungen eingehen, kurz ein Wort zur „schwarzen Null“. Diese ist: keine echte Leistung, da sie Mario Draghi, der EZB und damit vor allem der nach wie vor ungelösten Eurokrise zu verdanken ist (Zinsersparnis!). eine große Dummheit, weil sie die Ersparnisse der Deutschen […]

6 – Staatsausgaben: Zu viel Geld für die Vergangenheit und zu wenig für die Zukunft

Ich kritisiere in dem Gespräch, dass wir Geld für die Vergangenheit und den Konsum ausgeben, statt für die Sicherung der Einkommen der Zukunft. Das zeige ich hier am Beispiel des Bundeshaushalts der letzten zehn Jahre:  Abb. 9: Wesentliche Ausgabenblöcke des Bundes Quelle: Bundesrechnungshof Kurz zur Berechnung. Ich habe für jedes Jahr die Differenz zum Ausgangsjahr 2008 […]

7 – Zu geringe Investitionen von Staat und Privatsektor

Wurden in Deutschland in den 1990er-Jahren noch Nettoinvestitionen (also Bruttoinvestitionen abzüglich der Abnutzung des vorhandenen Kapitalstocks) im Umfang von rund 7,5 Prozent des BIP getätigt, so sank die Quote auf 2,2 Prozent im Zeitraum von 2010 bis 2016.[1] Noch deutlicher ist die Verschlechterung der Kapitalausstattung je Erwerbstätigen, die seit 2005 stagniert. Positiv kann das mit […]

8 – Ökonomischer Nutzen der Zuwanderung

Im weiteren Verlauf der Diskussion mit Professor Bofinger ging es dann um die ökonomischen Folgen der Zuwanderung. Wenn wir Menschen aus anderen Gründen (z. B. humanitären) zuwandern lassen, so hat dies eine entsprechend konsumtive Wirkung. Wir teilen unseren Wohlstand und unsere Einkommen mit diesen Menschen, dürfen uns aber keinen ökonomischen Nutzen versprechen. Nun zu den Anforderungen […]

9 – Sicherung künftiger Einkommen

In diesem Gespräch wie auch auf bto und in meinen Publikationen betone ich immer wieder, wie wichtig es ist, die Produktivität der Erwerbstätigen zu steigern. Nur so kann man den Effekt der sinkenden Erwerbstätigenzahl, der unmittelbar bevorsteht, auffangen. Dabei bringe ich Japan als ein Positivbeispiel, was später von Bofinger kritisiert wird. Die Zahlen sind interessant, jeweils […]

10 – Divergenz in der Eurozone

Danach bringen die Redakteure mit der Eurokrise ein anderes Thema in die Diskussion. Ich verweise darauf, dass der Euro nicht funktioniert und erläutere dies anhand der zunehmenden Divergenz. Dazu folgende Überlegungen an dieser Stelle. Wir haben es mit einer Schuldenkrise zu tun, ausgelöst durch den Euro, der die Realzinsen viel zu tief gehalten und damit […]