Aufbruch versus Überforderung

Große Ambitionen, unrealistische Ziele und intransparente Finanzierung kennzeichnen das Programm der Ampel.

In der 110. Folge von „bto 2.0 – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ geht es um die Pläne der kommenden Regierungsampel. So erfreulich und richtig der Wunsch nach Veränderung ist, so groß sind die Zweifel, dass es auf die im Koalitionsvertrag geplante Art und Weise funktionieren wird. Zu Gast in dieser Episode ein Experte für Staatsfinanzierung: Professor Dr. Jens Boysen-Hogrefe vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel.

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Kommentare (14) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Meine Bewertung des Koalitionsvertrags hänge ich an einem Satz von O. Scholz auf:

    „Politik der großen Wirkungen“.

    Nicht nur die Umsetzung des Koalitionsvertrags, sondern schon der VERSUCH, ihn umzusetzen, wird große Wirkungen zeigen.

    Entscheidend diese:

    A. Endogen verursachte

    „Wirtschaft und Klima“ ist das zentrale Macherministerium.

    Der Aspekt „Klima“ wird am 1,5-Grad-Ziel gemessen (Sachverhalt), was etwas ganz anderes ist als eine Saldo-Bewertung (von Absichten). Das hat es noch nie für Regierungen bzw. Regierungskoalitionen gegeben und beinhaltet Sprengstoff.

    Die Verwirklichung, die durch die Transformation notwendigerweise konterkariert wird, setzt die Koalition von innen und außen enorm unter Druck:

    MEHR, MEHR und nochmals MEHR an Windrädern und Solaranlagen sowie ABSCHALTEN, ABSCHALTEN und schneller ABSCHALTEN von konventioneller Energieerzeugung.

    Die Straße wird mobil machen.

    Zugleich:

    Trotz voraussichtlich riesiger Subventionen werden die Unternehmen wegen in kurzer Zeit stark steigender KOSTEN, u. a. Arbeitskosten, Rohstoffe sowie zunehmend belastende Verschmutzungszertifikate gewaltig unter Druck geraten.

    Zugleich:

    Private Haushalte werden zur Kasse gebeten, insbesondere beim eh schon hohen Kostenfaktor Miete durch Auflagen, Häuser dem 1,5-Grad-Ziel entsprechend energetisch zu sanieren.

    Dieses Szenario wird von Habeck nicht zu meistern sein, er wird der Held eines tragisch-heroischen Scheiterns.

    Heute hat Wissing bei Dieselpreiserhöhungen schon mal ein Veto eingelegt, wegen Belastung von Handwerkern etc. Großes Geschrei bei den Grünen.

    Kurzum, die FDP wird ihre Stärke auf der Straße ausspielen.

    Da kann sie locker dosierend bis zur Vollbremsung entschleunigen.

    Die Finanzierung ist kein Problem.

    Denn die Ampel wird ihre Projekte unabhängig von der EU, die sich mit Billigung der Koalition kontinuierlich verschulden wird, finanzieren. Lindner wird argumentieren: Jeder Cent Staatsverschuldung, auch der in den Schattenhaushalten, wird X Cents privates Kapital für Investitionen aktivieren.

    Die SPD kann mit Heil, der mit wohlwollender Unterstützung von Scholz – ist ja nicht mehr Finanzminister – zu Hochform auflaufen wird, den Sozialstaat weiter aufpumpen.

    Allerdings nicht risikolos: Denn das geschieht, ohne das es eine UMVERTEILUNG von oben nach unten gibt.

    Keine „soziale Gerechtigkeit“ also, das lässt den Widerstand bei den Linken in der Partei wachsen.

    B. Exogen verursachte

    – Kontinuierlich hohe Inflation, ohne dass die Verzinsung auf den Sparbüchern dies ausgleicht.

    Die niedrige Verzinsung war in den letzten Jahren kein Problem, weil die Inflation gering war.

    Das ist jetzt und möglicherweise auch in der Zukunft anders – und ist, was den Effekt betrifft, so etwas wie Enteignung der Geldsparer.

    Kann Dynamit werden für die Koalition.

    – Konflikte mit der EU, weil die Einfuhrzölle unsere Importeure direkt und durch Gegenmaßnahmen indirekt auch unsere Exporteure bezüglich der preislichen Wettbewerbsfähigkeit schädigen.

    – Internationale Konflikte, insbesondere zwischen China und USA können uns zwingen einseitig zu unseren Ungunsten Partei ergreifen zu müssen.

    Fazit:

    Es ist nicht Aufbruch vs. Überforderung, sondern Aufbruch zur Überforderung.

    Diesem Anfang wohnt kein Zauber inne.

    Die Spaltung der Gesellschaft wird sich vertiefen.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      “Die Spaltung der Gesellschaft wird sich vertiefen.”

      Tja, die Leute bekommen genau das, was sie mehrheitlich gewählt haben (außer vielleicht in Berlin, da werden Wahlergebnisse nur noch geschätzt, aber das ist ein anderes Thema…).

      Kein Mitleid.

      Antworten
  2. JürgenP
    JürgenP sagte:

    Dr. Lucie Fischersagte: 28. NOVEMBER 2021, 14:19 @Jürgen P
    „Ist irgend jemand Verantwortliches aus diesen Fach-Instituten zurück getreten worden?“

    Verantwortung setzt Vollmacht für einen definierten Prozess von, sagen wir mal, 10 Schritten voraus. Herr Prof. Dr. Wiehler verantwortet von Punkt 4 – 7. Davor (1- 6) verantwortet ein anderer, danach (8 – 9) ebenso. Matrixverantwortung eben: niemand ist von A – Z zur Verantwortung zu ziehen.

    Doch, ein gewisser BuGeMi Spahn, der hätte doch sofort zurücktreten müssen. Sie erinnern sicherlich: die missratene Bundestags-Drucksache 17/12051 vom 03. 01. 2013 aus seinem Haus. Nein, doch nicht, denn der hat noch eine Cheffin, BuKa’in Merkel. Die wird doch wohl für das Desaster verantwortlich zu machen sein … Nein, nein und nochmals nein – beide waren in der selbst herbeigeführten Chaossituation „Covid-19“ plötzlich wichtig und unabkömmlich.

    Prof. Dr. Wiehler hatte bisher keinen Grund zurückzutreten. Erstens wären seine Chaos-Chef’s dran gewesen. Zweitens fehlt es an jeder Vollmacht, am Wissen, Willen und an einer Durchsetzungskraft, um dem Covid-Chaos ein Ende zu bereiten, welches seine verpeilten Chef‘s und deren selbsternannte Experten auf Podcast- und Lanz-Niveau auslösten.

    Es bleibt noch die Frage, was einen Tiermediziner zum geborenen Chaosmanager, also einen Red Adair der brandheissen Fälle, befähigt. Der also Chaoten gleich mit ablöscht. Antwort: Nichts. Deswegen zurücktreten? Wo kämen wir hin.

    Antworten
    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @Jürgen P:
      ” Deswegen zurücktreten, wo kämen wir hin?”
      Wir würden bei Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit landen, niemandes Existenz würde vernichtet, wenn Fehler Rücktritts-Konsequenzen hätte. ( Beamte sollten -wie Ärzte – eine sehr hohe Berufs-Haftpflicht abschliessen müssen ) .
      Ich bleibe allerdings dabei, dass Amtsleiter, die vorhersagbare ( eben nicht! schwarze ) Schwäne nicht durch Vorsorgemassnahmen einhegen/ Vorsorge treffen/ überflüssig sind. So wie zig-EU-Institutionen , die anonym vor sich hin wursteln, arbeitende Menschen mit Gesetzesvorlagen quälen und selbst nie produktiv ( oder gar kreativ ) sind.
      Hierarchischer Ballast, und bevor gegen die Staats-Verfettung nicht durch Abspeck-Massnahmen vorgegangen wird- wer hat Hoffnung auf Wunder-Reformen?
      Die Hochwasser-Ereignisse im Sommer mit 180 Todes-Opfern – vollkommenem Ämter-Versagen sollte Mahnmal sein. ( Herr A. L. kicherte vor sich hin )
      Beim nächsten ” Event” wird`s schlimmer, da bin ich mir sicher.
      ( Von Digitalisierung schwafeln aber unfähig sein, Kirchturm-Glocken bei Lebens-Gefahr Sturm läuten zu lassen : das konnten Analphabeten im Mittelalter besser )

      Antworten
  3. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Dr. Lucie Fischer

    >… ich würde nicht mehr an einer deutschen Universität studieren.>

    Hätte von Ihnen auch nichts anderes erwartet.

    >Durch Beschlüsse / Dekret/ werden auch Universitäten nicht ” exzellent”>

    Natürlich nicht.

    Der Punkt ist, von Ausnahmen abgesehen, die es selbstverständlich gibt:

    Man kann in einer ansehnlichen Breite NICHT mehr exzellent werden, weil die VORAUSSETZUNGEN dafür nicht geschaffen werden können.

    Aus aktueller Erfahrung (kurz vor der Pandemie):

    Wenn an einer Universität in einer Ethik-Klasse, Thema „Migration“, 40 bis 50 Studenten sitzen, die von wenigen Ausnahmen abgesehen mit ein paar Veranstaltungen dieser Art auf ein Papier zielen, das ihnen den Eintritt in den Staatsdienst ermöglicht (Ethikunterricht), dann ist Exzellenz außer Reichweite.

    Sagt man der Lehrkraft, dass man bei ihr durchaus etwas lernen könne, Exzellenz aber etwas anderes ist, kommt Empörung auf und bei den Studierenden Ungläubigkeit.

    Die betreffende Staatsuni ist in den internationalen Rankings ab 600 plus aufgeführt, also werden 600 den Kriterien nach als besser eingestuft.

    Weiß keiner, interessiert keinen – man ist ja nicht im Wettbewerb.

    Daher:

    Alter weißer Mann sorgt für Unruhe, wird aber natürlich nichts ändern.

    Solche Vorkommnisse legen sich, der Laden muss schließlich laufen.

    Antworten
    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      Lieber, sehr geehrter Dietmar Tischer
      Vielen Dank für Ihre Überlegungen!
      In wie vielen Stunden ” medizinische Ethik” wurde Medizinstudetne gelehrt, oberste Pflicht jedes Arztes sei die individuelle, genaue und sorgfältige Risko-Nutzen- Analyse incl. Anamnese bei jedem einzelen Patienten .
      Zeitintensiv, erfordert Empathie-
      viele Patienen wissen z.B. gar nicht, welche Medikamenten-Wirkungs-Interferenzen möglich sind. Die meisten haben infantil-naiven Glauben ” viel-hilft-viel”, hoffen auf Wunderpillen und fallen parallel auf Heilpraktiker-Quacksalber herein. ( ok, auch dort gibt es Begabte ” Heiler” , meist beruhend auf Suggestion etc. )
      Vergleichen Sie dann bitte derzeit ärztliche Bereitschaft zu Massen-Abfertigungen , alleine vom technischen Setting her völlig unverantwortlich, gegen jeden Standard von Sorgfaltspflicht.
      Dass sich zudem Politiker wiederholt anmassen, sogar VOR SIKO-Empfehlungen zu Injektionen aufzufordern , HÄTTE ( ! ) einen sofortigen Verweis und scharfe Ablehnung durch ärztliche Standesorganisationen bedurft.

      Das Gesundheits-System ist für Patienten -auch von den anfallenden Kosten her – m.A. mit Absicht vollkommen instransparent, es lädt zu Abrechnungs-Betrug geradezu ein.
      Diagnostische Methoden sind oft gefährlicher als Grundkrankheiten, es besteht Null Interesse an Eigenverantwortung von Patienten. Nemesis der Medizin/ Ivan Illich.
      Ich finde, wir Älteren haben das Privileg, ( auch ! ) durch unsere finanzielle Unabhängkeit grösste Freiheiten wahr zu nehmen!
      Mit Ihrer analytischen Kompetenz könnten Sie der deutsche Stephan Hessel werden, der mit seiner Streitschrift ” Empört euch! ” die Jugend begeisterte!
      Von wegen: ” alter-weisser-Mann” !
      Sie sollten eine Steitschrift für die Generation ” Handy” schreiben , es würde ein Bestseller, wenn Sie sich keinelei Aggressions-Hemmung auferlegten.
      Erinnern Sie sich, wie lustig und befreiend Ihre Phantasie hier vor ein paar Wochen war: den defekten Fahrkarten-Automat der DB einfach einzutreten!
      Genau so!
      Universitäten, die Gender-Ideologie anordnen, haben keinen Anspruch mehr auf kritische Wissenschaft. Verschulte Auftrags-Lehranstalten, Drittmittelabhängig , devot.

      ” Älter werden ist voll sexy, man stöhnt mehr”.

      Antworten
  4. JürgenP
    JürgenP sagte:

    Die Ampelregierung hat sich großes vorgenommen: Veränderungen mit nachhaltiger Wirkung herbeiführen (PDF = 102 x nachhaltig).

    Es heißt „Deutschland ist vielfältig und die Gesellschaft ist freier und reicher an Perspektiven, aber auch komplexer und widersprüchlicher geworden. Gemeinsinn, Solidarität und Zusammenhalt sind neu zu bestimmen“.

    „komplexer, widersprüchlicher “ – hm, seit wann? Worauf basiert diese Erkenntnis der Ampel, ist es nur Geschwätz oder Wissen? Der BER sollte ein warnendes Beispiel sein für das Unterschätzen des Phänomens „Komplexität“. Covid-19 erst recht.

    Wie wird „Komplexität“ verstanden: PDF = Begriffsdefinition Komplex / komplexer – 0 Treffer.

    Hat man etwa „komplex“ und „kompliziert“ verwechselt? Wissen die, worüber sie reden. Wenn Deutschland / die Gesellschaft „vielfältiger und „komplex(er)“ geworden sein sollte, dann müsste das Management des Landes, genauer das Management der Systeme des Landes, entsprechend weiterentwickelt werden.

    Was hat die Ampel in der Hinsicht zu bieten?

    Die Ampel geht das Thema „Veränderung von Land und Gesellschaft“ auf breiter Front an. Überall will man managen („Management“ im PDF: 20 Treffer). Es werden Strategien (74 Treffer) entwickelt und Systeme (108 Treffer) mit aller Gewalt auseinander genommen und umstrukturiert.

    Wie sieht die Vorbereitung aus? Was kommt auf uns zu? Eine Krise, die Corona noch in den Schatten stellen wird?

    Prognose: die Naivität kannte in den letzten sechzehn Jahren keine Grenzen. Nun wird sie noch einmal getoppt. Schon ein erster unbedachter Eingriff ein bestehendes System kann den Wunschträumen ein jähes Ende setzen. Nehmen wir mal das System der elektrischen Stromversorgung: ein 3-Stunden-Blackout und Tschüss Habeck.

    Null-Ahnung von der Wirkung von Komplexität ist die beste Voraussetzung dafür, dass alles schief läuft.

    Antworten
  5. P. Grotmann
    P. Grotmann sagte:

    Herr Ott,
    bitteschön, was leisten denn diese tumben Gestalten, die Steine aufeinanderlegen, nur damit Leute nicht erfrieren oder vollregnen?
    Nur noch übertroffen von den Deppen, die bei jeder Witterung im Schlamm stehen, um Kartoffeln zu säen oder zu ernten.
    Schlicht primitiv.
    Also, bitte mehr Respekt vor den wahren Leistungsträgern!
    Sie schreiben jetzt bitte 100x:
    “Ich werde nie wieder respektlos über Genderwissenschaften schreiben”
    Und nix copy&paste, das merke ich!
    ;-))

    Antworten
  6. Carsten Pabst
    Carsten Pabst sagte:

    Sehr geehrter Dr. Stelter,
    vielen Dank für den guten Podcast. Vorneweg: Wir benötigen Facharbeiter zum DÄMMEN unserer Häuser. Das ISOLIEREN überlassen wir anderen Berufsgruppen.
    Und ja, wir haben eine Inflationierung des Abiturs, demnächst eine des Handwerksmeisters. Generell heute schon ein gravierendes Problem, wird aber nicht angesprochen: Früher hat man seinen Gesellenbrief gemacht und musste erstmal 5 Jahre auf der Baustelle seine Sporen verdienen (Maurermeister). Heute geht es direkt nach der bestandenen Gesellenprüfung auf die Meisterschule. Was für eine aberwitzige Entwicklung. So wird die Qualität des Meisters nicht angehoben. Wir brauchen mehr Schubkarrenfahrer als Schubkarrenfahrermanager. Und das sage ich als Maurermeister aus längst vergangenen Zeiten. Und wer diese 5 Jahre auf Baustellen durchgezogen hat, hat die Befähigung für Höheres. Alles Andere geht nach hinten los, aber gewaltig.
    Schönen Sonntag
    Carsten Pabst

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Carsten Pabst

      Ich persönlich finde ja, man sollte auch zum Beispiel mit einer erfolgreich verteidigten Gender-Studies-Dissertation zum Thema “Die Geschlechterungerechtigkeit beim Schubkarrenfahren auf Baustellen” zum Maurermeister*ix werden können, um dann am Management von staatlichen Bauprojekten zum Beispiel in Berlin mitwirken zu können… ;)

      Antworten
    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @ Carsten Papst
      Ihre Kritik ist sehr berechtigt. Management by Null-Ahnung beherrscht inzwischen bundesdeutsche Baustellen mit den bekannten Folgen für Kosten, Termine & vor allem Qualität.

      Nun, hier die Lösung der Ampel:

      „Mit einem Bund-Länder-Programm wollen wir Best-Practice-Projekte für 1) alternative Karrieren außerhalb der Professur, 2) DiversityManagement, 3) moderne Governance-, Personal- und Organisationsstrukturen fördern. Standards für Führung und Compliance Prozesse sind im Wissenschaftssystem noch stärker zu berücksichtigen“.

      Auf Handwerksdeutsch:

      • Best-Practice > Murks als Maßstab.
      • Alternative Karrieren > ohne Umwege von der Schulbank zum BIM-Projektmanagement (= Steigerung von Null-Ahnung auf vollkommenen Hirnriss).
      • DiversityManagement > eine Schubkarre halbvoll, zwei Schiebende + einer zieht.
      • Moderne Governance P & O – Strukturen > die letzten noch verbliebenen (störenden) Handwerksmeister, denen bei derartigem „Management“ der Kragen platzt, werden großzügig frühpensioniert (EUR Grundversorgung x 5 + angesparte Rente).
      • Standards für F & C-Prozesse > 400T Wohnungen p.a. sind aus wissenschaftlicher Sicht auch mit Null-Ahnung + Murks machbar: die Renaissance des modernen Mehrfamilien-Wohnzeltes.

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Carsten Pabst

      >Und wer diese 5 Jahre auf Baustellen durchgezogen hat, hat die Befähigung für Höheres>

      Ja und Nein.

      Ja, weil er durch ERFAHRUNG gelernt hat, wie andere, MIT denen er etwas erreichen muss, reagieren im Miteinander.

      Nein, weil heute Technologien und Verfahren, sowie insbesondere die Regulierung, Normen und Standards so dominant sind, dass sich das Miteinander dem von vornherein UNTERORDNEN muss.

      Antworten
    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @DT „Nein, weil heute Technologien und Verfahren, sowie insbesondere die Regulierung, Normen und Standards so dominant sind, dass sich das Miteinander dem von vornherein UNTERORDNEN muss“.

      Regulierung, Normen und Standards widersprechen sich inzwischen so sehr, dass es des qualifizierten Managers bedarf, der unter theoretischen und handwerklichen Gesichtspunkten genau den richtigen Weg einschätzen kann. Beides, handwerkliches KnowHow und Wissen um technische und organisatorische Zusammenhänge bedarf es, um Kosten, Termine und Qualitäten halten und Prozesse überhaupt verstehen zu können.

      Die Entwicklung der vergangenen zwanzig/fünfundzwanzig Jahre führte zur von Herrn Pabst beschriebenen, fatalen Entkoppelung von Theorie und Praxis nicht nur im Bauwesen. Heraus kommen bspw. gefeierte Hochschul-StartUp’s für digital gestützte Dokumentation von Mängeln, die es bei qualifizierter Bewältigung der Aufgaben gar nicht gäbe.

      Die Entkoppelung von Theorie und Praxis kann im Übrigen wunderbar an dem Ampel-Märchenpapier abgelesen werden.: man will moderne Personal- & Organisations-Strukturen fördern.

      Wie soll dieses Ziel realisiert werden? Klar, modern: Agil (5 Treffer im PDF-Dokument).

      „Die Verwaltung soll agiler und digitaler werden. Sie muss auf interdisziplinäre und kreative
      Problemlösungen setzen. Wir werden sie konsequent aus der Nutzungsperspektive heraus denken. Wir wollen das Silodenken überwinden und werden feste ressort- und behördenübergreifende agile Projektteams und Innovationseinheiten mit konkreten Kompetenzen ausstatten“.

      Silodenken überwinden … vielleicht 5 % der Unternehmen in Deutschland haben dieses hohe Ziel mit viel Aufwand und Stress in den letzten 15 Jahren geschafft.

      Stress nicht zuletzt, WEIL alles auf ewig „reguliert, normiert und standardisiert“ ist in diesem Lande.

      Nun soll es die Verwaltung in wenigen Jahren fertig bringen – in der Theorie. Und in der Praxis: VW und der zubetonierte Rest der Wirtschaft lässt grüßen.

      Schau‘n wir mal … zu Verdi.

      Antworten
      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Jürgen P
        Mein liebstes Beispiel in Corona-Zeiten:
        Gesundheitsämter arbeiten mit FAX-Geräten, am Wochenende gar nicht, Freitag,
        ca 16 Uhr: Dienstschluss, Abpfiff, Feierabend.
        Der oberste Seuchen-Supervisor, Chef des RKI, Prof. Lothar Wieler, war in den Jahren VOR der Pandemie nicht fähig, Vorräte beschaffen zu lassen ( Masken etc ) für eine seit Jahren von Tropenmedizinern ( i.a. fähige Leute ) erwartete Pandemie.
        Ist aber sehr ” besorgt” auf jeder PK, mit bekümmert-dümmlicher MIne.
        Ist irgend jemand Verantwortliches aus diesen Fach-Instituten zurück getreten worden?
        So lange grobes Fehlverhalten in Ämtern keine Auswirkugen / Rücktritte / haben, füllen Regierungs-Programme Papier, mehr nicht.
        Durch Beschlüsse / Dekret/ werden auch Universitäten nicht ” exzellent”, ich würde nicht mehr an einer deutschen Universität studieren .

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