Zombie-Unter­neh­men – die Welt der leben­den Toten

Die geldpolitischen Maßnahmen sorgen für weitere Zombiefizierung

Inflation und Deflation sind große Themen und stehen deshalb in Folge 30 von „beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ erneut im Fokus. Diesmal liegt der Schwerpunkt auf den sogenannten Zombie-Unternehmen, den lebenden Toten der Wirtschaft. Sie hören, inwieweit sich die seit Jahren zu beobachtende Entwicklung zu immer mehr Zombiefizierung durch die Coronakrise verstärkt. Außerdem werden aktuelle Aussagen und Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland analysiert und Hörerfragen beantwortet.

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Kommentare (9) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Phil Steiger sagte:

    Was bedeutet Zombieunternehmen?
    In Deutschland, steigt die Eigenkapitalquote der Unternehmen. Sie werden zu Sparern. Die Profitabilität sinkt. Wahrscheinlich auch weil die EU und Deutschland bei den „neuen Märkten“ hinten hängt. „Alte bzw. gesättigte Märkte“ sind halt einfach konkurrenzreicher, damit sinken die Margen.
    Wo ist das Problem mit dem „billigen Geld“ wenn man es denn für Investitionen und nicht für Konsum ausgibt?
    Man kann eher Erkennen das das Geld zu Blasen bei Vermögenspreisen führt.
    Wobei Spekulation auch gesteuert werden kann, wenn der politische Wille denn da ist klare Regeln zu setzen.
    Kauft die EZB nicht die Staatsanleihen, so driften die Zinsniveaus in den Euro-Ländern auseinander.
    Eigentlich müsste man doch zusehen das die schwächeren Länder neue Industriezwiege erschließen oder Alte zurückholen und modernisieren.
    Anstatt das wir Mikroelektronik aus China kaufen, sollte man doch sowas auch in Europa hinbekommen, vllt. nicht alles aber teilweise.
    Gerade viele Deutsche Anlagenbauer haben doch das Know-How erst nach China gebracht.
    Anstatt Mode aus Bangladesh unter menschenunwürdiger Prodkution, stellt man das in Portugal her. Mit modernen Textilanlagen, Robotik und Digitalisierung.
    Anstatt den deutschen Energieunternehmen die Kohleförerung zu vergolden, könnte Spanien und Griechenland fördern. Um erneuerbare Energien zu fördern.
    Anstatt IT-Unternehmen wie Windows und Apple großzumachen, müsste man doch auch eigene Technologien und Unternehmen fördern.
    Anstatt das Kia und Hyundai in Deutschland gefahren wird, sollte man schauen das andere preiswerte Autos aus Europa konsumiert werden können.
    Die Länder der EU müssen irgendwie ins Gleichgewicht kommen, das kann nur dadurch passieren das die Schwachen gefördert werden und somit langfristig stärker werden. Alles andere kann man langfristig ausschließen.

    In Zukunft benötigen wir doch ein wettbewerbsfähiges Deutschland aber auch eine wettbewerbsfähige EU.
    Denn zerrbricht der Euro, zerrbricht die EU und Deutschland muss sich im globalen Geschehen mit den Schwergewichten Russland, USA, China alleine herumschlagen. Was es nicht schaffen kann. Man kann sich dann entscheiden von wem man der Juniorpartner wird.
    Warum denken europäische Eliten, Unternehmer und Politiker, nicht an die Zukunft Europas?
    Man hat eher das Gefühl das europäische Unternehmer und Politiker amerikanische Interessen vertreten. Das kann man kulturell wie politisch auch eventuell nachvollziehen. Kann aber kein langfristige zukünfitge Antwort auf die Ökonomische Ausrichtung Europas sein.

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      Richard Ott sagte:

      @Phil Steiger

      „Anstatt den deutschen Energieunternehmen die Kohleförerung zu vergolden, könnte Spanien und Griechenland fördern. Um erneuerbare Energien zu fördern.“

      Und wie wollen Sie die tollen EU-geförderten „erneuerbaren Energien“ aus dem Süden der EU dann zu den Energieverbrauchern im Norden bringen?

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        Phil Steiger sagte:

        Was ich interessant finde, ist dass Sie hier nur auf ein Beispiel eingehen. Weil Sie scheinbar von den Erneuerbaren Energien getriggert werden.
        Deshalb mal hier ein Denkansatz der ganz ohne die „Co2-Frage“ auskommt und meiner Meinung nach eine Überlegung wert ist:

        Wenn Europa in Zukunft in einer Welt die geopolitisch unsicherer wird, und auf die 1 Mrd. Inder drängen irgendwie weiterhin etwas unabhängiger sein möchte. Benötigt es zumindest einen gewissen Prozentsatz an Energieautargie. Energie ist mehr als nur der Strom. Sondern auch noch in einem beträchtlichen Teil Wärme.

        Um es kurz zu machen: Deutschland hat nicht die Fläche um mit Windkraftanlagen und PV-Anlagen seinen aktuellen Energiehunger zustillen. Fakt ist aber auch: die meiste Energie importieren wir und die anderen EU-Länder.

        Jetzt könnte man sicherlich auch noch mit Kernenergie 100 Jahre überbrücken. Mal abgesehen vom Entsorgungsproblem und der Energieintensiven Urananreicherung, was nicht mit in den Strompreis fließt, aber nun mal Kosten sind und damit auch ein schlechter technischer Wirkungsgrad entsteht.
        Wie kommt der Strom in den Norden?
        Das geht nur mittels Stromtrassen und der Digitaliserung um ein Intelligents Stromnetz zu erzeugen. Stichwort ist auch hier Sektorenkopplung, weil auch Wärmenetze nicht isoliert betrachtet werden sollten.
        Mein Beispiel bezog sich auch nur auf die südlichen EU-Länder.

        Desertec (da werden nicht nur die südlichen europäischen Länder miteinbezogen sondern auch Nordafrika) waren große deutsche Unternehmen mit an Bord. Es scheiterte politisch. Nicht weil man es technisch nicht realisieren konnte.
        Die Vorteile nordafrikanischen Länder miteinzubeziehen sind ein Thema für sich.
        Man sollte das Thema nicht wie in der Gesellschaft ideologisch besprechen, sondern rational. Wo macht soetwas Sinn, wo nicht. Wo kann man technische Innovationen erringen. China hat es gemacht. Das einzelne Politker Maximalforderungen stellen und so die Gesellschaft polarisieren ist nicht von Vorteil. War aber auch nicht mein Punkt.

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        Richard Ott sagte:

        @Phil Steiger

        „Was ich interessant finde, ist dass Sie hier nur auf ein Beispiel eingehen. Weil Sie scheinbar von den Erneuerbaren Energien getriggert werden.“

        Sie mögen mir doch bitte zugestehen, dass ich mir aus Ihrem Sammelsurium von planwirtschaftlichen Ideen für „Europa“ diejenige herausgreife, die ich für am offensichtlichsten unsinnig halte. Wir können auch über Textilindustrie in Portugal reden, das halte ich aber für eine deutlich weniger wichtige Frage als die der Energieversorgung.

        „Wenn Europa in Zukunft in einer Welt die geopolitisch unsicherer wird, und auf die 1 Mrd. Inder drängen irgendwie weiterhin etwas unabhängiger sein möchte. Benötigt es zumindest einen gewissen Prozentsatz an Energieautargie.“

        Sie reihen hier Platitüden in einem Stil aneinander, der mich an den Grünen-Ortsverband hier wo ich wohne erinnert. Die fordern für den Landkreis (!!) auch „Energieautarkie“, was eine völlig blödsinnige Idee ist, weil es hier weder nennenswerte Vorkommen von Energierohstoffen (außer Uranerz, hihi) noch grundlastfähige Kraftwerke gibt. Außer für die Grünen ist das aber für niemanden sonst ein Problem, denn wir haben zuverlässige Stromlieferanten aus den Nachbarlandkreisen. Auf EU-Ebene gilt das gleiche.

        Echte Energieautarkie und damit zumindest in dieser Hinsicht geostrategische Unabhängigkeit könnten wir als EU durch die Ausbeutung unserer europäischen Kohlevorkommen bei weiterer Nutzung unserer Erdgas- und Erdlvorkommen erreichen, aber das wird ja aus diversen politischen Gründen nicht gewollt. Vom Rest der Welt abhängig wären wir aber auch dann trotzdem noch, oder haben Sie auch eine europäische Autarkiestrategie für die Versorgung mit Kupfer, Mikrochips und nicht zu vergessen Kaffee?

        „Ein gewisser Prozentsatz an Energieautarkie“ ist übrigens reines Geschwafel, entweder sind Sie autark, dann brauchen Sie keine fremden Lieferanten, oder aber Sie sind es nicht. „Anteilige Autarkie“ ist als Konzept ungefähr so sinnvoll wie „anteilige Schwangerschaft“. Was Sie wahrscheinlich meinen, ist, Sie den Anteil von „erneuerbarer Energie“ erhöhen wollen. Sagen Sie das doch einfach.

        „Wie kommt der Strom in den Norden? Das geht nur mittels Stromtrassen und der Digitaliserung um ein Intelligents Stromnetz zu erzeugen. Stichwort ist auch hier Sektorenkopplung, weil auch Wärmenetze nicht isoliert betrachtet werden sollten.“

        Egal wie „intelligent“ Ihr Stromnetz ist, Sie brauchen dafür riesige neue Stromtrassen, die vom Süden in den Norden führen. Viel Spaß bei den Genehmigungsverfahren, besonders in Deutschland. Außerdem brauchen Sie eine Menge Kupfer für die Stromleitungen. Wo sollen die Rohstoffe herkommen? Der Umbau der EU-weiten Energieversorgung (mit „Sektorenkopplung“ und auch „innovativen Energiespeichern“, hab ich jetzt die Grünen-Bingokarte voll?) auf überwiegende Versorgung aus „erneuerbaren“ Quellen würde dutzende Billionen Euro kosten. Wo soll das Geld herkommen? Ist egal, das Geld drucken wir einfach?

        „Desertec (…) scheiterte politisch. Nicht weil man es technisch nicht realisieren konnte. Die Vorteile nordafrikanischen Länder miteinzubeziehen sind ein Thema für sich.“

        Desertec scheiterte an den Kosten, und „politisch“ gleich auf 2 Ebenen: Wegen dem schon angesprochenen Stromtrassenproblem, verschärft durch die große Anzahl der beteiligten Länder, und weil die nordafrikanischen Länder einen großen politischen *Nachteil* haben: Instabilität. Stellen Sie sich mal vor, man hätte eine Desertec-Anlage im Nordwesten von Libyen gebaut, dann könnten uns jetzt von der Türkei bezahlte und ausgerüstete fundamentalistische Islamistensöldner jederzeit den Strom abdrehen – falls die Anlage nicht sowieso schon längst zerstört wäre. Keine so gute Idee, oder? Und Ihrer Autarkiestrategie widerspricht der ganze Ansatz auch – es sei denn, Sie richten wieder Kolonien in Nordafrika (Namensvorschlag für die Strategie: „Ein Platz an der Sonne“) ein, um die Verhältnisse in der Region unter feste Kontrolle zu bringen.

        Sie können sich Ihre Sicht auf die Welt so zurechtkneten, dass dabei eine europäische Gleichheits-Utopie mit selbstverständlich grüner Stromversorgung herauskommt – nur in sich konsistent ist diese Weltsicht dann nicht mehr, weil sie auf Wunschdenken basiert.

      • Avatar
        Phil Steiger sagte:

        So musste es ja kommen…
        „planwirtschaftliches Sammelsurium“, „Grüne im Ortsverband“ – Schade. Aber ich konnte darüber lachen.
        In jeder kapitalistschen Gesellschaft gibt es Anreize, bzw. eine Art Marktüberwachung. Selbst in den Ländern wo der „freie Markt herrschte“. Auch die Chicago Boys haben unter beweise gesellt wie in einer Wirtschaft falsche Anreize gesetzt wurden. (Genauso wie im realexistierenden Sozialismus)

        Warum gehen Sie davon aus, dass es in Zukunft kein Problem mit dem Import von Energieträgern geben kann? – Für Sie scheinbar ein ausgeschlossenes Szenario. Ältere Semester erzählen mir noch von der Ölkrise.
        Die ganz Alten auch noch von der Nachkriegszeit. Man wäre da um etwas mehr Energie sicherlich froh gewesen.
        Wenn der Abbau von Kohle in Europa so preiswert ist, warum importiert man dann den Löwenanteil?
        Wenn unser Erdgas so unglaublich ausreichend ist, warum importierten wir auch das?
        Jetzt könnte man sagen, aufgrund der Umweltpolitik. Ob da immer alles richtig gemacht wurde, will ich gar nicht bewerten.
        Nur soviel. Ich bin ganz Froh, das unser Leitungswasser trinkbar ist. Und ganze Ortschaften nicht enteignet wurden.
        Auch wenn es sicherlich andere Nachteile gibt.
        Eine vollständige Autarkie habe ich bewusst nicht gefordert. Sie ist utopisch. Doch ist es ein Unterschied ob man 1 Monat lang wenig Energie zur Verfügung steht oder ob der Kaffee fehlt bzw. teuer wird.

        Ihre Kritik zu meiner Fromulierung zum Prozentsatz der Energieautkarie nehme ich an. War schlecht formuliert. Wohl im Eifer des Gefechts. Wobei es tatsächlich mit einer Schwangerschaft nicht vergleichbar ist. Ich würde es eher mit der Nahrungsaufnahme vergleichen. Ein Unterschied ob sie 3 Tage nichts trinken oder zumindest jeden Tag statt 3 Liter Wasser, 1 Liter Wasser trinken.

        Schön das Sie das bei Desertec vertiefen: Nur soviel, bei Lybien machen wir uns über Islamisten gedanken. In Saudi-Arabien sind diese unser Partner im Kampf gegen den Terror. Saudi-Arabien ist aber einer DER Faktoren für den Ölpreis. Stabilität ist also eine Frage des politischen Willens.

        Sie beschreiben tatsächlich das Problem treffend: In Europa ist eine Stromtrasse ein bürkoratisches und moralisches Problem. China baut Ruckzug eine HGÜ mit 2200km. Die finden irgendwie das Kupfer. Die finden auch den Zement für die neue Seidenstraße.
        In Europa finden Konservaitve, sowie Linke oder auch Grüne nur Probleme, weshalb eine Sache nicht geht oder nicht ins politische Weltbild passt. Es ist wirklich traurig, wie man sieht das ein Kontinent abgehängt wird.
        Was glauben Sie was man in Deutschland/ der EU machen sollte damit es besser wird?
        Es hilft doch nicht ständig über den Status Quo sich zu beschweren.

        Ein Verbundnetz gibt es schon in Europa. Ein Supergrid ist teuer. Stimmt. Wäre aber ein Invest in die Zukunft egal welchen Energieträger man nutzt. Das man soetwas staatlich finanziert, sage ich nicht. Wenn der Staat richtige Anreize setzt kann das auch von Unternehmen passieren.

        Sie fragen noch wo das Geld herkommt? Wenn man die Spekulation mit Vermögenspreisen verhindert hätte sondern diese Unsummen an EZB Geld nutzen würde Investitionen zu tätigen wäre doch schon geholfen. Und über diese Investitionen kann man doch demokratisch streiten. Sie sind gegen „erneuerbare Energien“, ist doch in Ordnung. Vllt sind Sie aber dafür das es ein friedliches Auskommen mit Russland. Einen Invest in Forschung.
        Ich bin nicht Ihr Feind, noch Mitglied im Grünen-Ortsverband ihrer Gemeinde. Markt und Geld sind Werkzeuge damit wir als Gesellschaft einen Mehrwert haben. Haben wir den nicht läuft irgendetwas falsch.

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        ruby sagte:

        Vielen Dank Ihnen beiden für diesen inhaltlich tiefgehenden aber in die Ferne/Weite schauenden Disput 👍-👍
        Die Konzentration der Argumentationen hilft die wesentlichen Wirkungen und Ziele zu verstehen.
        Meine gut 50 jährige Lebensteilnahme berichtet, daß „wir“ = Deutsche und Staatenbürger anderer Länder unsere Handlungskompetenzen maßlos überschätzen, was immer wieder zu der typischen Heilsbringungseigenliebe, diesem Sendungsbewußtsein führt.

        Die Fragen, Problemstellungen sind im kleinen ertragsgenauer zu erwirtschaften.
        Anderenfalls verlieren sich die Nutzen bzw. erfordern dimensionslose Aufwendungen.
        Ich brauche es nicht, wieder am Sonntag auf der Autobahn Fahrrad zu fahren, besser ist es beim Bäcker frisches Brot und Kuchen einzuholen, aber ohne gesundheitsschädliche Zwangsmaskierung, denn Zwang fördert am wenigsten kreative Entwicklungen und Verwirklichungen, die langfristigen verträglichen Nutzen schaffen.
        Parteipolitik jedenfalls ist der größte Zerstörungsfaktor, den ich erlebe, weil dort Taugenichtse im Überfluß ihre Vorteile abzocken, solange bis keiner dies mehr duldet. Das kann gar nicht schnell genug beendet sein, wie diese unsäglichen Autobahnelektrifizierungen, die Verschwendung und sinnlose Zerstörung von Land, Luft und Natur.
        Öffentliche Daseinsvorsorge lautet die Aufgabe, die die Menschen organisieren dürfen und können, wenn sie diese verantworten.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Ich finde, dass das Phänomen der Zombiefirmen richtig erklärt wird als ein SYSTEMISCHES Problem, dass mit den Mitteln des Systems angegangen wird – also SYSTEMISCH.

    Das ist stimmig und insoweit nicht anzugreifen.

    Es ist daher Unsinn zu behaupten, dass damit etwas ZERSTÖRT würde.

    Im Gegenteil:

    Es werden Firmen ERHALTEN.

    ENTSCHEIDEND sind die FOLGEN dieses Mechanismus.

    Denn das System bleibt ja nicht konstant durch die Zombifizierung, sondern ÄNDERT sich hin zu einem Zustand, der wie folgt gekennzeichnet ist:

    Abnehmende Produktivitätszuwächse und letztlich ein STAGNIERENDES Güterangebot stehen einer ZUNEHMENDEN Geldmenge, genauer: einer durch mehr Geld ermöglichten steigenden NACHFRAGE nach Gütern gegenüber, weil die Zentralbanken das Bankensystem mit seiner Geldschöpfungsfunktion stabilisieren.

    Damit wird irgendwann die Inflation der Verbraucherpreise in Gang gesetzt.

    DENKBAR, aber keineswegs abwegig in letzter Konsequenz:

    Geschäftsbanken werden von den Notenbanken dafür BELOHNT, dass sie KONSUMENTENKREDITE ausreichen.

    Ich würde das so ergänzen:

    Wenn die Produktivität nicht wächst, leidet die Wettbewerbsfähigkeit, aus deutscher Sicht speziell auch international, was zu tendenziell mehr Arbeitslosigkeit führt. Zunehmende Arbeitslosigkeit erfordert einen wachsenden Finanzierungsbedarf der Sozialbudgets.

    Durch den Strukturwandel der Wirtschaft, insoweit er insbesondere durch die Digitalisierung hervorgerufen wird, wird es aufgrund von Entlassungen vor allem in den Verwaltungen zu steigender Arbeitslosigkeit kommen, die aufgrund fehlender Qualifikation auch nicht durch Neubeschäftigung ausgeglichen werden kann. Der Finanzierungsbedarf des Sozialstaats steigt auch dadurch.

    Zwar wird ein Teil der Arbeitslosen in Dienstleistungsberufen Arbeit finden, aber zu deutlich geringeren Löhnen, was die negativen Aspekte nicht kompensieren kann, was auch heißt:

    Auf hinreichende Steuermehreinnahmen kann der Staat nicht hoffen, ebenso wenig wie darauf, dass er hinreichend höher besteuern kann.

    Dazu kommt in wenigen Jahren das Heer der Babyboomers, das in Rente geht und alimentiert werden muss. Die z. Z. jährlich 100 Mrd. EUR als Zuschuss zur GRV sind nur der Anfang.

    Unterm Strich:

    Einem starken Wachstum staatlicher Ausgaben, das sich in Nachfrage niederschlägt, steht, wenn überhaupt, ein vergleichsweise schwach steigendes Güterangebot gegenüber.

    Das ist der MECHANISMUS, der durch die ANFORDERUNGEN an den Staat zu Inflation führt.

    Zu einem späteren Zeitpunkt kann es aufgrund von knapp werdenden Arbeitskräften AUCH durch Lohnsteigerungen zu Preissteigerungen kommen.

    Das ist ein ANDERER Mechanismus, der zu Inflation führt.

    Fazit:

    Die Zombifizierung sollte nicht überbewertet werden.

    Sie ist, richtig eingeordnet, ein kurzfristig stabilisierender Baustein, der zusammen mit anderen zu einem großen Systemproblem führen wird.

    Fußnote:

    Ich fände es sehr gut, wenn weiterhin Spitzenpolitiker aus allen Lagern im Podcast zu Wort kommen.

    Die bisherigen Beispiele zeigen, mit welchen ökonomisch unsinnigen oder bedeutungslosen PHRASEN der gutgläubigen Bevölkerung ein X für ein U vorgemacht wird, um AKZEPTANZ zu erhalten.

    Man kann es kaum glauben, eigentlich nur den Kopf schütteln.

    Aber so ist die Realität.

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „Ich fände es sehr gut, wenn weiterhin Spitzenpolitiker aus allen Lagern im Podcast zu Wort kommen. Die bisherigen Beispiele zeigen, mit welchen ökonomisch unsinnigen oder bedeutungslosen PHRASEN der gutgläubigen Bevölkerung ein X für ein U vorgemacht wird, um AKZEPTANZ zu erhalten.“

      Ihren Vorschlag unterstütze ich vollumfänglich und möchte sogar vorschlagen, grundsätzlich nur SpitzenpolitikerINNEN (w) zu Wort kommen zu lassen. Bei denen funktioniert die Selbstentlarvung besonders gut.

      „Kramp-Karrenbauer: ‚Ich bin eine Quotenfrau‘ — Im ARD Sommerinterview hat CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer betont, dass sie ohne Frauenquote nicht so weit gekommen wäre.“
      https://www.ndr.de/nachrichten/info/Kramp-Karrenbauer-Ich-bin-eine-Quotenfrau,audio708800.html

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  3. Avatar
    Michael Bodenheimer sagte:

    Richard Werner, Autor von the Princess of the Yen, wie die europäische Zentralbank den deutschen Mittelstand zerstört:

    Richard Werner – ECB wants to become the only bank in town
    https://www.youtube.com/watch?v=OdYmdKUiQNw&feature=youtu.be

    Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr bekommt man den Eindruck, dass das ganze System System hat und hier Deutschland und Europa bewusst geschwächt werden sollen.

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