Was tun mit dem Geld? ‒ Thomas Mayer

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Meine kleine Serie zur Geldanlage läuft sich ja gerade erst warm. Vielen Dank für das regelmäßige Feedback und die Ergänzungsvorschläge. Immer weiter damit!

Bisher habe ich mich ja auf die Grundsätze der Geldanlage fokussiert. Dies ist für mich unerlässlich, um eine eigenständige Entscheidung treffen zu können. In den kommenden Wochen werde ich versuchen, meine „Ziel-Allokation“ abzuleiten. Zwischendurch werde ich interessante Überlegungen Dritter mit aufnehmen. Den Anfang macht Thomas Mayer, der für Aktien wirbt. Obwohl er nicht ganz unbefangen ist als Mitarbeiter von Flossbach und Storch, hat seine Argumentation sicherlich etwas:

  • „Wir befinden uns im Abschwung eines globalen Kreditzyklus, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Daher werden auf absehbare Zeit das Wachstum der Weltwirtschaft schwach und die Zinsen weltweit niedrig bleiben.“
  • „Der Politik ist es im Verlauf der Euro-Krise nicht gelungen, die Gemeinschaftswährung auf eine feste Grundlage zu stellen. Es ist daher leider zu erwarten, dass die Europäische Währungsunion (…) nach langem wirtschaftlichem und finanziellem Siechtum zerfallen wird.“
  • „Das Ende unserer Papierwährungen ist nur noch eine Finanzkrise entfernt. Sollte der Ausstieg der Zentralbanken aus der Politik der Nullzinsen und quantitativen Lockerung die nächste Finanzkrise auslösen, könnte dies zum Zusammenbruch unseres durch Verschuldung geschaffenen Geldes führen.“
  • „Es ist nicht zu erwarten, dass die regierenden Politiker rechtzeitig Maßnahmen ergreifen werden, die uns vor den schädlichen Folgen dieser Entwicklungen bewahren könnten. Dazu sind sie intellektuell und materiell viel zu sehr im Status quo verhaftet.“
  • „Heute bescheren Bargeld und Anleihen dagegen den sicheren Verlust. (…) Durch den Anstieg der Inflation, den die Zentralbanken mit ihrer Politik erzwingen wollen, werden die Kaufkraft des Bargelds und der Rückzahlungswert der Anleihen zudem noch verringert. Für den Anleger heißt dies, dass er den Anteil von Bargeld und Anleihen am gesamten Vermögen auf ein Mindestmaß reduzieren muss.“
  • Bei „Immobilien (…) blenden sie oft die damit verbundenen Risiken aus. Der Markt ist illiquide, die Möglichkeit zur Diversifizierung gering, und der Ertrag hängt stark von der Lage des Objekts und der gerade geltenden Mietregulierung ab“.
  • Aktien: „Ein wirklicher Verlust entsteht aber erst dann, wenn der Rückgang der Preise innerhalb der Haltedauer nicht mehr aufgeholt werden kann. Im Zeitraum von 1954 bis 2004 lag die Wahrscheinlichkeit für einen absoluten Verlust einer Anlage in Aktien des Dax bei einer Haltedauer von einem Jahr bei 30 Prozent, von fünf Jahren bei 21 Prozent, von zehn Jahren bei acht Prozent und ab 20 Jahren bei null Prozent. Wer also Geld für einen längeren Zeitraum zur Seite legen möchte, geht bei einer Anlage in Aktien ein geringes Risiko eines absoluten Geldverlusts ein. Dagegen sind die Aussichten auf Gewinn nicht unerheblich. Ein im Jahr 1954 in den Dax investierter Geldwert von einem Euro vermehrte sich bis 2014 auf 125,63Euro.“
  • Euro: „Man sollte so wenig halten wie möglich. Viele Euroskeptiker sehen den Schweizer Franken als sicheren Hafen. Doch kann sich die kleine Schweiz nur bedingt von den Entwicklungen im Euroraum lösen. Deshalb bleibt der Dollar die wichtigste Alternative zum Euro.“
  • „Insgesamt sollte man die Papierwährungen aber mit einer gehörigen Portion Skepsis betrachten. Als Versicherung gegen den allgemeinen Verfall der Papierwährungen empfiehlt es sich deshalb, einen gewissen Anteil seiner Ersparnisse in Gold zu halten.“

F.A.Z.: Der Zerfall, 7. März 2015

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