The future of Greek financial negotiations is ancient history

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someone

Eigentlich ist über Griechenland alles gesagt. Misswirtschaft, chaotisch, mit einem BIP von 25.667 US-Dollar pro Kopf ist es deutlich reicher als einige der Geldgeber in Europa und weltweit über den IWF. Alle rätseln, wie es weitergehen könnte. In diesem Beitrag blickt die FT in die Geschichte, um die Antwort zu finden. Durchaus interessant:

  • The majority of Greeks do not rightly comprehend the meaning of a [foreign] loan, but simply conclude that it is some European method of making a present„,  so eine Beschreibung aus dem Jahr 1825. Klingt irgendwie vertraut.
  • Für alle heutigen Wendungen der griechischen Tragödie gibt es in der Geschichte ein Vorbild.
  • Russland? Die Karte hat Griechenland während des Krimkrieges schon einmal gespielt, 1854. Erst, als die Alliierten den Hafen von Piräus besetzen, konnten sie die Neutralität Griechenlands wieder erzwingen. Heute wäre das übrigens schwerer, weil Griechenland die größte Flotte im Mittelmeer unterhält.
  • 1857 setzten die Gläubiger eine „Troika“ ein, die das Finanzgebaren untersuchen sollte. Ergebnis: „… the governmental agencies charged with collecting and administering  public revenues had entirely failed to exercise proper surveillance and control.“‒ bto: selten so gelacht!
  • 1864 wurde dann eine Einigung mit den Gläubigern erzielt und 1879 konnte Griechenland wieder an den Kapitalmarkt zurückkehren. Die erforderlichen Reformen unterblieben jedoch völlig. ‒ bto: Wer heute Reformen erwartet, ist wahrlich naiv.
  • Die Bildung der Griechen ist seither deutlich besser geworden. Jedoch verlassen die gut ausgebildeten Griechen das Land. Wie schon seit Jahrhunderten. Dabei schrumpft die Bevölkerung nun schneller als ursprünglich angenommen.
  • Angeblich sind die Vorkehrungen für Kapitalkontrollen getroffen ‒ und wenn man sie einführt, wird es schwer sein, diese wieder aufzuheben.
  • Es ist naiv einen Boom an Exporten und Touristen zu erwarten, nach einer Abwertung einer eigenen Währung. Schon jetzt hat sich die Handelsbilanz nur verbessert, weil die Importe eingebrochen sind. Die Exporte fallen, weil es keine Finanzierung für Exporte mehr gibt.

Vorteil aus Sicht von Brüssel: Je schlechter es Griechenland ergeht, desto größer die Abschreckung für die anderen Länder, denselben Weg zu gehen.

FT (Anmeldung erforderlich): The future of Greek financial negotiations is ancient history, 17. April 2015

1 Antwort
  1. Dieter Krause says:

    Vorteil aus Sicht von Brüssel: Je schlechter es Griechenland ergeht, desto größer die Abschreckung für die anderen Länder, denselben Weg zu gehen. – Ja, das dürfte zutreffen! Insbesondere soll das auch die radikalen Linken in Spanien und anderen europäischen Ländern abschrecken. Die Griechen könnten ja in der jetzigen Systemkrise auch versuchen, das Modell SINGAPUR zu kopieren – Rwandas Präsident Kagame (also mitten im südlichen Afrika!) versucht das übrigens – ausgehend von einer weitaus schlechteren ökonomischen Basis (aber mit ökonomischen Wachstumsraten zwischen 6% bis 8%!)! Vielleicht sollte die marxistische Sponti-Truppe um Tsipras & Varoufakis dorthin mal eine Informationsreise machen? Die gemeinsame Marx-Lektüre an englischen(!) Hochschulen reicht ganz offensichtlich nicht für ein vernünftiges Reformkonzept aus!

    Antworten

Dein Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Schreiben Sie etwas dazu!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.