„Die Kunst der Kapitalflucht“

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Meine Skepsis in Bezug auf Kunst als Assetklasse ist wohl bekannt. Es ist ein klassisches Investment am Top einer Blase, nicht am Tiefpunkt. Umso interessanter fand ich diesen Beitrag in der FINANZ und WIRTSCHAFT:

  • „ (…) Kunst für Schwellenmarktanleger ein wichtiges Werkzeug zur Erleichterung der Kapitalflucht und zum Verstecken ihres Reichtums ist. Diese Anleger sind inzwischen zu einem wichtigen Faktor in der spektakulären Preisblase der vergangenen Jahre auf dem Kunstmarkt geworden. Angesichts der Tatsache, dass Schwellenmärkte von Russland bis Brasilien mittlerweile in der Rezession stecken, stellt sich daher die Frage: Wird diese Blase platzen?“ – bto: also klares Stützen der These, dass Kunst pro-zyklisch ist.
  • „ (…) zeitgenössische Kunst sich inzwischen international zu einer der beiden bedeutendsten Aufbewahrungsarten für Vermögen entwickelt habe; die andere seien Apartments in wichtigen Grossstädten wie New York, London und Vancouver. Vergessen Sie Gold als Absicherung gegen die Inflation; kaufen Sie Bilder.“ – bto: klar. Nur wenn man sie verkaufen muss, wird es keine Käufer geben.
  • „Für Ökonomen wirft diese Spekulationsblase im Bereich der Kunst viele faszinierende Fragen auf. Eine besonders interessante freilich ist, wer eigentlich so viel Geld für hochwertige Kunstwerke auszugeben bereit ist. Die Antwort darauf ist nicht einfach, weil der Kunstmarkt extrem undurchsichtig ist. Tatsächlich ist Kunst die letzte grosse unregulierte Anlagemöglichkeit.“ – bto: dies aus dem Mund eines der größten Fans des Bargeldverbotes!!
  • „Tatsächlich sind es inzwischen in vielen Fällen Käufer aus Schwellenmärkten, oft Chinesen, die bei Preisschwankungen zuschlagen und dabei ihre Käufe häufig anonym vornehmen.“
  • „Diese Kunstwerke werden noch nicht einmal zwangsläufig irgendwo gezeigt: Es ist gut möglich, dass sie einfach in einer Tresorkammer mit Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsregelung in der Schweiz oder Luxemburg verschwinden. Es heisst, dass einige Kunstverkäufe heute lediglich den Transport aus einem Abschnitt der Tresorkammer in den anderen umfassen, was daran erinnert, wie die New York Federal Reserve Goldverkäufe zwischen den nationalen Notenbanken registriert.“
  • „Wie also wird der von China ausgehende Konjunkturabschwung auf den Schwellenmärkten die Preise für zeitgenössische Kunst beeinflussen? Kurzfristig ist das unklar, weil trotz Abschwung immer mehr Geld aus dem Land strömt. Langfristig ist das Ergebnis ziemlich vorhersehbar, besonders wenn man die kommenden Zinserhöhungen durch das Federal Reserve einkalkuliert. Angesichts des Rückzugs wichtiger Käufer und steigender Opportunitätskosten dürfte das Ende der Kunstblase kein schönes Bild abgeben.“

Kunst ist Spekulation, keine Strategie zum Vermögenserhalt!

→ FINANZ und WIRTSCHAFT: „Die Kunst der Kapitalflucht“, 8. September 2015

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